Ausgabe 
(19.7.1915) 167. Zweites Blatt
Seite
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Kreis Friedberg.

Aus der Wetterau, 17. Juli. Nun haben auch die Orte des Horlofftales, die bisher leer ausgegangen waren, den sehnsüchtig erwarteten durchweichenden Regen erhalten. Nicht nur, daß er dem Haser auf trockenen Aeckern noch hilft, vor allem auch den Obstbaumen kommt er sehr zu statten, da vielfach die

balbausgewachsenen Früchte absielen. Der Fruchtbebang an den Straßen und Baumstücken ist derart, daß in allen Gemeinden Vaumstützen gehauen werden. Es fällt aus, daß gerade dieses Jahr solche Bäume stark behaugen sind, die schon jahrelang als unfruchtbar galten. Jedenfalls ist es den frostlosen Mainächten zu verdanken. Aber auch Goldparmänen, Schöner von Boskop, Rhei nischer Vohnavsel ächzen unter ibrer Last. Wenn nicht ein Sturm Schaden anrichtet, so ist eine Apfelernte zu erwarten, wie sie seit Jiaahren nicht war. Aber auch die Birnen, darunter gerade die Wirtschastsbirnen, versprechen eine gute Ernte, weniger die seineren Sorten und das Buschobst. Die Zwetschen häugen sehr dünn, da es in die Blüten regnete. Was die Ernte anbelangt, so muß man sagen, daß es trotz des Leutemangels flott vonstatten geht. 34 Familien habenArbeitsgemeinschaften, die ihre und des nachbarlichen Feldzugsteilnehmers Arbeit gemeinschaftlich verrichten. Korn und Gerste sind geschnitten. Viel geklagt wird über das massenhafte Auftreten des Kohlweißlings. 8 Starkenburg und Rheinhessen. ch. Aus Rheinhessen, 18. Juli. In Eich kletterte eine Anzahl Kinder, welche die in der hiesigen Gemarkung arbeitenden russischen Kriegsgefangenen beo ten wollten, auf eine alte und wackelige Mauer. Diese Mauer stürzte zusammen und eine Reihe Kinder wie auch Erwachsene wurden verletzt. Ein Kind, das des Joh. Köhler, trug so schwere Verletzungen davon, daß es nach Worms ins städtische Krankenhaus geschafft werden mußte. 4 end⸗

5 Kreis Wetzlar. 8

3* Dornholzhausen, 13. Juli. Die hiesige Ju wehr Jugendkompagnie Nr. 286) veranstaltete unter

des Kompagnie⸗Führers Mack eine größere Nachtübung. Um 9 Uhr abends wurde abmarschiert. Es galt hauptsächlich, die Jung⸗ mannschaften auch in ihnen unbekanntem Gelände üben zu sehen. Der Uebung war folgender Plan zugrunde gelegt worden: Das Negiment, welcher die Kompagnie zugehörte, war im Vormarsch über Wetzlar Nauborn Schwalbach Niederguembach.Kraft⸗ solmsGriedelbach. Die Kompagnie war zur Seitendeckung be⸗ stimmt und marschierte über Nauborn Reiskirchen Oberwetz G riedelbach. Nachdem gemeldet worden war, daß Griedelbach vom Feinde besetzt sei, wurde auf der Straße OberwetzGriedelbach Halt gemacht. Zunächst wurden Patrouillen ausgeschickt, welche die ungefähre Stärke des Feindes auszukundschaften hatten. Ueber⸗ all wurde festgestellt, daß der Feind Griedelbach an sämtlichen Ein⸗ und Ausgängen besetzt hatte. Die Patrouillen wurden beschossen und mußten sich zurückziehen. Eine halbe Stunde verging und es war nichts von den Angreifern zu hören. Unbemerkt war es einer kleineren Abteilung gelungen, in das Dorf einzudringen und gleichzeitig wurde Griebelbach von allen Seiten gestürmt. Unter Hurrarufen und unter dem Knattern der kleinen Pistolen zogen ie Angreifer etwa 1 Uhr nachts in Griedelbach ein. Trotz des ihtien vollständig unbekannten Geländes führten die Jungmann⸗ schaften bei Nacht die ihnen aufgegebenen Befehle zur vollsten Zu⸗ friedenheit des Führers aus. Nachdem in Griedelbach eine kurze Pause gemacht worden war, wurde in der Richtung nach Klee⸗ berg weitermarschiert. Schon leuchtete am Horizont das Morgen⸗ rot, als man auf der Höhe von Kleeberg ankam. Unter fröhlichem Gefang ging es über KleebergOberkleen Niederkleen nach Hause, wo man um 5 Uhr morgens wohlbehalten ankam.

Hessen⸗Nassau. 5 X. Aus dem Biebertal, 16. Juli. Die Kornernte sst in vollem Gange. Auf den Feldern bedecken sich die Aecker immer mehr mit den langen Reihen gebleichter Halme. Trotz des eingetretenen Regenwetters werden die Erntearbeiten mit vollem Eiser aufgenommen. Da die Körner völlig ausgereist und in der

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aschinen bald in Tätigkeit treten. Trockenes, sonniges Wetter järe freilich let wieder für die Zeit der Ernte sehr erwünscht. insichtlich der Erntearbeiter bietet das Feld diesmal einen ganz

1 Anblick. Fast überall sieht man rüstige Frauen, die im Kriege ebenfalls rasch umgelernt haben, die Sense schwingen, 5 und fleißige Kinder, die tüchtig mithelsen. Die Hoffnungen, die man schon vor Wochen auf eine vorzügliche Kornernte setzte, täuschen nicht. Der Körnerertrag steht nach dem allgemeinen Urteil dem vorjährigen Ertrag nicht nach.

58 Bieber b. Gießen, 17. Juli. Der Leutnant der Reserve Georg Schlierbach von hier, zuletzt Lehramtsassessor an der berrealschule in Offenbach a. M., erhielt vor einiger Zeit das ziserne Kreuz 2. Klasse und wurde jetzt mit der Hes⸗ ischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. g m. Kirchhain, 18. Juli. Stark gefallen sind die Preise für en Schweine, welche noch vor einigen Wochen auf 42 bis

45 Ml. standen, jetzt kostet das Paar nur noch 2225 Mk. Auch

die Preise für Kälber sind in auffallend starkem Zurückgehen. Es herrscht sast keine Nachsrage und man zahlt nur noch 52 Mk. für den Zentner Lebendge wicht.

( Melsungen a. d. Fulda, 18. Juli. Von der Maschine des Schnellzuges LeipzigCassel wurde gestern auf der Eisen⸗ bahnstrecke BebraCassel der Schürhaken einer vorüberfahrenden PVersonenzugslokomotive erfaßt und gegen den auf dieser schine befindlichen Hilfsheizer Muhl aus Kirchditmold geschleudert. Tieser wurde von der Eisenstange an den Kopf getroffen und so sckwer verletzt, daß er kurz nach seiner Einlieferung in das Land⸗ krankenhaus in Cassel verschied. 9. Schlüchtern, 18. Juli. Bei dem schweren Ge⸗ mwmitter, das am Freitag sich über dem Kinzigtale entlud, richteten Blitzschläge wiederholt Brandschaden an. In

Hutten brannte die Scheune des Landwirts Dorn ab, in Altengronau das Anwesen eines Landwirts. In Breiten⸗ bach wurden sämtliche 1 und das Wohn⸗

haus des Landwirts Joachim Möller durch den Blitz ein⸗ geäschert.

Gießener Strafkammer.

th Gießen, 16. Juli. 5 In eine fremde Kasse gegriffen hat der Schweizer Karl W. aus Gießen, ein alter Uebeltäter, der erst Mitte März d. J. aus dem Zuchthaus gekommen war. Er hatte sich in den Laden eines Schirmgeschäfts am Seltersweg ge⸗ 2 und 9 Mark aus der Ladenkasse gestohlen. Vor der Straf⸗ kammer war W. geständig; er gab an, er sei ohne Geldmittel 5. und habe den Diebstahl aus Not beg a er

0 gangen. Die Straf⸗

billigte dem alten Sünder, um ihn nicht gleich wieder ins Zuchthaus zu schicken, mildernde Umstände zu und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr. 5 u ascher, 5

55 Urkundenfälschung und Betr waren dem 24jährigen Kaufmann Leon F. aus W urzeit als russischer Untertan in Gießen interniert, zur Last gelegt. Ter Angeklagte war geständig. Er hatte, als er Sweise seine Stelle in Frankf zu

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urt a. M. aufgeben mußte, um seinen Wohnsitz in Gießen i nehmen, an die spanische Botschaft, die die Interessen der russi⸗ 2 1 Staatsangehörigen vertritt, ein Bittgesuch um eine Unter⸗ 5 bung

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erhalten. Jeder Versuch, in Gießen Geld zu verdienen, schlug dem An,weil er Russe war, fehl. In der äußersten Not schrieb er unter falschem Namen sowie einer fingierten Adresse wieder um eeine Beihilfe an die spanische Botschaft. Hierin erblickte die Staats⸗ anwaltschaft Urkundenfälschung und Betrugsvergehen. Der An⸗

e, der als mittelloser feindlicher Ausländer im Gefangenen⸗

untergebracht ist, wurde von einem Landsturmmann der Straf⸗ 5 kammer vorgeführt. Unter Tränen erzählte der junge Mann, daß er als 2 Jahre altes Kind mit seinen Eltern nach Deutschland eingewandert sei, sich gar nicht mehr als russischer Untertan ge⸗ fühlt habe und wie die traurigen Verhältnisse des Krieges und 45 bittere Not ihn zu der unglückseligen Tat gebracht haben. Die

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ommerhitze schon recht hart geworden sind, können die Dresch=] gern

gerichtet und als einmalige Spende von dieser 20 Mark! schäft

Kammer faßte nach Lage des Falles die Sache sehr milde auf und erkannte auf 8 Tage Gefängnis. Wegen Einbruchsdiebstahls 3 in ein Lumpenlager in Grünverg wurden zwei* 161ährige Burschen, die geständig waren, zu je eine Woche Gesängnis ver⸗ urteilt, ein weiterer 14 Jahre alter Angeklagter aber freigesprochen. Wegen Blankettfälschung in Verbindung mit Betrug wurde gegen den 3 St. von Gießen verhandelt. Der Angeklagte hatte den Auftrag erhalten, auf Grund einer Vollmacht an einer Sparkasse der Umgegend für eine Klientin 250 Mark abzuheben. Er hat den abgehobenen Be⸗ trag aber für sich gebraucht und ihn erst auf Drohen mit der Polizei ratenweise wieder herausgerückt. Die Anklage wegen Blan⸗ kettfälschung und Betrugs ließ sich nicht aufrecht erhalten, dagegen 7 der Angeklagte wegen Unterschlagung fünf Monate Ge⸗ ängnis.

* Op den hogen Barg schall die Unarre ropp!

Aus dem früheren Mannheimer Theaterintendanten Carl Hagemann hat der Krieg einen Batteriechef gemacht, aber ein guter Beobachter und frischer Erzähler ist er auch in seiner neuen, Stellung geblieben, und die Schilderungen aus den Kämpfen in den Karpathen, die er im Junihefte des bei Georg Müller in München erscheinendenNeuen Merkurs veröffentlicht, be⸗ sitzen eine ungewöhnliche Kraft der Darstellung, durch die uns die ungeheuren Schwierigkeiten und Leistungen, die unsere präch⸗ tigen Feldgrauen in den Karpathenkämpfen zu bemeistern hatten, überaus anschaulich vors Auge gestellt werden. Nach dem Gelingen der ersten deutschen Angriffsstöße trat im Karpathengebirge Ruhe ein. Wochenlang erschwerte grimmige Kälte und ununterbrochenes Schneegestöber die weitere Durchführung des so glücklich einge⸗ leiteten Angriffs. Wohl war immer davon die Rede, ob es nicht doch sgi sei, mit äußerster Kraftanspannung Feldgeschütze auf die eine oder andere Höhe zu bringen, aber alle Urteile gingen schließlich dahin, daß eine Möglichkeit hierzu nicht bestehe. Aber als eines Tages wieder einmal die Lage unserer Infanterie als be⸗ sonders kritisch gemeldet wurde, da erging von der Division kurzer⸗ hand der Befehl, daß am jenseitigen oberen Hang einer bestimmten Höhe ein Geschütz oder besser zwei Geschütze aufzustellen und in Tätigkeit zu bringen seien. Hagemauns Batterie fiel die Aus- führung dieses Befehles zu. Früh um 5 Uhr, so erzählt er, stand die Batterie marschbereit. Nach mancherlei durch die Jahreszeit und Oertlichkeit verschuldeten unangenehmen Zwischenfälle gelangte sie an den Punkt, von dem aus der Aufstieg beginnen sollte.Op den hogen Barg schall die Knarre ropp, da ward nist vonne, hieß es sogleich am dritten Geschütz, als man der besonders steilen ersten Höhe ansichtig wurde. Das zweite und dritte Geschütz, die sich schon in Frankreich bei besonders schwierigen Gefechtslagen ausgezeichnet hatten, sollten es auch hier wieder machen. Und trotz aller Bedenken ging auch jetzt wieder jeder einzelne mit Eifer ans Werk.

Gleich der erste Hang steigt in einem Winkel von fast 45 Grad an. Die mit Eisnägeln beschlagenen Pferde klettern aber wie die Katzen hoch Es geht besser, als alle gedacht haben. Ob das jedoch auf einer vier Kilometer langen Wegstrecke so bleiben wird, auch wenn sich zwischendurch hier und da weniger steile Partiem vorfinden, ist die offene Frage. Die zu überwindende Höhendifferenz beträgt mehr als 700 Meter. Auf etwa ein Drittel des Weges lassen dann auch die Kräfte der Pferde plötzlich nach. Sie bringe nur noch zwei bis drei Meter in einem Zug fertig, triefen von Schweiß und stehen mit schlagenden Flanken da.

Wir lassen deshalb ausspannen, die Tiere wieder zu Tal füh⸗ ren und eine neue Serie fertig machen. Und bald geht es am Werk weiter. Je näher wir der Bergspitze kommen, uno höher liegt der Schnee. Auch wird der von Tragtieren und Proviantkolonnen einigermaßen ausgetretene Weg immer schmaler, bis er schließlich

nur noch als Saumpfad hart an den Hängen entlang führt. In dieser 22 ist er natürlich unseren cken nicht mehr brauchbar: die Spur der Lafette verlangt als die dreifache

Breite. Wenn bisher nicht umsonst gearbeitet sein soll, müssen wir jetzt selbst unseren Weg über die Höhenkämme5 Doch wei⸗ rn die Gespanne in dem meterhohen Schnee das Anziehen. Er reicht ihnen bis über die Steigbügel hinauf und die Kanone ist fast ganz darin versunken. Das einzelne Pferd hat sich ein Schneeloch gestampft, aus dem es nicht herauskann. Ihm fehlt der 2 ohne Weg ist es nicht vorwärts zu bringen. Da kommt der. meister, der bisher noch bei jeder Schwierigkeit die richtige Lösung hat, auf die Idee, sämtliche Mannschaften und die losen

de vo ehen und einen Weg bahnen zu lassen. Und das hilft. Sobald Pie Tiere eine Spur sahen, zi sie an. So

erklimmen sie noch am selben Tage etwa zwei Drittel der Höhe. Am nächsten Morgen geht es dann mit frischen Kräften weiter, und nachmittags, um zwei Uhr etwa, steht das Geschütz am ba fohlenen Platz. Allerdings war der Wachtmeister mehr als einmal nahe daran gewesen, die Sache aufzugeben. Zuletzt noch etwa 100, Meter vor dem Ziel, wo er melden mußte, daß die Pferde tatsächlich am Ende ihrer Kräfte wären. Ich stand mit dem Kom⸗ mandeur der auf Höhe. in Reserve liegenden Infanterie schon oben, um die letzte Phase des Aufstieges von dort mitanzusehen. Es gebe, so meinte er, vielleicht noch ein Mittel: wenn uns das nze Infanteriebataillon seine Hilfe leihen und das gerade beim usbessern des von der anderen Bergseite heraufführenden Weges 11 österreichische Arbeitskommando ebenfalls mit zufassen würde. Da uns beides bereitwilligst zugestanden wird, soll es noch einmal aufs Letzte und Ganze gehen.Sin wie bett hier here kohmen, nu will wie ock ganz ropp, sagte der Vorderreiter, als ihm einer der Infanteristen seine Bedenken äußerte. Und so denken alle, und deshalb geht es. . Nachdem der österreichische Landsturm die oberste Neuschner⸗ schicht wegbreit abgeschaufelt hat, treten die Fußmannschaften zu Sechsen nebeneinander an, schließen ganz dicht auf und bewegen sich mit ganz kleinen, aber festen Schritten vorwärts. Dann klopfen die acht Fahrer noch einmal den Hals ihrer Pferde, legen ihnen die Zügel auf die Mähnen und drücken die Gespanne, auf des Wachtmeisters Kommando, von vorn nach hinten vor. Ein

ohrenbetäubender Lärm hebt jetzt an. Hunderte von Menschen sind von demselben Willen zum Erfolg beseelt. Ganz nahe am Ziel hat uns der eifersüchtige Geist diese

. 0 s schönen Berges noch einmal ein energisches Halt geboten. Er will und muß mit einer letzten strengung überwunden werden. Alles schreit, brüllt und tobt durcheinander. Die Fahrer lassen ihre Peitschen über den Köpfen kreisen. Kanoniere laufen armfuchtelnd neben der Lafette her. Die Pferde röcheln, keuchen, dampfen und fallen gleichsam n ye fande Mlinuzen pater legt bas Gesci a V wer lange Min ter ste ütz auf Bergeshöhe. Nach einunddreiviertel Tagen anstrengender Arbeit. 8

Die Franzosen und das Uartoffelbrot.

Das K- Brot spielt immer noch eine große Rolle in fran⸗ zösischen Blättern, aber es ist ganz m g: während man sich nicht genug darin tun kann, es in jeder Weise herabzusetzen und die armen Gefangenen, die es essen müssen, zu bedauern, sucht man auf der andern e mit einem gewissen Stolz festzustellen, daß es gar keine deutsche Erfindung ist, sondern im teil in Frank⸗ reich bereits im 18. Jahrhundert hoch in Ehren gehalten wurde. Schon Voltaire ist als Kronzeuge für den Wohlgeschmack des Kartoffelbrotes unlängst genannt worden, aber das genligt immer noch nicht. DasJournak des Débats gibt vielmehr jetzt eine Zu⸗ jammenstellung von Aussprüchen hervorragender französischer Ge⸗ lehrter, die sich mit der Herstellung eines Kartosselbrotes be⸗ und zu durchaus anerkennenden Urteilen gelangten. Um 1761 war das K-Brot beinahe eine Tagesfrage wie heute. In diesem Jahr übergab nämlich Joachim Faiguet, der zahlreiche Werke über Volkswirtschaftslehre geschrieben hat und ein Mit⸗ arbeiter von Diderot und d Alembert war, der Akademie der 1 1 4 DA. aus 1* und 23 mehl wurdeziemlich gut aufgegangen dus Galer Nalte fuer ersehen em Atte in 8

inige e ien ein Artikel im 3. Ergänzungsband derEncyclopädie über das Kartoffelbrot. Der mit Rehl be⸗ titelte Artikel berichtete über ein während der Teuerung von den Bäckern angewandtes betrügerisches Verfahren, die Keie noch

vermischen, leiht. Um

Artikels ein anderes vo

Brot ergebe. Der dur französische Gelehrte he

seinemWörterbuch de

Monopols.

nämlich die Verwendung von einem Drittel Kartoffelmeh mit zwei Drittel Wezzenmehl gemischt ein schönes, sehr g

ch seine Werke über Kornkrankheiten bekannte Schweizer Ockonom Engel schreibt im 4. Band desselben Werkes einen langen Artikel über dieKartoffel und gibt die verschiedenen Mittel an, um Brot mit gekochten und rohen Kartoffeln herzustellen. Andere

beschäftigt, unter anderen auch der fleißige Sammler Bucholz in

Auch Sebastian Mercier widmet diesem Gegenstand ein gan Kapitel in seinem zwölfbändigen WerkeTableau de Paris.

ein Verfahren, das dem dem entgegenzuwirken, empfiehlt

rzügliches Mittel, um Getreide

eln

aben sich ganz eingehend mit dieser Frage r als Nahrungsmittel dienenden Pflanzen,

Wie für alles, was die Lage der Armen verbessern könnte, inte⸗

ressierte fer sich für diese Neuerung und sieht darin ein Heilmittel der bestehenden Teuerung und eine Abwendung der

des

einer großen Zahl kat träger Frankreichs ein

Wirklichkeit seiner gan land und namentlich f ren Schlag zu versetzer

einem Telegramm an

Ter Untertitel lautet (Berlin, 1915. 127 S. Preis Mk. 3.)

Das Werk zerfällt in französischen Anklagen mitgeteilt, und dann

en. Bingen, 18 müse⸗ und Woch

dafür andere neue Ob

Wochenmarkte sind die sich hier für Kirschen

Birnen 2025 Pfg.,

60 Pfg., Gurken 303

die Schuld des deutschen Katholizismus am Weltkriege Barbarentum Deutschlands und seines Heeres beweist,

sich das Buch als eine auf niedrige Intelli Sachkenntnis und Kritik des Publikums denzschrift dar, gegen die der deutsche Episkopat kürzlich in

Verlag und Druck der Germania.

Stachelbeeren 30 Pfg., Aprikosen 4550 Pfg., Pflrsiche 5060 Fig.,

Büchertisch.

0

* Der deutsche Krieg und der Katholizismus, Unter dem TitelLa guerre allemande et le catholicisme ist von

holischer Gelehrter und kirchlicher Würden⸗ Buch zusammengestellt worden, das angeblich und das

und in zen Art nach geeignet erscheint, Deutsch⸗ einer katholischen Bevölkerung einen schwe⸗ 1. Trotz der Qualität seiner Verfasser stellt und Mangel an bösartige Ten⸗

den Kaiser schon Stellung genommen hat.

Nunmehr hat der deutsche Katholizismus eine vorzügliche, weite Verbreitung verdienende Abwehrschrift erscheinen lassen. Tie von Professor Rosenberg ausgearbeitete Schrist führt den Titel: Der deutsche Krieg und der Katholizismus.

: Deutsche Abwehr französischer 9 Das Werk ist aus innerem Wahrheitsdrang

heraus geschrieben und verrät auf jeder Seite vollkommene Sach⸗ kunde und ein ruhiges, abgeklärtes Urteil. Die ein Verfassers ist die Feststellung der Wahrheit, nicht, wie dies in der französischen Angriffsschrift der Fall ist, die skrupellose He würdigung der Deutschen und die Entfesselung des Hasses und der Verachtung des demBarbarismus verfallenen

Absicht des Herab⸗ acht Kapitel. Darin werden zun

cht die vollinhaltlich, zum Teil auch im Wortlaut werden sie jeweils in derdeutschen Ant⸗

wort genau geprüft, auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht und in

kurzer, schlagender Beweisführung widerlegt. So wenig erfren⸗

lich auch auf der einen Seite die Lektüre all der willkürlich er⸗

fundenen und sensationell aufgebauschten 5 mag, es ge⸗ anderseits große Befri⸗

g und Genug⸗

agreed u deer dae und Nichtswürdigkeit all klagen

gestellt. Tanach kommt der Verfasser für die Beurteilung ch⸗

lands in der ift zu dem Ergebnis:Feindes haß

S Bild gemalt; es ist ein Zerrbild, unb für die in der

rift enthaltene Verherrlichung Frankreichs zu dem 5

Eigenliebe hat das Bild gemalt, es ist eine Apotheose. rkte.

ü Die Zufuhr auf den O b ste, Ge- Wenn auch Kirschen

. Juli. enmärkten steigt.

nachlassen und Erdbeeren gänzlich verschwunden sind, so kommen

st- und Gemüsesorten und-Arten auf den

Markt. Die Preise stellten sich auf den letzten Märkten für das Pfund Kirschen auf 2632 Pfg., Johannisbeeren auf 22 28 Pfg., Aprikosen auf 4060 Pfg., Pfirsiche auf 3560 Pfig., Pflaumen auf 2530 Pfg., Frühbirnen auf 20 bis 25 Pfg. und Frühäpfel auf 20 25 Pfg. Nieder-Ingelheim und Heidesheim angelegt, auf dem hiesigen

Stachelbeeren auf 2228 Pfg.,

Diese Preise wurden in

Obst- und Gemüsepreise höher. Sie stellen

auf 35 Pfg., Johannisbeeren 30 35 Pfg.

eidelbeeren 30 Pfg., saure Kirschen 35 Pfg.,

grüne Erbsen 3035 Pfg., gelbe Bohnen 40 Pfg., grüne Bohnen 3035 Pfg., dicke Bohnen 1520 Pfg., das Stück Wirsing 25 bis 20 Pfg., Salat 15 Pfg., Kohlrabi 1012 Pig, Blumenkohl 50 bis

5. Pig., Einmachgurken(100 Stück) 26 Mk.,

Rotkraut und Weißkraut je 4050 Pfennig.

p. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

2 2 2 22 3, 5 82 28 32 238 533 dat 8 8 8 235 Genet 1515 f 83 2 8 2 3 && 8 Fe 16 2 748,9 14, 10,1 82 W 2 10 18. C 742,1 18,2 8,5 75 WNW 2 3 19, 2% 454,1 13,2 7,9 70 wSsW 2 6 Sonnenschein ste Temperatur am 17. bis 18. Juli 1915 16,8. claei. e a üer Niederschlag: 0,8 mm. 1

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einmal zu durchmahlen und sie mit ein Drittel Kornmehl zu

Chäufte Esslöffel

oder 25 Gromm oder i Ksseelot mii 1 Lier kochendem Wosser berbroben oder kalt onsetren und lochen sossen] So zubereitet schmechi der Kriegs. Kornsrancꝰ em besten. Kriegs Kornsronck ist ene Nischung von verschiedenen gemohlenen Rohssossen. deren sorglsltige Zusommenstellungs dem Getränk ein besonders gutes Aromo veröchaffl.