Ausgabe 
(19.7.1915) 167. Erstes Blatt
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Italienischer Kriegsschauplaz. Das Geschützfeuer hält an allen Fronten an. Mehrere schwächere Angriffe auf Col di Lana wurden abgewiesen; der Feind erlitt starle Verluste. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 5 Ereignisse zur See. 5

Eines unserer Unterseeboote torpedierte und versenkte heute morgen südlich Ragusa den italienischen KreuzerGiuseppe Garibaldi. Der Kreuzer sank in 15 Minuten. Flottenkommando.

5 Der PanzerkreuzerGiuseppe Garibaldi lief 1899 vom Sta⸗ pel; seine Armierung bestand aus einer 25,4 Ztm., zwei 20 Ztm., vierzehn 15 Ztm., zehn 7,6 Ztm. und sechs 4,7 Ztm.⸗Geschützen: die Wasserverdrängung war 7400 Tonnen, die Besatzung bestand aus 556 Mann.

Zur Versenkung desGiuseppe Garibaldi.

Berlin, 19. Juli. In erfreulicher Weise mehren sich die Erfolge der österreichisch⸗ungarischen Unter⸗ seebgote, so heißt es in der Vossischen Zeitung. DerBer- liner Lokalanzeiger schreibt: Wieder ein italienischer Kreuzer ver⸗ senkt! Die Verluste der italienischen Flotte mehren sich in schneller Folge. Wir können gespannt sein, zu erfahren, wie die Italiener diesen neuen Verlust erklären und beschönigen werden. Es kann für erwiesen gelten, daß die natürliche Gestaltung der Küste nicht das ausschlaggebende Moment für die Erfolge der Umsichtigkeit und Tatkraft der verbündeten Marine das Verdienst zusprechen, die, weit entfernt, sich vor der italienischen Schiffsübermacht zu ver⸗ bergen, diese angreift, wo sie zu erreichen ist. Wir begrüßen deshalb die neuen Ruhmestaten unserer Verbündeten mit herzlicher Freude.

Der Vorstoß am Bugabschnitt.

Berlin, 19. Juli. An dem neuen kräftigen Vor stoß am Bugabschnitt hat, wie derBerliner Lokalanzeiger aus dem K. K. Kriegspressequartier meldet, die preußische Garde einen hervorragenden Anteil. Am 16. Juli wurde die Offensive aufgenommen. Stark befestigte russische Stellungen auf bewaldeten Anhöhen wurden dank der wirksamen Artillerievorbereitung mit geringen eigenen Verlusten in wenigen Stunden vom Feinde ge⸗ säubert. Am 17. Juli wurde Krasnostow in erbittertem Ge fecht im Sturm genommen und der Gegner von den nördlich dieses Einschnittes gelegenen, kunstvoll verschanzten Anhöhen vertrieben. Dadurch ist die wichtige Eisenbahnlinie Lublin Cholm gefährdet. Der in glänzender Stimmung kraftvoll vorgetragene Angriff bedroht auch die anschließende Front des Feindes. Die Beute belief sich allein am ersten Tage auf 3000 Gefangene und zahlreiche Maschinengewehre. Die Franzer nahmen

902, die Augustaner 602 Russen gefangen.

Neue schwere Verluste der Russen zwischen Pruth und Dnjestr.

Berlin, 19. Juli. Ueber neue schwere Verluste der Russen zwischen Pruth und Dujestr berichtet ein Tele⸗ gramm desBerliner Tageblattes aus Czernowitz vom 18. Juli: Der Feind erneuerte an mehreren Punkten zwischen Dnjestr und Pruth seine erbitterten Angrifse gegen unsere ausgezeichneten Stel⸗ lungen, wurde aber leicht zurückgeschlagen. Die vorwärts gewor⸗

fenen russischen Schwarmlinien wurden vollkommen vernichtet. Die

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Russen haben hier während zweier Tage mehrere Tausend Menschen verloren. Unsere Truppen setzten ihren Vormarsch am nördlichen Ufer des Dnjestr fort. Der russische Bericht. Petersburg, 17. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Gene⸗ ab des Generalissimus teilt mit: Nach Kämpfen gegen unsere en besetzte der Feind am 15. Juli das rechte Ufer der se Windau und Wenta; er setzt in einigen Ab⸗ itten die Bewegung gegen Osten fort An der Front jenseits des Niemen unternahm der Feind in der Nacht zum 5. Juli einen Angriff nordöstlich der Stadt Suwalki, ber dem Dorfe Glubekpyrow, wo er sich eines Teiles unserer Verschanzungen be⸗

mächtigte; er wurde jedoch durch unseren Gegenangriff verjagt.

An der Narewfront wurden unsere Truppen in der Nacht zum 16. Juli zwischen Pissa und Orzyk zu⸗ rückgezogen, um eine geschlossenere Stellung am rechten Na⸗ rewufer einzunehmen. In dem vorerwähnten Abschnitt unternahm der Feind örtliche Angriffe. Zwischen Pissa und Ochwa, westlich des Orzyk⸗Flusses, greifen beträchtliche feindliche Kräfte die Front des Dorfes Podissie und ies Am Vormittag des 15. Juli wurden zwei starke Angriffe der Deutschen gegen die rechte Flanke der genannten Abschnitte und gegen die Dörfer Ploniavy, Bramura und Swiaschtschennais

mit großen Verlusten für den Feind zurückgeschlagen. Im Zentrum,

in der Gegend des Dorfes Zbikpi, machte der Feind leichte

Fortschritte, aber die Vorwärtsbewegung wurde aufgehalten,

Am linken Flügel scheiterte ein Vorstoß der Deutschen, welche in

der vorhergegangenen Nacht den Abschnitt Grabowi⸗Opinagura angriffen, 400 Schritt vor unserer Front. Zwischen Ciecha n ow

und Wychorod fanden Vorpostengefechte statt. An dem linken Ufer der Weichsel, nördlich der Pilica, Gewehrfeuer. Südlich

zogen werden.

der Pilica versuchte der Feind am 15. Juli die Offensive auf beiden, nordwestlich und westlich nach Radom führenden Straßen, wurde aber durch unseren Gegenangriff zurückgeschlagen. In den

anderen Abschnitten fanden Wachtpostenscharmützel statt.

Zwischen Weichsel und Wieprz ist die Lage unverändert. Aweben Wieprz und Bug sowie im Bugabschnitt unterhalb Kytietyropal fanden kräftige Vorhutgeplänkel statt. In der Gegend des Dorfes Brabowetz, sowie südlich Grobsschow und am Bug un⸗

terhalb Sokal entspann sich ein Kampf. Am Unterlauf der Zlo⸗

ta⸗Lipa heftiges Artillerie- und Gewehrfeuer. An der Mün⸗

dung dieses Flusses schlugen wir einen feindli Angriff ab.

Am Dujestr dauern die Kämpfe fort. Unsere Truppen greifen

1 feindliche Gruppen an, die den Dujestr bei Iwanje und Gro⸗ k überschritten haben.

Im Schwarzen Meere nahmen unsere Torpedoboote einen Kampf gegen die jüngst errichteten Batterien von Zungul⸗ dak au; sie zerstörten zwei Dampfer und mehrere Barken mit Koh⸗ len. Eines unserer Unterseeboote versenkte am Eingang des Bos⸗ porus einen Dampfer mit Ladung. Dasselbe Unterseeboot zerstörte mehrere Segelschiffe.

Zum Rückzug der Russen.

Kopenhagen, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Nach demRußkoje Slowo besagt der Befehl des Höchstkomman⸗ dierenden, daß das private Eigentum in den vom Heere geräumten Gebieten nur dann vernichtet wer⸗ den soll, wenn es entweder dem Feinde nützen oder die Operationen des russischen Heeres stören würde.

Kopenhagen, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die

Industrie Finlands soll, wieRußkoje Slowo be⸗

richtet, zur Lieferung von Kriegsmaterial herange-

Hindenburg beim Kaiser.

Aus Anlaß der jüngsten Begegnung des Kaisers mit Feldmarschall v. Hindenburg im Posener Schloß schreibt dasPosener Tageblatt: Auch diesmal wurde Hindenburg, der aus seinem Hauptquartier vom Kaiser nach Posen befohlen worden war, von dem Monarchen mit einer Auszeichnung und Liebenswürdigkeit behandelt, daß der erfolgreiche Heerführer auch den jetzigen Posener Aufent⸗ halt in steter und dankbarer Erinnerung behalten wird. Er wurde bei seiner Ankunft durch ein kaiserliches Automobil

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gebracht, hier vom Oberhofmarschall des Kaisers empfangen und zu Seiner Majestät 1 Hindenburg wurde dann zur kaiserlichen Frühstückstafel befohlen, bei der sowohl der Kaiser wie die Kaiserin ihrer besonderen Wertschätzung gegenüber Exzellenz v. Hindenburg in der huldvollsten Weise Ausdruck gaben. Eine besondere Aufmerksamkeit wird er darin erblicken, daß ihm als Gastzimmer dieselben Räume angewiesen worden waren, die i durch seinen monate⸗ langen Aufenthalt während des letzten Winters lieb und vertraut geworden waren und von denen aus die Befehle zu den wichtigen Vorgängen auf dem ee platz ausgegangen waren. Daß bei der Anwesenheit Hinden⸗ burgs in 32905 auch eine mündliche Aussprache des Kai⸗ sers mit ihm über die Kriegslage stattgefunden hat, und daß das ein für den ganzen Feldzug bedeutsames Ereignis war, ist selbstverständlich.

Vom österreichisch⸗ungarischen Landsturm.

Wien, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die Muste⸗ rung der 1865 bis einschließlich 1872, sowie der seinerzeit vorzeitig aus der Landsturmpflicht ausgeschiedenen 1873 oder 1874 geborenen Landsturmpflichtigen wird vom 29. Juli bis 30. September durchgeführt. Die Einberu⸗ fung der bei der Musterung als geeignet Befundenen zur Dienslleistung wird zu einein späteren Zeitpunkt erfolgen.

Ein französischer Kritiker der Russen.

Paris, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich) ImEclair ver⸗ öffentlicht General Perrot einen Artikel, welcher der russischen Botschaft vorgelegen hat. Er behandelt die Schlacht in Polen und wendet sich gegen die viel verbreitete Auffassung, daß die deutsche Offensive nunmehr aus der nordwestpolnischen Front vorbreche. P. ist davon überzeugt, daß der Stillstand der Armeen Mackensens nur erfolgte, um erst den Bau strategischer Feldbahnen für den Nachschub auszuführen. Wären die bei Lublin und Cholm stehen⸗ den deutschen und österreichisch-ungarischen Armeegruppen weiter vorgestoßen, so hätten sie sich zu weit von der Nachschubs⸗Basis ent⸗ fernt. Man müsse von einem so glänzenden Heerführer, wie Macken⸗ sen, so schreibt Perrot, annehmen, daß er die Schwierigkeiten in Berechnung gezogen hat. Deshalb baue Mackensen anscheinend Eisenbahnen. Der Bau dieser Linien würde etwa 40 Tage er⸗ fordern. Vermutlich sei er schon bis hinter die deutsch⸗österreichisch⸗ ungarische Frontlinie gediehen. Man dürfe deshalb erwarten, daß in den allernächsten Tagen die Armeegruppen Macken⸗ sensden Angriff aufder ganzen Front vortragen. Im Falle einer russischen Niederlage an dieser Stelle würden die ganzen Verteidigungs bedingungen für das rus⸗ sische Heer über den Haufen geworfen und dieses in eine sehr ernste und schwierige Lage kommen. Es sei höchste Zeit, 21 die russische Heeresleitung eine Lösung aus dieser Klemme inde.

Der neue Oberprokurator des heiligen Synods.

Petersburg, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Mitglied des Reichsrates Samarin ist zum Oberprokura⸗ tor des Heiligen Synod ernannt worden.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 17. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier gibt bekannt: An der Dardanellen⸗ front unterdrückte der Feind am 15. Juli bei Ari Burn uf mit Mühe von unseren Bomben in den Schützengräben hervorgeru⸗ fene Brände. Am Nachmittag beschoß ein englischer Kreuzer unter dem Schutze von Torpedobooten und Minensuchern vergeb⸗ lich aus der Ferne unsere Stellungen bei Kaba Tepe auf Grund von Angaben, die ihm aus einem Fesselballon gemacht wurden Bei Sedd⸗ül⸗ Bahr beschoß die feindliche Artillerie wirkungs⸗ los eine Stunde unseren rechten Flügel. Seit zwei Tagen trans⸗ portiert der Feind e in mehreren Hospitalschiffen ab, die westwärts fahren. In der Nacht des 15. Juli vertrieb unsere Küstenartillerie feindliche Torpedojäger, die sich dem Kerevesdere näherten. Wir stellten am 15. Juli fest, daß der Feind Hospital⸗ schiffe zum Transport und zum Landen der Truppen benutzt.

An der Front im Irak erhielt der erfolgreich aus Kakatalnoj westlich Corna zurückgeschlagene Feind Verstärkungen, worauf er am 14. Juli unsere Stellungen anr Euphrat angriff. Der Kampf dauerte erbittert bis zum folgenden Abend an und endete mit einer Niederlage des Feindes, der besonders stark gelitten hat. Auf unserem rechten Flügel floh er in Unordnung. Mit Hilfe der Truppen, die er auf Barken auf dem Euphrat in den Kanälen vor⸗ trieb, versuchte der Feind von hinten sich unserem rechten Flügel zu nähern und ihn zu umfassen. Dank der Widerstandskraft und den Gegenangriffen unserer Truppen und Freiwilligen wurde er in den Euphrat getrieben. Diejenigen Engländer, die sich nicht einbooten konnten, flohen, Waffen und zwei Maschinengewehre in das Wasser werfend. Während des Kampfes wurden über 1000 Feinde getötet. Unter den Toten be⸗ finden sich der englische Oberbefehlshaber und zwer andere Offiziere. Wir erbeuteten 32 Barken und 200 Gewehre und Bajonette. Ferner eine Menge Munition, Pioniergerät und Offi⸗ ziersferngläser. Nichts Wichtiges auf den anderen Fronten.

Künstliche Begeisterung in England.

London, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der 4. August soll als Tag der Kriegserklärung in allen Städten des britischen Reiches durch Versammlungen begangen werden, in denen eine amtlich genehmigte Resoluttron genehmigt werden soll, wonach die Versammlungen den unbeugsamen Ent⸗ schluß bekunden, den Krieg zur Verherrlichung der Ideale der Freiheit und Gerechtigkeit zu einem siegreichen Ende zu führen.

London, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Gestern fand in London eine große Kundgebung von Frauen statt, um das Recht auf Arbeit für das Vaterland zu verlangen, Etwa 40 000 Frauen aller Stände zogen nach Whitehall, wo Lloyd George eine Ansprache hielt, in der er sagte, daß bereits 50 000 Frauen in den Munitionsfabriken tätig seien.

* New⸗Yorker Kundgebungen für eine wirkliche Neutralitätspolitik.

Berlin, 19. Juli. DemSt. Gallener Tageblatt wird laut Vossischer Zeitung unter dem 28. Juni aus New Pork ge⸗ meldet: Seit Wochen hat die ententefreundliche Presse die Tatsache systematisch totgeschwiegen, daß eine Riesenkundgebung zu⸗ gunsten einer wirklichen Neutralität der Ver- einigten Staaten und für ein Verbot der Waffen⸗ aus fuhr geplant war. Von dem frühen Abend an bewegte sich am 24. Juni ein immer mehr anschwellender Menschenstrom nach der Halle, in der die Kundgebung stattfinden sollte. Um 8 Uhr waren sämtliche 12000 Plätze besetzt, und 3000 Personen standen in den Straßen. In weitem Umkreise drängten sich Zehntausende um die Rednertribünen. An der Massendemonstration, für die nur durch die deutsche Presse Propaganda gemacht worden war, nahmen über 100 000 Personen teil.

Weiter heißt es in dem Brief: Mehr als 1000 Importeure, die von Deutschland und Oesterreich⸗-Ungarn Waren im Werte von 50 Millionen Dollars erwarben, diese aber wegen der berüchtigten Ordre in council König Georgs nicht erlangen können, sind nun in energischer Weise bei dem Staatssekretär Lansing vorstellig geworden. In der letzten Woche kam eine Depesche aus Georgich an, daß beide Häuser der Legislatur eine Resolution angenommen

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qutwillig die Staaten aufgebe. 5 London, 18. Juli(WTB. Nichtamtlich.) meldet aus Washington, N ein en e susch gemacht, eine Sondertagung des Ko Eee r zusetzen, um die Ausfuhr von Munition und Kriegsvorrö die Alliierten gesetzlich zu verbieten. Ein täglich wachsender werde auf das Staatsdepartement ausgeübt, damit dieses für di amerikanischen Rechte einstehe. i 725 9

Eine Verfügung der deutsch⸗belgischen Verwaltung. Brüssel, 18. Juli.(WTB Nichtamtlich) Der General⸗ gouverneur erläßt folgende Bekanntmachung: Wer es unternimmt, im Alter zwischen 16 und 40 Jahren Belgien ohne die vorgeschrie⸗ bene Erlaubnis zu verlassen und wer es unternimmt, Belgien zu verlassen, um in die Dienste eines dem deutschen Reiche feindlichen Staates oder in ein Unternehmen des Auslandes einzutreten, von dem anzunehmen ist, daß es für die dem deutschen Reiche seind⸗ U lichen Staaten Kriegsbedarf herstellt, wird, sofern nicht nach den Gesetzen des deutschen Reiches eine härtere Strafe verwirkt ist, mit Gefängnis bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe bis zu 10000 Mark oder mit beiden zusammen bestraft. Die gleiche Strafe trifft den⸗ jenigen, welcher hierzu auffordert oder es begünstigt. 4

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Der Seekrieg. 47 J Die englische Untersuchung über die Torpedierung derLusitania.

London, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Gerichtshof, der die 1 über den Untergang derLusitania führte, hat sein Urteil gefällt Lord Marsey sagte, das Gericht habe gefunden, daß der Vealust des Schiffes einer Havarie zuzuschreiben ist, die durch deutsche Tor⸗ pedos verursacht worden sei. Diese Handlung ist geschehen in der Absicht, das Schiff zu versenken und auch die darauf befindlichen Menschenleben zu vernichten. Die N des Schiffes war von gewöhnlicher Art, aber ein Teil bestand aus einer Anzahl von Kisten mit Patronen. Diese Munition war im Schiffsmanifest angegeben, und war efähr 50 Yards von der Stelle verstaut, an der die Torpedos trafen. Andere Explosiv⸗ stofse waren nicht an Bord. Die deutsche Regierung sagt, die Lusitania habe verborgene Kanonen, ausgebildete Kanoniere besondere Munition an Bord gehabt. Ferner ist gesagt worden, sie habe kanadische Truppen befördert und die amerikanist setze seien verletzt worden. Diese Behauptungen sind unrichti⸗ nichts als Erfindungen. Die deutschen Drohungen vor der Aus⸗ fahrt der Lusitania sind ein erschwerender Um und diese haben klar gezeigt, daß der Plan mit Absichtlichkeit ausgeheckt wurde, als der Dampfer abfuhr. Die Drohungen wurden von den Passa⸗ gieren nicht ernst genommen, weil diese geglaubt haben, ein Mord⸗ anschlag. wie die Zerstörung ihrer Leben, könne nicht in der Ab⸗ sicht der deutschen Regierung gelegen sein. Aber die haben sich ge⸗ irrt und das Schiff ist ausgefahren. Das Gericht erkannte, daß zwei Torpedos ohne Warnung das Schiff getroffen haben. Die deutsche Regierung, die den Angriff angeordnet hat, sich in Widerspruch zum Völkerrecht und zu den Kriegsgebräuchen der zivilisierten Länder gesetzt. Es war ein vorbedachter Mordanschlag auf die Passagiere. Alles wurde 2 um die Menschenleben retten. Der Kapitän ist nicht zu ln. Die Schuld haben 5 die das Verbrechen ausgeheckt und die es begangen haben.

aEine Anzahl Kisten mit Patronen, wieviele wird bezeichnenderweise nicht gesagt, aber daß esein Teil der Ladung war, ist immerhin vielsagend. Für uns ist diese Untersuchung natürlich in keiner Weise maßgebend, und das hochtrabendeUrteil kann nur belächelt werden.

London, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. In der mit dem 17. Juli endige den Woche wurden vier Schiffe mit einem Gesamtinhalt von 10016 Tonnen zum Sinken gebracht, drei durch Unterseeboote, eines durch eine Mine. Außerdem wurden sechs Fischdampfer torpediert. Die Anzahl der Schiffe, die die englischen Häfen anliefen, oder aus ihnen ausfuhren, beziffert sich auf 1380. 4 7

Rotterdam, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Nieuwe Rotterdamsche Courant meldet aus London: Der norwegische PostdampferVega ist gestern mittag ohne Ladung aus Bergen in Newceastle angekommen. Er war von einem deutschen 0 gen worden, seine Ladung von 200 Tonnen Salz, Fäs⸗ sern Butter und 4000 Kisten Sardinen in die See werfen. Dasu-Boot blieb neben dem Schiffe und der Kom⸗ mandant überwachte die Ausführung des Befehls. Es ist das erstemal, daß dieVega, die jede Woche die Nordsee durchfährt, angehalten wurde.. 3

London, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Ein holländischer Dampfer lan⸗ * 9

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dete in Aberdeen die Besatzung des ru DampfersBalva, der am Freitag auf der Höhe Shetland⸗Inseln von einem deutschen Unterseeboot tor⸗ pediert wurde. f 105 g Paris, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) DieAgence Havas meldet aus New Pork: Ter PostdampferOr⸗ duna mit zwei Amerikanern an Bord ist in New Port einge⸗ troffen. Die Passagiere erzählen, daß dieOrduna am 9. Juli von einem deutschen Unterseeboot angegriffen wor⸗ den sei. Ein Torpedosckuß und Granaten hätten ihr Ziel verfehlt. Der Bericht des Kapitäns besagt, daß der Angriff 37 Meilen süd⸗ lich von Queenstown erfolgt sei. Es sei keine vorherige gegeben worden. Die Passagiere hätten geschlafen. Sie seien ge⸗ weckt und auf Deck versammelt worden. Jeder habe einen Rettungs⸗ Ser deen pere dated een kene ae dee er Kapitän ie unkentelegrap ö 1 Geschichte klingt

Tie Zahl der Passagiere habe 227 betragen.(Die reichlich abenteuerlich.) 4 15 18 N* ö

Eine Rede des schwedischen Ministerpräsidenten.

Stockholm, 18. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Svenska⸗Tel 5 In rt des Ministers des Neußern empfing Ministerpräsident Hammerskjöld gestern eine Abordnung, welche die von dem Allgemeinen schwedischen Frie⸗ denskongreß in Varberg angenommenen Beschlußanträge Über⸗ reichte. Hierbei erklärte der Ministerpräsident: In Uebereinstim⸗ mung mit den Neutralitätserklärungen und den vom König a gegangenen unzweideutigen Kundgebungen ist es unser heißer, Aten den Frieden zu bewahren, uns es ist unsere Pflicht, mit allen Kräften hierfür zu wirken. Aber wir rechnen auch mit Eventualitäten, in denen die Aufrechter hal⸗ tung des Friedens 7 aller Bemühungen für

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K e.

Schweden nicht mehr möglich ist. Welches diese Even⸗ wwalttäten in diesem Weltkriege sind, wäre aus verschiedenen Ge⸗ sichtspunkten e. jetzt anzugeben. Gewiß ist es, daß es

außer dem äußersten Falle einer feindlichen Invasion in unser gend auch r älle gibt, die als diesem gleichbedeutend in Betracht gezogen werden müssen. Der Ministervräsident sprach die Hoffnung aus, daß diese Neutralitätspolitik in allen Lagern des schwedischen Volkes und bei allen politischen Parteien eine mächtige Stütze finden werde. Er wolle nicht glauben, erklärte Hamerskjöld, daß die schwedischen Friedensfreunde, die kräftig gegen Mißstände auftreten, auch gegenüber drohenden äußeren Mißständen, die nur mit Gewalt abgewehrt werden könnten, eine einfache Friedenspolitik empfehlen würden, die darin bestände, alles zu ertragen, ohne etwas für Schwedens Recht und Freiheit ein⸗

haben, in der Präsident Wilson aufgefordert wird, zu Re⸗

vom Bahnhofe abgeholt und nach dem kaiserlichen Schlosse

pressalien gegen Großbritannien zu schreiten, falls dieses nicht

zusetzen. Es wäre in der Tat gefährlich, wenn Muse pe des Krieges als wünschenswert die Vorstellung 4 sa brd,

Schweden den Krieg wünsche. Aber gleichzeitig wäre