Ausgabe 
(17.7.1915) 166. Erstes Blatt
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ner mehr daz n iten der Städte selbst als 2 i eten. Unter den gegebenen een und bei den außerordentlich schwankenden und ungewissen . an denen die ganze Frage gemessen werden muß, scheint dies der einleuchtendste Ausweg zu sein. Man wird unter diesen Gedanken in Gießen von seiten der Stadtverwaltung demnächst mit dem Verkauf von Kolonialwaren, wie Reis, Gries, Graupen, Teig⸗ waren usw. aus den Beständen eines großen von der Stadt erworbenen Lagers beginnen. Ebenso wird von der Stadt die Versorgung mit Zucker in die Hand genommen werden. Die Verkaufsstelle sowie die Tage, an denen der Verkauf erfolgt, werden noch näher bekanntgegeben werden. Ferner werden von der Stadt demnächst voraussichtlich größere Mengen von. erworben und zum Ver⸗ kauf gestellt werden. Man hat ferner im Lebensmittelaus⸗ schuß Schritte getan, um sich einen Anteil an der wieder begonnenen Eiereinfuhr aus Galizien zu verschaffen. Des weiteren werden Maßnahmen ergriffen werden, um die Gemüsepreise, die ausgerechnet in Gießen mit seinen überaus günstigen Verkehrsbedingungen um 30 Prozent höher 7 als in Darmstadt, Mainz, Worms usw., auf ein erträgliches Maß zurückzuführen. Der Verkauf von Dauer⸗ ware soll fortgesetzt werden.

Die Fischnahr 8 zu deren Einführung man sich an den beauftragten Stellen so viel Mühe gibt, stößt hier einstweilen leider immer noch auf das gänzlich ungerecht fertigte Vorurteil der Bevölkerung. Alle, die Gelegenheit hatten, den bisher veranstalteten Kochproben beizuwohnen, stimmen darin überein, daß der 1 4 als Volksnah⸗ rungsmittel von vielseitiger und billiger Verwendbarkeit weiteste Verbreitung verdient. Vielleicht wird seiner Ein⸗ bürgerung in Kürze die Einrichtung der zweifleisch⸗ losen Wochentage, am denen es untersagt ist, Fleisch su verkaufen, zu Hilfe kommen. Jedenfalls seien auch an

er Stelle noch einmal die am 2 und Dienstag 2 Fischkochanleitungen dring in Erinnerung

Von einer Erhöhung der Milchpreise ist, wie wir

en, vorläufig nicht die Rede, der Teuerung der Kraft⸗

ttermittel tritt die berechtigte Hoffnung auf reichere Grün⸗ futtererträge wirksam entgegen.

Von manchem wird es willkommen geheißen werden, daß vom 26. Juli ab der schwer arbeitenden Bevölkerung 1 eine höhere Brotmenge bewilligt wird. Es sollen bisher in Gießen 700 entsprechende Gesuche ge⸗ stellt worden sein. Das Mehr beträgt pro Kopf und für 8585 Wochen 700 Gramm Mehl oder 1000 Gramm Brot.

diesem Zusammenhang ist es weiter nicht ohne Interesse, 1 daß vom 21. Juli ab die Brotlieferung an

hiesige Garnisonverwaltung und in absehbarer Zeit 7 an das Gefangenlager von dem zuständigen Proviantamt übernommen werden wird. Die Bäcker werden also in der erfreulichen Lage sein, der Brotversorgung der Zivilbevölkerung wieder mehr Sorgfalt und Aufmerksamkeit zuzuwenden. Schließlich sei noch erwähnt, daß vom Donnerstag ab laut polizeiamtli Bekanntmachung die sehnlich erwartete und von den Sta ordneten schon vor mehreren Wochen vorgeschlagene Verbesserung der Marktordnung in Kraft getreten ift wonach der gewerbsmäßige Einkauf von Gegenständen des. die von außerhalb zum Markte gebracht werden, während des ganzen Markttages auf dem Marktplatze und außerhalb n verboten ist. Diese Bestimmung wird ganz wesentlich dazu beitragen, hemmend auf die Preissteigerung an den Wo ärkten 1 5 die bisher von den Händlern, die ganze Artikel aufkauften, mitverschuldet wurde. Ueber die Fleischpreise wurde bereits kürzlich im Gieffener Anzeiger eine kurze Betrachtung angestellt.

Daß wir in Deutschland hinsichtlich der Lebensmittel- versorgung durchhalten können und werden, ist festgestellt und bedarf keines Beweises mehr. Die vornehmste Aufgabe der Verantwortlichen ist es nun, dafür zu sorgen, daß die vorhandenen Lebensmittel zu gerechten und erschwinglichen Preisen dem Volke zugeführt werden. Die Maß⸗ n en, die man bei uns in Gießen im Rahmen des einst⸗ weilen Möglichen getroffen hat, verdienen daher eine ver- ständnisvolle Begrüßung. Durchgreifen kann freilich das Vorgehen einzelner Gemeinden nicht; das wäre nur von einem Machtworte höherer und höchster Instanzen zu er⸗ hoffen. Viel aber wäre gewonnen, wenn diejenigen, die es angeht, eine ganz gründliche patriotische Gewissens⸗ erforschung anstellten. Sonst wird eines Tages die Zeit kommen, wo man die Schuldigen nicht mehr nach ihrer Willkür schalten läßt, sondern mit Fingern auf sie weist als auf Leute, die die Not des Vaterlandes zu verwerflichem Gewinn mißbrauchten. 5

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*Das Eiserne Kreuz erster Klasse im 18. Armeekorps. Nach der jüngsten Zusammenstellung des Wolffschen Telegraphenbureaus erhielten folgende An- gehörige des 18. Armeekorps das Eiserne Kreuz 1. Klasse: Oberstlt. Rothardt, Major Nickisch von Rosenegk, ch. Major Irhr. Geyr v. Schweppen⸗ burg, Hauptm. 8 Lt. v. Frankenberg und Ludwigsdorf, K. W. Haupt. Bruckmann.

* Generalleutnant z. D. Klingelhöffer⸗ Gießen hat das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten.

* Jugendwettkämpfe. Das Wettschwim⸗

4 men, der erste Teil der heute beginnenden Jugendwett kämpfe, beginnt heute Samstag um 3 Uhr in der Müller- schen Badeanstalt. um Wetturnen wird Sonntag um

1% Uhr in Oswaldsgarten 9 und um 2 ft pünkt⸗

lich zur Hardt abmarschiert. Besondere Kleidung ist für die Turner nicht vorgeschrieben. Die Veranstaltungen sind für jedermann zugänglich. Für den Fall einer nötig werdenden Verlegung der Wettkämpfe werden Anschläge an der Bürger meisterei und dem Hause desGieß. Anz. gemacht werden.

* Ernst Moritz Arndts politische Ansichten behandelte am Donnerstag in der Reihe der akademischen Kriegs⸗ vorträge Professor Dr. Collin. Vieles von dem, was Arndt i., seinen politischen Schriften ausgesprochen hat, das hat durch die Ereignisse der 5 7 neue Bedeutung und neues Leben empfangen. Er ist 1769 geboren, in demselben Jahre wie Napo⸗ leon, den er so grimmig befehdet, und 1860 gestorben, da Bis⸗ marck bereits an der Arbeit und in Preußen eine neue Zeit im Anbruch war. Seine politischen Schriften begleiten so die großen geschichtlichen 0. 70955 vom Ende des zweiten Koalitionskrieges

gegen Frankreich(1802) bis zum Krimkrieg(1854). Sie alle durch⸗ lüht das Feuer der Liebe zum Vaterlande und der Haß gegen feine äußeren wie inneren Feinde, eine unerschütterliche Zuver⸗ sicht auf seine große Zukunft; was sie uns aber heute besonders merkwürdig macht, ist der prophetische Geist ihres Verfassers. In die Zeit der Erniedrigung und Erhebung Deutschlands führen uns die vier Teile seiner künstlerisch am wertvollsten Schrift Geist der Zeit, Ein bestimmteres Ziel und einen festeren rund erhielt seine Wirksamkeit, als er in ein näheres Verhält- nis zu dem vom Stein getreten war und die Aufgabe

erhalten hatte, dessen tapfere Politik in Flugschriften zu vertreten. Die 1 r unter ihnen sind: Der Rhein, Deutsch⸗ lands Strom, aber nicht Deutschlands Grenze (1813 und Ueber Preußens Rheinische Mark und über Bundesfestungen(1815). Was er in ihnen fordert, ist die uralte, durch Art und Sprache gekennzeichnete germanische Grenze, die von Vogesen, Jura und Ardennen gebildet wird, und für Preußen, dessen großen geschichtlichen Beruf er mit größtem Nachdruck verficht, die Wacht am Rhein, Mainz und Luxemburg als feste Stützpunkte Am meisten aber verdienen heute unsere Teilnahme die beiden Schriften, die er verfaßt, da Belgien sich von Holland losgerissen und unter dem Schutze der Westmächte Frankreich und England ein vollständiges Königreich geworden war: Die Frage über die Niederlande und die Rheinlande(1831) und Belgien, und was daran 8(1834). Als Arndts politisches Vermächtnis kann man seine letzte bedeutende Abhandlung Pro populo Germanico (1854) betrachten, reich an politischer Weisheit, treffenden Urteilen über die Völker und an prophetischen Gedanken, die in diesem Krieg Wirklichkeit geworden sind.

* Anlage⸗Musik. Nach längerer Pause findet morgen vormittag 11½ Uhr in der Süd⸗Anlage wieder Konzert statt, das von der Kapelle des Landsturm-Ersatz⸗Bataillons ausgeführt wird. Die Spielsolge verzeichnet folgende Stücke: Finale g. d. Op. Prinz Eugen der edle Ritter von Schmidt: Fantasie a. d. Op.Das Glöckchen des Eremiten von Maillarts; Wer hat euch denn ge⸗ traut? Lied aus der OperetteDer Zigeunerbaron von Strauß; Meine Königin, Walzer von Coote:Die fleißige Berta, Inter- mezzo mit Text(neu) von Chr. Hüttenberger, Gießen; Auf dem Niederwald! Patriotisches Potpourri von Munkelt.

Die silberne Hochzeit seiern am Montag, den 19. Juli, die Eheleute Schutzmann Schmidt J.

Landkreis Gießen.

Heuchelheim, 16. Juli. Im Kampfe fürs Vaterland fielen anfangs dieses Monats auf galizischem Boden Landwirt Landwehrm. Fried. Löber und der ebensalls von hier gebürtige, jahrelang in Darmstadt als Kaufmann tätig gewesene Ers.-Res. Karl Henkelmann, beide dem Res.-Inf.-Regiment 221 zu- geteilt. Sie sind das 19. bezw. 20. Kriegsopfer aus unserer Ge- meinde. Die zum Besten der Nationalstiftung in unserem Orte vorgenommene Haussammlung ergab rund 423 MBk.

[ Hausen, 16. Juli. Bis heute wurden von hier 72 Leute unter die Waffen gerufen. Gefallen sind 5 und vermißt 4 Kriegs- teilnehmer. Die Zahl der mit dem Eisernen Kreuz Ausgezeich- neten beträgt 4, die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielten 2.

Watzenborn, 16. Juli. Feldwebel Ludwig Harnisch im Reserve-Insanterie-Regiment 81, früher im Infankerie-Regiment Kaiser Wilhelm 116, erhielt die Hessische Tapferkeits⸗ medaille. Harnisch, der seit Anfang des Krieges im Felde ist, erhielt das Eiserne Kreuz bereits im Oktober vorigen Jahres.

Kreis Schotten. Groß-⸗Eichen, 16. Juli. Dem Unteroffizier der Reserve Postsekrekär Karl Faust von hier wurde die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille verliehen.

Aniversitäts⸗ Nachrichten.

[[ Marburg, 16. Juli. Dem Ordinarius und Direktor des pharmazeutisch-chemischen Instituts, Geh. Regierungsrat Prosessor Dr. Ernst Schmidt, der am 13. Juli seinen 70. Geburtstag feiern konnte, wurden eine Menge Glückwünsche und Ehrungen zuteil. U. a. wurde ihm von der Braunschweigischen Technischen Hochschule Carola-Wilhelmina in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um den Ausbau der pharmazeutisch-chemischen Industrie und seiner vorbildlichen Tätigkeit als akademischer Lehrer der Titel Doktor- Ingenieur ehrenhalber verliehen. Geh. Rat Schmidt, der hier auch das Amt eines Vorsitzenden der pharma- zeutischen Prüfungskommission versieht, ist Ehrenmitglied des deutschen Apothekervereins.*

Vermischtes.

Ein Ortan in Rußland.

Berlin, 17. Juli. DieKölnische Zeitung meldet aus Kopenhagen: Ein furchtbarer Orkan richtete nach Meldungen aus Petersburg an vielen Orten Südruß⸗ lands große Verheerungen an. In der Umgebung von Sebastopol wurde die halbe Ernte vom Regen vernichtet. In mehreren Ortschaften Transkaukasiens wurde ebenfalls die ganze Ernte vernichtet. Jeder Verkehr ist unterbrochen. Die Schulen mußten geschlossen werden.

Der falsche Flieger André.

Bern, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Aus Rom wird ge⸗ meldet: Der Betrüger, der sich hier für den französischen Flieger André ausgegeben hat, wurde wegen Betruges und Führung von falschen Titeln zu 17 Monaten 5 Tagen Gefängnis, 700 Lire Geldstrafe und 200 Lire Kosten verurteilt.

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Berlin, 16. Juli. DieVossische. meldet aus Mülheim(Ruhr): Der Industrielle Josef Thyssen, ein Bruder des Großindustriellen August Thyssen, geriet heute nacht in den Fabrikanlagen zwischen zwei Eisenbahnwagen. Die Puffer drückten ihm den Brustkorb ein, so daß der Tod eintrat.

Börsen⸗Wochenbericht.

Frankfurt a. M., 16. Juli.

Die Grundstimmung im freien Verkehr der Börse war auch in der abgelaufenen Woche vorwiegend fest und das Geschäft trug zeitweise einen recht lebhaften Charakter. Eine Stütze hatte die zuversichtliche Haltung zunächst wieder in der fortschreitend günstigen militärischen Lage an allen Fronten, dann aber auch in den befriedigenden wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnissen. Die Bedenken, die neuerdings wegen der Haltung Rumäniens auftraten, wurden durch die Erfolge in den Argonnen und an den Dardanellen, die Ernüchterung in Serbien und Mon⸗ tenegro, sowie durch die fortschreitende Entmutigung in Rußland und die österreichische Note an Amerika wegen der e von Kriegswaffen zurückgedrängt. Auf wirtschaftlichem Gebiet wird von der zwangsweisen Neubildung des Kohlensyndikats eine günstige Wirkung auf andere Verbände der Schwerindustrie er- wartet und die Spekulation gibt der Ansicht Ausdruck, daß von dem Eingriff des Bundesrats die reinen Kohlenzechen aus der Neu⸗ ordnung Vorteil ziehen werden. Im übrigen weisen die Verhältnisse in der Montan in dustrie eine größere Ver⸗ änderung gegenüber der Geschäftslage in den letzten Wochen nicht auf. Daß gegenüber neuen Abschlüssen eine gewisse Zurückhaltung besteht, ist erklärlich aus der voraufgegangenen lebhaften Verkaufs⸗ tätigkeit. Die Mehrzahl der Verbraucher hat sich, nachdem der Verkauf für das dritte Quartal freigegeben war, so ziemlich ein⸗ gedeckt. Andererseits lehnen die Werke es vorläufig auch noch ab, zur Lieferung über den 30. September hinaus zu verkaufen. Da noch nicht feststeht, ob und in welchen Umfange von seiten der Rohstoffverbände weitere Preissteigerungen vorgenommen werden. So beabsichtigt das Kohlensyndikat, vom 1. September ab nicht allein die Kohlenpreise um etwa bis 2 Mark zu erhöhen, sondern auch den Kokspreis um etwa 2 Mark hinaufzusetzen Die Folge würde ein weiteres Anziehen auch der Roheisenpreise sein, zumal, weil auch für Erze eine zunehmende Höherbewertung vor sich geht. Im Durchschnitt sind die Werke mit etwa 60 bis

65 Prozent des normalen Satzes auch weiterhin be⸗ chäftigt, sofeyn nicht Arbeitermangel störend wirkt. ontan papiere konnten infolgedessen auch in dieser

Woche ihre feste Haltung bewahren, wenn auch das Geschäft darin in ruhigeren Bahnen sich bewegte. Mit sichtlicher Begeiste⸗ rung wandte sich die Spekulation dagegen weiterhin den Rü⸗ stungswerten zu, deren Kurse zum Teil eine schwindelnde Höhe erreicht haben. Wie weit sich die jetzige, über den früheren Friedensstand bedeutend hinausgehende Bewertung solcher Papiere sachlich begründen läßt, muß die Zukunft erweisen. Zu betonen

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ist, daß die Börse im allgemeinen nur von Aktien bestbegründeter

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Kurer regen im Aurel fer. sind. Daß

indessen im Wertpapierverkehr in ernster Kriegszeit sich überhaupt g

derartige Ueberstürzungen vollziehen, muß immerhin als eine be⸗ dauerliche Erscheinung gelten. Von den Kriegsmaterialwerten er⸗ 4 zielten die Aktien der Taimler⸗Motoren⸗Gesellschaft und der 1 Rheinischen Metallwarenfabrik besonders starke Kursgewinne. Auch 0 Benz erzielten eine größere Steigerung. Starke Nachfrage herrschte für die Aktien chemischer Fabriken, namentlich für Griesheimer, Höchster und Holzverkohlung. Banken und Schiffahrts⸗ aktien lagen ruhig, doch fest. Für inländische Anleihen erhielt sich im Zusammenhang mit der herrschenden Geldflüssig⸗ keit Kauflust, auch österr.⸗ungarische Renten und Rumänier blieben efragt, Russen neigten zur Schwäche; sonstige fremde Fonds lagen till. Privatdiskonto 3/ Prozent.

Märlte. 1 le. Frankfurt a. M., 16. Juli. Auf dem heutigen Heu⸗ und Strohmarkt war nichts angefahren..

Fo. Wiesbaden. Viehhof- Marktbericht vom 16, Juli. Auftrieb: 111 Rinder(darunter 12 Ochsen, 10 Bullen, 89 Kühe), 134 Kälber, 27 Schafe, 67 Schweine. Geschäft langsam, doch 2 der Austrieb bald, zu gleichen Preisen wie am 18. ds. Mts., geräumt.

Fritzlar, 16. Juli. Bei dem gestrigen 5 1. Fritzlarer Pferdemarkt waren ungefähr 50 Pferde angetrieben. Der Handel war bei ziemlich hohen Preisen zufriedenstellend.

ch. Bingen, 16. Juli. Marktpreise. Weizen Mk. 00,00, Korn Mk. 00,00, Gerste Mk. 00,00, Hafer Mk. 00,00, Heu Mk. 0,00, Stroh Mk. 5,00, Kartoffeln Mk. 12,00, Erbsen Mk. 00,00, Linsen 2 Mk. 00,00, Bohnen 00,00 Weißmehl Mk. 4500, Roggenmehl Mk. 38,00; alles für 100 Klgr. Butter 1 Klgr. Mk. 3,40, Milch 1 Liter 23 Pfg., Eier 10 Stück Mk. 1.60.

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Amtlicher Wetterbericht. Deffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Ueber der Nordsee lagert heute ein neuer Tiefdruckausläufer. der uns heute Niederschläge bringt. Morgen auf seiner Rückseite werden wir bei wechselnder Bewölkung meist trockenes Wetter zu erwarten haben.

Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 18. Jult 1915: Unbeständig, meist trocken, westliche bis nordwestliche Winde.

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Letzte Nachrichten.

Das Ziel der Deutschen im Osten.

i. Köln, 17. Juli. Laut einem Telegramm derKöln. 1 Ztg. berichtet dieMorning Post aus Petersburg, daß der Vormarsch der Deutschen auf Warschau auf einer Front von 150 Km. zwischen der Eisenbahn Mlawa Warschau und dem Pisza⸗Flusse begonnen habe. Sein Ziel sei die Herstellung einer Verbindung mit den Heeren in Galizien, die in einer Entfernung von 290 Km. kämpf⸗ ten. Die Verteidigung der Russen beruhe auf dem zwischen⸗ liegenden Raume, der ein befestigtes Gebiet von 130 Km. im Norden und Süden und von 190 Km. im Westen und Osten darstelle. Ueberall seien die Deutschen gezwungen, Frontal⸗ angriffe zu machen, die die Russen in vorbereiteten Stellun⸗ gen erwarteten.

Englands griechische Potttik. 1 i. Köln, 17. Juli. Der Druck Englands auf Griechenland nimmt nach einem Tele derKöln. Ztg. von der italienischen Grenze täglich zu. England hat seine Maßnahmen Pen die griechische Schiffahrt wesentlich verschärft. Der griechische DampferAres, mit Waren von Marseille nach Saloniki unterwegs, wurde auf hoher See von einem englischen Kreuzer angehalten und nach der Insel Mudros zur Unterfuchung gebracht. Ebenso wurde der griechische DampferTenedos an⸗ gehalten und erst nach 24 Stunden wieder freigegeben. 5

Unstimmigkeiten zwischen dem König Viktor Emanuel und seinem Generalstabschef. 117 Stockholm, 17. Juli. Aus Rom wird demUniver⸗ sul berichtet, daß es zwischen dem König Viktor Ema⸗ nuel und dem Generalstabschef Grafen Cadorna zu scharfen Meinungsverschiedenheiten gekommen sei. Cadorna, der anfänglich sehr gegen eine Beteiligung Italiens an der Dardanellenbestürmung war, hat angeblich in⸗ zwischen seine Meinung geändert, und tritt jetzt dafür ein, daß italienische Truppen schon in der nächsten Zeit nach dem Osten gesandt werden. Der König ist jedoch dagegen. Nun hat Cadorna sogar den Ministerpräsidenten um Hilfe gerufen, der in sehr n Weise für den Generalstabs⸗ chef Partei nahm. Salandra soll sogar mit seinem Rücktritt gedroht haben. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. 5

Der Belagerungszustand l über das Waliser Grubengebiet verhängt. a

Kopenhagen, 17. Juli.National Tidende meldet aus London: Im ganzen Waliser Grubengebiet ist jetzt der Belages⸗ rungszustand verhängt worden, und die Admiralität hat alle Kohlen für sich mit Beschlag belegt. Infolgedessen ist das gewöhnliche 2 an der Cardiffer Kohlenbörse eingestellt. Alles deutet darauf hin, daß die Grubenarbeiter weiterhin eine feste und ablehnende Haltung einnehmen werden. 5

Enlische Soldaten an der serbischen Front. Kristiania, 17. Juli. Aus London erfährt dasMorgen⸗ g bladet: Crawford Price, der der serbischen Armee gefolgt ist, hielt gestern in Liverpool einen Vortrag, in dem er zum ersten Male die aufsehenerregende Mitteilung machte, daß britische Truppen während der letzten Monate zusammen mit dem serbischen Heere gekämpft hätten. 3

Der Kanonendonner vor Windau.* Stockholm, 17. Juli. Ueber den Brand von Windau wird demSvenska Dagbladet berichtet: Windau, das wiederholt dem Feuer der deutschen Schiffskanonen ausgesetzt war, ist Don⸗ nerstag von einer Feuersbrunst verheert wor⸗ den. Man ist aber vorläufig nicht in der Lage, über die Ent⸗ stehung des Brandes nähere Angaben zu machen. Wir wissen also nicht, ob der Brand die Folge der Kriegsoperationen oder ein Werk russischer Taktik nach dem Vorbilde von anno 1812 ist, oder ob ein gewöhnliches Unglück vorliegt. In welchem Zusammen⸗ hang dieser Brand von Windau speziell mit der von Fischern vernommenen Kanonade steht, wissen wir nicht. 8

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Ihe d. fürchterliche Schmerzen in meinem nie hatte und alle ärztliche 2

in meiner 9 an Togal⸗Tabletten. Nach dem Gebrauch von ca. 3 Tagen waren die Schmerzen vollständig weg und seit 4Wochen g empfinde ich nicht den geringsten Schmerz und kann jetzt wieder laufen, während ich früher nicht mehr wußte, wie ich vom Platze kommen sollte. Aehnliche Erfahrungen und noch übexraschendere Erfolge erzielten viele andere, welche Togal nicht nur besgeheumatis⸗. mus, sondern auch bei Kopsschmerzen. Hexenschuß, Ischlas, Schmerzen in den Gelenken, sowie bei Jufluenza gebrauchten. Togal löst die Harnsäure, das verheerende Selbstgift, wodurch ebenso rasche wie

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