durch Ueberfall
diviston, unterstüzt von frunzösischer Artillerie, vorgeschickt. Sie eroberte die Laufgräben, während die Franzosen inzwischen bis Nur des Keves Vedere vordrangen und die neue Stellung mühsam in Hand behielten. In der Nacht vom 13. auf den 14. Juli hatten die feindlichen Gegenangriffe keinen Erfolg. Das ursprüngliche Ziel des Angriffs wurde erreicht, ab⸗ gesehen von einer ungefähr 360 Meter breiten Linie, die noch in den Händen der Türken ist.
Armenische Rebellen.
Konstantfinopel, 16. Juli. Die Kaiserliche Regierung hatte seinerzeit die Maßnahmen bezüglich der Entfernung der Armenier aus den Gehöften bekannt gegeben, wo ihre Anwesenheit als schädlich und als gefährlich für die innere Sicherheit und Ruhe für die nationale Verteidigung betrachtet werde. Unsere Feinde haben darin einen neuen Vorwand entdeckt, um die öffent⸗ liche Meinung gegen uns zu bearbeiten. Ihre Zeitungen, wie die der neutralen Länder, die sie für ihre Sache zu gewinnen ver⸗ mocht haben, bemühen sich, die Wahrheit zu verschleiern, indem sie sorgfältig alle Tatsachen, welche diese Maßnahmen betreffen, entstellen und behaupten, das armenische Element sei trotz seiner vollkommenen Unschuld in seinen elementarsten, natürlichsten und heiligsten Rechten geschädigt. Die dringende Notwendigkeit und Rechtmäßigkeit der Haltung, die die Kaiserliche Regierung gegen⸗ — r einzunehmen sich gezwungen ge„ist jedoch nicht zu bestreiten. 5
Die Ereignisse geben unseren Militärbehörden täglich neue Be⸗ weise für das 1 eines seit langem vor⸗ breiteten und beschlossenen Planes, den die Ar⸗ menier pünktlich auszuführen fortfahren, indem sie auf der Seite der Russen gegen uns kämpfen.
Diese gesetzwidrige und umstürzlerische Losreißungsbewegung, die bis in die letzte Zeit nur bei der Front und in den benachbarten Gebieten festgestellt wurde, hat sich kürzlich bis in unsere Etappen⸗ linien ausgedehnt. So überfielen am 2. Juni 500 bewaffnete Armenier, welchen sich Fahnenflüchtige desselben Stammes an⸗ geschlossen hatten, die Stadt Charki Karahissis und griffen die muselmanischen Viertel an, wo sie sämtliche Häuser ausplünderten. Sie verbarrikadierten sich dann in der Zitadelle der Stadt und sie beantworteten die väterlichen und versöhnlichen Ratschläge der örtlichen Behörden mit Gewehrfeuer und Bomben, wodurch 150 Zivil- und Militärpersonen getötet wurden. Der letzte Vorschlag der Regierung, der auf die Unterwerfung ohne Blutvergießen ab⸗ zielte, ist erfolglos geblieben. Unter diesen Umständen sahen sich die Behörden gezwungen, Geschütze gegen die Zitadelle zu wenden und dank dieser Zwangsmaßnahmen ist es gelungen, dieser Re⸗ bellen am 20. Juni Herr zu werden. Aehnliche revolutionäre Bewe- gungen, die hier und da ausbrechen, zwingen uns, an unseren. verschiedenen Grenzen unseren Armeen Kräfte zu entnehmen, um sie zu unterdrücken. Um diese Unannehmlichkeit zu vermeiden und die Wiederholung von Ereignissen zu verhindern, bei welchen neben den Schuldigen auch die unschuldige und friedliche Bevölkerung bedauernswerten Schaden erleidet, mußte die Kaiserliche Regie⸗ rung gegen die revolutionären Armenier gewisse vorbeugende und einschränkende Maßnahmen treffen.
Infolge der Ausführung dieser Maßnahmen sind diese Ar⸗ menier aus den Grenzzonen und den Gebieten, wo Etappenlinien eingerichtet sind, entfernt worden. Somit sind sie den mehr oder weniger wirksamen Einfluß der Russen entzogen, und sind dadurch außerstande gesetzt, den höheren Interessen der Landes⸗ verteidigung zu schaden und die innere Sicherheit zu gefährden.
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* Der italienische Bericht.
Rom, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht der Heeres⸗ leitung. Im oberen Cadoretale, wo sich unsere Angriffs⸗ tätigkeit planmäßig entwickelt, dauert die Beschießung und Zer⸗ störung der feindlichen Befesti werke von Platzwiese und Landro mit günstigen Ergebnissen an. Eine Batterie auf dem Raitkofel, jöstlich von Landro, wurde teilweise zerstört. Erkundungen unserer Infanterie stießen bis zum Seikofel und Burgstaller Kaum im oberen Sextental vor, wo sie Zusammenstöße mit dem Feinde hatten, Die für uns gümstig verliefen. Im Falzaregogebiete klet⸗ terte eine Infanterie⸗Abteilung durch einen Kamin, der für un⸗ ersteigbar galt, und bemächtigte sich in der Nacht zum 14. Juli r all des Falzaregogipfels, Die Abteilung warf den Feind, der einen Gegenangriff versuchte, zurück und brachte ihm schwere Verluste bei. An den übrgen Teilen der Front ist die Lage
unverändert. Numäniens Haltung.
Berlin, 17. Juli. Ein Sonderberichterstatter der„No⸗ woje Wremja“, der die Balkanstaaten bereist, schreibt laut „Vossischer Zeitung“: Rumänien wird in das Stadium der Aktivität nicht eintreten, solange die Darda⸗ nellen nicht forciert sind oder die russischen Armeen nicht wieder in Galizien vorgehen. 5 N
Das Befinden des Königs der Hellenen.
Athen, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Von unserem Privatkorrespondenten. Die Hofärzte haben den König untersucht. Ihr Bericht stellt fest, daß Allgemein⸗ befinden des Königs sehr befriedigend ist, aber die Nag keel Angrengung web Pier Auftegung Sesüglch
— f der Politik ausgesetzt— en dürfe. 1 N
Die Bergarbeiterbewegung in England.
Rotterdam, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Rotterdamsche Courant meldet aus London: Die letzten Be⸗ richte aus dem Kohlenrevier von Südwales lauten ernst. Gestern hat die Leitung des Bergarbeiterverbandes mit 19 gegen 4 Stimmen angeordnet, daß die Streikenden die Verhandlungen mit der Regierung und gleichzeitig die Arbeit wieder aufnehmen sollen. Trotzdem haben die Ver⸗ treter der Bergarbeiter in der Versammlung in Cardiff mit 88 950 gegen 47450 der vertretenen Stimmen die Zumutung verworfen, die Arbeit wieder aufzunehmen.
Die englische Kriegsanleihe. f
Berlin, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Zum Ergebnis der englischen Kriegsanleihe schreibt die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung“: Bei Begründung des Anleiheprofekts im Unterhause am 22. Juni erklärte der englische Schatzlanzler zu wiederholten Malen und mit Nachdruck, er hoffe, eine Summe zu erhalten, die genüge, um die Kriegskosten für den Rest des laufenden 8 zu decken. Dieser Betrag berechnet sich wie folgt: Am 19. Juni standen nach Me. Kennas Angaben an kurzfristigen Verpflichtungen, die durch die Anleihe vorweg zu konsolidieren sind, 333 Millionen Pfund Sterling aus. Die tä lichen Kriegskosten erreichen in England drei Millionen, also 90 Millionen Pfund im Monat. Selbst wenn man gegen die Hriegsausgaben erhebliche Ueberschüsse an Kriegssteuern usw. in Rechmung stellt und die täglichen Nettoausgaben für den Krieg nur auf 2,5 Millionen Pfund berechnet, so kommt man einschließ⸗
lionen schwe benden Schulden 1
mehr als 250 Mill., auf den 19. Juni gerechmet. Diese 250 Mill. reichen, je nachdem man mit einem Tagesbedarf von 3 Mill. oder 25 Millionen Pfund rechnet, für etwa 80 bis 100 Tage nb 19. Juni, also bestenfalls bis Ende September 1915, statt, wie der britiche Schatz lanzler hoffte, bis Ende März 1916. An diesem Unter zwischen Hoffmungen und Erfüllungen mag man er⸗
daß das französische Staatsoberhaupt das Land in seiner schweren
messen, ob das Zeichnungsergebnis eine gewonnene Schlacht be⸗ deutet. Jedenfalls aber wird die englische Regierung, die sich mit der äußersten Kraftanstrengung der finanziellen Kriegssorgen bis zum nächsten Frühjahr zu entledigen versuchte, in nicht allzu langer Zeit erneut an den Markt appellieren müssen. Eine Wieder⸗ holung der diesmal ins Spiel gesetzten Reizmittel ist dann aus⸗ geschlossen. Der englische Schatzkanzler wird vielmehr auf seinem weiteren Wege schwere Hindernisse finden, die er durch die Be⸗ dingungen der jetzigen Anleihe für jede künftige Aktion sich selbst geschaffen hat. Kritik im englischen Oberhaus.
London, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Ober⸗ haus. Lord Weardale kritisierte die Verzögerung in der Veröffentlichung der Depeschen vom Kriegsschauplatz und meinte, die Depeschen über die Kämpfe am Suez⸗ kanal im Februar und März sollten bekanntgegeben wer⸗ den. Das englische Volk werde wie eine Nation hysterischer Kinder behandelt, denen man nicht die Wahrheit sagen dürfte. Lord Newton erwiderte, die Veröffentlichung unterliege militärischen Rücksichten. Ein Teil der Presse scheine freilich den Krieg als ein Mittel zur Vergrößerung der Auflage zu betrachten. Ferner seien die Wünsche der Verbündeten in Betracht zu ziehen. Es sei nicht sicher, daß, wie Lord Weardale angenommen habe, sich die Kämpfe in Aegypten nicht erneuern würden. Depeschen über die frühe⸗ den Kämpfe dortselbst könnten nicht veröffentlicht werden.
Das Oberhaus nahm die Registrierungsbill in dritter Lesung an. 0
Die australische Kriegsanleihe.
Melbourne, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Reuter⸗ meldung. Die australische Kriegsanleihe in Höhe von 20 Millionen Pfund Sterling wird unter den gleichen Bedingungen wie die britische ausgegeben werden. Der Minister Hughes erklärte, die Ernte dürfte einen Rekordertrag ergeben, doch werde ihre Einbringung auf Schwierigkeiten stoßen. 1
„ Der Seekrieg.
Calais, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Der Dampfer„Nieuport“ ist in den Gewässern von Calais auf eine schwimmende Mine ge⸗ stoß een und gesunken. Die Besatzung von sechs Mann ist ertrunken.
Eine deutsche Erwiderung auf die Rede Poincarés.
Nun hat die„Nordd. Allg. Ztg.“ auf die Schmährede des französischen Präsidenten doch eine Entgegnung ver⸗ öffentlicht. Sie tut dies sehr wirksam, indem sie Herrn Poincaré einige in der Oeffentlichkeit noch nicht bekannte 1 vorhält, die beweisen, wo die Urheber des Krieges aßen.
Berlin, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Norddeut⸗ sche Allgemeine Zeitung“ schreibt zu der Rede von Poincaré,
Bedrängnis zu ermutigen sucht, ist nur in der Ordnung. Dank unseren Waffen können wir abwarten, bis die unabwendbare Ent⸗ wicklung das französische Volk zur Erkenntnis der wah⸗ ren Lage bringt. Zu dem Versuche von Poincaré, Frankreich als das friedliche und überfallene hinzustellen und seine Staats⸗ männer von jeder Schuld zu entlasten, bemerkt das Blatt, daß diese Ausführungen gerade Poincars besonders schwer gefallen sein müßten, da auf ihn ein sehr starker Anteil der Verantwortung für den Weltkrieg falle. Zum Beweise hierfür bringt es einige naheliegende Erinnerungen. Es weist darauf hin, daß vor einem Jahre die Presse des Zweibundes die Reise von Poincaré nach Petersburg zur„silbernen Hochzeit“ des russisch⸗französischen Bündnisses mit kriegerischen Fanfaren begrüßte. Poincaré nahm ein silbernes Schwert mit Lorbeer⸗Oliven⸗Laub nach Petersburg und legte es am Sarkophag Alexanders III. nieder. Eine stumme Mahnung und eine beredte Zusicherung. In den Trinksprüchen war beiderseits von der verabredeten Tätigkeit der beiden Diplo⸗ matien die Rede, unterstrichen vom Zaren durch den Hinweis auf die Verbrüderung beider Armeen. Diese verabredete Tätigkeit der beiden Diplomatien hat die Dinge so geschoben, daß der Kri
kommen mußte. Gegenüber der Behauptung von Poincaré, da Rußland und Frankreich alles getan hätten, um den Frieden zu erhalten, beweist die„Nordd. Allg. Ztg.“, daß der französische Botschafter in Petersburg, wie schon aus den amtlichen englischen Veröffentlichungen hervorgeht, Alles getan hat, um den Konflikt zu verschärfen und vor allem aus der österreichisch⸗serbischen bezw. österreichisch⸗russischen Differenz einen xussisch⸗deutschen Konflikt
zu machen. 0
Das Blatt führt aus: Der Botschafter war gleich nach Bo⸗ kanntwerden der österreichischen Note an Serbien mit großem Eifer bemüht, in den Kreisen der russischen Regierung und der
russischen öffentlichen Meinung die Version zu verbreiten, daß sch
Deutschland die Note nicht nur kannte, sondern direkt veranlaßte. In dem Augenblick, wo Deutschland, unt einem allgemeinen Kon⸗ flikt vorzubengen, bei den Kabinetten der Großmächte daran hin⸗ arbeitete, daß der österreichisch⸗xussische Streitfall lokalisiert blei⸗ ben möge, verkündet Herr Palévlogue, wo sich die Gelegenheit bot, daß es sich in Wirklichkeit um einen russisch⸗deutschen Streit handele. In der klar ersichtlichen Absicht. Deutschland die Schuld an der Verschärfung der Krisis mizuschieben, berichtete der fran⸗ zösische Botschafterr bewußt unwahre Tatsachen aus Petersburg, unterlteß aber wichtige Meldungen. So telegraphierte Palso⸗ logue seiner Regierung am 29. Juli, der deutsche Botschafter habe Herrn Sasonow mitgeteilt, daß, wenn Rußland die militärischen Vorbereitungen nicht einstelle, die deutsche Armee mobil gemacht
würde. Er fügt hinzu, der Ton, in dem der Botschafter die Mit⸗ beträgt der Kaufpreis für Salat genau das teilung babe, habe die rufsische Regierung roch an dem- des Finkaufzpret es, nämlich 5—8 5 10 bis selben Leranlaßt. die Mobilwachaeng von dretehn Armer⸗ 15 Pfg.; er hat vor einiger Zeit 25 Pfg. für d er⸗ korps gegen Oesterreich⸗Ungarn zu verfügen. Tatsache ist, daß ing dann allerdings wieder herunter.— In die Unterredung des Grafen Ponrtales mit Herrn Sasonvw, auf reicht, ging 5 iberli den die Herr Palsvloque Beulg ninumt, erst aut 29. Juli, abends hat man, um den widerlichen Preistreib 81 7 Uhr stattsand, während Herr Sasonow an demselben Tage schon Obstmarkt zu begegnen, Ve dem mittags dem deutschen Botschafter mitteilte, daß r der] Zweck gegründet, eine Zeitlang auf jeden Obstanrauf zu Befehl zur Mobilmacknung von dreizehn Armerkorps gegen Oester⸗ verzichten.— Vom Gießener sind uns reich⸗Ungarn erlassen werden würde. Es ist kaum anzunehmen, Fälle erzählt worden, in denen die Verkän auf den Vor⸗ daß der rucssische Minister diese Mitteilung dem deutschen Ver- halt, die Preise für gelbe Rüben beispielswesse seten du — gps, daß die feier Rente pci er dert e N
ren 2 i„ e= N g 8 ö f rung un Abend des JI. Jai. des Tazes, un welchem frihwrdeng Preise zahle, werde mem das Gemuse einfach an Bien
die russische allgemeine Mobilmachung in Petersburg bekannt
gegeben wurde,
ichtige Tatsache noch keine Meldung erhalten hatte. Man kann nur annehmen, daß Herr Paléologue keine Eile hatte, diesen ver⸗ hängnisvollen Schritt Rußlands, welcher bei allen, welche den Frieden erhalten zu sehen hofften, schwere Bedenken erregen mußte, in Frankreich bekannt werden zu lassen. Die Redensarten von dem friedlichen, überfallenen Frankreich sind eine är m⸗
liche Legende, die ihren Urheber schwerlich auf die
Dauer gegen den Zorn seiner Landsleute decken wird, nachdem sich der deutsche Stahl stärker erwiesen hat als Herrn Poincarés silbernes Schwert mit Lorbeer und Olivenlaub.
Aus dem Reiche.
Die nächste deutsche Kriegsanleihe.
Berlin, 17. Juli. Ueber die nächste deutsche Kriegsanleihe schreiben laut verschiedenen Morgen⸗ blättern die„Berliner Politischen Nachrichten“, daß ein Ge⸗
von ihrem Petersburger Vertreter über diese] che
Ran
—
unmittewwar bevorsteye, den Tatsachen vorausene. zuuth wenn der bis zum 10. August vertagte Reichstag die ihm zugehende Kreditvorlage umgehend erledigen würde, werde die neue Anleihe jedenfalls nicht vor dem September zun. Zeichnung aufgelegt werden. Für die Bemessung der Zeich⸗ nungsfrist und des Einzahlungstermines würden die bei
den ersten beiden Kriegsanleihen gemachten Erfahrungen zugrunde gelegt werden. Was den Zeichnungspreis anlange, so bestehe die Absicht, die neue Anleihe abermals zu einem etwas höheren Kurse als die letzte Anleihe auszugeben. Es werde wohl mit einem Zeichnungspreis von mindestens 99 Prozent zu rechnen sein. 1 1.„
Posen, 16. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Ober präsident der Provinz Posen eld nachstehende Kundgebung:
Der Kaiser und König haben in Begleitung des Chefs des Generalstabes des Feldheeres auf der Reise nach dem polnischen Kriegsschauplatze zu Anfang dieses Monats mit dem Generalfeldmarschall v. i 1 2 eine Zusammenkunft gehabt und einige Tage im königli Schlosse verweilt. Verbot auch der Ernst der laute Huldigungen, so hat die Bevölkerung es sich doch nicht nehmen lassen, Seine Majestät bei Ausfahrten und Besichti⸗ gungen in der Stadt und Umgebung überall a de und herzlich zu begrüßen. Seine Majestät sind durch diese spontanen Beweise treuer Anhänglichkeit und vaterländischer Gesinnung aufrichtig erfreut worden und mich zu be⸗ auftragen geruht, der ölkerung allerhöchst seinen Peder Dank zum Ausdruck zu bringen. 1 r Posen, 16. Juli 1915.„ f
berg ee v. Eisen hart.
517725 555 dene e e i ausschüsse reußens zahlten an schädigten 150 Mülrtenen Mark Vorentschädigeng
Berlin, 17. Juli. Der„Vorwärts“ enthält eine Kundgebung des sozialdemokratischen Parteivorstandes und c der Generalkommission der Gewerkschaften in Deutschland mit der Ueberschrift:„Gegen den Lebensmittel⸗ wucher!“ In dieser wird gegen die beabsichtigte Erhöhung der Höchstpreise für Getreide Stellung genommen, und es werden mäßige Höchstpreise für alle Lebensmittel gefordert.
Aus Stadt und Cand. Gießen, 17. Juli 1915.
Die Lebensmittelpreise.
Wie der Nahrungsmittelaufwand der Beur- lerung seit dem Beginne des Krieges in die Höhe N ist, zeigt eine von dem bekannten Wirtschaftsstatistiker Calwer auf Grund bree e an über 200 deutschen Orten gesammelten Materials auf Be⸗ N rechnung. Dieselbe beweist, daß eine vie lie im Monat vor Ausbruch des Krieges wö⸗ lich 25,12 Mk. für dieselben Lebensmittel aufzuwenden brauchte, die sie im Mai bereits mit 36,49 Mk. bezahlen mußte. Das eine Steigerung um 45,3 Prozent, also fat um die Hälfte. Wer das mit seinem Geldbeutel mitmachen nt een überwiegenden Teil der Bevölkerung die. eblieben bezw. vermindert sind, bedeutet die Lage au dem Lebensmittelmarkt für die* des Volkes Einschrän⸗ kung der Lebenshaltung stellenweise über das aun Ma hinaus. In die Regelung der Brotversorgung und Wel verbrauchs hat sich das Volk, und wie es ist, gefunden, weil es ihre keit ein. die Vorwürfe die Regierung, daß man zu spät ein⸗ gegriffen habe, sind allmählich verstummt. Den rege sicht wen uf Ane preise sieht man mit ziemli„ bereits offiziös verlauker fis würden ein geri. als bisher sein, und man in weiten Kreisen einen nicht anzuerkennen eigt ist. Auf den Gebieten des Le⸗ bensmittelmarktes aber, deren durchgreifende Rege⸗ lung bisher nicht von Regierungs wegen geregelt worden, die vielmehr der privaten Initiative überlassen sind ist allgemach ein Zustand eingetreten den man ni anders als Verwilderung bezeichnen kann. Dafür ohne viel Begleitworte nur ein paar beweiskräftige 7 Frankfurt haben die Landwirte einen Mi lchaumf⸗ g von 26 auf 30 Pfg. pro Liter durchsetzen wollen, „ mam eine
la obwohl die Landwirtschaftskammer, liche Vertretung agrarischer wird, eine Erhöhung um 2 Pfg. als bezeichnet hat.— In sind für 25000 Mar! Kartoffeln, die die Stadt zu fSzwecken eingelel⸗ lert hatte, verdorben und auf den Dung wor⸗ den.— Man zeigte uns gestern— rheini⸗ schen Gro le, die beschlagnahme⸗ brotmarkenfreies, zu 80 Prozent ausgemahlenes N hl, also aus⸗ ländisches, zu 119 Mk. pro 100 Kg. anbietet, wäh⸗ rend der Weizenmehlpreis beispie e im hiesigen Kom⸗ munalverband gegenwärtig 39,80 Mk. beträgt.—. Spesen is doppelte
milie kennt die Lasten und leidet darunter. 5 Es ist unter diesen Umständen nicht verwunderli wenn dieser Unsicherheit und Willkitr im Publi⸗ kum ein tiefer 48 1 sch man 2 2 er verurteilen lann, man agen muß
N a f e e
Wucher uchen ist. Lediglich dagegen richtet es sich 41 die kae Generalkommandos seit einig Ta⸗ gen jeden unter Strafe stellen, der Lebensmittel über die angemessenen Preise anbietet und verkauft oder sie in eistreiberischer Absicht vom Markte fernhält. Solange dieses Vorgehen bei uns keine e findet, ist a Regulator auf dem Markt einzig die Selbsthilfe der Gemeinden angezeigt. In einer Festsetzung von Höchst⸗ reisen kann dieselbe, wie die Kartosfelkalamität hinreichend 3 hat, nicht schlechtweg bestehen, weil eine solche
rücht, demzufolge die Ausgabe einer neuen Kriegsanleihe
den Handel an andere Plätze treibt. Deshalb geht man


