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bildung nicht vollenden und müssen später als ungelernte Ar⸗ beiter ihre Unachtsamkeit schwer büßen. Die Handwerkskam⸗ mer hat bereits Material gesammelt, aus dem hervorgeht, daß die jungen Leute infolge des hohen Verdienstes und mangelnder Aufsicht zu unverhältnismäßigen Ausgaben ver⸗ anlaßt und in ihrem jugendlichen Alter auch in sittlicher Hinsicht gefährdet sind. Eltern und Lehrmeister werden auf dieses Treiben hingewiesen und ersucht, mit allen Mitteln die jungen Leute vor dem Eingehen derartiger abzuhalten. Die Handwerkskammer hat den behördlichen Stellen das bis jetzt entstandene Material vorgelegt, zu wei⸗ terem energischen Einschreiten gegen dieses Werbeunwesen werden alle Lehrmeister und sonstige Personen gebeten, der⸗ artige Fälle unverzüglich dem Bureau der Handwerkskammer
zu Darmstadt mizutteilen.
Karl Hofmann von
er bereits zu Weihnachten m
worden war. Hofmann Medaille erhielt.
Landkreis Gießen. a. Steinheim b. Hungen, 14. Juli.
Kreis Friedberg.
r. Bad⸗ Nauheim, 14. Juli. besgabentag des Roten Kreuzes hatte einen sehr In unzählbaren Paketen und Paketchen wurden Gebrauchs- und Nahrungsmittel für unsere eingeliefert, so daß verschiedene große Kisten, eingegangenen Liebesgaben gefüllt Auf der Kurhaus⸗Terrasse bewirtete Herr Lömann aus Lille heute 220 Kriegsteilnehmer aus den hiesigen Laza- und gab das Versprechen, in den nächsten Tagen eine gleiche Anzahl„Feldgrauer“ noch einmal ein-
Lie erfreulichen Ersolg.
gehen, mit den
zuladen. b. Bad⸗ Nauheim,
sträußen geehrt werden.
retten mit Kaffee und Kuchen,
die direkt
15. Juli. Wie
gewesen wäre. nommen, der sich A
erste römische Gesellschaft
teurer gehuldigt. sten Kreise, die Umgebung
ahnen, welches U. über dessen Streiche Rom angerichtet ha
en mag
der falsche Andre,
Die„Nationalztg.“ erhält von ihrem Mitarbeiter aus Lu⸗ ano folgenden ergötzlichen Bericht: In normalen Zeiten hätte der Schuster Voigt seinen Ruf, den er mit dem Streich von Köpenick erworben hat, sich durch an⸗ dere Abenteuer nicht so leicht verdunkeln lassen. Es mußte erst der Krieg kommen, ohne den eine stärkere Hauptmann von Köpenick vollbracht, schlechterdin Seine Rolle hat in diesem Falle ein Franzose über⸗ der é nennt. Und zum Schauplatz hat er sich die ewige Stadt ausgesucht gehabt. Zwölf Tage lang hielt er die 0 Bewohner
selber aufs ärgste bloßgestellt Zensor stark beschnitten zu haben scheint, Tätigkeit des„falschen André“
einschließlich der
des Quirinals in seinen Bann. Ganz Rom hat dem Und mit seinem jähen Sturz sehen sich die höch⸗ der Königin Helena und die letztere
Die spärlichen Berichte,
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Der Vizewachtmeister bier, beim Dragoner-Regiment Nr. 6, er- hielt nun auch die Hessische Tapferkeitsme daille, nachdem it dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet ist der zweite aus unserem Ort, der die
Der heute abgehaltene
Truppen an der Front
werden konnten.
vielen der unseres Bades unentbehrlich geworden ist, zeigt sich in der An- hänglichkeit alter Kur gä st e. wieder vier Kurgäste anläßlich ihrer 20“ kehr von der Kurverwaltung durch Ueberreichung von Rosen-
So konnten in den letzten Tagen bis 30jährigen Wieder-
Leistung, als sie der gs nicht denkbar
so oft die Rede auf die im Quirinal kommt, lassen uns Unheil der falsche französisch der Telegraph schon kurz berichtete, auch in Alfred Andrs hat sich den Ruf seines
e Flieger,
Namensvetters, des im französischen Heere Dienst tuenden Fliegers Francois André, zunutze gemacht, um zu seinem Ziel zu kommen. Seinem Auftreten in Rom ist nur dadurch ein vorzeitiges bereitet worden, daß einige dort weilende französische Offiziere ihren Verdacht über die Echtheit des vielgefeierten„Helden“ äußerten und daß gleichzeitig aus Nizza, wo dieser kurz zuvor eine Gast⸗ rolle gegeben hatte, auf Grund der in den römischen Blättern veröffentlichten Abbildungen des falschen André die Bitte an die römische Polizei gerichtet wurde, den Gauner nicht entwischen zu lassen. Sonst wäre er auch heute noch der Gegenstand der Hul⸗ digungen der gesamten übrigen italienischen Aristokratie. Das Köst⸗ lichste an der Geschichte des falschen André ist, daß ausgerechnet das Hauptorgan der gegenwärtigen Regierung, das„Giornale d Italia“ es gewesen ist, das dem Aben⸗ teurer die Wege geebnet und ihn in die höchsten Kreise eingeführt hat. André kannte seine Pappenheimer. Kaum hatte er römischen Boden betreten, so war sein erster Gang in die Redaktion dieses Blattes. Dort wurde er gleich bei seinem Eintritt als Retter Frankreichs und Italiens in der bekannten römischen Ueberschwenglichkeit gepriesen. Nach seiner Le⸗ gitimation hat kein Mensch gefragt. Allen genügte seine Vorstel⸗ lung als der berühmte französische Flieger André, um sie in einen ihrer üblichen Begeisterungsräusche zu versetzen. Neun für die Feier seiner Heldentaten war in der Zeitung gerade genügend vor⸗ handen. Denn Herr Cadorna hatte seine Wetterberichterstattung noch immer nicht eingestellt, und von den übrigen Kriegsschau⸗ plätzen war nichts zur vermelden, was die Römerherzen hätte höher schlagen lassen. So wurde denn Herr André schnell der Held des Tages, und wenn man dem„Giornale d'Italia“ vom 30, Juni und vom 1. Juli glauben sollte, mußte mit der Ankunft des Fliegers André eine neue Aera in dem. Verlauf des italienischen Feldzuges eintreten. Natürlich wurde er dem Volke auch im Bilde vorgeführt. Und da eine Abbildung nicht genügte, wurde er in den verschiedensten Stellungen gezeigt. Keine Phase seines Lebens blieb den Römern verborgen. Seine Fliegerabenteuer wurden Legion. Die Leser mußten glauben, daß die„Boches“ nichts so sehr fürchteten, als Herrn André und seinen, Apparat. Die übrigen Blätter Roms wären vor Neid beinahe geplatzt, wenn er nickt auch ihnen die Ehre gegeben und sich von seiner besten Seite gezeigt hätte. Volle zwölf Tage huldigte ganz Rom dem Sckwindler. Natürlich durfte bei den Festen, die zu seinen Ehren veranstaltet wurden, auch der göttliche d' Annunzio nicht fehlen. Er will jetzt zwar nicht allzuviel mit dem Gauner zu schaffen haben, nachdem dieser entlarvt worden ist. Aber die Tat⸗ sache, daß der Dichter, der in Ermangelung einer besseren Ver⸗ wendung an der Front sich hübsch fern vom Schuß hält, den In⸗ dustrieritter— gleichgesinnte Seelen finden sich— in Theatern, bei Banbetten und auf Autofahrten an seiner Seite zeigte, wird in Blättern wie dem„Secolo“, dem„Avanti“ und der„Stampa“ mit allzu beweiskräftigen Belegen illustriext, als daß nach dieser Richtung Zweifel erlaubt wären. Im größten römischen Schau⸗ spielhause, dem Teatro Quirino, wurde Andre von d'Annun⸗ zio dem Beifall rasenden Publikum wie ein le⸗ bendes Wunder vorgestellt. Das Orchester mußte nicht nur die italienische Nationalhymne, sondern auch die Marseillaise zu Ehren des gefeierten Gastes spielen. Seit jenem Abend standen ihm alle Türen offen. Vom Quirino zum Quirinal war nur ein Sckritt. Hier war gerade ein Fest zum Besten der leeren Kassen des Roten Kreuzes in Vorbereitung. Die Königin Helena und die königlichen Prinzessinnen hatten sich um das Zustandekommen des Festes ihre besonderen Verdienste erworben. Andre stand auch hier im Mittelpunkt der Veranstaltung und die römischen Blätter hoben hervor, daß dank der Anmesenheit Andrés die Einnahmen aus der Veranstaltung sich wesentlich erhöht hätten. Andrés ge⸗
ins Feld
Besuch
Aben⸗
die der
Ende] den er auf dem Leibe trug. Kein Kellner
hielt. Andre konnte sich anfänglich auch nur in dem Anzuge zeigen, wollte ihm 24 Stunden hinaus Kredit gewähren. Erst als sein Bild in allen Zeitungen prangte, floß ihm Geld in Hülle und Fülle zu. Die vornehmsten Klubs schätzten es sich zur größten Ehre, wenn der Gauner sich herbeiließ, ihr Ehrenmitglied zu werden. Man brachte ihn nach Turin, wo er wie ein Triumphator aufgenommen wurde. Der Präsident des Aero-Clubs, Abgeordneter Montu, hielt die Begrüßungsrede und am Abend wurde ein Fackelzug von Studenten veranstaltet, als die Klubmitglieder dem Gaste em Fest⸗ bankett gaben. Es machte auch nichts, daß sich verschiedene Turiner Gesckäfte durch den Gefeierten geschädigt fühlten. Die Sache wurde von seinen Klubfreunden wieder glatt gemacht, als er von Turin nach Rom zurücksuhr. Lieber Himmel, er hatte so viel in seinem Kopf, daß er die Zahlungen wohl vergessen konnte. Zu einem Schauflug kam er in Turin nicht. Einmal war das Wetter, das andere Mal der Apparat schuld, daß die Turiner ihren Helden nicht auch von unten aus bewundern konnten. Halb Rom holte ihn bei seiner Rückkunft am Bahnhof ab. Jetzt rissen sich auch die Künstler um ihn. Jeder wollte ihn auf seine Leinwand bannen oder in Stein und Erz aushauen. Der Maler Jelmoni verkündete im„Giornale d'Italia“, daß er jahrelang in Paris mit André befreundet ge⸗ wesen wäre. Wer hätte da wohl an der Echtheit des Helden zwei⸗ feln wollen, als der sich betrogen fühlende Pensionswirt ber der Polizei vorstellig wurde! Natürlich hatte der Drange der Geschäfte auch in diesem Falle das Zahlen vergessen. Dann begannen die Ausflüge in die Umgebung von Rom bis nach Viterbo. Der Hauptredalteur des genannten Regierungsblattes übernahm, nachdem André auch von den Herren Sa⸗ landra und Sonn ino den besten Eindruch in wie⸗ derholten Audienzen empfangen und in zahlreichen Interviews weitergegeben hatte, die Führung bei den Ausflügen, die zu wahren Huldigungsfahrten wurden. Die Presse hatte vorher dafür gesorgt, daß das Programm jeder einzelnen Fahrt allent⸗ halben bekannt wurde. Und die unterschiedlichen Bürgermeister und Ortsschulzen hätten pflichtvergessen gehandelt, wenn sie nicht mit Reden, Festtrunk, feierlichen Ratssitzungen und Blumenkorsos aufgewartet hätten. Das Auto, das den Betrüger von Ort zu Ort trug, glich, um mit dem„Giornale d'Italia“ zu sprechen, einem wandelnden Paradies.
Besonders glanzvoll gestaltete sich der Empfang in Viterbo. Dort wurde die Fratellanza franco⸗italiana die französisch⸗ita⸗ lienische Brüderschaft) in unendlichen Trinksprüchen des Sindaco, des zur Feier herbeigeeilten Präfekten der Provinz, einiger Depu⸗ tierten und natürlich auch von dem Helden selber gefeiert. Die Berichte über die Festlichkeiten in Viterbo nahmen in den Zeitungen mehrere Spalten ein. Auch in Bassanod, Civtta Castellana, Vig⸗ nanello und in—— wurde diese lateinische Brüderschaft ge⸗ bührend unter Aufbietung des gesamten Provinzialrats eiert. Von den vielen Festen erholte sich Andrés in dem Sch! oß des Herzogs Lante, wo er sich um die Hand einer Tochter des Herzogs beworben hatte. Wenigstens wußten römische Blätter zu berichten, daß die Verlobung des berühmten Aviatikers mit der zweiten Herzogstochter bevorstünde. Als er von einem zweiten Ausflug aus Viterbo in seinem paradiesisch geschmückten Auto zurückkehrte, wurde er der Schwelle des Grand Hotels, in das er mit seinen höheren Zielen inzwischen übergesiedelt war, von Polizisten in Empfang genommen. Rom ist mit dieser Verhaftung um eine Sensation reicher und um eine Attrak⸗ tion ärmer geworden. Die Zahl der um den„Hinschied“ Andrés Leidtragenden ist natürlich sehr groß. Von ihnen interessiert uns vor allem das obengenannte Regierungsblatt.
samte Habfeligkeiten bestanden am ersten Tage seines römischen Auftretens in einer winzigen Schachtel, dre
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