Ausgabe 
(16.7.1915) 165. Erstes Blatt
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165 tes Blatt g r Sseßener Anzeiger 77 erscheint täglich, außer

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Praszuysß genommen! Neue Erfolge der Türken.

TB.) Großes Hauptquartier, 15. Juli.

(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz. In Südflandern sprengten wir gestern westlich von Wytschaete mit gutem Erfolg Minen. In der Gegend von Souchez griffen die Franzosen zum Teil mit stärkeren Kräften an verschiedenen Stellen an. Sie wurden überall zurückgeschlagen.

Nordwestlich von dem Gehöft Beau⸗Séjour in der Champagne kam ein feindlicher Handgranatenangriff infolge unseres Minenfeuers nicht zur Durchführung.

Die Franzosen machten gestern bis in die Nacht hinein wiederholte Versuche, die von uns eroberten Stellungen im Argonnerwalde zurückzuerobern. Trotz Einsatzes großer Munitionsmengen und starker aufs neue heran⸗ geführter Kräfte brachen sich ihre Angriffe an der unerschütterlichen deutschen Front. An vielen Stellen kam es zu erbitterten Handgranaten und Nahkämp⸗ fen. Mit ungewöhnlich hohen Verlusten bezahlte der Gegner seine ergebnislosen Anstrengungen. Die Zahl der französischen Gefangenen hat sich auf 68 Offiziere 3688 Mann erhöht. Der Erfolg un⸗ serer Truppen ist umso bemerkenswerter, als nach überein⸗ stimmenden Gefangenenaussagen die Franzosen fur den 14. Juli, den Tag ihres Nationalfestes, einen großen Angriff gegen unsere Argonnerfront vorbereitet hatten.

Auch östlich der Argonnen herrschte gestern erhöhte Ge fechtstätigkeit. Im Walde von Malancourt wurden An⸗

ghriffsversuche des Feindes durch unser Feuer verhindert.

Im Priestérwalde brach ein französischer Vorstoß verlustreich vor unseren Stellungen zusammen.

Ein französisches Flugzeug wurde bei Ueberfliegen un serer Stellungen bei Souchez getroffen und ging brennend in der feindlichen Linie nieder. Ein zweites wurde bei Hénin⸗Lietard heruntergeschossen. Führer und Beobach⸗ ter fielen verwundet in unsere Hände.

ö Oestlicher Kriegsschauplatz. In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kur⸗ chany wurden zwei Offiziere, 425 Russen zu Gefangenen gemacht.

Südlich des Niemen in der Gegend von Kalwarja er oberten unsere Truppen bei Franciczkowo und Osowa meh⸗ rere russische Vorstellungen und behaupteten sie gegen heftige Gegenangriffe. Nordöstlich von Suwalki wurden die Höhen von Olszanka von uns erstürmt, 300 Russen ge⸗ fangen genommen und zwei Maschinengewehre erbeutet.

Südwestlich Kolno nahmen wir das Dorf Krusca, sowie feindliche Stellungen südlich und östlich dieses Dorfes und südlich der Linie Tartak Lipniki. 2400 Gefan⸗ gene und acht Maschinengewehre fielen in unsere Hand.

Die Kämpfe in der Gegend von Prasznysz wurden erfolgreich fortgeführt. Mehrere feindliche Linien wurden von uns genommen und die in den letzten Februartagen heiß um⸗ strittene und von den Russen start ausgebaute Stadt Praszuysz selbst von uns besetzt.

Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Oberste Heeresleitung.

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Der deutsche Sieg in den Argonnen ist vervollständigt worden durch die siegreiche Zurückweisung heftiger franzö sischer Gegenangriffe, die dem Feinde nur neue schwere Ver luste eingebracht haben. Wo aber in den kommenden Tagen der Schwerpunkt deutscher Bemühungen liegen wird, ob im Westen oder im Osten, ist noch nicht zu erkennen. Der Kaiser hat, wie eine der nachstehenden Meldungen mitteilt, vor einigen Tagen mit Hindenburg und Falkenhayn eine bedeutungsvolle Zusammenkunft gehabt, und dort wird man sich wohl für das eine oder das andere entschieden haben. Die Wiedereroberung von Prasznysz wird in den nachfolgen⸗ den Ausführungen eines unserer Mitarbeiter vielleicht et⸗ was zu hoch bewertet, aber wir ersehen aus dem neuesten amtlichen Bericht der Russen, daß Hindenburgs Heere in den letzten Tagen eine außerordentliche Tätigkeit entfaltet haben, während der Feldmarschall in seinen Berichten die strengste Kürze liebt.

In Paris hat man am 14. Juli den Jahrestag der Er stürmung der Bastille sehr redselig gefeiert, und Herr Poin⸗ caré ist aus der Enge seiner jetzigen Hilflosigkeit heraus getreten und hat sein Talent leuchten lassen. Worte, die ver⸗ rauschen, phantastische Ueberhebungen, die mit der traurigen Lage Frankreichs gar zu arg kontrastieren. Man vergleiche damit die schlichte deutsche Feier, die unserem Reichsgrün⸗ der Bismarck galt! Bei allen großen Siegen, bei aller Macht⸗ entwicklung, die die Welt in Staunen setzt, haben wir unsere Feier in bescheidenem Rahmen gehalten. Herr Poincaré hat sich aber nicht damit begnügt, ohne Selbstprüfung seinen Landsleuten das siegreiche Ende dieses Krieges in leuch⸗ tenden Farben auszumalen, sondern er hat auch in dreisten Worten und Beschuldigungen gegen das Deutsche Reich gewütet. Das ist die Größe dieses Mannes, der, ein eitler, ruhmsüchtiger Demagoge, am wenigsten das Zeug besitzt, ehren der Geschichte aufzustellen, oder gar das Ruder des taatsmanns in die Hand zu nehmen. Wir glauben nicht, daß der deutsche Reichskanzler oder die deutsche Regierung sich die Mühe machen werden, dem Gerede des eitlen Volks tribunen eine Erwiderung entgegenzustellen. Welche Emp findungen aber sind es, mit denen wir uns erinnern, daß

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Jahrgang

eßener Anzeig

General⸗Anzeiger für Gberhessen

Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7.

die besten Teile des deutschen Volkes, und auch seine Führer, in den zurückliegenden Jahren sichtlich bestrebt waren, bessere, freundschaftliche Beziehungen zu dem Nachbar- reiche anzuknüpfen? Jede Handlung Frankreichs aber in seinen diplomatischen Unternehmungen war als ein Streich gegen Deutschland gedacht. Genug, wir haben den Herren Poincaré und Delcassé nur zu wünschen, daß, wenn ihre Versprechungen sich nicht erfüllen, die erbitterten Franzosen glimpflich mit ihnen verfahren werden! Hat doch, wie wir gestern berichteten, der Sozialist Hervé gegenwärtig schon ängstlich auf den drohenden Schatten der Zukunft hingewie⸗ sen, auf die heimliche Agitation für den Sturz der Republik, die Frankreich an den Abgrund gebracht hat. *

Einer unserer Mitarbeiter schreibt uns:

Die Wiedereroberung der befestigten Stadt Praszuysz nördlich des Gouvernements Warschau durch die tapferen Hindenburgtruppen ist für die Russen ein drohender Finger- zeig, daß der Krieg im Osten wieder dem Mittelpunkt der polnischen Bühne zustrebt. Man versteht in Warschau den Wink von Prasznysz! Die polnische Hauptstadt ist, wie die Rjetsch feststellt, bereits gänzlich von der Zivilbevölkerung verlassen. Innerhalb von sechs Tagen sollen über 18 000 Personen die Stadt freiwillig verlassen und 80 000 Personen auf Befehl der Kommandantur entfernt worden sein. Aus den Amtsstuben der Zivil- und Militärbehörden hat man alle wichtigen Aktenstücke in das Innere Rußlands geschafft. Auch das Hauptquartier ist verlegt worden. Die Fleisch preise steigen mit jedem Tag, und die Teuerung des Heiz materials hat zu dem Beschluß des landwirtschaftlichen Ministeriums geführt, infolge Mangels an Steinkohlen die Torflager auszubeuten. Groß ist die Furcht vor Zeppe⸗ linen und Spionen. Die Veranstalter aller öffentlichen Ver sammlungen oder Vergnügungen, wie zum Beispiel die Rennleitungen, sind angewiesen, beim Erscheinen feind licher Luftschiffe sofort eine weiße Fahne zu hissen, worauf sich das Publikum zu flüchten habe, und in den Stations- gebäuden der Zweigbahn Jabloma⸗Wawer ist eine Bekannt⸗ machung folgenden Inhalts ausgehängt worden:Auf Ver⸗ ordnung des Kriegsministers i es den Militärpersonen verboten, sich mit Zivilpersonen in Gespräche über militä⸗ rische Angelegenheiten einzulassen. Diese zum größten Teil aus Lodz eintreffenden Nachrichten werden uns durch An- gaben bestätigt, die über Wien einlaufen. Darnach ist man in Petersburg überzeugt, daß das konzentrische Vorgehen der deutschen und österreichischen Truppen neuerdings Warschau in den Bereich der nächsten Kriegsereignisse ziehe. Die militärischen Kreise messen diesmal dem Unter- nehmen gegen Warschau ernste Bedeutung bei und ver hehlen ihre Besorgnisse nicht. Der Generalgouverneur hat eine Reihe außerordentlicher Vorkehrungen verfügt und insbesondere scharfe Maßnahmen gegen Spione und Luft- schiffe angeordnet. Sämtlichebedenklichen Elemente wer den schleunigst aus der Stadt entfernt, und es heißt, daß dies nur geschehe, um dadurch verschleiert eine Räumung Warschaus von der Zivilbevölkerung überhaupt vorzu⸗ bereiten. Alle 1845jährigen Untertanen der mit Ruß- land kriegführenden Staaten, die bisher in Warschau und anderen Städten Russisch-Polens verbleiben durften, sind zur Deportation bestimmt worden. Die Geschäfte der Ver schickten werden geschlossen bleiben. Die Verschickung soll binnen dreier Wochen durchgeführt werden. Ausnahmen sind nur in Bezug auf Personen zulässig, die in Rußland. geboren sind oder in ihrem Aufenthaltsorte Verwandte russischer Staatsangehörigkeit haben. Die Stimmung des Restes der Bevölkerung und der Warschauer Besatzung soll keineswegs zuversichtlich sein. Die Bombenwürfe der Hin denburg⸗Flieger haben bedeutenden Schaden angerichtet. Aber auch die Proklamationen in russischer und polnischer Sprache, die in Warschau aus den Lüften kommen, finden trotz der behördlichen Maßnahmen volle Beachtung. Es wird darin ja nichts übertrieben und nichts törichtes ver sprochen, sondern den Warschauern nur noch einmal ein dringlich zu Gemüte geführt, daß der siegreiche Gegner Rußland im Anmarsch ist, daß die Polen den neuen Schwin deleien der Zarenregierung nicht glauben sollen, weil sie damit nur wieder furchtbar hineinfallen dürften, daß sie aber von einer deutsch⸗österreichischen Besetzung nichts zu fürchten haben.

Nach allem, was man über die Lage auf dem östlichen Kriegsschauplatz weiß, was die Russen selbst, wenn auch nur wie durch einen Schleier, erkennen lassen, wird das Ringen um den Besitz der Festung Warschau kurz und viel⸗ leicht wenig blutig sein. Die ganze Haltung der russischen Streitkräfte, die offenbaren Vorbereitungen eines allgemei nen Rückzugs lassen darauf schließen, daß die Heerführer des Zaren befürchten, von Norden her durch unseren linken Flügel, von Süden her durch österreichisch-ungarische Armee teile umfaßt de werden. Eine alte, theoretische Streitfrage, über die vor dem Kriege in Rußland soviel geschrieben und geredet wurde, ist damit praktisch geworden: ob es nicht vorteilhafter sei, auf die Verteidigung Polens zu verzichten und die ganze Kampffront(nach misßglticter Offensive) in die Linie BjolostokBrest-Litowsk-oberer Bug zurückzu⸗ verlegen. Der starrköpfige Nikolajewitsch wird dagegen sein. Auch der neueHelfer in der Not, General Rußki, wird von solchem Umsturz der ganzen Strategie Rußlands nichts wissen wollen. Aber die Gesetze der Taktik werden be kanntlich vom Sieger diktiert.

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Freitag, 16. Juli 1015

Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mt. 2. viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pi. Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, VBermischtes und Ge richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.

Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.

Wien, 15. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 15. Juli 1915 mittags.

Russischer Kriegsschauplatz

Die allgemeine Lage hat sich nicht geändert.

Am Dnjestr abwärts Nizniow kam es am nördlichen Flußufer an mehreren Stellen zu erfolgreichen Kümpfen unserer Truppen, wobei 11 Offiziere und 550 Mann des Feindes gefangen wurden..

Italienischer Kriegsschauplatz.

Gegen einzelne Stellen des Plateaus von Doberdo unterhalten die Italiener wieder ein lebhafteres Geschütz⸗ feuer. Sie versuchten auch mehrere Infanterieangriffe, na⸗ mentlich zwischen Sdraussinga und Polazzo, wurden aber wie immer unter großen Verlusten zurück geschlagen.. 3

Im Kärtner und Tiroler Grenzgebiet hat sich nichts von Bedeutung ereignet.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Erfolgreiche Offensive gegen die Russen am Dnjestr. Berlin, 16. Juli. Ueber eine neue Offensive in den Bukowina am Dnujester wird demLokalanz. aus Czerno- witz gemeldet: Die am Dienstag eingesetzte Offensiv⸗ bewegung unserer Truppen im Dnyjestrraume dauert erfolgreich fort. Die Zurückdrängung der Russen aus dieser Stellung ist deshalb von großer Wichtig keit, weil der Dnjestrlauf hier im Zickzack geht, das Gelände vielfach dem Feind in den Klüften Deckung bot und schwer zu nehmen war. Seit gestern macht sich eine Rückzugsbewe⸗ 9 gung der Russen aus dem Nordosten der Bukowina nach dem 0 Norden Bessarabiens bemerkbar. 50

Der Kaiser bei Hindenburg und Faltenhayn. 5

Berlin, 15. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Aus Posen 1 wird uns mitgeteilt: Kürzlich weilte S M. der Kaiser 8 und König auf seiner Reise zum Kriegsschauplatz nördlich der Pilica hier. Gleichzeitig war Generalfeldmarschall von Hindenburg hier eingetroffen. S. M. der Kaiser hatte mit ihm und dem Chef des Generalstabs des Feldheeres, General der Infanterie v. Falckenhayn, eine längere Besprechung im Schloß. 0

Der russische Bericht.

Petersburg, 15. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Der Große Generalstab gibt bekannt: Am 12. Juli abends überschritt der Feind den Narew. In der Richtung auf Lomza beschränkte sich der Feind am 12. Juli abends und am 13. Juli auf heftiges Ar⸗ tilleriefeuer. Rechts der Pissa bemächtigte sich der Feind am 13. Juli unserer Schützengräben auf einer Breite von zwei Werst; durch einen Gegenangriff wurde er wieder herausgeworfen. un beiden Luwaufern hartnäckiger Kampf. Bedeutende feind⸗ liche Streitkräfte gingen in dem Abschnitt zwischen den Flüssen Oroyz und Lydinia vor. Ohne sich hier auf einen ent⸗ 5 scheidenden Kampf einzulassen, zogen sich unsere Truppen in der 18 Nacht zum 14. Juli auf die zweite Befestigungslinie zurück. Auf dem linken Weichselufer hat sich nichts verändert. Unsere Armee, die ein Gefecht bei Wilkolatz bestand, nahm in der Woche vom 4. Juli bis zum 11. Juli nach genauer Feststellung 297 Offiziere und 22 464 Soldaten gefangen. In der Gegend von Cholm fan⸗ den an der Volitza Gefechte statt. An den übrigen Fronten die üblichen Infanteriegeplänkel. ö

Ein Eingeständnis der russischen Militärbehörde.

Der folgende russische Geheimbefehl ist in deutsche Hände f gefallen:

Geheimbefehl des Generalkommandos XII. Armeekorps

29./12. Juni 1915, Nr. 181. An den Kommandeur der 12. Inf.-Div.

Das Generalkommando befiehlt, von den eingehenden Brief⸗ schaften alle geschlossenen Briefe zurückzuhalten, besonders solche, die aus dem Ausland lommen, weil diese in leßter Zeit Mitteilungen darüber enthalten, daßes die Sol⸗ daten in der Gefangenschaft sehr gut haben.

Solche Mitteilungen dienen dazu, unsere Soldaten zu verfüh⸗ ren. Es wird daher befohlen, alle derartigen Briefe unter strenger Geheimhaltung an den Leutnant im Korps⸗Stab Is majlow ab⸗ zuliefern. Gemäß telegraphischen Befehls des Stabes VIII. Armee Nr. 23 514.

Unterschrieben: Generalmajor Danilow. 125

Für die Richtigkeit der Abschrift:* unleserlich 27 Hauptmann und Regiments-Adjutant des 46.Dnjepr⸗Infan⸗ terie-Regiments. 5/18. Juni 1915, Journal Nr. 7. An den Führer der 3. Kompagnie.

Auf Befehl des derzeitigen Regiments⸗Kommandeurs beifol⸗ gende Abschrift zur Kenntnis und sofortigen genauen Ausführung.

Alle angekommenen Mauuschaftsbriese sind sofort Seiner Hoch⸗ f wohlgeboren unter strenger Geheimhaltung abzuliefern. f

Unterschrift; unleserlich Hauptmann und Regiments-Adjutant des 46.Dujepr Inf. Regiments.

Mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit geht aus diesem Befehl hervor, daß alle von russischer Seite vor⸗ gebrachten Beschuldigungen über schlechte Behandlung der Gefangenen in Deutschland und Oesterreich bewußte Lügen sind und daß an den maßgebenden russischen Stellen zwei fellos Klarheit darüber herrscht, wie gut die Gefangenen 3 bei uns tatsächlich behandelt werden 5

Die Enttäuschung der itatienischen Soldaten. Berlin, 16. Juli. Aus Kopenhagen wird demBerl. 85 Lokalanzeiger berichtet: Der Kriegsberichterstatter Lengquist, N der gegenwärtig die österreichische Front an der italienischen Grenze 9 1

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