Ausgabe 
(8.7.1915) 158. Erstes Blatt
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110 g Königsberg liegt chädigt 15 wellen kr in Rufidfi⸗Flußz und könne von den englischen iffen erreicht werden. Die Engländer hätten versucht den

torpedieren, aber dieKönigsberg sei durch eine blieb.

geschützt, in der der Torpedo stecken -¼ Aus dem Reiche.

Berlin, 8. Juli. An dem heutigen 77. Geburts- tage des Grafen Zeppelin schreibt der Berliner

Lokalanzeiger: An seiner Wiege ahnte niemand, daß in ihm der Eroberer der Luft erwachsen sollte, auf dessen Leistungen nicht nur sein Vaterland stolz und dankbar, fon⸗ dern auch die ganze Welt staunend sehen würde. Die Boss. Ztg. erinnert daran, daß am 76. Geburtstage Zep⸗ pelins ein Universitätsrektor gesagt habe, die Zeitungen behaupten, der Graf werde heute 75 Jahre alt. Das sei nicht richtig er sei 75 Jahre jung. Das Blatt meint, man möchte diese Wendung auch heute gebrauchen, trotzdem der Graf bei dem Besuch seines Regiments im Felde sagte, das Alter verbiete ihm, wie einst an der Spitze der selbstgeschul⸗ ten Truppe ins Feld zu rücken.

Berlin, 7. Juli(WTB. Nichtamtlich.) Die Fi⸗ nanzministerder Bundesstaaten kommen auf Ein⸗ ladung des Staatssekretärs des Reichsschatzamtes am 10. Juli in Berlin zu einer Besprechung zusammen.

Zu der bevorstehenden Zusammenkunft schreibt die g.: Wie wir hören, handelt es sich bei der Konferenz nicht um die Beratung bestimmter Vor⸗ lagen; der Zweck der Zusammenkunft ist vielmehr eine a. Aussprache über die Finanzlage des Reiches und über die mit der sinanziellen Krie führung zesammenhängenden Fragen. Der Chef der Rei Sfinanz⸗ . legt in der gegenwärtigen Zeit einen ganz be⸗ sonderen Wert auf eine unmittelbare und persönliche Füh⸗ lung mit den Leitern der Finanzen der Einzelstaaten.

Berlin, 8. Juli. Die im deutschen Bauarbeiter⸗ verbande organisierten Steinholzleger Groß⸗ Berlins beschlossen gestern abend, den am 1. August ab⸗

laufenden Tarifvertrag nicht zu kündigen. Der Tarif hat omit nach den Bestimmungen des Verbandsvertrages ein weiteres Jahr Gültigkeit.

Berlin, 8. Juli. Wie dieVossische Zeitung hört, ist der Präsident des Herrenhauses, von Wedel-Piesdorf, sehr schwer erkrankt. Der Zustand des 79jährigen sei besorgnis erregend.

Aus Stadt und Cand. Gießen, 8. Juli 1915.

Die Gärtenbewässerung.

Wenn auch die bösen Folgen der langen Dürre für die allernächste Zeit durch die letzten ausgiebigen Regenfälle ge⸗ bannt erscheinen, so droht das Gespenst der Trockenheit immer noch, zumal der Boden nicht richtig durchweicht worden ist, sondern die ungestümen Wassergüsse zum guten Teil hat ab⸗ fließen lassen müssen. Zudem wird aus verschiedenen Ge⸗ markungen gemeldet, daß die bisherigen Gewitter dort noch keine Spur Regen gebracht haben. Der Kriegswirtschaftliche Ausschuß beimRhein⸗Mainverband für Volksbildung schreibt uns zu diesem Themg⸗

Um den Kulturpflanze N Feuchtigkeit zu ver⸗ schaffen, müssen wir e ittel des Berieselns, ießens, Sprengens, des Boden locke rns und Bedecken desselben mit ab⸗ schließendem Krautwerk anwenden. Das Gießen ist bei starkzehren⸗ den Pflanzen, wie Kohl, Tomaten, Gurken, die wichtigste Kultur⸗ arbeit. Es ist aber zu vermeiden, nur mit wenig Wasser, wenn auch häufig wiederholt, die Bodenoberfläche zu befeuchten, sondern lohnend kann nur ein recht durchdringendes Wässern sein. Das genügt dann vielf selbst bei heißer Witterung für 45 Tage, vorausgesetzt, nach dem Gießen der Boden gelockert wurde Das recht flache Hacken der Oberschicht ergänzt gewissermaßen das Gießen. Es ist zur Erhaltung der Feuchtig⸗ keit im Boden unbedingt erforderlich, um den Zufammenhang der Verdunstungsfläche mit den tieferlikgenden Bodenschichten zu un⸗ terbrechen. Der Wert der Bodenlockerung wird noch erhöht, wenn nach dem Hacken der Boden mit einer dünnen Schicht Laub oder Gras belegt und dies öfter besprengt wird. Dadurch kann auf 719, Tage den Pflanzen ein kleiner Wasservorrat erhalten wer⸗ den. Vielfach liegen nun die Gartengrundstücke und vor allem die in diesem Jahre bewirtschafteten Ackergärten von der nächsten Wasserstelle mehr oder weniger weit entfernt, so daß es den Päch⸗ tern und Besitzern oft nicht möglich ist, das nötige Wasser zu be⸗ schaffen. Es ist daher Aufgabe der Gemeinden und Behörden, den Gartenbesigern auf 5 und praktische Weise er zur Verfügung zu stellen. Durch Ansaugen kann aus vielen Schlauch⸗ leitungen das Wasser ununterbrochen in die vorher eingerichteten Erdrinnen zwischen die Pflanzenreihen fließen oder in größeren Behältern aufgefangen, werden. Wo diese Ausnutzung nicht vorhan⸗ den ist, müssen die städtischen Wasserwagen und Sprengwagen evtl. auch die Feuerwehr mit ihren zahlreichen Schlauch⸗ leitungen aushelfen. Auf das Sprengen in den Straßen wollen wir trotz der 1 gern verzichten, wenn dadurch die Gartenpflan⸗ zen und ihr Ernteertrag gerettet werden können.

Der in den letzten Sätzen eee Wunsch nach Mitwirkung der städtischen Feuerlöschapparate ist auch der Gegenstand von an uns gerichteten Zuschriften, die den Vor⸗ schlag machen, die Autospritze zu dem Zwecke der Gärten⸗ bewässerung heranzuziehen. Wie wir mitteilen können, weist man an der maßgeblichen Stelle diesen Wunsch keines- wegs von der Hand. Soweit es sich um gebahnte Wege handelt, könnte die 400 Liter Wasser fassende Spritze als transportable Zapfstelle dienen, bezw. in der Nähe von Hydranten mit Hilfe des Schlauchmaterials reichlich Wasser in zweckmäßiger Art nutzbar machen. Für den Augenblick erscheint dieser Notbehelf überflüssig; im Hinblick auf viel⸗

leicht wieder eintretenden Regenmangel würde es sich aber

empfehlen, wenn diejenigen, die sich Erfolg von der Maß⸗ regel versprechen, sich dieselbe durch den Kopf gehen lassen, um zu gegebener Zeit mit praktischen Vorschlägen hervor⸗ treten zu können, an die sich die Verwaltung halten kann.

Eine hervorragende Tat beim Gießener Landsturm schildert dieLiller Kriegs zeitung, das bekannte, im Felde gedruckteOrgan unserer Fe auen, wie folgt:Daß man auch in der Etappe sich durch ut und Unerschrockenheit auszeichnen und große Verdienste erwerben bann, Ju folgender Vorfall: Die 5. Kompagnie

udsturm⸗Infanterie⸗ Bataillons Gießen den Auftrag, mit einigen Leuten den in einem fran,

Grenzort liegenden Gendarmerie-Rosten zu verstär⸗ Bevölkerung 8 widerspenstig deer m gegebenen

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Lager versteckter französischer Militärgewehre neuester Kon struktion 250 an der Zahl sowie 20 00030 000 Patro nen zu entdecken. Fliehende sen hatten nach dem Fall von Maubeuge die Waffen die Munition dort ab⸗ gegeben, Zivilkleider angezogen und sich dann in der Um⸗ gegend verteilt. Der Besitzer hatte die Waffen sorgfältig ver borgen, um sie bei der nächsten für uns ungünstigen Wen dung an der Front an seine Leute zu verteilen und uns in den Rücken zu fallen. Trotz aller Vorsicht Kochs muß aber der Besitzer im letzten Augenblick aufmerksam auf die Ent⸗ e sein, denn er ließ sie nachts plötzlich aus dem Versteck, einem Kanal für abziehende Hochöfengase, ent⸗ fernen und in einen 200 Meter tiefen Schacht werfen. Aber auch hier entdeckte die Spürnase Kochs die Vorräte. Es ge lang, den Besitzer festzunehmen und dem Kriegsgericht zu überantworten. Die Waffen wurden in unversehrtem Zu⸗ stande ans Tageslicht be rt. Die 5. Kompagnie aber und der brave Landwehrmann Koch verdienen hohe Anerkennung.

* Den gefallenen Söhnen Oberhessens. Auf Einladung des Provinzialdirektors hat der Provinzial ausschuß im Beisein der Kreisräte die Frage der Errichtung eines Erinnerungszeichens für die dem Kriege zum Opfer gefallenen Oberhessen an einem inmitten der Provinz gelegenen Ort(etwa Hoherodskopf) erörtert und beschlossen, der Anregung zu geeigneter Zeit näherzutreten.

* Obstverwertung. Vor einigen Tagen wurden an dieser Stelle verschiedene Anregungen aus Hausfrauen⸗ lreisen zum Abdruck gebracht, die sich mit der Sicherstellung unseres Obst- und Gemüsebedarfs auch für den Winter befaßten bezw. Vorschläge machten, auf einfache und zweckmäßige Art die r der Obstvorräte 2 erzielen. In Frankfurt hat nun derNationale Frauen-

ienst zweiBetriebsstellen für Einkochen und Dörren errichtet, die dem erwähnten Ziele anscheinend auf eine sehr zweckentsprechende Art nahezukommen suchen. In diesen beiden Stellen stehen jeder Hausfrau von mor- gens 8 bis abends 6 Uhr, ausgenommen an den Samstagen, gegen ein ganz geringfügiges Entgelt die Einrichtungen zur rationellen Herstellung von Obst- und Gemüsekonserven aller Art zur Verfügung, wie Darren, Trockenöfen, Obst⸗ pressen, Schabemaschinen usw. usw. Die Gläser und das Material bringt sich jede Hausfrau mit, und in ihrer oder einer Stellvertreterin Anwesenheit und unter ihrer tätigen Mitwirkung werden alsdann die Arbeiten vorgenommen. Die beiden Betriebsstellen werden von je einer Hauswirt⸗ schaftslehrerin mit den entsprechenden gel i eleitet. Auf diese verhältnismäßig einfache Weise ist unzähligen Hausfrauen Gelegenheit 1 Wintervorräte zu sam⸗ meln. Die Methode ist vielleicht auch für unsere Verhältnisse

beachtenswert.

Vortrag. Wir vexweisen hiermit nochmals auf den heute abend im großen Hörsaal der Aula stattfindenden Vortrag des Herrn Dr. Gundermann überDie Röntgenstrahlen im

Dienste der Kriegs⸗Chirurgie. ** Unterhaltungsabende. Am Freitag und Samstag finden im Café Amend Deutsch⸗Türkische Abende zu⸗ unsten der deutschen Militär⸗ und Zivil⸗Gefangenen im Aus⸗ ande statt. Zwei türkische Hofzauberkünstler sind für die Abende gewonnen. Der Vortragskünstler Rolf Garden ⸗Berlin wird

mit ernsten und heiteren Vorträgen aufwarten.(Siehe Anzeige.)

Das Theater des Rhein⸗Mainischen Ver⸗ bandes für Volksbildung wird mit Genehmigung des Generalgouverneurs in Brüssel sich Mitte dieses Monats nach Belgien begeben, unn dort unter der Leitung von Direktor lir Hauser vor unseren deutschen Land⸗ sturmg 8 onen zu spielen. Der Aufenthalt des Theaters in Belgien ist vorläufig auf einen Monat berechnet und so gedacht, daß die Vorstellungen vor allem den klei

neren und entlegenen Landsturmgarnisonen zugute kommen. g

Landkreis Gießen.

* Bellersheim, 6. Juli. Pfarrer König und Frau feierten das Fest der filbernen Hochze lt. Während in der Umgegend schon mehrmals ausgiebiger Regen fiel, hat es hier sast nicht geregnet, so daß sich insolge der Trockenheit bereits Futtermangel fühlbar macht. Die Winterfrucht hat sich trotz der lange anhaltenden Trockenheit vorzüglich entwickelt, ebenso ist Gerste sehr gut im Korn geworden. Haser wird allerdings einen Ausfall an Körnergewicht ergeben. Für Kartoffeln wäre ein guter Regen sehr erwünscht, da sich schon jetzt ein schlechter Stand der Kartosselstauden bemerkbar macht. Der Knollenansatz ist gering und der Mangel an Feuchtigkeit läßt die Knollen nicht zur richtigen Ausbildung kommen. Hoffentlich stellt sich auch hier bald ein aus- giebiger Regen ein und belebt wieder die Hoffnung auf eine einiger maßen normale Kartoffelernte. Mit den Erntearbeiten wurde heute bereits begonnen.

Kreis Alsfeld. Aus dem Ohmtal, 7. Juli. Welchen Erfolg die drin⸗ end nötige Vertilgung der Kohlweißlinge durch die Schiler hat, zeigt folgendes Beispiel. Ein Lehrer hatte seiner Klasse die Schädlichkeit der Kohlweißlinge auseinandergesetzt und die Schüler gebeten, am anderen Tage so viele Schmetterlinge dieser Sorte mitzubringen, als sie könnten. Die Kinder brachten davon 1788 Stück mit. Ein Schüler hatte allein 205 gefangen. Wenn alle Schulklassen in dieser Weise den Krieg gegen die Kohl⸗ weißlinge führten, könnte der Erfolg nicht ausbleiben. Kreis Schotten.

Rupperts burg, 4. Juli. Wieder hat das Vaterland ein Opfer gefordert. Vergangene Woche traf hier die Nachricht ein, daß der Landwehrmann Heinrich Wagner in Galizien auf dem Felde der Ehre gefallen sei. Er ist das neunte Opfer aus unserem knapp 700 Einwohner zählenden Orte.

Vom vorderen Vogelsberg, 7. Juli. Der vor- gestrige Gewitterregen, der dem vor acht Tagen nieder- gegangenen folgte, hat den Stand unserer Felder wunderbar ge hoben. Die Hackpflanzen sind angegangen und stehen straff. Auch die Sommersrucht ist noch emporgewachsen. Der Hafer sieht meist dunkelgrün aus. Ganz besonders üppig stehen die Kartoffeln, denen die Trockenheit eher förderlich als hinderlich gewesen. Die Kar- loffel verlangt nur wenig Regen, die Nässe schadet ihr. Das zeigte auch das vorige Jahr. Die Wiesengründe sind in frisches Grün gekleidet. Nur für Bergwiesen und Kleefelder reicht der Regen

10 50 Kreis Friedberg.

d Bad⸗Naubeim, 7, Julf. Aus Nauheim wird uns ge⸗J wird

schrieben: Wir sind nun auf dem Höhepunkt der Kurzeit angelangt. Wenn er auch ein wesentlich anderes Aussehen hat als sonst und das Kurleben in ruhigeren Bahnen dahinfließt als dies in Fri iten der Fall zu sein pflegt, so kann man doch im allgemeinen mit dem Besuch zufrieden sein. Bad⸗Nauheim ist eben mit den Jahren für Unzählige unentbehrlich geworden. Sie wollen ihre alljährliche Kur hier, die ihre Natur erfrischt und belebt, nicht missen. Und wenn sie hier eintreffen, da freuen sie sich u sehen, daß alles beim alten ist. Die Badehäuser sind in vollem Hetrieh, frühmorgens beim Konzert in der Trinkkuranlage herrscht reges Leben und nachmittags und abends trifft man sich auf der Kurhausterrasse. Das Winderstein⸗Orchester spielt in voller Stärke und das Kurhausthegter, das über gute Kräfte verfügt, gibt vier⸗ mal wöchentlich Vorstellung. Die Tennisplätze und der Golfplatz, die sich durch Schönheit der Lage und ihre vorzügliche Instand⸗ haltung auszeichmen und in den letzten Jahren Schauplätze bedeu⸗ tender Turniere waren, sind zum Spiel geöffnet. Am großen

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werb sehr eifrig ber Wigel⸗ und Rudersport betrieben. In letzten wirkte in einem Philharmonischen Konzert der Kurkapelle der Kgl. Hofopernsänger de Garmo aus Wiesbaden mit. Er errang sich durch seinen prächtigen Baß⸗Bariton und den en dramatis. Vortrag Strauß' scher Lieder die stürmische Anerkennung des Publikums. In dieser Woche hielt der Schrift⸗

steller Herr Foelsch⸗Rogewo(Berlin) einen Vortrag über Generalfeldmarschall von Hindenburg und seine Kriegsschauppfätze, der sehr gut besucht war.

Kreis Wetzlar.

s Albshausen, 7. Juli. Den Tod fürs Vaterland st a rb Vizewachtmeister Karl Kempff, Ritter des Eisernen Kreuzes. b. Burgsolms, 7. Juli. Schrankenwärter Friedrich Heinz, der aus einem bereits in Bewegung befindlichen Zuge ein herausgereichtes Päckchen abnehmen wollte, wurde beim Ueber⸗ schreiten des Gleises von einem herannahenden Triebwagen gefaßt und getötet.

Gerichtssaal.

Metz, 7. Juli.(Priv.-Tel.) Unter der Anklage, das Eißen⸗ bahnunglück von Woippy am 2. Januar 1915 verschuldet zu haben, bei dem 7 Militärurlauber getötet, 3 schwer und 22 leicht verletzt wurden, stand der Lokomotivführer Nikolaus Rimert aus Trier heute vor der Metzer Strafkammer. Die Ver- handlung ergab, daß der Angeklagte das Warnungssignal über- fahren, das Haltezeichen des Weichenstellers nicht beachtet hatte und so auf das Stumpfgleis geraten und auf den Prellbock aufgefahren war, wodurch auch mehrere Wagen des Zuges zertrümmert wurden. Rimert wurde unter Berücksichtigung seines leidenden Zustandes zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt.

5 Vermischtes.

Berlin, 7. Juli(Priv.⸗Tel) DasBerl. Tageblatt meldet aus München: Bei der englischen Kabitalisten gehören⸗ den Zellulosefabrik Hallein stieß man bei der staat⸗ lichen Beschlagnahme auf bedeutende Steuerhinterziehungen. Für die Stadt Hallein kommen etwa 800 000 Kronen, für das Land 400 000 Kronen in Frage. ö

Breslau, 7. Juli. DieSchlesische Volkszeitung meidet: Am Dienstag abend brach im Hause des Bäckermeisters Heller in Sorau bei Waldenburg ein Dachstuhlbrand aus. Da die Bewohner bereits schliesen, konnte sich das Feuer unbemerkt 8 70 ganzen oberen Teil des Hauses ausbreiten. Sieben Personen,

eh. Bingen, 7. Juli. Markftpreise. Weizen Mk. 00,00, Korn Ml. 0%, Gerste Mk. 00,00, Haser Mk. 00,00, eu Mk. 6,00, Stroh Mk. 5,00, Kartoffeln Pt. 10,0, Erbsen Mk. 60,00, Linsen k. 00,00, Bohnen 00,00 Weißmehl Mt. 4500, Roggenmehl Mk. 38,00; alles für 100 Klgr. Butter 1 Klgr. Mk. 3,40, Milch 1 Liter 24 Pig., Eier 10 Stück Mk. 1.10.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 9. Juli 1015: trocken, keine erhebliche Temperaturveränderung, weftliche Winde.

Müllersche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 8. Juli 19 R.

Letzte Nachrichten. Eine deutsch⸗bulgarische Liga. 8

Sofia, 8. Juli. Eine deutsch-bulgarische Liga 1 nach Mitteilungen hiesiger Blätter in studentischen Krei⸗ 1 ins Leben gerufen worden. Die Vereinigung bezweckt ie kulturelle und politische Annäherung Bulgariens an Deutschland und Oesterreich-Ungarn.

Die Kämpfe an der bessarabischen Grenze..

Czernowitz, 8. Juli. An der bessarabischen Grenzfron und den bewaldeten Grenzhöhen sind andauernde Artil⸗ leriegefechte im Gange. In Czernowitz ist der Kanonendonner zu hören. Wegen der ihnen durch die österreichische Artillerie zu⸗ gefügten großen Verluste haben die Russen Teile ihrer bisher inne⸗ ehabten Stellungen räumen müssen und sich zu ü 5 östlich Czernowitz verlaufen die Kämpfe erfolgreich für die öster⸗ in großer Zahl i reichi Fro en, r mäßig zuxückgetrieben worden, wobei zwei russische Flieger 1 Beschädigungen erlitten.

Beim Kampf um Przemysl gefallen. a

Lugano 8. Juli. Wie aus Petersburg gemeldet wird, sind bei dem Kampfe um Przemysl die Generale Kusmin und Karajeff gefallen, ebenso der bekannte Militärschriftsteller und Politiker Raabe, der Instrukteur des Thronfolgers und 22 Obersten. Frankreich bereitet sich auf einen neuen Winterfeldzug vor.

Amsterdam, 8. Juli. Die französische Presse bereitet das Publikum auf einen neuen Winterfeldzug vor. Einzelne Stimmen verlangen, das Heer solle sich solange ganz in der Defensive halten, bis neue Vorräte an Munition 1 seien. Um zu verhindern, daß dem Feinde Licht⸗ signale gegeben werden, läßt die Pariser Polizei jetzt nachts alle erleuchteten Fenster streng bewachen. Die Amster⸗

damer Polizei beschlagnahmte wegen Verletzung der Neu⸗

tralität eine vom Komitee Volkswehrpflicht! Schrift, die den Titel trägtDenkt an Belgien, so ebenso ergehen?

Ein Fliegerangriff zur Set.

Rotterdam, 8. Juli. Gestern abend zwischen 7 und Uhr warfen deutsche Flieger zwischen Leuchtschiff Noordhinder und Gelopperfeuerschiff Bomben auf den englischen DampferGroningen ab. Mannschaften des holländischen dampfersHollandia erzählen, dieGroningen sei zwei Meilen hinter derHollandia gefahren, als zwei Flieger gesi wurden. von denen einer eine Bombe auf dieGroningen warf. Man hörte starke Explosionen und sah, Waffersäulen aufsteigen Eine Bombe fiel zwar dicht hinter derGroningen ins Wasser, richtete aber keinen Schaden an. Das Schiff stoppte anfangs, dann aber mit voller Kraft weiter.

Kriegsmaterial für Rußland. a

Bukarest, 6. Juli. Dem BukaresterUniverful wird aus Galatz gemeldet: Vorgestern abend sind vier große russische Schiffe mit acht Schleppern in der Richtung gegen Reni an der Donau abgefahren. Auf deuselben Schiffen wurden in der vorigen Woche Lebensmittel nach Serbien befördert, jetzt haben sie Munition für Rußland an Bord, die über Galatz befördert wird, in Saloniki ausgeladen und durch Serbien transportiert

Deutsche Gefangene als Arbeiter in Rußland.

Kopenhagen, 8. Juli. Nach einer Petersburger Meldung derTimes arbeiten gegenwärtig 30 000 deutsche und österreichisch-ungarische Gefangene in den Berg⸗ werken am Don. Sie erhalten angeblich die Hälfte des üblichen Lohnes. Der Rest der Gefangenen wird zu Erntearbeiten, haupt⸗ sächlich im oberen Wolga-Gebiet, kommandiert. In ganz Rußland

es uns

macht sich der Mangel an Erntearbeitern äußerst fühl⸗ bar.

Die italienische Ernte.

Ingano, 8. Juli. Halbamtlich wird jetzt im Gegensatz zu früheren Meldung zugegeben, daß für die italienische Ernte schlechte Aus sich ken bestehen.

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