Ausgabe 
(7.7.1915) 157. Erstes Blatt
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aus Altenkirchen. Re 5 75 5 5 fl gi Greifenstein, Gefr. im Landw. ⸗Inf. Regt. 116. Unkeroff. Fritz Kraus aus Ehri Shirtsen, f 5

Wilh. Schindel aus Ebersgöns, beim Inf.⸗Regt. 168. Vizeseldw. d. R. Heinr. Löw aus Niederbrechen, bei der 1. Mun.⸗Kol. des 12.

nungen des Krieges ist, die

rodskop hielt der

eerstel

r 4 g der Sonder⸗Voran werden mußten, waren einstimmig. S teilte der Oberbürgermeister mit, daß er in

dneten Versammlung eine Vorlage betr. eine Teuerungszulage die städtischen Arbeiter machen werde.

Aus Stadt und Land. Gießen, 7. Juli 1915.

Ritter des Eisernen Kreuzes. Feldwebel Otto Bangel, Inf-Regt. 57, aus Waldgirmes. Musketier 2 lm Wagner, Res.⸗Inf. Regt. 253, aus Krofdorf. Res.

Heinrich Läufer beim Stabe des 1. Batl. Res.Fuß⸗Art. 3, Bauführer A. 3 aus Wetz⸗ arde-Pionier-Batl. Lehrer Höch sst aus

Fußart.⸗Regt. 3. Unteroff.

Armeekorps. Unteroff. Jean Wie⸗ land von Friedberg. Kan. im 1. Garde⸗Res. Fel-Art.⸗Regt. Emil Kasper von Liederbach. Kriegsfreiw. Unteroffizier Artur Fischer aus Haiger. Unteroff. Bruno de Lall, beim Generalkommando des 18. Reservekorps(früher Inf. Regt. 116). Kriegsfreiwilliger Gefr. Gustav P Jun be Inf. t. 222, aus Gießen. A r Dr. Albert Luzius aus Usenborn, Landw.⸗Inf.-Regt. 87, Kriegsfreiw. Lehrer Rich. alter aus Dauernheim, Uffz. im Inf.⸗Regt. 168. Gefr. Philipp Pfeffer aus Bad⸗Nauheim. Üffz. Stefan Stern aus Ostheim. Gefr. Paul Heineck aus Freiensteinau, n 118. Leutn. Karl Fuchs aus Diez, Inf.-Regt. 87. fz. Wilh. Lotz aus Hirschberg, Unterlahnkreis, Landw. N 87. Marine-Oberarzt Dr. Otto Sommer aus Ems. Feldwelleutn. H. Schuff aus Diez. Leutn.

3 8 vom 1. Ersatzbat. des Res.-Inf.⸗Regts. 8, aus

erhörgern.

Auszeichnung. Den Angehörigen unserer 1186er Regi- mentsmusit Hoboisten Sergeant Albin Herb st und Hoboisten Sergeant Kurt Gehde wurde die Sachsen- Altenburger Tapserkeitsmedaille verliehen.

Amtliche Personalnachrichten. Die Groß- herzogin hat am 30. Juni d. Js. den ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule zu Darmstadt Geheimen Baurat Otto Berndt sür die Zen vom 1. September 1915 bis 31. Auguft 1916 zum Rekgor dieser Hochschule ernannt. Am 5. Juli d. Is. wurde der Großh. Pfandmeister Christian Bau sch zu 17 55 i. O. in gleicher Diensteigenschast in den Veilreibungsbezirk

ieburg versetzt.

* Die Steuererhöhung wurde in der gestrigen

Sitzung der Stadtverordneten mit 12 gegen 7 Stimmen im

Rahmen des Voranschlags angenommen. Nachdem der ganze Etat Titel für Titel in zwei besonderen Kommissivnen . ssenhaft geprüft, und 3 auch in der vorletzten Stadtverordnetensitzung die age der Steuererhöhung reichlich besprochen worden war, kürzte man auf 1 aus der Mitte der Versammlung die Generaldebatte ab und verzichtete auf die Spezialdebatte gänzlich, so daß die gestrige Sitzung trotz dem wichtigen Gegenstande der Tagesordnung in einer knappen Stunde erledigt war. 9 anderen Zeiten würde die wichtige kommunale Vorlage,

schiedet wurde, namentlich auch in der Bürgerschaft eine viel weitergehende Anteilnahme gefunden haben, als man es unter den gegebenen Umständen bemerken konnte, und namentlich eine 30prozentige e würde sonst reichlich Staub aufgewirbelt haben. Diesmal aber beschränkte sich in der ganzen Steuerdebatte der Gegen

saß, zum größten Teil auf die verschiedenen Ansichten, die man Labwend⸗ der Steuerfähigkeit der Vermögen hegte, während der Einkommensteuer⸗

der Stadtverordneten dem Tedanken verschloß, daß gerade die gegenwärtige Zeit eine Steuererhöhung denkbar un günstig sei, so 1215 gelang es den Bemühungen der Sonder⸗ kommissionen, für den etwaigen mae ei Verzicht auf die

erhöhung ein Gegner nicht 1 So wenig man sich seitens

im Voranschlag vorgesehenen Steuersätze den unbedingt nöti gen Ersatz zu finden. Die Kommission, die den Etat zum zweiten Male gesondert beraten hüt, schlug im ganzen 27500 Mark Ersparnisse vor; auch sis hätten im Fall ihrer An⸗ nahme den Steuerausschlag nur ganz unwesentlich beein⸗ flussen können. Es heißt also, sich mit dem Gedanken trösten, daß der veränderte Steuerzettel auch eine der Begleiterschei⸗ g man selbst anderwärts in vielen Gemeinwesen mit günstigerer. Finanzlage nicht hat umgehen lönnen. Die beiden ersten Steuerziele sind bereits in diesem Monat fällig; sie zu trennen war zwecklos, da sonst ein Ziel

mit der Erhebung der Staatssteuer zusammengefallen wäre.

* Unsere Kriegsbeschädigten. In der weiteren Folge der alademischen Kriegsvorträge sprach Prof. Dr. Brü⸗ ning uüber die Behandlung der Kriegsbeschäbigten. Nachdem der Redner darauf hingewiesen hatte, daß mit n Krieges unsere Aufgaben noch nicht erfüllt find, sondern daß dann noch große Arbeiten unserer warten, besprach er furz die San keit schnellet 815 für unsere verstümmelten Krieger. Es ist wich⸗ tig, baß die Soldaten möglichst schon während der Mundheilung wieder an eine geregelte Tätigkeit gewöhnt werden, oder daß sie einen neuen Beruf erlernen, falls ihre Verletzung derartig ist, daß sie der früheren Veschäftigung nicht mehr nachgehen können. Der geeignete Ort für diesen Unterricht sind die schon bestehenden Krilp⸗ pelheime und die neueingerichteten Werkstuben. Darauf wurden kurz einige der haufig en Verwundungsfolgen besprochen, die eine Hilse des orthopädischen Chirurgen nötig machen. Es wurde gezeigt, daß man durch Ueberpflanzung von Knochenstück chen, von Sehnen und Nerven, ja sogar ganzer Gelenke von Le⸗ benden oder 3 Verkrüppelungen bedeutend bessern und so die Erwerbssähigteit des Verstümmelten bedeutend erhöhen kann. Es gelingt, versteifte Gelenke wieder beweglich zu machen, ausgeblie bene knöcherne Vereinigung bei Brüchen oder Schlottergelenke bei 1 7 zu versteisen. Erst wenn durch einen operativen Ein griff leine Besserung mehr zu erwarten ist, soll man zu Schienen-

ülsenapparaten seine Zuflucht nehmen, die bei gänzlichem Ver⸗ ust der Extremitäten natürlich die wichtigste Rolle spielen. Ein einfacher Stelzfuß, eine Arbeitsgreifklaue sind den komplizierten Prothesen vorzuziehen. Für die wach bi Handwerker, beson⸗ ders aber A ir den Staat, erwͤchst die Pflicht, solche Kriegs- beschädigte, die sich nach einem anderen Beruf haben. müssen, in ihren Betrleben anzustellen. Es müssen auch Erwerbs möglichkeiten geschaffen werden. Nach den Bemühungen zu schließen, die jetzt überall in diesem Sinne gemacht werden,

rd es uns gelingen, die Wunden, die dieser große Krieg schlug, schnell zu heilen und aus den almosenempfangenden mißgestimmten Verwundeten zufriedene Steuerzahler zu machen. An einer Reihe von Lichtbildern wurde gezeigt, wie sich Verkrüppelte in verschie⸗ denen Berufen betätigten.

Vogelsberger Höhen⸗Club. Auf dem Hohe

eee des V. H. C, bei recht

reger Anteilnahme von Mitgliedern und Gästen aus allen Teilen rbandsgebietes seine degree Hauptversammlung ab. In ußungsansprache 25 der, Vorsitzende, Kreisrat Dr.

c- Schotten, im Felde gefallenen und noch kämpfen m V. H. C.; dann ermahnte er die Zweigvereine, die 2 ae u erziehen, wie ihn seit

n betätigen. Dem

*

2 bon ben

e gestern verab- auch

Jahresbericht zufolge beteiligten sich die einzelnen Orts⸗ ruppen 15 opferwintsaster Weise an den. für die not⸗ leidenden Ost⸗ und Westmarken, das Rote Kreuz und die Kriegs⸗ jürsorge. Die Mitgliederzahl des V. H. C. sank zwar infolge des Krieges, dürfte aber durch viele n die alte Höhe bald wieder errei Die Jahresrechnung für 1914 schließt bei 6906 Mark Einnahmen mit einem Ueberschuß von 2048 Mark ab, die 1 Tilgung von Schulden verwendet werden sollen. Für das Ge⸗ chäftsjahr 1915 setzte man den Haushaltsplan in Ein⸗ nahmen und Ausgaben mit 6220 Mk. fest. In den Vorstand wur⸗ den wiedergewählt Kreisrat Dr. Merck⸗Schotten und Dr. med. Bruchhäuser⸗ulrichstein und neugewählt Buchdruckereibesitzer Engel und Rechner Glock, beide aus Schotten. Nach der Er edigung weiterer geschäftlicher Angelegenheiten innerer Art ver⸗ einigten sich die Mitglieder des V. H. C. zu einem gemeinsamen

Mahl im Klubhaufe. 5 Die Antrittspredigt Pfarrer Mahrs vom 20. Juni ist im Druck erschienen. Das Schriftchen kommt einem

Wunsche zahlreicher Pfarrangehörigen enkgegen. Oeffentliche Bücherhalle. Im Juni wurden 2054 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1118, Zeitschristen 141, Jugendschristen 280, Gedichte und Dramen 35, Literaturgeschichte 16, Länder- und Völkerkunde 50, Kulturgeschichte 33, Geschichte und Biographien 135, Kunstgeschichte 23, Naturwissenschaft und Technologie 85, Heer- und Seewesen 28, Haus- und Landwirtschaft 17, Gesundheitslehye 10, Religion und Philosophie 43, Staatswissenschast 38, Sprachwissenschast 10, Fremd- sprachliches 36 Bände. Nach auswärts kamen 75 Wände.

* Die Heidelbeerernte. Wenn die Übervollen Blütendolden der Heidelbeeren vor Wochen eine aus⸗ gezeichnete Ernte versprachen, so bringt der Ertrag gegen wärtig doch nicht den erwarteten reichen Segen. Die sen⸗ gende Hitze der letzten Wochen hat die Beeren in der Ent wickelung außerordentlich beeinträchtigt. Die Früchte sind durchweg klein geblieben, vielfach sind sie sogar runzlich, so daß das Einsammeln recht mühselig und wenig loh⸗ nend ist. Infolgedessen halten sich die Preise in ziemlicher Höhe und werden auch wohl kaum. sinken. Von den Großhändlern werden übrigens vielfach in diesem Jahr die Ernten ganzer Waldgebiete Sufastauft und unverzüglich den nere tnsabelten zugeführt.

* Plerdeversteigerung. Freitag, den 9. Juli, vor- mittags 10 Uhr, findet im Hose des Jagdschlosses Kranichstein eine Versteigerung von 63 aus Velgien eingeführten Fohlen statt. An der Versteigerung können nur hessische Landwirte teilnehmen, welche eine Bescheinigung ihrer Bürgermeisterei beibringen, daß ihnen Pferde bei der Mobilmachung genommen worden find. Die Versteigerung erfolgt gegen Barzahlung.

Kreis Schotten.

O Schotten, 5. Juli. Dem Feldpostsekretär Mels ki von hier wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen, nachdem er bereits etwas früher mit der hessischen Tapserkeitsmedaille aus gezeichnet worden war.

Gedern, 6. Juli. Den Tod fürs Vaterland starb der von hier gebürtige Lehrer Hermann Kro mm. Bis zu seinem sreiwilligen Eintritt in den Heeresdienst wirkte er in Volxhelnm in Rheinhessen und erwarb sich im Felde das Eiserne Kreilz.

Aus dem Kreise Schotten, 6. Juli. Der fetzt schon vorbereitete weitere Ausbau der oberhess. elektischen Ueber- landzentrale Wölfersheim wird in den Gemeinden des Kreises Schotten, die ben Mangel und dan hohen Preis des Pe troleums in der Kriegszeit nur zu empfindlich schon gespürt haben, lebhaft begrüßt. So haben sich schon die Gemeinden Hartmanns hain, Lardenbach, Solms Ilsdorf, Herchenhain, Klein-Eichen, Freienseen, Groß-Eichen, r für den weiteren Anschluß bereit erklärt Mit Weseimnttbeit kan man sagen, daß die wenigen übrigen Gemeinden des Kreises, die für den weiteren Anschluß vorerst in Betracht kommen, sich noch anschließen werden. Leider kann erst nach Friedensschluß an die Ausführung des Planes gedacht werden; da entsprechende Arbeiter nicht zur

Verfügung stehen. 5 . Kreis Friedberg.

O Bad- Nauheim, 6. Juli. In der am Freitag statt⸗ gefundenen geheimen Sitzung der Stadtverordneten wurde der langjährige 1. Beigeordnete und Ortsgerichtsvorsteher Reinhard Kniersem auf sechs weitere Jahre einstimmig zum Bel geordneten gewählt.

h. Nie derslorstadt, 7. Juli. Altbürgermeister Heinrich Wilhelm Alles feiert heute in voller Frische des Gelstes und des Körpers seinen 80. Geburtsta g.

Kreis Wetlar.

w. Wetzlar, 6. Juli. veute wurde hier der 8 jährige Lehrer a. D. B. Gaul, früher in Oberbiel, beerdigt. Ge- reer(Lehrer) Höch ei- Greisenstein wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Leutnant der Reserve Lehrer Such an- Krofdorf liegt schwer verwundet im Lazarett zu Kolmar, und Lehrer Frig Arendt-Oberbiel, starb den Heldentod.

w. Wetzlar, 4. Juli. Auf Grund des Stadtverordneten beschlusses vom 30. März 1915 werden in der Stadt Wetzlar für das neue Rechnungsjahr an direkten Steuern erhoben? 225 Prozent zur Staatseinkommensteuer, einschließlich der Foren⸗ sen, für Einkommen von nicht über 900 Mark 100 Prozent, 456 Prozent der staatlich veranlagten Grundsteuer, das sind drei vom Tausend der Steuer nach dem gemeinen Werte neben 200 .. der staatlich veranlagten Gebändesteuer, 225 Prozent der Hewerbesteuer und 225 Prozent der Betriebssteuer. Der Beschluß ist unterm 31. Mai 1910 vom Bezirksausschuß Koblenz genehmigt und hat am 19. Juni 1915 die Zustimmung des Oberpräsidenten.

erhalten,

Aus dem Hüttenberg, 4. Juli. Obervräsident, Staatsminister a. D von Rheinbaben besuchte gelegentlich seiner Anwesenheit in unserer Gegend auch mehrere Gemeinden der Bürgermeisterei Groß- Rechtenbach. Besondere Au. merksamkeit erregten die alten Fachwerkhäuser von Ohly und Messerschmidt in Niederkleen, Witwe Rörig in Oberkleen, sowie die alten schönen Trachten der Hüttenberger Frauen und

Mädchen. g Hessen-Nassau.

h. Frankfurt a. M., 6. Juli. In der vergangenen Nacht 1 der 47jährige Bäcker August Bertz aus dem Fenster einer im ersten Obergeschoß der Alten Mainzergasse 16 belegenen Wohmung auf den Hof, wo er heute früh tot aufgefunden wurde. Am alten Giunheimer Badeplatz ertrank beim Baden in der ossenen Nidda der 57jährige Privatmann Georg Bickel aus der Gustav Freytagstraße 10. Der 26jährige Buchhalter eines hiesi⸗ gen Eisenwarengeschäfts erschoß sich heute nacht am Goldfisch⸗ weiher in der Taunusanlage. Bei dem Toten sand man etwa 1200 Mark bares Geld vor. ö

E Fulda, 6. Juli. Ein außergewöhnlich schweres Opfer für das Vaterland haben die Bauersleute Erber in dem Rhöndorfe Unterelsbach bringen müssen. Von ihren sechs Söhnen, die für das Vaterland kämpfen, sind bereits fünf auf dem Felde der Ehre gefallen. ä c ů ů ů ů

Gerichtsfaal.

Berlin, 7. Juli. Durch das Landgericht in Franken thal wurde der Fabrikdirektor Gauß wegen Wehrsteuer- hinterzlehung, wie dasBerliner Tageblatt sich melden läßt, zur Zahlung einer Geldstrase von 255000 Mark verurteilt. Das Gericht erkannte dabel auf die Höchststrase, die den 20 fachen Betrag der gefährdeten Summe vorsieht.

Vermischtes.

Die wiedererstandene Jungfrau von Orleans. Ein in New York wohnhafter Franzose richtet, wie die Mitteilungen des Vereins für das Deutschtum im Ausland demGermania Herold in Milwaukee entnehmen, an eine der dortigen deni indlichen Zeitungen eine Zu⸗ schrift, die für die lebhafte Phantasie der Franzosen ebenso

..

N*

ungemein A ist, wie für die Aufnahmefähigkeit amerikanischer Leser. Sie lautet in wörtlicher Uebersetzung:

Erst vor einer Woche hörte ich von einem Verwandten, der in der französischen Stadt Blois(Garonne) lebt, und er erzählt, in seinem Briefe, daß seine Tochter Juliette jeden Tag die ran⸗ zösische Kavallerie in den Gräben bei Verdun mit Kaffee erchlickt. Sie trägt ihn jeden Nachmittag um 5 Uhr in einem großen Topf von ihrem Hause nach diesen Gräben. Sie sagt, sie würde der Stunde wegen lieber Tee bringen, wenn nicht die Teeblätter auf die Neige gegangen wären. An einem Nachmittag verließ sie un⸗ bekümmert wie gewöhnlich ihr Haus, als in einer Entfernung von einer Meile ganz unerwartet eine deutsche Patrouille erschien. Sie sprang sofort hinter einen großen Felsstein, wo sie einen Besenstiel fand, mit dem sie sich gegen die Deutschen zu verteidigen gedachte. Als sie kamen(es waren ihrer zwanzig), richtete sie den Besenstiel auf sie, um sie glauben zu 1 es sei ein Schnellfeuergeschütz. Sie rief ihnen zu, die Hände hoch zu heben, was sie auch prompt taten, nachdem sie ihre Gewehre fort⸗ schaft e hatten. Sie sprang nun hervor, nahm die ganze Gesell⸗ chaft gefangen und brachte sie zu dem Kommandeur des Grabens, der das Eiserne Kreuz von seiner Brust nahm und es ihr gab. Es war nämlich ein Elsässer und hatte das Eiserne Kreuz bei den Kämpfen gegen die Hereros in Afrika gewonnen.

Wir freuen uns schon auf das Standbild, das das dankbare Frankreich dieser neuen Jeanne d'Arc errichten wird. Hoffentlich vergißt der Künstler den Besen nicht und wählt als Aufschrift das Schillerzitat: Johanna geht und nimmer kehrt sie wieder.

Märkte. le, Frankfurt a. M., 7. Juli.(Orig.⸗Telegr. desGieß. Anz.) Fruchtmarkt. Vel schwachem Verkehr, ruhigem Geschält, geringem Besuch und knappem Angebot ist die Lage auf dem heutigen Fruchtmarkt unverändert. Es wurde zu folgenden sest gesetzten Höchstpreisen gehandelt: Weizen 29,45 Mark, Roggen 25,45 Mk., Gerste 29,25 Mk., Haser 27,30 Mk. Kartoffeln notierten nicht.

FO. Wiesbaden. Viehhof⸗ Marktbericht vom 5. Juli. Austrieb: 156 Rinder(darunter 47 Ochsen, 26 Bullen, 183 Kühe und Färsen), 344 Kälber, 93 Schase, 410 Schweine.

Marktverlauf: Geschäst schleppend, Großvieh und Schweine ge ringer Ueberstand. Preise für 100 Pfd. Lebend- Schlacht;

Ochsen. ge wicht. Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht? Mk. Mk. wertes im Alter von 47 Jahren.. 6268 120 130 Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere eee.. 5660 110-118 Bullen. Vollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtw. 5860 100105 ärsen. Kühe. Vollfleischige, ausgemästete Järsen höchsten 9* 2 f 10* 5 böchst 6268 120130 Voll fleischige ausge mästete lühe en Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. 56-60 105-110 Wenig gut entwickelte Färsen 9. Q 5660 105117 Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 44-46 9092 Mäßig genährte Kühe und Färsen.. 33-38 7482 Kälber. inte Wiastentber 000 133-00 Mittlere Man- und beste Saugkälber. 77-80 128 168 Geringere Mast- und gute Saugkälber.. 7073 117-121 ae Saugkäl ber 44990 87-100 Sch weine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg 1 Lebendgewicht 100-118 140146

Vollfleischige Schweine unter 80 ir Lebendgew. 102 108 135 140

8 Müllersche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 7. Juli 19 R.

Amtlicher Wetterbericht. Oeffentllcher Wetterdienst, Gießen.

Ein Ausläufer tiefen Druckes ist von Frankreich nach West⸗

deutschland vorgedrungen. Bei seinem weiteren Zuge in östlicher

Richtung werden wir für morgen an seinem Südrand vorwiegend trübes Wetter zu erwarten haben.

Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 8. Juli 19153: Wolkig, meist trocken, etwas kühler, westliche Winde.

Letzte Nachrichten.

Die Gärung in Rußland.

Sofia, 7. Juli. Aus Petersburg wird gemeldet: Der Ge⸗

hilfe des Ministers des Innern hat sich an der Spitze einer besonderen Kommission in die Bezirke Charkow und Odessa begeben, aus denen äußerst beunruhigende Berichte vor⸗ liegen. Der Kommandant von Moskau hat an den Minister des Innern einen Bericht erstattet, demzufolge 220 Studenten in einer geheimen Versammlung von der Polizei überrascht wurden, wo sie repolutionäre Aufrufe gegen den Zaren, gegen den Großfürsten Nilolaus und gegen den Krieg vorbereiteten. Ferner wurden bei ihnen Papiere gefunden, aus denen hervorgeht, daß in Petersburg und Charkow Zweigorganisationen der neuen Moskauer revolutignären Vereinigung bestehen, die in Peters⸗ burg und Charkow Unruhen ins Werk setzen sollten. Die Ermordung des Stadtkommandanten von Moskau und des Moskauer Bürger- meisters waren geplant. Weiter wurden durch das Los 10 Stu⸗ denten bestimmt, die nach Petersburg abreisten, um Attentate auf hochstehende Persömichkeiten zu unternehmen. Man glaubt, Beweise dafür zu* daß die Verschwörer in

sftztersuniformen Moskau verlassen haben. Ihr Ziel ist, in das Hauptquartier einzudringen, um an den Großfürsten Niko⸗ laus heranzugelangen.

Der Vatikan und die italienische Zensur.

Lugano, 7. Juli. Der Dichter Lorenzo Stecchetti hatte einen heftigen Angriff auf den Papst alsBeschützer der deutschen Barbaren veröffentlicht. Das vatikanische Organ, derOsser⸗ vatore Romano erließ daraufhin einen geharnischten Protest, aber die Zensur, die die Beschimpfung des Papstes zugelassen hatte, unterdrückte den Protest dagegen, und das päpstliche Organ erschien gestern zum ersten Male mit weißen Flek⸗ ken. Heute veröffentlicht derOsservatore Romano im Auftrage der päpstlichen Kanzlei einen neuen empörten Protest, den die Zensur diesmal durchgelassen hat. Es ist vorauszusehen, daß der Vatikan den Eingriff in seine Rechte weiter verfolgen wird.

Ein Aufruf des italienischen Finanzministers. Lugano, 7. Juli. Luzatti erläßt in den Blättern einen verzweifelten Aufruf zur Zeichnung der Anleihe Anregung von Zwangsmaßnahmen bei einem ungünstigen gebnis. Die Angst vor dem endgültigen Ergebnis steigert sich. Inzwischen überwiesen die italienischen Notenbanken auf Befehl der Regierung dem Staatsschatz weitere 200 Millionen Lire Vorschuß.

Der albanische Zankapfel.

Scheweningen, 7 Juli. In der albanischen Frage schlossen sich bisher bloß Frankreich und England der italientschen Aktion gegen Serbien und Montenegro an, wogegen Rußland feine Mitwirkung verweigerte. Es geht hieraus hervor, daß die albamische Frage der Zankapfel des Werverbandes bleibt.

Rotterdam, 7. Juli. DieTimes melden aus Athen: Da jetzt die Serben Durazzo und die Griechen bie Dörser am Malikfluß bei dem Ochridasee besetzt haben, haben die Griechen und Serben das ihnen. den serbisch-griechischen Bertraß von 1913 zugewiesene Gebiet besetzt.

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