und Fleischpreise auf eine früher nie gekannte Höhe Es ist gewiß als oberster 2 b anzuerkennen, daß das Heer in semer Verksstigung sicher gestellt wird und daß die im Felde stehenden Truppen hauptsächlich Fleischnahrung er⸗ halten. def um die gewaltigen Strapazen aushalten zu kön⸗ nen. Die Lieferungen für das Heer wurden aber in der ersten Zeit zu ungeheueren Aufschlägen vergeben, das Vieh durch dritte und vierte Hand angekauft und dabei Preise angelegt, die bis ins S lhafte gingen. Schwerwiegender noch war die eee eee von Schweinen zur Herstellung von Tauerware durch die Stadtverwaltungen. Der altbewährte kauf⸗ maännische Grundsatz, daß bei steigendem Angebot die Preise zurück⸗ gehen, wurde in das Gegenteil umgekehrt, die Absicht des Land⸗ wirtschaftsministers,„den Landwirten bei der Abschlachtung gute Preise zu sichern“, mehr als erroicht, denn die Preise gingen sprungweise in die Höhe, sen hervortraten Durch die Wechselwirkung dieser Vorgänge sind die Preise für Schlachtvieh jetzt auf eine Höhe hinauf geschraubt, die nicht annähernd im Verhältnis steht zu den Er⸗ stellungskosten insbesondere der Schweine, aber auch durch den Viehbestand, insbesondere bei Rindern und Kälbern, sich in kei ner Weise rechtfertigen läßt. Ta nicht abzusehen ist, inwieweit es der Landwirtschaft und dem Viehhandel gelingt, die Schlachtviehpreise weiter in die Höhe zu treiben, wäre die Festsetzung von Höchstpreisen dringend geboten. Tabei verkennt der Bezirksverein keineswegs die Schwie⸗ rigkeiten einer Festlegung von Höchstpreisen, da die Qualität der Schlachttiere sehr verschieden und der richtige Ritpunkt für die Festlegung längst vorüber ist.
Wenn es nicht mehr möglich sein sollte, allgemeine Höch st⸗ preise festzusetzen, müssen unter allen Umständen sogenannte „Richtpreise“ festgesetzt werden für die Aufkäuser(Lieferanten) von Schlachtvieh für Militärlieferungen aller Art, für die Kon⸗ servenfabriken, den Reichseinkauf und ähnliches.
Die Metzger stehen der systematischen Preistreiberei machtlos gegenüber. Wenn sie überhaupt noch kaufen können, müssen sie Preise anlegen, die nicht nur einen Verdienst ausschließen, son⸗ dern auch den Konsum bedenklich verringern. Eine große Anzahl Metzgereibetribe mußte bereits eingestellt werden. Der Metzger⸗ stand darf verlangen, daß auch er gehört wird, und daß ihn die Reichsregierung in seinem ernsten Streben, seine Verpflichtungen der Bevölkerung gegenüber einzulsfen, ebenso unterstützt, wie sie
der Landwirtschaft und dem Viehhandel bei den von ihr angeord⸗ neten Maßnahmen entgegenkam. Die Versorgung der Bevölke⸗ rung mit Fleischnahrung zu erschwinglichen Preisen wird immer schwieriger und fordert gebieterisch die Abstellung dieses unnatür⸗ lichen Zustandes, der im Gegensatz steht zu dem patriotischen Willen der ganzen Nation— also doch aller Erwerbsstände— in dem gegenwärtigen Aushungerungskrieg bis zum äußersten durch zuhalten. 4
Tie Rückkehr zu erträglichen Kriegspreisen für Schlachtvieh und Fleisch ist möglich, sie dürfte auch hinsichtlich der Beur⸗ teilung der wirtschaftlichen Kriegsführung auf diesem Gebiete von. besonderem Wert sein und der nach dem Krieg sicher einsetzenden
Kritik über die Fleischversorgungsverhältnisse der Bevölkerung einen wesentlichen Teil der Schärfe nehmen.“ N Der obengenannte Bezirksverein hat eine in diesem Sinne ge⸗ haltene Eingabe an das Reichsamt des Innern gerichtet.
L. U. gur Jahreschronil der Universität t er⸗ halten wir noch einige Nachträge: Oberarzt Dr. Je ß erhielt das 231775 Kr. rofessor Dr. von Eicken außer diesem das hessische Militär⸗Sanitätskreuz am Bande der Tapferkeits-Medaille.— Für die im Felde stehenden Herren Professor Dr. von Eicken und Professor Dr. Opitz führ⸗ ten Professor Dr. Leutert und Privatdozent Dr. Jaschke die Direktion der betreffenden Kliniken.— Professor Dr. Koeppe wurde durch Professor Dr. Voit, Professor Dr. Garten von Professor Dr. Martin vertreten.— Prof. Dr. Kahle, dessen Berufung zum 1. Oktober 1914 schon in der vorigen Chronik erwähnt war, hat sein Amt am 1. Dezember 1914, nach Rückkehr aus der französischen bon gie det in die er auf dem Heimweg aus Kairo von einer Studienreise geraten war, angetreten. Die 5 tung von Prof. Dr. Hirt beträgt 800, nicht 300 Mark. Um die Liste der mit dem Eisernen Kreuz und anderen Orden ausgezeichneten Studente vervollständigen zu können, bittet das Rektorat die Betreffenden sowie ihre Angehörigen und Freunde, eine schriftliche Mitteilung an das Sekretariat der Universität möglichst bald gelangen zu lassen.
IJugendwehr. Am vergangenen Mittwoch fand im Sioingsaal der Oberrealschule, der in liebenswürdiger Weise zu diesem Zweck für die Mittpoche zur Verfügung gestellt ist, Unterricht statt. Es Wurde über Schießlehre und die verschiedenen Geschoßarten nebst ihrer Wirkung ge⸗ sprochen. Am Samstag rückte die Jugendwehr zur Militär⸗ Schwimmanstalt. Dort wurde aus vorgefundenen Behelfs⸗ mitteln(Balken, Brettern, Tauen) ein Floß gebaut. Ein Freischwimmer brachte ein Tau an das andere Ufer und befestigte dort das Ende an einem Baum. Dann wurde das Floß mit 8 Freischwimmern bemannt und an dem über den Fluß gespannten Tau hinübergezogen. Auf diese Weise wurde die ganze Jugendwehr, Schwimmer und Nicht⸗ schwimmer, über die Lahn gebracht. Zwei mit Soldaten bemannte Boote hatten dauernd hierbei den Sicher⸗ heitsdienst zu versehen. Zurück wurden die Jungens mit Kähnen übergeseht Zum Schluß wurde gezeigt, wie man aus drei mit Stroh gefüllten Zeltbahnen ein durchaus brauchbares, tragfähiges Floß herstellen kann, das für Patrouillen beispielsweise ein vorzügliches Mittel ist, um über einen Fluß zu kommen. Vier 1 9 je einer als Saen mae je einer als Besatzung, machten auf diesem
eltfloß die Fahrt ans andere Üfer und zurück.— Am onntag nachmittag schossen 26 Mann auf den Militär⸗ schießständen mit dem Gewehr 98. Es wird beabsichtigt, alle 5— und älteren Mitglieder der Jugendwehr im ießen auszubilden.— Am nächsten Samstag findet eine größere Nachtübung mit Biwakieren in Zelten statt. * Deutsche Jugend. Aus dem Kurhessischen wird Uns geschrieben: Ein nicht alltägliches Gesuch ging dieser 5 7 dem Göttinger Bezirkskommando aus Barte⸗ rode, einem weltentlegenen Dörfchen, zu. Dort hatten sechs Schulkameraden in hoher vaterländischer Begeisterung einander ihre geheimsten e offenbart und heraus⸗ gefunden, daß sie alle der gleiche Gedanke beseelte, ihr 17 05 Leben auf irgendeine Weise für das bedrängte Vater⸗ land in die Schanze schlagen zu dürfen. Sie schlossen eine Art Schutz⸗ 1 b. Trutz Bündnis, und der Feder- 8 n von ihnen machte sich daran, im Namen aller dem Bezirkstommando in Göttingen kurz und bündig die Wünsche der tapferen Sechs vorzutragen. Gleichzeitig er- laubte er sich, den sicherlich nicht mangelnder Unerschrocken— heit entsprungenen Vorschlag zu machen, ihn und seine treu— verbündeten Kameraden nach Möglichkeit als— Muni⸗ tionsträger an die Front zu schicken. Das Bezirks⸗ sah sich jedoch zur tiefsten Bekümmerung der Gesuchsteller genötigt, darauf hinzuweisen, daß der an sich bewundernswerte kriegexische Mut mit den 10 Jahren der unternehmungslustigen Jungen in einem allzugroßen Miß⸗ verhältnis stehe, als daß den Wünschen dieser„Freiwilligen“ Folge gegeben werden können. Nichtsdestoweniger e Knaben doch die Freude, für ihre lobenswerte von tingen ein Anerkennungsschreiben zu er⸗
als die Städte hastend mit ihren Ankäu⸗ der
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halten, das sie im übrigen sanft ermahnend zur eifrigen Pflichterfüllung auf das ihnen heute noch vorbehaltene — Gebiet der Schule und des Hauses anzuspornen versuchte.
Unwetter. Ein schweres Gewitter, das sich in überraschend kurzer Zeit zusammenzog, entlud sich gestern über unserer Gegend. Im Verlauf von einer Viertelstunde stand der ganze Himmel in einem stumpfen, gleichmäßigen Grau, und dann ging es wie vor etwa zwei Wochen: Die Ungebärdigkeit von Blitz und Donner, Regen und Hagel kannte kaum Grenzen. Gleichzeitig setzte ein Orkan ein, der die herabstürzenden Wassermassen zeitweise fast wage⸗ recht durch die Luft führte. An manchen Stellen staute sich Regen, da die Kanäle nicht schnell genug arbeiten konnten. Der Blitz scheint keinen Schaden angerichtet zu haben, abgesehen davon, daß er im Botanischen Garten in einen wertvollen Baum, eine Gleditschia Ariacanthus, schlug. Ganz wie damals trieb übrigens auch diesmal der umspringende Wind das abziehende Gewitter noch einmal zurück.
* Die Straßenbahn hatte gestern begreiflicher⸗ weise auf der Roten Linie einen ungewöhnlich star ken Verkehr aufzuweisen. Die Linie allein beförderte 8000 Personen, während der Gesamtverkehr 1011000 betrug.
Verhalten bei Fliegerangriffen. Im vor⸗ liegenden Kreisblatt werden vom Großherzoglichen Polizei⸗ amt Feuersirenensignale bekanntgegeben, die die Bevölkerung auf etwaige Fliegergefahr aufmerksam machen
sollen. N Landkreis Gießen.
ro Alten⸗Buseck, 4. Juli. Heute wurden die sterblichen Ueberreste des Lehrers Karl Hübner hier zur Erde bestattet. Unter Vorantritt der Musikkapelle des Landsturm⸗Batail⸗ lous Gießen und des Kriegervereins Alten⸗Buseck bewegte sich ein schier unübersehbarer Leichenzug dein Friedhofe zu. Die Musik spielte ernststimmende Choräle. Am Grabe hielt der Orts⸗ geistliche eine von Herzen kommende und zu Herzen gehende Rede, in der er ein getreues Bild des einfachen, selbstlosen, durch und durch nationalgesinnten Mannes, des treuen und fleißigen Lehrers gab, dessen 40 jährige Wirksamkeit in der Gemeinde Alten-Buseck. in jeder Hinsicht reich gesegnet war. Die Schulklasse des Ver⸗ storbenen sang zwei Grablieder. Der Kriegerverein, dessen lang⸗ jähriges Mitglied der Verstorbene war, gab die Ehrensalven ab, und die Musik spielte ein ergreifendes Grablied. Der Vertreter Großh. Kreisschulkommission Gießen widmete dem Ta⸗ hingeschiedenen tiefempfundene Worte der Anerkennung für seine ersprießliche Wirksamkeit in der Schule. Der Bezirkslehrer⸗ verein Großen-Buseck, der Gemeindevorstand, der Kirchen⸗ vorstand, ein Gesangverein und die Schulklasse des Verstorbenen legten am Grabe Kränze nieder. Hier im Dorfe wird man das Andenken des allgemein beliebten Lehrers immer in Ehren halten.
a. Großen Buseck, 5. Juli. Bei dem heutigen Ge- witter, das unseren Feldern reichlich Regen brachte, schlug der Blitz in die Scheune des Landwirts Balth. Stephan IV. ein und zündete. Der Dachstock, das Innere, sowie die aufgespeicherten Heu- und Strohvorräte wurden ein Raub der Flammen. Der Feuerwehr gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Bemerkenswert ist, daß vor zwei Jahren der Blitz in dieselbe Scheuer einschlug, aber damals ohne zu zünden.
Mainzlar, 5. Juli. Dem Sanitäts-Unterossizier Ludwig Meißinger aus Mainzlar, Beskiden-Korps, Feldlazarett 11, wurde das hessische Sanitätskreuz am Bande der Tapfer⸗ keitsmedaille verliehen..
5 Kreis Büdingen.
Büdingen, 5. Juli. Gestern beging die Mutter unseres Fürsten, die verwittwete Fürstin Berta zu Hsen⸗ burg⸗Büdingen geborene Gräfin zu Castell-Rüden⸗ hausen, ihren 70. Geburtstag. Die überaus zahlreichen Gratulationen und Blumenspenden, welche dem greisen Ge— burtstagskinde dargebracht wurden, 1 55 Zeugnis ab von der Liebe und—— welche demselben in unserer Stadt entgegengebracht wird.
Wenings, 5. Juli. Der Landwirt Johannes Schäfer und Ehefrau feierten das Fest der goldenen Hochzeit.
Aulen Diebach, 5. Juli. Der Unteroffizier Wilhelm Groll erhielt das Eiserne Kreuz.
d. Bloseld, 4. Juli. Heute nachmittag ergriffen zwei fran zösische Kriegsgesangene vom hiesigen Arbeitskommando die Flucht. Auffälligerweise hatte sich der eine Flüchtling in den letzten Tagen viel mit einem Atlas beschästigt, weshalb jetzt sänit⸗ liche Atlanten der Schulkinder im Schulhause aufbewahrt werden.
Kreis Schotten.
h. Schotten, 5. Juli. Zu dem bereits gemeldeten Wal d⸗ brande am Taufstein wird noch gemeldet, daß das Feuer ver⸗ mutlich durch die Unachtsamkeit abkochender Ausflügler entstand. Die Flammen breiteten sich bei der Dürre zwar rasch aus, konnten aber von den Feuerwehren der Nachbardörfer und vielen hilfsbereiten Wanderern nach etwa zwei Stunden erstickt werden, so daß abends um 6 Uhr die Gefahr als beseitigt an⸗ gesehen werden konnte. Der Schaden steht noch nicht sest, dürfte aber nicht sehr erheblich sein.
Kreis Lauterbach.
o. Schlitz, 5. Juli. Bei der gestern hier stattgefundenen vaterländischen Veranstaltung der Schlitzerländer Jugend- wehr ereignete sich ein beklagenswerter Unglücksfall. Der Brauereiarbeiter Heinrich Vollmöller, ein durchaus nüchterner und zuverlässiger Mann, geriet aufunausgeklärte Weise derart zwischen seinen Bierwagen und einen Baum, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der Verunglückte stand im 39. Lebensjahr und hinterläßt eine Witwe mit 3 Kindern.
Kreis Friedberg.
Friedberg, 5. Juli. Unteroffizier Adolf Kann im Feld-Art.⸗Regt. Nr. 61 erhielt das Eiserne Kreuz.
b. Aus der Wetterau, 5. Juli. Heute nachmittag ging über der südlichen Wetterau ein schweres Gewitter nieder. Der Blitz schlug wiederholt ein; doch richtete er besonderen Schaden nicht an. Der kräftige Regen, der das Gewitter begleitete, brachte den Aeckern und Wiesen die langersehnte Erquickung.
Kreis Wetzlar.
-m. Lützellinden, 5. Juli. Gestern wurde ein weiteres Opfer, das der Krieg aus unserer Gemeinde forderte, Reservist Friedrich Lenz, in heimatlicher Erde zur letzten Ruhe bestattet. Er wurde am 17. Juni in Rußland verwundet und starb am 27. Juni im Lazarett in Suwalki. Der hiesige Kriegerperein sowie der Posaunenchor erwiesen ihm die letzte Ehre— Ebenfalls in
Rußland starb den Heldentod Gemeindeschäfer Musketier Friedrich] z
Rinker, so daß bis jetzt 8 Krieger aus unserer Gemeinde dem Vaterland ihr Leben geopfert haben.
Hessen⸗Nassau.
Q Frankenbach, 5. Juli. Welch schwere Opfer der Krieg ordert, das muß auch unsere Gemeinde erfahren. Bis jetzt sind sechs Mann gefallen: Karl Leuser, Wilhelm Herrmann, Karl Seibert, Heinrich Rein, Wilhelm Geller und Wilhelm Leuse r. Letzterer hinterläßt eine Witwe mit einem Kinde.
m. Neustadt(Kr. Kirchhain), 5. Juli. Die Heidel⸗ beerernte fällt in diesem Jahre nicht so reichlich aus, wie man nach der Blüte erwartet hatte. Die Beeren sind auch dadurch, daß wir lange ohne Regen waren, ziemlich Hein geblieben. Schon jetzt kaufen Händler die Heidelbeeren zum Versand auf, und die 4 ziemlich hoch. Für das Pfund werden 18 Pfennig 9 2 5
———
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vermischtes. 5
Berlin, 5. Juli.(Priv.⸗Tel.) Der„Berliner Lokal-An⸗ zeiger“ meldet aus Stuttgart: Auf dem Heimwege wurde im Walde unweit Bietigheim das Dienstmä Siedmaier ermordet und beraubt. Der Tatort weist Spuren heftigen
Kampfes auf. Die Geldtasche des Mädchens fehlte. Der Täter
ist noch nicht ermittelt.
5 Märkte. f Gießen, 6. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen 0 Wochenmarkte kostete. Butter das Pfund bei Landwirten 1,50 bis 1 0,00 Mit., bei Händlern 1,50—0,00 Mt., Hühner eier das Stück 16 Pfennig, 2 Stück 00 Pfennig: Enteneier 1 Stück 0 Pfennig, 2 St. 00 Pig.: Gänseeier 1 St. 0—0 Pig. 2 St. 00 Pig. Käse das Stück 7—8 Pig, Käsematte 2 Stück 6—0 Pfg.: Tauben das Paar 1,0—1,40 Ml., Hühner das Stück 1,00—2,00 Mk., Hahnen das Stück 1,00— 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50—8,00 Mk., Welsche 4—5 Mk. Ochsenfleisch das Bund Mk. 1,20—1,24, Rind⸗ fleisch das Pfund 100—120 Pig, Kuhfleisch 100—120 Pfg., Schweine ⸗ leisch das Pfd. 1,56—0,00 Mk., Kalbfleisch das Pd. 110— 114 Pig. Hammelfleisch das Pfund 96—110 Pig. Kartosseln 100 Kilo 14,00 00% Mk. Milch das Liter 24 Pfg.: Aepfel das Pfund 20—30 Pfg.: Nüsse 100 Stück 60 Pig.: Spargel 1. Sorte 00—00 Pig. das Pfund, 2. Sorte 00— 00 Pig. das Pid.: Kopfsalat 8 bis 10 Pfg.; Bohnen 30—35 Pfg. das Pfd.; Erbsen das Pfd. 30— 35 Pig.; Kirschen 30—35 Pig. das Pfd., Erdbeeren 60—00 Pig. das Pfd. Heidelbeeren 1 Liter 50—00 Pfg., Johannisbeeren 30 Pfg. das Pfund. Gurken 30—50 Pfennig.— Marktzeit von 7 bis Uhr. le. Frankfurt a. M., 5. Juli.(Orig.⸗Telegr. des„Gieß. Anz.) Kartofselmarkt. Auf dem heutigen Markte fand eine Preisnotierung nicht statt.
Amtlicher Wetterbericht. Oefsentlicher Wetterdienst, Gießen. Die Depression hat sich heute weiter nordostwärts verlagert. Von Südwesten her steigt der Druck langsam an, so daß wir morgen unter den Einfluß stärkeren Luftdrucks kommen werden. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 7. Jult 1918: Wolkig bis heiter, trocken, etwas kühler, nordwestliche Winde.
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Letzte Nachrichten.
Feindliche Unterseeboote in der Ostsee.
Lugano, 6. Juli. Ein verspätet eingetroffener Bericht Petersburg besagt, daß sich in der Ostsee drei russische und zwei englische Unterseeboote befinden. Die englischen und rufficchen 7 Unterseebbote und andere Zerstörer hätten jetzt die Einbuchtungen der Insel Osel und Jagö zur Beschützung von Riga alis Operationsbasis gewählt. Es habe nicht an Vorwürfen die russische Flotte gefehlt, weil sie nicht verhinderte, daß deutsche Schiffe vom Meere aus der Besetzung von Libau halfen. Der Admiral der rufsischen Ostseeflotte, von Essen, sei deutscher Ab⸗ kunft gewesen, weshalb die Vorwürfe desto größer wären.— Nach der Besetzung Libaus starb plötzlich von Essen. Man be⸗ hauptete, er sei keines natürlichen Todes gestorben, sondern die Beschuldigungen, die gegen ihn erhoben wurden, hätten ihn zum Selbstmord getrieben.
Das neue belgische Heer.
»Scheweningen, 6. Juli. Ein amtlicher Bericht aus Le Havre gibt Einzelheiten über die Neubildung des belgi⸗ schen Heeres. Danach soll es wieder 100000— und mit neuen 8 bewaffnet sein. Poin⸗ car é inspizierte kürzlich das belgische Heer und traf dabei auch mit König Albert zusammen. Die italienische Enttäuschung⸗ 0 Rotterdam, 6. Juli. Der„Matin“ meldet von der ita lienischen Front: Es ist nicht zu leugnen, daß der italienische Feldzug seit vier Wochen auf den hartnäckigsten Wider standder Oesterreicher stößt. Dieser Widerstand wird tägg lich noch erbitterter und stärker. Es ist deshalb ver⸗ früht, in Frankreich Jubelhymnen anzustimmen, nachdem alle Berechnungen auch für den italienischen Feldzug sich als falsch er⸗ N
wiesen haben. ö Ein italienischer Zeitungstrust.
i. Köln. 6. Juli. Laut einer Meldung der„Köln. Ztg.“ berichtet„Iden Nazionale“, es sei ein großer demokratischen Zeitungstrust im Entstehen, der alle große Städte umsassen solle. Der Trust arbeite vorläufig mit einem Kapital von vier
Millionen. Portugal und der Krieg. 5 i, Köln, 6. Juli. Der Madrider Korrespondent der„Köln. Ztg.“ meldet unterm 29. Juni, in Lissabon hätten Kund⸗ gebungen vor den Gesandtschaften des Vierverbandes statt⸗ gefunden, wobei die Redner der Regierung Adressen überrei ten, wonach das Volk an den früheren Parlamentsbeschlüssen se hält, die auf eine Mitwirkung Portugals im Kriege abzielen. Der Korrespondent versichert, alle Anzeichen deuteten darauf hin, daß Portugal sich eher zu einem Eingreifen ent schließen könne, als man allgemein annehme. 1
Von der galizisch⸗bessarabischen Grenze. f Bukarest, 6. Juli. Der Sonderherichterstatter des„Unt⸗ versul“ berichtet von der rumänisch⸗rxussischen Grenzstation Mar⸗ mornitze: Immer wieder versuchen die Ruffen bald da, bald dort die österreichisch-ungarischen Stellungen zwischen dem Dujestr und Pruth zu durchbrechen. Alle Durchbruchsversuche der Rus⸗ sen scheiterten jedoch bisher an der außerordentlichen Wachsam⸗ keit der Oesterreicher, die den Gegner unter sehr schweren Ver⸗ lusten überall zurückschlagen. Die Russen räumen täglich weitere
Ortschaften Vestarabtens.
Ein englischer Brigadegeneral an den Dardanellen gefallen. Genf, 6. Juli. Nach Meldungen der französischen Blätter ist der englische Brigadegeneral Scott Moc⸗ 12 cieff bei den Kämpfen an den Dardanellen getötet worden. 5 Die verdächtigen deutschen Namen. 1 Petersburg, 6. Juli. Auf Befehl des Höchstlomman⸗ dierenden des Petersburger Militärbezirks ist soeben der be⸗ lannte dortige Großindustrielle, Constantin Spann, nach Sibirien verbannt worden. Die aus Sa stammende Familie ist vor Jahrzehnten nach Rußland ein⸗ gewandert und dort naturalisiert worden. Constantin Spann war russischer Staatsrat und Generaldirektor der russischen Aktiengesellschaft für Munitions- und Kriegsbedarf. Das deutsche Klubhaus in Kairo niedergebrannt. Genf, 6. Juli. Aus Kairo wird gemeldet, daß das 5 dortige deutsche Klubhaus durch eine Feuersbrunst völlig erstört worden ist. Anscheinend liegt böswillige Brand- stiftung vor.
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