—. um * Plätzen
egergewand i
währte sich W W. Göttig, dem auch die flotte Spielleitung. ben
50 dem ländlichen Idyll Agnes Vetters, die nichts von den kleinen verliebten Töchterleins zu einem Kabinettstü⸗
steckten, als Pflicht
mals anerzannt, in seinem blitzblanken Schliff die weitaus beste Gesamtleistung dar.— 3
Ehre gemacht hätte, ihm auf alle Fälle aber die lachende An⸗
des Stücks verhalf dem ganzen Nachmittag zu einem Abschluß,
taucht immer wieder das Gerücht auf, die Dauerware,
bier, bis zum Ausbruch des Krieges Lehrer irger schule in Nidda, ist beim Feld⸗Artillerie-Regiment Nr. 61 zum
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reilichtbätzue hatte gestern wieder ei Tag und 1 Hinblick aufs Wetter das, was man himmel⸗ en Dusel nennt; denn während um 4 Uhr noch ein Gewitter unheimlichen Wolken drohte und die Leitung bereits mit dem in umqging, den ominösen Absagezettel ans Rathaus zu kleben, 5 der Himmel, wie gesagt, wieder blau, und auf rrte ein Massenbesuch im Sonntags⸗ und im Dinge, die da kommen sollten. Die Gäste wur⸗
Man bot ihnen diesmal ein anmutig Kränzl 5 en Theodor Körner unkriegerischem Schaffen, lich drei Schwänke, die sich dem Rahmen des Freilichttheaters uhne alle Biegungen einfügen, den„Vetter aus Bremen“, Die Gouvernante“ und den„Nachtwächter“. Sie alle en namentlich der Liebhaberbühne eine sprudelnde Quelle von nspruchslosen, dankbaren Möglichkeiten, die man sich denn auch mit viel Geschick zunutze zu machen verstand. Zunächst tat man das im„Vetter aus Bremen“ In der übermütigen Schul⸗ meisterposse, die einem frischen Mädel den Herzallerliebsten erst dann bringt, nachdem sich die drei handelnden Personen wechselseitig im Lehrershabit die tollsten Schwindeleien vorgemacht haben, be⸗
We
ist, als spielgewandter er des treuherzigen,
en Mummenschanz so ergötzlich tolpatschigen Bauernburschen aufs beste. Hellmut 9 17 gab dem Pachter Veit die Gutmütigkeit und die solide Spa haftigkeit des bedrängten Lustspielschwiegervaters; die ausschlaggebende Wirkung aber lieh
und großen Zügen vermissen ließ, die die entzückende Rolle des lustspiel e des ustspiels— 2 glei n Hö t des rogramms bi die von Backfischlist und Herzensabenteuern chändlich genasführte„Gouvernante“. Thekla Mulch, die früher schon und auch im Nachtwächter als Röschen zeigte, wie ihr der jugendliche Frohsinn liegt, nachsagen, sie sei die geborene komische Alte, ist ein Lob, dem die Heiterkeitswirkungen, die sie erzielte, alle Zweifelhaftigkeit n müssen, so fein kam bei ihrer Gou⸗ vernante der dae okokohumor zur Geltung. Agnes Vet⸗ ters und Gretel Leist ließen es ebenfalls vollkommen vergessen, daß keine Berufskünstlerinnen in den Meißner Porzellanfigürchen die sie wirblig und quecksilbern die Würde und das 0 ein der Erzieherin umschmeichelten oder zur Ver⸗ zweiflung brachten. Das niedliche, im Schäferspielton gehaltene daher ganz allerliebst und stellte, das sei noch⸗
um 5 spazierte der„Nachtwächter“ über die Bühne, der ebenfalls seine Wirkt aus dem Erfinder⸗ eist der Liebe holt, aber ziemlich grob äußerliche Späße ge⸗ ellt ist. So faßte auch W. Göttig die Hauptrolle auf und turnte als Vertreter des gefoppten Titelhelden in einer Art auf dem häuschen herum, die dem Helden einer Kinoposse alle
erkennung namentlich der für derlei Dinge empfänglichen Feld⸗ 2 H. Eckhardt und Georg Lutz waren zwei tudenten, und die Nachtmützen⸗ und Unterhosenszene am Schluß
der restlos unter dem Zeichen einer großen Heiterkeit stand. Die Dauerware. Trotz aller Gegenerklärungen
die die Stadt verkauft, sei minderwertig, sei verdorben und vertrocknet. Um dem Gerede auf den Grund zu gehen, hat ein Mitarbeiter unserer Zeitung dem Schlachthof einen Besuch 3 und mit aubnis von Direktor Modde die e der Fleischwaren be⸗ sichtigt. In einem hellen und luftigen Raume hat man dort an sauberen Gestellen die Würste einzeln aufgehängt, so daß dieselben von allen Seiten von frischer Luft umgeben
sind. Um jede Möglichkeit zu beseitigen, daß etwa In⸗ sekten die Ware berühren können, sind die offenen ter
und die Decken der aus Holz hergestellten dichten Ver⸗ schläge, in denen die Wurst hängend gestapelt ist, mit sogenannter Haargaze e Dörrfleisch und Speck sind in recht Kentsprechen r Weise in einem Raum des kühlen Pökelkellers untergebracht. Die Ware macht einen 2 appetitlichen Eindruck und Kostproben zeigten, daß alle über die Dauerware in Umlauf gesetzten Gerüchte unwahr sind. Zervelatwurst sowohl wie Mettwurst sind Delikateßware, wie sie besser und wohlschmeckender im seinsten Metzgerladen nicht 175 haben ist. Dörrfleisch und Speck wurden in tadelloser Ware vorgelegt. In den Räu⸗ men, in denen die Dauerware aufbewahrt wird, ist es peinlich sauber. Die Preise für die Dauerware sind jetzt so normiert, daß die Ware gegenüber den Ladenpreisen billig zu nennen ist.
* Die städtischen Freibäder an der Lahn wurden im Juni im ganzen von 13 614 Badegästen (gegen 4646 im gleichen Monat des Vorjahrs) benutzt. Es ien davon auf das Männerbad 9164(2807), auf das Frauenbad 4450(1839) Badende. 5
Die Anmeldungen neuer 2 prechan⸗
3 se, die gelegentlich des planmäßigen r Fern⸗ rechanlagen im kommenden Hochsommer und gestellt werden sollen, müssen spätestens bis zum 25. Juli den 1 stalten vorgelegt werden. Verspätet ange⸗ meldete Anschlüfse, die insolgedesten außer Wan
plans nur mit Mehrauf gen(3. B. dur 41 einer Baukolonne usw.) hergestellt wer 5.— 2 t. ler ulschädigung für die Pausch⸗ —— von 15 Mark entrichten oder, diese Mehrkosten den von 30 Mark übersteigen, den wirklich aufgewendeten Kostenbetrag. erstatten. 5
8 0 Landkreis Gießen. Grünberg, 4. Juli. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag unternahm die hiesige Fugendwehr eine Nachtübung. Mit klingendem Spiel rückte die Mann- schaft um 10 Uhr abends von Grünberg ab und marschierte mit kurzer Unter g über„Laubach, Wetter⸗ feld Münster. Hier fand bei e eine Ge⸗ fechtsübung in der Richtung nach Ettingshausen zu statt beate die dort aufgestellten Ju—— von Ettings⸗ hausen, Münster, Queckborn Lauter. Nach beendigter Uebung wurde der mittlerwe abgelochte Kaffee einge⸗ nommen. Pfarrer Nies⸗Ettingshausen hielt alsdaun auf einem freien Platze in der Nühe des dortigen Friedhofes für die 2 Jungmannschaft unter Beisein eines Teiles der dortigen Ortsei er Feldgottesdienst ab. Nach Schluß desselben um 6 Uhr morgens rückten die einzelnen Wehren nach Hause ab.— Dem hiesigen Laza⸗ rett in der 5 das seit Anfang Juni mit Verwun⸗ deten belegt ist, flossen schon eine Anzahl Spenden von hier, sowie aus der Umgegend zu. Aus folgenden Orten wurde es bis jetzt mit Gaben bedacht: Atzenhain, Belters⸗ ain, Berusfeld, Geilshausen, Lumda, Münster, Queckborn, Sagasen, Stangenrod, Solms⸗-Ilsdorf und Weitershain. Meistens waren es die Schulkinder, die auf An ung ihrer Lehrer 555— 4 den dauptsachlich 288905 und dann ihre gesammelten Schätze, hauptsächli artoffeln, Eier, Butter, Kaffee, J de 15 sonstige Kü or⸗ räte, hier ablieferten. Mit Dank wurden den jugendlichen Sammlern ihre Sachen abgenommen.
Villingen, 4. Juli. Lehramtsassessor Dr. O. Koch von
an der höheren Bi
eutnant befördert w und hat das Eiserne Kreuz
Schnelder von her(nicht Schmidt, wie irrtümlich berichtet
wurde) statt. Kreis Lauterbach.
Aus dem oberen Vogelsberg, 4. Juli. Einen schönen Stand haben die Kartoffelfelder. Ueberall stehen sie in der Blüte. Bisher war ihnen die Witterung immer noch günstig. Ein durchweichender Regen käme ihnen in der Zeit, wo sie Fang⸗ wurzeln treiben, sehr zu statten. Das alte Wort, das sagt, daß bei einem zahlreichen Maikäferauftreten, die Kartoffelernte eine er⸗ tragreiche werde, bestätigt sich heuer wieder.— Die Saaten zeigen ebenfalls auf unseren Bergen einen günstigen Stand. Wenn auch die Witterung trocken ist und der Regen in letzter Zeit ganz spärlich niederging, sind doch immerhin die Tropfen bis zu den Wurzeln Far t und die Saaten neu belebt. Die Gexste, die zum großen
eil schon Aehren treibt, entwickelt sich gut. Wenn auch der Halm etwas zurückbleibt, scheint sich die Aehre doch vollkommen zu bilden. Der Hafer steht ebenfalls gut, ebenso der Roggen, der hier in ganz geringem Maße gezogen wird. Kreis Schotten.
n. Schotten, 4. Juli. Ein Teil des Oberwaldess E
zwischen dem Taufstein und Herchenhain steht in Flammen.
Infolge der herrschenden Trockenheit liefert das in großer
Menge vorhandene dürre Unterholz dem Brande immer neue Nahrung. Die Feuerwehren der umliegenden Orte wurden alarmiert. Die Entstehungsursache des Brandes ist bis jetzt unbekannt.
a Kreis Friedberg.
Friedberg, 3. Juli. Den Heldentod fürs Vater⸗ land starb in Galizien der Großh. Bergrat Schulz, Vorstand der Großh. Bergwerksdirektion zu Friedberg, im 41. Lebensjahre. Mit ihm verliert der Staat einen treuen, arbeitsfrohen Beamten, der hessische Bergbau einen uneigennützigen, stets hilfsbereiten För⸗ derer in Rat und Tat.— Als Sohn eines Bergwerksdirektors wandte sich Schulz dem Studium des Bergfachs und dem preu⸗ ßischen Staatsdienst zu. Im März 1905 wurde ihm zunächst auf⸗ — die Leitung der stoatlichen Braunkohlengrube Ludwigs⸗
nung bei Wölfers ü Am 1. Oktober 1906 wurde er als„Gr. Bergwerksdirektor“ Vorstand der Großh. Bergwerks⸗ direktion Friedberg. In dieser Eigenschaft hat er den Ausbau jenes Werkes und die Angliederung des großen staatlichen Kraft⸗ werks rastlos und mit bestem Erfolg gefördert und erreicht und so aus einer kleinen, wenig bedeutenden Grube, ein großes, mo⸗ dernes Unternehmen entwickeln helfen. Auch außerhalb seiner dienst⸗ lichen Tätigkeit hat er für den hessischen Bergbau verdienstvoll gewirkt; so war er schon seit Jahren Vertrauensmann der Knapp⸗ schafts⸗Berufsgenossenschaft und auch sonst in Unfallverhütungs⸗ u. Arbeiterfürsorgefragen lebhaft tätig. An den hessischen Betriebs- leiterkonferenzen hatte er hervorragenden Anteil. Seine Ernennung zum Bergrat im Jahre 1909 war deshalb eine wohlverdiente An⸗
flotte erkennung seiner vielseinigen Tätigkeit.— Der Kriegsausbruch rief
ihn sogleich zu den Fahnen. Als Oberleutnant in einem Reserve⸗ regiment führte er in den Kämpfen in Flandern erst eine Kom⸗ pagnie, dann ein Bataillon, das er später als Hauptmann in den Karpathen und jetzt in Galizien zum Siege führte. Ein begeisterter 5„war er den Seinen ein Vorbild allezeit, wofür er mit dem eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse und der hessischen Tapferkeits⸗ medaille ausgezeichnet wurde. Monate hat er unpersehrt inmitten des Krieges sich seiner Erfolge freuen dürfen. Nun hat auch ihn das Los getroffen in der vollsten und schönsten Kraft. Alle, die ihn kannten, werden ihn als prächtigen, tüchtigen Men⸗ schen und lieben Kameraden in bleibender, ehrender Erinnerung
behalten. Hessen⸗Nassau. Il Marburg, 4. Juli. Im nahen Dorse Elnhausen be⸗ Ring heute die Pbeleute Herz David und Frau Rosa, geb. ußbaum, das Fest der goldenen Hochzeit. wurde die Ehejubiläumsmedaille verliehen. Der Mann ist 75, die Frau 8 758 3 4. Juli. J f. M uche nau, 4. i. m hiesi anganbergwerk verunglückte gestern der bee Mabeiter Karl Debus und erlitt so schwere Verletzungen, daß seine Ueberführung in die W nötig 3 Durch die chf m. Kir ain, 2. i. Dur ie Landwirtschafts⸗ kammer für den Regierungsbezirk Kassel foll in diesem Jahre F— 42— in den D ee herin, „Marburg, Frankenber olfhagen, Hofgeismar und Grafschaft Schaumbur stallstrden Für diese Prämiie⸗ rung stehen folgende P b Aer Verfügung: ein 1. Preis 200 Mark, ein 2. Preis 175 Mark, ein 3. Preis 150 Mark, ein 4. Preis 125 Mark, ein 5. Preis 100 Mark, i Mart
6. Preise zu je 75 Mark und zwei 7. Preise zu je 50
Die Prämiierung erfolgt durch Preisrichter, welche durch die Fan werden.
an au, 2. Juli. am 30. April d. J. in Kassel verstorbene Geh. Regierungsrat Professor De A 18888 v. Drach, früher Professor an der Marburger Universität, zuletzt Bezirlskonservator, hat dem Hanauer Geschichtsverein seine wertvolle Sammlung alter Gemälde testamentarisch vermacht. Die Anhänglichteit an seine Vaterstadt Hanan hat der Verstorbene auch noch dadarrch bekundet, daß er letzt ⸗ willig einen Betrag von 12 000 Mark der Stadt zugewiesen, mit der Bestimmung, eine Stiftun g für die Weiterbildung junger Gewerbetretbender zu errichten.
X Hanau, 4. Juli. In der Nähe von Hanau hat sich der 58 Jahre alte ledige Reisende Herm. Meyer aus ese zuletzt in Frankfurt a. M. wohrhast, er⸗
ossen.
h. Frankfurt a. M. 4. Juli. Die sogenannte Kartoffel- not hat bier stellenweise eine solche Höhe erreicht, daß es z. B. verschiedenen Lazaretten nicht möglich ist, die zunt täglichen Bedarf erforderlichen Kartoffeln käuflich zu erwerben. Und wenn dies trotzdem gelingt, daun nrüssen die Verwaltungen ungewöhnliche
Preise bezahlen. So mußte das Ginnheimer Lazarett, wie man uns
schreibt, für einen halben Zentner Kartoffeln, den es mühselig auf⸗ trieb, bei einem Gärtner 9 Mark bezahlen und die Ware dann selbst noch nach Hause schaffen. Die Kriegsfürsorge beschaffte schließlich dem Lazaxett dann drei Zentner, mußte aber selbst für den Zentner 7 Mark bezahlen. Das sind Zustände, die drin⸗ gend der Abhilfe bedürfen. 1
h. Frankfurt a. M., 2. Juli. Der von der Stadt seit gestern eröffnete Verkauf von Kartoffeln zu 6,5 Pfg. das Pfund findet einen solch gewaltigen Zuspruch, daß der Verkaufsraum gegen die andrängende Menge durch Ketten abgesperrt werden muß. Hunderte mußten gestern und auch heute umkehren, da der vorhandene Vorrat bei weitem nicht zur Befriedigung der Kartoffelnot ausreichte. Da* Leute e 5 kamen und. Kartoffeln wieder heungehen mußten, plaut man die fortige Errichtung weiterer Verkaufsstellen. 15 —
Gießener Strafkammer. th. Gießen, 2. Juli.
Heute fand in der evangelischen Kirche für 58 am 18. Juni gesallenen Walter
Freigesprochen. Der Landwirt M. von Treis an der Lumda war vom Schöffengericht freigesprochen worden. Er sollte Hafer, gemischt mit Roggen, der beschlagnahmt war, bezw. dessen Verfütterung durch den Bundesrat verboten war, seinem Vieh verabreicht haben. Die wor der Strafkammer Ae daß es sich um 5 ball der berhaupt keine handelsübliche Ware war. Der Mil
3 Möser als Sachverständiger erklärte, daß es sich hier um aus der Dreschmaschine handelt, um Hafer, der minder⸗ wertig war und etwa zwei Prozent Roggen enthalte, der wohl auch beim Dreschen unter die Haferkörner gekommen war. Die Straf⸗ kammer war mit dem Schöffengericht der Ansicht, daß der Ange⸗ klagte, als das Getreidemisch- und Verfütterungsverbot erlassen wurde, schon im Besitz des gen Gemenges war; es war
guch nicht beschlagnahmt worden, Es liege also ein Verschulben des Angeklagten nicht vor, weshalb er unter Kostenbelastung der Staatskasse, die auch die notwendigen Auslagen zu tragen hat, freizusprechen war. M. bedankte sich bei den Richtern füür den gerechten Spruch, den sie gefallt und bat, man solle doch ver⸗ anlassen, daß seine Sache in die Zeitung kommt, damit die Leute e daß er sich nicht das Geringste habe zuschulden kommen assen. Wegen Vergehens gegen das Viehseuchen⸗Gesetz hatten sich die Handelsfrau B. und der Anstaltslehrer H., beide von Rockenberg, zu verantworten. Am 3. März hatte der Bürgermeister des Ortes ausschellen lassen, daß in der Gemeinde die Maul⸗ und Klauenseuche ausgebrochen sei. Am 6. März hat die Handelsfrau von Oppershofen zwei Ferkelchen in einem Korb nach der Anstalt Marienschloß für den mitangeklagten Lehrer getragen. Der An⸗ geklagte H. erklärte, in der Anstalt sei von dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche bis zum 6. März abends nichts bekannt geworden. In der Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß erst am 9. März das Kreisamt Friedberg die Sperre über Rockenberg verhängt hat, daß bis dahin auch der Bürgermeister nicht die in- und Ausfuhr von Klauenvieh unter Verbot gestellt hatte. Aus diesem Grunde wurden die Angeklagten unter Belastung der Staatskasse mit den Kosten, auch der für den Verteidiger, frei⸗ gesprochen. 2 N
Wegen fahrlässiger Kindestötung wurde die unverehelichte Feldarbeiterin Susanne Fr. von Staden zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Sie hat ihr Kind, das bei der Geburt durch einen Fall in Ohnmacht geraten war, unter einem Reisighaufen versteckt, wo es zum Leben erwachte, dann aber am Erstickungstode verstarb.
5 Der An wurde Tagen Gefängnis verurteilt, weil er bei Abgabe von 84 Pfund Kartoffeln sich einen Vorteil von 1 bis 3 Mk. verschafft hatte.— Der Handelsmann Jakob O. von Butzbach hatte einem Landwirt ein Angebot von 10 Mk. für den Doppelzentner Kartoffeln gemacht. Der Hochstpreis betrug aber nur 9.40 Mk. Das Gericht hielt eine Geldstrafe von 3 Mk. 1 weise einen Tag Gefängnis in diesem Fall für eine ausreichende Sühne. 1
** 25
Wilhelm Paulzen, Panoramabesitzer, wünscht die Fest⸗ stellung, daß er an den in der letzten Strafka 5 9 — 7 Streitigkeiten auf dem Juxplatz nie beteiligt ge⸗ wesen ist.
Bermischtes. Ein Anschlag auf John P. Morgan.
London, 3. Juli.(WTB. Miel tamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet aus New Vork: Ein Mann verübte einen Anschlag auf das Leben des Bankiers John P. Morgan. Er gab zwei Schüsse ab, die Morgan trafen. Eine Kugel ging durch den Arm und durchbohrte die Brust, die zweite ging durch den Schenkel. Der Täter wurde verhaftet. Die Behörden erklärten, der Mann habe sich gestern abend im Hause Morgans verborgen. Es bestätigt sich, daß der Mann, der den Anschlag auf ö gemacht hat, Frauk Holt heißt und Professor der deutschen Cornell Universität ist. Der Zustand Morgans ist günstig. Bei dem Ber⸗ hör erklärte der Täter, daß er persönlich nichts gegen Morgan habe, und nichts wünsche, als ihn zu sprechen. geisteskrank zu sein. 5
Washington, 4. Juli.(W. T. B. Nichtamtlich.) Reuter meldet aus Tacgoma: Alle Wagen mit Ausnahme eines einzigen des Zuges Chicago— Milwaukee der St. Paul⸗Bahn 1 gestern durch eine Brücke bei Ranier in einen Abgrund ge⸗ stürzt. Drei Personen wurden getötet und 14 verwundet. 5 . r
Amtlicher Wetterbericht.
Deffentlicher Wetterdienst, Gießen.
Da die westliche Depression in nordöstlicher Richtung abzieht
wird sie unsere Wetterlage nur unwesentlich beeinflussen. Wir
haben also für morgen bei nur geringer Bewölkung trockenes.
Wetter zu erwarten.
Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 6. Juli 1915: 15 4
Geringe Bewölkung, trocken, westliche Winde.
Letzte Nachrichten.
Eine neue Note des Vierverbandes an Bulgarien?
Sofia, 5. Juli. Nach Auslassungen aus Ententekreisen wer?
den die Gesandten des Verbandes der bulgarischen Regierung mor⸗ gen eine neuerliche Note übergeben, worin aufgefordert wird, un⸗
bundes eine Aktion gegen die Dardanellen unternehmen will. Mit diesem Druck soll angedeutet werden, daß die Ententemächte mög⸗ licherweise die Beziehungen zu Bulgarien abbrechen würden, falls
Bulgarien auch diesmal unnachgiebig bleibt. Die neue Note der 85 Eutente soll übrigens durchaus keine besonderen Anerbietungen be! 3
züglich territorialer Abtretungen enthalten, so daß die
diplomatie selbst mit der Wahrscheinlichkeit einer negativen Ant⸗ 5.
wort rechnet. Die Pets— ie ung Rumäniens.
Bukarest, 5. Juli. Die Rumänen lassen sich auch heute noch nach beiden Seiten geit, weil ihnen das Umlernen gar so schwer fällt. Die Wahrheit, daß Rußland endgültig und restlos zusammengebrochen ist, ist noch nicht durchgedrungen. Man schmeichelt sich mit dem Glauben, daß die Dardanellen schließlich doch fallen und die Russen dann zu einer neuen Offensive befähigt
sein würden. In der Auffassung des letzten Einwandes, daß die
Der Mann scheint
verzüglich zu entscheiden, ob Bulgarien an der Seite des Vier
zahlenmüßige Ueberlegenheit den Ausschlag geben wird, sucht
man die eigenen Gefühle durch ziemlich gewagte Verstandesopera⸗ tionen zu stützen. Gar so friedlich, wie es nach außen hin den Anschein hat, stehen sich hierbei Regierung und Opposition nicht
gegenüber. Die Opposition mäßigt ihre Schritte, und die schwes⸗ 3
gende Regierung macht weiter kleine Zickzackschritte. Landungen der Italiener auf der Insel Saseno. Athen, 5. Juli. Die Italiener beginnen nach Meldungen aus Valona auf der Insel Saseno Vorkehrungen zu treffen, die deutlich die Absicht verraten, sich dauernd dort sestzusetzen. Die
Befesrigungen, die auf ihr im Ban begriffen sind, haben keines⸗
wegs den Charakter von provisorischen Anlagen. Es werden viel⸗ mehr unterirdische Forts und Unterstände für schwere Artillerie gestellt. In der Umgebung von Valona werden die Straßen ür die Heranschaffung schwerer Artillerie instand gesetzt. In Voguae, das 20 Kilometer von der Stadt entfernt liegt, sind de⸗ reits schwere Geschütze in Stellung gebracht worden. Ein Eisenbahnunglück bei Hamburg. Hamburg, 5. Juli. Ein schwerer Eisenbahnunsall, bei dem 11 Personen schwer und 11 leicht verletzt wurden, ereignete sich am Sountag abend bei der Altonaer Blan⸗ keneser Brücke. Bei der. Haltestelle im Vorort Ottmarschen Über⸗ fuhr ein nach Blankenese fahrender Zug die Weiche und raste, die Strecke ist hier eingleisig, in den entgegenkommenden Ing hinein. Nur mit großer Müße gelang es, die unter den Trüm⸗ mern liegenden Personen zut befreien. Die 11 Schwerverletzten wurden in Automobilen in das Altonaer Krankenhaurs gebracht;
üb- man befürchtet, daß einige von ihnen die Nacht nicht überleben
werden.
Ein Unfall am Wannsee.
Berlin, 5. Juli. Die nicht weit vom Freibad Wann
see befindliche Landungsbrücke Beelitzhof brach am Sonntag unter 7
der Last der auf das Motorboot wartenden Fahrgäste zusam N
20 Personen, Männer, Frauen und Kinder, Wasser, konnten jedoch alle gerettet werden.
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