Ausgabe 
(3.7.1915) 154. Erstes Blatt
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wältigt werden, können sie ihre Linien kaum vor dem Bug neu formieren und die Deutschen werden auf Monate von der Gefahr einer neuen russischen Offensive befreit.

Aus dem englischen Unterhaus.

London, 2. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Mac Neil(Unionist) fragte, od die Aufmerksamkeit des Staats- sekretärs des Innern auf die Tätigkeit desStop⸗the⸗War⸗

Ausschusses gelenkt worden sei und ob er Schritte tun würde, um Vorsorge zu treffen, daß diese Personen nicht bei einem Aus⸗ bruch öffentlicher Entrüstung gelyncht würden. Simon erwiderte, die Tätigkeit des Komitees sei unter Beobachtung gestellt und Ge⸗ walttätigteiten würden strengste Unterdrückung finden. Mackin⸗ son Wood bejahte auf eine Frage hin, daß die Observatorien

Instruktionen erhalten hätten wegen Nichtveröffent⸗ lichung aller Wettervoraussagen und Wetterberichte. Dal ziel sprach den Wunsch aus, daß die Regierung häufiger Nachrichten über die Kämpfe an den Dardanellen ausgeben möchte. Mark⸗ ha m fragte, ob es die Politik der Regierung wäre, dem Lande Nachrichten dorzuenthalten, die dem Feinde wohl bekannt wären und die die Engländer eine Woche später in den amerikanischem Blättern lesen 0 a sei Kitchener. Die Zeitungskorrespondenten dürften nur Berichte über das Wetter senden; Kitchener dürfe Engländer nicht wie Derwische oder Fellachen behandeln. John Simon antwortete, eine Zensur sei notwendig und führte einen Fall an, in dem eine scheinbar harmlose Nachricht von den Deutschen militärisch benutzt worden sei. Die amtlichen deutschen Funkennachrichten würden zensiert, da sie regelmäßig vollständig unbegründete Nachrichten über England, über die Haltung des Landes im Kriege usw. enthielten, um sie, wenn sie in der eng⸗ lischen Presse abgedruckt würden, als eine Meinung englischer Zeitungen in neutralen Ländern zu verbreiten. Simon forderte das

Haus auf, den militärischen Führern zu vertrauen. Wenn die Nation das nicht täte, sei sie unfähig den Krieg zu führen. Ein

neuer Bericht über die Dardanellen werde bald folgen. London, 2. Juli.(WTB. Nichtamtlich) Eine Zuschrift an dieWestminster Gazette besagt: Nicht Wehrpflicht ist nötig, um die ju Deute zum Eintritt in die Armee zu veranlassen, sondern einfach eine höhere Löhnung. Die jungen Leute lassen sich nicht für einen Schilling Tagessold anwerben. Die Eltern tun alles, um ihren Sohn daran zu hindern. Er kann ihnen höchstens Schilling wöchentlich zuschießen, während die Soldatenfrauen ein Pfund wöchentlich erhalten, es also besser haben, als jemals vorher. Man zahle dem Unverheirateten ein Pfund wöchentlich, und er wird in die Armee eintreten. Die Zuschrift bezeichnet es als eine Schande, daß Englands Regierung und die pekuniäre Seite des auskömmlichen Lohnes für die daten außer acht lassen. Das könne jedermann hören, der dritter Klasse auf der Eisenbahn fährt. **

* Der italienische Bericht.

Rom, 2. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Generalstabs⸗

bericht vom Donnerstag: 3 5 Im Tonalegebiet eröffnete unsere Artillerie das Feuer gegen die Stellungen bei Monticello und Sacca rand, wobei sie feindliche Abteilungen zerstreute, die mit Organisations⸗ arbeiten für die Verteidigung beschäftigt waren. Im Padoatale beoba Ofstzierspatrouillen, die wagemutig am Seftofel vor⸗ drangen, daß der Feind Schanzarbeiten mit Unterständen vorbe⸗ reitete. Unsere Artillerie bestrich diese Arbeiten wirksam. In Kärnten unternahm der Feind kräftige Nachtangriffe gegen unsere Stellungen vom Monte⸗Croce⸗Paß und am kleinen Pol, wobei er Leuchtraketen und Scheinwerfer in Anwendung brachte, mit erstickenden Gasen schleuderte. Er wurde au zurrückg Wir zerstreuten durch unser Ar⸗ Feinde, die sich auf der Nordseite des Frei⸗ kofels, am großen Pol und auf dem Sattel des Bom basch⸗ tales eingerichtet hatten. Wir nahmen mit guten Ergebnissen das Feuer gegen das Henselfort wieder auf. Am Ende des Re⸗ siatales wurde die wichtige Stellung von Baniska Sted⸗ nai, welche die Plezzoniederung beherrscht, fest von uns besetzt. Im Isonzoabschnitt wird der Vormarsch un⸗ . n 5275 1 3 8 angsam fortgesetzt, m es ist no i egner ne Scl fur Serin 7 imtredben, uud wege, Fs Gegenangriffe zu organisieren Andauernde Regenfälle er⸗ höhen die* unseres Vormarsches und verwandeln die engräben in Schlammbäche. Vergangene Nacht versuchte der Gegner gleichfalls, durch wiederholte, aber vergebliche Angriffe, uns einige Stellungen zu entreißen, die wir erobert hatten. Die Unternehmungen feindlicher Flieger dauern an und sor⸗ dern auch Opfer unter der Bevölkerung. Unsere Flieger bombar- dierten wirksam Truppenkolonnen und Transporte bei Oppachial⸗

sella und am Bahnhof San Danielo.

Stockholm, 2. Juli.(WN. Nichtamtlich.) DasSvenska zaghladet macht sich darüber luftig, daß inner etwas ben ita lienischen Operationen am Isonzo oder anderswo i m Wege stehe. Bald seien es nach den italienischen amtlichen Be⸗ richten ungünstige atmosphärische Verhältnisse, bald seien es Un⸗ wetter. Wie auch immer die Luftverhältnisse in den Alpen seien, niemals entsprächen sie den Wünschen der italienischen Heerführer und Soldaten, die auf diese Weise von ihrer Tapferkeit nicht freien Gebrauch machen könnten. Das Blatt stellt fest, daß jetzt nach fünf Wochen die Lage am Isonzo wenig anders sei, als am ersten Tage des italienischen Krieges. Berlin, 2. Juli.(Priv. ⸗Tel.) Die Wien: DerWiener Reichspost Prälaten des Heiligen Stuhls erung die Einberufung als ei ten. Auch der Merry del Val Soldat einzurücken.

Salandra im Hauptquartier.

Rom, 2. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agenzia Stefani. Ministerpräsident Salandra hatte bei seinem zweitägigen Aufenthalte mehrere Unterredungen mit dem Hönig, Cadorna und General Porro. Es werden mehrere ge⸗ troffen werden betreffend die Zivilverwaltungsbehörden, welche auf die Kriegsführung Einfluß haben können.

Der albanische Zankapfel.

Zürich, 2. Juli.(WTS. Nichtamtlich) DieNeue Zürcher Zeitung vernimmt, daß eine gemeinsame Note des Viererverbandes an Serbien und Montenegro wegen der Aktion in Albanien bevorstehe.

Berlin, 3. Juli. Die Verhandlungen des Vierverbanbes wegen der Teilnahme Italiens an der Dardanellen⸗

aktion stocken angeblich, weil Italien als Lohn den Besi . i hn sitz von

B. Z. meldet aus zufolge haben z wa nz ig von der italienischen Re⸗ . nfache Soldaten er⸗

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J. Juli schlugen wir an der Nordgruppe von Ari Burnu feindliche Angriffsversuche gegen unsere Verschanzungen im Zentrum blutig ab. Unser rechter Flügel ging zum Gegenangriff über und entriß dem Feinde zwei hintereinanderliegende Neihen Schützengräben. In derfelben Nacht unternahmen an der Südarumpe von Seddaüll Bahr unsere Truppen einen Gegenangri gegen den linken Flügel des Feindes. Die Schlacht dauerte die ganze Nacht an. Unsere Truppen drangen in mehrere feindliche ein* setzten den 7 8* ämpfe t. Die Schlacht endete erst bei Sonnenaufgang. Am 30. Juni dauerte der Nampf an unserem rechten und linken Flügel der Südgruppe bei Sed ill-Bahr von 7 Uhr morgens bis 12 Uhr mittags. Diese Schlacht, die an jedem der beiden Flügel mit An⸗ griffen unferer Truppen begonnen hatte, verlief sehr günstig für uns. Unsere anatolischen Küstenbatterien nahmen erfolgreich an den Kämpfen der Südgruppe teil und beschossen mit sichtlicher Wirkung die Lager und Artilleriestellungen des Frindes. Eines 2 1 Flugzeuge überftog Sedd⸗ül⸗Bahr und warf dort Bom⸗ ben ab.

An den anderen Fronten nichts von Bedeutung. Aufruhr in Indien?

Berlin, 3. Juli. Nach neueren Meldungen aus Indien wächst dort die Bewegung gegen England. In Lahore haben sich indische Truppen der Ueberführung nach Europa widersetzt. Sie haben, wie derBerliner Lokalanzeiger aus Konstantinopel erfährt, ihre Offiziere ermordet und sind aus den Kasernen ausgebrochen und in die Provinz ent⸗ kommen, wo viele Regierungsbeamte getötet wurden.

Die Stimmung in Aegypten.

Berlin, 3. Juli. Aus Kairo ist, wie dieVossische Zeitung berichtet, auf Umwegen an eine hochstehende Persönlichkeit in Konstantinopel ein Bericht gelangt, wonach die Engländer allen Grund haben, wegen dev Stimmung der Be⸗ völkerung besorgt zu sein.

.

Der Seelrieg.

Berlin, 2. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Nach Meldun⸗ gen aus Kopenhagen behaupten alle letzten Depeschen aus London über den Unterseeboots 1 dieser habe seinen Charakter gänzlich verändert. Die deut⸗ schenU Boote tauchten jetzt stets zum Anhalten der Schiffe auf und versenkten sie erst nach gründlicher Untersuchung. Wie wir von zuständiger Stelle hören, ist diese Nachricht unzutreffend. Sie bedeutet nichts weiter als einen recht durchsichtigen Versuch, die allmählich recht gedrückt gewordene Stimmung im englischen Publikum dadurch zu heben und seine Neigung zur Zeichnung der neuen Kriegs⸗

anleihen zu fördern.

London, 2. Juli.(WTB. Nichtanttlich.) Reutermeldung. Der belgische FischdampferPrésident Sievens, der sich in der Nachbarschaft befand, als derArmenian torpe⸗ diert wurde, nahm fünf Boote voll Seeleute auf. Der Kapitän desArmenian erklärte, das[U-Boot gab uns das Zeichen an⸗ zuhalten, dadurch, daß es eine Anzahl Schüsse über unsern Bug abfeuerte. Ich war vier Meilen voraus und dampfte weiter. Wir wurden jedoch sortwährend beschossen. Die Granaten töteten meh⸗ rere Mann, andere wurden über Bord geschleudert. Es war eine 1 Jagd, aber wir wollten uns nicht ohne Kampf er⸗ geben.

(Warum der Hand.)

Courant schreibt über die Versenkung des DampfersAr⸗ menian: Das Schiff trachtete nach dem Bericht des Reuterschen Bureaus zu entkommen und verscherzte sich damit nach dem Völkerrecht seinen Anspruch, angehalten und unterfucht zu werden. Der Bericht des Kapitäns bestätigt das. Seine Erzählung klingt mehr wie der Bericht über eine Schlacht zwischen Kriegsschiffen. als wie von der Aufbringung eines Handelsfahrzeuges. Wenn das Umkommen amerikanischer Matrosen in Amerika Entrüstung hervorruft, so follten diese sich in erster Reihe gegen den Kapitän des Dampfers richten, der sich zum Widerstand entschloß. London, 2. Juli.(WTB. Nichtamtlich)) Wie Lloyds

Agentur aus Lizzard meldet, sind die britischen Dampfer Caucasian(4656 Tonnen) undInglemoor(4331 Tonnen) 82 früh von einem Unterseeboot versenkt worden. Die Besatzungen wurden in Falmonth gelandet. Nach einer weiteren Lloydmeldung aus Crouchend ist der britische SchvonerL. C. Tower, von Parrsborough nach unterwegs, torpediert worden. Neun Mann der Besatzung wurden von einem Fischdantpfer und gestern nach Crookhaven gebracht.

1 1 2. Lightning, nachts durch schädigt wurde, liegt jetzt im Hafen

werden vermißt.

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worden. Die Aus Hessen. Das Brotgetreide der bevo Die Abgg. Uebel, v. Brentano haben in der Zweiten Kammer Die Zweite Kammer wolle beschli zu ersuchen, bei der Beschl des Brotgetreides der die Vorräte möglich st am Ort der Erzeugung

die sich ergebenden Ueberschüsse ung an Bedarfsgemeinden,. Jentralverteilungsstelle dur e dn

Aus dem Reiche.

Wühler in der sozialdemotratischen Partei.

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Austausch Gefangener aus England. 3 Aachen, 2. 50(WTB. Nichtamtlich.) Gestern nach⸗ mittag gegen 2 Uhr trafen, aus England kommend, 187 Austauschgefangene mit dem La, de ent Sen eee deen Haegef leder

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ein. Heer n 125 5 tär⸗ un ivi örden, i iziere, die Geist keit und der Vorstand des 1 g i greifend war die Begrü schaft Zurückkehrenden, insbesondere der Schwerverwun⸗ deten und Invaliden. Vor Beginn des Festmahls hielt der Garnisonskommandant, Generalmajor Bigge, eine An⸗ sprache. Er bewillkommnete die in die 3 Zurückkehren⸗ den und verlas folgendes, von der aiserin einge⸗

troffenes Telegramm: Neues Palais, 30. Juni. Den tapferen Streitern, die heute deutschen Boden ersten Male wieder 1 ich herzlichen

r sein eic 8 9 die Wunden eilen, die der Krieg geschlagen ö ießlich brachte er ein von den Ae e brausend 3 8 ö auf das Kaiserpaar aus. Nach dem

Austauschgefangenen in das von den der Stadt großherzig 25 5 deten-Erholungsheim ge racht. Auf dem waren die Austauf. genen in i wobei jedem Insassen des Zuges ein

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München, 2. Juli.(WTB. Nichtamtlich.) Wie die Blätter melden, ist König Ludwig zu preußi Feld marschal ern ee 3 171

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enschaftlich und empirif einfache und zeitkürzende Formen der Zubereitun wählen. Vieles Problem E gelöst betra. Der Klippfisch und Salzsisch dürfen als eigentliche Kriegsfische gelten; denn sie ergeben reines Fleisch fast ohne Rück⸗ stände, sättigen bei richtiger Behandlung, nämlich beim Ver⸗ tochen mit Kartoffeln oder Gemüse irgendwelcher Art, wie Kohl, Rüben, Erbsen oder auch Reis, Makkaroni usw. genau so wie 2. erfrischen und erhalten den Körper kräftig und beweglich, sind ergiebig, gestatten abwechslungsreichen Tisch mit geringen Mitteln, sind wohlfeil, da sie kochfertig für 40 45 Pfennig das Pfund in den Handel kommen und ein viertel Pfund für die Sättigung eines Erwachsenen lin Verbindung mit Kartoffeln oder Gemise) ausreicht, be. anspruchen wenig Arbeit, wenig Zeit und wenig erung und fördern unsere gesundheit. Herr Dr. Witten erg be⸗

legte diese Ergebnisse im einzelnen durch Erlä der wissenschaftlichen Gründe, welche durch die

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