Ausgabe 
(26.6.1915) 148. Drittes Blatt
Seite
165
 
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Blatt

8*. 1 21 N 9 5 N nchen tes unt Ausnahme des Sonntags.

Sießener Familienblätter werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Areis Stehen zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen erscheinen monatlich zweimal.

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165. Jahrg ang

Gießener Anzeiger

General⸗Anzeiger für Oberhessen

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Samstag, 26. Juni 1915

Rotationsdruck und Verlag der Br ühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗

straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: S851, Schrift

leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.

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Sitzung der Stadtverordneten. . ir in der heutigen Nummer e erlauf der 1 12 Stadtverordnetensitzung nach. Anschließend an seine e mitgeteilte Etatsrede gab der Oberbürgermeister die von elfgliederigen Sonderkommission zur Beratung des Voranschla⸗ en Abänderungsvorschläge bekannt: Zu itel 23, Straßenunterhaltung, war man in der Kom⸗ mission der Ansicht sen, daß der für das Teeren chaussierten ahrbahnen ein, estellte Betrag von 3000 Mark gestrichen werden könne, weil der Mutovertehr während des micntmal und Teer sehr schwer zu erhalten sei. Zu Titel 25, Straßenbeleuch⸗ tung, wird eine Kürzung des vorgesehenen Betrages von 70 000 Mart um 2000 Mark vorgeschlagen. Zu Titel 48, Schulden⸗ tilgung, hatten die Stadtverordneten Krumm und rs be⸗ antragt, in diesem Jahre von einer Schuldentilgung abzusehen i An ist rechtlich unzulässig. In den vom Oberbürger⸗ meister dem beigegebenen Erläuterungen wird dazu folgendes Bei der Schuldentilgung ist von Vereinnahmung einer . eee dem Stadterweiterungsfonds abgesehen worden, dies mir durch Kapitalaufnahme zu ermöglichen gewesen wäre. Die Beitragsleistungen der Betriebe zur Schuldentilgung sind die 1 Die Wenigereinnahmen bei diesem Titel betragen 18 944 Mark. An den Ausgaben für Schuldentilgung sind 44135 Mark worden. Die planmäßige ordentliche Schulden⸗ muß unter allen Umständen durchgeführt werden, da fämtlichen Anleihen Obligationenanleihen mit unbekannten K sind, deren Gläubigerrechte verletzt würden, wenn die Tilgung unterbliebe Die rechtliche Möglichkeit, die 17 ige ordentliche Tilgung unserer Anleihen diesmal zu unter⸗ 3 5 ist daher völligausgeschlossen. In den Obligations⸗ 5 ist die Verpflichtung zur Tilgung, sei es durch Auslosung, sei es durch Rückkauf, ausdrücklich festgelegt, und es bedürfte eines nderen gesetzgeberischen Aktes, um die Tilgungsverpflichtung zu beseitigen Einen derartigen gesetzgeberischen Akt vorzunehmen, die Bundesregierungen umso weniger Anlaß, als bisher Bestreben der Gesetzgebung dahin gerichtet war, auch in Kriegszeiten mit wenigen dringend notwendigen Ausnahmen die Verpflichtung zur Erfüllung aller privatrechtlichen Verpflichtungen a zu erhalten, eine Maßnahme, die durchaus richtig und wie wir alle wissen, von vollem Erfolge begleitet en ist. Anders ist es mit der sogenannten inneren Tilgung, die in der Weise besteht, daß die Gemeinden der Genehmigungsbehörde über verpflichtet sind, vor Beginn der planmäßigen Tilgung ene Beträge aus der Betriebsrechnung in die Vermögens⸗ rechmung zur Verminderung des künftigen Anleihebedarfs über⸗ zuführen. Danach würden in dem Rechnungsjahr 1915 auf das 1912er Anlehen, bei dem die planmäßige Tilgung am 1. April 1917 beginnt, 52 500 Mark und auf das 1914er Anlehen, bei dem die 3 Tilgung am 1. Juli 1924 beginnt, 13 500 Mark zu tilgen somit 66 000 Mark von der Betriebsrechnung zu ver⸗ ausgaben sein. Da der diesjährige Voranschlag wegen der durch den Krieg geschaffenen Verhältnisse ungünstig abschließen wird, sind diese beiden inneren Tilgungsraten auf der Ausgabeseite ab⸗ gesetzt worden, eine Maßnahme, die der Krieg ganz gewiß recht⸗ igt, die auch in anderen Städten vorgenommen ist und die

a Einverständnis der oberen Behörden zweifellos finden wird.

Der Titel Schuldentilgung weist gegenüber den Vorjahren eins

i sgabe von 44 135 Mark auf.

Zu Titel 25 hatten die Stadtverordneten Krumm, Orbig und Vetters die Aufhebung der Verbrauchsabgabe von Brenn materialien beantragt. Mit Rücksicht auf die Finanz⸗ lage der Stadt kann diesem Antrag gegenwärtig nicht nähe treten werden, weil dadurch der Betriebsrechnung ein Ausfall von mehr als 50 000 Mark 1 4 5 würde. Zu Titel 66, hat die Kommission vorgeschlagen, das Betriebskapital um 2000 Mark zu erhöhen. Zu Titel 67, Gemeindesteuern, hatte die Kom⸗ 4 1. eschlagen: Die Gemeindesteuern werden auf 150 Proz.

i mögenssteuerwerte festgesetzt. Der Antrag Krumm, Orbig und Vetters, daß Gemeindesteuern nur von 900 Mark Einkommen auf⸗

erhoben werden sollen, muß aus finanziellen Gründen ab⸗ t werden. Die Steuern sollen in 6 Zielen und zwar in Juni, Juli, September, November 1915, Januar,

Monaten März 1916 erhoben werden. Im übrigen war der Voranschlag von] V

der Kommission genehmigt worden. Die Kommission bestand aus den Mitgliedern Emmelius, Grünewald, Heichelheim, Krumm, Leib, Petri, Huhn, Löber, Eichenauer und Ebel. f

In der auschließenden Aussprache nahm zunächst Stadtv. Loeber das Wort und sprach die Ansicht aus, daß man zweck⸗ mäßig trotz der überaus klaren Aufstellung des Etats auf die allgemeine Beratung nicht verzichten solle. Dieselbe Ansicht ver⸗ trat Stadtv. Vetters. 5

n Einkommensteuer und 26,4 pro Mille der Ver⸗.

Stadtv. Loeber führte sodann aus, mit einer Einkommen⸗ steuererhöhung von 30 Prozent müsse man sich nach Lage den Dinge einverstanden erklären. Eine höhere Besteuerung des Ver⸗ mögens sei aber nicht angängig, da Haus- und Grundbesitz ohne⸗ dies schon zu sehr belastet seien. Er schlage vor, die Vermögens⸗ steuer auf 22,2 oder höchstens 24 zu erhöhen und bitte um Aus⸗ kunft, welche Differenzen sich in dem Etat dadurch ergeben. Im e Standpunkt, da 1 einem fundierten Einkommen l pt nur mehr bei Staatsbeamten gesprochen werden könne. Der für den Umbau der Alten Klinik angesetzte Betrag von en Mark könne für den notwendigen Ausgleich in Betracht

men.

Stadtv. Vetters dankte dem Oberbürgermeister für die zum Etat gegebenen Erläuterungen, deren man sich bisher noch nie habe erfreuen dürfen. Wenn aber von seiten des Oberbürger⸗ meisters ausgesprochen werde, daß die Stadtverordnetenversamm⸗ lung an den in den letzten Jahren begangenen finanz politischen Fehlern nicht unschuldig sei, so müsse man dem entgegenhalten⸗ daß die Stadtverordneten zu den Personen und Kommissionen, die finanz politische und andere Neuerungen vor ihnen vertreten, cuch das 8 haben dürften, daß sie einwandfreie Vorschläge machten. in dieser 4 vom Oberhürgermeister erhobenen Vorwürfe müsse er, Redner, also in gewissen Grade an die er⸗ wähnten Instanzen weitergeben. Maßregeln zur Gesun⸗ dung unserer Finanz politik seien unbedingt notwen⸗ dig. Man solle damit aber nicht zu schnell verfahren und von allem der Bevölkerung, die ohnedies unter den verringerten Ein⸗ nahmen und der Lebensmittelteuerung zu leiden habe, nicht auch noch mit einer so beträchtlichen Steuererhöhung kommen. 10 00 seien vollständig genügend. Den durch diese Beschränkung

Ausfall im Etat solle man durch den für die Alte Klinik eingesetzten Betrag im Sinne des Stadtv. Loeber zu decken suchen. Abstriche seien möglich bei der Anlage neuer Straßen, an den 2000 Mark für öffentliche Feierlichkeiten, an den Wohl⸗ l an Institute und Vereine im Gesamtbetrage von 18 Mark. Bezüglich der Einnahmen habe man wohl etwas

schwarz gesehen. Das Elektrizitätswerk und auch das Wasserwerk

dürften, z. B. der Eisenbahn gegenüber, nicht zu billig arbeiten Die Hundesteuer könnte erhöht werden. Die H. machten der Straßenreinigung so viel Arbeit, daß man auf diefe Weise vielleicht einen oder mehrere Straßenreiniger sparen könne In Voranschlgg sei die Teuerung zulage für Beamte ang rt, von einer solchen für Arbefter sei jedoch micht die Rede. Sie sei jedoch drungend zu wünschen. Den Antrag, betreffend n des Oktrois auf Brennmaterial müsse er aufrecht erhalten. 0

Stadtv. Huhn sprach ebenfalls die Ueberzeugung aus, daß eine Reform der städtischen Finanzen erforderlich fei. Er habe in der Kommission gegen die Erhöhung der Grundsteuer, aber für die Erhöhung der Einkommensteuer gestimmt. Wenn seit dem Jahre 1905 die Einkommensteuer nicht erhöht worden sei, so sei dies nur darauf zurückzuführen, daß der Grundbesitz so hoch belastet sei. Man könne sehr wohl ohne Erhöhung der Grund⸗ steuer auskommen, wenn man sich entschließe, die Einkommen⸗ steuer um wetere 5 Prozent Heraufzusetzen.

Stadtv. Eiche nauer i daß eine. Erhöhung der Grundsteuer allein e e ei, wie ja auch der Pber⸗ bürgermeister bereits in der Kommission ausgeführt habe, daß eine Differenzierung zwischen Grund⸗ und Kapitalsteuer

lich ein Unding ist. Im übrigen lege er Wert darauf,

stzustellen, daß der Oberhürgermeister bei Gelegenheit der Vor⸗ beratung für die kommende Zeit eine Revision der Kanal⸗ ebühren in der Richtung in Aussicht gestellt habe, daß die zu 60 bre 85 175 1 5 4 würde im nächsten Ja die en 0 age rechtzeitig eingehracht werden, zumal die verschuldeten Hansbesitzer ohnedies schon schwer zu leiden

Stadtv. Winn: Dem Herrn Oberbürgermeister können wir für die vorzügliche Ausarbeitung des Voranschlages sehr dankbar sein. Eine so eingehende Begründung haben wir noch nie bei Be⸗ ratung des Voranschlages erhalten. Ich glaube, daß er dabei mit allzu großer Vorsicht verfahren ist, und bin der Ansicht, daß bei einzelnen Titeln Aenderungen eintreten können, so daß eine Steuer⸗ erhöhung in vorgesehenen Umfange nicht nötig sein ditrfte. Im besonderen bin ich gegen eine Steuererhöhung der ermögen, da diese gerade den schon so schwer belasteten Grundbesitz und diejenigen Stände trifft, die in der jetzigen schweren Zeit sehr mit dem Lebensunterhalte zu kämpfen haben. Die Er⸗ höhung der Vermögenssteuer wirkt am meisten auf die Gewerbe⸗ treibenden, weil eine Erhöhung der Gewerbesteuer damft ver⸗ bunden ist. Man muß auch berücksichtigen, daß der⸗Grundbesitz, der zur Zeit des wirtschaftlichen Aufschwunges eingeschätzt wurde, heute lange nicht mehr die Werte darstellt, die damals festgelegt wurden. Trotzdem liegen diese Werte der heutigen Besteuerung noch zu⸗

grunde. Für die Erhöhung der Einkommensteuer halte ich einen Satz von 20 Proz. für ausreichend. Die für den Umbau der alten Klinik vorgesehenen 260000 Mark können um 150000 Mark ermäßigt werden, da diese Arbeit nicht auf einmal ausgeführt werden muß. Die Erträgnisse der städtischen Werke dürften wohl etwas höher als vorgeschlagen veranschlagt werden. Für die Auflösung des Stadter weiterungssonds trete ich ein. Ebenso beantrage ich die Auflösung des Selbstversiche⸗ rungs fonds, gegen den ich schan bei der Gründung gesprochen habe. Wir kommen viel besser weg, wenn wir uns bei einer guten Gesellschaft gegen alle Fälle versichern. Der Fonds, der zurzeit ca. 6000 Mark beträgt, reicht lange nicht aus, um einen einzigen größeren Unfall zu decken. Dem Antrag des Herrn Vetters, den städt, Arbeitern eine Teuerungszulage zu gewähren, stimme ich zu.

Stadtv. Plank erklärt sich mit dem Steueraufschlag zur . einverstanden, bezeichnet aber die Erhöhung Vermögenssteuer als ungerecht. Er müsse sich den Ausführungen der Stadtverordneten Winn und Löber anschließen, sowie dem, was bisher über die Alte Klinik gesagt worden sei. Man solle lieber auf dem Grundstücke des jetzigen Stadthauses weiter⸗ bauen und in geeigneten Zeiten den Bau vollenden, die Alte Klinik aber als das für Gießen gegebene Ausstellungs⸗ gebäude erhalten.

Stadtvy. Dr. Ebel meinte, der Oberbürgermeister habe in seiner Etatsrede den Stadtverordneten zweifellos einige schwer⸗ wiegende Vorwürfe gemacht. Die Mitwirkung der Stadtverord⸗ netenversammlung in der städtischen Verwaltung sei in früheren Zeiten aber so beschränkt gewesen und von dem früheren Ober⸗ bürgermeister so beeinträchtigt worden, daß die Verantwor⸗ tung der Stadtverordnetenversammlung in wichtigen Dingen stets unvollkommen gewesen sei. Was den Voranschlag felbst angehe, so müsse er bemerken, daß die Erhöhung der Einkommen⸗ steuern zwar sein Bedenken errege, er sehe aber keine Möglichkit, Ersatz dafür zu schaffen. Alle bisher gestellten Anträge schafften Einnahmeausfälle aber kein Aequivalent dafür. Die Belastung des Grundbesitzes sei ihm wohl bekannt, doch müßten fich die Grundbesitzer die vernünftige Höhe, die der Wert des Bodens hierorts erreicht habe, größtenteils selbst zuschrei⸗ ben, da man feinerzeit bei Einführung der Wertzuwachs steuer den Wert der Grundstücke nicht hoch genug habe angeben können, um diefer Steuer möglichst zu entgehen. Man hätte seinerzeit ein bestimmtes Jahr als Wertmesser festfetzen und von einer Neu⸗ einschätzung absehen sollen. Im übrigen sei er selbst für eine Ern⸗ kommensstenererhöhung von 40 Prozent zu haben, wenn d die kleineren Einkommen frei werden würden. Die für die Alte Klinik bereitgestellten Mittel für das Defizit der Betriebsrechnung in Anfpruch zu nehmen, heiße, laufende Ausgaben aus Anlethe⸗ mitteln decken. Die 260 000 Mark dieses Postens ständen in der Vermögensrechnung und seien für den genannten Zweck von der Versammlung längst bewilligt. Was die Aufhebung des Oktrois auf Brennmaterial angehe, so halte er die Zeit für derartige grund- sätzliche Auseinandersetzungen für ungeeignet. Gleichwohl sei er aber auch für die Aufhebung des Oktrois zu haben, wenn dadurch die Kohlen billiger würden. Das würde aber keinesfalls eintreten, die Aufhebung vielmehr nur ein Geschenk an die Händler

en. 2 7 Stadtv. Vetters schloß sich hinfichklich der Grundstenern dem Vorredner an und sprach die Vermutung aus, daß eine Herab⸗ setzung der Kanalgebühren schwerlich auch eine solche der Mieten

zur Folge haben werde. N N Stadtv. Simon führte aus, die Vermögen stellten heutzutage mungen zugrunde 2 Grundbesitzes im

nicht mehr den Wert dar, der den liege. Im übrigen sei die Werteinschätzung des Gegensatz zu der von Dr. Ebel vertretenen Ansicht seinerzeit Sache einer Kommission gewesen. Freilich habe ein jeder das Bestreben gehabt, sein Grundeigentum möglichst hoch bewerten zu lassen. Um aber Steuern bezahlen zu können, müsse vor allem ein Ein⸗ kommen da sein. Den bisherigen Vermögenssteuersatz halte er für ausreichend. Bei der Einkommen⸗ und Vermögensbesteue⸗ rung handele es sich zudem um eine unangebrachte Do ppel⸗ besteuerung.* Beigeordneter Kommerzienrat Emmelius weist die von Stadtv. Vetters u. a. auch die gegen die Finanzkommission er⸗ hobenen Vorwürfe zurück. Seinerzeit habe z. B. die Stadt⸗ verordnetenversammlung selbst die Herabsetzung des Steuerkoeffizierenden abgelehnt. Wenn es der Finanzkommissiom nach gegangen wäre, würde man eine Steuer⸗ erhöhung schon früher in Aussicht genommen haben.* Stadtv Geh. Kommerzienrat Heichelheim nahm gleichfalls die Finanzkommission im Sinne des Vorredners in Schutz. 1 Stadtv. Petri hält die gegenwärtige Zeitlage, wo Handwerk und Gewerbe darnieder liegen, für eine Steuererhöhung für denk! bar ungünstig und bittet, zu erwägen, ob es nicht vielleicht doch auf andere Weise zu erreichen sei, den Etat auszugleichen.* Oberbürgermeister Keller nahm alsdann das Wort zu folgender Entgegnung: 2

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Eine Teestunde im deutschen Feldlazarett. 1 7 O Tonnell Bennett, Kriegsberichterstatter derDail T in Chikago, hat dem deutschen Feldlazarett in Mra wa einen Besuch abstatten können, und er veröffentlicht darüber in seinem Blatte eine überaus frische Schilderung, ganzer timnrung man es wohl anmerkt, welche Bewun⸗ 1 diesem lazarett hinter Front abgenõ haben. boratorium liegt weniger als 10 engl.) Meilen hinter der Schlacht⸗ linie und ist ein lebendiges Zeugnis vom deutschen Militarismus. e Refa 75 an ikanischen cher. Es war dies Hauptmann Georg Michael is, im Frieden, sozu⸗ 8 1 Professor am Kaiser Wilhelm⸗Institute ganz die Jagd auf die

: im Nebenberufe, a n 1 c 5 eee. kite al e Bee i T. 2 Sane mf ber auptmann plauderte.* im

benraume umausgefetzt 8 3 und 8 die N

en gegen Cholera gegen Er un an

den Apparaten, wo die Kulturen der Bazillen hergestellt wurben,

* zwei stern. Diese beiden deutschen Schwestern err die hell merikaners. Sie waren so sauber, so frisch, so fein in so anziehend in Ruger fi. einung doch hatten sie schon Schweres . Als die Deutschen auf Soldau hatten zurückgehen ren, da waren die beiden Pflegerinnen nrft in den Rückzu

i Männer, F mit ihnen geteilt hatten, 0 von der Leistung und e zu den 1 die man machen müsse. Aber nun Par die T, eee 1 ein Stündchen fei en ihre weißen Ober⸗ ab begamen den Teetisch urichten. Aus allen mög mit einem le gute Sachen ö N kleine Pa mit Tee, sen auch in etwas

verdächtig aussehenden, schwarzen Flasche, und Zwiebäcke, die natürlich mit Liebesgaben gekommen waren. Statt des Tischtuches diente ein Eckchen Wachstuch und das Wasser mußte über einer Spirituslampe zum Kochen gebracht werden. Die Teetassen zeich⸗ neten sich durch große Mannigfaltigkeit aus und der Teetopf hatte seinen Henkel auf dem Felde der Ehre gelassen aber alle Zurnso erzählt der ameriklanische Journalist mit offen⸗ kundigem Entzücken, wurden mit nie ermattender Lustigkeit und Heiterkeit vollendet. Lösfel gabs nicht genug, doch durfte man sich den seines Nachbarn leihen. Kurz, es wurde eine ganz reizende Teestunde, und Gott weiß woher brachten die beiden jungen Mädchen schließlich so⸗ 15 einen Blumentopf, den sie als Zierde auf hren Tisch etzten. Und dazu bemerkt der Amerikaner;Mädchen aus man⸗ chen der besten Familien Deutschlands, wie diese, und Tausende wie sie dienen an der deutschen Front und alle besitzen jene Ein⸗

der Eb guter Kinderstube 5 2 3 ei r allerlei Schwierigkeiten machte un stigen Mißverftändni führte, entwickelte sich die enn doch

lebhaft. Zu den Teilnehmern gehörte auch ein junger Soldat,

der Maler von Beruf war, und nach einer längeren Erkrankung eben wieder zur Front zurückkehrte Er hatte schon in Fraukreich efochten und erzählte von n Und da meint denn Smet, was er berichtete, könnte vielleichk nicht gans zur der Hunnen undBarbaren⸗Mythe passen, die Conan Doyle und e b ee Art Evangelium

d 0 ämlich die poralschaft des Erzählers aus folgenden Perfonen: ei Maler einem Tondichter, einem Bild⸗ 5 fünf Stndenten der einem

e, wo in Leben lassen mitssen, ü hrreim, der durch all feine

ählungen ging:O wie schön es war. o sufe schön es war.

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Das sogenaunteKäthchen Schönkopf im er eum. Zu den ingeatücken des Publikums im ziger

Museum gehürt jenes Bilduts von Auton Graff, * Namen der e. t und das

1 seinen künstlerischen durch die diefer mit dem Leben des Seubenten Chocthe so eng

verknüpften Leipzigerin die Besucher ganz besonders fesselt. Lei⸗ der gerät dies Bildnis, soweit die Persönlichkeit der Dargestellten in Betracht kommt, bei der Wissenschaft mehr und mehr in Miß⸗ kredit. Schon im Jahre 1910 hat Wustmann auf die schlagende Aehnlichkeit des angeblichenKäthchens mit dem von ihm ver⸗ öffentlichten Bildnisse einer russischen Großfürstin von Graff hin⸗ gewiesen, und nun ist, wie dieKunstchronik mitteilt, kurzlich bei Boerner in Leipzig unter alten Beständen ein Miniaturbildnis zum Vorschein gekommen, das mit dem Porträt des Leipziger Museums so vollständig übereinstimmt, daß von einer bloßen Aehn⸗ lichkeit nicht mehr geredet werden kann. Diese Boernersche Minia⸗ tur wird aber durch einen handschriftlichen Vermerk auf dern Rückseite als die Prinzeffin Maria Josepha bezeichnet und alis Maler wird Rafael Mengs genannt. Wie Julius Vogel fests⸗ gestellt hat, kann dieser Vermerk aus geschichtkichen Gründen nicht zutreffen und auch Mengs als Maler nicht in Frage kommen. Da⸗ gegen neigt Vogel der Ansicht zu, daß es sich doch um eine fürst⸗ liche Person handele; und dann kann auch die auf dem Graffschen 1 Bildnisse des Leipziger Museums dargestellte Persönlichleit nicht N Käthchen Schönkopf sein, sondern sie wird dann doch wohl irgend eine Prinzessin darstellen, die mit Hilse des erwähnten, früher von 1 Wustmann veröffentlichten Bildes und der jetzt bei Boerner neu 1 * l 1

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aufgetauchten Miniatur nüher sestzustellen wäre. Gelingt diese Feststellung, so hat dasKäthchen Schönkopf Porträt zwar nicht an künstlerischem Werte, wohl aber an menschlichem und geschücht⸗ lichem Interesse sehr wesentlich eingebüßt. l

Das GEssener Kriegsmal, G riginelles Kriegsmal wird dank der Freigebigkert des 92 Krtbd 1 nächst die Stadt Essen durch Professor Edmund Körner, den Erbauer der künstlerisch sehr bedentenden Essener Synagoge, er halten. Das Mal ist als ein Gegenstück zu dem bekannten Wiener Eisernen Mann und zu dem Kölner Baner in Eisen gedacht. Es ist der Waffenschmiede des Deutschen Reiches erwachsen und stellt sich nach einer Mitteilung derKunstchronik als eine architektonisch streng genliederte Halle mit dreiteiliger Rückwand dar, in' deren Mitte die fast 4 Meter hohe Gestalt eines Waffenschäntedes oder Wehrmannes steht, mit Schild und Schwert in den Händen. Zu dieser ernsten Hauptgestalt gesellt sich als humoristisches Clement

eine von dem Bildhauer Ludwig Nick modellierte Hydwa, deren acht 1 Köpfe bt uch 15 darstellen. Die Benagelung des s ö vollzieht sich auf dem Essener Bahnhofsplatze; suakter wird es im 9 Skadtwalde seme endgültige Nufstellung funden.

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