bestretten, und zur diesem Zwecke dze Kapitalschulden weiter an⸗ wachsen zu lassen, da in einer Wertsteigerung hierfütr volle Deck⸗ ung nicht vorhanden ist. Daher ist die Aufhebung der Nebenkasse des Stadterweiterungsfonds und ihre Aufnahme in die Rechnung der Stadtkasse herbeizuführen. Mit Rücksicht auf die hierdurch eeintretende Belastung der Betriebsrechnung kann im Interesse der Steuerzahler nur ein allmählicher Abbau durch stetige Herab⸗ setzung der in der Betriebsrechmung vereinnahmten Kapitalzinsen in Frage kommen.
Ich habe vorhin bemerkt, daß für die Folge Grundstücke nicht mehr für den Stadterweiterungsfonds, sondern nur noch auf den Namen der Stadt gekauft werden sollten. Wir nrüssen aber auch hier mit dem Ankauf von Grundstücken in Zukunft zursick⸗ haltender sein. Wir haben in den letzten Jahren für etwa 3 Mil⸗ lionen Grundstücke gekauft, davon allerdings einen Teil wieder verkauft, haben aber immer noch Millionen zu verzinsen und zu tilgen, während sehr dahinsteht, wann und zu welchem Preise die Grundstücke dem Verkaufe zugeführt werden können. Gewiß ist
es notwendig, daß eine Stadt sich einen bestimmten Grundbesitz
sichert; sie muß sich dabei aber auch im Rahmen ihrer finanziellen
Leistungsfähigkeit und in den Grenzen der zu erwartenden Ent⸗
wiclelungsmöglichkeit halten. Eine rasch wachsende Industriestadt muß eine ganz andere Grundstücks politik verfolgen, wie eine
Stadt, deren Einwohnerzahl nur allmählich zunimmt. Ich über⸗ llasse Ihrem Urteil, welche boden⸗ und wohnungspoliti⸗ schen Erfolge mit dem großen von der Stadt angekauften Grund⸗
besitz bisher erzielt worden sind, namentlich in Ansehung des Kleinwohnungsbaues, der Heranziehung der Industrie, der Hint⸗ anhaltung der beträchtlichen Preissteigerung des Grund und Bo⸗ dens. In finanzieller Hinsicht ist jedenfalls durch die um⸗ fangreichen Grundstücksankäufe der Anlehensstand erhöht und der Schuldendienst gesteigert worden, der den Einstandspreis des Ge⸗ landes durch Zinszinpachs nennenswert verteuert. In Zukunft mnuuß die Stadt an Stelle der Grundstücksansammlung die Grun d⸗ stücks verwertung in den Vordergrund stellen und durch
Bereitstellung von Gelände zu mäßigem Preise die Ansiedelungen,
insbesondere auch die Herbeiziehung von Industrie erleichtern. Selbstverständlich wäre es falsch, vom Ankauf von Grundstücken in der nächsten Zeit überhaupt abzusehen. Billiges, nicht allzu entferntes Gelände, das rasch und zweckmäßig verwertbar ist, wird die Stadt ch fernerhin zu erwerben trachten. Aber der üVbertriebene Ankauf muß aufhören, schon deshalb, weil wir, da
die gekauften Grundstücke im Wege der Anlehensaufnahme be⸗ Eahlt werden, eine weitere Steigerung der Anlehensschulden wie mur irgend möglich vermeiden mütssen.
5 Der verminderte Betriebsüberschuß des Elektrizitäts⸗
bewe Erneuerungsfonds nur in geringerem Maße steigendem Anlage⸗ kapital die ans magbver Stromabgabe gewonnene Einnahme sich in Zukunft erzielt
Wasserabgabe. ich die wichtigsten Grund⸗ argelegt, von denen die städtische Finanz k für die Folge geleitet sein mu ß. Ich dosfe, ie Stadtverordneten⸗ ersammlung den aufgestellten Finanz⸗ . die Zukunft durchzuführen entschlossen ist. Sie wird damit 5 t einen notwendigen und sehr wesentlichen Dienst er⸗
Ach gebe jetzt dazu über, Ihnen einen kurzen Ueberblid über die Entwicklung der Einnahmen und Aus⸗ 3 zu geben in dem Zeitraume von 1905 bis
Seit dem Jahre 1905 haben wir bekanntlich unverändert an dem Steuersatz von 120 Prozent festgehalten. Der 2 14— Betriebsrechnung fstr das Rechnungs⸗ jahr 1905 schloß in Einnahme und Ausgabe ab mit 1 964 296 Mk. Der Voranschlag der Betriebsrechnung für das Rechnungsjahr 1 schließt in Einnahme und Ausgabe ab mit 3 970 180 Mk. Somit ieb heute 2 Millionen Mark mehr als — 10 Jahren; dies bedeutet eine Steigerung der Einnahmen und
unterlasse es, diejeni Rubriken nam 1 10 0 8 abri haft zu machen
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über st Ich führe im Folgenden vielmehr nur— 14— 1 bei denen ein beträchtlicherer Unterschied zwischen der Steigerung der 5————ͤ—é—ẽ ö Druckerei, die Synodalnaja Typographia, von kirchlicher Seite geleitet wurde Sie besteht noch heute und bewahrt in ihren Räumen— kleinen, in l Farben aqusgemalten und an der TDechke mit astronomischen Zeichen geschmückten Zimmern— eine lückenlose Folge ihrer Er die einen trefflichen Ueber⸗ blick über die ssischen„Schwarzkun 4
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Ausgaben und derjenigen der Einnahmen oder umgekehrt zu ver⸗ zeichen ist.
Bei dem Titel Gebäude stiegen die Ausgaben um 146 Prozent, die Einnahmen dagegen nur um 18 Prozent. Bei dem Titel Grundstücke stiegen die Einnahmen um 14 Prozent, die Ausgaben dagegen um 99 Prozent. Bei dem Titel Wal⸗ dungen sind die Ausgaben um 17 Prozent, die Einnahmen da⸗ gegen erfreulicherweise um 40 Prozent gestiegen. . Aehnlich ist es bei dem Titel Märkte, wo hauptsächlich in⸗ folge des im Jahre 1909 neu eingeführten Marktstandgeldes die Einnahmen um 61 Prozent, die Ausgaben aber nur um 22 Prozent gestiegen sind.
Bei dem Titel Friedhöfe dagegen wuchsen die Ausgaben um 72 Prozent, die Einnahmen dagegen nur um 23 Prozent.
Die Ausgaben für das Volksschulwese stiegen um 72 Prozent, die Einnahmen um 1 Prozent.
Die Ausgaben für das Realgymnasium und Ober⸗ realschule stiegen um 118 Prozent, namentlich infolge der Trennung beider Anstalten und des im Jahre 1914 erlassenen Gesetzes ber die Kosten der höheren Schulen, das die Städte mit neuen Aufwendungen belastet.
Die Ausgaben für gemeinnützige Zwecke wuchsen um 36 Prozent, diejenigen für Straßen reini gung um 57 Pro⸗ zent, diejenigen für Straßen beleuchtung um 85 Prozent.
Neu hinzugekommen ist die Ausgabe zur Dotierung des
Selb stversicherungs fonds„die sich in diesem Rechnungs⸗ jahre auf 6400 Mark beläuft, und die Ausgabe in Gestalt des Zuschusses zu der elektrischen Stra ßenbahn, die in diesem Rechnungsjahre 33 000 Mark beträgt. Die Ausgaben für Armenpflege und Wohltätigkeit stiegen um 130 Pro⸗ zent, die Beiträge zur Kreiskasse um 81 Prozent, die Ausgaben für Ruhegehalte, Witwen⸗ und Waisen⸗ gelder um 223 Prozent. Beträchtlich stiegen auch die Ausgaben für die Tilgung und Verzinsung der Schulden. Die Schuldentilgun g erforderte 1905= 194 000 Mark; sie erforderte 1915= 423 000 Mark. Die hierzu namentlich seitens der Werke und der Kanaltsation geleisteten Beiträge stiegen von 106 000 Mark auf 203 000 Mark. Die Kapitalverzinsung beanspruchte 1905 452 000 Mark; sie beansprucht 1915— 943 000 Mark. Die hierzu namentlich seitens der Werke und der Kanalisation geleisteten Beiträge stiegen von 219 000 Mark auf 574 000 Mark.
Die Beiträge für Eisenbahnbauten stiegen um 98 Prozent und zwar durch den seit 1911 zu leistenden Beitrag, zur Nebenbahn Lollar— Londorf. 4 3
Die Einnahme aus Gemeindesteuern stieg um 66 Pro⸗ zent, dagegen sanken die Einnahmen aus Okt ro i um 24 Prozent.
Neue Einnahmequellen wurden erschlossen durch Einführung der Besitzwechselabgabe, Wertzuwachssteuer, des Marktstandgeldes, Filial⸗ und Warenhaussteuer, sowie der Billettsteuer.. 3 der Vermögens rechnung wurden in den Rechnungs⸗ jahren 1903—1913 insgesamt über 19 000 000 Mark verausgabt und durch Kapitalaufnahme gedeckt.
Ich habe vorhin erwähnt, daß die städtische Betriebsrechnung
Mark mehr erfor Bedarf auch in den anderen Städten ind letzten
rechnung zurr des ersatzes 5 Mutterliebe ang aner Gren ag burg e el in den guderen Seiten, Der Oster zeigt das Schreiben. das ans gatten Gründen i da den diktierte„seinem Unteroffizier und der schweibt folgenden
Eine Reihe von Mrs gaben finden in Ausdruck; es sind die unmittelbar durch den Kriegder⸗
Gegenstand Aus gabe 9 Einquartierungsgelder 950 000 Mk. 500 000 Mk. 450 000 Mk. Familienunterstützungen 300 000 Mk. 170 00 Mk. 130 000 Me. Lebensmittelversorgung 230 000 Mt. 130 000 Mk. 100 000 Mk. Sonstige Kriegskosten 110 000 Mk. 70 0 Mk. 40 000 Mk.
1550 0 N. 37 f. 720000 Mr. Man ersieht, daß die größten Aitsgaben der Stadt entstehen durch die Vergittung für Einquartierungen. Fast 50 000 Mark hat die Stadt in jedem Monat auts der Stadtkasse hierfür aufzuwenden. Die Stadt Gießen, die 2 Mark vergütet, steht mit diesen Be⸗ trage an der Spitze aller hessischen Städte; i das 150 Mark vergütet. Umso unbrgreiflicher und der großen Zeit
Eine große Fülle von Aufgaben und Ausgaben hat der Krieg
0 Städten ersetzen werde. Das aber darf ich betonen, daß die Städte diese Aufgaben gern auf sich arnommen haben und sich auch bewußt find, daß auch nach dem Kriege große und schwierige Anforderungen auf vielen Gebieten an sie gestellt werden. Ich hoffe, daß wir alle in voller Einmütigkeit zu diesen Opfern entschlossen sind, die doch nicht heranreichen an dus Opfer, das gar mancher unserer Mitbitrger durch Hingube seines Lebens gebracht hat. Wenn Sie erfüllt von dirsen Gedanken an die Beschlußsasfung über den dorliegenden Vor⸗ auschlag herantreten, so nröchte ich glauben, daß Sie unter Zurück⸗
. dalang fleiner Wunsche und Beschwerden den Voranschlag mit
derfelben Einmsitigleit annehmen, wie es in anderen Stadtverord⸗ neten⸗Bersammungen der Fall gewesen ist.
Die che ag hent UI. Bol ber Erkennung betrachtete der ibende als durch die Vortage des schriftlichen Materials an ben. Hierauf sowie auf
Wen eher im Letten Tee bieter Kusche lichen Grabsteins Gießener deve r. der 8 verstarß, 42 Straße enehmigte 260 Mark. Den Stein— die Verfügung gestellt.
—
7
im feide
Ihnen mit, 1. Ihr
erwarten unsere Angehörigen den regelmäßigen eingang des heimat blattes. Um eine Unterbrechung in der Zzustellung zu vermeiden, wollt man
den feldpost⸗ Bezug
des Gießener Anzeigers fur das nachste vierteljahr uli Aug. Stytbr.)
schon jetzt erneuern
Allc Fostamter nehmen die gesteuung entgegen. der vierteljayrs⸗ bezug be⸗ tragt k. 3. 20 einschliczlich der um⸗ schlag/ ocbühr. Außerdem vermittelt die Bestellungen wie bisher auch dic
beschäftsstelle des bicßener Anzeigers
Aus Stadt und Cand. f Gießen, 25. Juni 1915.
Ein Brieswechsel.
An vielen Orten haben die Lehrer ihre Schiller au⸗ 3* 6 die 295 9. in e Heimat au en, den u ziehen.— ein schöner Brauch; ist doch 15 8 Feldgrauen ein Held; 250 6 25— 1*— 1—5 sein doch schun e Spiel. e Helden hat dieser Krieg n hervorge 1 Eine spätere Zeit wird vielleicht einmal von diesen Tagen als dem Heldenzeitalter der reden. Von einem dieser Helden, so schreibt uns ein„aus meiner Ge⸗
meinde, möchte ich erzählen: 6 Er ist ein Bauernbursche; eine gerade, ehrliche und ruhige Natur. Nirgends tat er sich besonders hervor; ja bei manchen galt er als kein rechter Bursche, weil er am Wirtstische den Mund 1 5 so voll nahm und am Maul⸗ heldentum keinen Gefallen fand. Da kam der
ee rückte als Gemeiner ein, lag von Anfang an im Seer.
ehr graben; heute ist er Unteroffizier und Inhaber der hessi⸗
schen Tapferkeitsmedaille. einzigen Sohnes, der die Stütze
den 1— Ste dec Sohn 5 mr ach
„Nehmen Sie meinen einzigen acht Tage einmal aus dem ützengraben heraus, damit er sich ein wenig erhole“
„Liebe Mutter! Der Sentnant hat mir deinen Brief gezeigt. Was fällt di ein? Das ist ja ganz aus⸗ geschlossen, daß ich zurückgehe, um mich hinter der Front als Drückeberger herumzutreiben. Meine Gesundheit ist sehr gut und könnte nicht besser sein.“. N
0 Gleichzeitig mit dem Briefe kam ein Schreiben des Offiziers: a
„Geehrte Frau. Zu Ihrem Schreiben teile ich 1 Sohn ist mein bester Unteroffizier, den ich nicht entbehren kann, 2. Ihr würde mir an den Kopf springen, wenn ich ihm zumutete, aus dem Schützen⸗
. 6 zu gehen, 3. Ihr Sohn erfreut sich bester Gesund⸗
eit und hat ein vorzügliches Aussehen. Jh aber“ ber ich kein Abfaß des Gefuches zugegen D „Lieber rer! Da n bestens Schreiben, das Sie an die i i hatten.
ie ein und
.* 5 Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.)
Landwehrm.
Res. Ernst Robert Hesse aus Mainz.— M
20 Ewald, arstanjen, Res. stud. forest. adt.— Musk. Phil. aus Nieder-Weisel.— Gren. Hans .— Kriegsfreim. stud. jur.
Wagener 221, Emil G erha r dt, Drag-Rgt. 23 aus Darmstadt.
1 a Die Hessische Tapferkeitsmedaitle erhielt Sanitätsgefreite Heinrich Laval von ber—.
Seine Mutter, eine Witwe, e 0 ihres Alters werden f Wer will es ihr darum verdenken, wenn sie sich bittend an
beben als
„Daub aus Traisa b. Darmstadt.— Ni. d.
bach a.— Unteroff. d. Res. Otto otz, Inf.⸗Rgt.„ aus Offenbach a. M.— chieserstein aus Krofdorf.— Musk. Adolf Oppenheimer aus Rohrbach.— Gesr. Hei rich aas Miche. tee eie Föll. br, Ale. Su. J aus— 5 tri,-Ins.-Rgt. 221, aus Darmstadt.— Postass. Ludw. Ku fer, Res.⸗ Nat. jur. Wilhelm


