Ausgabe 
(25.6.1915) 147. Erstes Blatt
Seite
149
 
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Der Slehener . onntags. agen: viermal wöchentlich 61 rFamilienblätter; mal wöchentl. Kreis- latt für den kreis Gießen (Dienstag und Freitag); ae h Land⸗ vixis Seitfragen rusprech · Auschlüge: . N Geschäfts stelled l Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger. von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr.

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165. Jahrgang

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General⸗Anzeiger für Gberhessen

Rotattonsdruck und verlag der Brühl'schen UAniv.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. gange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u.

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Freitag, 25. Juni 1015 Bezugspreis

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schristleiter: Aug. Goetz.

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Feuilleton: Aug. Goeh; sür Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H.

Druckerei: Schulstr. 7. Beck, sämtlich in Gießen.

Vorrücken der Armee Linsingen über den Dnjestr.

(TB.) Großes Hauptquartier, 24. Juni.

(Amtlich.) a Westlicher Kriegsschauplatz..

Am Oftrande der Lorettohbhe warfen wir den Feind aus einem von ihm vor einigen Tagen eroberten Grabenstück.

Südlich von Souchez wurden die Kämpfe für uns erfolgreich fortgeseßt. Die Labyrinth Stellung füdlich von Neuville wurde gegen einen nachts einsetzenden starken Angriff im zaͤgen Nahkampfe gehalten.

Auf den Maashöhen kam es enstößen. Wir nahmen noch 15 0 Franzosen ge⸗ fangen. Der Feind erlitt bei zwei fehlgeschlagenen An⸗

gebracht. g Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Armee des Generals von Linsingen hat den Dujestr überschritten. Zwischen Halyez, das vom Feinde noch gehalten wird, und Zu raw us steht sie im heftigen Kampfe auf dem Nordufer. Anschließend bis zur Gegend südlich von Lemberg und von Zolkiew wurde die Verfolgung fortgesetzt. Zwischen Rawarusla und dem San bei Ulanow hat sich nichts Wesentliches ereignet. 8 1 Im San Weichsel⸗Winkel sind die Russen bis hinter den San⸗Abschnitt zurückgegangen. Auch auf dem 1 elner südlich von Ilka, weichen sie nach Nor⸗ en aus.

Oberste Heeresleitung. . Die Russen geben nun zu, daß sie Lemberg verlassen haben, um eine neue Front zu bilden. Mittlerweile geben diese katastrophalen Vorgänge der Welt, der feindlichen Welt, es geht, suchen die machen, aber es DieTimes

die in Deutschland Verwunderung, bißchen Unwillen hervorrufen muß. nämlich wieder einmal darin,

lich über diesen grotesken Unsinn in erster Linie lachen. Die schlafenden Gegner! Sie haben shre Angriffsbündnisse

würde. Man wußte es in fühlten, und die Einkreisun waren es, die uns in Sicher um gleichzeitig in Belgien und Frankreich die letzten Vor⸗ bereitungen zum Ueberfall auf uns zu treffen. fried aber hat freilich nich

während die andern erst zur Waffenschmiede 1705 gern, um es ihm gleich zu tun: ehr du mich mit Fleiß und Acht, wie man die guten Schwerter macht. England stelltArbeiterarmreen auf. Es wird sich zeigen, daß dieser Aufmarsch zu spät kommen wird. Nach derTimes ver⸗ trösten die feindlichen Heerführer sich auf das nächste Früh⸗ jahr. Der deutsche Sommer 1915 wird ihnen zuvorkommen.

***

Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.

Wien, 24. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 24. Juni 1915.

Russischer Kriegsschauplatz.

Die allgemeine Lage in Ostgali geändert. Oestlich und nordöstlich 1 e 35 starken russischen

m o Zydaczow genommen. Flußabwürts letzterer Stadt sind die verbündeten Truppen unter heftigen Kümpfen an reren Stellen auf das nördliche Du estrufer vorgedrungen.

Z3Zbwischen Weichsel und San sebt der Feind den Rückzug fort. Nördlich der Weichfel wurden russische Nach⸗ huten über die Kamienne zurückgeworfen. O strowice und Sandom ir sind von unseren Trupuen besetzt.

Italienischer Kriegsschauplatz. An der Kärntner Grenze wurde beim Kl. Pal ein

von Lemberg sind Nachhuten im Gange.

Angriff starker italienischer Truppen abgewiesen. Sonst fan⸗ den an dieser Grenze und84 Hirol

von Tirol nur Geschütz⸗

zien hat sich nicht Wund

eren Dujestr wurden Mikolajow und 575

meh⸗ eee die

Am Krugebiet herrscht Ruhe; Geschützkämpfe. Angriffe der Italiener Monfalcone scheiterten.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Die Erfolge am Dnjestr.

Berlin, 25. Juni. Wie verschiedenen Morgenblättern aus dem Kriegspressequartier aus dem südöst⸗ lichen Kriegsschauplatz gemeldet wird, macht sich die Wir⸗ kung des durchgreifenden Erfolges, der mit der Eroberung Lembergs und der südöstlich davon stattgehabten Kämpfe errungen wurde, auch schon am Dujestr fühlbar. Der Widerstand der Russen ist am heftigsten am mittleren Fluß laufe.

am I sonzo heftige bei Gradiska und

Der russische Bericht.

Petersburg, 24. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Großen Generalstabs: In der Gegend von Szawle ist die Lage unverändert, die Kämpfe dauern fort. Im Süden der Seen von Raigrod überschritten unsere Vortruppen in der Nacht zum 22. Juni den Fluß Ejrina, b setzten das Dorf Kulighi und vernichteten eine ganze Kompagnie der Deutschen. In Richtung Lom za heftiges Artilleriefeuer. Am Tan ew schlugen wir bei dem Dorfe Lublinetz feindliche A griffe zurück. Westlich Ra⸗ waruska wurde der Feind in der Nähe des Dorfes Gutazeleng zurückgedrängt. Unsere Kavallerie machte drei feindliche Kom- pagnien nieder. Am 21. Juni und Laufe der darauf folgenden Nacht hielten wir einen feindlichen Vorstoß gegen Lemberg durch hartnäckige Kämpfe auf. Der Feind erlitt bedeutende Verluste bei fruchtlosen Angriffen beim Dorfe Bukowice und weiter

südlich am Szezerzicbache, es gelang ihm aber, in der Gegend der Stadt Zolkiew vorzudringen. Infolgedessen raumten unsere Truppen am 22. J ni Lemberg und setzten den Rückzug an die neue ont fort. Am Dujestr

dauerte der Kampf südlich von dem g Feind am linken Ufer des Flusses hält. In der Ausbuchtung des Tnjestr drängten wir den Feind vo i

Dorf Luka zurück. In einem erfolgrei wir an 1000 Gefa

Dorfe Kosmierzyn an, wo der

egsschauplatz?

g, 24. Juni.(WTB. Nichtamtl.)(Ueber

Zar reiste am 23. Juni zum Feldheere ab. Jubel in Wien.

Wien, 24. Juni(WTB. Nichtamtlich.) Anläßlich der Wieder⸗ 2 Lembergs prangt ganz i i mu

Petersbur Kopenhagen.) Der

in den Straßen eine Der Bürger mei leuchteten Kri 95 aufgenommene 2 nsprache. Vaterländische Lieder ertönten. So⸗

Gen err fand vor Palais Erzherzogs Frie rich eine große Kundgebung statt. Aus allen Teilen 32 Monarchie, aus Pr Brünn und Triest laufen Meldungen über ähnliche begeisterte patriottsche Kundgebungen ein. rag fanden solche Feiern statt. Wien, 24. Juni(WT. Nichtamtlich.) Um 11 Uhr vormit⸗ tags fand eine erhebende Huldigung der Wiener Bevölkerung vor Schloßpark statt. Eine nach Hun⸗ derttausenden zählende Menschenmenge füllte das Innere des

0 Ueberaus viele genesende österreichischamgarische und reichsdeutsche Offiziere und Soldaten waren erschienen. Als der Kaifer, gefolgt von dem Thronfolger und der Erzherzogin Zita, die ihren ältesten Sohn auf dem Arme trug, auf dem Balkon erschien, erhob sich ein nicht endenwollender Jubel. Bürgermeister a der Wiener Bevölkerung eine Ansprache an den Kaiser, in der er seine Freude über die Wieder⸗ Zuversicht auf die baldige gänz⸗ nde aussprach Er schloß mit

5* deer Bange an, die von der Menge mitgesungen wurde. er Kaiser i

freudiger berühre, als sie ein Widerhall der gebung sei, mit der die Bevölkerun, von der Wiedereroberung Lembergs Freude, sondern auch mit berechtigtem Stolze könnten wohner Wiens auf die bedeutende Wa

Armecoberkommandanten

Nachricht nur mit g die Ein⸗ blicken, an der ihre

Ueberzeugung aus, n Haltung bis zu dem t wolle, ein siegreicher ehrenvoller dauernde Bitrgschaften für ihre Wohlfahrt

2 Nie seines Le des Katrser fesselte einen ungehen endenwollende Hochrufe erbrausten. Das Publikum stummte die Volkshymne an und jubelte auch der Erzherzogin Zita zu. Die Hochrufe erneuerten sich immer wieder, bis der Monarch und die

Mitglieder des Kaiferhauses sich in die inneren Gemächer be⸗

gaben.

Der Eindruck in England, Frankreich und Italien.

Berlin, 25. Juni. In Frankreich und England macht, wie verschiedene Morgenblätter aus dem Haag berich⸗

lam pf statt.

einen niederschmetternden Eindruck. man in Paris und London, daß dieser Sieg einen nicht zu unterschätzenden Einfluß auf die Balkan staaten ausüben werde. Der militärische Mitarbeiter derTimes spricht sich darüber aus, daß sowohl Rußland wie Frankreich bis jetzt nicht imstande waren, ihre gesamten Streitkräfte immer auf den wichtigsten Kriegsschauplätzen ins Feld zu führen infolge von Ursachen, die zurzeit micht besprochen werden sollten. Angesichts dieser Ursachen werde man die Abrechnung mit den Zentralmächten bis zum nächsten Frühjahr aufschieben. Bis dann müßten die Dinge auf dem Laufenden gehalten werden.

Berlin, 25. Juni. Die italienischen Blätter win⸗ den sich lautVossischer Zeitung um die Niederlage von Lem⸗ berg herum. Der österreichisch-ungarische Bericht wurde klein, der russische groß und fett gedruckt. Sie schreiben noch, dies sei ohne alle militärische Bedeutung. Es sei kein öster⸗ reichisch-ungarischer⸗deutscher Sieg und keine russische Niederlage, sondern nur schönes Manöver für das deutsche Volk, das mit Illusionen gespeist werde. Für die Russen habe es nur die Auf⸗ gabe, das Heer intakt zu halten; das sei durch den Rückzug erreicht. Ein deutsch⸗feindliches dänisches Blatt über die Lage.

Kopenhagen, 24. Juni(WTB. Nichtamtlich.) Die deutsch⸗ feindlicheVationaltidende schreibt in einem Leitartikel: Der Fall von Lemberg ist eine entscheidende Kriegsbegeben⸗ heit. Der russische Generalstab erklärte selbst, daß es einige Zeit währen würde, bis Rußland wieder imstande sei, eine Offensive zu unternehmen. Aber diese Pause kann für die Heere der 1 verhängnis voll werden. Die deutsche Heeresleitung gewinnt d Zeit für die Operationen im Westen und wird es sicherlich ver⸗ stehen, sie auszunutzen. Die Hauptgefahr droht jetzt wahrscheinlich dem italienischen Heere. Italien hat offenbar zu lange gewartet, sich zu einem entscheidenden Schritte zu entschließen. Es versäumte dadurch die Gelegenheit, ohne Ge⸗ fahr für die eigenen Grenzen eine Entscheidung bei den Dardanellen herbeizuführen und dadurch die neutralen Balkanstaaten zu einem Eingreifen zu veranlassen. Trotz Versicherung von Asquith und trotz des Beistandes der italienischen Flotte scheint es jetzt außer⸗ ordentlich zweifelhaft, ob die Alliierten in nächstder Zeit die Türken schlagen können. Neue Truppen können sie jedenfalls nicht für diefen Kampf entbehren. Deshalb übt der Fall von Lemberg jetzt auch eine Wirkung auf die Balkanpolitik sowie eine große Wirkung auf dem südlichen Kriegsschauplatz aus. Sehr zweifelhaft erscheint es, ob Cadorna jetzt dem Ansturme der deutschen und österreich-umgarischen Heere mit eigenen Kräften Widerstand leisten kann, und ob Joffre nicht gezwungen sein wird, anstatt eine Unter⸗ stützung von den Italienern zu erhalten, ein französisches Heer nach Norditalien zu senden, deshalb ist es keineswegs unmöglich, daß der große Sieg Mackensens die Bedeutung für einen raschen Abschluß des Weltkrieges haben wird.

3 g

Vom italienischen Kriegsschauplatz.

Wi(n, 24. Juni.( 288. Nichtumtlich; Nag riegs⸗ pressequartier meldet: Das italienische Hauptquartier ver⸗ breitet über die bisherigen Kämpfe bei Pla va unrichtige Nach⸗ richten, welche den fehlgeschlagenen Angriffsversuchen den Anschein siegreicher Affären zu geben sich bemühen. Nacht achttägigen, für den Feinst äußerst verlustreichen Kämpfen sind die Stellungen bei Plava fest in unserem Besitze und an keiner Stelle durch⸗ brochen, Der Gegner brachte, von übermächtigem Artilleriefeuer unterstützt, am 10. Juni und in der Nacht zum 11. Juni etwa sechs Kompagnien auf das östliche Ufer. Ein sofort unternom⸗ mener Gegenangriff mußte wegen des feindlichen Artilleriefeuers eingestellt und bis zur Dunkelheit verschoben werden. Der Gegner zog es aber vor, auf das Westufer zurückzugehen, ohne überhaupt Widerstand zu versuchen. Am 12. Juni überschritt feindliche In⸗ fanterie abermals den Isonzo und ging zum Angriff auf die Höhe 383 vor, wohin er das Feuer von ca. 80 Geschützen kon⸗ zentriert hatte. Der Gegner kam an unsere Stellung heran, wurde jedoch in erbittertem Nahkampf derart geworfen, daß das Gros wieder auf das Westufer zurückflutete. Gegen tausend gefallene Italiener blieben im Angriffsraume. Drei neuerliche Angriffe in der Nacht zum 14. Juni wurden leicht abgewiesen. Ein am 14. Juni abends unternommener Angriff brach blutig zusammen. Am 15. Juni beschoß der Gegner unsere Stellung ununterbrochen unter unge⸗ heurem Aufwand an Munition. Die in der folgenden Nacht unter⸗ nommenen drei Infanterieangriffe gegen die Hoͤhe 383 zerschellten an dem Widerstand der tapferen Dalmatiner, ebenso ein am 16. Juni nachmittags von starken Kräften unternommener Angriff. In der Nacht und am Vormittag des 17. Juni griffen nochmals beden⸗ tende Infanteriekräfte an, nämlich die Brigaden von Ravenna und Forli, verstärkt durch Mobilmiliz, und erlitten schwerste Verluste. Gefangene sagten aus, der König selbst habe angeordnet, die Hohe bei Plava um jeden Preis zu nehmen. Am Mittag des 17. Juni war der Kampf entschieden. Der Gegner verschanzte sich vor un⸗ seren Stellungen und unternahm keinen ernsteren Angriff mehr. Die Meldung über die Wegnahme eines österreichisch⸗ungarischen Maschinengewehrs ist erfunden, dagegen eroberten wir zwei ita⸗ lienische Maschinengewehre. Von glaubwürdigen Aussagen Ge⸗ sangener abgesehen, liegen in dem etwa zwölfhundert Meter breiten Angriffsfeld 3000 unbestattete tote Italiener. Un⸗ sere Gesamtverluste an Toten, Verwundeten und Vermißten er⸗ reichen bei weiten nicht diese Zahl. In den Kämpfen von Plava mußten unsere Truppen auch mit hetrunke nen Italienern kämpfen, was an Gefangenen und Verwundeten einwandfrei fest

Vor allem befürchtet

gestellt worden ist: auch fand man in den Feldflaschen Reste von Schmaps. Bei dem Gegner herrschen unklare Vorstellungen über

die Genfer Konvention.

ner 1 Verwundete sind von italienischen Sol⸗ daten bestialisch erstochen

worden. Am westlichen Ufer fuhren Mu⸗ nitivnsautomobile für eine feindliche Motorbatterie unter dem Schutze des Roten iges. Andererseits schickte der Gegner nach dem Gefecht ein Detachement von Aerzten und Mannschaften knapp vor unsere Stellungen zur Bergung der Toten. Später erschien ein Leutnant, der sich als Parlamentär sausgab und der ohne Besitz einer Vollmacht ilber die Beseitigung der Toten sprochen wollte.

ten, die Meldung über die Wiedereroberung von, Lemberg

Derartige Vrsuche zur Auskundschastung werden mit Gesangen⸗

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