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10 erwarten unscre Angehörigen den regelmäßigen eingang des heimat⸗ blattes. um cinc Unterbrechung in der 9 Zustellung zu vermeiden, wolle man
den feldpost⸗Beaug
dcs Gichener Anzeigers fur das nãchste vierteuayr(Juli⸗Aug.⸗Scytbr.)
schon jetzt erneuern
Alle postamter nehmen die Bestellung entgegen. der viertellayrs⸗ Bezug be⸗ tragt mu. 3. 20 cinschließlich der um⸗ ö schlag/cbühr. Außcrdem vermittelt dic Bestellungen wie bisher auch die
beschäftsstelle des Gichener Anzeigers
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Aus dem Reiche.
Heidelberg, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Am 22. d. Mts. traten im Rathaussaale zu Heidelberg Vertreter der Städte S rt, Heidelberg, Pforzheim, Karlsruhe,
eil un und Mannheim, ferner der Städte Frank⸗ urt a. M. und Mainz zusammen, um über die Frage der Rilchversorgung der beteiligten Städte zu beraten. Nach hender Aussprache wurde, da die von verschiedenen Seiten
„Berlin, 23 Juni.(Priv.⸗Tel.) Das„Berl. Tagebl.“
meldet: Auf dem Kabelwerk Oberspree fand heute mittag die Trauerfeier für Geheimrat Rathenau statt. Die Feier w von einem Trompeterkorps eingeleitet, dann hielt der ein⸗ zige überlebende Sohn des Verstorbenen, Dr. Walther Rathenau, eine Ansprache, in der er die innere Persönlichkeit seines Vaters und die Wirkung seines Lebens nach außen schilderte. Es folgte eine Reihe weiterer Ansprachen. Dann wurde unter Vorantritt des Ge banners der 8 Friedhof Oberschöneweide getragen, wo am offenen Grabe biner Dr. Weiße sprach. In der Trauerversammlung bemerkte man die Minister v. Breiten⸗ bach und Dr. Sydow, Polizeipräsident v. Jogpenz Oberbürger⸗ meister 2 u. a. Eine Reihe kostbarer Kränze wurde am Sarge niedergelegt. Auch die Firma Krupp und Fut Hohen⸗ lohe ließen niederlegen.
Berlin, 24. Juni. Der Landesvorstand der sozial⸗ demokratischen Partei Bayerns hat laut„Voss. Ztg.“ eine Bittschrift an den Bundesrat gerichtet und die Einsetzung einer Reichszentrale gefordert für die Lebensmittelversorgung der Zivil⸗ und Militär⸗ bevölkerung, außerdem Beschlagnahme der gesamten Ernte an Getreide und Kartoffeln, die Festsetzung von Höchstpreisen für Futtermittel und für alle Lebensmittel.
Dresden, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Heute vor⸗ mi fand in Gegenwart sämtlicher Staatsminister und
Mitglieder beider Ständekammern die feierliche Eröffnung des zu einer kurzen außerordentlichen Session zusammen⸗ tretenden ä sische n andtages statt. Der Vorsitzende
im Staatsministerium, Kultusminister Dr. Beck, wies in seiner Eröffnungsrede u. a. auf die ruhmvollen Helden⸗ taten unserer Kriegsmacht zu Wasser und zu Lande und in der Luft hin und gedachte, ebenso wie der Kammerpräsident am Tage zuvor in den Präliminarsitzungen, der vorbild⸗
lichen Tapferkeit und heldenmütigen Todesverachtung der sächsischen Truppen auf allen Kampfplätzen in t und Ost. Dem Landtage gingen außerordentliche Regi vorlagen
u über die Hinausschiebung der Wahlen für die Zweite mer sowie der anläßlich des Krieges getroffenen Maß⸗ nahmen zur Sicherung der Volksernährung.
Leipzig, B. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Das Stell⸗ vertretende 5 des 19. Armee hat, vor⸗ er auf eine Woche, die„Leipziger Volkszeitung“ verboten. Grund zu dieser Maßregelung sind der Artikel „Gebotder Stunde“ von Bernstein, Haase und Kautski, sowie verschiedene andere Artikel.
Aus Stadt und Cand. Gießen, 24. Juni 1915.
» Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt Unter- 7 17 L. Wilh. Luch von Gießen beim Landw.-Inf-⸗Rgt. r.
„ Friegsspiel im Busecker Tal. Am letzten Sonntag nachmittag fand zwischen den Jugendkompagnien der Umgebung Gießens im Busecker Tal ein Friegsspiel statt, an dem auch die beiden hiesigen Kompagnien(620 und 621) und die Jugendwehr teilnahmen. Der Uebun lag folgender Plan zugrunde: Blau geht nach unglück⸗ lichem Gefecht bei Lich in Richtung Marburg zurück und hat Sammelplätze bei Daubringen, Mainzlar, Treis und Allen⸗ dorf. Die Nachhut hält den Höhenzug. Buseck bis Südrand Hangelsteiner Wald besetzt. Rot ist gelt: und steht mit der Vorhut an der Straße Gießen— eistirchen W N egen die Bahnlinie Gießen— iese Bahn für die Verladung nutzbar zu
wird Blau gezwungen, zurückzu⸗ ehen.. wurde von e e irchen, Rot von. tuch⸗Gießen geführt. rend die 123 von Blau recht günstig war, hatte Rot bei seiner Verfolgung sehr mit dem schwierigen Ge⸗ lände, insbesondere mit den bestellten Feldern zu rechnen und konnte nur kurz in dem westlich von Großen-Buseck liegenden Wiesengrund sich entwickeln. Ein Vorstoß der Hauptmacht von der eburg nach dem Bahnhof Großen⸗ Buseck wurde in seinem Erfolg entlich unterstützt durch einen kenangriff von Osten, den die Jugendkompagnien 620 und 621 unter Meese Anstrengungen erfolgreich durch ten. Gegen 5 Uhr war die Uebung beendet und nun
ter Vorantritt der hiesigen Landsturmkapelle, mit ie Pfeifen und unter frohem Gesang die Jung⸗
Grünberg, um sich b machen. Zu diesem
mannschaften in endloser Reihe hinauf zum Hohberg nord- westlich von Großen⸗Buseck zum Fe 24 dienst.
Unter den alten Buchen und Eichen, zu Füßen das herrliche Busecker Tal mit seinen blühenden Gefilden, darüber der klarblaue Himmel, lag hier ein Platz, wie er nicht stim⸗ mungsvoller für die Andacht der 1000 und mehr Jugend⸗ lichen im Verein mit der Gemeinde Großen-Buseck geschaffen werden konnte. Nach dem alten Lutherlied„Eine feste Burg
sist unser Gott“ ergriff Pfarrer Barth ⸗Großen⸗Buseck das
Wort zur Festpredigt, die in begeisterten Worten den Jungen und Alten ans Herz legte, was die schwere Zeit von ihnen fordert. Die l Feier, die einen nach⸗ haltigen Eindruck bei allen Zuhörern hinterlassen hat, fand ihren Abschluß durch das gemeinsame Lied:„Ach bleib mit deiner Gnade“. Im Anschluß daran ergriff Provinzialdirek⸗ tor Geheimerat Dr. Usinger, der der Uebung beigewohnt hatte, das Wort, um zunächst den Führern seinen Dank für ihre Arbeit und Mühe auszusprechen, dann aber auch An⸗ erkennung zu zollen den Leistungen der Jungmannschaften. Er schloß mit der Aufforderung an alle, die den Uebungen bisher noch ferngeblieben waren, sich in ihrem eigenen Interesse nunmehr zu beteiligen. Sein Hoch galt dem deut- schen Heer und im besonderen der hessischen Division. In den Gesang des alten Turnerliedes:„O Deutschland hoch in Ehren“ stimmten alt und jung begeistert ein. Am Abend — 3 1 ein Sonderzug die fröhlichen Scharen in die Heimat zurück.
* Akademischer Kriegs vortrag. Wir weisen noch- mals auf den heute abend in der Aula stattfindenden Vortrag des Herrn Prosessors Dr. Schaum:„Photographie und Kriegs- wissenschast“ hin.
* Ein schweres Gewitter ging heute vormittag über die Stadt und der Umgebung nieder. In wolkenbruch⸗ artigen Strömen rauschte fast ununterbrochen der Regen nieder, und gegen 11 Uhr kam es zu einem Hagelschlag, dessen Geräusch fast den Donner ütbertäubte. Nußgroße Körner stürzten nieder und bedeckten die Straßen mit einer . Bei Schluß des Blattes dauerte das Unwetter noch an.
* Die Abnahme unserer Wirtschaften. Die Bier⸗ und Branntwein-Ausschankstellen in unserer Stadt, die allerdings über das Bedürfnis bis zum Jahre 1911 zugenommen hatten, haben sich seit dieser Zeit wie folgt vermindert: 1911 bestanden 243, 1912 208, 1913 206, 1914 203, 1915 198 Wirtschaften oder 1911 145, 1912 153, 1913 160, 1914 163, 1915 170 Einwohner auf eine Aus⸗ schankstelle. Bei dieser Berechnung sind allerdings reine sichlge oder Mineralwasser-Ausschankstellen nicht berück⸗ ichtigt.
* Kleinfeuer. Gestern vormittag 11.33 Uhr wurde von einem Angestellten der Firma Sondheim auf der Wache am Oswalds Garten Feuer in der 1 gemeldet. Es brannten alte Kisten und sonstiges Gerümpel, das hinter dem Zaune der Turnhalle, am Fuße der Böschung des Eisen⸗ bahndammes, gelagert war. Die Wache löschte das Feuer mit einem Rohr ab und rückte 12.02 Uhr wieder ein.
Landkreis Gießen.
Ruppertsburg, 20. Juni. Leutnant der Reserve Dr. Hermann Lehr von hier im Lat hr⸗Inf.⸗Regt. Nr. 53 erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Schon vor einigen Monaten war er mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet worden.
Hungen, 23. Juni. Unteroffizier der Reserve Karl Müller von hier beim Leibgarde⸗Inf.⸗Regt. Nr. 115 wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.
Kreis Büdingen.
9 Düdelsheim, 23. Juni. Der von hier gebürtige Unteroffizier Philipp Preußer im Inf.⸗Regt.(Kaiser Wilhelm) Nr. 116 erhielt das Eiserne Kreuz.
— Nieder⸗Mockstadt, 23. Juni. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Gefreite Adolf Kern im Inf.⸗-(Leibgarde⸗) Regt. Nr. 115.
Kreis Alsfeld.
9 Aus dem Ohmtal, 23. Juni. Die einschürigen Wiesen, das sind solche, die nur einmal während des Jahres gemäht werden, sind jetzt zum Verkaufe gekommen. Wenn auch ihr Grasbestand gegen sonstige Jahrgänge zurückstand, war er doch besser, als man erwartet hatte. Die Erträge dieser Wiesen waren gut. Da hohe Preise für das Heugras bezahlt wurden, so waren die erzielten Beträge ansehnlich.
f Kreis Schotten.
Gedern, 23. Juni. Am verflossenen Sonntag fand zwischen der hiesigen Jugendkompagnie unter Füh⸗ rung des Uebungsleiters Schmidt und derjenigen von Schotten unter Führung von Oberwachtmeister Kaiser und Karl Ruckelshausen⸗ Michelbach eine größere Ge⸗ ländeübung statt. Die Uebung, an welche sich ein Pa⸗ rademarsch anschloß, nahm einen flotten Verlauf.
Qulrichstein, 23. Juni. Die Spar- und Leihkasse zu Ulrichstein hat bei der zweiten Kriegsanleihe lebhaft für Zeich⸗ nungen zur Anleihe gewirkt und solche entgegengenommen. Die Provision dafür in Höhe von Mk. 168,— hat die Kasse, laut Vorstandsbeschluß, dem Zweigverein Ulrichstein vom Roten Kreuz überwiesen. Ein nachahmenswertes Beispiel!
Aus dem Vogelsberg, 23. Juni. Nachdem die Heuernte bis auf die einschürigen Wiesen so ziemlich unter Dach ist und man mit dem Ergebnis,— wenn es auch keine gute Ernte war— doch zufrieden sein kann, sind die Gedanken der Landwirte jetzt schon auf die Grummet⸗ ernte gerichtet, die, wenn nicht bald ein ausreichender Re⸗
en einsetzt,. Neige erscheint. Durch die an⸗
baltend trockene Witterung ist das Gras auf den abgeern⸗ teten Wiesen vollständig aus dem Erdboden verdorrt, und selbst einzelne Gewitterregen vermögen dem harten Boden kaum die nötige Feuchtigkeit zuzuführen, um das Gras schnell wieder lebensfähig zu machen. Für die Ernährung und Erhaltung der Viehbestände sind für die Landwirtschaft also keine günstigen Aussichten vorhanden, da auch der zweite Klee insolge der Trockenheit ausbleibt, und die zum Teil gesteckten Dickrüben(Runkeln) ebenfalls kein Wachstum haben. Um mun bei einer evtl. eintretenden un⸗ günstigen Grummeternte das nötige Futter zu erzielen, chäährlich, namentlich
im oberen Vogelsberg, in den ausgedehnten fiskalischen und herrschaftlichen Waldungen ein großer Teil des auf den wenig befahrenen Schneisen reichlich vorhandenen Heu⸗
grases uneingeerntet verloren geht, da sie von den um⸗ liegenden Ortschaften etwas* sind. Dieses Gras, 0 n chtigkeit des Wald⸗
h. Friedberg, 24. Juni. Das vom Friedberger Ge⸗ schichtsverein mit Unterstützung der Stadt eingerichtete städtische Museum wird morgen zum ersten Male der Oeffent⸗ lichkeit zugänglich gemacht. Da eine Reihe von Sälen bei Beginn des Krieges dem Roten Kreuz dienstbar gemacht wurden, und jetzt noch dem gleichen Zweck dienen, wird vorerst nur die prachtvolle Sammlung vorgeschichtlicher und römischer Altertümer aus Friedberg und der Wetterau eröffnet.
— Aus der Wetterau, 23. Juni. Die Heuernte
ist so ziemlich beendigt. Feuchte Wiesen lieferten befriedigende
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Erträge. Durch die reiche Klee-Ernte war es vielen Land⸗ 1 möglich, mehr Kleeheu als in früheren Jahren zu machen, das infolge der günstigen Witterung in guter Qualität eingebracht worden ist. Das Getreide, namentlich Korn und Gerste, fangen schon an zu reifen, und die Ernte dürfte diesmal etwas früher beginnen. Große Quantitäten Kirschen werden auf den Markt gebracht oder von Händlern aufgekauft, Birn⸗ und Aepfelbäume versprechen eine gute Ernte. Nach einer Reihe von schlechten Jahren haben unsere Imker wieder eine günstige Honigernte. Kreis Wetzlar.
F. C. Wetzlar, 23. Juni. Das Kriegsgefangenen⸗ lager, das von den bisherigen Insassen, Franzoser geräumt worden ist, wird mit 8000 Russen belegt werden, die in Beglei⸗ tung von Oesterreichern hier ankommen.
Hessen⸗Nassaun.
h. Frankfurt a. M., 23. Juni. Zwischen den Frank⸗ furter Schuhmachern ist seit gestern ein Streit entbrannt, bei dem die Bevölkerung der lachende Dritte ist. Die Schuhmacher⸗ Zwangsinnung, der etwa 300 Mitglieder angehören, kündigte vor einer Woche eine gewaltige Preiserhöhung für das Schuhbesohlen 5 Mark an und begründete die Steigerung mit den hohen Lederpreisen. Sie erregte damit bei der Einwohner⸗ schaft heftigen Unwillen und bei dem viele hundert Mit⸗ glieder umfassenden Verein selbständiger Schuhmacher den größten Widerspruch. Dieser Verein erklärt die Preise der Innungs⸗ meister für„abnorm hoch und irr e führend“ und erklärt ferner, daß seine Mitglieder die gleichen Arbeiten für 6,50 bis 6,80 Mark herstellen können, also um eine Mark billiger.
b. Bad Homburg v. d. D., 24. Junt. Als Grundstock für den„heiligen Michael“ in Eisen, der demnächst, zur Be⸗ nagelung vor dem Kurhause aufgestellt wird, stellte ein Frank- furter Herr der Kur- und Badeverwaltung 5000 Mark zur Ver⸗ fügung.
und»beflecken auf 7,50
candwirtschaft. f — Berlin, 24. Juni. In Niederbayern konnte, wie die Morgenblätter melden, bereits mit der Ernte be⸗ gonnen werden. Es werde Weizen gemäht und Korn geschnitten, Gerichts saal. n 5 X. Hanau, 22. Juni. Ein abenteuerlustiges Bürsch⸗ chen, der 17 Jahre alte Taglöhner Wilhelm Klüh aus Hanau, stand heute vor der Strafkammer, um sich wegen Diebstahls zu verantworten. Aus der Erziehungsanstalt Rengshausen entwichen, verübte er in dem Dorse Reibshausen einen Einbruchs diebstahl und begab sich dann auf den Kriegsschauplatz. In den Ar⸗ gonnen war er als Patronenträger tätig und trat dann als Kriegs freiwilliger in ein im Westen kämpsendes Jäger- bataillon. Wegen Krankheit wieder entlassen, kam er nach Hanau zurück und veruͤbte hier einen Die bstahl. Die Strafkammer be- dachte ihn mit 1 Monat 3 Tagen Gefängnis. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. 5 Das nordwestliche Hochdruckgebiet zieht über Skandinavien nach Osten ab, der nordwestliche tiese Druck nimmt an Ausdehnung nach Nordosten zu. Teilwirbel brachten uns gestern und heute lokale Gewitter mit starken Regenfällen. Wir bleiben morgen am Südostrand des Tiefdruckgebiets. i Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 25. Juni 1915 Unbeständig, zelweise Niederschläge, Winde aus westlicher
Letzte Nachrichten.
Die französische Offensive.
i. Köln, 24. Juni. Laut„Köln. Ztg.“ meldet„Corriere della Sera“ aus Paris: Die Kämpfe an der Westfront haben überall an Heftigkeit zugenommen. Die vermehrte Tätigkeit der Franzosen ist zweifelsohne in Zusammenhang zu bringen mit dem Umstande, daß es gelungen ist, eine bedeutende Reserve
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an Munition bereitzustellen; sie wird solange andauern, bis
zur Herstellung neuer Vorräte eine Pause erforderlich ist. Man wiege sich nicht in übertriebenen Hoffnungen, aber selbst die ge⸗ mäßigten Geister sind der Ansicht, daß die fanzösische Offensive gegenwärtig mit größerem Erfolge als je vorgetragen wird. Man dürfe aber nicht außer Acht lassen, daß in den Gegen⸗ den, in welchen die Hauptkämpfe stattfinden, jeder Schritt vor⸗ wärts die Eroberung von Verteidigungswerken bedeute, die in Laufe der Zeit zu wahren Festungen ausgebaut worden sind
Die Kämpfe im Süden. a
Amsterdam, 24. Juni. Reuter meldet aus Udine: Nach der gestrigen Ruhe hat der allgemeine Angriff wieder in großer Stärke eingesetzt. Dieser stößt aber auf den starken Wider⸗ stand der Oesterreicher, deren Verteidigungswerke seit Jahren angelegt sind und die aus ganzen Reihen von Laufgrüben, Tunneln und Höhlen bestehen, die in die Felsen hineingehauen sind und in denen verstärkt Artillerie aufgestellt ist.
Umbildung des rumänischen Kabinetts. Bukarest, 24. Juni. Nach Meldungen, die in Wien aus Bukarest eingetroffen sind, würde das rumänische Kabinett umgebildet werden. Es heißt, daß der Ministerpräsident Bratianu Konservative zur Teilnahme an der Regierung heranziehen werde.
Eine Verschwörung gegen Venizelos? Kopenhagen, 24. Juni.„Daily Telegraph“ meldet, daß in Athen eine Verschwörung aufgedeckt wurde, die bezweckte, sich der Person Venizelos zu bemächtigen. Die Be⸗ teiligten wären zumeist Offiziere, die Ventzelos in Verdacht hätten, die Republik einführen zu wollen.
Die Ententepolitiker im„Trocadero“.
i. Köln, 24. Juni. Nach einer Züricher Meldung der„Köln. Ztg.“ berichtet„Secolo“ aus Paris: Am 24. Juni, dem Jahrestage der Schlacht von Solferino, wird im„Trocadero“ in Paris von der italienisch⸗französischen Liga eine Gedenkfeier peranstaltet werden, zu der die Teilnahme der maßgebenden Politiker ersten Ranges erwartet wird. Im Mittel; punkt der Feier steht eine Rede Tittonis über die Vor⸗ geschichte des Eingreifens Italiens mit sensationellen Enthüllun⸗ gen. Tittoni wird bisher unbekannte Dokumente bekanntgeben, darunter einen Depeschenwechsel mit Giolitti.
Der Dampfer„Bergensfjord“ freigelassen.
Stockholm, 24. Juni.„Aftonbladet“ meldet, daß der nor⸗ wegische Dampfer„Bergensfjord“, der in Kirkwall eingebracht wurde, wieder freigegeben worden ist. Der nur 12stündige Aufent⸗ halt in Kirkwall deutet darauf hin, daß es sich nur um die gewöhn⸗ liche Kriegsinspektion gehandelt hat. Die norwegische Reederei hat keine direkte Mitteilung erhalten, daß Kolonialmmister Dernburg an Bord gewesen wäre.
Bryan's Agitation.
London, 83. Juni(WTB. Nichtamtlich.) Die„Mor ⸗ ningpost“ meldet aus Washington: Bryan werde am 24. Juni in New Vork sprechen und gegen die Versuche, Amerika in den Krieg hineinzuziehen, protestieren. Er werde ein Verbot der Ausfuhr von Waffen und Muni⸗ tion verlangen; außer ihm würden Deutsch-Amerikaner und Iren sprechen.
Od ol 2 Beste
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