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— Beilagen: viermal wöchenklich amtlienblätter;
al wöchentl. Kreis⸗
für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monall. Land-
rnsprech Lansallege 1
die Schristleilung 112 Verlag, Geschäftsste el Adreise für Drahtnach⸗ —— N von Anzeigen für esnummer bis vormittags 9 Uhr.
Die Verfolgung der
Rückzug auch
TB.) Großes Hauptquartier, 23. Juni. (Amtlich.) N
Westlicher Kriegsschauplatz.
SGestern nahmen wir die Festung Dünkirchen, sowie feindliche Truppenansammlungen bei den Ortschaften Ber⸗ gues, Hondschoote, Furmes und Cassel unter Feuer. Bei Givenchy bis nördlich des Kanals von La Bassée und bei 5 e wurden Angriffe durch unser Artilleriefeuer im Keime erstickt. Südlich von Souchez machten wir im Graben⸗ kampf gute Fortschritte.
den Maas Durchbruchsversuche ohne Angriffe wurden unter erheblichen abgeschlagen. Bi i Franzosen, darunter drei 1 fangenen und erbeuteten sseben Maschinen⸗ gewehr e sowie 20 Minenwerfer. Die Vorpostengefechte östlich von Luns vill e dauern 1 Vogesen stürmten wir die seit Monaten heiß umstritte ne, die Umgegend be⸗
Offiziere, zu Ge⸗
herrschende Höhe 631 bei Bande Sact. 193 Ge⸗ b
fangene drei Maschinengewehre ein Minen⸗ werfer und anderes Material waren unsere Beute. Feind⸗
Wiedereroberungsversuche blieben erfolglos.
Südlich von Neuville brachte eines unserer Kampf⸗
euge einen feindlichen Flieger zum Absturz.
Die amtliche französische Meldung, daß sich belgische Truppen im Südwesten von St. Georges eines deutschen Schützengrabens bemüchtigt hätten, ist glatt erfunden.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
7 Südöstlicher Krie
Lemberg wurde gestern reichisch⸗ungarische T
gsschauplaß. nachmittag durch öster⸗ ruppen im Sturm ge⸗
nommen: daran anschließend nachts die Szezerek⸗ 1 zwischen dem Dnjestr bei Mikolajow und erg.
Weiter südlich ist in Verfolgung die Linie östlich von Lemberg— 3 o ltance—Turynka(nordöstlich von Zol⸗ kiew) erreicht. b. 5
Bei Rawaruska und westlich davon ist die Lage un⸗
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verändert. Im San— VWeichsel⸗Winkel und links der oberen Weichselbeginnen die Russen zu weichen.
Oberste Heeresleitung.
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Offensive übergehen. sich auch französische tröstlichen Rat geben, sich auszuruhen für 5 die Aeußerung eines „Manchester Guardian“. Dies Blatt argwöhnt, die Deutschen könnten nun auch„einen noch ehr⸗ geizigeren Feldzug gegen Warschau“ hervorrufen. Diese Stadt würde wahrscheinlich von Südosten aus angegriffen Flandern die Aussichten . Blatt verweist demgemäß, darauf, das das Ziel der Verbündeten nunmehr Lille sein müsse.„Lille ist ein außerordentlichwichtigerEisenbahnknoten— und seine Wiedereroberung würde die Deutschen in Flandern erschüttern und sie dort notgedrungenerweise zum Rückzug zwingen.“ Der„Manchester Guardian“ hat schon recht. Aber—„eng bei einander wohnen die Gedanten“. Es wäre so schön, wenn man im Westen die deutsche Front durchstoßen könnte; schließlich würde man in dieser Be⸗ ziehung einen Erfolg an jeder beliebigen Stelle auf das wärmste begrüßen, allein die Ausführung macht einige Schwierigkeiten. Der„Manchester Guardian“ müßte mit Tinte, Feder und Streufand etwas nachhelfen!
Eine heitere Lektüre bildet der letzte amtliche Bericht
des russischen Generalstabs. Da wird höchst temperamentvoll mit Worten gefochten, und die Ausdrücke versteigen sich mit einer wahren Wollust zum„niedersäbeln“,„niedermachen mit dem Bajonett“ usw. Dörfer werden erobert, Flüsse überschritten. Und dazwischen steht nur noch der bezeichnende Satz:„In der Richtung auf Lemberg Gewehrfeuer.“ Unsere Berichte haben in den etzten Tagen festgestellt, daß die Lage am Dnje
Vorstöße und Gegenstöße der Russen ergebnislos ab. Der i che Generalstab bauscht nun alle lokalen Vorgänge,
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Gießene
General⸗An
Aotationsdruck und verlag der Brühl schen Unir.⸗-Buch⸗
die übrigen Werte und Vert
russische
tr unverändert sei. Wahrscheinlich lösten sich dort,
105.
Anzeiger
zeiger für Gberhessen
und Steindruckerei n. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7.
Donnerstag, 24. Juni 1915
Bezu goprei,: monatl. 75 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel jährl. aussch“ Bestellg. Zeilenpreis: loral 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; sür Stadt und Land, Bermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.
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Russen über Lemberg hinaus. Russi zwischen San und Weichsel.
die vielleicht ein weni zu seinen Gunsten sprechen, zu ge⸗ waltigen Aktionen auf und nach bewährter Art schwellen in seiner Phantasie die Gefangenenzahlen ins Drei⸗ und Vierfache an. Der Lüg rausch wird bald vergehen; wir sind nur gespannt dara f, ob der russische Generalstab die Preisgabe Lembergs wirklich auf die Dauer verschweigen wird. 0 1
Generaloberst v. der„Danziger Ztg.“
Mackensen ist nach einer Meldung zum Generalfeldmarschall er⸗
naunt worden. Ganz Deutschland begrüßt diese hohe Be⸗ förderung seines siegreichen Feldherrn mit lebhafter Freude.
Das deutsche Volk in Wafsen und seine obersten Führer sind etne Einheit, die wahrlich einen Weltvuf in sich haben!
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Der österreichisch ungarische Tagesbericht.
Wien, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 23. Juni 1915 mittags: g „„ Aussischer Kriegsschauplatz.
Die Nordwest⸗ und Westfront des Gürtels von Lem⸗ berg waren im Zuge der russischen Verteidigungsstellung Zolkiew—Mikolajow von starken russischen Kräften besetzt. Um 5 Uhr vormittags des„Juni erstürmte Wiener Land- wehr das Werk Rzezna an der Straße Janow— Lemberg. Von Nordwesten drangen zu diefer Zeit unsere Truppen über die Höhe östlich des Mlyn, wla⸗Baches vor und erstürmten einige Schanzen vor Höhe Lysg Gorg. Im Laufe des Vor⸗ mittags wurden im weitere Vordringen gegen die Stadt idigungsanlagen der Nordwest⸗ Kampfe genommen. Hierdurch neuerdings durch⸗ rmals schwere Verluste erlitt,
5 Unsere Truppen drangen in der
Verfolgung bis über die Hohen östlich und nordöftlich der
Stadt vor und 9955 ritten südlich Lemberg die Straße, die Ft.
nach Mikolajom fü Unter dem Jubel der Bevöllerung zog General der Ka⸗ vallerie Böhm? Ermolli um vier Uhr nachmittags mit Truppen der Zweiten Armee in Lemberg ein. Auch bei Zolkiew und östlich Aa warus ka sind die Russen im Rückzuge. Vereinzelte Vorstöße des Gegners am Tanem wurden abgewiefen.
Heute nacht trat der
und der Westfront in blutig war die russische Fr brochen, der Feind, d 1 zum Rückzuge gezwungen.
Versuche lu sten
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs b. Süͤfer, Feldmarschalleutnant.
Blätter melden über die letzten Kämpfe vor Lemberg: Die Russen hatten sich vor Lemberg zu verzweifeltem Widerstande gestellt.
gegen Nordwesten und Westen, indem die Offensive an diesem Abschaitt bis zu einigen bergs stark besestigten
fangene Offiziere sagten aus, daß man noch vor kurzer Zeit den Verlurft Lembergs als gar nicht int Bereiche der Möglichkeit ge⸗ legen betrachtet habe. g
Lemberg, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber die Zu⸗ rücleroberung Lembergs berichtet uns Korrespondent: Nach⸗ dem die Armee Mackensen den Feind gestern im Norden erneut geschlagen hatte und nachdem heute morgen die Südfront der während der Besetzungszeit neu geschaffenen starlen Besestigungen exobert waren, räumten die Russen um Mittagsstunde die gali-
Spitzen der verbündeten Armer in dem von zehnmonatiger Fremd⸗ berrschaft befretten Lemberg ein, von der Bevölkerung mit unbe⸗ schreiblichem Jubel begrüßt und mit Blumen überschüttet, unter Deutschland, dem bringen möchte. gelitten; nur im Westen
Brand, da die Russen vorihrem falle benachbarten Fabriken
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⸗[fentlichen Plätzen i
und die Petroleum⸗ und Benzinlager in Brand gesteckt haben. Während der letzten drer Tage hatte die Bevöl⸗ kerung besonders schwer zu leiden. Alle Männer von 18 bis 50 Jahren wurden festgenommen. Wer sich nicht rechtzeitig ver⸗ stecken konnte, wurde von den Russen mitgeschleppt.
Lemberg unversehrt. Berlin, 24. Juni. Verschiedenen Mor genblättern wird
aus Wien telegraphiert, daß der sehr harte Kampf um
Lemberg die Stadt selbst unversehrt gelassen hat. Die Artilleriekämpfe spielten sich von Höhe zu Höhe ab. Es war daher möglich, die Beschießung zu lassen.
Die strategische Lage.
Berlin, 24. Juni. Ueber die Folgen des Lemberger Sieges wird dem„Berliner Lokalanzeiger“ aus dem K. K. Kriegspresse⸗ quartier vom 23. telegraphiert: Die Kriegslage bietet zwei Tat⸗ sachen: Der russische Rückzug auf sämtlichen bedeutenden Punkten der Verteidisungslinie, die sich entlang der über Rawaruska auf Zolkiew nach Lemberg führenden Eisenbahn und der Reichsstraßen⸗ linie, auf die Lemberg umgebenden starken feldmäßigen Befesti⸗ gungen gestützt, gegen den von starken russischen Kräften besetzten Dnjestrbrückenkopf bei Mikolajew dahinzog und 2. die nicht 8¹¹ unterschätzende, ob zwar keinesfalls überraschende Drangabe und schleunige Räumung jener Punkte des San⸗ und Weichsel winkels, die die Russen selbst nach dem siegrei Ferdinand⸗Armee stark besetzt hielten. Dir Musfen räumen ihre Stellungen bei Kielce.
Berlin, 24. Juni. Dem„Berliner Tageblatt wird unter dem 23. Juni aus dem K. K. meldet: Die russischen Truppen befinden sich vor den un⸗ aufhaltsam nachdrin genden Truppen der Mackensen⸗Armee, im Raume nördlich Lemberg, östlich der Linie Ruwaruska, in vollem Rückzuge. Diese deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen verfolgen jetzt den zurückweichenden Feind hartnäckig in der Richtung des Bug. N
Der russische Generalstab wendet sich an das
russische Volt.
London, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mel⸗ dung der„Daily Mail“ aus Petersburg sind auf den 5f⸗ n Petersburg Plakate des Ge⸗ neralstabes angeschlagen, in denen die Nation aufgefor⸗ dert wird, sich völlig ruhig zu ver halten. In den Plakaten wird erklärt, daß nur die offiziellen Berichte ein wahres Bild der Lage ergäben und daß die umlaufenden Gerüchte über eine Katastrophe nur von ängstlichen und übelwollenden Personen in Umlauf gesetzt seien. Der Generalstab behauptet, daß sich die Lage in Bezug auf die Versorgung mit Munition von Tag zu Tag ver⸗ bessere, sowie daß Rußland enorme Reserven von junger Mann⸗ schaft zur Verfügung habe. Der Generalstab macht aber darauf aufmerksam, daß einige Zeit vergehen würde, ehe Ruß⸗ land imstande sei, eine kräftige Offensive ein zuleiten. Weiter heißt es, daß Rußland in den ersten Mo⸗ naten des Krieges unter den Alliierten die größten Verluste er⸗ litten und überhaupt am metsten gelitten habe.
Eine nicht sehr glaubwürdige Sensationsmeldung.
Berlin, 24. Juni. Wie dem„Berl. Tagebl.“ aus Wien gemeldet wird, haben die Berichbe über den Fall Lembergs in Petersburg große st ür mische Kundgebungen vor dem Palais des Großfürsten Nikolai Ni kolajewitsch veranlaßt. Die Einberufung einer außerordentlichen Duma⸗ tagung und' ein Kronrat ständen unmittelbar bevor. Die Verlegung der Residenz von Petersburg nach der Krim werde erwogen.
Der letzte russische Bericht.
Petersburg, 23. Juni.(WTB. Nichtamtlich) Die letzte
itteilung des Großen Generalstabes besagt:
Unsere Kavallerie nahm am 19. Juni in der Gegend von SZzaple auf der Straße zwischen den Dörfern Teltsche und Lauknischken hinter der Front des Feindes einen wichtigen feindlichen Transport, der zum Teil Patronen führte, berbrannte ihn, säbelte die starke Bedeckung nieder und vernichtete auch mehrere Jägerabteilungen und Kavalleriepatrouillen. In dem heftigen Kampfe am Ringowa-Flusse am 31. Jum machte unsere Insan⸗ terie Fortschritte Westlich vom Nee n, an der Narewfront und links der Weichsel herrschte Ruhe Am Tanow ütberschritt unsere Infanterie in der Nacht zum 20. Juni plötzlich den Fluß
bei dem Dorfe Osukha und machte ein Bataillon des 82. öster⸗ reichisch⸗ungarischen egiments mit dem Bajonett nieder. In der folgenden Nacht warfen wir einen heftigen Angriff des Fein⸗ des nördlich der Linie& zeszanow— Rawarn Sa zurüch
und nahmen in diesen Kämpfen 840 Mann fangen und erbeuteten drer M aschinengewehre.— In der Rich- tung auf Lemberg Gewehrfeuer(. Am Dujestr
mit 23 Offizieren ge⸗
trugen wir einen beträchtlichen Erfolg aufwärts von Nixriom davon. Die Oesterreicher hatten erhebliche Streitkräfte den Dujestr
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galizische Hauptstadt außerhalb der 8
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