Ausgabe 
(15.6.1915) 138. Zweites Blatt
Seite
92
 
Einzelbild herunterladen

7

9 Ein englischer Werbeausschuß vor Gericht. 8 Bor dem englischen Armeerat eine ug 5 den British Empire Ausschuß statt. Dieser Ausschuß . sich mit der Aufste eines Freiwilligen 5 illons. Aus der Verhandlung, die noch andauert, ergibt ssich nach derDaily Mail vom 27. Mai, daß wer in diesem Freiwilligen⸗Bataillon befördert werden will, die Emp⸗ fehlung des Werbe⸗Ausschusses haben muß. Ein inzwischen besförderter Kapitän Clarke die Beförderung dadurch erzielt, daß er feine geschäftli Dienste einem Ausschuß⸗ mitgliede zur Verfsü stellte. Für diese geschäftlichen Dienste empfing er mit Genehmigung seines Obersten Bow⸗

maßen gezeigt werden, daß er das Geschäft als Geschäft ansah, und nicht etwa als Gefälligkeit, um befördert gu werden. Der Oberst Bowdon als Zeuge bestritt dann allerdings, daß er die Annahme der Provision empfohlen habe. In der gleichen Verhandlung kam auch zur Sprache, daß einMajor Bathurst sich um eine Offstzierstelle im Bataillon beworben und zu diesem Zweck dem Ausschuß Geldmittel zur Verfügung gestellt habe. Die Erkundigungen des zur Verhandlung hinzugezogenen Ausschußmitgliedes General Bindon ergaben denn allerdings, daß derMa⸗ jour Bathurst mehrfach mit Zuchthaus vorbestraft war und deshalb auch nicht angestellt wurde. Nunmehr wollte Bat⸗ rst aber seine Geldzuwendungen wieder haben. Diese er einem Ausschußmitgliede, das gleichzeitig Aus⸗ rüstungslieferant für das Bataillon war, gegeben. General Bin erklärte als Zeuge, daß dem Bathurst das Geld, 100 Pfd., zurückgezahlt worden sei. Er konnte aber vor Gericht hierfür einen besonderen Nachweis nicht führen, weil nach seiner Erklärung zu jener Zeit eine Buchführung oder ein Bankkonto bei dem Werbeausschuß nicht vorhan⸗ den war.

Aus Stadt und Cand. Gießen, 15. Juni 1915. Auf dem Felde der Ehre gefallen.

(Aus Hessen und den Nachbargebieten.)

Musk. Friedr. Ohlemutz, Inf.-Agt. 168, aus Gambach. Ersatz-Res. Karl Hahn, Res.-Inf.-Rgt. 224, aus Krofdorf. Kriegsfreiw. Peter Hartmann aus Darmstadt. Musk. Gustav May, Inj.-Rat. 253, aus Gräveneck. Landwehrmann Friedr.

Kraft, Inf.-Rgt. 118, aus Horchheim. Reservist Willi Ramelius, In.-Rgt. 118, aus Worms. Musk. Willi Schupp, Junf.⸗Rgt. 168, aus Ehringshausen b. Wetzlar. Res.

Wilh. Gerhardt, Inf.⸗Rgt. 83, aus Waldgirmes. Einj. Otto Phil. Schwalb, Ins.-gigt. 115, aus Worms. Ers.⸗Res. Phil. Traub, Res.-Inf⸗Agt. 118, aus Gunbsheim. Musk. Wilhelm Marten, Res.-Junf.⸗Agt. 224, aus Alsseld. Friedr. Wilh. Wollrab, Res.-Jnf.-Rgt. 224, aus Alsseld. Pionier Wilh. Dechert aus Gontershausen. Off.-Stellv. Dr. Peter Gott schäm mer, Fuhrpart-Kolonne 5. aus Sprendlingen. Unteroff. August Stieler, Res.⸗Inf.⸗Regt. 223, aus Rainrod. Gefr. Konrad Georg, Res.⸗Inf.⸗Regt. 212, aus Rainrod. Kriegs⸗ freiw. Unterprimaner Emil Rettig aus Darmstadt. Kriegs⸗ freiw. Gefr. Lehrer Adam, Inf.⸗Regt. 80, aus Niedernhausen. Gardefüs. August Debus, Inf.⸗Regt. 115, aus Crumstadt. Einj.⸗Kriegsfreiw. stud. arch. Jakob Burkhardt, Ers.⸗Inf. Regt. 221, aus Höchst a. M.. Ers.⸗Res. Andreas Ei fert, Res. Inf.⸗Regt. 222, aus Angersbach. Musk. Heinrich Klippert, Res.⸗Inf.⸗Regt. 83, aus Dirlammen. Musk. Hermann Ganz, Res.⸗Inf.⸗Regt. 168, aus Lanzenhain. Musk. Heinrich Dörr, Inf.⸗Regt. 224, aus Kölschhausen. Ers.⸗Res. August Gott⸗ 1 dit, Landw.⸗Inf.⸗Regt. 56, aus Ehringshausen(Dill). Einj. g reiw. Otto Schwalb, Inf.⸗Regt. 115, aus Worms. Land⸗ wehrmann Johann Kraft, Inf.⸗Regt. 118, und Landwehrmann Bernhard: Selbert, Inf.⸗Regt. 88, aus Worms. Pionier Joh. Krug, Pionierbat. 21, und Unteroff. d. Res. Otto Jakob Krug, Inf.⸗Regt. 118, aus Leiselheim. Res. Wilhelm Bitter, Inf.⸗Regt. 118, aus Leiselheim. Res. Georg Schwind, Inf. Regt. 118, aus Worms. Gefr. Ludwig Frick, Landsturmbat. II Darmstadt, aus Bad⸗Homburg. Unteroff. Stevhan Weber, Res.⸗Inf.⸗Regt. 83, aus Bürgeln. Musk. Johannes Schimpf, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Niederweisel. Musk. Otto Schnei⸗ der aus Weisenbach. Musk. Otto Schultheiß, Inf.⸗Regt. 224, aus Stangenrod. Ers.⸗Res. Georg Keller, Inf.⸗Negt. 168, aus Hausen bei Offenbach. Musk. Willi Körner, Inf. Regt. 88, aus Offenbach a. M. Gren. Karl Wegner, Garde⸗ Gren.⸗Regt. 9, aus Worms..

* Ritter des Eisernen Kreuzes: Gefr. Heinr. Schneider aus Worms, 8 118. Off. Stellv. Jak. Neuroth aus Griesheim. Vizefeldw. Hch. Grünig aus

Pfungstadt, Inf.-Regt. 117. Wehrmann Friedrich Hir sten aus Weilburg. Hauptmann und Führer einer Landsturm⸗ Komp. Dr. Karl Rüdiger aus Offenbach. Gerichtsrefe⸗ rendar Ziegler aus Offenbach, Kriegsfreiw. Gefr. im

Feldart.⸗Regt. 111. Lehrer Fischer aus Laubach, Landw.

nf.⸗Regt. 116. Landwehrmann Wilhelm Lotz aus Laubach,

andw.⸗Inf.⸗Regt. 116. Wehrmann Heinrich Wedel aus Worms, Inf.⸗Regt. 118. Uffz. Wilh. Kölsch aus Haiger⸗ seelbach, Inf.⸗Regt. 88. Gefr. im Garde-Schützen⸗Bataillon

einrich Fischer aus 1 Albert Schweitzer aus

imburg, Feldart.⸗Regt. 44(1. Kl.). Der 45jährige Kriegs⸗ freiwillige Unteroffizier Steffan aus Vilbel. Forstwart Eckert aus Wolf. Oberlt. Mandler vom Kriegsgefan⸗ genenlager Wetzlar. Vizefeldwebel(Architekt! Rudiger aus Wetzlar, Landw.⸗Brig.⸗Ersatzbat. 41. Wilh. Schwö⸗ bel von Hohberg. Amtsgerichtsrat Dr. Mannes aus Holzappel, Oberleutn. im Landst. Bat. 1 Darmstadt. Haupt⸗ mann und Komp.⸗Führer Karl Werner aus Bad Ems. Gefr. Herm. Zeus aus Elz. Hauptmann Freienseh⸗ ner aus Worms, Inf.⸗Regt. 118. Jakob Seifert aus Worms, Aufseher bei der städt. Straßenreinigung, zurzeit Gefreiter in einem Landst.⸗Bat. Johann Bröstler aus Worms, Inf.⸗Regt. 67. Kriegsfreiw. Storck, Kriegsfreiw. Werner Runne, Reservist Heinrich Arenz aus Worms, Inf.⸗Regt. 118. Ministerialrevisor Jöckel aus Darmstadt, Leutn. d. L. im Inf.⸗Regt. 136. Leutn. d. R. Franz Page aus Darmstadt. Schütze Bautechniker H. Hedderich aus Roßberg. Unteroffizier im 1. Garde⸗Regt. zu Fuß Georg Hofmann aus Grünberg. Reservist Ludwig Meckel aus 9 Reservist Wilhelm Heller aus Burgsolms, . eserve⸗Infant.⸗Regt. 81. Reservist Wagner aus Mengs⸗ dorf, Inf.⸗Regt. 167. Ministerialrevisor Jöckel aus Darm-

stadt, Leutn. d. L. im Inf.⸗Regt. 136. Tambour Gefreiter

Karl Wilhelm aus Worms, Inf.⸗Regt. 118. Wehrmann

Unteroffizier Joh. Jost Buchenauer aus Bachenau.

* Ein Spiel Tafelball(statt eine Partie Billard)

wird man fernerhin in Deutschland spielen, wenn es nach ä dem Wunsche eines Wiesbadener Oberlehrers geht. Mit dem Stößer(statt Queue) gibt man rechts oder links Seiten⸗ schwung(statt Effet), wobei darauf zu achten ist, daß die Balle keinen Rückschlag(statt Contre, bekommen. Das schönste Spiel ist das Dreiballspiel(statt Carambolage)

Die Verteilungsstelle für Futtermittel in Darmstadt gibt bekannt, daß Rohmelasse auch in kleineren Mengen an Viehhalter abgegeben wird, wenn sie das Verpackungsmaterial(Fässer) selbst einsenden oder beim

Abholen mitbringen. Bestellungen sind bei der örtlichen

don eine Provision. Durch diese Provision sollte gewisser⸗ 8

Die Vergällung n Häcksel oder anderen Stoffen habe die Bezieher binnen drei Tagen nach Emp⸗ fang vorzunehmen. Die Ablieferungen der bestellten Mengen von Melassefutter(Häcksel- und Torfmelasse) sowie Zucker⸗ futter(Rohzucker vermischt mit Häcksel) sind in einigen Tagen beendet, Nachbestellungen können ab Lager Gießen, Alsfeld, Friedberg, Lauterbach, Mainz, Worms, Offenbach, Michelstadt und rmstadt ausgeführt werden. Landkreis Gießen.

F. Watzen born Steinberg, 13. Juni. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurde weiter ausgezeichnet: Dr. med. Karl Sommerlad, Vataillonsarzt beim 102. Landwehr ins.-Regiment, Sohn des Pfarrers Sommerlad in Watzenborn. Schon wieder hat unsere Gemeinde zwei neue und schwere Opfer des Krieges zu beklagen. Am 12. Mai siel Ludwig Philipp, Sohn des Wagnermeisters Johs. Philipp I. zu Watzenborn in den Karpathen; am 19. Mai verstarb im Feldlazarett zu Mizynix an seiner schweren, am 17. Mai erhaltenen Verwundung Emil Katz, Sohn des Seligmann Katz in Steinberg. 5

m. Lich, 15. Juni. Gestern früh wurde der 56 jährige Ar⸗ beiter Gg. Krähling von hier tot in der Wetter aufgefun⸗ den. Den Umständen nach zu schließen, liegt Selbstmord vor, je⸗ doch ist die Ursache, die den betagten, braven und fleißigen Mann in den Tod trieb, unbekannt. Er hinterläßt eine Frau und meh⸗ rere Kinder.

Lollar, 14. Juni. Am 12. d. Mts. waren es 50 Jahre, daß Wiegemeister Ludwig Wagner, Lollar, in die Dienste der Buderusschen Eisenwerke eingetreten ist. Aus diesem Anlaß ging ihm ein Dankschreiben seitens der Direktion der Eisenwerke zu, wbrin ihm gleichzeuig ein namhaftes Ehrengeschenk in Aussicht gestellt wurde.

O Grünberg, 13. Juni. Für die Kriegsblinden⸗ fürsorge wurde 8 eine Sammlung veranstaltet, die laut ver öffentlichter Abrechnung den Betrag von 1008,25 Mk. ergab. Ein Teil der Summe war auch von Nachbarorten beigesteuert worden. Wehrmann Heinrich Schild wächter, der 2. Turnwart des hiesigen Turnvereins, der schon lange infolge schwerer Verwundung an der rechten Hand im Lazarett liegt, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Der am Freitag hier nieder- gegangene, lang ersehnte Regen hat unseren Fluren die nötige Feuchtigkeit gebracht. Der Boden war so tief durchweicht, daß am Samstag eifrig mit dem Setzen der Dickwurzpflanzen be⸗ gonmnen wurde. Es war hohe Zeit für diese Arbeit, die leider wegen der vorher herrschenden Trockenheit und Härte des Bodens eher auszuführen unmöglich war.

Kreis Schotten.

AHerchenhain, 13. Juni. Dragoner Heinrich Kalh⸗ fleisch im Dragoner-Regiment Nr. 24 erhielt am 3. Juni die Hessische Tapferkeitsmedaille. Sein älterer Bruder Eduard, Unteroffizier beim Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 223, wurde wenige Tage vorher ebenfalls mit dieser Auszeichnung ge⸗ schmückt. Die beiden Brüder sind Söhne des Großh. Jorstwartes Kalbfleisch von hier.

Aus dem Oberwald, 12. Juni. Herrlichen Blüten- standshaben in diesem Sommer in dem ganzen ausgedehnten Wald- gebiete die Himbeeren aufzuweisen. Bei einigermaßen günstiger Witterung steht wohl eine reiche Ernte zu erwarten, die um so freudiger zu begrüßen wäre., als die vorjährige durch den Aus- bruch des Krieges nicht eingebracht werden konnte. Da die Himbeer ernte auch in manchen Jahren eine reiche Einnahmequelle für Frauen und Kinder ist, denen sich die Gelegenheit zu sonstigen Ver- diensten hier weniger bietet, wäre es dringend erwünscht, daß man das Verbot, die Hegen zu betreten, ausheben würde. Auch die Waldbesitzer würden gut tun, wenn sie der verdienstsuchenden Be völkerung den Zutritt zu ihren Waldungen öffneten; ist es doch eine Forderung der Zeit, daß man in diesem Jahre jede Aeyre und jede eßbare Beere sammeln muß.

Hessen⸗Nassau. h. Frankfurt a. M., 14. Juni. Der fünfjährige Sohn des Eisenbahnbeamten Koch, Lahnstraße 17, lehnte sich gestern am offenen Fenster der im dritten Stockwerk belegenen Wohnung auf die hölzerne Sicherheitsstange, als diese plötzlich durchbrach. Der Knabe fiel in die Tiefe und war nach wenigen Augenblicken tot. In einer Toreinfahrt der Langenstraße wurde ein 45jähriger Fuhrmann von einem Lastwagen gegen die Hauswand gedrückt und derart an der Brust gequetscht, daß er den schweren Ver⸗ letzungen erlag. In einem Anfall geistiger Umnachtung er⸗ hängte sich in seiner Wohnung, Darmstädter Landstraße 264, der 60 jährige Steinmetzmeister Friedrich Mahr. Seinem Leben machte ferner durch Lysol der in der Alten Rothosstraße 2 woh⸗ nende 35jährige Kausmann Wilhelm Blümlein ein Ende.

hb. Rüdesheim am Rhein, 13. Junk. Von der Witterung begünstigt ging heute die Huldigung der hessischen Ju- lend am Nationaldenkmal auf dem Niederwalde vor sich. Mehr als 1000 Teilnehmer, die alle demHessenbund angehörten, hatten sich in Mainz eingefunden. Von dort ging die Fahrt mit zwei Sonderdampfern durch den Rheingau rheinabwärts nach Rüdesheim. Von Rüdesheim aus erfolgte der Aufstieg nach dem Nationaldenkmal auf dem Niederwalde. Zu einer gewaltigen Huldigung gestaltete sich die Feier am Fuße des Denkmals einer 21 4 Zeit. Ueber die weltgeschichtliche Bedeutung und über die

röße der heutigen Zeit sprachen der Bundesvorsitzende, Herr Pfarrer Müller Offenbach a. M. und Pfarrer Kopfer⸗ mann ⸗Kaub. Nach dem Gesang verschiedener patriotischer Lie der erfolgte der Abekieg nach Rüdesheim.

Gießener Strafkammer. f th. Gießen, 11. Juni.

Vergehen wider den Belagerungszustand.

Der russische Arbeiter K., der auf einem Hofe in unserer 8 Aufenthalt angewiesen erhalten hatte, ist von dort ohne laubnis abgewandert, angeblich weil es ihm auf der Stelle nicht gefiel. Der Mann wurde in Hamburg sestgehalten. Wegen Verstoß gegen die Bestimmungen des Belagerungszustandes erhielt der Angeklagte 2 Monate Gefängnis, die durch die Unter⸗ suchungshaft als verbüßt erachtet wurden.

Eine Kleinkierjagd.

Unter den Burschen in Eulersdorf zirkulierte das Gerücht, daß, weil auf dem Forsthaus Branderode kein Mensch mehr wohne, dort die Stallhasen, Tauben und Hühner wild herumlaufen. Der Förster Becker ist im Feld, und seine Frau wax inzwischen zu ihren Eltern 28 Man hatte das Haus mit den Möbeln zugeschlossen und alles Vieh bis auf die Stallhasen entfernt, diese liefen durch eine Oeffnung ihres Käfigs, um Futter zu sinden, im Freien herum. 7 Bürschchen im Alter von 914 Jahren machten sich auf den Weg, um eine Jagd auf die Tiere abzuhalten. Es wurde auch wirklich ein Stallhase erbeutet, der mit nach Eulersdorf wanderte. Die Jäger aber stiegen auch durch das offene Küchenfenster ins Forsthaus ein, erbrachen gewaltsam Schränke, in denen sie ver⸗ geblich Geld suchten, und nahmen 4 Patronen und Kuchenback⸗ formen mit. 5.

Von den Jügern standen 4, die über 12 Jahre alt waren, wegen schweren und einfachen Diebstahls vor der Strafkammer. Sie waren geständig. Auf Befragen des Vorsitzenden erklärten die Burschen, zu Hause von den Eltern wegen jhres Streiches schon eine ordentliche Tracht Prügel bekommen zu haben. Die Angeklagten wurden wegen gemeinschaftlich begangenen schweren Diebstahls, Diebstahlsversuchs und einfachen Diebstahls unter Zubilligung mil⸗ dernder Umstände zu je 1 Woche Gefängnis verurteilt, doch wird die Strafkammer dafür eintreten, den jungen Menschen einen bedingten Strafaufschub zu verschaffen

Ein gefährlicher Anfänger scheint der 17, Jahre alte Fahrbursche Heinrich D. von Bad- Nauheim zu sein. Er ist geständig, vor 8 Wochen im Griedeler Wald in eine verschlossene Waldhütte eingestiegen zu sein und ein Gewehr, ein Paar Schuhe und eine Düte Kaffee neggenommen zu haben. Gegen den Angeklagten liegt noch eine Reihe Straf⸗ anzeigen, darunter wegen eines weiteren schyneren Diebstahls und Unterschlagung, vor. Wie der Staatsanwalt mitteilt, hat der noch junge Mensch schon fast ganz Deutschland durchwandert; er

Aus führungsstelle einzureichen. Auch Rohzucker(unver⸗

gilt) steht in größeren Mengen zur Abgabe zur Verfügung.

7*. N 9

8 N 1 Eine Anklage aus 9 175 d. Str.. die unter der entire verhandelt wur vertagt werden, da der Hauptbelastungszeuge wegen Erkra nicht erschienen war. 5 Durch zu hohe Kartoffelpreise

me denen er Mengen von unter 20 Ztr. statt zu 6.50 Mk. für das Malter verlauft hat, nachgewiesen. Die Straf 50 Mk. evtl. 10 Tage Gefängnis bemessen.

Bäckereivergehen.

4 Bäcker aus B. waren vom Schöffengericht, weil sie Bäckereiordnung gefehlt hatten, zu Geldstrafen von 35 ver⸗ urteilt worden. In einem Fall war die K., deren Mann im Felde steht, und die einen 1 auf Freisprechung erkannt worden, weil dem Gesellen allein eine Schuld beizumessen war. N 1

Die Angeklagten hatten, weil die Kundschaft über das zu massa Brot geklagt habe, entgegen dem anfänglich erlassenen Verbot Weizenmehl zum Brodteig genommen. Die Staatsanwaltschaft verfolgte gegen das Schöffengerichtsurteil Berufung, weil die Stra fen zu niedrig Her err seien, und beantragte auch eine Verurteilung der Frau K. Die Strafkammer verwarf nach einer sehr eingehen⸗ den Verhandlung die Berufungen der Staatsanwaltschaft und beließ es bei den ergangenen Urteilen.

1

vucherthch. J

Die ausgedehnte Küste Italiens, welche, wie der schneidige Angriff der österreichischen Flotte bewies, eine Menge von Punkten aufweist, an denem man dem Treubrüchigen sehr unangenebm werden kann, exfordert eine gute Darstellung, um vorkommende Ereignisse verfolgen zu können. Dazu eignet sich nun vorzüglich eine eben bei G. Freytag& Berndt in Wien VII. erschienene Karte von ganz Italien(mit Sizilien, dem gegenüber liegenden Golf von Tunis, den Inseln Malta, Lampedusa, Sar⸗ dinjen und Korsita), die im Maße 1:1 500 000 neben dem ganzen Golf von Genua auch die Adria mit dem größten Teile der öster⸗ reichisch-ungarischen Küste zeigt. Die in politischem Kolorite ge⸗ haltene Karte ist sehr klar, reichhaltig beschrieben. Bei der Größe von ca. 70: 100 em kostet sie Mk. 1..

5 Märkte. a Gießen, 15. Juni. Marktbericht. Auf dem beutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,401,50 Mk.; Hühner⸗

eier 1 Stück 15 und 00 Pig., 2 Stück 00 Pig. Enteneier 1 St. 0 Big. 2 St. 00 Pig.: Gänseeier 1 St. 00 Pig. 2 St. 00 Pig. Käse das Stück 78 Pig, Käsemalte 2 Stück 60 Pfg.; Tauben das Paar 1,001,40 Mk., Hühner das Stück 1,002,00 Mk., Pahnen das Stück 1,00 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50 3,00 Mk., Welsche 45 Mk., Ochsenfleisch das fund Mt. 1,241,28, Rind⸗ fleisch das Pfund 124 128 Pfa., Kuhfleisch 124128 Pfg., Schweine fleisch das Pfd. 1,560,00 Mt., Kalbfleisch das Pd. 108 112 Pfg., Hammelfleisch das Pfund 96110 Big. Kartosseln 100 Kilo 11,0012,00 Ml, Milch das Liter 24 Pig. Aepsel das Pfund 2030 Pig.; Nüffe 100 Stück 60 Pig.; Spargel 1. Sorte 5000 Pig. das Pfund, 2. Sorte 0000 Pig. das Pid.: Kopfsalat 7 bis

8 Pfg.: Spinat 25 Pig. das Pfd.: Erbsen das Pfd. 2530 Pfg.;

Kirschen 40 Pig. das Pfund. Marktzeit von 7 bis 1 Uhr. se. Frankfurt a. M. Viehhofmarktber vom 14. Juni. Auftrieb: Rinder 2213(Ochsen 226, Bullen 84, Kühe und Färsen 1903, Kälber 831, Schase 90, Schweine 1033. Tendenz: Gedrückter Geschästsgang; bei Rindern und Schweinen

Ueberstand. Preise für 100 Pfd. Lebend Schlacht N 3 Ochsen. gewicht Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Mk. Mt. wertes, 417 Jahre alt.. 6873 125 133 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästec ke Bullen.

Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. 6467 110115 Vollfleischige, jüngere 5661 97105⁵ Färsen, Kühe. g Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. 5764 106 120

Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht⸗ Wen ie ien ,,, Wenig gut entwickelte Färsen

Aeltere ausgemästete Kühe.. 48-55 89102 Mäßig genährte Kühe und Färsen... 41-47 82-91 Gering genährte Kühe und Färsen... 3238 7387 Kälber. Feinste Mastkäl beer 1 128 Mittlere Mast- und beste Saugkälber.. 72-75 120125 Geringere Mast- und gute Saugkälber. 6570 110-119 Geringe Saugkäl ber.. 60-65 102110 Schafe. Weidemastschafe: Mastlämmer und Masthammel.. 58-55 116120

Schweine.

Vollfleischige Schweine von 80 bis

100 5 Lebend gewicht... 23.00-27.50 150.00 155.00 Vollfleischige Schweine unter 80 kg f

Lebenge wicht.. 6.00128 138.00145.00 Vollfleischige Schweine von 100 bis

120 kg Lebendgewicht.. 123.00-127.50 150.00 185.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis

150 kg Lebendgewicht. 123.00-127.50 150.00 155.00

Standesamts nachrichten.

6 e A

heschließungen: Mai 10. Feldwebel der 4. Komp des Inf.⸗Rgts. Graf Werder Nr. 30 Karl Peter Eiserlo in Bad⸗Nau⸗ heim, mit Gertrude Katharina Schäfer in Saarlouis 22 Leut⸗ nant d. Landw. Führer der Landst.⸗Eskadr. in Lodz, Gutsbesitzer Karl Heinrich Klaus Erich Brockmann Blücher in Mecklenburg, an 8 See, ce wegen Bab⸗ Nauheim. 25. Off.⸗Stellvertr. Vizefeldwebel der 1. Komp des Ers.-Pionier⸗Batl. Nr. 19 Diplom-Ingenieur Ludwig August Ca⸗ mille Huck in Aachen, mit Elisabeth Hedwig Marie Menge sos, staatl. gepr. Krankenpflegerin in Bad⸗Nauheim.. Leutnant d. Res. in der Festungsmaschinengewehr⸗Abtl Nr 8 in Mainz Lehramtsreferendar Doktor Friedrich Knieriem in Friedberg i Hess., mit Johanna Hofmann in Bad⸗Nauheim. 31. Leutnant d. Ref. des Feldart.⸗Rats. Nr 80 in Colmar Chemiker Doktor Georg Albert Becker, Reichenbach(Oberlausitz),, mit Maria Leopold in Bad-Nauheim.

9

Geborene: Mai. 9. Dem Großh techn. Gehilfen Leon bard Menzer ein Sohn, Georg Ernst. 11. Dem Großh. Amts⸗

richter Gustav Schneider ein Sohn, Clemens Ernst Ferdinand Hel⸗ Ban 8* n* Sen 2 Hans. 26. Dem n Heinri ieb Horn ein 0 Friedrich Wilhelm. 0 Sterbefälle: Mai 6. Helena Glaser, Dienstmädchen,

18 Jahre alt. Elisabethe Schaller geb. Wagner, 50 Jahre alt. . Maria Elisabetha Morschel, Rentnerin, 85 Jahre alt. 8. Fritz Siegfried Grünewald, 7 Jahre alt. 14. Heinrich Wald⸗ e e alt. Christiana Steuernagel, geb. Arnoldi, alt. a

Friedberg.

1 Ruhe und geht der Arbeit meistens aus dem Wege, Gerichtshof erkannte wegen Einbruchsdiebstahls auf eine drei monatige Gesängnisstrase.

be 4

Bäckerneeister ellen beschaftit,