Ausgabe 
(14.6.1915) 137. Zweites Blatt
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nd essen in Gießen Dal Der gegen 2 erha unf en wird ein Vortrag des Pfarrers sein über: 1 Aufgaben nach

ritsch-Ruppertsbur dem Gäste sind 9

Aus Stadt und rand. Gießen, 14. Juni 1915.

* Beschlagnahme der 9 In den Amts-

4 der Großh. Kreisämter wurde eine . des stellvertretenden Generalkommandos, betr. die Beschlagnahme der Wollen der deutschen Schaf schur 1914/15 veröffentlicht, woraus ersichtlich ist, daß die Ei entümer die Wolle an bestimmte Wollwäschereien ab ren oder an Heeresbedarfsfabrikanten direkt verkaufen können. Hierbei ist aber bemerkt, daß nur Mengen von 1000 Kilogramm an abgenommen werden dürfen. Es liegt darum im Interesse der Schafzüchter, sich in der Gemeinde, oder, wenn dies nicht ausreicht, in benachbarten Gemeinden 1 Ablieferung zusammenzuschließen. vor dem 31. August sämtliche Wollbestände an die Heeresbedarfsfabrikanten übergegangen sein müssen, sollten die Schäfereivorstände in der Angelegenheit nichts ver säumen, sondern Hand in Hand gehen.

* Rotes Kreuz. Auf den im Anzeigenteil ver öffentlichten Aufruf des Roten Kreuzes weisen wir be sonders hin. Es wird in Kürze eine Haussammlung erfolgen, der ein guter Erfolg sehr zu wünschen ist, da die Anforderungen, die an das Rote Kreuz gestellt werden, immer mehr wachsen. Ueber die Leistungen des hie sigen Roten Kreuzes ist vor wenigen Tagen ein Bericht veröffentlicht worden, der die N otwendigkeit der Beschaf fung weiterer Mittel dartut. Seit November v. J. ist das hiesige Rote Kr nicht mehr mit einer Bitte um Spenden

an unsere Einwohnerschaft herangetreten.

** Amtliche Personalnach richten. Der Gro ß⸗ herzog hat das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Regierungsbaumeister Lincke; das Ritterkreuz 2. Klasse desselben Ordens dem Militär⸗Bauregistrator Dauer, beide beim Militär-Neu bauamt Darmstadt(Lazarettbauten) verliehen. * In der Herberge zur Heimat kehrten im Mai d. J. 640 Gäste(gegen 1221 im gleichen Monat des

erzlich willkommen.

0) ein. Davon waren 529(749) Selbstzahler, wäh⸗ rend 111 Personen(472) Herberge gegen Arbeitsleistung annahmen. Im Arbeitsnachweis der Herberge waren

im Mai 102 offene Stellen angemeldet, von denen 100 be setzt werden konnten. Von den Arbeitskräften waren 52 Handwerker und 48 Arbeiter. Gesucht wurden Gelegen

heitsarbeiter. Landkreis Gießen.

Heuchelheim, 14. Juni. Dank der günstigen Witterung konnte das von der Militärkapelle des Gießener Landsturmbataillons zugesagte Konzert am Sonntag, den 13. d. Mts. auf dem Windhof Zur Ausführung kommen. Daß vie Darbietungen in dem sehr zahlreich erschienenen Pub litum eine dankbare Juborerschaft fanden, zeigte der reich lich gespendete Beifall. Die bisher in den Räumen des Windhofs untergebrachten Verwundeten haben gestern, den 13., das ihnen liebgewordene Heim verlassen und sind nach Gießen An ihrer Stelle werden 105 der Ge⸗

Krieger der Formationen auf dem .* 2 deren Ersaßbataillone in Gießen liegen. Fahnenschmied Henkelmann von hier erhielt das

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Die berufene Stelle, diese Hilfe zu

und Badewagen zu bekämpfen.

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Zweigverein Gießen Frau Gebhardt.

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Die Vorsitzende des Alice-Frauenvereins

Eine Haussammlung wird in den nächsten Tagen eingeleitet. Mitteldeutsche Creditbank, Bank für Handel und Industrie und die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers entgegen. Spenden werden an der Liebesgabensammelstelle des Roten Kreuzes in der alten Klinik angenommen.

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Giserne Kreuz und dieHess. Tapferkeits⸗ medaille.

Trais-Horloff, 11. Juni. Gestern wurde hier das deugras in den Gemeindewiesen versteigert. Der Morgen kam je nach der Qualität auf 2550 Mk. Es ist dies ein Preis, wie er in den letzten Jahren nicht erreicht wurde. Auch im Nachbardorse Steinheim wurde das Gras in den Gemeindewiesen desc bier wurde der Morgen durchschnittlich noch besser bezahlt.

m. Hungen, 12. Juni. Auf GrubeFriedrich, Trais⸗ bpfest ereignete sich gestern nachmittag ein bedauerlicher Un⸗ glücksfall. Ein 19 fähriger Arbeiter aus dem benachbarten Ütphe war auf einen Mast der elektrischen Anlage gestiegen, um eine Reparatur vorzunehmen. Infolge, Bruchs einer eisernen Sprosse stürzte der junge Mann aus 8 Meter Höhe ab, wobei er sich so schwere Verletzungen zuzog, daß er dem Hungener Kranken- hause zugeführt werden mußte.

Kreis Friedberg.

Pohl⸗Göns, 11. Juni. Unteroffizier Wilhelm Göbel(Res.⸗Inf. Regt. 254 erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

Aus der Wetterau, 12. Juni. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr ging eine große Anzahl Gewitter über der Wetterau nieder. Ununterbrochen floß etwa zwei Stunden lang der Regen in Strömen. Die Felder haben ein frischgrünes Aus- sehen erhalten, und der Landwirt sieht jetzt freudiger in die Zu- kunft. Heute wird vielsach mit dem Setzen der Krautpflanzen be- gonnen, da der Boden jetzt die nötige Feuchtigkeit besitzt.

Hessen⸗Nassau.

Marburg, 12. Juni. Eine eigenartige Stistung hat die hiesige Holzhauersche Universitäts-Instrumenten⸗ sabrik im Kriege invalid gewordenen Soldaten zugedacht. Sie stellte der Militärverwaltung zwanzig künstliche Beine, diese letzte Errungenschatt der modernen Orthopädie, für unsere Krieger zur Versügung, Ein jedes dieser Ersatzglieder hat einen Wert von etwa 400 Mart. Durch eine besondere Bestimmung der Fabrik wird die Schenkung auch über den Krieg hinaus von Segen sein. Die Spenderin hat sich nämlich verpflichtet, den Soldaten, die diese Beine tragen werden, alle etwa später notwendig werdenden Ersatzteile kostenlos zu liesern und auch Reparaturen der Glied- maßen unentgeltlich auszuführen. Diese Verpflichtung. erstreckt sich auf die ganze Lebenszeit der Invaliden. So dürste die zweckmäßige

Stistung dazu angetan sein, das schwere Los manches braven Vaterlandsverteidigers zu erleichtern. Gerichtssaal. Der Totschlag auf der Liebigshöhe. th. Gießen, 12. Juni.

Am 8 fand vor dem hiesigen Kriegsgericht die Ver⸗ handlung gegen den Ersatzreservisten Klüppstein aus Hungen statt, der im Streite den Landsturmmann Sauerwein aus Zeilhardt erstocken hat. Bei seiner Vernehmung schilderte der Angeklagte, wie man ihn in der Kompagnse, in der er der jüngste Mann war, fortgesetzt gehänselt habe. Am Tage der Tat habe man ihn, der er in Bereitschalt vom Samstag mittag bis Sonntag mittag auf der Liebigshöhe Dienst hatte, schon ohne Ursache mor⸗ gens vor 6 Uhr aus dem Bette geholt. Er wurde vom Unter⸗ offizier zum rbeitsdienst gleich für 8 Uhr bestimmt, obgleich er am Samstag bis abends nach 7 Uhr den gleichen Dienst schon gehabt hat. Außer ihm waren noch 3 Mann, darunter auch Sauerwein, für den Dienst bestimmt. Klippstein bestreitet, gewusst zu haben, daß Sauerwein zum Führer bei diesem Arbeitsdienst durch den Unteroffizier bestimmt war; er will auch nicht wahr⸗ genommen haben, daß Sauerwein von dem Vorgesetzten den ent⸗ sprechenden Zettel ausgehändigt erhalten hat. Er habe, als er sich wegen des Arbeitsdienstes beim Unteroffizier beklagte, von diesem die Antwort erhalten, er könne sich ja mit seiner Be⸗ schwerde an den Feldwebel wenden, was er darauf auch ohne Erfolg getan habe. Es könne möglich r daß, während er mit den

Aufruf!

Zehn Monate bereits stehen unsere tapferen Truppen in Feindesland in heldenmütigem Kampf gegen unsere e Feinde, denen sich jetzt auch noch das treulose Italien zugesellt hat.

In geschlossener Einmütigkeit teilt das ganze Volk mit unseren Tapféren den Willen, auszuhalten bis zum glücklichen Ende. Wie die da draußen täglich und stündlich Leben und Gesundheit hingeben, so gilt es für die zu Hause Gebliebenen, in ihrer Opfer⸗ freudigkeit nicht zu erlahmen, um den Streitern im Feld und den Verwundeten in der Heimat zu helfen.

vermitteln, ist das Rote Kreuz. Täglich wachsen

Lazarette, in der Verpflegung und Erfrischung von Verwundeten in den durchkommenden Zügen, in der Versendung von Liebes⸗ . gaben aller Art, in der Bereitstellung von Pflegekräften und von Einrichtungen, die für die Erhaltung der Gesundheit unserer

Truppen im Felde unentbehrlich sind. Namentlich im Osten gilt es, die gefährliche Ungezieferplage durch Beschaffung von Desinfektions⸗ Die Versorgung unserer Kriegsinvaliden, der Witwen und Waisen der auf dem Felde der Ehre Gefallenen und die Erhaltung unseres Nachwuchses sind in steigendem Maße brennende Aufgaben. Erleichterung des harten Loses unserer in Kriegsgefangenschaft schmachtenden Landsleute.

Große Geldmittel sind schon aufgewendet worden. ergeht aufs neue die herzliche und dringende Bitte:

Helft uns, gebt uns weitere Mittel in die Hand!

Was Ihr dem Roten Kreuz spendet, gebt Ihr dem Vaterland und seinen bis in den Tod getreuen Söhnen!

Der Oberbürgermeister Keller.

Feldwebel spr.

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fohl A t l e 5 1 enen Arbeitsdien setzter für i ist. Als man sich für den besohlenen In de 1 89 Lc vermißte Klippstein seinen Mantel, den ihm aden, um zu foppen, weggenommen hatten. Der eee oil durch diese Vorkommnisse an dem Vormittag sehr ärgerlich und gewesen sein. Er erklärt, er e den getöteten wein nicht näher gekannt, derselbe 7. niemals etwas zu Leide getan, er könne auch nicht agen, da grade an dem Vormittag etwa gehänselt hat Man sei zu 11 an dem Morgen aus dem Wachtlokal der Liebigshöhe in Freie getreten, um in das Lager zu 5 Kl. hatte sein Seitengewehr schon in der Liebigs⸗ 845 au dena da erklärte einer der Kameraden, er solle das Seitengewehr abnehmen, man könne desselbe ja noch drüben im Lager r Als er damit beschäftigt gewesen sei, sei Sauer⸗ wein auf ihn zugetreten und habe gefragt: 12 du 355 a lt ich bin ein Faulenzex? Er will geantwortet hab t du auch, worauf Sauerwein, das Gewehr umdre end, mit 1 7 Kolben auf ihn zugestoßen habe. Da will den daache be we, N Angst gepackt haben; er war mit dem Seitengewehr grade so 9 es in die Scheide zu stecken. In der linken, 14 K 92 er Gewehr und*. der rechten Hand hat er bid 2 Kameraden den verhängnisvollen Stich versetzt. Agence versichert, er habe nicht etwa Sauerwein töten malie ondern es sei seine Absicht gewesen, dessen Angriff abzuwehren. Der Vorfall sich blitzartig abgespielt, zum Ueberlegen sei keine Zeit gewesen. Vie ein gestaltete sich N Die Tatzeugen schwanken in ihren Aussagen un widersprechen sich in 3 Acc Punkt der Anklage, ob Kl. gewußt haben muß, S. als Führer des Arbeitskom⸗ mandos bestellt, also wahrend dieses Dienstes Vorgesetzter war. Unteroffizier Loch ist der Ansicht, es könne sehr leicht möglich sein, daß Altpostein grade beim Feldwebel stand und Ne ö wegen des Arbeitsdienstes anbrachte, während er Sauerwein zum Führer bestellte und ihm den Zettel mit den Namen der Leute seines Kommandos einhändigte. Die Tatsache, daß Klippstein von den alteren Kameraden gehänselt worden ist, wie dies unter Sol⸗ daten wohl vorkommt, wäre zweifellos festgestellt.

Stabsarzt Hahn, der den 1 untersucht hat, erklärt, der Tod sei durch den verhängnisvollen Stich mit dem Seiten⸗ gewehr, der die Lunge verletzte, infolge* Verblutung ein⸗ 2 Geheimer Medizinalrat Prof. Sommer be⸗ undet als medizinischer Sachverständiger, 8 l der Familie des alan her Fälle von Geisteskrankheit vorgekommen sind. Daraus allein sei nicht zu folgern, daß Klippstein eckig belastet Der Angeklagte sei jedenfalls nicht geisteskrank; es sei auch in der Verhandlung nicht berperagtreten, daß Klipystein in einem gewissen Dämmerungszustand die Tat begangen hat oder sonst in seiner geistigen Beschaffenheit die Bedingungen erfülle, um für seine Tat

en:Ja,

recht einfach.

nach dem Gesetz straflos 1 erscheinen. Bei Zumessung der Strafe jedoch müsse man ugeklagten mildernd dcn halten, daß er immerhin ein gei 4 schwacher Mensch sei, der, in Zorn und

in een ae u nicht die Kraft besitze, sich so zu beherrschen, wie ein geistig vollkommener und normaler Meusch⸗

Das Kriegsgericht erkannte auf ein Schuldig der 1 7 5 verletzung mit Todesfolge, begangen mit einer dienstlichen Waffe. Daß die Tat gegen einen NI im Dienst bez 13 stehe außer Zweifel, jedoch stehe nicht fest, daß si n= geklagte bewußt gewesen daß Sauerwein im 8 Fall ein Vorgesetzter war. kundung des Unteroffizier Loch ergebe nach dieser Richtung mindestens zu einem Zweifel Aulaß, und deshalb habe man nach dieser Richtung die Schuld⸗ frage verneint. In Rücksicht darauf, daß Klippstein an dem frag⸗ lichen Morgen in erregter Stimmung sich befunden hat, hat man dessen Verfehlung als einen minder Jorweren Fall. und ihm mildernde Umstände zugebilligt. Es wurde auf 4 Jahre Gefängnis erkannt, wobei man zu berücksichtigen te, daß die Tat gogen einen Nameraden während des Krieges wurde. Der Vertreter der Anklage, der den Standpunkt vertrat, Klipp⸗

sei,

Diese gehen aber zur Neige, unsere Pflichten dagegen wachsen.

stein daß erwein im gegebenen Zeitpunkt sein Vorgesetzter war, hitte 5 Jahre Gefängnis beantragt.

seine Aufgaben in der Fürsorge für die

Nicht minder wichtig ist die

Deshalb

Der Vorsitzende des Zweigvereins Gießen

vom Roten Kreuz 3 Wiener.

Geldspenden nehmen auch die Bezirkssparkasse, Gewerbebank,

Sonstige