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ö 5 5 f ischeint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Feit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal. N
der Wortlaut der amerikanischen Note. Berlin 12. Aut(WI Nicktamtlich.) Die gestern von hiesigen Votf hafter der Vereinigten Staaten von Amerika im Aussvärtigen Amt überreichte Mitteilung
dom 10. d. Mis. lautet in Uebersetzung:
N e Regierung der Vereinigten Staaten vermerkt mit Befrie⸗ daß die kaiserlich deutsche Regierung bei Erörterung der le„Cusbeing“ und„Gulflight“ den Grundsatz vol an⸗ erkennt, wonach alle Teile der offenen See für neutrale Schiffe fert sind, und daß die kaiserlich deutsche Regierung aufrichtig ge⸗ willt ist, Verbindlichkeit anzuerkennen und auszuführen, wenn 0 iffs auf neutrale Schiffe,„die sich keiner ichen Handlung schuldig gemacht haben,“ durch deutsche Flieger oder Kriegsschiffe genügend nachgewiesen ist; die Regierung der Vereinigten Stagten wird der kaiserlich deutschen Regierung ihrem
eines
Ersuchen entsprechend seinerzeit das vollständige Material über den Angriff auf den Dampfer„Cushing“ unterhreiten.
4 vor Augen, und die Regierung der Vereinigten Staaten ist icht der Ansicht, daß diese Umstände jemals so aufgefaßt worden als könnten sie etwas an den Grundsätzen der Menschlichkeit „auf denen die amerikanische Regierung von je bestanden hat. Lediglich tatsächlicher gewaltsamer Widerstand oder sortgesetztes Bestreben eines Handelsschiffes, zu entfliehen, nachdem der Befehl zum Anhalten zwecks Durchsuchung ergangen ist, hat nach der bis Anschauung das Leben der Passa⸗ iere und Mannschaft verwirkt. Die Regierung der en Staaten nimmt jedoch nicht an, daß die kaiserlich deutsche Regierung sich in diesem Falle ihrer Verpflichtung ent⸗ —.— will. sondern nur die Umstände darzulegen wünscht, die den mmandanten des Unterseebootes veraulaßten, sich bei seinem
ein so eiliges Verfahren zu erlauben. Erzellenz Note weist bei der Erörterung der Verluste
von amerikanischen Menschenleben anläßlich der
8 mit See Ausführlichkeit auf gewisse Nachrichten hin, die
—
der kaiserlit der lenz
könnten. In zweifellos bewaffnet rt hab
Ver n— ein en befördert, nicht zulässig gewesen sei, en nach als Hilfsschiff der englischen See⸗ habe. Glücklicherweise sind dies Angelegenheiten, bezüglich deren die Regi g der Vereinigten Staaten in der Lage ist, der kaiserlich deutschen Regierung amtliche Aufkla⸗ rung zu geben. Falls die in Ew. Exzellenz Note angeführten Tat⸗ zuträfen, wäre die Regierung der Vereinigten Staaten verpflichtet gewesen, davon amtlich Kenntnis — nehmen, in Ausübung ihrer anerkannten Pflicht als neutrale acht und in Anwendung ihrer nationalen Gesetze. Es wäre ihre Pflicht gewesen, darauf zu achtem daß die„Lufitania“ für ein angriffsweises Vorgehen nicht bewaffnet war, daß sie keine Ladung führte, die durch die Gesetze der Vereinigten Staaten verboten war, und daß sie, wenn sie tatsächlch ein eng⸗ lisches W war, keine Klarierungspapiere als —.— chiff erhalten durfte Die Regieru 111 diese Pflicht erfüllt u gewissenhafter 25 der kaserlich deulschen Neu sichern, daß die erli erung zu versi„daß diese falsch informiert war. Sollte die kaiserlich deutsche Re⸗ der Aufsassung sein, daß sie überzeugende Beweise be⸗ „ wonach die Beamten der Regierung der Ver⸗ einigten Staaten ihre Pflicht nicht gründlich er⸗ füllt haben, so gibt sich die Regierung der Vereinigten Staa⸗ ten der aufrichtigen Hoffnung hin, daß die kasserlich deutsche Regierung dieses Beweismaterial zur Prüfung unterbreiten wird. Was immer auch die Behauptung der kaiserlich deutschen Re⸗ — Hinsichtlich der Beförderung von Kriegskonterbande an Bord Vufctania“ oder hinsichtlich der Explosion dieses Materials schuß sein möge, so braucht nur gesagt zu wer⸗ Ansicht der amerikanischen Regierung diese Be⸗ hauptungen für die Frage der Gesetzmäßigkeit des von den deut⸗ schen Marinebehörden be blich sind.
nerhe Allein die Bergen von Passagierdampfern berührt Grundsätze der Menschlichkeit, denen gegenüber die be⸗ einzelnen Umstande, die in den Versenkungsfällen mit⸗ prechen könnten, in den Hintergrund gedrängt werden; Grundsätze, ie eine solche Versenkung, wie die kaiserlich deutsche Regierung weifelsohne ungesäumt erkennen und anerkennen wird, aus der en
der Vereinigten f 1 ihre Gesetze. mit Wachsamkeit durch ihre ordnungsgemäß angestell⸗
der gewöhnlichen Gegensätze— 1 ischer Erörterungen oder 1 herausheben. Aa mer die sonstigen Tats: im Falle der„Lusitania“ sein mögen, die Hauptsache bleibt, daß ein großer Dampfer, der in erster Linie und vorzugsweise Befb gsmittel für Passagiere diente über 1000 Men- örderte, die keinerlei Anteil an der Eriegsführung hatten, ediert und versenkt wurde ohne geringsten Anruf o Warnung, und daß Männer, Frauen und Kinder unter Umständen, die es in der modernen 2 kein Beispiel gibt, in Tod gesandt wurden. Die Tatsache, daß mehr als 100 ameri- kanische Bürger unter denen waren, die zu Grunde A den macht es der i der Vereinigten Staaten zur Pflicht, von diesen 5 e per der kaiserlich deutschen Regierung auf die were Verantwortung zu lenken, die sie nach Ansicht der Regierun i Staaten bei dieser tragischen nheit auf si aden hat, 13 den unansechtbaren Grundsatz, worauf diese „Die Regierung ber Vereinigten Staaten bemüht sich um etwas Größeres, als bloßes Eigentumsrecht oder Handelsprivilegien. Sie
bemüht sich um nichts weniger Erhabenes und Heiliges, als die
Rechte der Menschlichteit, 8
deren Achtung sich jede Regierung ehrt und auf die lein ing im Interesse der in ihrer Obhut und Gewalt Befind⸗ verzichten Nur tatsächlicher Widerstand gegenüber der ung ober die gerung, anzuhalten, wenn dies zu Durch⸗ 963 befohlen war, hätte dem Führer des Untersee— ung geben können, das Leben der an Bord
in Gefahr— 9 Die Regierung der Ver⸗ ber uch, daß
die ausdrücllich am 3. Aug.
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0 Die„Slegener Famillendlätter“ werden dem g „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das 1 „Kreisblatt für den Ureis Sleßen“ zweimal
gebracht. Sie ist deshalb in der!
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45 N 165. Jahrgang
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1914 durch die kaiserlich deutsche Admiralität an ihre Seeoffiziere erlassenen Instruktionen diesen Grundsatz anerkannt und zur Gel tung gebracht haben, wie dies auch die Priscnordnungen aller anderen Nationen tun, und jeder Reisende und Seemann hatte ein Recht, sich darauf zu verlassen. Auf diesem Grundsatz der Mensch⸗ lichkeit sowohl als auch auf dem Gesetz, das sich darauf gründet, müssen die Vereinigten Staaten bestehen.. Die Regierung der Vereinigten Staaten nimmt mit Ver⸗ gnügen wahr, daß Ew. Exzellenz Note mit der Andeutung schließt, daß die kaiserlich deutsche Regierung jetzt, wie vorher, geneigt ist, die guten Dienste der Vereinigten Staaten anzunehmen bei dem Versuch, mit der Regierung von Groß⸗ britannien zu einer Verständigung über eine Aenderung des Cha⸗ rakters und der Bedingungen des Seekrieges zu gelangen Die Regierung der Vereinigten Staaten würde es als einen Vorzug betrachten, auf diese Weise ihren Freunden und der Welt einen Dienst leisten— können. Sie ist jederzeit bereit, jeder der beiden Regierungen Andeutungen oder ngen zu übermitteln, die die andere zu übermitteln wünscht, und ladet die kaiserlich deulsche . g ein, von ihren Diensten in dieser Richtung nach Be⸗ lieben Gebrauch zu machen. Die ganze Welt wird mit⸗ betroffen von allem, was auch mir einen teilweisen Ausgleich der Interessen herbeizuführen oder irgendwie die Schrecken des gegenwärtigen unseligen Konfliktes zu mildern geeignet ist.
Welche Vereinbarung auch immer zwischen den kriegführenden Parteien glücklich getroffen werden mag und was immer nach Ansicht der kaiserlich deutschen Regierung in der Vergangenheit für die Handlungsweise ihrer Seebefehlshaber als Aufforderung oder als verhältnismäßige Rechtfertigung in Betracht kommen mag, die Regierung der Vereinigten Staaten erwartet zuversichtlich, daß die Gerechtigkeit und Menschlichteit der deutschen Regierung in allen Fällen, wo Amerikaner geschädigt oder ihrer Rechte als Neutrale verletzt worden sind, zur Geltung gebracht werden wird.
Die Regierung der Vereinigten Staaten
erneuert deshalb ernstlich und feierlich
5 die Vorstellungen, die sie in ihrer Note an die kafserlich deutsche Rexwierung vom 15. Mai erhoben hat und stützt sich bei diesen Vorstellungen auf die Grundsätze der Menschlichkeit, die allgemein anerkannten An⸗ schauungen des internationalen Rechts und die alte Freundschaft mit der deutschen Regierung. 1
Die Regierung der Vereinigten Staaten kann nicht zu- geben, daß die Proklamierung einer Kriegszone, vor der neu trale Schiffe gewarnt worden sind, irgendwie als eine Verkürzung von Rechten amerikanischer Schiffseigentümer oder amerikanischer Bürger ausgelegt werden kann, die sich auf erlaubten Reisen als Passagiere an Bord von Handelsschiffen einer kriegführenden Macht besinden. Sie glaubt, daß die kaiferlich deutsche Regierung als außer Zweifel stehend die Grundsätze annimmt, daß das Leben von Nichtkämpfern gesetz⸗ o rechtmäßig nicht in Gefahr gebracht werden dürfe durch Kaperung oder Zerstörung eines Handels- schiffes, das keinen Widerstand leistet, und daß die kalserlich deut⸗ sche Regierung die Verpflichtung awerkennt, die notwendige Vorsicht anzuwenden bei der Feststellung, ob ein verdächtiges Handelsschiff tatsächlich einer kriegführenden Nation angehört oder tatsächlich Kriegskonterbande unter neutraler Flagge führt. Die Regierung der Vereinigten Staaten darf deshalb erwarten, daß die kaiserlich deutsche Regie ung die notwendigen Maßnahmen ergreisen wird, um diese Grundsatze hinsichtlich der S ung amerikanischen Lebens und amerikanischer Schiffe zu verwirk⸗ lichen, und bittet um die Zusicherung, daß dies geschehen wird
Ich benutze diesen Anlaß, um Eurer Exzellenz die Versfiche⸗ rung meiner ausgezeichneten Hochachtung zu erneuern.
(gez.) James W. Gerard.
Ein Aufruf Bryans an das ameritanische Volt.
Washington, 12. Juni.(WTB. Nichtamtlich. Der aus⸗ zugsweise von den Blättern gemeldete Aufruf Bryans an das amerikanische Volk lautet ausführlicher:„Sie lasen den Wortlaut der Note. Ich bitte über meinen Entschluß, lieber zurückzutreten als die Verantwortung für die Note zu teilen, Ihr Urteil zu fällen. Ich bin sicher, daß Sie mir ehrenhafte Beweg⸗ gründe zubilligen werden; aber das ist nicht genug. Gute Ab⸗ sichten allein könnten in solcher Zeit, solchem Gegenstand und solchen Umständen einen Irrtum nicht entschuldigen. Falls Ihr Urteil gegen mich ausfällt, verlange ich keine Gnade Der Präsi⸗ dent und ich stimmen in den Zielen überein und wünschen eine friedliche Lösung des Streites der Vereinigten Staaten mit Deutsch⸗ and. Eine solche Lösung ist nicht nur unser beider sehnlicher Wunsch, wir beten sogar darum. Aber über die Mittel, sie zu er⸗ reichen, gehen unsere Meinungen unvereinbar auseinander. Wenn wir nur persönliche Meinungsverschiedenheiten hätten, wäre es bedeutungslos. Aber es handelt sich hier in Wirklichkeit um die Wahl zwischen zwei Systemen. Unter den Einflüssen, deren sich die Regierungen bei ihren Beziehungen untereinander bedienen, nehmen zwei die vorherrschende Stellung ein und sind einander entgegengesetzt: nämlich Gewalt und Ueberredung. Die Gewalt tritt bestimmt auf und handelt durch ein Ultünatum. Die Ueberredung wendet Beweisführungen an, fordert zu Untersuchun— gen auf und stützt sich auf Verhandlungen. Die Gewalt stellt ein altes System dar, die Ueberredung ein neues, das die allgemeine Brüderlichkeit zum Ziele hat. Wenn ich die Note an Deutschland richtig auslege, muß ich sagen, daß ie eher mit den Grundzügen des alten als des neuen Systemsübereinstimmt. Ich gebe gern zu, daß sie sich auf Präzedenzfälle im Ueberfluß stützt. Das alte System ist für alle früheren Kriege verantwortlich, niemals zuvor enthüllte sich jedoch die entsetzliche Tollheit dieses unglück⸗ lichen Systems so klar als jetzt. Die zipilisterten, erleuchte⸗ ten, christlichen Nationen Europas ringen miteinander, und schon hat der Wunsch nach dem Kriege auch die Jingos unseres eigenen Landes ergriffen. Als demütiger, überzeugter Anhänger der Prophezeiung des Friedensfürsten, daß, die zum Schwerte greifen, durch das Schwert umkommen sollen, bitte ich, mich zu denen zu zählen, die ernstlich darauf dringen, einen Weg einzu⸗ schlagen, der keinen Zweifel läßt, daß die Regierung gewillt ist, mit Deutschland fortzusetzen, bis eine freund- rständigung erreicht oder wenigstens bis der Druck des Krieges vorüber ist und wir uns an Deutschland wenden können in Erinnerung an die historische Freundschaft und die zahllosen Bande, die Deutschland und die Vereinigten Staaten verknüpfen. Eine Nation muß die Welt aus der dunklen Kriegs nacht herausführen in das Licht des Tages, wo die Schwerter zu Pflugscharen umgeschmiedet werden. Warum sollen wir uns dieser ehrenvollen Aufgabe nicht eines Tages un— terziehen, warum nicht gleich jetzt? Die Nationen werden einsehen, daß ein dauernder Friede nicht auf Furcht aufgebaut werden kann. Eines Tages werden die Nationen ihr Vertrauen in die Liebe setzen, die, obwohl von den Anbetern des Kriegs gottes als Schwäche verachtet, weiter währt, wenn alles andere
vexlagt.
Kriegsbriefe aus dem Osten. Telegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)
Die Kämpfe an der Dubissa. f
Armee- Oberkommando, den 12. Juni. In vergeblichen Vorstößen hatten die Russen unsere Front an der Dubissa zu durchstoßen versucht. Ihre
artilleristisch schlecht vorbereiteten Augriffe brachen vor
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General⸗Anzeiger für Oberhessen
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Montag, 4. Juni 115 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen 7 Universitäts- Buch- und Steindruckerel,. R. Lange, Gießen. a Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗ 5 straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: 8851, Schrist⸗ 2 leitung: S112. Adresse sur Drahtnachrichtem. Anzeiger Gießen. 2
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unseren Drahthindernissen zusammen; ihre Verluste in den vergangenen Wochen waren
schen Kräfte trotz der russischerseits von Bjelistock über
Riga⸗Mitau herangezogenen Verstärkungen zum Angriff übergehen konnten. In der letzten Woche lam es zu heftigen
und blutigen Gefechten, die uns mehrere tausend Gefangene und viel Kriegsmaterial einbrachten. Auf dem füdlichen Flügel wurde Eiragola und die Straße Betygola—Ingize erreicht. Dem schweren Druck in dieser Umfassungsbewegung setzten die Russen neue Kräfte entgegen, die vermutlich an⸗ deren Frontteilen des Nordflügels entnommen wurden.
Auf dem nördlichen Flügel der Dubissa⸗Linie drangen unsere Truppen inzwischen von Sawliani aus entlang dem Windawski-Kanal durch das Wildgebiet nordöstlich Szawle vor. Die Bahnlinie Vortruppen unterbrochen.
Die Kämpfe in dem hügeligen, von kleinen Flußläufen durchzogenen Gelände, das die Russen mit jedem Mittel für die Verteidigung
wunden. Um das Vordringen der deutschen Divisionen zu
erschweren, hatten die Russen das Waldgelände am Hanal
in Brand gesteckt, und an vielen Stellen loderten die Wald⸗ brände, die bei der großen Trockenheit schnell weiterfraßen. Die unzähligen russischen Leichen, die noch nicht n werden konnten, verpesten unter der Wirkung der glühe Sonne die Luft. Das vor ein paar Wochen noch völlig un⸗ berührte Land trägt alle schweren des Krieges, und es ist zu erwarten, daß die Kämpfe noch an Heftigkeit zunehmen werden, da vermutlich weitere russische Verstärkungen im Anmarsch sind.
1 Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter. Aus dem Reiche. Die Hundertjahrfeier der deutschen Burschensthaften.
Berlin, 12. Juni.(WTB. Nichtamtlich. Bei der heu⸗ tigen Gedenlfeier des Hundertjahrtages der Gründüng der Deutschen Burschenschaft im Kaisersgale des Zoologischen Gartens hielt Kultusminister Dr. D. von Trott z u Solz eine Rede, in der er etwa folgendes ausführte:„Diese schlichte Feier paßt sehr wohl in die große und ernste Zeit. Denn was die Begründer der Deutschen Burschenschaft vor hundert Jahren als ihre idealst Ziele bekannten, was sie in begeisterten Worten auf ihre Fahnen schr ben, das ist heute das Kennzeichen der Zeit. Was sie für die aka⸗ demische Jugend erstrebten und woran die Burschenschaft durch alle Wirrungen und Irrungen der Zeit unentwegt
festgehalten hat, das ist heute Gemeingut des ganzen Volkes 9
in einem Maße geworden, wie es jene hochgemuten Bur⸗ schen kaum erträumten und wie wir es kaum erwartet haben. Alle. deutschen Stämme vom Meere bis zu den
Kaiser und sind bereit, alles einzusetzen für
das 5 Erbe der Väter, für deutsches Land und deutsches Wesch. b Sie verteidigen dieses unschätzbare Gut gegen eine Welt von Feinden mit einer Kraft, mit einer Zuversicht und einer 2 Entschlossenheit, wie es die Geschichte noch nicht gekannt hat.“ Die Rede schloß mit einem begeistert aufgenommenen
Hoch auf den Kaiser.
Der Kaiser hat das Huldigungstelegramm, welches von den zur Hundertjahrfeier der Deutschen Burschenschaft im Kaisersaale des Zoologischen Gartens Versammelten an ihn abgesandt worden war, folgendes Antworttele⸗ 1
gramm gesandt: „Den zur Feier des hundertjährigen Bestehens der Deut⸗
schen Burschenschaft vereinten alten und jungen Burschen⸗ 3
schaftlern meinen herzlichsten Dank für das erneute Ge⸗ lübde unverbrüchlicher Treue zu Kaiser und Reich. Mit besonderer Befriedigung gedenke ich der zahlreichen Männer, die aus der Deutschen Burschenschaft dem deutschen Volke
als Führer und Mitkämpfer für seine idealen und realen
Güter in Kriegs- und Friedenszeiten erwachsen sind. Meine
dankbare Anerkennung gilt auch all den tausenden von 3 Burschenschaftlern, die gegenwärtig im Verein mit den
übrigen Heldensöhnen der deutschen Stämme an den Gren— zen des Reiches für Freiheit, Ehre und Vaterland gegen eine Welt von Feinden siegreich kämpfen.“ Aus Ostpreußen. 7 Königsberg i. Pr., 13. Juni. WTB. Nichtamtlich. Nach dem nunmehr gewonnenen übersichtlichen Bilde über die Kr tegs⸗ schäden der Provinz Ostpreußen haben von den Einwohnern
während der feindlichen Einbrüche länger oder auf kürzere Zeit
die Heimat verlassen etwa 190 000 im Regierungsbezirk Königs⸗
berg und etwa 360 000 im Regierungsbezirk Allenstein. Die Höchstzahl der Einwohner, die die Provinz Ostpreußen verließen, dürfte 350 000 bis 400 000 betragen. Zurückgekehrt ist bisher det größte Teil der Flüchtlinge, besonders auf dem Lande Von den Russen sind, soweit bisher festgestellt wurde, in der Provinz 1.620 Zivilpersonen getötet und 433 verwundet worden. Bestimmte Zahlen über Verluste und Schäden lassen sich nicht an⸗ geben. Die Zahl der nach Rußland verschleppten Ein⸗ wohner beträgt nach den bisherigen Angaben insgefamt 5419 Männer, 2587 Frauen und 2719 Kinder. Von den Männern besteht der größte Teil aus hilflosen Greisen. Viele der Verschleppten haben infolge der Strapazen Leben oder Gesundheit verloren. Durch feindliche Brandlegun g ganz oder zum erheblichen Teil zerstört sind im Regierungsbezirk Königs“ berg 7 Städte, 75 Dörfer und 56 Güter, im Regierungsbezird Allenstein 10 Städte, 292 Dörfer und 97 Güter, im Regierungs⸗
bezirk Gumbinnen 7 Städte, 205 Dörfer und 83 Güter. Die Zahl der insgesamt zerstörten Gebäude. beträgt 33 553. Ans etwa einem Drittel der Wohnungen, schätzungsweise 100 000,
wurde der Hausrat vollständig und aus ebenso vielen anderen Woh nungen teilweise geraubt oder vernichtet. In dem während der Dauer vom Feinde besetzten ein Fünftel der Provinz war, als der Feind vertrieben war, kein Stück Vieh mehr vorbanden. In den ganzen Grenzkreisen waren fast alle landwirtschaftlichen Ma⸗ schinen und Geräte geraubt oder vernichtet. Dir Windmühlen, Ziegeleien, Brennereien und Molkereien waren söstematisch zer stört. Trotzdem sind in den Grenzkreisen etwa 800000 Wor-
gen mit Sommersaaten bestellt und nur 160000 Mor⸗ gen unbestellt geblieben. An Vorentschädigu ·˖ zum 1. Juni 125 340 726 Mark ausbezahl Kirche und Schule. — Die 33. allgemeine Pfarrkonferenz der evangelischen Geistlichen Oberhessens findet
nächsten Donnerstag, den 17, Juni, vorm. 10% Uhr, im
gewaltig, so daß die deut⸗
Szawle— Marajewo wurde von unseren
i hergerichtet hatten, waren sehr schwer, 4 sie wurden von jungen und alten Truppen heldenhaft über⸗
1 und grausamen Zeichen
selbst, die Lebenden,
N u den Alpen, beseelt von dem Geiste der Einig⸗ keit und Zusammengehörigkeit, stehen geschlossen um ihren 2


