tand, sengeweh
* schossen. Mehrfach sind Leute in vorgeschobenen Stellungen durch 1 er und nahe Infanteriebedrohung zwei Tage lang von allen Verbindungen abgeschnitten gewesen, so daß sie kein
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Strapazen des
Zweites Blatt
Gesche in! täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die„Slehener Familienblätter“ werden dem
„Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das
„Kreisblatt für den reis Gießen“ zweimal
wäoöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Seit⸗ tragen“ erscheinen monatlich zweimal.
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bekommen, wie wir hier
„vor den wir unsere
höne alte Bäume, die umgehauen werden mußten, Fb Artillerie einen sen
ehen
Sie belegten sofort
Gebiet mit schwerem und leichtem
unterhielten, versuchten auch immer wieder neue Angriffe, kamen
aber niemals voran.
Sofort nach der Einnahme hatten wir begonnen, unsere neue mußte im feindlichen Feuer geschehen, Anforderungen, die an unsere Truppen, an jeden ein“ nen Mann gestellt werden mußten, sind sast über Menschen—
ng auszubauen. Das ie
gegangen. Die ganze Nacht hindurch mußte geschanzt werden, um in den schweren Boden die Deckungen tief genug ein⸗ zuschneiden. Mit dem Morgengrauen aber begann der Feind sein
ihre Gräben weggehobelt waren, ersten Granatenlöcher, welche der
t Hand
. lassen. Auf auf 5 Meter hatten sich geschoben. Jede Ablösung lag tillerie- und dann im Infanteriefeuer auf nächste Nähe.„Wenn wir in die vordere Stellung gingen, finden, daß keiner von uns lebend — Gesagt 7 natürlich keiner ein Wort,“ zier. Ein Gefreiter,
er bis über die erste und wichtige Erkundungen mitgebracht hatte, das Eiserne Kreuz
erworben hatte, berichtete mir:„Nach Verlusten haben wir gar
nicht mehr gefragt.
Tiere im Ariege.
In einem Volksglauben“, das der Wiener Kulturhistoriker Dr. E. M. Kron⸗ feld bei Hugo Schmidt in München erscheinen läßt und in dem sich reichhaltiges Material über die Spiegelung der heutigen Welt— ereignisse im Volksglauben zusammengessellt findet, ist ein Kapitel auch Tieren im Kriege gewidmet. Neben der Darstellung der großen Rolle, die seit alter Zeit die Tiere im Kriegsaberglauben. spielen, erwecken einige Geschichten von Tieren, die selbst im Kriege mitwirkten, besonderes Interesse. Auch in dem jetzigen Kriege wurde wieder die alte Erfahrung bestätigt, daß die Ka⸗ vallerie⸗Pferde sich aktiv, gleichsam in Verständnis an den Attacken beteiligen und mitkämpfen. Daß die Vorstellungen der Pferde von dem ungeheuren Erlebnis, das eine Schlacht auch für sie bedeutet, sehr nachhaltig beeinflußt werden, Wiener Gelehrten Prof. Dr. K. C.
stellten. Eine Stute, die von einem italienischen Offizier, nachdem er auf ihr den Feldzug in Tripolis mitgemacht hatte, nach Oester⸗ reich verkauft wurde, hatte noch etwa sieben bis zwölf Wochen nach dem letzten Kampftage, den sie mitgemacht hatte, eine Periode von nächtlichen Aufregungszuständen. Das Tier war durch die
Hunger so heruntergekommen, daß es auch Tierleichen fraß. Im Feldzuge selbst hatten die Pferde einander die Mähne abgefressen. Sie hatten also gewiß allerlei Eindrücke stärkster Art in sich auf⸗ genommen, die nun des Nachts in Gestalt aufgeregter Träume wicderkamen. Das Tier spitzte hierbei schlafend die Ohren und wieherte ebenso cigen und sonderbar, wie dies alle Kavalleristen
in der Schlacht vor der Attacke zu hören bekommen. Es wirft sich
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vor und schlägt mit den Hufen, als stürme es im Galopp dahin, zuckt dann zusammen und wirft sich zur Seite, wild um sich her beißend. Dann wacht es jäh auf, springt empor, ist ganz naß vor Schweiß und zittert an allen Gliedern. Es ist wohl schwer, eine andere Erklärung für dieses sprechende Gebaren zu finden, als daß das Tier im Traume im Sttober die furchtbar schöne Stunde einer Attade wiedererlebt hat, bei der es im Juni zum Siege geführt wurde Wie die Gänse das Kapitol gerettet haben, so schlugen die Estel von Chatanboga den Feind in die Flucht. Im amerikanischen Kriege von 1863 befand sich vor dem Lager des unionistischen Generals Hooker ein Artilleriepark und vor demselben ein um⸗ schlossener Raum mit dreihundert angeschirrten Mauleseln. Die Konföderierten unternahmen einen Angriff auf diese Lager. Die Tiere wurden dadurch unruhig, ein Maulesel durchbrach die Pali⸗ 00„worauf ihm die andern folgten. Der Zufall führte sie in direkter Linie auf den Feind. Dieser hielt in der Dunkelheit der b die Esel für eine größere Kavallerieabteilung und ergriff
.
5 2
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Meinung begegnet, daß in der Heimat das volle
wenn mir einer meiner Leute erzählt, er habe vor⸗
wärts kommen sollen, dann habe ich nur einen Wunsch: Ich möchte Deutschland vier⸗ Lorettohügel stecken.“ e von Anfang an,
war, als sie ein Stein⸗
ngen aufgerissen hatte und wiesen von da aus die lleber macht
neuen Buche„Der Krieg im Aberglauben und
zeigen die Beobachtungen des 5 Schneider, die sich auf das Ver⸗ halten ausgedienter Kavallerie-Pferde im Schlafe beziehen und höchst merkwürdige Erfahrungen über ihre„Kriegsträume“ fest⸗
Feldzuges in der Wüste und durch den erlittenen
Gießen
General⸗Anz
vorkam als wir, namentlich an Toten.“ diesem Teil der Front lassen sich selbstperständlich nicht schätzungs⸗
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blaß, von der Morgen me
mußten so weit besitzen
kommen
Held!“
Souchez Schlucht
Kamm zeichnet
weise überfehen, aber sie machen m. französische Heeresleitung sich immer noch weigert, Verlustlisten herauszugeben. Alle Mitkämpfer erzählten mit Leichenhaufen, welche sich auf der Stellungen aufgetürmt haben.
sind, die zur Rechten und zur aben fallen sehen, während sie wenn sie davon berichten.
Ein
Explosionen aufblitzenden Wolke eingehüllt war. Adjutanten:„Von den Leuten der vordersten Stellung kann keiner hr am Leben sein.“ Als aber dann um 11 Uhr die Franzosen ihre infanteristische Uebermacht zum Sturme ansetzten, fanden sie doch so viel Widerstand, daß sie zuerst nicht vorwärts kamen. Sie
hatten zwar einen Geländegewinn erzielt Opfern erreicht, daß sie uns um ein paar hundert Schritte genau in die Stellung einnahmen, aber als die frühere, die wie auf der flachen Hand unter dem Geschütz⸗ feuer liegt, welches die Franzosen nun von uns Und vor allem hat sich die artilleristische Beobachtung, der Franzosen durch die Stellungverschiebung verschlechtert.„Wenn dort oben ein kleiner Rückschlag möglich war,“ sagte mir der Regimentskommandeur,„dann hat eben der letzte Mann sein Blut hingegeben, weil er nicht anders konnte. in fester Siegeszuversicht.
fanteristen, der mitgefochten
hat, selbst mit einem nicht von dem übrigen
Schlag auf Schlag in die beiderseitigen Feuer aus den Gipfeln, kreisender Lawa aufgeschüttet wäre.
r Anzeiger
iger für Oberhessen
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Freitag, U. Juni 1015
Rotationsdruck und Verlag der Brü hl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerel. R. Lange, Gießen.
Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗ 5
straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S hl, Schrist⸗
leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten 1 Anzeiger Gießen. 5
— 1
und daß er sehssach und zehnsach großere Verluste hatte
Die Verluste der Franzosen an
vom Lorettohügel, die ich sprach, Entsetzen von den fürchterlichen Lorettohöhe vor den französischen Leute, die gegen alles abgehärtet Linken ihre liebsten Kameraden selbst verwundet wurden, werden
Vielleicht haben Menschenaugen Grausigeres geschaut.
Regimentskommandeur, der die Kämpfe auf dem Hügel Einnahme an bis nach den heißen Kampftagen im Mai
unverhohlenem
mitgemacht hat, erzählte mir, daß am Tage des großen franzö⸗ sischen Angriffs, am 9. Mai, der
1 5 der ganze Gipfel des Hügels in den stunden von einer einzigen schwarzen, in fortwährenden Er sagte zu seinem
Schritt für Schritt mit Toten bezahlen, um wenigstens vorzukommen, daß sie den Platz der ehemaligen Kapelle konnten. Aber sie konnten sich dort nicht halten. Sie und mit ungemessenen
zurückgedrängt haben, welche wir vor dem 3. März diese Stellung ist zur Verteidigung besser geeignet
zu fühlen be⸗
5 Und wer fiel, der starb Ich ziehe meinen Hut vor jedem In⸗ hat. Jeder ist ein bewundernswürdiger
Während ich im Kreise dieser Mitkämpfer weilte, hatten wir den Hügel, um den der Kampf weiter tobt, nahe vor Augen. ist ein flacher Höhenzug, lette, der kahl und nur an wenigen Flecken bewaldet ist. Bei
Es diese Erhebungen von Vincy bis Aix⸗Non
wird er durch die tiefe, in diesen Kämpfen so oft genannte eingeschnitten. Nördlich von ihr steigt die eigentliche
Lorettohöhe auf, die durch einen jäh und unvermittelt auf dem
emporspringenden hochstämmigen Wald weithin gekenn wird, während man die Stätte, wo die Kapelle gestanden scharfen Fernglase auf einen Viertelkilometer zerwühlten Hügelrücken unterscheiden kann. hagelten von hüben und drüben Granaten Stellungen und überall brach Rauch und als ob der unbedeutende Hügelzug aus
W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.
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erscheinenden Zeitschrift„Ueber Land Völkerringen dieser T niger als 21 770 000
über, von denen auf feindlicher 3 Seite 8 950 000 Mann aufmarschiert sind. Diesem gewaltigen Land⸗ heere entspricht die Flottenstärke
704 Torpedobooten, 179 Unterseebooten Schiffen, auf deutscher Seite mit kreuzern, 56 Kleinen Kreuzern, 1 45(die Zahl der neuen deutschen U-Boote ist unbekannt) und 39 verf
die Flucht mit Zurüclassung des rettet. Das kam so: Im Jahre 1
Schloß, und ihr zu diesem mit
Schneider se rung auf, da er am Aushungern verzweifelte.
Fleisch. Der Schneider ter neckenden Beigeschmack belam
erzählt, wie sie Rosse und Tieren in freiem Felde „Sie streiften ab ihr Fell, umwendend es sodann
Und strichen ihren Leib mit dem Blut der Tiere an.
Nicht Graben hatten sie, nicht
Gehn rückwärts, werfen ab die Reiter
später machte sich durch Urteil des unlängst verstorbenen R. M. Meyer und fader Sentimentalität“
Welt brachte.
Die Fahlen des Weltkrieges. einer Reihe anschaulicher Tabellen stellt W. Michaelis im Heft der bei der—— Verlagsanstalt in Stuttgart und Meer“ das gewaltige in seinem Zahlenbilde dar. Nicht we⸗ ann stehen im Weltkriege einander gegen⸗ Seite 12 820 000 und auf unserer
von 1915, die auf feindlicher Seite Linienschiffen, 87 Panzerkreuzern, 128 Kleinen Kreuzern, und 231 verschiedenen 56 Linienschiffen, 17 Panzer⸗ 358 Torpedobooten, 40 Untersee⸗
chiedenen Schiffen angesetzt wird. Zusammen sind es 2108 nheiten, von denen 666 auf Großbritannien und 415 auf
Deutschland entfallen. Die gegen Deutschland kämpfenden Staaten bei denen Italien noch nicht mitgerechnet ist) enthalten 67 Mil⸗ lionen Quadratkilometer und fast 800 Millionen Einwohner, die
auf deutscher Seite umfassen rund 6 Millionen Quadrat⸗
Gepäckes und 1600 neuen Flin⸗ einmal die Burg Karlstein ge⸗ 422 belagerten die Prager das Anführer war ein Schneider. Die Besatzung sandte der Bitte um einen Tag Waffenstillstand, da im eine Hochzeit gefeiert wurde. Unterdes schlachteten sie im einen Bock, das einzige, was sie noch an Fleisch hatten, ein Hinterviertel mit Rehhaaren aus einem Sattel also es einer Rehleule glich und schickten es dem Obrist r zum guten Imbiß hinaus. Dieser hob sofort die Belage⸗ Nach anderer Ver⸗ den Einfall gehabt
Ein Ziegenbock hat
ein Schneider unter den Belagerten
haben sich in das Fellseines Bockes zu hüllen und meckernd auf den Wällen heruntzuspazierea, wodurch die Belagerer auf die Ver⸗
kamen, die Eingeschlossenen hätten noch Ueberfluß an erhielt den Ehrentitel„Bock“, was erst spä⸗ Einer Kriegslist bedienen Romanen, von denen Robert Wace im Roman„Rollo“ Beutevieh töten und hinter abgehäuteten
gegen die Franzosen sich verschanzen:
Körper reihten sie um Roß und Mann ringsher, Mauern sonst zur Wehr.
Flüchtigen erlangen
das Treffen anzufangen,
es stutzen ihre Pferde,
auf die Erde!“
die Franzosen nun die eben sind gewillt, starren sie erstaunt,
*
neues vom„Tunnel über der Spree“ und den„Maikäfern“.
Woher eigentlich der aus den Erinnerungen Theodor Fontanes auch in weiteren Kreisen bekannte literar über der Spree“ seinen Namen hat, guten Forschungen zur noch sehr ergäuzungsbedürftigen Geschichte dieses Sammelpunktes Altberliner Kunst⸗ eine offene Frage. Im Jahre
den„Berliner Sonntagsverein“
ische Verein„Der Tunnel blieb bislang trotz mancher
und Literaturfreunde 1827 hatte der Humorist Saphir begründet, in dem er anfangs ptrolle spielte, bis ihn der fleißige, in vielen Sätteln Schauspieler, Regisseur, Memoirenschreiber und Königs Louis Schneider ablöste; schon anderthalb Jahrzehnte den literarischen Bankerott des nach dem „mit Wortwitzen
arbeitenden Begründers eine Um nötig, die dann den Namen„Tunnel über der Spree“ zur Verantwortlich für die originelle Bezeichnung ist, Niebour jüngst aus Familienpapieren und mündlicher
es sehr begreiflich, warum dig
kilometer und 150 Millionen Einwohner. Der halbe Erdkreis und viel mehr als die Hälfte der Erdbewohner ist am Kriege beteiligt. 9 Besonders bemerkenswert ist die Statistik der Kosten des Völker⸗ rieges. Die täglichen Kriegskosten der bisher am Weltkriege be⸗ teiligten zehn Staaten sind rund 169 Millionen Mark. Vom Aus⸗ bruch des Krieges bis zum 1. April 1915 betrugen die Kriegs⸗ kosten 40 Milliarden Mark. Von Italien abgesehen, belaufen sich die Kriegskosten für eine Kriegsdauer von 12 Monaten somit auf 60 Milliarden Mark. In Reichsbanknoten zu 100 Mk. wären 60 Millionen Banknoten erforderlich, um diese ungeheure Summe zu bezahlen. Aufeinandergelegt würden die Banknoten eine Höhe von 6000 Metern erreichen! In Gold wiegen 60 Milliarden Mk. 24 Millionen Klgr.: die gesamte Goldproduktion der Welt in den vergangenen 500 Jahren betrug nur 15 Millionen Klgr. Für das Deutsche Reich belaufen sich die direkten Krie skosten auf rund 33 Millionen Mk. pro Tag. Die Summe der täglichen b
des Deutschen Reiches für kaum 40 Tage würde genügen, um die gesamten Kriegskosten der deutschen Staaten im Jahre 1870/71 zu begleichen. Die Kriegskosten Englands beliefen sich nach den Angaben des Ministerpräsidenten Asquith im Dezember 1914 auf rund 4 Milliarden Mark, also wie bei uns auf etwa 33 Millionen Mark pro Tag, wobei die Kosten der eng⸗ lischen Kolonien nicht mitgerechnet sind. In ungefähr drei Mo⸗ naten hat also England dieselbe Summe ausgegeben, die der zwei Jahre und sieben Monate dauernde Burenkrieg gekostet hat. Die ganze mächtige Flotte Englands hat einen Geldwert von etwa 4 Milliarden Mark, also derselben Summe, die der Krieg in vier Monaten erfordert hat. Die Kriegskosten Frankreichs betragen nach einer Erklä⸗ rung des französischen Finanzministers Ribot täglich fast 36 Mill. i Franken, wachsen jedoch andauernd. In den ersten sechs Monaten des Krieges hat somit Frankreich rund 5160 Millionen Mart für Kriegszwecke ausgegeben. Deutschlands Nationalvermögen ist mit 4 320 Milliarden Mark das größte der kriegführenden Staaten; dann folgen England mit 260 Milliarden, Frankreich mit 234 Milliar⸗ den, Rußland mit 172 Milliarden Mark. Dabei ist Frankreichs Schuldenlast schon bisher die größte aller Staaten Curopas: 668 Mark pro Kopf, während die Deutschlands weniger als die Hälfte, 308 Mark pro Kopf, beträgt. Deutschlands Staats kredit hat sich im Kriege besser gehalten als der seiner Feinde; während die 3 Prozent Deutsche Reichsanleihe von 75,85 im Juli 1914 nur um 6,05 Prozent auf 89,80 am 31. März 1915 zurückging, sind die 2½ Prozent Englische Konsols von 75,70 um 7,30 Prozent auf 68,0 und die 3 Prozent Französische Rente von 81,0 um 12,45 Prozent auf 68,75 in decselben Zeit gefallen. Das glänzende Ergebnis der Kriegsanleihen hat bewiesen, wie gerechtfertigt den verhältnismäßig gute Kurs der deutschen Staatspapiere ist. Wäh⸗ rend unsere Gegner sich vor allem die Hoffnung machten, daß der deutsche Handel vernichtet, der ihre aber aufblühen würde, zeigt die Statistik von Handel und Industrie im Weltkriege, wie sehr die Gegner gelitten haben. England hatte in fünf Kriegsmonaten bis Ende 1914 einen Einfuhrrückgang von 2550 Millionen Mk, 35 Proz., Frankreich in demselben Zeitraum von 1905 Millionen, 5 56 Proz Der Ausfuhrrückgang Englands betrug in denselben Mo⸗ naten 2391 Millionen, 40 Proz., der Frankreichs 2025 Millionen, 71 Proz. Zum Schluß seien die englischen Handelsschiff⸗ Verluste angeführt, die nach den Angaben der englischen R I gierung bis März 1915 sich auf 142 Schiffe mit einem Tonnen gehalt von 363 222 beliefen, in Wirklichkeit aber wohl viel größ⸗ gewesen sind.
Die erste Isonzo⸗Schlacht und die Türken
in Italien. 1 Da der Angriff Italiens auf seinen bisherigen Bundes⸗ genossen im weiteren Verlauf der Dinge natürlich auch die Türkei als Gegner auf den Platz rufen wird, mag an die wenig bekannte Tatsache erinnert werden, daß die Türken schon einmal auf italienischem Boden rühmliche Erfolge er⸗ rungen haben, und zwar gerade am Isonzo, wo jetzt die ersten ernsteren Gefechte der italienischen Vorstoßtruppen gegen die Oesterreicher stattfinden. Mohammed II., der Er⸗ oberer Konstantinopels, hatte gelegentlich auch davon ge⸗ träumt, die ewige Stadt als Sieger zu betreten. Das hat ihm das Schicksal freilich versagt, aber ein paar vorberei⸗ tende Streifzüge der Osmanen, die infolge des Verrates 3
Tradition festgestellt hat, Konrad v. Rappard, ein bochgebildetes
Mann von merkwürdigen Lebensschicksalen, der unter dem„Tunnel⸗
führte einen solchen, wie man aus Fontanes„Von zwanzig zu dreißig“ weiß— Robert Burns ein ge⸗ schätztes Mitglied des Vereins war und in der deutschen Wirtschafts⸗ geschichte als Begründer des blühenden märkischen Braunkohlenberg⸗ baues bekannt ist.„Es wird 1842 gewesen sein,“ erzählt Niebour, zals Rappard die Mitglieder des Sonntagsvereins bat, auf seinem neuangelegten Bergwerk in den Rauenschen Bergen bei Fürsten⸗ walde ein Fest zu feiern, das einen fröhlich ausgelassenen Verlauf nahm. In einem Tunnel war die Festhalle eingerichtet, und hier wurde beschlossen, dem Verein in Zukunft den Namen„Tunnel über der Spree“ zu geben, unter dem er in der Literatur berühmt geworden ist.“ Konrad v. Rappard selbst war eine höchst originelle Heiterscheinung, wie schon angedeutet; in seiner von wohltaͤtigem Wirken durchwebten Lebensodyssee war er Korpsstudent, Gerichts⸗ assessor, Braunkohlenprospektor, Grubenbesitzer, Stadt⸗ und Land⸗ richter zu Alt⸗Landsberg, Rittergutsbesitzer, Abgeordneter in der Paulskirche 1848, zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilter Flüchtling, Erforscher der Spinnenbeine(wobei er den Doktorgrad erwarb) und Seetiere, Hotelbesitzer am Brienzer See und anderswo und schließlich auch ungedruckter Dichter. Als eigentlicher Pate des„Tunnels über der Spree“ gehört er nunmehr auch der Ge⸗ schichte der literarischen Vereinigungen an. So gut wie völlig unbekannt war bisher ein westdeutsches Seitenstück des Tunnels, der poetische Verein„Der Maikäfer“, der unter Gottfried und Johanng Kinkels(geb. Mockel, verw. Mathieu) Protektorat und reger Mitwirkung von 18401847 in Bonn a. Rh. und Um⸗ gegend in der Stille sein Wesen getrieben hat. Wenn seine Mit⸗ glieder auch nur als„Sterne mit gedämpftem Leuchten“ gelten können, so wird doch das Urteil einer kleinen, dem„Maikäfer“ gewidmeten Studie von M. Pahnke zu Recht bestehen:„Das Zeitbild aus den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts, die Geschichte der in Jugendlush verschwärmten Tage einer akademischen Jugend, der die holde Poesie am Herzen lag dies Stück Vergangenheit hat nicht nur einen eigenen persönlichen Reiz: das Leben und Treiben dieses„Maikäfer“ ist auch das Milien, aus dem neben anderen rheinischen Poeten auch die beiden Kine herausgewachsen sind.“ Recht interessant sind auch einige von Pahnke veröffentlichte poctische, im Nachlaß Willibald Beyschlags gefundene Briefe, die Bonner Maikäfer(Gottfried Kinkel, Johanna Mathien⸗Kinkel, H. Behn⸗Eschenburg u. g.) von Schloß Poppels⸗ dorf bei Bonn, Kinkels Wohnsitz, aus im Winter an die nach Berlin übergesiedelten Maikäfer, den bekannten Theologen Willi⸗ bald Beyschlag und den berühmten Kulturhistoriker Jakob Burck⸗ hardt, gerichtet haben. Schon diese großen Namen w den auch dem weiteren Kreise der Literaturfreunde Aureiz gebe
N ö den sozusagen erst entdeckten Verein näher zu beachten, der am Rhein einst im Verborgenen blühte.
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