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8 Störche in Oberhessen.
Die Familie Storch genießt in ganz Oberhessen noch ein unbegrenztes Heimat- und Gastrecht. In den weiten Wiesengründen und den reichen Gewässern, die überall das Land durchziehen, findet sie die besten Vorbedingungen für ihre Lebensunterhaltung. Nur im Vogelsberge gehört ein nistendes Storchenpaar zu den größten Seltenheiten. Zwar
hat die jetzt fast überall durchgeführte Feldbereinigung manche fetten Jagdgründe beseitigt, aber immerhin darf Oberhessen dennoch als ein von den Störchen gern auf. gesu⸗ Gebiet angesehen werden. Naturgemäß findet sich der Storch am häufigsten noch im wiesenreichen üd lichen Oberhessen, der Wetterau. Hier nistet Freund Lang⸗ bein fast in jedem Dorfe. Bekannt ist Nieder-Erlenbach mit seinen 5 Storchnestern, dann folgen u. a. Nieder-Mockstadt mit 3, Düdelsheim, Echzell, Reichelsheim, Bruchenbrücken, Berstadt, Trais⸗Münzenberg, Stockheim mit je 2 Nestern.
Mehr als hundert Storchnester zählt man auf kleinem
Raume in der Wetterau. Spärlicher nistet er im nördlichen
Teil. Im Vogelsberg findet man ihn nur in Herbstein und
am Osthange des Gebirges nur in Freiensteinau und dann
in Lauterbach und Schlitz. Wenn mancher Vogelsberger noch keinen Storch gesehen hat, so ist das sicherlich keine Mär. Wo sich dem Storch passende und sichere Nistgelegenheit
bietet, da schlägt er in Oberhessen sein Heim auf. So bietet
gerade Oberhessen eine sesselnde Musterauslese der selt⸗ amsten Storchnester. Gewöhnlich ist's ja das auf hohem First thronende Rad. In Alsfeld hängt das Nest hoch oben am Leonhardsturm. Die Störche von Ober- Be ssingen, Dorheim und vom Haßlar bei Gießen regieren auf Feldbäumen; der Ilbenstädter wählte eine Pappel, der Gettenauer die Dorfkirche, der von Leihgestern horstet auf hohem Baum und der von Nidda kühnlich auf einem Hause am Marktplatz. Kein oberhessischer Storch fürchtet des Menschen Nähe; er weiß, daß er überall wohl⸗ elitten ist, daß ihn die Kinderwelt und die Alten im Früh⸗ Ang bei seiner Ankunft mit Jubel begrüßen. Und wenn die oberhessischen Störche im Herbst sich vor ihrer Abreise bei Echzell und Gambach im Horlofftale versammeln zum großen Fluge, dann begleitet sie ein ehrlich empfundenes„Wieder— sehen!“ R. H.
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Auf dem Felde der Ehre gefallen.
Aus Hessen und den Nachbargebieten.) Gefr. der Res. cand. phil. Willi Mo h r, Res.⸗Inf.⸗Regt. 223, aus Offenbach.— Musk. Karl Armbruster, Inf.⸗Regt. 223, aus Offenbach.— Musk. Joh. Dum bach, 7. Bayr. Inf. Regt. Ers.⸗Res. Heinrich Beck, Res.⸗Inf.⸗Regt. 120, aus Offenbach. Unteroff, Richard Heck, Inf.⸗Regt. 221, aus Offenbach.— Unteroff. Karl Schönmann, Res.⸗Inf.⸗Regt. 118, aus Worms.— Musk. Peter Leonhard, Inf.⸗Regt. 223, aus Worms.— Res. Georg Schwind, Inf.⸗Regt. 118, aus Worms.— Vizefeldwebel Wilh. Schmitt, Inf.⸗Regt. 118, aus Heppenheim a. W.— Ers.⸗Res. Adolf Oppenheimer, Inf.⸗Regt. 224, aus Rohrbach.— Unter⸗ offizier Robert Reuning, Drag.⸗Regt. 23, aus Wallernhausen. Gefr. Otto Neumann, Pionierbat. 21, aus Rudingshain.— Gefr. Otto Schuch aus Friedberg.— Kriegsfreiw, stud. math. Heinz Eck, Inf.⸗Regt. 118, aus Worms.— Musk. Philipp Ger⸗ ne rt, Res.⸗Inf.⸗Regt. 49, aus Worms.— Oberleutn. d. L. Forst⸗ assessor Richard Kern, Res.⸗Inf.⸗Regt. 222, aus Darmstadt.— Gardefüs. Gustav Hinkel gus Bisses.— Ferd. Neukrath aus Wetzlar⸗Niedergirmes.— Grenadier Heinrich Diehl, Königin⸗ Elisabeth⸗Garde⸗Regt. 3, aus Ehringshausen(Dill).— Gefreiter Heinrich Förster, Res.⸗Inf.⸗Regt. 81, aus Blasbach.— Musk. Willi Fetz, Inf.⸗Regt. 223, aus Worms.— Unteroff. Leonhard kob Weinmann, Res.⸗Inf.⸗Regt. 118, aus Worms.— Unter⸗ offizier d. Res. Reinh. Heinrich Gleiser aus Marburg.— Ers.⸗Res. Heinrich Schaefer, Res.⸗Inf.⸗Regt. 83, aus Caldern. Musk. Heinrich Hohmeier, Inf.⸗Regt. 118, aus Hemmen.— Res. Georg Dietrich, Res.⸗Inf.⸗Regt. 222, aus Angenrod.— Res. Karl Greb, Res.⸗Inf.⸗Regt. 87, aus Leusel.— Füs. Ernst ran z, Kaiser⸗Franz⸗Garde⸗Gren.⸗Regt. 2, aus. Steinbrücken.— tn. Lehramtsreferendar Dr. Adolf Traub, Inf.⸗Regt. 118, aus Heppenheim a. W.— Gefr. d. Res. Johs. Bermes, Inf.⸗ Regt. 118, aus Worms⸗Hochheim.— heel. Eduard Biehl aus Mainz.— Unteroff. Karl Schön mann, Inf.⸗Regt. 118, aus Worms.— Gren. Wilhelm Waechter, 4. Garde⸗Regt. z. F., aus Worms.— Musk. Otto Weick, Res.⸗Inf.⸗Regt. 223, aus Worms.— Ers.⸗Res. Philipp Hahl, Ers.⸗Res.⸗Regt. 223, aus Worms ⸗Neuhausen.— Unteroff. Lehrer Heinrich Eckstein, Inf.⸗ Regt. 221, aus Darmstadt.— Kriegsfreiw. Friedrich Weicker, Res.⸗Inf.⸗Regt. 222, aus Malchen.— Unteroff. Stephan Weber, Ref. Inf. Regt. 83, aus Bürgel n.— Kriegsfreiw. Hans Wil⸗ lig, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Offenbach a. M:— Musk. Otto Raden, Inf. ⸗Regt. 116, aus Offenbach a. M.— Landwehrm. Karl Ludwig Theodor Stüber, Brig. ⸗Ersatzbat. 49, aus Offen⸗ bach.— Unteroff. Richard Heck, Inf.⸗Regt. 221, aus Offenbach. — Kanonier cand. chem. Paul Selver, Feldart.-Regt. 111, aus Darmstadt.— Kriegsfreiwilliger Peter Hartmann, Reserve⸗ Janfanterie Regiment 221, aus Darmstadt.— Adam Traut⸗ mann, Res.⸗Inf.⸗Regt. 118, aus Daxmstadt.— Musk. Wilhelm Karl Appel, Inf.⸗Regt. 237, aus Lehnheim.— Offiz. Stellv. Wilhelm Müller, Inf.⸗Regt. 168, aus Merlau.— Musk. Her⸗ mann Scheld, Res.⸗Inf.⸗Regt. 224, aus Queckborn.— Kriegs⸗ freiw. Otto Oßwald, Res.⸗Inf.⸗Regt. 222, aus Wetzlar.— Gefr. Fritz Feuschele, Inf.⸗Regt 224, aus Oberndorf.— Musk. Wilhelm Reitz, Res.⸗Inf.⸗Regt. 80, aus Groß-Rechtenbach.— Ers.⸗Res. Karl Ludwig, Res.⸗Inf.-Regt. 223, aus Dirlammen.
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* Gewitter gab es gestern im Laufe des Tages an allen Ecken, nur in Gießen und in der nächsten Umgebung wollte es immer noch nicht zu einem ausgiebigen Regen kommen. Den ganzen Nachmittag drohten wieder die Wol- ken, kamen aber nicht zur rechten Entladung. Der kurze Regen reichte nicht einmal hin, um den Gartenbesitzern das Gießen zu ersparen. Dagegen wird aus zahlreichen Orten der weiteren Umgegend reichlicher Regen gemeldet. Für heute stehen wieder strichweise Gewitter auf dem Wetter⸗ programm, von denen wir hoffentlich auch hier eines ab— bekommen. f. a 7
** In der Aufschrift au eldppstsendungen an rb Truppenteile wird oft die Abkürzung „b“ für„bayrisch“ angewendet, was zu Unsicherheiten in der Lei⸗ tung der Sendungen Anlaß gibt. Es empfiehlt sich dringend, das Wort„bayrisch“ unverkürzt vor die Truppenbezeichnungen Regi⸗ ment, Division, Armeekorps zu setzen und zutreffendenfalls vor jede der genannten Truppenbezeichnungen, also„bayrisches Ar⸗ meekorps“,„bayrische Division“,„bayrisches Regiment“.
* Die Brotmarken. In den Gießener Wirtschaf⸗ ten wird für di ge eine Maßregel eintreten, die in man⸗ chen deutschen Städten schon längst eingeführt ist: Der Ein- .. wird Brot nur mehr gegen Brotmar⸗ ken erhalten. Den Wirten wird vom Ausschuß für Mehl⸗
und Brotverteilung nur mehr soviel Brot über den Bedarf
ihres eigenen Hausstands zugewiesen, als für den Fremden
verkehr 9 Betracht kommt.— Am Samstag von 8—12 und
26 Uhr erfolgt die Ausgabe der neuen Brotmarken die Zeit vom 14.—27. Juni.
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* Stadtsekretär Mosig dahier wurde unterm 9. ds. Mts. mit Majvrität zum Bürgermeister des Berliner Vorortes Königswusterhausen gewählt und wird demnächst in seinen neuen Wirkungskreis über⸗ siedeln. Herr Mosig war mehr als 15 Jahre bei der hiesigen Stadtverwaltung tätig und ist allseits als tüchtiger Be⸗ amter geschätzt und beliebt. Unsere Stadtverwaltung ver⸗ liert in ihm eine in der jetzigen Zeit wohl schwer zu er⸗ setzende Kraft. Außer in Gießen war Herr Mosig nament- lich in den Kreisen der hessischen Beamtenschaft als eifriger Verfechter moderner Beamtenfragen und als Schriftleiter der hessischen Beamtenzeitung eine belannte und Ach de Persönlichkeit.— Königswusterhausen ist eine idyllisch ge⸗ legene Gartenstadt an der Eisenbahnstrecke Berlin—Görlitz in herrlicher landschaftli Lage am Seengebiet der Dahme. Das rgewicht der dortigen Verwaltung liegt im Hin⸗ blick auf die Nähe Berlins auf Verkehrs⸗, Finanz⸗ und wirt⸗ schaftlichem Gebiet. Für das durch Pensionierung frei ge- wordene Bürgermeisteramt lagen 133 Bewerbungen vor, woraus 8 Herren zur engeren Wahl gestellt waren.
* Konzert. Heute Freitag abend 7½ Uhr findet auf dem Landgraf ⸗Philipp⸗ Platz Konzert für die Soldaten der Zeughauskaserne von der Bataillonsmusik des Ers.Batl. Inf.Regts. 116 statt.
J ießener Freilicht⸗Bühne. Die Aufflihrung des Singspiels:„Das Versprechen hinterm Herd“ und der Posse„Nur immer praktisch“ ist auf Sonntag, den 20. Juni, verschoben worden. Das Nähere erscheint im Laufe der kommenden Woche in der Zeitung.
Ein fürsorglicher Landsturmmann. Vor einigen Tagen hinkte in einer Gefangenen-Abteilung ein Russe hinter seinen Schicksalsgefährten daher. Der beglei— tende Landsturmmann, ein waschechter Oberhesse, fand bald heraus, daß der Russe schlechte Stiefel trug. Er gab dem Gefangenen mit einem freundschaftlichen Rippenstoß den Rat:„Dou, wenn dou in de Barrack kimmst, sahste dem Wachthabende, dou mißt e poar naue Schou huh!“ Es muß mit Recht bezweifelt werden, ob der hinkende Russe dieses„Deutsch“ verstanden hat.
* Das Ausklopfen von Teppichen. Berechtigte
Klagen über erhebliche Belästigungen durch rücksichtsloses Teppich- Hopfen zu jeder Tageszeit, ins re auch in den frühen Morgen⸗ stunden, geben Veraulassung, darauf aufmerksam zu machen, daß das Ausklopfen von Teppichen usw. auf die Werktage von 8 bis 12 Uhr vormittags zu beschränken ist. Sollte dieser Hinweis wider Erwarten keine g finden, so wird die Polizei⸗ behörde Strafmaßnahmen zur Anwendung bringen. Der Straßenbahnunfall auf dem Bahnhofs⸗ vorplatz. Wie man uns zu dem in der gestrigen Nummer be⸗ richteten Unglücksfall mitteilt, soll auch der Führer des Straßen⸗ bahnwagens nicht unschuldig an dem Zusammenstoß gewesen sein. Wir geben diese nen wieder, um beide Auffassungen zu Worte kommen zu lassen. Mit der Klärung der Schuldfrage wird sich das Gericht zu beschäftigen haben.
Landkreis Gießen.
m. Lollar, 10. Juni. Wieder hat der Krieg zwei Opfer in der hiesigen Gemeinde gefordert. Die Musketiere Reservift Karl Riehm J. vom Reserve-Inf.⸗Rgt. Nr. 222 und Heinrich Pfaff im Res.-Inf.-Rgt. Nr. 224 12. Kompagnie, starben den Tod fürs Vaterland. Gestern nachmittag wurde Riehm hier zu Grabe ge- tragen. Ein zahlreiches Trauergesolge, der Veteranen- und Krieger⸗ verein„Ludwig zur Treue“, der Gesangverein„Liedertasel“ und die freiwillige Feuerwehr geleiteten den Verschiedenen zur letzten Ruhestätte. Die Gießener Garnison stellte die Landsturmkapelle, sowie eine Abteilung Landsturmleute, die ihm die letzten mili- tärischen Ehren erwiesen. 0
Kreis Büdingen.
Büdingen, 9. Juni. Für die Kaiser-Wilhelm⸗ Spende deutscher Frauen gingen in hiesigem evang. De- kanate insgesamt 4030 Mk. ein.
d Hainchen, 9. Juni. Gefreiter Henrich im Reserve- e Nr. 221 erhielt die Hessische Tapferkeits⸗ medaille.
§Lißberg, 9. Juni. Der hiesige Kirchenvorsteher und Gemeinderat W. Mann IV. und Ehefrau seierten in voller Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit.
Kreis Lauterbach.
O Aus dem Vogelsberg, 10. Juni. Ueber die ganze hiesige Gegend ist heute morgen gegen 3 Uhr ein starker Gewitterregen niedergegangen— ein Regen, wie ihn der Landmann ersehnte. Neues, frisches Leben ist erwacht, und man schaut mit frohem Auge auf die frischgetränkten Fluren.
Kreis Schotten.
n. Schotten, 10. Juni. An Stelle des Hoherodskopf— sestes, das in Friedenszeiten alljährlich am ersten Sonntage des Monats Juli kauf dem Hoherodskopf abgehalten wird, findet in diesem Jahre am 4. Juli die Ha uptversammlung des Gesamt- vereins vom Vogelsberger Höhenklub in dem Klubhause statt. Allerdings wird diese Versammlung nur den Charakter einer Arbeitstagung der Vertreter der einzelnen Zweigvereine tragen zur Erledigung der notwendigsten Vereinsgeschäste.
Bobenhausen, 10. Juni. Wehrmann Karl M öser bei der 3. Mörserabteilung des Fuß-Art.⸗Regts. Nr. 7, erhielt die Hessische Tapserkeitsmedaille. Die gleiche Auszeichnung erhielt der im gleichen Regiment stehende Landwirt Georg Heil- mann aus König bei Erbach.
Kreis Friedberg.
Butzbach, 10. Juni. Heute mittag entluden sich mehrere schwerere Gewitter über unserer Gemarkung und brachten 77 Fluren den langersehnten ausgiebigen Regen. Der Blitz schlug an mehreren Stellen ein. In einem Hause zerstörte er die elektrische Leitung in der Küche und in einem anderen Hause be⸗ schädigte er den Schornstein.
Starkenburg und Rheinhessen.
m. Momberg, 11. Juni. Im Anwesen des Landwirts Gustav Kaufmann schlug der Blitz ins Wohnhaus, glück⸗ licherweise ohne zu zünden. Jedoch wurden mehrere Balken zersplittert, eine größere Anzahl Ziegel zertrümmert, sämt⸗ liche Bilder, die an der Wand, an welcher der Blitz herab⸗ gefahren, hingen, vollständig zerstört. Außerdem flog die Ofenkapsel von dem im unteren 5 1 Ofen, woselbst sich die Hausinsassen aufhielten, mit voller Wucht in die Wiege, aus welcher noch kurz vorher die Mutter ihr lleines Kind genommen. Infolge des Schreckens stürzten der Großvater und ein Enkel ohnmächtig zu Boden. 5
Hessen⸗Nassau:
m. Kirchhain, 10. Juni. In der gestern abend statt- gefundenen Sitzung der Stadtverordnetenversamm⸗- bung wurde für den zur Fahne einberufenen Stadtverordneten H. Hohl der Stadtverordnete p. Thielemann I als Mitglied in die Verlosungskommission gewählt. Dem Magistratsbeschluß, sämt- lichen hiesigen eingezogenen Wehrpflichtigen, deren Einkommen durch die Einberufung fortgesallen ist, die Gemein desteuer vom Einkommen zu er la ssen, wurde zugestimmt.
b. Vom Main, 10. Juni. Der Main hat destern drei Opfer gefordert. Im Frankfurter alten Floßhasen harg man die Leiche eines 12jährigen Knaben, dessen Persönlichkeit noch nicht sestgestellt werden konnte. Bei Lohr ertrank der 11jährige Sohn des Fuhrmannes Seubert und bei Sand der 27jährige un⸗ verheiratete Korbmacher Thalhäuser.
X. Hanau, 10. Juni. Wir in der heutigen Stadtver⸗ ordnetensitzung mitgeteilt wurde, 125 der in Kassel ver⸗ storbene me rungsrat Professor Karl Alhard von Drach der Stadt Hanau zur Unterstützung von jungen Menschen, die in ihrem Berufe Tüchtiges leisten und sich in ihm besser aus⸗
bilden wollen, 12000 Mark vermacht. Die Unterstützung
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fürchte allgemein einen
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von Angehörigen gelehrter Berufe und von Staatsdienern ist aus⸗ geschlossen. Der Stifter hat bestimmt, daß folche junge Leute be⸗ vorzugt werden sollen, die eine Familienzugehörigkeit mit ihm nach⸗ weisen können.
— Der Seekrieg 1914-1915. Schiffspost⸗ und Feld- 1 postbriese sowie andere Verichte von Mitkämpfern und Augenzeugen. Herausgegeben von Hermann Kirchhoff, Vize⸗Admiral 3. D. Leipzig, Hesse& Becker Verlag. 319 Seilen. Mit zahlreichen Bild- beigaben.— Das aufs beste ausgeflattete Buch gibt eine ganz vor- treffliche Uebersicht über die deutschen Kriegstaten zur See. Die einzelnen Abschnitte sind betitelt: Allgemeines. An Deutschlands Küsten— Der Kleinkrieg zur See in den heimischen Gewässern— Die Hochseeflotte in den heimischen Gewässern— Der Kreuzerkrieg in llebersee— In den Kolonien— An der Küste Belgiens— Der Seekrieg im Süden Europas. Sie werden eingeleitet durch ally gemeinverständliche Erläuterungen des bekannten Marineschrist⸗ stellers Vize-Admirals z. D. Hermann Kirchhoff. Dann solgen je⸗ weils Schissspost- und Feldpostbriese, die in ihrer lebendigen An⸗ 3 von keiner späteren Darstellung übertrossen werden önnen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienst, Giezen.
Unter dem Einfluß der gestern über Skandinavien und Mittel- europa lagernden Tie rucksurche gingen vielerorts Gewitter nieder. Diese Depression hat su weiter nordostwärts verlagert, während von Westen her hoher ruck nachfolgt, so daß wir zwar heute noch Gewitter, morgen jedoch wieder mit noch wolkigem, aber trockenem Wetter zu rechnen haben. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 12. Juni 1915: Wolkig bis heiter, trocken, warm, nordwestliche Winde, heute: Gewitterneigung.
Letzte Nachrichten. Zwei englische Torpedoboote und
ein Schoner versenkt.
.(WTB) London. 11. Juni.(Nichtamtlich.) Die Ad⸗ miralität teilt mit, daß am 10. Juni frühmorgens die beiden Torpedoboote 10 und 12, welche an der Ostküste Englands operierten, durch ein Unterseeboot inden Grund gebohrt worden sind. Dreißig Mann von der Be⸗ satzung wurden gerettet und an Land gebracht. 5
(WTB.) Liverpool, 11. Juni.(Nichtamtlich.) Mel⸗ dung des Reuterschen Bureaus: Der britische Schoner „Expreß“ ist gestern durch ein deutsches Untersee⸗ boot inden Grund gebohrt worden. Drei Mann der Besatzung. sind durch einen dänischen Schoner nach Plymouth gebracht worden.
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Der Zustand der russischen Armee.
i. Köln, 11. Juni. Die„Köln. Ztg.“ berichtet aus dem Kriegspressequartier: Unter den Gefangenen, die von Przemysl abgeführt wurden, befanden sich viele gan J unge veute, die mitten aus der Ausbildung an die Front
ekommen waren und eine halbe Stunde im Schützengraben 5 1 egen hatten. Der Sturm auf Przemysl war ihre Feuertaufe. An⸗ dere Truppen waren drei Tage vorher aus dem Kaukasus ge⸗ kommen. Sie waren an den Stellungskampf ohne allzu viel Ar⸗ tilleriefeuer gewöhnt. Ihre Nerven waren vollständig zusammen⸗ ebrochen. Unter den gefangenen Offizieren sprach sich ein Stabsbberst sehr offen über die russischen Nie⸗ derlagen aus. Die tiefste Ursache sei die dem Großfürsten von allen Seiten abgeratene Karpathenschlacht. Dann sei die japanische Munition zu spät eingetroffen. Die ruffische Offensivkraft in Galizien hielt der Oberst bis zum Her b ste für lahmgelegt. Dann aber wären neue Heere bereit. Was am meisten end u in Rußland verbreite, seien die vollß ständig unbekannten Pläne Hindenburgs. Man be⸗
„Raid“ des Marschalls in das Herz
Rußlands. Lemberg sei wirklich geräumt worden. 5
Verstimmung in Frankreich.
Zürich, 11. Juni. Die Pariser Presse ist sehr ver⸗ 3 stimmt über die widersprechende Haltung der Balkanstagaten. Der„Temps“ freilich hofft noch, das Beispiel Italiens verbiete Rumänien, sich ohne Bedenken an die Seite der N Zentralmächte zu stellen. Das„Echo de Paris“ hat aber den Eindruck, daß Bratianu nicht geneigt sei, dem Vierver⸗ bande entgegenzukommen. Das Blatt schreibt, Rumänien dürfe keineswegs hoffen, ohne Krieg vom Vierverband„be⸗ dacht“ zu werden. Der Sonderberichterstatter des„ 8 de Paris“ in Sofia übersandte einen pessimistischen i 3 Er schreibt, Bulgarien habe keine Lust zum Kriege und denke nur an den Gewinn, den ein Zusammengehen mit Oesterreich-Ungarn und Deutschland ihm einbringe.
Die Versprechungen des Dreiverbandes.
Wien, 11. Juni. Wie das„Neue 8⸗Uhr⸗Blatt“ aus Sofia meldet, haben die—— des Dreiverbandes an Bul ga⸗ rien in Athen peinliche Ueberraschung hervorgerufen. Die Ver⸗ treter der griechischen Regierung haben in Rom, Paris und London und in Petersburg Protest dagegen erhoben, daß Bulgarien auf Kosten Griechenlands und Serbiens Gebietszusicherungen gemacht worden seien, für den Fall, daß Bulgarien seine Neutralität aufgebe. 1 Aus Bulgarien. 1
Sofia, 11. Juni. Der König besuchte gestern den M⸗ nisterpräsidenten Radoslawow in seiner Wohnung, wo er 5 eine Stunde verweilte. Man erblickt in diesem ig den Eindruck unveränderten vollsten Einverständnisses mit der Politik Wien, 11. Juni. Der Berichterstatter der„Reichspost“
des Ministerpräsidenten.
meldet aus Sofia: Die Nachricht von der Einnahme von Prze⸗ mysl hat in allen Kreisen Sofias ungeheuren Ein⸗ druck gemacht. Die militärischen Kreise sprechen mit größter Be⸗ wunderung von den Leistungen der verbündeten Heere. Ein bulgarischer Offizier erklärte dem Korrespondenten der„Rei
post wörtlich: Ich kann den Augenblick kaum erwarten, daß unsere tapfere Armre an der Seite österreichischen und deutschen Helden gegen unsere Feinde ins Feld ziehen wird..
Rumänien fordert Bessarabien?
Budapest. 11 Juni.„A Nap“ meldet aus Athen: Grie⸗ chische Blätter veröffentlichen eine Erklärung des briti⸗ schen Gesandten in Athen, wonach Rumänien vom Vier⸗ verband Bessarabien fordert mit dem Hinweis darauf, daß die al⸗ leinige Besitzung der Donaumündung Rumänien zukomme. Die
iechischen Blätter bemerken zu dieser Erklärung, daß sich Rumä⸗ nien also wahrscheinlich, was ihm am zweckmäßigsten erscheinen würde, an die Zentralmächte halten werde.
Die„Lusitania“ vor Gericht. i. Köln, 11. Juni. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der schwei⸗
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zerischen Grenze: Die Pariser Blätter berichten aus London: Die Amtliche Untersuchung des Unterganges der„Lusitansa“ wird am nächsten Dienstag vor dem Seegericht beginnen. ————— die alte Freundin und Sie ist wieder da e rde 1 Hause tüchtig beim Hausputz, beim großen Reinmachen: Lubns Sesse


