Ausgabe 
(9.6.1915) 133. Erstes Blatt
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Tage ender Dru 0

4 da die hiesigen Wasserwerke gut ausgebaut und in der Lage

Städtische Freibäder an der Lahn. Das am 2. Mai eröffnete Männerbad wurde im 1 8

Monat von 1889 Badenden(gegen 706 im Mai Vor⸗ jahres besucht. Das erst am 7. Mai eröffnete Frauenbad

hatte im Mai den Besuch von 947 Badegästen(gegen 341.

im Mai v. J.). Die Freibäder sind wie folgt geöffnet: Für Männer an Wochentagen vormittags und nachmittags, Sonntags nur vormittags; das a an Wochentagen nachmittags, Sonntags nur vormittags.

Schnelle Obstreife. Unter dem Einfluß der an⸗ haltenden Hitze reift das Frühobst ungewöhnlich rasch heran, so daß es augenblicklich kaum Hände genug gibt, den reichen Segen zu bergen. Infolgedessen hat die Zufuhr von Erdbeer en und Kirschen zu den Märkten einen außerordentliche Umfang an⸗ genommen, der sich von Tag zu Tag noch steigert. Eine Folge dieses

Riesenangebotes ist der rasche Preis rück gang für alle Obst⸗

sorten. Während die Erdbeeren vor einer Woche noch 1,20 Mk. mindestens das Pfund kosteten, ersteht man heute schon die gleiche Ware für 50 Pfg. Auch die Kir schen sind bereits recht preis⸗ wert, dürften jedoch noch weiter sinken. Im übrigen zeichnet sich das diesjährige Frühobst durch vorzügliche Beschaffenheit und reichen Zuckergehalt aus. 1 Futtermittel. Die Landwirtschaftskammer schreibt uns: Die wichtigste Zeit für den Landwirt ist der Sommer und der Herbst. Hier gilt es, für den langen Winter 85 sorgen, Vorräte einzusammeln für die Erhaltung und ermehrung des Viehstandes. 1 N hat gerade im gegen wärtigen Kriegsjahr eine besondere Bedeutung wegen der Fleischversorgung der Bevölkerung. Ein vorsichtiger Land⸗ wirt macht bei Beginn der neuen Ernte seine Scheunen nicht leer. Er behält vielmehr einen Vorrat für die spätere eit, da er nicht weiß, was die Witterungsverhältnisse ringen. Deshalb sollten unsere Landwirte ihre alten Heu⸗ und Strohvorräte sorgsam hüten und nicht abstoßen. Das Heu ist eines der wichtigsten Futtermittel im landwirtschaftlichen Betrieb in der Zukunft. Pferdeversteigerung. Am Samstag, vormittags 10 Uhr, findet im Hose des Jagdschlosses eine Versteigerung von 40 aus Belgien eingeführten 2= bis jährigen Pferden, darunter 22 Stuten, statt. An der Ver- steigerung können nur hessische Landwirte teilnehmen, welche eine Bescheinigung ihrer Bürgermeisterei beibringen, daß ihnen bei der Mobilmachung Pferde genommen worden sind. Die Versteigerung erfolgt gegen Barzahlung ohne jede R ück vergütung. Oeffentliche Bücherhalle. Im Mai wurden 2240 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1200, Zeitschristen 194, Jugendschriften 258, Gedichte und Dramen 46, Literaturgeschichte 30, Länder- und Völkerkunde 48, Kulturgeschichte 33, Geschichte und Biographien 127, Kunstgeschichte 11, Naturwissenschaft und Technologie 112, Heer⸗ und Seewesen 30, Haus- und Landwirtschaft 24, Gesundheitslehre 26, Religion und Philosophie 30, Staatswissenschast 18, Sprachwissenschast 7, Fremd- sprachliches 46 Bände. Nach auswärts kamen 65 Bände.

** Wettschreiben, Wie war gestern bereits kurz mit⸗

den 12. Juni, Kranichstein

1 teilten, fand imMetropol ein vom Bezirk Gießen Gabelsberger⸗

Stenographen abgehaltenes Wettsch a nachstehend die Namen der Gießener P

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desG. Anz., betr. Ortssammlung für das Rote Kreuz, ist

reiben statt. Wir geben 6 0 reisträger wieder: 90 Silben. 1. Preis: Paula Bastian, Gießener Gesellschaft; Heinrich Schmidt, Gieß. Ges.; Frieda Keil, Gieß. Ges.; Karl Strack, Gieß. Ges.: Wilhelm Hahn, Gieß. Verein; Karl Sann, Gieß. Ges.; Johanna Karstedt, Gieß. Ges.; Frieda Dechert, Gieß. Damenverein; Friedr. Bickhardt, Gieß. Ges.; Emma Gans, Gieß. Damenv.; Karl Port, Gieß. Ges.; Käthe Schneider, Gieß. Gese; 0 Simon, Gieß. Ges.; Marie Wellhofer, Gieß. Damen.; Ludwig Günther, Gieß. Ges. 2. Preis: Ernst Pfeiffer, Gieß. V.; Lina Witkowsky, Gieß. Damenv.; Anna Kirchgeßner, Gieß. Ges.; 80 Silben. 2. Preis: Paula Bonarius, Gießener Gesellsch.; Lilli Hermann, Gieß. Gesellsch. 3. Preis: Willi Rein⸗ hardt, Gieß. Ges. 100 Silben. 1. Preis: Valentin Grode, Gieß. Gymnasium; Aenne Melior, Gieß. Damenv.; Elfriede Winzer, Gieß. Damenv.! Emmy Frees, Gieß. Damenv. 2. Preis: Else Schmidt, Gieß. Damenv.: Heinrich Männche, Gieß. Gef. 3. Preis:

Anna Schmidt, Gieß Ges.; Fritz Weiß, Gieß. Ges. 120 Sil

ben. 1. Preis: Adolf Stoeriko, Gieß. V.; Anni Rhein, Gieß. Ges. 2. Preis: August Kling, Gieß. Ges.!; Eduard Rademacher, S1 B. 3. Preis: August Siebert, Gieß. Gef.; Wilhelm Plank, . V. 140 Sil pen: 1. Preis: Georg Koch, Gieß. V.; Ottilie Karn, Gieß. Ges.; Tilly Schmidt, Gieß. Damenv. 2. Preis! Wilhelm Marker, Gieß, Ges. 160, Silben. 1. Preis: Lina Brasch, Gieß. Gef 200. Silben. IL Preis: Fritz Dörr, Gieß. Gymnasium; Lina Karnhach, Gieß. Ges. 240 Silben. 76. Sei vrt ieh Get 8 1 5 e nahmen 10⁵ onen teil, wovon mit Preisen ausgezei werden konnten. Es wurde geschrieben in den Abteilungen 60240 Silben. Aus dem Militärwochenblatt. Zu Lts. der Res. befördert: die Offizieraspiranten des Beurlaubtenstan⸗ des: Schnellbächer(Darmstadt), Inf. Regt. Nr. 115, Hartmann, Sauer(Gießen), Stutz(Berlin), e Regt Nr. 116. Als Veterinäroffiziere für die Dauer des mob. Verhältnisses angestellt: als Stabsveterinäre die Tierärzte Arnold(Gießen) bei Ers.⸗Pferdedepot Buk, Prof. Dr. Gmeiner(Gießen) bei der Komdtr. des Tr. ⸗lleb.⸗Pl. Warthelager; als Veterinär der 1 Körner(Gießen) bei der Ers Abt. Feldart⸗Regts. Nr. 19; zum Oberveterinär der Veterinär Lang(Gießen) beim Ref Fußart.⸗Regt.

Nr. 20. g 45 Landkreis Gießen.

Heuchelheim, 9. Juni. Zu dem Bericht in Nr. 132

nach-

ziutragen, daß auch gegen 900 Eier zusammengebracht*

OClimbach, 7. Juni. Auch hier ist es jetzt gelungen,

eine Jugend wehr unter der schulentlassenen Jugend zu gründen.

Die Führung haben die Herren Lehrer Roth, Conrad und Jorstwart Leyerer übernommen.

6 Kreis Büdingen. O Nidda, 8. Juni. Heute nachmittag fiel das achtjährige Töchterchen des Kreisgeometers Böck oberhalb des Schulsteges in die Nidda. Rasch geriet das Kind in die Strömung und trieb einer sehr tiesen Stelle zu. Schreinermeister August Brock von hier kam zufällig des Weges und sprang dem Kinde nach. Es gelang ihm, das Mädchen zu retten.

Kreis Friedberg.

h. Friedberg, 8. Juni. Das Kreisamt hat das Kartoffel- usfuhrverbot aus dem Kreise Friedberg aufgeho ben, achdem die Bestandsaufnahme das Vorhandensein ausreichender Vorräte ergeben hat..

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. 5 4 .

Starkenburg und Rheinhessen.

m Ofsenbach a. M., 7. Juni. Einem Herzschlage er- legen ist am Montag der Stadtverordnete Ludwig Höhle von Offenbach im Alter von 65 Jahren. Der Verstorbene hat der Stadtverordneten-Versammlung bereits früher einmal und zuletzt seit 1907 als Vertreter der Zentrumspartei angehört und erfreute sich allseitiger Hochachtung. Der 18jährige Porteseuiller Peter Kämmerer von Heusenstamm hatte sich am 31. Mai aus der elterlichen Wohnung entsernt, um seine Arbeitsstelle in Offenbach auszusuchen. Er ist seit dieser Zeit verschwunden geblieben, bis am vorigen Freitag seine Leiche aus dem Main bei Klein⸗Welzheim geländet wurde..

m. Offenbach a. M., 8. Juni. Gleich nach Ausbruch des Krieges hatten sich die beiden jetzt 16 und 18 Jahre alten Söhne der Offenbacher Familie Christian Willy, Karlstr. 41, als Kriegs freiwillige ins Heer einstellen lassen. Während der 18 Jahre alte Bruder, der durch einen Kopsschuß verwundet worden war, sich auf dem Wege der Heilung befindet, ist der 16jährige Dans, der ebenso wie sein Bruder mit dem Eisernen Kreuze ausgezeichnet war, als Gefreiter eines Reserve-Jnfanterie- Regiments in den Karpathenkämpsen schwer verwundet worden und am 26. Mai in einem Feldlazarett gestorben.

ch. Bingen, 7. Juni. Aus der Nahe wurde hier heute eme Flaschenpost gefischt. In der Wenmflasche besand sich ein Zettel mit folgender Juschrist:Diese an der Quelle bezogene Flasche tranken Offiziere der schwersten Artillerie auf einer Bahn fahrt durchs Nahetal. Es war die erste Fahrt im Vaterland, in der Heimat, durch deutsche Wälder und Berge, begrüßt von deutschen Frauen und Mädchen, nach zebnmonatiger Abwesenheit an der Front, wo wir dem Tod ins Auge schauten. Was da im Herzen empfunden wird, läßt sich nicht mit Worten sagen! Ein Dreivierteljahr liegt auf einmal wie ein Traum hinter den Menschen. Wo es nun auch hingeht; Deutschland, Deutschland über alles! Es lebe der Kaiser! Von der schweren Artillerie: B. H. R. Sch. B. B. C. ö

eb. Bingen, 8. Juni. Ein ergötzliches Stückchen trug sich bei der heutigen Verhandlung des hiesigen Amtsgerichtes zu. Von den geladenen Zeugen waren zwei, wie dieses bei der herrschenden Hitze wohl verständlich erscheinen mag, in den weißen Hemden mit dem sogenanntenSchillerkragen erschienen. Als sie das strenge Auge des Herrn Amtsrichters erspähte, erhielten beide eine Belehrung über die richtige Tracht vor Gericht. Nur die Erklärung, daß sie sast stets diese Kragen trügen, stimmte den

Amtsrichter milder. 4 Kreis Wetzlar.

Odenhausen, 9. Juni. Wieder hat der Krieg zwei Opfer von uns gefordert, H. Hirschhäuser und H. Kremer. Korber, 2. Turnwart des Lahn⸗Dünsberg⸗Turnerbun⸗ des, welcher vor einiger Zeit das Eiserne Kreuz erhielt, wurde zum Kompagnie- Feldwebel befördert.

Hessen⸗Nassau.

[[ Marburg, 8. Juni. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten wurde beschlossen, etwa 15 Gemeinden des sog. Ebs dorfer Grundes an die Marburger Ueber- landzentrale anzuschließen. Die etwa auf 350 000 Mark zu veranschlagenden Kosten der Starkstromleitung und der Ortsnetze sollen durch ein Darlehen beschafft werden. Wie mitgeteilt wurde, dürste die Arbeit bis zum Herbst beendet sein. b

m Ziegenhain, 8. Juni. Auf wunderbare Weise durch die am Arme getragene Taschenuhr gerettet wurde der Reservist Louis Möller. Am Abend des 20. Mai wurde er von einem Granatsplitter am linken Arme getroffen. Zum Glück traf das Geschoß die daran besestigte Taschenuhr, welche vollständig zer- splitterte, prallte ab und verursachte am linken Oberschenkel eine nicht bedeutende Fleischwunde. Da Möller die zerschmetterte Uhr durch einen Bekannten in einer Pappschachtel seiner Mutter schicken ließ, ohne etwas dabei 1 schreiben, so war diese in dem Glauben, der Sohn sei gefallen. Auf ihre Anfrage bei seinem Feldwebel er- hielt sie Aufklärung.

h Bad Homburg v. d. H., 7. Juni. Gestern nachmittag statteten Prinz Oskar von Preußen und der Prinz von Thurn und Taxis dem Nachmittagskonzert im Kurgarten einen längeren Besuch ab, wobei sie sich mit den zahlreich anwesenden verwundeten Kriegern in der anregendsten Weise unterhielten. Später besuchten die Prinzen die Saalburg und trasen dann im Schlosse mit dem Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen zusammen.

Die Marktpreise für Vieh und Frucht

umd die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise am 7. Juni 1915.

Schlachtviehpreise im Frankfurt a. M.

Fleischpreise in Gießen

Ochsen 50 Ka. Schlachtgewicht

Kg. 120128 120140 Mt. d*

Kälber% Kg. Schlachtgw. 120.14%/ 108112, Schweine/ I-58 166000

Getreidepreise in Mann he im

Weizen 100 Kg. 29.10 Mk. Roggen 100 Kg. 25.10 Mk.

Brotpreise in Gießen:

Weißbrot 2 Kg. Pfg. Schwarzbrot 2 Kg. 75 Vg ·

Märkte.

je. Frankfurt a. M. Schweinemarkt bericht vom 9. Juni. Aufgetrieben waren 686 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht 125.00 130.00 Mk., Schlachtgewicht 154.00 158.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 Me ebendgewicht 120.00.125.00 Mt, Schlachtgewicht 144.00150,00 Mt. vollfleischige Schweine von 180120 kg Lebendgewicht 125.00 130.00 Pk., Schlachtgewicht 154.00 158 Pk.: vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 125.00130.00 Mk., Schlachtgewicht 154.00158.00 Mk. Geschäft ziemlich rege.

* Acirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinde.

Gottesdienst. Donnerstag, den 10. Juni: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Müllersche Badeanstalt.

Wasserwärme der Lahn am 9. Juni 21 R.

...... Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

s 3 5 Juni Z. S S 25 8 3325 S 8 SS SS SSS weites 8 8 2 88 115[88 FIS S Z ES 5 S 82 8 2% 746,2 31,7 11,6] 38[SSW 2 1 Sonnenschein 8. 9 746,7] 24,0 14.5 65 f SW 2 0 Klarerbimmel 9.0 7% 445,5 20,8 12,6 69 WSW 2 0 Sonnenschein

öchste Temperatur am 7. bis 8. Juni 1915 92,1 0. Kadi 8 1915 18,8

* 8.* 0,0 Weberlcblen 0 ef-,] 2

Amtlicher Wetterbericht. Deffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 10. Junt 1915: Geringe Bewölkung, trocken, kühler, südwestliche Winde, Gewitter.

1 Letzte Nachrichten.

Rücktritt Bryans.

WTB. Washington, 9. Juni.(Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Staatssekretän Bryan hat demissioniert.

Der Grund zur Räumung Przemysls durch die Russen.

K. u. K. Kriegspressequartier, 8. Juni. Ueber die Gründe für die Aufgabe Przemysls läßt sich folgendes feststellen: Nach der Einnahme von Jaroslau und Radymno erhielt der Festungskommandant vom Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch den strikten Befehl, unter allen Umständen auf seinem Platze zu ver⸗ harren. Gleichzeitig gelangten 40000 Mann russische Verstär⸗ kungen zu diesen Truppen. Aber sie schienen durchaus nicht ge⸗ willt, sich als Kanonenfutter benützen zu lassen. Unter den russi⸗ schen Soldaten brach eine Verwirrung aus und eine Stimmung machte sich bei ihnen geltend, die von Meuterei nicht allzu weil entfernt war. Und dabei handelte es sich um russische Kern⸗ truppen. Nachdem die Nordfront durchbrochen war, Przemysl nicht mehr zu halten schien, entschlossen sich die Russen zur Preisgabe und begannen am Mittwoch, den 2. Juni, am späten Abend, mit dem Abmarsch. Die Verluste der Russen sind sehr groß gewesen. Ihre verlassenen Stellungen waren voll von Toten, die sie nicht einmal zu bergen vermocht hatten und die später von russischen Gefangenen beerdigt wurden. Gewaltig waren die Wirkungen der schweren Belagerungsgeschütze gewesen. Riesige Panzerstücke der Forts wurden stellenweise 300 Meter weit fortgeschleudert.

Die Ueberlegenheit der deutschen Geschütze. 8

Zürich, 9. Juni. Der Marinemitarbeiter der Pariser Information, ein Admiral, erklärt in einem Artikel, daß die französischen Marinegeschütze der Festung Verdun den neuen weittragenden deutschen Geschützen, die Verdun jetzt beschossen hätten, nicht gewachsen seien. Die deutsche Industrie habe sich mit Erfolg an die größten Aufgaben herangemacht. Frankreich müsse ein gleiches tun, noch sei es nicht zu spät. 1 Ein Streit um Italiens Kriegsziele. 5

Lugano, 8. Juni. Zwischen den bisher einigen Kriegs⸗ parteien in Italien mehren sich die Meinungsgegensätze. Es entsteht bereits ein Streit zwischen den eroberungshungrigen Nationalisten und der weltbeglückenden Demokratie. ImSecolo entspinnt sich eine bemerkenswerte Auseinandersetzung zwischen zwei Abgeordneten, dem sizilianischen Revisivnisten Defelice und dem bekannten Volkswirt, dem Republikaner Colajanni. Defelice wünscht die Beschränkung des Krieges auf die terre irredenti(die unerlösten Gebiete), ohne ein Eingreifen in den Weltkrieg zu⸗ gunsten des Dreiverbandes und ohne unmittelbare Bekämpfung Deutschlands. Colavanni verwirft dieses Programm heftig. Ohne Schwächung Deutschlands und Vernichtung Oesterreichs sei Italien nie als Besitzer der erlösten Provinzen sicher. Außerdem müßte Belgien befreit werden.

Keine italienische Verstärkung für die französische Front.

Genf, 8. Juni. Die MailänderSera dementiert mit Zensurgenehmigung die Auslandsmeldungen von einer Verstärkung der französischen Front durch italienische Trup⸗ pen. Dazu sei der Zeitpunkt noch nicht gekommen.

Italien kämpfe zwar in moralischem Konnex mit Frankreich,

aber in erster Linie für die eigenen italienischen Interessen.

Rotterdam, 9. N darauf hin, daß der Stellvertretende Minister des Aeußern Lord Crewe über das Eingreifen Italiens in den Weltkrieg sich auf⸗ fallend zurückhaltendausgesprochen hat. Er tat dies in einer Rede im Oberhause und sagte folgendes: Bündnisse, wie

das mit Italien, die auf rein politischen Interessen beruhen und

nicht auf Volksempfindungen oder auf dem derselben Ideale, zählen nicht zu jenen, die wärtige, zu überleben vermögen.

Italienische Ueberläufer.

Streben der Erringung Krisen, wie die gegen⸗

Innsbruck, 9. Juni. Aus Meran wird gemeldet: Heute haben sich bereits nahezu 300 italienische

Ueberläufer(Soldaten) auf 6 ichischem Gebiet ein⸗ gefunden.

Die Eröffnung der Weltausstellung in San Francisco.

San Francisco, 9. Juni. Die Eröffnung der Welt⸗ 1

ausstellung hat gestern unter großen Feierlichkeiten statt⸗ efunden. Eine Reihe führender Persönlichkeiten auf dem Ge⸗ iete des Handels und der Industrie aus dem ganzen Lande wohnten dem Festakt bei. Viele Staatsmänner aus New Hork

wie aus allen Teilen der Vereinigten Staaten waren in

Extrazügen herbeigeeilt.

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Juni. Verschiedene englische Blätter weisen

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