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äge und Vorräte von Lebensmitteln für igen Zweigverein vom Roten Kreuz, der
a Rodheim, 6. Juni. Die diesjährige Bezirks ver⸗ sammlung des irkskriegervereins Hungen fand am Sonn⸗ tag nachmittag zu Rodheim bei dem Kameraden Gastwirt Roth statt. Fast sämtliche Vereine des Bezirks außer Langd, Berstadt und Utphe hatten Vertreter entsandt. Nachdem der Bezirksvor⸗ sitzende, Lehrer Metz, Hungen, durch eine auf die Kriegslage bezugnehmende Ansprache die Versammlung eröffnet und der Vor⸗ sitzende des enn Kriegervereins die Vertreter begrüßt hatte, schritt man zur Beratung der Tagesordnung. Besonders wurde empfehlend hingewiesen auf das Sammelwerk des Hassiaverbandes und auf die so notwendige Verbreitung des„Hess. Kameraden“ bei den Mitgliedern der Vereine. Nach Erledigung der Tages⸗ ordmung und der Wahl eines Vertreters für die diesjährige Tagung des Hassiaverbands zu Worms schloß der Vorsitzende die Ver⸗
sammlung. f Kreis Lauterbach.
* Ilbeshausen, 7. Juni. Vor dem Feinde sand den Heldentod fürs Vaterland der Musketier Jo st im Infanterie-Regi⸗ ment 225, 5. Kompagnie, im Alter von 25 Jahren. Er ist das neunte Opfer, das der Krieg aus unserer Gemeinde gefordert hat.
Bermutsllain, 6. Juni. Ein bedauerlicker Unfall Fedder sich vorgestern auf der Landstraße Hartmannshain Grebenhain, unweit der Eisenbahnbrücke, östlich der Holzverlade⸗
„ stelle Oberwald. Ten beiden Töchtern des Bürgermeisters J ost bier gingen auf der Heimfahrt an genannter Stelle die Hühe durch. Die jüngste 19jährige Tochter sprang in der Absicht, die Kühe zum Halten zu bringen, vom Wagen, kam jedoch so unglück⸗ lich zu Fall, daß ihr der Wagen über die Brust ging und sie schwer verletzt nach Hause gebracht werden mußte.
Kreis Schotten.
Schotten, 5. Juni. Der Offizierstellvertreter Heinrich Lippert, dem früher schon das Eiserne Kreuz zuerkannt wurde, erhielt die hessische Tapferkeitsmedaille. Dieselbe Aus⸗
N. erhielt der Kanonier Georg Schwalb im Feld⸗Art.⸗
Regt. Nr. 56. Gleichzeitig wurde er zum Unteroffizier und Ge⸗
(übfagre befördert.
91 Ober⸗-Seemen, 5. Juni. Der Vorstand der hiesigen
Spar⸗ und Darlehnskasse hat an den Ortsausschu
vom„Roten Kreuz“ die Summe von insgesamt 410 Mar
aus Uueberschüssen des letzten Jahres überwiesen. Auch an die
Ausschüsse der beiden Nachbargemeinden Mittel- und Nieder⸗ Seemen wurden schöne Beiträge abgeführt. An 100 Kriegsteil⸗ nehmer wurden Weihnachtspakete im Werte von je 6 Mark ver⸗ sandt, ebenso wurde ein Wurstquantum von ca. 4 Zentner einst⸗
weilen für spätere Versendung angekauft. An den Landesverein vom Roten Kreuz wurden bis jetzt 750 Mk. abgesandt. 8 Kreis Friedberg. Butzbach, 8. Juni. In der letzten Gemeinderats⸗ sitzung wurde die Feststellung des Vexteilungsmaßstabes für die Gemeindesteuer in 1915 beraten. Zu erheben sind insgesamt rund 115 000 Mk. Durch sparsame Aufstellung des Voranschlages für 1915 und wegen des 1 7 daß für Zersen und Tilgung älterer Kriegsschulden 4100 Mk. weniger zur Erhebung kommen und der guten Geschäftskonjunktur einzelner Gewerbe, ermäßigt sich der Ausschlagsloessizient gegen das Vorjahr um 6,77 Pfg. auf 1 Mk. staatl. 1 77 und 1,1 3 auf 100 Mk. Ver⸗ mögen. Es kommen sonach im ganzen auf 1 Mk. staatl. Ein⸗ kommensteuer 117,675 Proz.(gegen 124,845 Proz.) und 18,845 jg,(gegen 19,988 Pfg.) auf 10) Mk. Vermögen zur Erhebung. llzen sich erhebliche Mehrausgaben, als vorgeseben, ergeben, und ü weitere unumgängliche Ausgaben nötig sein, so würde ie Gemeindesteuer in 1916 naturgemäß wieder steigen.— Nach dem Voranschlag für die Real schule für 1915 leistet die* einen Zuschuß von 8544 Mk, also etwas weniger als bisher. Voranschlag wurde einstimmig gut geheißen.— Der Vertrag mit der Zellenstrafanstalt über Abgabe von elektr. Strom fand ein⸗ E e f n und der von andwirtschaftskammer zugestandene Beitrag angefordert werden. N
1 ee und Rheinhessen. rovinziallandtag von Starkenburg. O Darmstadt, 6. Juni. Der ae für die Provinz Starkenburg trat gestern nachmittag zu seiner Jah⸗ resversammlung zusammen. Der Vorsitzende, vinzialdirektor Geh. Rat Fay, begrüßte die Erschienenen und gedachte dabei besonders der im Felde stehenden Mitglieder. Er wies dann auf die Heldentaten der deutschen Truppen und auf die Aufgabe der Daheimgebliebenen hin, unser ganzes Wirtschaftsleben aufrecht u erhalten und unter Mitwirkung der Frauen die Fürsorge und Wohlfahrtspflege durchzuführen. a Die finanzielle Lage der Provinz sei günstig, es sei im Jahre 1913 ein sehr erheblicher Ueberschuß erzielt worden. Die Unterhaltungslosten der Kreisstraßen erforderten bei einer Länge von 1753 Kilometer 959 282 Mark, 96 646 Mark weniger als im Vorjahre. Die Provinzialpflegeanstalt erforderte infolge Verteuerung der Lebensmittel einen um 16000 Mark höheren Zuschuß, im ganzen 917700 Mark. Die Provinziglumlagen 7 zu⸗
mit 520000 Mark dieselben geblieben, wie im Vorjahr. Bergstraßenbahnprojekt haben jetzt alle Gemeinden gestimmt, und es kann, sobald der Krieg beendet ist, diese Anlage . Ausführung kommen. In der Provinzialpflegeanstalt ist Reservelazarett für Verwundete eingerichtet worden und es soll jetzt auch für solche Kriegsbeschädigte, welche dauernd nur ganz gering erwerbsfähig oder dauernd krank oder gelähmt sind, n besonderes Heim in der Anstalt errichtet werden, in welcher auch nicht der Provinz Angehörige Aufnahme finden en. Der vaterländischen Sache der Jugendwehren sollen aus e e e e e
1 er im Felde e aus ro⸗
und die Versammlung ehrte das Andenken der Gefallenen
Kreises vielfach unter dem
Als Provinzialbaubeamter ist Baurat Prof. Knapp an die Stelle des nach Mainz berufenen Baurats Balz getreten. Das Andenken an den verstorbenen Bürgermeister Metzger⸗Langen wird durch Erheben von den Sitzen geehrt.
Der Vorsitzende erläuterte danach den Verwaltungs. bericht und den der Provinzialpflegeanstalt für 1913. Die Gesamteinnahmen des ersteren betragen 978619 Mk.(im Vorjahr 823 462 Mk.), die Ausgaben 657340 Mk., so daß ein Rest von 321279 Mk. verbleibt bei einem Reinüberschuß von 147 263 Mk. Ersparnisse wurden besonders beim Bau und der Unterhaltung von Straßen gemacht, da bei der Verteuerung der Arbeiten durch den Krieg nur das unbedingt Notwendige aus⸗ Faust wurde. Das Vermögen der Provinz beträgt 1089 072
ark, die Schulden stellen sich auf 1 442 259 Mk. Die Rechnung der Provinzialpflegeanstalt schließt mit 217495 Mk. Einnahme und 181 841 Mk. Ausgabe ab. Gegen diese Rechnungen wurden Einwendungen nicht erhoben, Sie sind vom Ausschußmitglied Dr. Bernbeck für richtig befunden worden und werden noch der Oberrechnungskammer vorgelegt.
Es folgte die Feststellung der Voranschläge für 1915. Der der Provinzialkasse bilanziert in Einnahme und Ausgabe mit 703 097 Mk., der der Pflegeanstalt mit 238 814 Mk. Da die Pro⸗ vinzen Rheinhessen und Oberhessen die bisher aus ihren je 20000 Mark betragenden Staatszuschüssen für die Pflegeanstalt bewillig⸗ ten je 5000 Mark für das neue Jahr nicht zahlen wollen, wurde auf Antrag des Bürgermeisters Nuß Gernsheim nach einigen Ausführungen des Abg. Dr. Osann und des Beig. Porth⸗
d Offenbach beschlossen, bei der Regierung um Bewilligung dieser
10 000 Mk. vorstellig zu werden. Auf eine Anfrage des Oekonomie⸗ rats Walter⸗Lengfeld über die Heranziehung zu den Verpftegungs⸗ kosten im Kreise Dieburg wurde beschlossen, die ac auf genaue Auslegung des Regulativs zu berücksichtigen. e N sammlung erklärte sich weiter damit einverstanden, daß für die Errrichtung des besonderen Heims für Erwerbsunfähige oder dauernd Kranke und Gelähmte, sowie zur Erweiterung des Werkstätten⸗ und des landwirtschaftlichen Betriebes behufs Wieder⸗ erlangung der Erwerbsfähigkeit von Kriegsbeschädigten aus Mit- teln der Provinz ein Betrag bis zu 60 000 Mark verwendet werden soll. Zu bürgerlichen Mitgliedern der Oberersatzkommission für den 2 Bezirk der 49. Infanterie⸗Brigade wurden die ausscheiden⸗ den Mitglieder 1 und Kammer⸗ direktor Baur-Lindenfels wiedergewählt.
rb. Darmstadt, 7. Juni. Der Verband der Er⸗ werbs⸗ und Wirtschaftsgenossenschaften für die Provinzen Starkenburg und Oberhessen hielt gestern nachmittag im Kaisersaal hierselbst seinen 47. Verbands ⸗ tag ab, der recht gut von Vertretern der beiden Provinzen be⸗ sucht war: als Vertreter der Regierung war Ministerialrat Schliephake zugegen. Der Vorsitzende, Verbandsdirektor Stein ⸗Darmstadt, begrüßte die Versammlung und erstattete dann den Bericht über das verflossene Verbandsjahr. Es wird darin festgestellt, daß die wirtschaftliche Arbeit des Verbandes in der* 1 sehr ersprießlich war und sich auf solider und geordneter sis bewegte. Der Verband zählte am 31. Dezember 1914 22 Kreditgenossenschaften mit 9318 Mitgliedern, wovon 2358 selbständige Handwerker, 1600 selbständige Landwirte und 800 selbständige Kaufleute sind; die Zahl der übrigen Mitglieder verteilt sich auf andere selbständige und unselbständige Berufe. Der Umsatz betrug im Jahre 1914 von einer Seite des Hauptbuchs 106 000 Mk., die Geschäftsguthaben stellten sich auf rund 3 520 000 Mk., die Reserven auf rund 1 850 000 Mk. Das Betriebskapital setzte sich zusammen aus: Eigenes Vermögen rund 5 400 000 Mk, fremdes Kapital rund 21 200 000 Mk. Neue Kredite wurden 14 Vereinen im Gesamtbetrag von 1 325 000 Mk. gewährt. e stellten sich für Wechsel, Darlehen auf Schuldschein Kr. in lauf Rechnung bis zu 6½ bis 7 Prozent, doch gab es auch Vereine, die es bei hypothekaxischen Darlehen bei den bisherigen niederen Sätzen von 4½—4½ Pro⸗ ent bewenden ließen. Der Verband war stets in der Lage, seinen Mitliedern das weitgehendste Entgegenkommen zu erweisen und trotz der Kriegslage waren die Erträgnisse der Kassen auch während des ersten Kriegshalbjahres befriedigend. Die Dividenden der an⸗ geschlossenen Genossenschaften betrugen für 1914 durchschnittlich 5 Proz. Gleichzeitig wurden auch die Reserpen gestärkt. Von dem Reingewinn der Genossenschaften wurden 173 354 Mk. für Di⸗ videnden verwandt und 112 940 Mk. den Reserven—— Der Reichsverbandsanwalt Justizrat Dr. Crüger⸗Charlotten⸗ burg erstattete ein längeres Referat über die günstige Lage und die stete Entwickelung des Genossenschaftswesens. Es sind zurzeit in Deutschland 17000 Kreditgenossenschaften mit 2 500 Mit⸗ gliedern vorhanden, und bei ihren 4½ Milliarden fremder Gelder angelegt. Nach dem Bericht des Verbandsrevisors erstattete Rechner Roll den Rechenschaftsbericht. Nach Feststellung des Voran⸗ schlags wurden Direktor Stein und sein Stellvertreter Direktor Habicht einstimmig wiedergewählt. Für die nächstjährige Ta⸗ gung wurde Groß-Gerau bestimmt. i
Hessen⸗Nassau.
b. Eddersheim, 7. Juni. Bei einer Boots sahrt auf dem Main stießen gestern auf der Höhe von Eddersheim zwei Boote mit solcher Wucht zusammen, daß der Arbeiter Heinrich Weiß aus Hattersheim aus seinen Kahn geschleudert wurde und im Main ertrank. g 0
— Wiesbaden, 7. Juni. In dem Saalbau der Turn⸗ esellschaft Wiesbaden tagte gestern der erweiterte Kreisaus⸗ Ius des Mittelrhein⸗Turnkreises. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende, Schulrat Schmuck, Darmstadt, der fürs Vaterland Gefallenen und insbesondere guch des bisherigen Schriftleiters der Kreiszeitung, Prof. Wamser. Nach dem vorgetragenen Bericht zählte der Kreis am 1. Januar 1915= 1489 Vereine(eine Zunahme von 80 Vereinen), mit 135 922 Mitgliedern über 14 Jahren gegen 141 939 im Jahre vorher. Steuerpflichtige Mitglieder sind es 108 743, im Vorjahre 113 784. Turnende Frauen und Mädchen zählt der Kreis 4546. Auch hier ist ein Rückgang von 563 zu verzeichnen. Ebenso be⸗ darf das Zöglingsturnen mehr Aufmerksamkeit. Bei der mili⸗ tärischen Vorbereitung der Jugend wirken die Turnvereine eifrig mit. Eine stattliche Anzahk unserer kämpfenden Turngenossen besitzt das Eiserne Kreuz 2. Klasse und viele schmückt bereits das 1. Klasse. Am 1. Januar 1915 standen 46848 Turngenossen des Kreises unter den Waffen, deren Zahl sich jetzt auf über 50 000 erhöht haben dürfte. Nach dem Bericht des Kreisturnwartes Volze, Frankfurt, hatten die turnerischen Veranstaltungen des Kriege zu leiden. An größeren Ver⸗ anstaltungen— Kampfbahn in Berlin, Turnfeste in Luxemburg, Genua— war der Kreis hervorragend beteiligt. Das Feldbergfest mußte wegen schlechten Wetters abgebrochen werden, Spicherer Bergfest und Rhönbergfest konnten infolge des Krieges“ nicht statt⸗ finden. Von verschiedenen Seiten wird für die Schaffung neuer und Förderung bereits bestehender Landsturmriegen ein⸗ getreten. Bei dem Stoff für die militärische Vorbereitung der Ju⸗ gend, an der die Turnvereine hervorragenden Anteil haben, wird mehr Berücksichtigung des turnerischen Teiles gewünscht. Einen ein⸗ gehenden Vortrag über diesen Gegenstand hielt Kleber, Biebrich, wobei folgende Resolution einstimmig zur Annahme gelangte: Mit Bezug auf die militärische Vorbereitung der Jugend er⸗ klärt die heutige Versammlung: Die erweiterte Kreisausschuß⸗ sitzung hält es für selbstverständlich, daß die Jugendlichen seiner Kreisvereine vom 16. bis 20. Lebensjahre an der staatlichen militärischen Vorbereitung der Jugend während der Kriegszeit teilnehmen. Sie erwartet, daß später dem deutschen Turnen wegen seiner Vielseitigkeit und Eigenart die ihm gebührende Bedeutung für die r der Jugend wieder zugesprochen wird.“ u einem Antrag Eidtmann⸗Gießen wegen Erlasses der kreissteuer während des Krieges erklärt die Versammlung, daß sie gültige Beschlüsse hierüber nicht fassen könne. Mit herzlichen Dankesworten an die im Felde stehenden Turnbrüder und der sicheren Hoffnung, daß unser germanisches Volk mit den ihm 1 Kulturaufgaben 3 und stark aus dem blutigen * hervorgehen möge, und so das Wort„an deutschem Wesen soll dereinst die Welt genesen“, Wahrheit werde, schloß Schulrat Schmuck mit einem begeistert aufgenommenen Heil“ auf das deutsche Vaterland die Tagung. 5
7.
Ver⸗
Gutlechte Lu
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Spart Brotmarken!
Gerichtssaal.
rb. Darmstadt, 7. Juni. Das Schwurgericht der Provinz Starkenburg begann heute unter Vorsitz des Landgerichts⸗ rats Dr. Maurer seine Verhandlungen mit einer Anklage wegen vorsätzlicher Kindestötung. Die bisher unbe⸗ strafte Dienstmagd Margarete Stein, 19 Jahre alt, aus Jugen⸗ heim a. d. B., war beschuldigt, in ihrer Stellung zu Seeheim ihr uneheliches Kind gleich nach der Geburt im Bett erstickt zu haben. Die Leiche wurde einige Tage später in einem Abortsrohr aufgefunden, nachdem die Angeklagte der Tat bezüchtigt und sie eingestanden hatte. Zu der unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführten Verhandlung war Kreisassistenzarzt Dr. Martin als Suochverständiger und 9 Zeugen geladen. Die Angeklagte war ge⸗ ständig und wurde unter Zubilligung mildernder Umstände zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt, wovon 2 Monate für die Untersuchungshaft in Abzug gebracht werden.
a Amtlicher 1
Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.
Im Westen lagert über Frankreich und England eine De— pression. Der hohe Druck über Deutschland hat etwas an Stärke abgenommen, jedoch dürste eine wesentliche Aenderung unserer Wetterlage nicht eintreten, da die Depression in nordöstlicher Richtung an uns vorüberziehen wird.
Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 9. Juni 1915: Meist heiter, trocken, warm, östliche Winde.
Meieorologische Beobachtungen der Stalson Gießen.
5 2 2 E. 1 S 22 33 2 Juni 2. S SSA 28 2 5 5 8 S SS SA S233 Weltet 1016[E 8E 5 S S 8 68. f 2 2 1. F SEUS ö 123 72% 749,4 27,8 10,6 39 ssW 2 4 Sonnenschein 7. 9% 748,6 22,4 12,5 62 8E 2 00 Klarerpimmel 8.0 7% 48,8 20,5 11,3 63 2 2[Sonnenschein
Höchste Temperatur am 6. bis 7. Juni 1915 J 28,8 0, Niedrigste„ 1 1915 + 13,2„ Niederschlag: 0,0 mm. ————jç—— Müllersche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 8. Juni 19 R.
Letzte Nachrichten
Die dritte Schlacht bei Lemberg.
i. Köln, 8. Juni. Aus dem K. u. K. Kriegs⸗ pressequartier drahtet man der„Köln. Ztg.“: Die ungeheure Schlacht in Mittelgalizien ist von entschei⸗ dender Bedeutung für den ganzen taten Feld⸗
ug, vielleicht sogar für den Weltkrieg. Wer ie Arbeit der Verbündeten vom August vorigen Jahres bis zum Juni 1915 übersieht, sieht statt der Schicksals⸗ ironie die eiserne Notwendigkeit als Grund dafür an, daß jetzt die Entscheidungsschlacht fast an der gleichen Stelle tobt, an der für unß einmal die Zeit der Prüfung, freilich auch des Emporwachsens, begann. Die Kraft unserer Armeen eröffnet uns Perspektiven, die nicht mehr phan⸗ tastisch genannt werden dürfen. Wir dürfen hoffen, zu sie gen in dem großen Schlachtenkomplex, den man die dritte Schlacht bei Lemberg nennen kann.
Die Lage auf dem russischen Kriegsschauplatz. N K. K. Kriegspressequartier, 8. Juni. Auf allen Teilen des russischen Kriegsschauplatzes ist die Lage für uns sehr fünstig. Die russische Front wankt auf der ganzen Zinie von der Weichsel bis an die Ostgrenze. Die Niederlage des Feindes bei Kalusz beginnt ihre Folgen in einer für die Russen gefährlichen Wirkung zu zeigen. Die bei Nadworna bisher im stehenden Kampfe befindlichen Truppen sind ebenfalls zum Fase übergegangen. Gefangene sagten aus, daß die russi⸗ schen Soldaten angesichts der verheerenden Wirkung der Mörser und der 42 er nicht mehr zu halten seien. Tatsächlich leisteten sie auch nur so lange Widerstand, bis die schweren Geschütze die ersten Voll⸗ treffer erzielten; dann wenden sie sich seit der Turchbruchsschlacht stets zur Flucht. Die Niederlage der Engländer bei Sedd⸗ül⸗Bahr. Konstantinopel, 8. Juni. Die Niederlage, welche die Engländer bei Sedd ül Bahr nach zwei tagelangen harten Kämpfen erlitten haben, ist schwerer, als dies nach den amtlichen Berichten scheint. Trotz der anscheinend erheblichen Verstärkungen, die der Feind herangezogen, hat er in vollkommener Auflösung die Flucht ergreifen müssen. Die Engländer haben auch diesmal gezeigt, daß sie den türkischen Angriffen nicht widerstehen können. Außer den bereits im Nahkampf hervorgetretenen ausgezeichneten Eigenschaften des türkischen Soldaten macht sich seine weit über⸗ legene 1 eltend. Die Operationen des Feindes verrgten, seitdem seine 15 Heht
„ 7.„
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iffe wegen der Unterseebootsgefahr nicht
die Hauptrolle spielen, eine zunehmende Nervosttät und Unsicher⸗ heit.— Ein aus Alexandrien über Saloniki hier einge⸗ troffener Kaufmann erzählt, daß dort 45000 englische und französische Verwundete von den Dardanellen angelangt sind, und daß die Schiffahrt auch im östlichen Mittelmeer unter der Unterseebootgefahr leide.
Die Italiener am Isonzo.
i. Köln, 8. Juni. Die„Köln. Ztg.“ berichtet aus Kopenhagen:„Berlingske Tidende“ melden aus Rom über London: Die italienische Offensive am Isonzo ent⸗ wickelt sich zu wütenden Kämpfen. Die Oesterreicher ständen in gut befestigten Stellungen und hätten eine kräftige Artillerie. 16875
Beschlagnahme österreichischer und deutscher Schiffe.
Genf, 8. Juni. Nach einer Meldung der„Information“ sollen die italien ischen Behörden bis jetzt 57 österreichi⸗ sche und deutsche Schiffe von zusammen 260 710 Tonnen in den wichtigsten italienischen Häfen des Mittelmeeres und der Adria mit Beschlag belegt haben.
Ein Vertrag zwischen Schweden und Rußland?
Amsterdam, 8. Juni. Aus Stockholm wird gemel⸗ det, daß in der vergangenen Woche in Petersburg ein Ver⸗ trag unterzeichnet worden sei, der sich mit der gegenseitigen Anerkennung der finanziellen, kommerziellen und indu⸗ striellen Interessen Rußlands und Schwedens befaßt.
L 2, um Gen
ug ano, 8. mi. Serbien t mehrere Ortschaften in Mittelalbanien besetzt und steht 83 mehreren Batail⸗ lonen zwei Tagemärsche von Skutari. der „Corriere della Sera“ erfährt, wäre die stalienische Regierung —.— einverstanden Es wird heuchlerisch erklärt, daß der neue atbestand in Albanien nur provisorischen Charakter habe.
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