Ausgabe 
(8.6.1915) 132. Erstes Blatt
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den Feind in der mittleren und unteren Adria aus, zerschnitten das ns.das die Inseln des dalmatischen Archipels verbindet, zerstörten sechs Leuchttürme mit Semaphoranlagen, bom bardierten ädigten schwer die Eisenbahnlinie zwischen Cattaxo und 2 a. Einer unserer Torpedojäger, der am gleichen Tage in der oberen Adria erfolglos von einem österreichisch⸗ ungarischen Flugzeug angegriffen wurde, beschoß erneut Mon⸗ salcone und versenkte drei mit Waren beladene Barken. Größere Schiffe, die den Torpedojäger unterstützten, kreuzten in denselben Gewässern, ohne den Feind zu sehen. Gez. Thaon de Revel.

Wien, 7. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegs⸗ pressebureau wird gemeldet: Am 5. Juni erschienen einige ital ie⸗ nische Kreuzer und Zerstörer in den dalmatinischen Gewässern. Das Ziel der feindlichen Unternehmung war die Beschießung der Eifenbahn bei Mihonice, sowie einzelner Leucht⸗ türme und Leuchthatuser auf den Inseln Lissa, Lagosta und Gazza. Die beschossenen Objekte wurden nur leicht beschädigt.

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Die Kämpfe an den dardanellen.

Konstantinopel, 7. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Zu⸗ verlässigen Nachrichten von den Dardanellen zufolge wagte der Feind nach der im gestrigen amtlichen Communiqus gemeldeten Niederlage keine Aktion zu unternehmen. Gestern nachmit⸗ tag herrschte auf der ganzen Front Ruhe. Die in. der letzten Zeit in issen Stadtvierteln von Konstantinopel bemerkten ierigkeiten in der Brotversorgung, die ins⸗ besondere auf die von zahlreichen Familien vorgenommenen Angst⸗ käufe zurückzuführen sind, sind nunmehr geschwunden. Sämtliche Bäckereien verfügen über genügende Brotvorräte. Der Bürger⸗ meister von Konstantinopel hat in dieser Hinsicht sehr berühigende Erklärungen abgegeben. Er 177 jegliche Besorgnis sei unbe⸗ gründet, da die Präfektur alle notwendigen Maßnahmen er⸗ griffen habe, und außerdem verspreche die nächste Ernte ein der⸗ art reichliches Erträgnis, daß nicht nur der Bedarf der Türkei ge⸗ deckt sein, sondern noch eine große Menge für die Ausfuhr zur . 75 werde...

onstantinopel, 7. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier teilt mit: An der Dar⸗ darnellenfront zerstörte unsere Artillerie bei Ari Bur nu eine feindliche Stellung, von welcher aus Bomben geworfen wurden, und die anstoßenden Schützengräben. Bei Sedd⸗ül⸗ Bahr 1 der nach den letzten vergeblichen Angriffsversuchen erschöpfte Feind keinerlei Tätigkeit. Unsere Batterien auf dem asiatischen Ufer beschossen gestern die er⸗ matteten feindlichen Truppen in der Gegend Sedd⸗ül⸗Bahr, ihre Artilleriestellungen und Munitionstransporte wirksam und brachten eine Batterie zum Schweigen. Gestern haben zwei feindliche Kreuzer die Ortschaft Ajanos, südlich von Dikeli gegenüber Mytilene, vergeblich beschossen und dann ein Dampfbeiboot mit Soldaten in den Hafen geschickt, welches die dort befindlichen Boote wegzuschleppen versuchen sollte. Vom Ufer wurde jedoch auf das Boot gefeuert, welches infolgedessen strandete. Es wurde durch das Feuer der Kriegs schiffe versenkt, welche sich zurückzogen, nachdem sie die Be⸗ sutzung des Damyfbeibootes an Bord genommen hatten. Auf den anderen Fronten nichts von Bedeutung.

London 7. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das Pressebureau berichtet, daß am Frei⸗ tag früh ein allgemeiner Angriff auf die türkischen

schanzungen auf dem südlichen Teile der Halbinsel Gallipoli unternommen wurde, dem Freitag nacht ein zweiter Angriff folgte. Die Alliierten kamen 500 Meter vorwärts, eroberten,

i türkische bengrabenlinien auf einer Front von über drei

eilen und machten 400 Gefangene. Ueber diese Kämpfe werden folgende Einzelheiten mitgeteilt: Nach heftiger Beschießung mit allen Kanonen, wobei auch die Flotte mitwirkte, stürmten Frei⸗ 0 früh die auf ein gegebenes Zeichen. Sie hatten sofort auf der ganzen Linie Erfolg außer an einem Punkte, wo die starken Verhaue aus Eisendraht durch die Beschießung nicht zer⸗ stört worden waren. Freitag früh kam die Nachricht, der Feind habe Verstärkungen erhalten und rücke aus der Richtung von Maisoz nach Krithig vor, General Birdwood 1 den An⸗ griff auf die Schützengräben, der abends 10 Uhr erfolgreich durch⸗ geführt wurde. Die Schützengräben wurden während der Nacht ge⸗ halten. Die Türken erlitten schwere Verluste. Am Morgen machte der Feind einen heftigen Gegenangriff und nötigte unsere Mannschaften, die vordersten chützengräben zu räumen. Wir beherrschen noch die Verbindungsgräben. Paris, 7. Juni.(WDB. Nichtamtlich.) DieAgence Havas meldet amtlich: In der Nacht vom g. zum 4. Juni ist der fran⸗ ö sische. Nenn am Eingang einer des Aegäischen Meeres auf eine Minegestoßen. Der mdant, ein Offizier und 64 Matrosen der Wfa ung wurden n einem Torpedobootzerstörer gerettet. Es ist möglich, daß an⸗ dere lleberlebende schwimmend die Küste erreichen konnten und sich in türkischer Gefangenschaft befinden. 0

Die Interessen Rumäniens.

Genf, 7. Juni(WTB. Nichtamtlich) DasJournal e Gensve veröffentlicht eine Zuschrift aus rumänischen Kreisen, in der ausgeführt wird, daß die Dardanelleun . Bospoxusfrage für Rumänien die wichtigste Frage sei. Rumäniens Interessen stimmten in dieser Richkung

mit denen Oesterreich⸗Ungarns und Deutschlands überein. So⸗

lange die Türkei 2 der Meerenge sei, sei die freie Durch⸗ ahrt infolge der Nebenbuhlerschaft der großen Mächte immer ge⸗

t wenn dagegen Rußland sich in Konstantinopel

setze, werde es über das icksal Rumäniens entscheiden. Ru⸗

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8 5 22 werde in Abhängigkeit von Rußland geraten. Dies könne . weder Rumänien noch Vesterteich⸗ Ungarn oder Deutschland an⸗ nehmen. Nicht einmal die Eroberung Siebenbürgens, der Buko⸗ wina oder Bessarabiens könnte für Rumänien die Besitzergreifung Konstantinopels durch Rußland ausgleichen. Trotz aller Versuche ö des Dreiverbandes, Rumänien zur Intervention zu veranlassen, werde es nicht eingreifen, denn unter den jetzigen Umständen 8 würde dies einen Selbstmord Rumäniens bedeuten. 5 8

Die Teuerung in Rußland.

Petersburg, 7. Juni.(WTB. Nichtamtl.)Rjetsch meldet aus Aar unter dem 29. Mai: Heute ist das leisch im Einzelverkauf mit 90 Kopeken pro Pfund erechnet worden. In normalen Zeiten kostete das Pfund nur 15 Kopeken.

Der Ans tausch von Kriegsgefangenen zwischen Deutschland und Rußland.

Petersburg, 7. Juni.(Wi Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger TeleAgentur. Der Austausch von in validen Kri sangenen in Deutschland ist in letzter Stunde wieder an den Forderungen und Weiterungen gescheitert. Jetzt sind alle Be de e eingestellt worden. Anmerkung des WT.) Diese Meldung ist durchaus un zutreffend. Die Deutsche Regierung hat im Interesse der Menschlichkeit die Be⸗ nutzung des Seeweges für die auszutausenden Gefangenen vor⸗

um 1 die Qual eines langen Landtransportes zu a 5 Die ruf 8 hat dies abgelehnt.

. Die Ber⸗

handl werden von Deutschland nach wi 1 get. De auch die schwedische se wegen. eds f 92 55 werden muß, so werden sie borcussichtlich noch einige

5 Die russischen Finanzen.

Berlin, 8. Juni. Ein Kopenhagener Korrespondent der Vossischen Zeitung will wissen, daß nach der dem russischen Ministerrat vom Finanzminister soeben vorgelegten Uebersicht die russischen Staatseinnahmen von Anfang Januar bis

gegen 580 Millionen Rubel für den gleichen Zeitraum des Vorjahres betragen. Die Anzahl der Konkurse habe um rund 30 Prozent zugenommen, die Summe der prvtestierten Wechsel um 42 Prozent. *** Eine Ministerkrisis in Frankreich?

Berlin, 8. Juni. Mit der Möglichkeit einer Mi⸗ nisterkrise in Frankreich rechnet eine Meldung verschie⸗ dener Morgenblätter aus dem Haag, welche lautet: Hiesige diplomatische Kreise erzählen von einer latenten Minister⸗ krise in Paris. Leon Bourgeois gilt als künftiger Mi⸗ nister des Aeußern, Caillaux als Finanzminister.

Spanien rollt die Gibraltarfrage auf?

Berlin, 8. Juni. Der MadriderImparcial berichtet lautVossischer Zeitung, Spanien habe an England das Ersuchen zur Aufnahme von freundschaftlichen Vorbesprechungen über die Gibraltarfrage ge⸗ richtet.

Gefechte am Tigris.

London, 7. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Das Presse⸗ bureau berichtet über Gefechte am Tigris: Die eng⸗ lische Truppenmacht besetzte am 3. Juni Amara. Der Gouverneur und über 700 Soldaten ergaben sich. Diese gehörten zu der türkischen Vorhut, die sich vom persischen Gebiet zurückgezogen hat, als sie von einer englischen Ko⸗ lonne verfolgt wurde. Die Haupttruppe, welche ihr folgte, wurde in dem morastigen Gelände zerstreut. Wir nahmen. insgesamt 2000 Mann gefangen und erbeuteten 7 Feld⸗ kanonen, ferner 6 Schiffskanonen von dem Kanonenboot Marmarie, vier Flußdampfer, 12 große stählerne Scha⸗ luppen und eine Anzahl von Gewehren und allerlei Mu⸗ nition. Man erwartet, daß sich noch mehr Truppen er⸗ geben. Von sechs Deutschen, die sich bei den Türken befanden, wurden drei gefangen genommen und zwei durch Araber getötet. Wo der sechste blieb, weiß man nicht.

Die Erkrankung des Königs der Hellenen.

Athen, 5. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) 2 Uhr 40 Min. nachmittags.(Verspätet eingetroffen) Der König unterzog sich heute früh einer Operation, welche einstimmig von den Aerz ten nach einer vorangegangenen Beratung beschlossen worden war. Die Operation bestand in der Entfernung eines Rippenteils von 7 Zentimeter mit örtlicher Anästhesie. Es wurde im unteren Teil des Brustkastens eine Höhlung aufgedeckt, welche eiterige, häutige Substanzen enthielt, welche entfernt wurden. Auf diese Weise wurde der freie Zugang zu der äußeren Seite der Höhlung hergestellt. Der Eindruck, den die Operation hervorrief, überzeugte die an⸗

wurde unter günstigeren Bedingungen durchgeführt, als wenn. man sie während der Krise vorgenommen hätte. Der König hielt 5 2 ausgezeichnet aus und war gleich nachher in guter erfassung. Athen, 5, Juni.(WTB. Nichtamtlich.) 9 Uhr 40 Min. abends.(Verspätet eingetroffen.) Das Bulletin von ½8 Uhr abends über das Befinden des Königs lautet: Temperatur 40.2, Puls 121 bis 133. Die Aerzte erklären die Erhöhung der Tem⸗ peratur mit dem durch die Operation hervorgerufenen Rückschlag. Zustand ruft keine augenblickliche Befürchtung er vor.

der Seekrieg.

London, 7. Juni.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der DampferDulwichhead ist bei Leith von einem deutschen Unterseeboot torpediert und versenkt worden. Nach einer Lloydmeldung aus Peter⸗ head ist der englische FischdampferPersimon? 255 Ton⸗ nen groß, gestern ungefähr 50 Meilen nordöstlich Buchan Neß, beschossen und versenkt worden. Die Besatzung wurde in Grimsby elandet. Nach derselben Quelle wurden am Samstag die Fisch⸗ ampfer 7 undCurlew 25 Meilen von Pe- terhead entfernt durch ein deutsches Unterseeboot versenkt. Die Be⸗ satzungen sind gerettet. 5 5

London,(. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der britische DampferStar of West ist von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden. Die Besatzung ist in Aberdeen gelandet worden. London, 7. Junj.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus, Die englische BarkSunlight ist gestern abend an der Irischen Küste durch ein deutsches Untersee⸗ boot torpediert worden. Die Besatzung wurde von einem Fischdampfer aufgenommen und heute früh in Queestown gelandet: Ein deutsches Unterseeboot* den Fischdampfer Dromio. Die Besatzung Gee und in Peterhead

Aus den Reiche.

Fürth, 6. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der heutigen 25. Jubiläumstagung des Bayerischen Kanaltages wohnte auch König Ludwig bei, den der Vorsitzende Geheimrat Schuh begrüßte. Der Minister des Innern Frei⸗ 15 von Soden beglückwünschte den Verein zur Jubi⸗ umstagung. Er brachte die Unterstützung der Staats⸗ regierung für die Bestrebungen der Fluß⸗ und Kanal⸗ schiffahrt in Bayern in Erinnerung und wies besonders auf die Frage der Mainka na lisierung von Aschaffenburg stromaufwärts hin. Der Minister er⸗ wähnte ferner die Bitte des Vereins um baldige Vorlage der in Aussicht gestellten Denkschrift über die Hebung des Mainschiffahrtsverkehrs. Er versicherte, daß die Regie- rung ihr Möglichstes tun win um die durch den beben roßen nationalen Krieg gestörten Arbeiten zu sbr ern. Nach einem Vortrag des Reallehrers Müller(Nürn⸗ berg) über den Nürnberg⸗Fürther Güterverkehr und die Bedeutung der erstrebten bayrischen Großschiffahrtsstraße für diesen Verkehr verließ der König unter stürmischen Hochrufen der Versammlung das Lokal. Senator Meier (Hameln) sprach über die norddeutschen Kanalprojekte. So⸗ dann schloß der Vorsitzende die Tagung. Bei dem Festmahl, das sodann im Parkhotel abgehalten wurde, hielt Hönig Ludwig eine Rede, in der er die Hoffnung ausdrückte, daß wir in West und Ost, wie auch im Süden den Sieg erringen und daß eine Stärkung des Reichs und seiner 22 Verbündeten das Ergebnis des langen Krieges sein werde.

Aus Stadt und Cand. Gießen, 8. Juni 1915. * Staatssteuer. Durch ministerielle Verfügung ist bestimmt worden, daß mit icht kuf die verspätete Aus⸗ gabe der diesjährigen Staatssteu, lin der Stadt Gießen

das 1. Ziel noch bis zum 19. d. Mts. einschließ⸗

lich ohne Mahnkosten an Großh. Bezirkskasse 1 Senckenbergstraße bezahlt werden kann.

Mehr Höflichkeit gegen die Beauftrag⸗ ten vaterländischer Sammlungen scheint, wie wir aus uns gewordenen Mitteilungen schließen, einem wenn auch kleinen Teile des Publikums empfohlen werden zu

Anfang April be. Je. nur xund 379 Millionen Rubel

müssen. Es ist vorgekommen, daß man jungen Damen, die

wesenden Aerzte von der Notwendigkeit der Operation, denn sie

nuar d. J. ein Nan

ihrer Sammeltätigkeit oblagen, unter Gro Türe gewiesen hat. Wenn der vaterländische. Geist die L treffenden auch nicht zur Spendung eines Scherfleins unsere Tapferen treibt, so sollte er sie doch wenigstens zun

Achtung vor denen erziehen, die sich selbstlos in den Dienst

einer nicht immer angenehmen Aufgabe der Nächstenliebe stellen. Zumal bei der herrschenden Witterung ist es keine Kleinigkeit, die Sammelbüchse stundenlang treppauf, treppab zu tragen. Eine ablehnende Haltung läßt sich, wenn man sie nun einmal motivieren zu können glaubt, auch in verbind⸗ liche Worte fassen. 8 2

* Der Bezirk Gießen Gabelsberger Steno graphen hielt am Sonntag seine Frühjahrs-Vertreter⸗ versammlung, verbunden mit Wettschreiben, imMetro- pol ab. Den Bericht über letzteres mußten wir aus Raunimangel für die morgige Nummer zurückstellen.

* Unsere Schwalben. Ein Naturfreund tritt in

einer Zuschrift an uns warm für die Schwalben ein.

Er schreibt uns: Die erste Brut der Schwalben das Nest verlassen, und man sieht besonders am Abend große Anzahl der leichtbeschwingten Vögel sich in der luft über den Häusern der Stadt in schnellem Fluge tum⸗ meln. Die Jungen lernen rasch das Fliegen und kennen bald auch die gefährlichen Hindernisse, die Obaedie Bäume und die Telegraphendrähte, die sie in raschen Wendungen meiden. Die Alten schreiten zur zweiten Brut, und auch die Jungen beginnen bald mit dem Bau der Nester. Bei der großen Trockenheit finden sie aber das Material nicht, das sie zum Bau des Nestes brauchen. Es ist daher ratsam, im Garten und Hof einen Platz öfters zu be⸗ gießen, damit die Erde naß und frisch bleibt und sich eine kleine Pfütze bildet. Der aufmerksame Beobachter wird dann bald zu seiner Freude sehen, wie die Schwalben rasch herankommen und das Baumaterial im Schnabel forttragen. In unserer Jugendzeit hatten wir oft Gelegenheit, in einem einzigen Stalle 56 Schwalbennester zu zählen, an einem einzigen Hause manchmal sogar bis zu 20; heute aber ist ein einziges Schwalbennest am Hause eine Seltenheit im ganzen Dorfe; im Entstehen begriffen, werden sie heruntergestoßen, damit nur keine Verunreinigung des Hauses und seiner Um⸗ gebung stattfindet; auch im Stall will man vielfach die Schwalben nicht mehr dulden. Was seit des alten Tobias Zeiten nichtz gescheut wurde, will man heute nicht mehr dulden. Das sollte anders werden, damit die nützlichen Schwalben, die doch der Feinde genug haben, wieder zahl⸗ reicher werden. Darum Schutz und Pflege der lieb⸗ lichen Schwalbe, dem Segler der Lüfte, dem nützlichen

Sommervogel! 5 Landkreis Gießen.

Heuchelheim, 8. Juni. Wie bekannt, ist in den Räumen des dazu sehr geeigneten Windhofs seit Ja⸗ arett untergebracht, das be⸗ sonders als Erholungsheim für solche verwundete und erkrankte Krieger gedacht ist, die soweit wiederhergestellt sind, daß sie voraussichtlich in absehbarer Zeit wieder zu ihren Truppenteilen zurückkehren können. Um diesen noch ell Mannschaften das Abendessen etwas vollkommener un abwechselungsreicher zu Pee wird ihnen a gewöhnlich zweimal eine Mahlzeit egeben, die von einer Anzahl Feen Frauen und Jung⸗ rauen zubereitet wird. Die zu diesem Zwecke notwendigen Mittel wurden in dankenswerter Weise zum großen Teil von der hiesigen Bevölkerung aufgebracht, doch auch von außerhalb liefen schon wiederholt erkleckliche Spenden so⸗ wohl an Geld als auch an Naturalien ein. Zur Ergänzung der auf die Neige gehenden Speisevorräte wurde auf Ver⸗ anlassung des Ortsausschusses vomRoten Kreuz am vergangenen Sonntag abermals eine Ortssammlung vorgenommen. Es wurden über 30 Mk. an barem Gelde, nahe an 30 Pfd. an Fleisch- und Wurstwaren, sowie neun Töpfe und Gläser an eingekochtem Obstmus und Gelee und Zigarren gespendet. Wie verlautet, soll am Nachmittag des kommenden Sonnta, 55 dem Windhof ein von der Kapelle des Gießener Landsturmbataillons ausgeführtes Konzert stattfinden.

Heuchelheim, 8. Juni. Wenn sich jetzt bei Beginn der Heuernte ein ganz besonders fühlbarer 2. an Ar⸗ beitskräften ergibt, so kann das nicht verwunderlich er⸗ scheinen, beträgt doch die Zahl der bis heute zur Fahne einberufenen Heuchelheimer rund 330. Von diesen fielen bisher im Kampfe fürs Vaterland 18. Ueber 40 wurden verwundet, darunter mehrere schon zweimal, Drei gerieten in französische bzw. russische Gefangenschaft. Ungewiß ist das Schicksal von sechs Leuten, die als vermißt gemeldet wurden. Erfreulich und ehrend ist auch die Zahl der Auszeichnungen, die Heuchelheimer Kriegern zu⸗ erkannt wurden. So erhielten dasEiserne Kreuz: Unterofsizier Kreiling, Vizefeldwebel Kreiling, Un⸗ terarzt Dietz, Gefreiter Dietz, Leutnant d. R. Kiß ler, Vizefeldwebel Ld. Seipp, Wehrmann Schlotzhauer, Wehrmann Lückel, Leutnant d. R. Gilbert, Leutnant d. L. Schneider, Wachtmeister Schäfer, Leutnant d. R. Gräber. Die hessische TTapferkeitsmedaille ziert

die Unteroffiziere d. R. Otto und Hermann Kreiling, den Musketier J. Hofmann, sowie den Vizefeldwebel d. L. K. Rinn. Der Landwehrmann Gefr. Friedr. Reuschling erhielt das Sanitätskreuz.. Treis a, d. Lda., 5. Juni. Der Gardist im 1 1 i Heinrich Becker von hier hat neben der hessischen Tapferkeitsmedaille auch das Eiserne Kreuz erhalten. In der in drei hiesigen Gehöften ausgebrochenen Maul⸗ und Klauenseuche ist das Fahren mit Rindvieh innerhalb der Ge⸗ markung verboten. Dies Verbot trifft die Landwirte sehr hart: da nur noch wenige Pferde im Dorfe sind und die von den Pferde⸗ besitzern bereitwilligst geleistete Aushilfe doch nicht für alle Vieh⸗ besitzer ausreicht, so muß das Grünfutter mit Schubkarren oder auf dem Kopfe heimgeholt werden, was eine große Vergeudung von Zeit und Kraft bedeutet. Seitens ber hören, versucht werden, statt der Gemarkungssperre die Gehöftesperre b was bei derselben Sicher⸗ it gegen Weiterverbreitung Seuche für die Mehrzahl der ndwirte eine große Erleichterung bedeuten würde, zumal in vielen Haushaltungen jetzt die Hauptarbeitslast auf den Frauen liegt, da die Männer beim Heer stehen. von dem hiesigen 2. Lehrer vor etwa zwei Jahren gegen die hiesige Gemeinde an⸗ strengte Rechtsstreit wegen widerrechtlicher Vorenthaltung der lblösungsgelder von 416 Mark für eine ihm zustehende Holz⸗ berechtigung ist zugunsten des Lehrers entschieden worden. Die mehrere Hundert Mark; 1 Kosten des Rechtsstreites sind der Gemeinde zur Last gefallen. Daraufhin hat der 3. Lehrer, dem die gleiche Ablöfungssumme zusteht, der aber mit seinen Ansprüchen den 7 des erstgenannten Rechtsstreites abge⸗ wartet hat, seine Forderung glatt ausbezahlt erhalten. Die schwe⸗ bende Klage des 4. Lehrers wegen derselben Angelegenheit ist i schieden, wird aber wohl auch nicht anders ausfallen

t Rae des ersten Lehrers.

Bellersheim, 6. Juni. Heute sprach in der hie⸗ sigen Kirche Missionar Stahl über seine Erlebnisse in. englischer Gefangen 41 Herr Stahl, der 14 Jahre in Kamerun tätig war, kehrte b des

Krieges von einem Erholungsurlaub in sein Wi nach Duala, zurück und wurde hier von n Eng

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