Ausgabe 
(7.6.1915) 131. Erstes Blatt
Seite
40
 
Einzelbild herunterladen

südlich don Lemos, torpediert und versenkt. Von wel⸗ chem Typ das versenkte Schiff war, konnte nicht festgestellt werden. In der Nacht vom 3. auf den 4. Juni ging ein französischer Minensucher zwischen den Inseln Keusten und Herkim vor Smyrna durch eine Explofion unter. Seine Trümmer wurden an die Küste von Smyrna geworfen.

Auf den übrigen Fronten hat sich nichts von Bedeutung er⸗ eignet.

Konstantinopel, 6. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Darda⸗ nellenfront hat die sehr heftige Schlacht im Abschnitt von Sedd ül Bahr, die am 4. Juni mittags mit einem feindlichen Angriff begonnen und sich auf der ganzen Front entwickelt hatte, nach fast zweitägiger Dauer durch Gegen angriffe unseres rechten Flügels heute morgen zu einem vollen Erfolg für uns geführt. Der Feind wurde in Unordnung in seine früheren Stellungen zuräckgetrieben, nachdem er sehr schwere Verluste erlitten hatte. Wir er⸗

beuteten von gestern bis heute morgen 17 Maschinen⸗

gewehre eine große Menge von Waffen und Kriegs⸗ material. Nachdem ein Versuch des Feindes, unseren linken Flügel anzugreifen, zurückgeschlagen worden war, warf er sich mit aller Kraft auf unseren rechten Flügel, mußte sich aber vor unseren Gegenangriffen heute früh zurückziehen, außerstande, seinen verzweifelten Vorstoß fortzusetzen. Bei Ari Bur nu unternahm der Feind in der Nacht vom 5. zum 6. Juni einen verzweifelten Angriff gegen unseren rechten Flügel, wobei er Handgranaten gebrauchte. Der An⸗ griff wurde gleichfalls mit Verlusten für den Feind ab⸗ gewiesen. An den anderen Fronten nichts von Bedeutung.

Die deutschen Unterseeboote im Mittelmeer.

Berlin, 5. Juni.(Privattelegramm, Ctr. Berlin.) DerBerl. Lokalanz. meldet aus Konstantinopel: Das deutsche Unterseeboot, das vor den Dardanel⸗ len sich der englischen Flotte so fühlbar machte, ist gestern * 7 5 Die Begeisterung unter der Bevölkerung ist groß.

Berlin, 5. Juni.(Privattelegramm, Ctr. Berlin.) DerBerl. Lokalanz! meldet aus Kopenhagen: Nach Blättermeldungen aus Kairo haben sich deutsche Unter⸗ seeboote bei Port Said gezeigt.

**

b

5

*

75 Die Wiedereroberung von Przemysl.

Berlin, 6. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Großen Hauptquartier erhalten wir über den Fall der Festung Przemysl folgendes Telegramm: Als am 2. Mai die Offensive der Verbündeten in Westgalizien ein⸗ setzte, mochten wohl nur wenige ahnen, daß schon vier Wochen später die schweren Belagerungsgeschütze der Zen⸗ tralmächte ihr Feuer auf Przemyhsl eröffnen würden. Die russische Heeresleitung war für diese Möglichkeit kaum vorbereitet. Sie schwankte hin und her, ob sie die Festung, wie es ursprünglich geplant war,aus poli⸗ ttischen Gründen halten oderfreiwillig räumen sollte. Alnsere Flieger meldeten fortwährend die Hin⸗ und Her⸗ märsche aus der Festung. einer Räumung der Festung entschlossen zu haben. Trotz⸗ dem wurde sie acht Tage später zäh verteidigt.

g Der General v. Kneußl schob die Einschließungs⸗ linie seiner bayerischen Regimenter von Norden her näher aan die Festung heran. Um 11 Uhr vormittags begannen die schweren Batterien die Bekämpfung der Forts der Nordfront. In der Nacht vom 30. zum 31. Mai schob sich die Infanterie näher an die Drahthindernisse heran. Sie wartete die Wirkung der schweren Artillerie ab. Diese bannte die Verteidiger in die Unterstände, so daß unsere

Infanterie aus ihren Schützengräben heraustreten und von

der Brustwehr aus dem gewaltigen Schauspiel der Vernich⸗

tung zusehen konnte. Die leichteren Geschütze des Angrei⸗

fers fanden in den von den Russen seinerzeit ausgebauten

Batteriestellungen ihrer damaligen Einschließungsstelle eine ideale Aufstellung. Auch der General v. Kneußl fand mit seinem Stabe und dem der Artillerieführer in den von den Russen bei Batycze angelegten Beobachtungsstellen beste Unterkunft. Von diesem nur wenig mehr als zwei Kilometer von der Fortlinie entfernten Punkte übersah man die ganze Front der Forts 10 bis 11. Am 31. Mai, nachmittags 4 Uhr, schwiegen die schweren Geschütze. Gleich⸗ zeitig trat die Infanterie bahrische Regimenter, ein preußisches Regiment und eine österreichische Schützenabteilung zum Sturm an. Die Vernichtung der Werke und ausgebauten Stützpunkte der Festung

1

durch die schwere Artillerie machte auf die Besatzung einen derarti zersetzenden und miederschlagenden Eindruck, diese nicht

imstande war, der angreifenden Infanterie nachhal⸗

tigen Widerstand zu leisten. Die Besatzung der Werke 10a, 11a und 11, soweit sie nicht verschüttet in den zer⸗

schossenen Kasematten lag, floh unter der Zurücklassung des gesamten Kriegsgeräts, darunter einer großen An⸗ 5 neuester leichter und schwerer russischer Geschütze. Dem Angreifer, der bis zur Ringstraße vorstieß und sich dort eingrub, antwortete der Feind nur mit Artillerieseuer, * unternahm jedoch in der Nacht keinerlei Gegenangriff. Am 1. Juni führte der Feind einzelne Bataillone zum Gegen⸗ angriff vor. Diese Angriffe wurden mühelos abgewiesen. Die schwere Artillerie kämpfte nunmehr die Forts 10 und 11 nieder. Das preußische Infanterie-Regiment Nr. 45 erstürmte im Verein mit bayerischen Truppen zwei östlich des Forts 11 gelegene Schanzen, die der Feind zäh verteidigt hatte. Am 2. Juni, mittags 12 Uhr, stürmte das bayerische 22. Infan⸗ terie⸗Regiment das Fort 10, in welchem alle Unterstände bis auf einen einzigen durch die Wirkung der schweren Artillerie verschüttet worden waren. Ein Füsilier⸗Bataillon des Au⸗ renadier⸗Regiments nahm am Abend das

12. Die Werke 10b, 9a und 9b kapitulierten. Abends be⸗ gannen die Truppen des Generals v. Kneußl den Angriff in der Richtung auf die Stadt. Das Dorf Zurawica und die dort gelegenen befestigten Stellungen des Feindes wurden genommen. Dieser verzichtete 9085 auf jeden wei⸗ teren Widerstand. So konnten die deutschen Truppen, denen später die österreichisch⸗ungarische 4. Kavallerie⸗Divi⸗ sion folgte, die wohlausgebaute innere Fortlinie besetzen, und um 3 Uhr morgens, nachdem sie noch zahlreiche Gefangene gemacht hatten, in die befreite Stadt Przemysl ein⸗

. i marschieren. 0 Die Beute von Przemysl.

0 Berlin, 7. Juni. Bei der Einnahme von Przemysl fielen, wie demBerliner Lokalanzeiger aus dem K. K. Kriegspresse⸗ quartier gemeldet wird, 7000 Gefangene, 31 Geschütze und 30 Maschinengewehre in die Hände der Verbündeten. Nach Aussagen von Gefangenen sei der Besatzung der Befehl

5 N 4 f

. J . 2

Am 21. Mai schien man sich zu i

r

e

Der russische Bericht. a Petersburg 6. Juni.(Priv.⸗Tel. Ctr. Fkft.) Der Große Generalstab teilt mit: Beträchtliche deutsche See⸗ streitkräfte wurden in der mittleren Ostsee bemerkt. Unsere Schiffe wechselten einige Schüsse mit den deutschen in der Nähe des Golfes von Rig a. An beiden Ufern des Niemen an der Narewfront und am linken Weichselufer keine we⸗ sentliche Aenderung der Lage. Unsere Offensive am unteren San entwickelte sich am 3. und 4. Juni erfolgreich. Das 14. österreichische Korps, das an den vorhergehenden Tagen an der Front bei Podwolina und Struza eine Niederlage erlitt, zog sich in die befestigten Stellungen zwischen Leng und San an die Front der Dörfer Stary Jata und Lentownig zurück. Der Kampf um den Besitz dieser Gegend brachte uns über 1000 Gefangene. Bei einem Gegenstoße schritten die von uns Oesterreicher und starke deutsche Reserven, die sich am linken Lengufer zusammen⸗ gezogen hatten, in der Nacht zum 4. Juni zum Angriff und mach⸗ ten an der Front Krawoe Burd zi drei stürmische Vor⸗ stöße, die zurückgewiesen wurden. Am rechten Sanufer zwischen den Flüssen Lubaczowka und Sclo bemächtigte sich unsere Infanterie am 4. Juni in der Gegend des Dorfes Korceniza mehrerer deutscher Suzengrüben. Am 3. Juni gelang es dem Feind, sich des Dorfes Star zawa am linken Wisznia⸗Ufer zu bemächtigen. Unser Gegenangriff warf ihn aus dem Dorfe, doch hielt er sich auf den benachbarten Höhen. Der Feind griff in der Nacht zum 4. Juni unsere Stellungen zwischen dem Dorfe Kru⸗ keniza und dem Flusse Strwiacze an, wurde aber unter großen Verlusten zurückgeworfen. Der Feind setzte am 3. Juni seine An⸗ griffe auf unsere Brückenköpfe am Dnjestr zwischen Tysmenicg und der Eisenbahn Stryj Mikolajow fort. In der Stellung bei dem Ugartsberg warfen wir im Laufe des Tages vier heftige An⸗ griffe zurück, wobei wir uns der Bajonette und Handgranaten be⸗ dienten. Am Mittag des folgenden Tages begann der Feind, der von der ganzen obenbezeichneten Front zurückgedrängt wurde, sich an einer neuen Front außer Reichweite unseres Kanonen⸗ feuers zu sammeln. Unsere Truppen nahmen die Offensive auf und griffen den Feind bei Kriniza an. Der Kampf dauert fort. D 6. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Unter der UeberschriftDen Zweiflern! die dem Höchstkom⸗ mandierendennahestehendeWetschernaja Wrem⸗ za einige Worte an die Adresse derer, die da zweiflen und in Verwirrung geraten sind.Wir sind erregt und durchleben Ta quälender Spannung in Erwartung der Entscheidung. Erriqnisse von Weltbedeutung reifen zwischen Weichsel und dem Mittellauf des San heran.Aber fragt das Blattgeben sich wohl viele kaltblütig und klar Rechenschaft über die. Aufgaben, die dem russischen Generalstab in diesem Kriege zugefallen sind? Nein seufzt das Blattnicht viele. entsteht unter dem Getuschel derer, die die Bedeutung dieses Tuschelns kennen, und unter dem gleichen, wenn auch schon etwas lauteren Ge⸗ flüster derer, die sich nicht im geringsten Rechenschaft darüber ab⸗ legen, was sie tun? Unter den schweren Seufzern der Massen, die leider nicht begreifen, und bei der verbrecherischen Untätigkeit derer, die wohl begreifen, aber schweigen und untätig sind, zer⸗ fällt allmählich die ganze physische Energie unseres Widerstandes Wie schmerzlich, wie kränkend und beschämend ist das alles! Wir haben eine große Zahl von Personen, die sich darstber klar sind, daß nicht alles bei uns so steht, wie es stehen müßte, und sich trotzdem nicht darüber klar werden können, daß die Defensive unseres Kriegsplanes gegen Oesterreich nur eine Notwendigkeit ist. So merkwürdig das klingt, es ist aber so. Der langsame Gang der Operationen könne wohl den Schlummer einer Kaufmannsfrau stören, aber nicht die russischen Intelligenten verwirren, die doch gewöhnt sind, alles zu analy⸗ sieren. Unser Generalstab hat Mißklänge im Innern des Landes in Berechnung gezogen, entsprechende Mafmahmen getroffen und nicht qrach billigen Wirkungen gehascht. Aus jeder Zeile s. ngenklingt es heraus, so ist es und nicht anders. Wir alle, die wir durch Libau und das Zurückgehen auf die Sanlinie in Zweifel und Verwirrung geraten sind, müssen daran denken: wenn wir uns nicht in die laufenden Ereignisse bis zu dem Grade hineindenken, wie dies zum Kampfe mit dem hochverräterischen e ie erg Meng itt We Aschen f W 1. 8 2 em 1 b en ö e kommen werden.

Lloyd George über die Lage.

London, 6. Juni.(WTB. Nichtamtlich) Lloyd Ge⸗ orge erklärte gestern in einer Rede in Liverpool: Die Lage üst die ern stest e, der die Nation jemals gegenübergestanden hat. Was Deutschland zu einem furchtbaren Feinde macht, ist nicht nur die Vorbereitung für den 5 und die Organisation, sondern der Geist in jeder Klasse der Bevölkerung, die alles dem großen natio⸗ nalen Ziele unterordnet, für das Vaterland den Sieg zu gewinnen. Der Redner wandte sich an den Patriotismus der Arbeiter, indem er sagt: Die Statuten der Gewerkschaften müssen während des Krieges aufgehoben werden. Die Regierung verpflichtet sich je⸗ doch, sie nach dem Kriege wiederherzustellen. Faulenzer können nicht geduldet werden. Es darf keine Zeit verloren gehen. Das Problem der Munitionslieferung ist höchst dringend. Der Schwätzer Churchill.

London, 6. Juni.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus. In einer Rede in Dundee führte Chur⸗ chill aus, die Gefahr, die die Unterseeboote darstellten, be⸗ schränke sich auf gewisse Grenzen. Das Verhältnis der Seestreit⸗ kräfte werde immer günstiger für England. Gegen Ende des Jahres hätte die britische Flotte derartige Verstärkungen erhalten, daß dies unglaublich erscheinen würde, wenn nicht die Tatsachen die Richtigkeit bestätigten. Ueber die Dardanellen sagte er: Wir stehen vor einem Siege, wie er in diesem 2 5 noch nicht gesehen worden ist, und der uns fitr alle Verluste ent⸗ e 1 4 0 a

ondon, 6. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der Herzog von Devonshire wurde zum Zivillord der Admirali⸗

o

tät ernannt. 7 e e ee Die Kämpfe im Westen. Zürich, 5. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Nach ei Meldung derNeuen Zürcher Zeitung ist N

des belgischen Heeres zur Erholung von der flandri⸗ schen Kampffront zurückgezogen und dur französi Senegalneger ersetzt worden. 10*

Frankreichs Kriegssinanzen. a

Paris, 4. Juni.(WTB. Nicktamtlich.) DerTemps ver össentlickt einen Bericht des Finanzministers Ribot bezüglich der Eröffnung der provisorischen Kredite für das La ie 1915, 55 den i gründung Antrages vorgelegt Daraus or, daß die geforderten Kredite 5 939 978 270 Francs 8 von entfallen 5 605 630 133 Francs auf das Generalbudget. In dem Berichte Ribots ist gleichfalls eine Aufstellung aller Ausgaben Frankreichs seit Kriegsausbruch enthalten, die insgesamt und einsckließlich der Ergänzungskredite für das Rechnungsjahr 1914 24 Milliarden Franks betragen. Abgesehen von den Mobi ungs- und Requirierungskosten, die gänzlich auf den August 1914 entfallen, betragen im Durchschnitt die ben vom August bis Dezember 1914 1340 Millionen, im ersten Halbjahr 1915 1665 Millionen monatlich und im dritten Vierteljahr 1915 1870 Millionen monatlich. Dieser letzte Monatsbetrag wird durch Zuschlagskredite wahrscheinlich noch erhöht werden. Die Gesamtausgaben bis zum 30. Jum 1915 be⸗ tragen für Heer und Marine 16 238 015 171 Francs, für die Staatsschulden 427 051618 Francs, für die Unterstützung der Jamilien der Mobilisierten und Flüchtlinge usw. 2318 812 430 Francs, für den Ankauf von Lebensmitteln zwecks Verprovian⸗ tierung der Zwilbevölkerung 186 800 000 Francs und für die übrigen Ausgaben des Staates etwa zwei Milliarden Francs. e ine ausgaben sind von 850 Millionen monatlich auf

erteilt worden, sich bis zum letzten Mann zu halten. Das über⸗ mücheine Artilleriefeuer brach aber jeden Widerstand.

.

1300, Meillianen gestiegen, besonders infolge der zunehmenden Stärke der Herrerbelänbe, der Werstärhnig der Wontzimittel ald

tionen Orient. 2 Unterstützungen haben sich von 68 Millionen 5 monatlich erhöht. ö N 5 3

Die Ausgaben des Staatsschatzes zwischen dem 1. August 1914 und dem 15. Mai 1915 betrugen 12 610 Millionen Francs, die Einnahmen 12 321 Millionen Francs. Die Ei 5 13

Staatsschatzes setzen sich folgendermaßen zusammen: Seeber e 9949. Zeichnungen in Bargeld oder National⸗Verteidigungsschatzscheinen auf kurzfristige Obligationen 1104, Einzahlungen auf proz. Rente 449, Vorschüsse von der 5 55 Frankreich und der Bank von Algerien 5525 Millionen Ter Bericht schließt mit der Erklärung, daß bie Gesamtlage rsichtlich betrachtet werden könne. Der beste Beweis dafür ei, daß das Volk seine Ersparnisse in Schatzscheinen und Obliga⸗ tionen anlege, was zugleich auch das Vertrauen des Volkes in den endgültigen Sieg beweise. 1 Die englischen Verluste. London, 5. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) DieNimes melden: Die Verluste seit dem 29. Mai 3 11000 Mann. Die letzte Verlustliste führt 150 Offiziere und

2582 Mann auf.. Aus Holland.

Amsterdam, 5. Juni.(WT Nichtamtlich.) Es wurde ein Gesetzentwurf, betreffend Ausdehnung des Land⸗ sturmdienstes der niederländischen Armee, veröffent⸗ licht, der es ermöglicht, den Teil des Volkes den g= dienst zu verpflichten, der, obwohl tauglich, bisher nicht unter die Waffen gerufen werden kann. Die Regierung be⸗ absichtigt, die Eingeschriebenen, die vom Milizdienst befreit oder freigelost sind, nacheinander zum Lan dstur m einzuziehen und mit dem jüngsten Jahrgange zu beginnen.

Die Streikbewegung in England.

London, 6. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der geschäfts⸗ führende Ausschuß Allgemeinen SNeende der Gewerkschaften veröffentlicht ein Manisest, in dem die Re⸗ gierung und das Volk darauf hingewiesen werden, daß in Wochen ganz Lancashire sich in einem in dustriellen Riesenstreikk befinden kann. Das Manifest bedauert, daß die Re 25 unfähig war, wirksam die Preise für Lebensmittel, Kohle die Kriegsgewinne zu kontrollieren, und betont, daß die Lebensmittelpreise seit einem 11 um mehr als 25 Proz. gestiegen sind. Die Steigerung der Kohlenpreise ist noch ernster. Die künstlich gesteigerten Kohlenpreise verringern die Arbeitsgelegenheit. Verschiedene Industrielle Nag bereits, daß sie ihre Werke schließen müssen. Falls diese cklung sich aus⸗ dehnt, wird eine sehr ernste Lage hen. Das Manifest recht⸗ fertigt die Forderung der Arbeiter in Lancashire nach einer Kriegs⸗ zulage. Während etwa eine Million Arbeiter die Zulage erhielten, bekämen 10 oder 12 Millionen keine. Die Regierung vernach⸗ lässige die Organisierung der Eisenbahn⸗ und Unterseetransporte. Es sei kein Grund vorhanden für eine Gesetzgebung aus Panik und für eine industrielle oder militärische Wehrpflicht.

Das englische Darlehen 1 5

Lugano, 5. Juni.(WTB. Nichtämtlich.) Nach an⸗ scheinend zuverlässigen Informationen aus Italien das Darlehen, das England Italien gewä 60 Millionen Pfund Sterling und ist zu verzinsbar.

3

hat, Proz.

* ˖ Der italienische Bericht.. Rom, 6 Juni(WTB. Nichtamtlich) Das Oaerptentartier

meldet vom 5. Juni: 5

Es ist nichts sehr Bemerkenswertes zu melden. Kleine Operationen unserer Vortruppen dauern

Grenze vom Silfferjoch bis zum Meere an. Auf dem Lavarone-⸗Folgoria tut sich immer mehr die t serer die österreichisch⸗ungarischen Forts beschießenden erie kund. Unsere dadurch wirksam gestützte Infanterie festigt sich im⸗

erk. wird die vollständi⸗ isation der ln n B 3

Dienste 1 Das Befinden des Königs der Hellenen.

Athen, 5. Juni.(WTB. ä Der Zustand des Königs bessert si lich, der Köni det nach der Ansicht 15 8 Gebr. a ui

Ein Kriegssteuergesetz in der Schweiz.

Bern, 6. Juni.(WB. Nichtamtlich) Der im April von beiden eidgenössischen Räten angenommene Bundesbeschluß, durch den der Bund ermächtigt wird, zur Deckung eines Teiles der Mobilisationskosten eine einmalige Kriegs steuer auf den Besitz und in geringem Maße auch auf das Einkommen zu erheben, wurde heute in einer Volksabstimmung mit 445 000 ja gegen 27 200 nein angenommen. Die Steuer betrifft Ei von über 2500 und die Vermögen von über 10 000 Franken. Sämt⸗ liche politische Parteien hatten die Annahme empfohlen. In ein⸗ zelnen Kantonen betrug die Zahl der Ablehnungen nur 23 Proz. so in Basel, Luzern, Bern u. a. Die Schweizerische Depeschen⸗ Agentur bemerkt hierzu: Die Geschichte der schweizerischen Demo⸗ kratie weist kein Beispiel auf, bei dem eine Vorlage der Regierung und des Parlaments nit so gewaltiger Mehrheit angenommen wor⸗ den wre. 35 0 l 1 8 8 1

0 Aus Kurland.

Petersburg, 5. Juni.(WD ö lettische Zeitung 1 meldet: Bentf Bangen

5 che f ie täglich über Windau.besonders Neu Epen von allen Seiten 25 Aan br 155 Eine Kontribution der Stadt Liban. Petersburg, 5. Juni.(WTB. Nichtamtlich) Nach demRjetsch hat die Stadt Li bau eine von 500 000 Rubel. D i g des amerikanischen Konsuls ist erwirkt en, daß die g lung auch durch Naturalien und andere Wertsachen er⸗

Der Seekrieg.

Der englische KreuzerPatrol gesunken?

folgen Berlin, 5. Juni.(WTB Nichtamtlich.) DieB. am Mittag meldet aus Hamburg: Bei Pierre lländischen Küste wurden nach einer Meldun 88 rger Fremdenblattes drei Rettungsgürtel 25 esten mit der Aufschrift:H. M. S. Patrol en. Man muß annehmen, boß dieses Schiff verloren ist. Es handelt sich offenbar um die Ueberreste des en ePatrol, 3000 15177 groß, ein westerschiff des kleinen KreuzersPathfinder der am 5. Dezember 1914 in der Neordser durch 11. 21% torpediert wurde. Es wurde schon früher gerüchtweise der Untergang dieses Schiffes berichtet.. (Der KreuzerPatrol ist im Jahre 1904 vom Seel el gelaufen. Er hatte eine Geschwindigkeit von 25 Seemeilen und war mit neun Geschützen von 10,2 Zentimeter Kaliber

armiert. Seine Besatzung zählte 270 ae

*

4