varen gepökeltem oder geräuchertem Fleisch— in ab⸗ löschten Kalk oder in Hol zasche. Voraussetzung für die 8 tbarkeit der so behandelten Waren ist, daß sie sich vor dem Einlegen in Kalk oder Holzasche in einwandfreiem Zustande be⸗ nden; denn wenn die Waren bereits angefangen haben, zu ver⸗ ben, so vermögen diese Verfahren dies nicht hintanzuhalten. Nach zuverlässigen Mitteilungen aus Belgien erfahren gut durch⸗
äucherte Waren durch das Kalkverfahren keine nennenswerte
ränderung der äußeren Beschaffenheit und des Geschmacks dagegen wird die äußere Schicht nur gepökelter Waxen in geringem
Abschaben entfernt werden muß. Beim Einlagern von nur ge⸗
pökelter Ware hat man also mit einem geringen Vexlust zu
rechnen. Mit dem Holzascheverfahren sind in Belgien die besten
S 415 bei sehr langer Aufbewahrung von Fleischwaren,
die durch Pökeln oder durch Pökeln und Räuchern konserviert
waren, erzielt worden.— Die Einlagerung von geräucherten oder gepökelten Fleischdauerwaren, die sich in völlig trocke⸗ nem Zustande befinden müssen, in Kalkpulver oder Holzasche wird zweckmäßig folgendermaßen vorgenommen: Man legt auf den Boden eines Behälters(Faß, Tonne, Kiste usw.) zunächst eine nicht zu dünne Schicht abgelöschten Kalkpulvers oder Holzasche; alsdann werden die trockenen, für die Aufbewahrung bestimmten, Fleischwaren einzeln so auf dem Kalk oder der Holzasche ausge⸗ breitet, daß die einzelnen Stücke sich nicht berühren; sodann be⸗ deckt man diese wiederum mit einer nicht zu dünnen, mindestens aber 10 Zentimeter starken Schicht der genannten Mittel und wechselt mit dem Ausschichten der Fleischwaren einerseits und des Kalkpulvers oder der Holzasche andererseits ab, bis der Be⸗ hälter voll ist. Die oberste Fleischschicht wird mit einer besonders starken Kalk⸗ oder Holzascheschicht bedeckt. Durch zeitweiliges Ent⸗ nehmen eines Fleischstückes aus dem Behälter wird man 9 zweck⸗ mäßig von dem Zustand der Waren überzeugen. Die so her⸗ gerichteten Behälter müssen an einem trockenen, kühlen Orte auf⸗ bewahrt werden. Das Kalkpulver kann leicht von jedermann durch schwaches Anfeuchten. von gebranntem Weißkalk mit Wasser her⸗
—5— 88 wobei dieser unter Erwärmung in ein trockenes
zerfällt.
* Militärische Ausbildung der Jugend. Durch das Entgegenkommen des Vereins ehemaliger 116er und des Schützenvereins ist es möglich geworden, vorläufig mit den größeren Mannschaften der Jugendkompagnien Schießübungen auf den Schießständen des Schültzen⸗ vereins vorzunehmen. Dieselben beginnen in diesen Tagen.
Anmeldungen für eine Ersatzabteilung werden am Mittwoch— abend 8¼ Uhr in der Turnhalle des Realgymnasiums an— genommen.
* Ein Engländer über die Behandlung im Gießener Gefangenenlager. Das„Daily Chro⸗ nicle“ vom 26. Mai gibt das Schreiben eines Kanadiers 4* der in Gießen gefangen gehalten wird. Darin
ißt es: N Wir werden gut behandelt. Man trägt Sorge für un⸗ sere Gesundheit, und alles muß peinlich sauber gehalten werden. Als wir ankamen, erhielt jeder ein warmes Bad, was wir wirklich bitter nötig hatten. hoffe, Ihr werdet unsere Gefangennahme nicht als eine Schmach ansehen. Wir, die wir übriggeblieben waren, ergaben uns, als große Mengen deutscher Infanterie von allen Seiten auf uns einstürmten, Regen von Blei aus Gewehren und Maschinengeschützen auf uns niederprasselten und Schrapnelle von hinten her zwischen uns einfielen. Wir hatten das Feuer schon zwei Tage und Nächte ausgehalten, und waren fast alle verwundet worden. Um auf die Behandlung hier zurückzukommen, so sind wir, was Reinlichkeit und Bequemlichkeit angeht, besser dran, als daheim in Salisbury Plain. Wir erhalten drei Mahlzeiten täglich, Kaffee und Brot zum Frühstück und ein Liter sehr guter Gemüsesuppe zum Mittag und Abend. Wir können auch einiges hier kaufen, z. B. Butter und Sardinen. 5 Das wird alles Grey und Genossen nicht verhindern, 2 1 1 8 15 5 7 Behand⸗ ung englischer angener in Deutschland zu hetzen.
500 Operhbesfifcer Obstbauverein. Am letzten Samstag vereinigten sich die Ausschußmitglieder des Ober⸗ hessischen Obstbauvereins auf Einladung des Vor⸗ tzenden Kreisrats Schenk zu Schweinsberg von Friedberg zu einer Sitzung im Hotel Viktoria in Gießen mit nachstehender Tagesordnung: 1. Abrechnung 1914/15; 2. Voranschlag 1915/16; 3. Verschiedenes; 4. Wünsche und Anträge.— Aus den Verhandlungen sei folgendes erwähnt: Der Verein zählte im abgelaufenen Jahre 4979 Mitglieder. Die Mitgliederzahl dürfte sich infolge des Krieges um etwa 200 verringern. Die Einnahme betrug 11 690,93 Mk., die Ausgabe 10 093,57 Mk. Der Ratgeber für Obst⸗ und Gartenbau soll während der Dauer des Krieges in geringe⸗ rem Umfange erscheinen. Die durch den Landwirtschafts⸗ lammer⸗-Ausschuß für Oberhessen veranstalteten Ausstellun⸗ gen und Kurse fallen während der Kriegszeit aus. Der Edelreiserversand an die Mitglieder wird beibehalten. Für 1915/16 wird der Voranschlag für das verflossene Jahr zu⸗ grunde gel gn Auf die Vertilgung der Obstbaumschädlinge: Raupen, Apfelblütenstecher, Ringelspinner, Frostspanner usw. soll in den Kreisblättern 8 werden. Zur Obst⸗ und Gemüseverwertung soll Ratgeber Rezepte bringen. Beim Abschießen der für den Obstvau schädlichen 13 sind die polizei⸗ und forstbehördlichen Bestimmungen eachten.— Die übliche Hauptversammlung des Vereins
ällt für dieses Jahr aus. a* Ein Verfahren gegen den Raupenfraß an den Beerensträuchern teilt uns eine Leserin mit: Ein Kalkstein wird in flacher Emailleschüssel mit ein paar
Tropfen Wasser zum Zerfallen gebracht. Die vorher mit einer Brause befeuchteten Sträucher werden mit dem Kalkpulver
so bestäubt, daß die Blätter auch an der Unterseite, wo die Raupen hauptsächlich sitzen, von dem Kalk mitbekommen. Die Raupen, die abfallen, gehen auf dem auf den Boden fallenden Kalk zugrunde. g*
Pferdeankauf durch die Militärverwal⸗ tung. Um die mit der Aushebung der Pferde insbesondere für die Landwirte verbundenen Härten möglichst zu vermeiden, hat die Militärbehörde beschlossen, ihren Pferdebedarf in erster Linie durch freihändigen Ankauf zu decken. Es ist den Land⸗ wirten dringend anzuraten, die Pferdemärkte soweit als möglich zu beschicken, da hierbei Gelegenheit gegeben ist, die Tiere eventuell zu guten Preisen direkt an die Heeresverwaltung zu verkaufen. Eine freiwillige Hergabe ist auch deshalb wünschens⸗ wert, weil bei einem Mißerfolg des freihändigen Ankaufs weitere Pferdeaushebungen nicht ausbleiben werden. Mit Rücksicht auf die Zukunft halten wir es für dringend ratsam, wenn die Land⸗ wirte mehr und mehr zur Verwendung von Ochsengespan⸗ nen übergehen. Eine solche Maßnahme liegt im Interesse des Vaterlandes und der Landwirtschaft.
Landkreis Gießen.. a h. Lollar, 1. Juni. Die durch einen Blitzschlag im Buderuswerk verursachte Störung des Betriebes, von der wir unterm 28. Mai berichteten, konnte in einigen Stunden wieder behoben werden, so daß eine Einschrän⸗ kung des Betriebs nicht einzutreten brauchte. Treis a d. Lda, 31. Mai. Am 30. Mai 7 47— die biesige Jung mannschaft eine ausgedehnte Marsch⸗ übung. Gegen 6 Uhr morgens verlies man Treis und zog durch Winnen, Leidenhofen, Ebsdorf, Hachborn nach Sichertshausen Hier erfrischte man 48 und marschierte dann auf dem prächtigen Waldwege von Sichertshausen nach Treis zurück, wo die Mann⸗ schaft um 3 Uhr nachmittags wieder ankam 5 Dorf ⸗Gill, 31. Mai. Aus unserer Gemeinde von Seelen stehen gegenwärtig 52 Mannunterden Waffen. on sind bis jet 5 verwundet worden. Einer davon mußte, da g Arm verlor, als Invalide entlassen werden; drei
125
8
1 7 folgende eine r Wehrmann Blank
Maße verändert, so daß sie vor dem Genuß durch Abschneiden oder O
sind wieder soweit hergestellt, daß sie wieder Garnisondienste ver⸗ während der 5. erst vor einigen Tagen verwundet d sich noch in einem 9 6— in Galizien befindet. Gefallen ist von den hier ansässigen Leuten noch niemand, da⸗ gegen mu 4 Mann, die sich auswärts niedergelassen hatten, ihr Leben lassen. Von den im Felde stehenden——.— er⸗ das 5 5 eute Unteroffizier Martin Sa⸗ sowie Gefreiter Karl Pfannmüller die Hessische Tapferkeitsmedaille.— Die im vergangenen Jahre in dem hiesigen rte gegründete Pfennigsparkasse der Schuljugend hat bis jetzt eine Einnahme von 1000 Mark. Davon sind 800 Mk. auf einer Kasse und 200 Mark in 5% Kriegsanleihe angelegt worden. Daß man dieser Einrichtung immer mehr Beachtung schenkt, geht daraus hervor, daß die Zahl der Einleger von 31 auf 50 gestiegen ist. Mancher Pfennig, der sonst den Kindern durch die Finger rann, wird nun gespart. = Obbornhofen, 30. Mai. Heute abend fand hier die Gedächtnisfeier für den auf dem Felde der Ehre gefallenen Mus⸗ ketier Karl Brettschneider statt. Er stand bei der 4. Komp. r 138. Am Himmelfahrtstage erhielt er in Ruß⸗ land im Ste lungskampf einen Kopfschuß, der seinem Leben nach einigen Stunden ein Ende machte. 5 die ganze Gemeinde hatte sich zur Ehrenfeier eingefunden. B. ist das vierte Opfer aus unserer Gemeinde. 5 Steinheim, 30. Mai. Dem Gefreiten Otto Engel von hier im Feldartillerie-Regt. 61 wurde das Eiserne Kreuz
verliehen. Kreis Alsfeld.
Mücke, 31. Mai. Vor einiger Zeit wurde berichtet, daß die Mittagsfahrpost Ulrichstein— Mücke und zurück vom 1. August ab in Wegfall kommen sollte. Die beiden Post— halter hatten 9000 Mark jährlich mehr verlangt. Zwischen ihnen und der Postbehörde kam es nun zur Verständigung und den Post— haltern wurde die Summe von 6000 Mark Zuschlag zugebilligt. Die Mittagsfahrpost bleibt somit bestehen, was besonders für die Bewohner des Ohmtales, die weit von der Bahn entfernt sind, von besonders großem Interesse ist und deshalb sehr von ihnen begrüßt werden wird.
Kreis Lauterbach.
Grebenhain, 29 Mai. Den Tod fürs Vaterland starb am 25. Mai Briefträger Karl Schneider, Wehrmann beim Landwehr⸗Infanterie-Regiment 87. Er ist das zehnte Kriegsopfer aus unserer Gemeinde. Weiter starben in den legten Tagen noch Unteroffizier Abraham Weinberg und Ersatzreservist Gustav
Sommer. Kreis Schotten.
T. Auts dem oberen Vogelsberg, 31. Mai. Durch die anhaltende trockene Witterung sehen sich immer mehr Land⸗ wirte genötigt, schon mit der Heuernte zu beginnen. Ent⸗ sprechend den Witterun hältnissen der letzten Wochen ist das Gras der Wiesen durchschnittlich wenig entwickelt geblieben. Das 1 Untergras fehlt gänzlich. Die Bergwiesen, die für das Vieh als Weide dienten, sind durch die allzulange Trockenheit alle dürr, geradezu durch die Sonne versengt worden, so daß die Landwirte den Viehherden einige Talwiesen als Weideplätze einräumen muß⸗ ten. Ein tüchtiger Regen könnte schließlich noch hier und da das angedorrte Gras zum weiteren Wachstum bringen.— Die Som⸗ . steht durchweg sehr gut, trotzdem es solange nicht ge⸗ regne 1
Köddingen, 31. Mai. In Feindesland starb den Helden⸗ tod fürs Vaterland der Musletier Rühl im Infanterie-Regiment Nr. 168, 10. Komp. Sein Bruder Karl Rühl ist vor einigen Wochen ebenfalls gefallen. Es ist bereits das zehnte Opfer, das der Krieg in unserer etwa 480 Einwohner großen Gemeinde ge—
fordert hat. Kreis 8
w. Wetzlar, 31. Mai. In der jüngsten Kreistags sitzung wurde der r err für das Rechnungsjahr 1915 in Einnahme und Au auf 2035 000 Mk. sestgesetzt. Die vorgetragene Rechnung der——.—— alkasse für das Rechnungsjahr 1913 betrug in 3— 568 069,85 Mk., in Ausgabe 561 590,37 Mk. Die Kasse der Herberge„Zur Heimat“ stellte sich in Einnahme und Ausgabe auf 6111,85 Mk.
Gerichts saal.
Gießener Höchstpreise vor dem Reichsgericht.
Leipzig, 31. Mai. Als Höchstpreise für Kartoffeln hatte am 29. Oktober v. Is. der Oberbürgermeister von Gießen den Betrag von 6,50 Mk. für den Doppelzentner fest⸗ gesetzt. Wegen Zuwiderhandlung gegen diese Anordnung ist vom dortigen Landgericht am 12. März der Landwirt Moritz Bender zu 150 Mk. Geldstrase verurteilt worden. Er fuhr am 26. No- vember mit einem Wagen Kartoffeln durch Gießen und bot den Rest von etwa 220 Pfund einem Kauflustigen für 7,50 Mk. an, während er nur 7,15 Mk. hätte fordern dürsen. Ein anderer kaufte schließlich den Rest für diesen Preis. Die Revision des An- geklagten wurde heute vom Reichsgericht als unbegründet ver- worsen. Das Landgericht hatte im Urteile erwähnt, daß der Angeklagte sich des Wortes Malter statt Doppelzentner bedient habe, als er die Kartoffeln anbot. Wenn auch sonst unter Malter ein Hohlmaß verstanden wird, so fand das Reichsgericht in dieser Urteilsstelle keinen Angriffspunkt, da als tatsächlich sestgestellt an⸗ gesehen werden muß, daß das Landgericht Malter hier mit Doppel- zentner als gleichbedeutend angesehen hat.
vermischtes.
* Der neue Oberbürgermeister von Dresden. Aus Dresden, 31. Mai, wird berichtet: Stadtrat und Stadt⸗ verordnete wählten heute abend in gemeinsamer N den Okerverwaltungsgerichtsrat Dr. Blueher mit 71 von 120 ab⸗ gegebenen Stimmen zum Oberbürgermeister von Dresden.
* Türkische Nüchternheit und Mäßigkeit. Von der militärischen Tüchtigkeit der Türken hat der jetzige Krieg schon mancherlei Proben geliefert. Bedeutsam ist angesichts dessen, was Universitätsprofessor Dr. Donath, Budapest, der den russisch⸗ türkischen Krieg von 1877½ö8 als Militärarzt im türkischen Heere mitgemacht hat, aus seinen damaligen Erfahrungen mitteilt: Zweifellos ist es zum großen Teil der Nüchternbeit der Türken und auch ihrer Mäßigkeit im Essen zuzuschreiben, daß trotz mangel⸗ hafter Bewaffnung, Ausbildung und Verpflegung sie so lange Zeit der russischen Uebermacht Widerstand leisten konnten. Auch rich⸗ teten nach dem Waffenstillstand von San Stefano Typhus und Dysenterie unter den siegreichen Russen größere Verheerungen an als die durch Waffen beigebrachten Verletzungen und Erfrierungen, während die Türken durch ansteckende Krankheiten kaum zu leiden hatten.
—
Marte. f
FC. Wiesbaden. Viehhos Marktbericht vom 31. Mai
Auftrieb: Rinder 358(Ochsen 32, Bullen 42, Kühe und Färsen 284), Kälber 369, Schafe 28, Schweine 365.
Marktverlauf: Mittleres Geschäft, bei Großvieh Ueberstand,
sonst geräumt. Preise für 100 Pfd.
Lebend- Schlacht-
Liserne Kreuz und die .
Ochsen. gewicht. Vollfleischige, ausge mästete, höchsten Schlacht: Mk. Mk. wertes im Alter von 4—7 Jahren.. 62—70 120 130 Junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemäs tete„„ 59—68 116—120 Bullen. Vollfleischige, ausgew. höchsten Schlachtw. 60—62 110-115 Färs Wat* 5500 Vollfleischige, ausgemästete Järsen en Schlacht wertes.„„. 64—70 122—130 Vollflesschige ausgemästete Kühe böchsten Schlachtwertes bis zu? Jahren. 5862 117120 Wenig gut entwickelte Färsen.. 58—62 117-120 Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 48—52 96—102 Kälber. einste Mastkälber.. 80—00 139—00 littlere Mast- und beste Saugkälber. 75—78 125—129
Geringere Mast- und gute Saugkälber... 67—71 1121186 9 Geringe Saugkälber.„ 84—100 J Scha se. 5 Weidemastschase: Mastlämmer und Masthammel... 55,00 00% 105116 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewicht. 116—120 145— 150
Vollfleischige Schweine unter 80 Ig Lebendgew. 106-110 135140
— 1
Amtlicher Wetterbericht. 5 Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.
Von Westen her rückt eine starke Depression heran und drängt den sestländischen hohen Druck nach Osten. Wir haben daher be- 5 reits morgen bei milden, südwestlichen Winden zunehmende Be- f wölkung doch wohl noch keine Niederschläge zu erwarten.
Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 2. Juni 1915: Wollig, doch noch meist trocken, mild, südwestliche Winde.
Letzte Nachrichten.
. Die Befreiung Galiziens.
Wien, 1. Juni. Dem„Czas“ zufolge wurden in den letzten 10 Tagen 80 galizische Gemeinden und Ortschaften vom Feinde befreit. Seit dem Beginn der Moioffensive sind insgesamt nicht weniger als 868 Gemeinden wieder von den Oesterreichern besetzt worden.
Grey bedenklich erkrankt.
Amsterdam, 1. Juni.(D. D. P.) Der Gesundheits⸗ zustand Greys, der bereits seit einigen Wochen leidend ist, gibt Anlaß zu Pesorgnissen. Ter Leiter der Auswärtigen Po⸗ litik Großbritanniens muß auf Anraten der Aerzte sich auf meh⸗ rere Monate von den Staatsgeschäften zurückziehen, wenn er sich nicht des Verlustes seines Augenlichtes aussetzen will. Der Staatssekretär wird deshalb schon im Laufe dieser Woche das Auswürtige Amt verlassen.
Der Druck des Vierverbanbes auf Bulgarien.
Köln, 1. Juni. Der„Kölnischen Zeitung“ wird aus S o fia berichtet: In Bulgarien wird gegenwärtig eifrig Stimmung da⸗ für gemacht, von der Türkei die Herstellung der auf dem Lon⸗ doner Vorfrieden festgesetzten Grenzen zu verlangen. In Kreisen f der Regierung ist die Auffassung pvertreten, daß die Türkei in Wertung der bulgarischen Neutralität in diesem Kriege Opfer bringen werde, auch in Rücksicht darauf, daß es der Regierung gelungen sei, die Agitation, wie sie von den Gesandten der Drei⸗ verbandsmächte geführt werde, erfolgreich zu bekämpfen. Bisher sind Schritte in dieser Richtung noch nicht gemacht und scheinen auch nicht bevorzustehen 1
Der„Avanti“ gegen die Regierung.
Lugano, 1. Juni. Der„Auanti“ fragt, warum die Regierung nicht den Mut habe, dem Volke die Zahl der Opfer bei der Beschießung von Venedig mitzuteilen und überhaupt den Schaden verschweige, den die Beschießung der österreichisch-ungarischen Flotte in Ri⸗ mini und Ancona verursacht habe. Die Regierung solle sich 0h den ehrlichen Verlustlisten Deutschlands ein Beispiel nehmen.
Die Pariser Presse über Italiens Eingreifen.
Basel, 1. Juni Mehrere Pariser Blätter warnen, offen⸗ bar eimer offiziösen Weisung folgend, vor Ueberschätzung der Operationen an der Südfront. Sie erklären übereinstimmend, man dürfe von den bisherigen Vorgän, an der österreichischen Grenze nicht viel Aufhebens machen nicht von einer italieni⸗ schen Offensive sprechen. Die Lage an der Ostfront bleibe unge ⸗ klärt, habe aber vielleicht Neigung zur Besserung. Die Zeitschrift „Vie Parisienne“ schreibt: Der Hauptgegen der Unterhal⸗ tung in Frankreich ist die Frage, wie lange der Krieg noch dauern würde Der Gouverneur von Greoble habe eine Bekann⸗ machung erlassen, wonach jeder, der auf der Straße oder in 5 8 lichen Lokalen die Frage aufwirft, für wann wohl der Fr„ erwarten sei, mit empfindlichen Strafen bedroht wird. Die gleiche Zeitschrift empfiehlt, die tauglichen Sträflin ge ins Heer 9 zustellen. Frankreich könnte dadurch 50 000 Soldaten gewinnen.
Die politische Mission des Payftes. 1 WTB. Köln, 1. Juni. Die„Köln. Zig!“ meldet von der italienischen Grenze: Der römische Korrespondent des„Petit
8 übermittelt seinem Blatte Mitteilungen eines hohen älaten aus der Umgebung Papst Bendikts XV., wonach 1 der Papst alle Mittel angewandt habe, um ein Ein⸗ greifen Italiens in den Krieg zu verhindern und zwar nicht im Interesse der Zentralmächte, sondern aus Gründen der Menschlichkeit. An Kaiser Franz Joseph habe der Papst ein Schreiben gerichtet, worin er ihm die Notwendigkeit weitgehender Zugeständnisse an Italien nahelegte. Der Kaiser habe zunächst ausweichend geantwortet, worauf der Papst weitere, von Erfolg begleitete Schritte unternommen habe. Damals sei es aber bereits zu spät gewesen, ein Eingreifen Italiens noch hintanzuhaltenn Die Aktion des Papstes sei übrigens ganz unabhängig von der italienischen Regierung gewesen.„ Der Kronprinz von Serbien und Fürft T koi. 15 Berlin, 1. Juni. Nach einer dem„Berliner Loka iger? durch Privattelegramm übermittelten Meldung aus Sofia erhalten sich die Gerüchte, wonach es zwischen dem russischen Bevollmäch⸗ tigten Fürsten Trubetzkoi und dem Thronfolger Prinzen Alexander zu einer leidenschaftlichen Aussprache gekommen sei, in der der Prinz unter Hinweis auf die ungeheuren Opfer Serbiens energisch Stellung zu den Forderungen Italien genommen babe. Nach der Auseinandersetzung habe Fürst Tru⸗ 53 betzboi Nisch sofort verlassen. 1 Peppino Garibaldi auf der Heiratssuche. 2 Lugano, 1. Juni. Der„Avanti“ entnimmt New Vorker Blättern eine für den Heldenjüngling Peppino Garibal de höchst bezeichnende Episode. Bei der Haussuchung in einem New Vorker Heiratsbureau fand man auch ein Gesuch Peppino Garibaldis, der eine Trau mit einer halben Million Dollars verlangte. Der„Avanti“ bemerkt bierzu, an einen sg glänzenden Streich habe der große Vater des jungen Burschen nicht gedacht. Nebenbei sei bemerkt, daß dieser soeben mit der Bildung einer Brigade betraute Enkel des großen Freiheitshelden pb Burenkrieg als englischer Söldner gegen die bedrängten Buren In der Genesungszeit wie nach Blutverlusten oder Operationen, auch in Zeiten besonderer Anstrengungen und Auf⸗ regungen ist Sanatogen das ideale Mittel, den Kräfteverbrauch rasch und sicher wettzumachen. Daher ist es auch ebenso für unsere in den Lazaretten liegenden Verwundeten und Kranken, wie für die Krieger draußen im Felde zur Kräftigung und Er⸗ haltung ihrer Gesundheit und Widerstandskraft von gleich großer Bedeutung. Feldpostbriefpackungen sind in allen Apothefen und Drogerien erhältlich. Es wird ausdrücklich auf den der heutigen Nummer beiliegenden Prospekt der Sanatogenwerke Bauer& Cie., Berlin SW. 48, hingewiesen.(4618 D)
Eine häufige Klage unserer Hausfrauen ver⸗ ursacht die Lamia tete, Wollwäsche gründlich zu reinigen, ohne ie durch heißes Kochen hart und filzig werden zu lassen. Ein
erfahren, Wollwäsche nicht nur von allem anhaftenden Schmutz, sondern gleichzeitig von Blutstoffen und Krankheitskeimen, die fl die Quelle der Uebertragung ansteckender Krankheiten find, zu beß⸗ freien und sie dabei immer locker und griffig zu erhalten, ist ihre I—* 2 dem 2 n n 0 9 r lauwarmem Wasser(etwa 30 bis 35%), durch Umrühren auf, bringe die Wollstoffe in die Lauge und schwenke sie darin ich hin und her. Nachdem die Wäschestücke in frischem, reinem Wasser sorgfältig nachgespült sind, drücke man se kräftig aus, vermeide aber j Auswringen, ebenso muß ein Trock⸗
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nen an besonders heißen Orten, oder unmittelbar an der Sonne vermieden werden. So bleibt iederzeit weich. griffig und locker. 84845st.


