Ausgabe 
(27.5.1915) 122. Erstes Blatt
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GGG 35 95 eigenen Landsleuten niedergeschossen. Die Opfer

dieses Mordens riefen lebhaftes Bedauern bei der englischen In⸗ fanterie hervor, da die Sachsen stets weit ritterlicher und weniger brutal waren, als die Preußen. An gleicher Stelle versuchten Deutsche in englischer Uniform vergeblich, den englischen Linien nahe zu kommen. An dem ganzen Vorfall ist natürlich kein wahres Wort. Weder ist, was nur auf bedauerlicher augenblicklicher Unkenntnis der Ar⸗ tiillerie von der Lage bei der vordersten Linie hätte beruhen können, deeutsche Infanterie von den eigenen Kanonen beschossen worden, noch haben wir hier oder jemals sonst, die feige List nachgeahmt, uns mit den Uniformen unserer Gegner zu bekleiden. Oder soll mit diesem plumpen Erguß des Augenzeugen, der Vorfälle be⸗ schreibt, die nie stattgefunden haben, wie sie aber weit ab vom 4 Schuß im Rücken unserer Gegner erzählt zu werden scheinen, etwa bezweckt werden, zwischen den deutschen Stämmen Zwietracht zu fen? Glauben unsere Feinde wirklich, daß die Deutschen uneinig sind? Oder fühlten sie etwa jemals einen Unterschied zwischen den Hieben, die ihnen preußische Soldaten und denen, die ihnen Truppen anderer deutscher Stämme versetzten?

1 Ein Amerikaner über die Kriegsaussichten.

** London, 26. Mai.(WTB. Nichtamtlich) DieDaily Mail veröffentlicht einen Artikel des Amerikaners Alexander Powell, des Korrespondenten derNew York World, in dem

es heißt: Nach dem, was ich aus zuverlässigen Quellen über Deutschlands militärische und wirtschaftliche Hilfsquellen und über die Stimmung des deutschen Volkes erfahren habe und aus den Unterhaltungen mit amtierenden Ministern, Diplomaten, Gene⸗ kraälen und Stabsoffizieren, gelangte ich zu der nicht übereilt ge⸗ bildeten Ueberzeugung, daß der Krieg zweifellos zwei Jahre dauern wird und daß dann Deutschland vielleicht un⸗ besiegt sein wird. Je eher das britische Volk seine Selbst⸗ käuschung aufgibt und den Tatsachen ins Gesicht sieht und zu⸗ gibt, daß der deutsche Soldat ein ebenso guter Kämpfer ist wie der britische und die deutschen Offiziere im ganzen weit besser aus⸗ gebildet sind als die britischen, je eher es einsieht, daß, wenn

9 Deutschland geschlagen würde, jeder Engländer zwischen 16 und 5 Jahren ins Feld rücken muß, desto früher wird der Krieg beendet

werden können.

Die Beschießung von Pont⸗à⸗Mousson.

Paris, 26. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) DerMatin

berichtet aus 55 *

Nancy: Der Präfekt des Departements Meurthe⸗et⸗Moselle forderte den Bürgermeister von Pont⸗a-Mousson auf, die Kinder nach Nancy zu schaffen, wo ihnen ein guter Empfang bereitet werden würde; der Aufenthalt in Pont⸗à⸗Mousson sei wegen der nahezu k(aäglichen Beschießung allzu gefährlich.

0 Deutsche Flugzeuge über Paris.

75 Paris, 26. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) DasPetit Journal meldet: Drei deutsche Flugzeuge flogen bporgestern vormittag über die Umgebung von Paris. Als sie

sich den nördlichen Teilen von Paris näherten, wurden sie von französischen Fliegern entdeckt und verjagt. Die deutschen Flugzeuge warfen drei Bomben ab, doch wurde niemand getroffen. Ueber den Sachschaden liegen keine Meldungen vor. 8**

1.

.* 5 Die Kämpfe au den Dardanellen.

London, 26. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet von den Dardanellen über Tenedos unter dem 23. Mai. Da ein rasches Vorrücken auf der Halbinsel Gallipoli wegen der besonderen Stärke der feindlichen Stel⸗ lung nicht möglich ist, richten sich die Truppen der Alliierten in den gewonnenen Positionen ein, verstärken sich und ruhen zu neuem Kampfe aus. Unsere Front befindet sich jetzt dicht bei dem Torfe Krithia, um dessen Besitz hart gekämpft wurde. Mehr als einmal erreichten die Unsrigen die Häuser, aber der Feind beherrscht den Platz und seine Zugänge mit Maschinengewehren und es erwies sich als unmöglich, die Häuser zu behaupten. Daily Telegraph meldet unterm 25. Mai über die KLämpfe auf Gallipoli: Die Türken brachten große Ver⸗ stärkungen heran. So oft der Feind zurückgeschlagen wird, kommen frische Truppen und der Kampf wird erneuert. Die Türken verfügen für den Angriff auf unsere Stellungen über . 200000 Mann. Die feindliche Flotte ist ebenfalls tätig. Der Lampf spottet jeder Beschreibung. Zeitweise werden gleichzeitig Angriffe aus allen Richtungen gemacht. Die ganze Halbinsel ist eine Hölle heulender Geschosse. Es ist nicht zu verwundern, daß unsere Fortschritte notwendigerweise lang sam sind an⸗ 5 gesichts der schwierigen gefahrvollen Aufgabe. 5**

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Graf Tisza über den Abbruch mit Italien.

1 Budapest, 26. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Im A b⸗ geordneten hause führte der Ministerpräsident u. a. aus: Vor zehn Monaten sahen wir uns einer un⸗ blieb intakt. Ueberall bewies die Haltung unserer Leute, daß sie geheuren Uebermacht gegenüber; wir haben diese Ueber⸗ macht zum Stillstand gebracht, sie zerschmettert in siegreichen Kämpfen und gebrochen.(Stürmischer Beifall. Händeklatschen.) Wenn es Italien jetzt für richtig hält, uns um die Früchte unserer Siege bringen zu wollen, werden wir uns auch ihm gegenüberstellen.(Anhaltender Beifall im ganzen Hause.) Diiese Monarchie, welche die ganze Welt durch ihre Kraft überrascht phat, wird jetzterst recht die ganze Welt überraschen durch ihre Aktionskraft ihre Einheit und männliche Ent⸗ schlossenheit.(Stürmischer Beifall. Händeklatschen.) Die Zeit Maria Theresias erneuert sich wieder, ihre Gefühle und Kräfte sind in der Nation nicht verschwunden. Das GefühlMoriamur pro rege nostro! lebt auch heute in jedem Ungarn.(Lang anhalten⸗ der Beifall.) Die ungarische Nation wird, vereint mit sämtlichen Völkern der Monarchie, diesen Kampf bestel(Stürmischer Bei⸗ fall.) und vereint mit unserem mächtigen Bundes⸗ * 1 ossen(Stürmischer Beifall. Eljen! Händeklatschen. Rufe: Es lebe Deutschland!) im gegenseitigen Vertrauen diesen Kampf bis zum letzten Atemzug führen gegen alle Teufel der Hölle(Stürmischer Beifall) und dem Schicksal den Sieg ab⸗

zwingen. . Nachdem Tisza unter begeisterten Eljenrufen geschlossen, führte der Redner der Unabhängigkeitspartei, Grafr Apponyi, u. a. aus; Wir identifizieren uns nicht mit der Politik der Regierung, 5 5 aber mit der eingetretenen Lage und den Pflichten, die diese Lage uns und dem ganzen Vaterlande auferlegt. Wir identi⸗ fjtzieren uns mit dem vernichtenden Urteil, das wir leider über das Vorgehen einer Nation aussprechen müssen, der wir bisher die größten Sympathien entgegengebracht haben und die jetzt ohne Widerstand sich einer 1 überlassen hat, die ihrem guten Ruf einen kaum auslöschbaren Schandfleck zufügte.(Lebhafte Zustimmung rechts und links.) ö Nach Apponyi erklärte Graf Andrassy, der Führer der Oppositionellen Verfassungspartei: Ich hoffe, sagte Andrassy, daß wir in diesem großen Kampf, in welchem das gute Recht so un⸗ zweifelhaft auf unserer Seite ist, siegen werden. Von Deutsch⸗ land kann ich nicht anders sprechen, als mit größter Hochachtung und Dankbarkeit, insbesondere jetzt, da Deutschland neuerdings bewiesen hat, daß es nie Ausflüchte sucht, sondern stets uner⸗ schütterlich auf dem Wege der Treue beharrt.(Lebhafter Beifall.) Ich vertraue auch auf unseren anderen Verbündeten, die Türkei lebhafter Beifall), die an den Dardanellen für die Freiheit von ganz Europa kämpft. . Hierauf erfolgt eine Interpellation Polonyis, der ersfucht, die Dreibundverträge im Abgeordnetenhause vorzulegen. Graf Tisza erklärt, der Dreibundvertrag beruhe auf einem ein⸗ 2 zigen Vertragsakt, doch seien betreffend Albanien zwischen Italien und der Monarchie besondere Bestimmungen getroffen worden. Er erklärte, der Veröffentlichung des Vertragstextes stehe kein Hindernis entgegen; sie sei jedoch von der Zustimmung des Bun⸗ desgenossen abhängig. Hierauf wurde ein königliches Hand⸗ schreiben betreffend Vertagung des Hauses verlesen.

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Wien, 25. Mai. Das Ministerium des Aeußern licht eine Reihe diplomatischer Aktenstücke mit einer einleitenden, Denkschrift über die der italienischen Kriegserklärung vorange⸗ gangenen Verhandlungen zwischen der österreichischungarischen und der italienischen Regierung. Aus den der Denkschrift beigegebenen Dokumenten ist das Telegramm des italienischen Kö⸗ nigs vom 2. August hervorzuheben, mit dem er das Tele⸗ gramm des Kaisers Franz Jose ph, welcher ihm mitteilte, daß er infolge der Einmischung Rußlands in dem Konflikt mit Serbien und der Mobilisierung der russischen Armee die allge⸗ meine Mobilisierung verfügt habe, sowie der Befriedigung Aus⸗ druck gab, auf die Unterstützung des Bundesgenossen rechnen zu können, beantwortete. Dasselbe lautet:

Ich habe das Telegramm Eurer Majestät erhalten. Ich brauche nicht zu versichern, daß Italien, welches alle nur mög⸗ lichen Anstrengungen unternommen hat, um die Aufrechterhaltung des Friedens zu sichern und alles, was in seiner Macht liegt, tun wird, um möglichst bald an einer Wiederherstellung des Friedens mitzuhelfen, gegenüber seinen Verbündeten eine herzlichfreundschaftliche Haltung bewahren wird entsprechend dem Dreibundvertrage und seinen auf⸗ richtigen Gefühlen und den großen Interessen, die es wahren muß.

Ein Armeebefehl des österreichisch-ungarischen Obertommandanten.

Wien, 26. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der Armee Oberkommandant Feldmarschall Erzherzog Friedri ch erließ zur Verlautbarung an alle österreichisch-ungarischen Truppen und zur Kenntnis für die ihm unterstehenden deut⸗ schen Truppen einen Armeebefehl, der zunächst das an läßlich der Kriegserklärung Italiens ergangene Manifest des Kaisers im Wortlaut wiedergibt und dann fortfährt:

Soldaten! Ihr vernahmt die in ernster Stunde gesprochenen Worte unseres allergnädigsten obersten Kriegsherrn. Sie kenn⸗ zeichnen die ganze schmachvolle Niedertracht unseres neuen Feindes, der jahrzehntelange Treue mit schändlichem Verrat lohnt. Sie weisen uns Soldaten aber auch eine neue große Aufgabe zu, deren Lösung Seine Majestät und das Vaterland vertrauensvoll in unsere Hände legen. Kein ehrlicher neuer Feind tritt uns Aug' in Aug' entgegen, nein, der treulose bisherige Bundesgenosse Oester⸗ reich-Ungarns und Deutschlands sieggekrönter Heere und Flotten, die nach zehnmonatigem heißem Ringen gegen die halbe Welt unbesiegt und fester denn je im Kampfe stehen, fällt uns heimtückisch in den Rücken. An uns Soldaten ist es, diese bei⸗ spiellose Haltung unserer Feinde mit Blut und Eisen zu treffen

Vorfahren bei Mortara und Novara, bei Custozza und bei Lissa gewiesen. Unser heißgeliebter allergnädigster Herr, der alles versucht hat, um uns und unseren Verbündeten diese neue Prüfung zu crsparen, soll den Geist Radetzkys, des Erzherzogs Albrechts und Tegetthoffs in uns wiederfinden. Wir wollen ihre wirklichen Enkel sein. Viel Feind', viel Ehr', sei unser Kampf⸗ ruf. So grüßen wir unseren erhabenen Kaiser und König und unsere treuen Waffenbrüder, so grüßen wir im Norden unsere Kameraden, die im Süden bereitstehen, dem schmählichen Einbruch in unseren Rücken zu trotzen, bis auch für den Süden der Tag an⸗ bricht, der blutige Vergeltung bringt. Soldaten! Ohne Zagen und frohen Mutes los auf den neuen Gegner! Mit Gottes Hilfe und in treuer Waffenbrüderschaft mit unseren verbündeten Kame⸗ raden werden wir auch ihn zu schlagen wissen!

Die Charge eines Geueralobersten in Oesterreich⸗Ungarn.

Wien, 26. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Das Armeever ordnungsblatt veröffentlicht nachstehendes allerhöchste Hand- schreiben an den Erzherzog Eugen:Lieber Herr Vetter und Erzherzog Eugen: Ich habe die Charge eines Generalobersten geschaffen und freue mich, Sie als ersten in dieser Charge u fördern.

Der Bürgermeister von Wien beim Kaiser Franz Josef.

Wien, 26. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser hat den Bürgermeister Weiskirchner und den Vize⸗ bürgermeister in Audienz empfangen. Bürgermeister Weis⸗ lirchner hielt eine Ansprache, in der er im Namen der ge samten Wiener Bevölkerung den Gefühlen hingebungsvoller Treue und nie versagenden Opfermutes Ausdruck gab. Der Kaiser sprach allen Funktionären der Gemeinde für die Tätigkeit der Gemeindeverwaltung herzlichen Dank und vollste Anerkennung aus. Er dankte auch der gesamten Wiener Bevölkerung, welche die Unbilden, die der Krie notwendigerweise im Gefolge habe, mit Hingebung un bewunderungswürdigem Opfermut ertragen. Der Kaiser schloß: Sie und die Bevölkerung können auch stolz auf die Wiener Regimenter ohne Unterschied der Waffengattung sein, welche in bewährter Tradition todesmutig gefochten und an den errungenen Siegen alle Anteil haben. Ueber⸗ haupt hat unsere ganze Armee außerordent⸗ liches geleistet. Insbesondere stellten die Kämpfe in den Karpathen die größten Anforderungen an die Truppen. Man würde es nicht für möglich gehalten haben, welche Strapazen meine Truppen aushielten. Der Kaiser sieht glänzend aus und befindet sich bei bestem Wohlsein.

Die Räumung Trients. Berlin, 27. Mai. Wie dieVossische Zeitung aus Innsbruck erfährt, hat am 25. Mai die zwangsweise Räumung der Stadt Trient begonnen. 5

Die iltalienische Militärpflicht. Lausanne, 26. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) DieGa⸗ zette de Lausanne erfährt aus sicherer Quelle, daß die it a⸗ lienische Regierung ein Dekret erlassen hat, nach dem die Militärpflicht, die bisher bis zum neunund⸗ dreißigsten Lebensjahr gedauert hatte, bis zum zweiundvier⸗ zigsten Jahre verlängert worden ist. Das Dekret soll nicht sofort in Kraft treten.

DerAvanti beschlagnahmt.

Berlin, 27. Mai. DerAvanti ist der Beschlaßg⸗ nahme verfallen. Französische Blätter wollen hierzu wissen, das Blatt habe bestimmte Summen genannt, durch die sich Salandra und Sonnino von Frankreich hätten be stechen lassen.

Aus Hessen.

O Karl Freiherr von hertling. Am 16. Mai verstarb in München im 68 Lebensjahre Karl Frei⸗ herr von Hertling, Großh. Hessischer Kammerherr, Bruder des bayerischen Staatsninisters Grafen von Hert⸗ ling. Der Verewigte, ein geborener Darmstädter, war laut Darmst. Ztg., nach Absolvierung seiner juristischen Stu⸗ dien als Assessor in Büdingen und Friedberg wäh⸗ rend mehrerer Jahre tätig, worarf er einen Ruf als Fürst⸗ lich Löwensteinscher Kammerdirekthr nach Wertheim erhielt. Diesen standesherrlichen Dienst versah er längere Jahre. Freiherr von Hertling war mit einer Freiin Henn von Henneberg Spiegel vermählt und hinterläßt acht Kinder.

veröffent⸗

und ihnen wieder den Weg zu zeigen, den dereinst schon unsere D

zwei Söhne stehen im Felde.

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ö Fürst Bülow in Berlin. Berlin, 26. Mai.(Wg. 1 Fürstin Bülow sind heute früh in Berlin ein, Berlin, 27. Mai. Fürst Bülow stattete gestern tag lautBerliner Tageblatt dem Reichskanzl 1 2 1 0 Aus unter e W auch den . ekretärs im Auswärtigen Amt, Zimmermann. Fürst und die Fürstin bleiben belag in Berlin.*

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Hamburg, 26. Mai.(WT. Nichtamtlich.) Die hie⸗ sige Handelskammer sandte anläßlich der Krie; 2. erklärung Italiens am Montag nachstehendes 9 5 gramm an den Reichskanzler: Eure Exze 15 5 ergebenst die unterzeichnete Handelskammer, nachfolgende Entschließung an den Kaiser weiterzuleiten: Kein Stand ist mehr auf Treu und Glauben angewiesen, als der Handels stand. Niemand empfindet daher den Treubruch unseres bisherigen Bundesgenossen mit mehr rung als 1 N Aber wir vertrauen, daß Deutschland unter ae en

wird. Uns wird kein Opfer zu groß sein, um einer Welt voen Feinden einen Frieden aufzuzwingen, 1 N und Ehrbegriffe wieder zur Geltung bringt. Handelskammer Hamburg. Rud. Graßmann, Präsident. A

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Aus Stadt und cand.

ö Gießen, 27. Mai 1915.

b Oberhessischer Kunstverein. 63 65 8

Im Sitzungssaal des Stadthauses hielt rn nachmittag der Oberhessische Kunstverein unter Mrs 55 2 vorsitzenden Oberbürgermeisters Keller seine diesjährige or⸗ dentliche Aer det. ad e e ab, die eine

Folge der Zeitverhältnisse und wohl auch des schönen nicht sehr Aae Kisch war. e 5 i717 einer Begrüßung der Erschienenen Ge tsber über die Jahre 1913 und 1914: a 1. J. Geschäftsjahr 1913. Der Oberhessische Kun eröffnete im Januar 1913 seine Ausstellungen mit einer derausstellung von Otto Ubbelohde, bei der dieser Kün mit 79 Werken vertreten war. Diese Ausstellung hatte sich ei außergewöhnlich zahlrkichen Besuches zu erfreuen und wurde 5 seits sehr günstig beurteilt, 17 Werke daraus wurden verkauft. ie zweite Ausstellung im Februar ist den 8 unseres Schriftführers Herrn Prof. Dr. Rauch zu verdanken. Sie betraf dieModerne Baukunst und war uns überlassen vomm Deutschen Museum für Kunst in Handel und Gewerbe in Hagen. Sämtliche 86 Bilder wiesen Kunstbauten der Neuzeit auf. Au diese für Gießen neue Ausstellung fand regen Besuch namentli auch von Schülern hiesiger Lehranstalten. Von Künstlervereinis gungen haben im Laufe des Geschäftsjahres 1913 unsere Ausstel⸗ lung beschickt: die Künstlervereinigung Schwarzwald der n hessischer Künstlerinnen derBlock, Bund deutscher Künstl⸗. in Berlin. Von einzelnen Künstlern war unsere Ausstellung mit, größeren Kollektionen beschickt von Dr. H. Greiner, Jugenheim, Karl Fries, Gießen, Prof. G. Kampmann, Gre,. 8

Engelhardt, Kyffhäuser, Magdeburg, P. Bayer, Mannheim,

O. Jung, Stuttgart, W. Thielmann, Willingshausen, 5 Manskopf, Daubhausen. Von den einheimischen Künstlern waren vertreten W. Barthel, Marie Felchner, Ottilie Ko warzick und Helene Oncken. Ausgestellt waren: Oe 1 8 fe raphi 5 graphien 86, PlastiKun i f 1 stände 12, insgesamt 987 Stücke. Verkauft wurden: Delgem ile 1 9, Aquarelle 2, Pastelle 2, Radierungen 9, Zeichnungen 12, ff ge caftsJch r14 cte Mestehung in Jahr 1914 Geschäftsjahr Die ung im Jahn wurde im Januar mit einer Sonderausstellung derFreien Vereinigung Darmstädter Künstler eröffnet, äußerst reichhaltig war und sich eines sehr guten Besu freuen hatte. Im Februar überließ uns, wiederu anlassung des Schriftführers Herrn Prof. Rau Deutsche Museum für Kunst in Handel und Gewerbe in Ha eine hochinteressante Ausstellung überStädtebau, die 270 Bildeg umfaßte. Diese Ausstellung, die zum ersten Male in Bremerhaven, f sodann in unserer Stadt gezeigt wurde, wurde danach in die e in Köln a. Rh, überführt. Etwas ganz Neues brachte die März⸗Ausstellung, indem der Verlag 1 Der Sturm, Berlin, uns eine Ausstellung des bekannten Futuristen Franz Marc überließ. Diese neuartige Ausstellung war ungewzhulich zahlreich, an manchen Tagen von über 300 Per⸗ sonen besucht. Begreiflicherweise war das Urteil sehr geteilt, immer⸗ hin war es für das Publikum von großem Interesse, futuristisch 1 Bilder in großer Anzahl zu sehen. Die Mai⸗Ausstellung war von demAusstellungsverbande Münchener 5 Künstler sehr reichhaltig und mit guten Werken namha 1 Künstler beschickt. Die im Juni und Juli stattgehabte Aus stellung bot Werke der bekannten Künstler Prof, R. Kaisergn München und Prof. A. Lutteroth, ferner E Biedermann 199 Jena, H. Keil, Paris, O. Ubbelohde, Goßfelden. Größere für den Herbst in Aussicht genommene Ausstellungen, wegen deren bereits mit bekannten Künstlern und den ersten Kunsthandlungen Deutschlands Vereinbarungen getroffen waren, kamen infolge. 5 Kriegsausbruchs nicht zustande. Eine im Oktober gepiane Ausstel⸗ lung mußte unterbleiben, da die Galerie Flechtheim in Düsseldorf die vereinbarte Ausstellung Düsseldorfer Künstler des hunderts sowie verschiedene andere Künstler ihre diesb Vereinbarungen nicht einhalten konnten. 2 N Da es richtig erscheint, während des Krieges auch das künstlerische Leben im Gange zu halten 8 auch das Stadttheater hatte ja seine Pforten eröffnet, 5 err Oberhessische Kunstverein seine Bemühungen, weitere Aust 1 lungen in unserer Stadt zustande zu bringen, unverdrossen 9 a Erfreulicherweise ist es dem Verein gelungen, schon in den nächsten 14 Tagen eine Ausstellung zu veran⸗ stalten. Bei dieser in der ersten Woche des Juni stattfin Ln Ausstellung wird eine größere Sammlung des VereinsMün⸗ chener Künstlerinnen, ferner eine Reihe von Einzelber⸗ ken Münchener und N Künstler vertreten sein. lung sind fest abgeschlossen. uli rd n 8 im Jiu und August zwei größere Ausstellungen zustande z 5

gen.. Ausgestellt waren in 1914: Oelgemäsde 181, Aquarelle 9, 1585 90 Radierungen 88, Seen 40, Graphik 12, Photo⸗ f graphien 277, Plastik 7, insgesamt 634. Verkauft wu Oelgemälde 93 2. Piaf 55 905 Radierungen 3, Zeich?! farb.) 2, Plazusam 5 11 an des Rechners wurde der Bericht über die Einnahmen und Ausgaben der Jahre 1913/14 von dem eee 18. 185501 elt NN n. usgaben N N e e 6894.34 Mk., die Aus 48 64 1

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ark, somit bleibt ein Kassenbestand von 2073.70 Mark, Hier⸗ auf fed noch 1 n e 5

inen aus 191 II. ie gleiche ung aus (911 500 Mt, Summa 900 Mark, da die Gewömer ne

etroffen haben.* 4 1

n. der Satzungen von zwei Vereinsmitgliedern vorzunehmende Prüfung der Rechnung hat durch die Herren Gh.

frat Prof. Dr. Fromme und Bankdirektor Heichelheim tattgefunden. Die Rechnung ist in allen Teilen n 8 den worden. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. schluß an diesen Punkt gab der Vorsitzende bekannt, daß der ner, Herr Geh, Kommerzienrat Heichelheim, in einem ben vom 25. März erklärt habe, daß er von dem ner zurückzutreten beabsichtige. Der Vorsitzende gedacht men Worten der bisherigen Tätigkeit des Geh. K Heichel heim, der seit Bestehen des Vereims dae

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