Ausgabe 
(25.5.1915) 120. Zweites Blatt
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b. ur dr Segen, Krirgssahrzeugen glichen und Die Häude auf der Ace blutig wund sprangen bis auf . Fnochen, von Külte und fiber kommendem Eiswasser. Immer

uf der Lauer, immer bereit, durchlaufen die Jagdhunde der Ostsee 1 Wellen.

1 Im Osten flamutt eine dunkelrote Wolke, der Widerschein der 4 Sonne. Um 2 Uhr ist es hell, das Geschwader taucht auf. Das Vorpebobvot geht Iängsseits des Abmtralschiffes. Der Ad miral bestimmt unsere Verteilung.Bitte klarmachen zum Ueber 5 Ich komme an Bord eines Kreuzers. In dem Augenblick, * sich die Bordwand des Torpedobpotes hebt, sasse ich die Griffe

der Jakobsleiter und turue an der schwarzgrauen Wand empor

7 An Bord des Krenzers ist alles gesechtsklar. Ehe ich mich dem Kommandanten noch vorgestellt habe, rasseln die Anter hoch Der erste Offizier teilt mir mit, daß russische Kreutzer gesichtet u seien, oben im nördlichsten Teil der Ostsee. Ich melde mich

Das Schiff führt eben in die ausgebofte Fahrrinne. Den imensuchbooten geht es ein wenig wie den Kolonnen des Land Sie haben die schwere Arbeit, aber der Glanz des Gesech

ift nicht über ihrem stillen Wirken, neben dem täglich der Tod steht. Ohe ihre Leistung, die in diesem Falle, da die völlig minenverseuchte Straße nach Libau freizumachen war, wirklich

nicht klein war, swäre eine Aktion ober Flotte überhaupt nicht möglich, aber spiter, wenn die sranonen sprechen, treten die klei inen Minensucher bescheiden zurück. 3 In der Offtziersmesse sind die Bilder, die Uhr, alles Beweg 1 liche von Wänden und Tischen entfernt. Tapeten gibt es selbst verständlich schon lange nicht mehr, selbst die Oelfarbe ist an den meisten Stellen entserut. Der Schiffsarzt gibt mir eine Mull 1 mit Wattebausch, die beim Gesecht über das Gesicht zu

ziehen ist, wegen Der giftigen Gase, die von den Brandgranaten utwiklelt werden.Schwimmwesten erst im letzten Augenblick

9 5 lasen, man kommt sonst schlecht aus den Räumen. In Kiel

linie svigt das Geschwaber dem Flaggschiff, in regelmüßigem Ab 1bie Forpedobvote einen Schleier nach der See zu. 1 geht in voller Fahrt, denn die Flottenunterstützung ist der

Da mee in den ersten Morgenstunden zugesagt. Nach zweistündiger Fahrt tauchen die Umrisse von Liban, schattenhaftedunkelgran, bald. deutlicher die Kirchen und Türme auf, Wir fahren trotzdem in voller Fahrt weiter, da die Aufklärungs Fireuzer immer noch hoffen, daß sich die russisch⸗baltische Flotte um Kampf stellt. Aber nach kurzer Zeit kommt der Funkspruch, daß die schen Kreuzer in eiliger Fahrt nach Norden aus hebsichst wären. Der Aerger an Bord ist nicht leicht zu Überwin Den, man batte so im Stillen doch auf die Seeschlacht gehofft. Rasselbande!Faule Köppe! 5 Es miltzt nichts, die Flotte legt sich vor Anker an den vorher bestimmten Stellen. Deutlich kann ich mit dem Glas die Hafen einfahren erkennen, die Molen, weiter nach Süden die weißen Gebäude des⸗Bades Libau. Obwohl sich ein paar der kleinen Kreu er nabe an das Ufer legen, kommt von Land her keinerlei Ant⸗ Javort anf das Erscheinen der Flotte. Die Strandwerke, die man um Teil erkennen kann, liegen zwie ausgestorhen. Man muß diesen igen Dornröschen⸗Hafen näher besehen. Die Torpedo⸗ boote gehen längsseits unseres Kreuzers und nehmen ein Lau⸗ Dungsdetachement an Bord. Am Tage vorher schon hatten sich die Matrosen dazu gemeldet, die ganze Besatzung des Kreuzers wollte mit, und ein ganz kleiner Bruchteil konnte doch nur ausgeschifft. werden. Es gab eien förmlichen Kampf um das Recht, persönlich möglichst nahe an die Russen heranzukommen. Schließlich gaben dere Velrzuge den Ausschlag. Ta war ein Mann, der hatte sich aus Amerkka durchgeschmuggelt. Ter verlangte es beinahe als ein gutes Recht, daß er auf die Russenscheten dürfte. Einem anderen waren die Brüder gegen die Russen grfallen. Er hätte da gern eine Rechnung in Ordnung gebracht. Der erste Offizier hatte es nicht leicht mit seinem Landungskorps. lar zum Einschifsen! Die Mannschaft ging an Bord des Torpedobootes und ich schloß mich der kleinen Abteilung au. In voller Fahrt fuhr das Boot in Richtung der Molen, gleichzeitig lösten sich Boge von der Seite der anderen Kreuzer. Wir sausten, nachbem die Mole erreicht war, an ihr entlang, sodaß wir gegen

mögliches Feuer vom Land geschützt waren. Ter 7 von Libau hat drei Einfahrten. tr rasten zuerst an der nördlichen vorbei. Mastspigen ragten aus dem Fahrwasser, hier schienen mindestens zwei größere Schiffe versenkt, die mittelste Einfahrt schien noch in der Mitte eine schmale Fahrrinne, breit genug, daß ein Torpedo⸗ boot durchtonnte, offen zu haben, die nördlichste war wieder völlig versperrt. Saubere Arbeit der Augsburg, die ja gleich vei Beginn des Krieges den Hafen von Libau unbenutzbar für größere Schiffe gemacht hatte. Tas Boot ging in langsamer Fahrt, wie die an⸗ deren auch. Eine Pinasse war inzwischen durch die mittlere Ein⸗ fahrt gegangen, sie signalisierte: Das ganze Fahrwasser minen⸗ versencht. Es wurde vorsichtig gefuhren.In Kiellinie folgen signalisterte das Divisionsboot und wir sausten zurück, der Zweck, die Möglichkeiten der Einfahrt, die etwaige russische Verteidigun sestzustellen, war ja auch erreicht. Ich muß dabei gestehen,

es angenehmere Gefühle gibt, als die, welche sich einstellen, wenn man im Torpedoboot über Minenfelder fährt und jeden Augenblick annimmt, unfreiwilliger Flieger zu werden. Die Torpedo⸗Leute schienen nicht viel dabei zu finden.Ja, das gehört zu un serem Krieg.

Das Torpedoboot brachte uns wieder an Bord des Kreuzers, die Pinaß wurde herabgelassen und ein Kutter. Zum zweitenmal ging die Lantarugsabteilung in dem Kutter dem Lande zu. Diesmal fuhr die Pinaß des Admiral schiffrs, der unsere Abteilung zu solgen latte, in Richtung des Kurhauses in der Nähe der scheinbar un⸗ Fesetzten Batterien am Südstrande. Man erkannte deutlich den schönen weißen Badestrand, die Anlagen, das Kurhaus und schräg bavor einen zientlich steilen grünen Wall.Dei schieten wohl gar nicht die Russen? fragte ziemlich enttäuscht derAmerika Fuhrer. Gewehre schußfertig, bereit zur Landung, befahl der Leutnant zur See, der das Detachement 7 erte, und zog den Re- volver. Wir waren jetzt 300 Meter vom Strande etwa. Da pras⸗ selte es los. Ich umterschied drutlich den trockenen Ton eines Ma⸗ schinengewehrs. Teck, tel, tel.. Dazwischen kräftiges Schnell feuer von Infanterie. Tie Geschosse schlugen ein paar Meter von unserem Boot ein.Dat gift dicke Luft, sagte der Maat am Steuer. Wir suchten abzuschwenken, gleichzeitig legte sich ein Tor⸗ peboboot dicht an den Strand und fing an zu funken. Dann sauste s über unsern Kopf, der kleine Kreuzer hinter uns sing an, die Linie mit Granaten zu bel, Gleich der zweite Schuß schien in der Schanze zu sitzen. Die gab die ruffechen Verteidigungs⸗ mittel aufzuklären, war erfüllt.

An Bord unseres Kreuzers war man inzwischen feuerfertig, und dann auf 8000 Meter wurde det erste Schaiß auf die Nordwerke, nach) Verabredung mit der Landarmee, einer Verbindung, die aus⸗ gezkichnetarbeitete, gelöst. Ich habe sehr große deutsche Land⸗ geschüte, auch die österreichischen Motormörser, im Feuergesecht ge⸗ Vört, bier auf dem Schiffe war die Schallwirkung in gunz anderen Maßen. Man dachte, trotz der Wattestopfen in den mstsse das Trommelfell springen, und der Feuerstrahl schien dicht neben einem aufzuflammen trotz der Entfernung von zwei Metern. Der Kreuzer, auf dem ich stand, hatte dir stärkste Bestückung des hier angesetzten Teils der Ostseeflotte. Das Schiff zitterte, wenn die Riesenrohre sprachen, und ich konnte mir eine Vorstellkung von der Seeschlacht machen, wenn ich zu diesen Riesendetonationen mir dachte, daß nun bis achtzig Meter hohe Wassersäulen, die die Gra⸗ naten des feindlichen Schiffes hochwarfen, dazu ber Bord schlügen uder einer der Riesenzuckerhüte Brand und giftige Gase über das Deck ausbreitete.

Schuß auf Schuß rollte nach den russischen Nordstelkungen. Man sah die schwefelgelben Wolken beim Einschlag aussteigen, vom Ausguck konnte man schen, wie die alten Bäume der Wald⸗ stredde, die unter Feuer stand, wie Streichhölzer zerbrachen und ganze Strecken entwurzelt wurden. Ich weiß nicht, wie die tat⸗ sächliche Wirkung dieser Beschießung im einzelnen war, die mora⸗ lische Wirkung muß ganz gewaltig gewesen sein. Am nächsten Morgen kam dann auch die n den Land⸗ kräften, daß Dank der tatkräfti Unterstützung Flotte, Libau Stadt und Festung im deutschen Besitz wären.

eine schwere Nacht

Die Kreuzer hatten au diesem das

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ächsten 1 8 U e gespen n riesig durch die grauen, han-

Aber die Mannschaft, die ja in e e eee ohne Hängematte lag die Hälfte auf den N N die audere Hüfte im Dienst war, cen von allen Xustrengum gen wenig berührt, sie scnien Hurra!, daß man es. Land bören mußte, ihr einziger Kummer war, sie nicht persoͤnlich den en etwas hättenseggen kunnen. In der Offiziersmesse aber las man außer dem Funkspruch, daß Libau unser wäre, noch die Nachricht von derenglischen Seeschlacht..Sie könen sagen was sir wollen, hier waren die siegreich 8 fiel mir 8 wie ruhig, sach 1 t man in 0 d N gerech sprächen den N

be. e. Rolf Brandt, Kriegsberi N Gießen, 25. Mai. Marktbericht. Aufl dem heutigen

Wochenmarkte fostete: Butter das eier 1 Stück 10 und 11 Pfg.,. 0

2 St. 00 Pig.: Gänseeier 1 2 St. 1

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1 Uhr.

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