Ausgabe 
(22.5.1915) 119. Erstes Blatt
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Italien vor der Uriegserklärung.

Basel, 20. Mai.(WT. Nichtamtlich.) Nach einer Privat meldung desBasler Anzeiger aus Chiasso erklärt Italien, seine Haltung mit der Drohung Englands, die Enge von Gibraltar zu schließen, falls Italien nicht mit den Dreiverbandsmächten gehe; falls es sich jedoch diesen anschlösse, sei ihm ein englischer Vorschuß von drei Milliarden Lire und Garantie filr den ungeschmälerten Besitz der Oesterreich-Ungarn, abzunehmenden Gebiete angeboten worden, wogegen es sich vers pflichten mußte, von seinen Truppen 160000 Mann an die Varda⸗ nellen und 300 000 in der Champagne abzugeben.

Rom, 21. Mai.(WW. Nichtamtlich.) Der Senat hat heute die folgende Tagesordnung in namentlicher Abstimmung mit Stimmen der 281 anwesenden Senatoren unter 2

geistrrung angenonunen: Der Senat hat die Erklärung der Re⸗ ierung e welche so deutlich den Willen der Nation aus- prechen und geht zur immung über den Entwurf über.

Genf, 21. Mai.(WB. Nichtamtlich)Journal de Gensve meldet aus Rom:; Nach der heutigen Senatssitzung findet ein Ministerrat statt, um die Entscheidung über die Hriegserklärxung zu trefsen.

Köln, 21. Mal.(WTB. Nichtamtlich. DieKölnische 2 melbet aus Berlin: Nachdent die italienische Hammer ber 1 für den Kriegsfall außerordentliche Befugnisse erteilt hat, erhebt sich natürlich diewann und auf welche Weise Na nun den Kriegs zustand mit Oesterreich-Ungarn und

tschland herstellt. Darüber kann man nur Vermutungen hegen. Was den Zeitpunkt des Eintritts des Kriegezustandes betrifft, so ist die Mu vielleicht gerechtfertigt, daß darüber noch ein vder mehrere vergehen werden.

Der Wortlaut der Kündigung des Dreibund-Vertrages.

Rom, 21. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Das gestern der Kammer vor Grünbuch enthält als letztes Akten⸗ stluck folgende Note des Ministers des Auswärtigen Son utnd an den italienischen Botschafter in Wien, Herzog von Avarna, vom 3. Mai:

Ich bitte Sie, dem Minister des Aeußern Baron Burian folgende Mitteilung zu machen, von der Sie ihm eine Abschrist hinterlassen werden. Das Bündnis zwischen Itallen und Oesterxeich-Ungarn bewährte sich im Anfang als ein Element der 1 ft für den Frieden und batte zuerst das Hauptziel gemeinsamer Verteidigung. Angesichts der weiteren Ereignisse und der neuen Lage, die sich aus ihnen ergab, mußten sich die Regierungen beider Länder ein anderes nicht minder wich⸗ tiges Ziel ssecken und richteten int Lauf der aufeinander folgenden Erneuerungen des 2 ihre Aufmerksamkeit darauf, die Kontinuität ihres Bündnisses zu erhalten, indem sie den Grund sab, vorgängiger Vereinbarungen über die Verhältnisse auf dem Balkan segten, in der Absicht, die guseinandergehenden Intev⸗ essen und 1 der beiden Mächte miteinander in Ein⸗ Hang zu bringen. Es ist einleuchtend, daß diese Abmachungen, wenn sie loyal beobachtet worden wären, 17 hätten, einge baltbare Grundlage für eine gemeinsame und fruchtbare Aktion darzubieten. Im 8 hierzu stellte Oesterreich-⸗Ungarn im Laufe des Sommers 1914, 2 irgendein Einvperständnis mit

Italien zu tressen, ja, ihm die 2 Benachrichti

zu u zu lassen, und of ir. wie durch die Ratschläge zur Mäßigung berinflussen zu lassen, welche ihm durch die könig liche Regierung gegeben worden waren, am 23. Juli an Serbien ein Ultimatum, welches die Ursache und der Ausgangspunkt des augenbliclichen brandes in Europa wurde. Indem Oeste v reich- Ungarn die Verpflichtungen, welche sich aus dem Ver⸗ trage ergaben, vernachlässigte, brachte es den Statusquo auf der Itanhalbinsel von 6 und aus in Verwirrung und schuf eine Lage, von welcher es allein Nutzen haben mußte, zum Schaden der allerwichtigsten Interessen, welche sein Verbündeter so oft(als die seinen) bestattigt und prollamiert hatte.

Eine so flagrante Verletzung des Buchstabens und des Geistes des dertrages rechtfertigte nicht nur die Weige⸗ rung Italiens, sich in dem ohne Einholung seiner Meinung ber⸗ vorgerufenen Kriege an die ite seiner Verbündeten zu ee sondern sie nahm sogar dem Bündnis mit demselben Schlage seinen wesentlichen Inhalt und sein Daseinsrecht. Sogar das Ab⸗ kommen über wohlwollende Neutralität, welches durch den Vertrag vorgesehen war, sand sich durch diese Verletzung beeinträchtigt. Tatsächlich ommen Ueberlegung und Gefichl dabin überein, die Aufrechterhaltung einer wohlwollenden Neutralität auszuschließen, wenn einer der Verbilndeten zu den Waffen greift zur Verwirklichung eines Programms, welches den Lebensinter⸗ essen des anderen Verbündeten strikt zuwiderläuft, und zwar Intexessen, deren. Wahrung den Hauptgrund gerade dieses Bilnd⸗ nisses bildete. Nichtsdestoweniger hat Italien sich mehrere Mo⸗ nate hindurch bemüht, eine Lage zu schafsen, welche der Wieder⸗ hexrstellung freundschaftlicher ziehungen zwischen den beiden Staaten günstig wäre und welche eine wesentliche Grundlage jedes Zusammenwirkens im Bereiche der großen Politik bildete.

In dieser Absicht und in dieser Hoffnung erklärte die ita⸗ lienische Regierung sich bereit, auf ein Arrangement einzugehen,

welches die Befriedigung der legitimen nativna⸗ len Ansprüche Italiens in billigem Ausmaß zur Grund⸗ lage hätte und welches zugleich dazu gedient hätte, die vorham⸗ dene Ungleichheit in der gegenseitigen Lage der beiden Staaten im adriatischen Meere zu beseitigen. Diese Ver⸗ handlungen führten jedoch zu keinem in Betracht kommenden Er⸗ gebnisse. Alle Bemühungen der Königlichen Regierung stießen auf den Widerstand der Kaiserlichen und Königlichen Regie- rung, welche sich nach mehreren Monaten nur zur Anerkennung besonderer ital. Interessen in Valona und zum 2 einer nicht genügenden Gebietseinräumung im Trentinp entschlossen hat, einer Konzession, welche durchaus keine normale Regelung der Lage enthält, weder vom ethnischen, noch vom politischen oder militärischen Standpunkt aus. Außerdem sollte diese Konzes⸗ sion erst in einem unbestimmten Zeitpunkt, nämlich erst am Ende des Krieges, verwirklicht werden. Bei diesem Stande der Sache muß die italienische Regierung auf die Hoffmng verzich⸗ ten, zu einem Einverständnis zu kommen, und sie sieht sich ge⸗ zwungen, alle Vorschläge zu einem Ueberei en zu- rückzu ziehen. Es ist ebenso unnütz, den äußeren Anschein eines Bündnisses ausrechtzuerhalten, welches nur die Bestimmung haben würde, das tatsächliche Bestehen eines beständigen Miß⸗ trauens und täglicher Meinungsverschiedenheiten zu verschlriern. Aus diesem Grunde versichert und erklärt Italien im Vertrauen auf sein gutes Recht, daß es von diesem Augenblicke an sich die volle Freiheit seiner Handlungen wiedernimmt und seinen Bündnisvertrag mit Oesterreich-Ungarn führ annulliert und künftig wirkungslos erklärt.

Der Botschafter, Herzog von Avarna, machte Baron Bu⸗ rian diese Mitteilung am 4. Mai.

Die Vertretung der italienischen Interessen in Deutschland.

Bern, 21. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Italien die Schweiz ersucht, die Vertretung seiner en land zu übernehmen. Der Bundesrat hat

diesen sprochen. Aus Triest.

Triest, 21. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) abend lam es an verschiedenen Stellen der Stadt zu patriotischen Kundgebungen, bei denen das Militär lebhaft begrüßt wurde und Hochrufe auf Oesterreich ausgebracht wurden.

Kundgebungen in Budapest.

Buda pest, 21. Mai.(WD Nichtamtlich.) Gestern fanden große Kundgebungen statt, hervorgerufen durch Nachrichten von den Vorgängen in Italien und in der italienischen Kammer. Eine tausendköpfige Menge zog, patriotische Lieder singend, unter Hochrusen auf Deutschland und die Türkei. zuerst vor das deut sche Konsulat, wo dieWacht am Rhein. gesungen wurde, hierauf vor das kürkische werter wo Hochrufe auf die Türkei ausgebracht wurden. Sie versuchte, vor das Gebäude des italienischen Konsulats zu dringen, wurde aber von der Polizei daran go⸗ hindert, die die Menge aufforderte, das Gastrrcht nicht zu ver⸗ letzen. Die Menge zerstreute sich in voller Ordwung.

Eine Anfrage im ungarischen Magnatenhause. Buda pest, 21. Mai.(Wa. e Im Mag-

natenhause vor Eintritt in die Graf Aurel Dessewffy, ob der Ministerpräsident es jr wünschens⸗ wert halte, Mitteilungen darüber zu machen, inwieweit eine Großmacht, die wir für einen en hielten, solche For⸗ derungen an die Monarchie t habe, die deren Stellung als

hat in Deutsch⸗ Ersuchen ent⸗

Großmacht unmöglich mache. Ministerpräsident Tisz a antnortete: 4 hat nur aus den Zeitungen von den Vorgängen

in der italienischen Kantmer erfahren. Bon dem italienischen Kabi⸗ nett ist uns seit dessen Wiederernemrung keinerlei Mitteilung zu- 5 en. Unter diesen Umständen wihnsche ich mich vorläufig jeder Meinungsäußerung zu enthalten. Wir müssen erfahren, wozu sich die italienische Regierung willig, spontan und ohne jede Beeinflussung von unserer Seite entschließen wird, richig abwarten und demgemäß unsere Haltung einrichten.(Allgemeine

Zustimmung.) 1 Italien und die Türkei. Konstantinopel, 21. Mai(WTB. Nichtamtlich Der

italienische Botschafter hatte gestern nachmittag Unterredungen mt den Gertwestr und bei Meister beß usern

Die dardanellenkämpfe. Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 21. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauytquartier berichtet von der Dardanel⸗ lenfront: Am 19. Mai wurden die befestigten Stellun⸗ gen des Feindes bei Ari Burnu angegriffen. Dank der wunderbaren Tapferkeit unserer Truppen wurde das vorge⸗ setzte Ziel erreicht. Auf dem rechten und linken Flügel wurde der Feind aus seinen vorgeschobenen Stellungen verjagt.

Im Neutrum ntherten nir uns bis zn ben des Feindes und nuhmen zwei Ma n

mittag versuchte der Feind einen 42 ö Schutz seiner Schiffe gegen unseren rechten 3

aber mit sehr starken Verlusten zu rückges lagen. sere Flieger leisteten gute Dienste während unserer Ang

Bahr in der Nacht vom 18. zum 19. Mal leicht ab gen. Die feindlichen Schiffe vor dem Eingang zur enge tauschten gewohnheitsgemäß Schüsse mit unseren vor⸗ geschobenen Batterien aus. Der PanzerCharlemagne

wurde von einer Granate getroffen. Die feind. Artilleriestellungen beim Lager des Feindes bei Sedd ul

schosfen, so daß der Feind 8 war, seine Artillerie- stellungen zu ändern. Von den übrigen Kriegsschauplätzen ist nichts Wichtiges zu melden.

Englische Verluste an den Dardanellen. London, 21. Mai.(Ctr. Freft.) DieAmes vertffent⸗ licht die neue Verlustliste, die die Namen von 170 getöteten und verwundeten 3 8 tieren und schaften enthält, die alle bei 3 gegen di Tardanellen verloren worden sind Die Austral er haben allein über 900 Offiziere und Mannschaften verloren, darunter ihren Kommandanten, den General Bir dwovd, der ver- wundet worden ist. Außerdem enthält dieTimes noch die Namen von 149 Verlusten bei der Marine, die ebenfalls bet den Operationen gegen die Dardanellen sich ereigneten. * 0* Der Seekrieg. Zum Untergang derLusitania. London, 20. Mai.(Wein Nichtamtlich) Tumer von derLusitansa erklärte vor der schaubehörde in Kinsale(Irland), daß er nicht di itemia torpetiert

gewarnt worden sei, daß dieLu wer- den witrde. Er hatte nur die Anzeigen in den Mattern Das Schiff sei nicht el dus Sf An er irischen Küste herrschte Nebel. Das llef min- destens 15 Knoten. Um einer* ware die Boote klar gemacht und die 22 ge⸗ 15 worden. Der Kapitän hatte von der Abmrtrulitũt mit Rücksicht auf die durch ein Unterseeboot drohende Gefahr eine Weisung erhalten, die er jedoch nicht mitteilen könne. Er habe diese Instruktionen, so gut er konnte, Nachdem er Fastnet passiert hatte, klärte sich das

auf, und er erhöhte die Fahrgeschwindigkeit auf 18 Knoten. Er stand auf der Backbordseite, als der zweite Steuermann rief:Dort ist ein Torpedo! Er lief auf die andere und sah das Kielwasser des Torpedos. Al dieses das Schiff traf, hörte er eine Explosion. Unmittelbar dem ersten Knall hörte er eine weitere Explosion, möglicher⸗ weise eine indirekte. Er gab sofort Befehl, die Boote zulassen und die Maschine anzuhalten. Dies war lich, denn die Maschine war bereits t und konnten auch keine Boote herabgelaf werden, da Schiff zu schnell fuhr. Es fuhr noch, als es unterging.

nuten. Die lo öffnet. Eine rnung war von dem ge⸗ geben worden. 1 London, 21. Mai.(WTB. Nichtamtlich) Noydes Agrn- tur meldet aus Brixham: DasSun star- landete hier den Kapitän des chen e St. von Arcachon. Der mesdete, E Dampfer von einem deutschen Unterseeboot bei Starr 5

gestern nachnnittag versenkt worden sei. Die Besatzung von 13 Mann sei ertrunken. 5

WerK Brot ißt, erweist dem Vaterland einen Dienft.

Aus Stadt und Cand. Gießen, 22. Mai 1915.

Zum Feste.

Wenn der Flieder seine köstlichen, blaßlila Dolden auf⸗ gesteckt hat, wenn die Luft nur mehr aus Vogelgesang und dem Duft der Blüten zu bestehen scheint, wenn in den Gärten

getrübt ist, dann hat die Maienpracht ihre Höhe erreicht. Mitten in die reichste, lieblichste Schönheit der in diesem Jahre Pfingsten, und wenn nicht alle trügen, meint es der Himmel für die beiden Mit einem Gewitterregen, der mit dem Eimern goß, wusch sich gestern nachmittag die Staub aus dem Gesicht, und rein und strahlend heute die bunten Farben ihres Frühsommerkleids, uber ihr das Blau der kaum bewegten Luft. Als frohe B des Festes jagen die Schwalben im Uebermut hin und der. Pfingsten, das Fest der Ausflüge und des frei Genießens der schönsten Geschenke der Natur i kommen. 1

Wenn an den herrlichen Sonnentagen, die letzten Wochen in überreichem Maße schon bereitet auf Landstraßen, Bahnen und bevorzugten Stätten Ausflugsfreude in diesem Jahre ein Treiben das sich manchmal kaum von dem bunten Leben, in Friedenszeiten zu sehen gewohnt waren so wird man es gern als ein Zeichen dafür nehmen, daß

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Natur gänzlich zu vergessen. Aber gar manchem wird deren Sprache in überzeugenden Tönen verständlich machen, daß es eines Vergessens nicht bedarf, wo Sinne und Herz unter der friedvollen Herrlichkeit der blühenden, zur Reife drän⸗

genden Erde eine hohere Warte gewinnen können, die alles

l. wurde

Im Süden wurde ein feindlicher Gegenangriff bei Sedd ul 1

Bahr wurden von unseren Küstenbatterien wirksam be-

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