Ausgabe 
(20.5.1915) 117. Erstes Blatt
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116
 
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vormittags 9 Uhr.

n Hauptquartier, 19. Mai.(WTB.

Destlicher Kriegsschauplatz. , Nördlich von Ppern nehmen die Kämpfe auf dem öst⸗ lichen Kanalufer einen für uns günstigen Verlauf. Südlich von Neuve Chapelle setzten die Engländer nach starkem Artilleriefeuer an einzelnen Stellen zu neuen An brifsen an; sie wurden überall abgewiesen. Auf der Lo rettohdhe nahmen wir einige feindliche Grüben und er beuten dabei zwei Maschinengewehre. Ein starker französi⸗ scher Angriff gegen den Südteil von Neuville brach un⸗ ter schwersten Verlusten fuͤr den Feind in unserem Feuer

Amt

N ief 5 riesterwald versuchten die Franzosen um Mitternacht vorzubrechen, wurden aber durch unser Artil

leriefeuer. estlicher Kriegsschauplatz.

Auf der Linie Shagori⸗Frauenburg sind gestern stürtere feindliche Kräfte aufgetreten. Westlich und süͤdlich des Niemen dauern die Kämpfe weiter an.

Südöstlicher Kriegsschauplatz. 5

Die Russen versuchten gestern das weitere Vorschrei ten unserer über den San nördlich Przemyfl vorgedrun⸗ genen 2 durch Gegenangriff aufzuhalten. Alle diese Angrif fe scheiterten unter schweren Verlusten für den Feind Eine aus Hannoveranern und Sldenburgern be⸗ stehende Divison hat in den letzten beiden Tagen bei den Kämpfen um den Sanübergang 7000 Gefangene ge⸗ macht, sowie vier Geschütze und 28 Maschinen⸗ gewehre erbeutet. Zwischen Pilica und oberer Weich sel, sowie südöstlich Przemysl werden die Kämpfe fortgesetzt. g

. Oberste Heeresleitung. 0*

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Man weiß es seit einiger geit, daß die Stimmung in England keineswegs einheitlich ist, daß vielmehr in den Zei⸗ tungen zahlreiche Betrachtungen veröffentlicht worden sind, die nicht im rosigen Lichte die Lage malten und häufig auf ndfeste Kritik der eigenen Regierungsmaßnahmen hin⸗

'esen. Namentlich Churchill, der erste Lord der Admira⸗ lität, hat in vielen Kreisen sich mißliebig gemacht; es sind nicht nur die dauernden Beweise der britischen Ohnmacht zur See, die englische Gemüter gegen diesen Herrn auf reizen, sondern auch sein persönlich anmaßendes Auftreten, seine ramarbasierenden Reden, die allzusehr im Gegensatz zu den englischen Mißerfolgen stehen, haben verstimmend gewirkt. Das Kabinett Asquith sieht schwarze Wolken am Horizont heranziehen. Die Deutschen haben sich als viel stär ler erwiesen, als man ahnte, und es gilt nun heute, wenig- stens nach außen hin, den schlechten Eindruck zu vermeiden und zu beseitigen, als herrsche im eigenen Lager Uneinigkeit. S will Herr Asquith sein Kabinett vervollständigen, oder reparieren, wie man es nennen will, indem einige kon . neben den bisherigen liberalen die eschäfte leiten helfen sollen. Das wäre also ein

nationales Ministerium, das in der Kriegsgeschichte

eine gewisse Rolle spielt und immer ein Gradmesser dafür gewesen ist, daß in dem Lande, das in krie⸗

erischer Zeit zu einem solchen en mußte, getäuschte Hoffnungen und Gefahren um⸗ gingen. Noch weiß man nicht in vollem Umfange, was in London bevorsteht; man ist ängstlich darauf bedacht, die Aenderung so einzuleiten, daß keine Schmerzenslaute nach außen dringen. Man spricht davon, die Regierung wolle eine Art beschränkter Wehrpflicht einführen. Auch dies würde Zeugnis davon ablegen, daß die bisherigen Erwartungen trogen haben und Kitcheners System unzulänglich ist. es auch den englischen Spitzen gelingen sollte, nach außen hin Unstimmigkeiten zu unterdrücken, so werden die Nachteile der Buntscheckigkeit englischer Kampfmittel und Helfer wie bisher fortdauern. Das Fehlen einer Einheitlich⸗ keit in der Strategie unserer Feinde ist wohl der größte Rechenfehler in den Plänen der englischen Kriegshetzer. Stellt man Deutschlands und seiner Bundesgenossen treue Waffenbrüderlichkeit daneben, so überkommt uns, auch wenn Italien sich zu unseren Feinden gesellen sollte, ein Gefühl des Trostes und der Zuversicht.

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Rücktritt des englischen Kabinetts? Köln, 19. Mai. DerKöln. Ztg. zufolge meldet die Pall Mall Gazette heute mittag: Der erste Seelord Fisher ist zurückgetreten. Das Kabinett ist eben- falls zurückgetreten. Die Biloung eines neuen Kva litionskabinetts von Liberalen und Unionisten steht bevor. London, 19. Mai.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Im Parlament gehen hartnäckig Gerüchte um, daß die Bildung eines Koalitionsministeriums bevorstehe. Drei unio⸗ nistische Führer haben heute mit Asquith verhandelt. Es ver lautet, daß Balfour, Bonar Law, Chamberlain, F. E. Smith und Lord Derby in das Kabinett eintreten werden und Haldane, Beau⸗ champ, Lucas und Harcourt zurücktreten würden. Ferner ver⸗ lautet, daß der erste Seelord Fisher zurücktreten und Churchill das Amt des ersten Lords der Admiralität niederlegen, aber im Kabinett bleiben werde. Als Nachfolger Churchills wird Balfour genannt. London, 20. Mai.(WiS. Nichtamtlich.) Bonar Law hat in der Guildhall eine Rede gehalten, in der er sagte, es liefen Gerüchte über politische Veränderungen und Kombi nationen um. Solche Kombinationen wären zwecklos, ja mehr als 4 zwedlos, außer, wenn sie zum Zusammenschluß der ganzen Nation 4

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9 105. Jahrgang

General⸗Anzeiger für Oberhessen

Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruderei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7.

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Donnerstag, 20. Mal 1015

Bezugspreis: monatl. 75 P., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pi.; durch die Post Mk. 2. viertel- jährl. ausschl. Vestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Uf, ausw. 20 Pi. Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz: für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.

Eine Umbildung des englischen Kabinetts.

7 deren Organisationen zum Zweck der Beendigung des Krieges führten.

Berlin, 20. Mai, Wie verschiedenen Morgenblättern auf Umwegen aus London berichtet wird, beabsichtigt die dortige Regierung die Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes, wonach England eine be schränkte Wehrpflicht ein⸗ führt, durch die nur je ein Sohn jeder Familie wehrdienst⸗ pflichtig werde. Es sei vorläufig die Einziehung der Alters- stufe von 18 bis 32 Jahren beabsichtigt. Dadurch würde England ein Heer von 400000 bis 500000 Mann erhalten.

Berlin, 20. Mai. Zu der Krise im Kabinett As⸗ guitb heißt es in derVossischen Zeitung: Zu Beginn des Krieges hätte die Bildung eines unionistisch-liberalen Kabinetts als ein Zeichen für Stärke und Entschlossenheit gedeutet werden können. Im gegenwärtigen Augenblick wirkt sie wie die Hissung der Notflagge auf einem in stürmischer See treibenden Schiffe. Das demütigende Bewußtsein von der Ohnmacht der englischen Seestreitkraft habe die Unzufriedenheit der Englän der gegen Churchill gestärkt. Auf seine Rechnung seien teilweise auch die Schwierigkeiten in der englischen Munitions- versorgung zu setzen. Die Entrüstung gegen ihn habe einen hohen Grad erreicht. Der Untergang derLusitania besiegelte sein Schicksal.

Die Kritik derTimes.

London, 19. Mai.(WTB Nichtamtlich.) Der Parlaments⸗ korrespondent derTimes schreibt: Man erfährt, daß Lord Fisher an den letzten beiden Tagen die Admiralität nicht besucht hat. Dies in Verbindung mit einer längeren Unterredung. Chur⸗ chills mit Asquith am Samstag hat vielerlei Gerüchte veranlaßt und in den politischen Kreisen herrscht große Bewegung. Die Times schreibt hierzu in einem Leitartikel: Die obige Mit⸗ teilung bestätigt den im Volke herrschenden Eindruck, daß die Re⸗ gierung einen ruhelosen Uebergangszustand erreicht hat. Die Nation ieht besorgt auf jedem Kriegsschauplatz den Kampf heftiger, viel⸗ eicht unentschiedener werden und hört von gewaltigen Verlusten sowohl in Frankreich als auch an den Dardanellen. Das Blatt kritisiert Churchills eigenmächti eit in der Admiralität und wünscht, daß Lord Fi N

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Der Fortgang der Operationen in Galizien.

Berlin, 19. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) A is dem Großen Haaptquartier erhalten wir über den Fortgang der Operationen in Galizien folgendes Tele- gramm: Nachdem Fürst Radto Dimitriew, der ge schlagene russische Heerführer, in der Durchbruchsschlacht und während der anschließenden Verfolgung durch die Ver bündeten bis zum 12. Mai 140000 Gefangene, gegen 100 Geschütze und 300 Maschinengewehre eingebüßt hatte, be fahl er den Rückzug an den unteren San, der von Prze⸗ mysl bis zur Mündung gehalten und aktiv verteidigt wer den sollte. Hierzu hatte sich die Armee, wie gefangens Offiziere aussagen, auf dem westlichen Flußufer aufzu⸗ stellen und es bis zum äußersten zu halten. Ausdrücklich soll in dem Armeebefehl auf ein angriffsweises Vorgehen gegen den Feind hingewiesen sein. Theoretisch war eine solche Verteidigungsweise wohl möglich, nachdem die Russen wäh rend der vergangenen Monate im Weichsel- und San-Bogen bei Sieniawa, dann bei Jaroslau und Radymno große, stark ausgebaute Brückenköpfe auf dem westlichen Flußufer angelegt hatten. Die Ausführung des Befehls sollte aber praltisch sich als unausführbar erweisen.

Die Truppe war durch die erlittene Niederlage und den Rückzug so schwer erschüttert und durcheinander geraten, daß nur eine passive Verteidigung der Sanlinie möglich war, fanden doch unsere gegen den San vorrückenden Trup pen unter den Gefangenen immer wieder Versprengte aus allen möglichen Verbänden der russischen Front und be richteten diese Gefangenen doch übereinstimmend, daß die russischen Führer bestrebt gewesen seien, die durcheinander gekommenen Verbände neu zu formieren ohne Rücksicht auf die Rangierung nach der früheren Regimentszuge hörigkeit.

Von den verschiedensten Kriegsschauplätzen wurden die entbehrlich scheinenden Teile herangezogen, und mit der Bahn an den unteren San gebracht, so daß sich an dieser Flußlinie den Verfolgern nicht weniger als 23 verschie dene Infanteriedivisionen entgegenstellen sollten. Radko Dimitriew mußte aber wohl inzwischen das Vertrauen in die Widerstandskraft eines großen Teils seiner bei Gorlice und Tarnow beteiligt gewesenen Truppen ver loren haben und die am schwersten erschütterten Verbände weit hinter den San zurückgenommen haben, denn unsere Flieger meldeten am 12. und 13. Mai den Rückmarsch langer russischer Kolonnen vom unteren San nach Osten und Nordosten. Es blieb demnach im wesentlichen die Aufgabe der neuangekommenen, rstärkungen, den San zu halten, besonders den Brückenkopf von Jaroslqu, auf dessen Behauptung der russische Armeeführer viel Wert zu legen schien. Am 14. Mat begannen die Verbündeten, die Przemysl von Süden her abgeschlossen hatten und längs der ganzen Sanlinie bis nahe an den Fluß und dessen Brückenköpfe herangerückt waren, mit dem Angriff auf Jaroslau. Der Feind hatte die Höhen westlich der Stadt zu einer Art Festung ausgebaut. Von langer Hand vorbereitet zogen sich hier die Schützengräben in einem weiter nach Westen gerichteten Bogen vom Flusse durch die westlichen Vorstädte nach dem Meierhof und Schlosse des Grafen von Schimienski und durch den Park zur Jupajowlahöhe, die mit dem Schloß und Meierhof den Schlüsselpunkt der Stel-

lung bildete. Den Regimentern der preußischen Garde und dem sechsten österreichisch-ungarischen Armeekorps war es vorbehalten, sich in den Besitz von Stadt und Brücken⸗ kopf Jaroslau zu setzen. Die russischen Verteidiger bestanden aus der 62. Division, zu deren Unterstützung Teile der 41. und 45. Division beschleunigt herangeführt wurden, welche die dortigen Befestigungsanlagen besetzten und durch die Neuanlage von Drahthindernissen in aller Eile noch weiter zu verstärken suchten. In zweitägigem Kampfe ent⸗ riß die Garde dem Feinde Jaros lau und warf ihn hinter den Fluß zurück; die RegimenterElisabeth und Alexander erstürmten, untermischt mit österreichisch-unga⸗ rischen Truppen, im Nachtangriff den Meierhof und das Schloß samt Park, dessen uralte Bäume von den Granaten gleich Streichhölzern geknickt, während die umfangreichen Schloßbauten in Schutt und Asche gelegt wurden. Das österreichische Linienregiment Nr. 56 und Honved entrissen dem Feinde den Gipfel der Jupajowka-Höhe. Bei diesen Kämpfen fielen etwa 4000 un verwundete Russen in Gefangenschaft, einzelne Regimenter, wie z. B. das 247., wurden so gut wie aufgerieben und bestehen nicht mehr. D Am Abend des 15. Mai war Jaroslau und der ganze Brückenkopf in der Hand der Verbündeten. Die geräumige Stadt mit den alten polnischen Renaissancebauten und der prächtigen neuen in byzantinischem Stile gehaltenen Kirche war erhalten geblieben. Die Russen brannten die Brücken hinter sich ab, nachdem sie auch die Bahnhofsanla⸗ gen den Flammen übergeben hatten. Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 19. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlauthart, den 19. Mai 1915, mittags. Die auf das ö st⸗ liche San⸗ Ufer vorgedrungenen verbündeten Truppen warfen gestern starte russische Kräfte, die sich nordöstlich Jaroslau neuerdings gestellt hatten, bis über die Luba⸗ c(zomwla zurück. Sieniawa wurde erobert, der Uebergang über den San auch dort erzwungen, hierbei 7000 Gefangene gemacht, acht Geschütze erbeutet. In den Morgenstunden versuchte feindliche Gegenangriffe wurden blutig zurückgeschlagen.

Die Kämpfe am oberen Dujestr und in der Gegend von Str j dauern fort. nüsere Angriffskolonnen er st ür m⸗ ten nördlich Sambor mehrere Höhenstellungen der . und eroberten vom Feinde hartnäckig verteidigte Ort⸗ schaften.

An der Pruthlinie hat sich nichts Wesentliches er⸗ eignet.

In Ru ssisch⸗Polen wird Kielce gekämpft.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Wien, 19. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Von dem Armeeober⸗ kommando wird mitgeteilt: Am 16. Mai erschien in Rußland eine amtliche Darstellung der jüngsten Ereignisse, die sich am äußersten Flügel der Schlachtfront zwischen Dujestr und Pruth abgespielt haben. In schwatzhafter Uebertreibung der gegen den großen Sieg in West- und Mittelgalizien ganz unbedeu⸗ tenden Erfolge in diesem Flügelabschnitt benutzt diese Darstellung nicht nur die vergangenen Kämpfe, sondern hat auch, was gewiß für die amtlichen Veröffentlichungen gänzlich neu ist, Zukünftiges zur Ausschmückung und zum Ausputz des ganzen phantasievollen Be⸗ richtes verwandt, So wird hauptsächlich mit Annahmen und Er⸗ folgen, die angeblich zu erwarten seien, gearbeitet und das tatsächlich Erreichte, das für eine schwungvolle Schilderung zu wenig Material liefert, geräuschvoll ausposaunt. Aus unseren offiziellen Metteilun⸗ gen ist jedermann bekannt, daß wir unsere Streitkräfte am süd⸗ östlichen Flügel der Schlachtfront vom Dniestr an den Pruth zurück⸗ genommen haben und daß unsere Truppen Zäleszezyki, das sie vor⸗ her eroberten, geräumt haben. Die in der russischen Darstellung ausposaunte Niederlage würde dann wohl selbst kaum wie es in dem Bericht heißt die von den Verbündeten erreichten Erfolge in Westgalizien zunichte machen, wenn sie wahr wäre.

Der Zar an der Front. Petersburg, 19 Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der Jar ist an der Front eingetroffen.

Der russische Bericht.

Petersburg, 18. Mai.(tr. Frlft.) Die Petersburger Telegraphen-Agentur meldet: Es ist nunmehr erkannt, daß der Umfang des Debacle der Oesterreicher in der Bukowina so groß ist, daß er ihre Erfolge in Westgalizien zunichte macht. Laut nach⸗ träglicher Erkundigung ist das ganze, zwischen dem Dnjestr und Pruth gelegene Gebiet in unserer Macht. Die Eroberung ist einer⸗ seits das Ergebnis unseres glänzenden Sieges, andererseits die Folge der schrecklichen Niederlage der österreichischen Armee, die vollständig geschlagen, in Unordnung sich flüchtete, indem sie uns 20000 Gefangene und eine wichtige Stellung überließ, die 140 Werst lang, mächtig hergerichtet ist und für deren Verteidigung der Feind enorme Anstrengungen an Geld und Leben gemacht hatte. Alles drängt zu der Annahme, daß als Ergebnis dieses Erfolges Czernowitz bereits in unseren Händen ist und daß die Reste der österreichischen Armee, die gegen den Pruth flieht, in⸗ folge der energischen Aktion unserer Kavallerie einem unentrinn⸗ baren Verhängnis geweiht sind. Unsere Kavallerie stürzt sich in zwei Divisionen auf die im Rückzug begriffenen feindlichen Massen, treibt sie auseinander und vermehrt unaufhörlich die Zahl un⸗ serer Trophäen. Diese Erfolge, die sich für uns so günstig dar⸗ stellen, dauern noch an.

In diesem Augenblick hat einzig ein Eisenbahnknotenpunkt in der Bukowina uns aufgehalten, woselbst der Feind Verstär⸗ kungen empfängt und alle seine Hilfsquellen in Anspruch ge⸗ nommen hat. Diese Erbitterung des Feindes ist naturlich, da Kolomea der einzige Eisenbahnknotenpunkt ist, der die Buko⸗ wina mit Siebenbürgen und den übrigen Gegenden Oesterreich⸗ Ungarns verbindet. Tir in dieser Richtung bevorstehenden Nieder⸗ lagen werden jede Möglichkeit eines Widerstandes des Feindes in der Bukowina mit einem Schlage verhindern.

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im Berglande von