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w dem wun wege vom manen- wegiment vr. 6 die Hesssuhe lpferkeitsmedaille.
Kreis Büdingen.
e ade 10. Mai. Gestern hielt Redakteur Kuhlmann
rmstadt einen Vortrag über„Deutschland im Weltkrieg,
zum Besten der hiesigen„Kriegshilfe“. Der Redner verbreitete sich — 0 in interessanter Weise über die äußeren und inneren sründe des gegen uns von England angestifteten Krieges. Er ließ hierauf eine umfassende Uebersicht über die hauptsächlichsten Siege unseres Heldenheeres und unserer Heldenflotte, in der sogar die Vernichtung der„Lusitania“ nicht fehlte, folgen. Die von wahrer Vaterlandsliebe getragenen Darlegungen gewannen noch durch die Vorführung einer sehr bedeutenden Anzahl in sehr geschickter Weise zusammengestellter Lichtbilder. Sie ließen vor uns Lüttich, Namur, Brüssel, Löwen, Antwerpen, Gent und Brügge sowie Ypern in früherem und jetzigem Zustande erstehen, sie zeigten uns auf deutlichen Karten die Stellung unserer Heereslinien auf den west— lichen und östlichen Kriegsschauplätzen, sie ließen uns einen Blick auf die masurischen Seen und die von den Russen zerstörten Städte Ostpreußens tun, sie führten unsere modernen Angriffs- und Verteidigungsmittel, wie Luftschiffe, Flugzeuge, Untersee⸗ und Torpedoboote, große und kleine Kreuzer, Schützengräben, Sappen, vor, sie lehrten uns, welche Fortschritte wir auf dem Ge⸗ biete des Train, Verpflegungs⸗ und Sanitätswesens erzielt haben.
Der Kreisfeuerwehrinspektor dankte dem Redner namens 3 88
jesigen„Kriegshilfe“ für die fesselnde Veranstaltung und chloß sie mit einem begeistert aufgenommenen dreifachen Hoch auf Kaiser und Großherzog, Heer und Vaterland.
Kreis Schotten. 0 A Hartmannshain, 19. Mai. Die hiesige Jung- mannschaft, bestehend aus den jungen Leuten von Herchen— bain, Harxtmannshain, Sichenhausen und Volkaxtshain, sammelte in den vier Ortschasten zur Anschaffung von Musikinstrumenten den schönen Betrag von 75,50 Mk.
Starkenburg und Rheinhessen.
Darmstadt, 10. Mai. Am Sonntag früh starb an den Folgen eines Schlaganfalls Ehrendomkapitular Geistlicher Rat und Dekan Dr. Friedrich Elz, Pfarrer der St. Lu d w igs⸗ gemeinde Darmstadt, deren Seelsorger er seit dem 19. No⸗ vember 1891 gewesen war. In Alzey am 30. März 1848 geboren, trat It.„Darmst. Ztg.“ der Verewigte nach Vollendung seinen Studien am Mainzer Gymnasium in das deutsche Kolleg zu Rom ein und wurde daselbst im Jahre 1873 zum Priester geweiht, worauf er als Kaplan und Pfarrverwalter in Mainz, Gießen und Viernheim tätig war. In Darmstadt erwarb er sich ein be⸗ sonderes Verdienst durch die Neueinrichtung der katholischen Mili⸗ tärgemeinde, deren Seelsorger er zugleich war, ferner durch die Erbauung der St. Elisabethenkirche und die Förderung der Ka⸗ pellenbauten in Groß⸗Gerau, Kelsterbach, Eberstadt und Pfung⸗ stadt. Ein schöner Erfolg war ihm durch die gelungene Renovierung
St. Ludwigskirche beschieden. Die Seelsorge im Provinzial⸗ arresthaus war ihm Herzenssache.
5 Kreis Wetzlar.
Wetzlar, 10. Mai. Ein aus der Fabrik Buderus in Wetzlar entsprungener französischer Kriegsgefangener treibt sich in den Taunuswäldern herum. Er hat, da er fließend deutsch spricht, in verschiedenen Ortschaften um Arbeit nachgefragt.
Hessen⸗Nassau. h. Marburg, 10. Mai. Am heutigen Gedenktage des
Frankfurter Friedens fand in der Universitätskirche die von der
Universität und der Stadt gemeinsam veranstaltete Feier des 100. Geburtstages des Altreichskanzlers statt. Nach
Einfaches Stübchen zu ver⸗
dem Einzug der Chargierten der studentischen Torporationen, denen sich die Angehörigen des akademischen Lehrkörpers an⸗ schlossen, in die von Vertretern der bürgerlichen Vereine und einem sonstigen zahlreichen Publikum besetzte Kirche begann die Feier mit einem Orgelvortrag und dem gemeinsamen Gesang des Niederländischen Dankgebets. Der bekannte Geschichtsprofessor Geh.⸗ Rat Bu sch entrollte dann ein lebenswarmes Bild des großen Staatsmannes, an den in diesen schweren Zeiten mehr wie jemals gedacht würde. Rit dem gemeinsamen Gesange von„Ein feste Burg ist unser Gott“ schloß die stimmungsvolle Feier. Die Stadt trug Flaggenschmuck und von 10 bis 11 Uhr läuteten die Glocken. Das in diesen Zeiten ungewohnte Schauspiel der Auffahrt der Studenten mit ihren Fahnen brachte der Stadt einen lebhaften Straßenverkehr.— Hier wurde ein von Breslau aus steckbrief⸗ lich verfolgter Mann verhaftet, der in Postuniform Schwin- deleien begangen hatte.
Das nördliche Hochdruckgebiet hat sich weit nach Osten ver- lagert. Ueber Skandinavien liegt bereits heute eine starke Te pression, die uns mit ihren Randwirbeln wieder zunehmende Be— wölkung mit Gewibterneigung bringen wird.
Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 12. Mai 1915: Zunahme der Bewölkung, bis auf Gewitterregen trocken, mild, Winde aus nördlichen Richtungen.
Letzte Nachrichten.
Giolitti.
i. Köln, 11. Mai. Die„Köln. Ztg.“ berichtet aus Tarin: Die„Stampa“ schreibt: Die Interventionalisten-Partei be⸗ fürchtet, daß der Einfluß Giolittis Salandra in sei⸗ nen Entschlüssen wanken machen könnte. Giolittt ver⸗ trete die Ansicht, daß der Krieg noch vermieden werden könne, während Salandra auf dem Standpunkt der Regierung stehe, die den Krieg als bevorstehend betrachte.
Kundgebungen gegen deu Krieg in Italien.
Chiasso, 11. Mai. In den Industrieorten Oberitaliens macht sich die Abreise der zahlreichen Deutschen, die als technische Leiter und Vorarbeiter in den Fabriken schwer er⸗ setzlich sind, stark fühlbar. Nach dem„Avanti“ veranstalteten die einberufenen Reservisten bei ihrer Abfahrt vor Ceseno, Oneglia, Montagnane und Rinini Kundgebungen gegen den Krieg. In Montagnane durchschnitten die Demonstranten die Tele⸗ graphendrähte und durchzogen mit Fahnen und dem Rufe„Nieder mit dem Krieg“ die Stadt, Polizei und Kavallerie zerstreute sie. In Oneglia beteiligten sich viele Tausend Personen an den Kundgebungen. Es wurden mehrere Verhaftungen vorge⸗ nommen. Die Verhafteten mußten aber, um größere Ausschrei⸗ tungen zu vermeiden, wieder in Freiheit gesetzt werden; die Po⸗ lizei wurde ebenfalls zurückgezogen. Der„Avanti“ fährt sort, die Berichte über die großen Kundgebungen am 1. Mau in fast allen größeren und kleineren Orten Italiens wider den Krieg zu ver⸗ öffentlichen.„Avanti“ bemerkt, obgleich das Verzeichnis bereits Tausende von Ortschaften aufzähle, werde die Großartigkeit der Kundgebungen von der übrigen Presse beharrlich totgeschwiegen. Dagegen würden die interventionistischen Kundgebungen von Quarto als der Ausdruck der Meinung ganz Italiens ausgegeben.
Verstimmung zwischen Griechenland und England.
Athen, 11. Mai. Eine Verstimmung zwischen Griechenland und England ist wegen der Frage entstanden, ob die Bewohner der unter Neutralitätsbruch von den Engländern besetzten griechischen
Inseln an den evorstehenden Kummstwahlen teilnehmen dürfen oder nicht. Auf eine Aufrage der griechischen Regierung hat der englische Gesandte in Athen rund heraus erklärt, die englische Re⸗ gierung könne die Beteiligung der griechischen Bewohner jener In⸗ seln an den Wahlen nicht zugeben. Sie sei aber damit„einverstan⸗ den“, daß die von den Griechen besetzten epirotischen Gebiete noch vor der internationalen Bestätigung ihres Anschlusses an Griechen⸗ land, schon jetzt Abgeordnete in die griechische Kammer fenden dürften. Die griechische Regierung, die befürchtet, daß, falls die Bewohner der von den Engländern beseßten Inseln nicht an den Wahlen teilnehmen, dies als ein Zeichen des Verlustes der griechischen Oberhoheit angesehen werden könnte, hat gegen den englischen Standpunkt nachdrück⸗ lich Protest eingelegt. Der englische Gesandte erwiderte, daß der Beschluß seiner Regierung unabänderlich sei. Falls Griechenland ihn zu umgehen suche, werde England au ch Chios und Mytilene besetzen. Dieses Vorgehen der eng⸗ lischen Regierung hat dem„Osmanischen Lloyd“ zufolge in
Athener Kreisen viel böses Blut gemacht. Die dreiverbandsfreund-
liche Strömung hat dagegen sehr an Einfluß verloren. Englische Willlürherrschaft zur See.
i. Köln, 11. Mai. Die„Köln. Ztg.“ berichtet von der hol⸗ ländischen Grenze: Der britische Botschafter hat zur senntnis des holländischen Ueberseetrusts gebracht, daß deutsche Gü⸗ ter, die vor dem 1. März von Neutralen bestellt und bezahlt seien, nur verschifft werden dürften, wenn sie vor dem 15. Mai in Holland ankämen. Nach dem 1. Juni würde England keine Versendung deutscher Güter an die neutralen Staaten mehr zulassen. Nur Güter, an denen Niederländisch⸗ Indien dringenden Bedarf habe, seien davon ausgenommen.
Archangelsk eisfrei.
Kopenhagen, 11. Mai.„Dagens Nyheter“ wird aus Archangelsk gemeldet: Nachdem das Fahrwasser um Ar⸗ changelsk eisfrei geworden ist, kam heute der erste Dampfer hier an. Hiermit ist der Verkehr nach Archangelsk wieder eröffnet. Aus Umea meldet„Politiken“, daß auch im Bott⸗ nischen Meerbusen die Schiffahrt von heute ab wieder auf⸗ genommen wird. Auch der Holm ⸗Sund ist eisfrei.
Gerettete der„Lusitania“.
Von der Schweizer Grenze, 11. Mai. Nach einer Meldung der„Agence Havas“ aus New York sind Vanderbilt und Miß Stone, die Tochter des Di⸗ rektors der„Associated Preß“, gerettet worden. 5
Heereslieferungsschwindel.
Wien, 11. Mai. Die Reichspost meldet: Das Fünfkir⸗ chener Landwehrgericht deckte einen ungeheuren Heeres⸗ lieferungsschwindel auf, Der Militäretat ist dadurch um Hunderttau⸗ sende von Kwnen geschädigt worden, daß man ihm teils werdorbenes Futter lieferte, teils sich ein und dieselbe Ladung zweimal be⸗ zahlen ließ. Der Haupfschuldige, Ignaz Pollak, wurde am Montag ruh in Ofenpest in dem Augenblick verhaftet, als er aus Wien eintraf. Pollak hat u. a vor der zwesten Bela, 9 Przenwfks zwei aus je 50 Eisenbahnwagen bestehende Lastzüge mit Futter⸗ mitteln, die bereits in Przemysl angekommen und bezählt waren, einfach unterschlagen, indem er sie durch seine Helfershelfer nach Ungarn zurückfahren ließ und sie zum zweiten Male dem Militär⸗ etat verkaufte.
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Antliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen.
Die Musterung und Ausbebung der bei dem Er⸗ satgeschäft im Januar ds. Js. zurückgeftellten Militär⸗ pflichtigen, sowie der noch nicht gemusterten unaus⸗ n Landsturmuyflichtigen des II. Aufgebots der Stadt Gießen findet vom 20. bis 2. Mai ds. Js. in der
Turnhale der Stadtmädchenschnle(Schilerstraße d)
statt. Es haben sich zu stellen 1
Donnerstag, den 20. Mai 1915, vormittags 7¼ Ubr, die in den Jabren 1895, 1894 und früher geborenen Militärpflichtigen. J
Freitag, den 21. Mai 1915, vormittags 7½ Uhr,
die in den Jahren 1874. 1873, 1872 und 1871 ge- borenen Landsturmpflichtigen. 5 0 Samstag, den 22. Mai 1915, vormittags 7% Uhr. die in der Zeit vom 1. August 1869 bis 31. Dezem⸗
60 ber 1870 geborenen Landsturmpflichtigen.
Die in Frage kommenden Militärpflichtigen und un⸗ ausgebildeten Landsturmpflichtigen werden hiermit auf⸗ gefordert, sich an den vorgenannten Tagen rechtzeitig in, dem Musterungslokale einzufinden. 2 1
Besondere Ladungen ergehen nicht. Diese Bekaunt machung gilt vielmehr als Ladung. 1
Wer sich der Gestellung entzieht, wird nach den Militär ⸗ gesetzen bestraft, es kann guch im Falle der Tauglichkeit sofortige Einstellung als unsicherer Heeres⸗ oder Landsturm⸗ pflichtiger erfolgen..
Die Militär⸗ und Landsturmpflichtigen haben in ordent⸗ lichem Anzuge und reinlich an Körver zu erscheinen. Die von den Ersatzbehörden erteilten Musterangsausweise⸗ nnr oder Ersatzreserve⸗Pässe sind mitzu⸗
ringen.
Wer durch Krankheit oder körperliche Gebrechen am Erscheinen im Musterungslokale verhindert ist, hat mir ein beglaubigtes ärztliches Zeugnis rechtzeitig einzusenden.
Die von der Bahn“, Post⸗ und Telegraphenverwaltung als unabkömmlich bezeichneten Beamten und ständigen Ar⸗ beiter sind von der versönlichen Gestellung im Musterungs⸗ termin befreit. 7
Gießen, den 8. Mat 1915..
Der Oberbürgermeister: Keller.
Bekanntmachung.
Die Auszablung der Familienunterstützungen für 16. bis Ende Mat an die Angehörigen der zum Heeres⸗ dienst Einberusenen findet statt: an diejenigen, deren Namen beginnen mit reitag, den 14 Mai
AK I 2 Samstag, den 15. Mai. Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr vormittags im Stadthaus, Zimmer Nx. 16, statt. Gießen, den 10. Mai 1915. Der Oberbürgermeister: Keller 4157 B
Ausführung des Reichsviehsenchengesetzes hier: Ausschlag der Beiträge auf die Biehbesitzer.
Für die Aufnahme der Viebbestände und die Ein⸗ ziebung der Beiträge ist für die Stadt Gießen der Armen⸗ amtsdiener Hebell durch Gr. Kreisamt Gießen als stell⸗ vertretender Erheber bestellt worden. 4146
Eisverkauf im städt. Schlachthof. Gasthöfe, Gastwirtschasten, Bäckereien, Kunstbäckereien, Fischhandlungen, Jeinkosthandlungen und Einzelver⸗ braucher(Private) werden auf das im städtischen Schlacht ⸗ hof bergestellte Kristalleis 8 bingewiesen. Dasselbe wird in Blöcken von ie W kg zum Preise von 30 Pfg. täglich vom Eislager im Schlachtgof von ö Uhr morgens bis 6 Uhr abends abgegeben. 44e
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