Ausgabe 
(10.5.1915) 109. Erstes Blatt
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r c- Umnner aum Taferden etne Oase in dem Wut tobenden Ereignisse zu schaffnn. 55 2*

8 dem Felde der Ehre gefallen.

us Hessen und den Nachbargebieten.

Musk. Gust. Kahl, Nac Jul lte 225 3 Theiß, Res.-Inf.⸗Agt. 224, Konrad Deucker, Inf.⸗Rgt. 116, aus Flen⸗ 2. Fritz Käßmann, Inf.-Rgt. 80, aus Odersbach. Musk. Ludw. Alfred Mayer, Inf.⸗Rgt. 223, aus Offen- bach a. M.. Ferd. Götz, Lehr⸗Inf.-Rgt., aus Offenbach. Musk. Heinr. Mohr aus Ostheim bei Butzbach. Musk. Otto Oberheim, Res.-Inf-Rgt. 223, aus Kaulstos. Unteroff. Karl Decher, Feld⸗Art.⸗Rgt. 61, aus Hörgenau. Landwehrmann Konrad Dahmer aus Lauterbach. Lt. d. Res. Diplom-Ing Nee Franz Roehle, Inf⸗Rgt. 115, ans Jugen⸗ heim a. Musk. Rich. Wicker, Juf.-Rgt. 138, aus Straß. ebersbach. Landwehrm. Wilh. Treut, 5. Matrosen⸗Regiment, aus ingen. Leutn. und Bataillonsadjutant Hermann Damm aus Friedberg. 0*

* Auszeichnung. Dem Wehrmann Ludw. Vogelhöser in Gießen im Landwehr-Infanterie-Regiment 87 wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.

Die Hriegskompofitionen des Großher⸗ 25 93. Die neuen Klavierkompositionen des Großherzogs, die bekanntlich mit so bedeutendem Erfolge von Backhaus in Darmstadt zum ersten Male gespielt wurden, werden im Verlage von B. Schotts Söhne, Mainz, in aller Kürze erscheinen. Die Ausstattung wurde einem der ersten deut⸗ schen Buchkünstler, Emil Preetorius, übertragen.

f Eine Lazarettzeitung. Eine eigenartige Idee wird in der nächsten Zeit in Frankfurt auf Anregung des e für Kriegsbeschädigte verwirklicht. Es handelt sich um die Herausgabe einer Lazarettzeitung, die allen der Fwankfurter Lazarette unentgelt⸗ lich werden soll. Die zur Herausgabe des Mattes lichen, verhältnismäßig recht geringen Mittel wurden bereits zur Verfügung gestellt. In erster Linie soll die Zeitung 1 Verständnis und Inter⸗

esse den icht wecken und den Kriegs⸗ Aae b eine Fülle praktischer Winke die Rück⸗ kehr ins liche Erwerbsleben erleichtern helfen. Ein . 7 ast 1 4 5. e 2

prechung allgemeiner agen usw. wer 1 zu einer der interessantesten Ers 5

cheinungen der Kriegslite⸗ ratur machen. Vorcussichtlich wird das Blatt, da ihm von den Milttärbehi die größte Aufmerksamkeit entgegen⸗ gebracht wird, später auch sfämtlichen Lazaretten im Bereich des 18. Armeekorps zugestellt werden. Die Vorbereitungen dazu sind bereits im Gange.

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i der Post ob N

hatten in der Erwartung, daß der 3

nicht auf sie, sondern auf die Post fallen witrde. iche Vorkommnisse sind auch schon wiederholt in Haushal festgestellt worden, indem Dienstmädchen und andere ftragte der Herrschaft Feld⸗ postsendungen, die sie zur Post bringen sollten, unterschlagen beraubt haben. Den Absendern von Feldpostpäckchen 0 dringend geraten werden, die Sendungen von durchaus zu verlässigen Personen zur Post bringen zu lassen und bei Werlusten oder Beraubungen, die ihnen aus dem Felde hinsichtlich solcher Sendungen mit⸗ geteilt werden, ihr erk auch auf die eigenen Ange⸗ ö zu richten. Die Postansta werden sicher auch solche außerhalb ihres Betriebes liegende Ermittelungen gern unterstützen. n. Die Hilfskasse hessischer Lehrer, die am 25. Nopember 1913 gegründet worden ist, zählt nunmehr 1260 Mitglieder, die sich auf 60 Bezirksvereine des Landes verteilen. Ihr 1 am 31. Dezember auf 6485.42 Mk. festgestellt wurde, ist bis Ende April ds. Is. auf 7283.42 Mk. angewachsen, wovon 5500 Mel auf die 2. Kriegsanleihe gezeichnet wurden. Es ist in Aussicht genommen, die Geldmittel der Kasse für Kriegshilfe in hessischen Lehrerfamiltien zu verwenden und die Vilsstasse als obligatorische Einrichtung des Hessi⸗ schen Landes⸗Lehrervereins mit Pflichtbeitrag umzuwandeln. Zu Zwecke fi 8. zwischen den Vorständen e 1 ö * Englische Seeleute, etwa 90 an der Zahl, kamen gestern abend gegen ½10 Uhr unter starker Beglei⸗ hier an, um zum Gefangenenlager transportiert zu werden. Trotz der vorgerückten Stunde fand der Zug die 54. Aufmerksamkeit des Publikums. Es handelte sich um die schaft des vor Zeebrügge von unserer Küsten⸗ besatzung versenkten englischen Torpedobvotszerstörers Maori sowie die bei Rettungsversuchen in deutsche Hand gefallene Mannschaften des ZerstörersCrusader. 8* Deutsche Kriegsgefangene in Toulouse. Ein

anzig hessische Landeskinder, die in französische en A geraten und im Lager von Toulouse interniert sind, haben der Großherzogin eine penaufnahme mit ihren Bildern und Grüßen gesandt.

Es liegt nun die Vermutung nahe, daß die Leute noch nicht

4 alle mit der Heimat in Verbindung treten konnten. Durch

Vermittlung des hiesigen Zweigvereins vom Roten Kreuz ist uns die fragliche Photographie übergeben worden mit dem Ersuchen, sie dem Publikum zugänglich zu machen. Das Bild 19 im Aushange unserer Geschäftsstelle aus⸗ gestellt. Drei der gefangenen Einundzwanzig sind bereits

4 erkannt und auf dem Bilde kenntlich gemacht. Wer hinsicht⸗ .

lich der Uebrigen Angaben machen kann, wird gebeten,

dies auf unserer Geschäftsstelle zu tun, die die Auskünfte weiter vermitteln wird. Wir hoffen gerne, auf diesem

zu der Ermittlung vielleicht noch vermißter Landsleute bei⸗

tragen zu können. .* Ein Backhaus⸗Abend. Der Konzertver⸗

ein, welcher trotz erheblicher Schwierigkeiten in diesem

Winter für seine Freunde eine Reihe vortrefflicher Konzerte

veranstaltet hat, wird mit einem Klavierabend am Dienstag, den 18. Mai seine Spielzeit beschließen. Wie bei allen seinen Konzerten in diesem Winter wird der Rein⸗ ertrag voll und ganz wohltätigen Zwecken zugute

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zommen. Der Erlds aus diesem letzten Konzert soll einer Einrichtung zufließen, die erst in jüngster Zeit ins Leben Pee worden ist: der Kriegsbeschädigten⸗Für⸗ or ge. Sie ist gegenwärtig eine der dringendsten und wich⸗ tigsten sozialen Aufgaben. Bekanntlich besteht bereits eine größere Vereinigung für Hessen und Hessen-Nassau, während für Gießen demnächst ein Ortsausschuß gebildet wird. In anerkennenswerter Weise hat der so beliebte und bewunderte Pianist, Herr Wilhelm Backhaus, der zurzeit im hiesi⸗ gen Reservelazarett 1 zur Dienstleistung kommandiert ist, seine große Kunst für das Konzert zur Verfügung gestellt. Backhaus hat in einer erklecklichem Zahl von Konzerten, so zuletzt vor acht Tagen in Wien und vorher in Frankfurt, Darmstadt und anderen Orten zugunsten des Roten Kreuzes und für die verschiedenartigsten Wohltätigkeitsveranstaltun⸗ gen eine beträchtliche Summe erspielt. Daß man auf einen hohen künstlerischen Genuß gefaßt sein darf, braucht eigent⸗ lich nicht hervorgehoben zu werden. Ueber das Programm wird demnächst berichtet.

Abendliche Freikonzerte. Im Lazarett in der alten katholischen Kirche scheinen sich einige sangeslustige und vor allem sanges kundige Insassen zu befinden, die an den letzten schönen Abenden zahlreichen Vorübergehenden einen hübschen Genuß bereiteten. So sammelte sich z. B. gestern abend am Bahnübergang an der Liebigstraße eine dichte Menge, die dem Gesang aus dem Dunkeln lauschte. Mancher ließ gern ein Scherflein auf den Sammelteller gleiten, den ein paar junge Damen in richtiger Erkenntnis der Sachlage in Umlauf setzten.

* Sitzung des Provinzialausschusses. Am Samstag, den 15. Mai, vormittags 9 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes eine Provinzial⸗ ausschußsitzung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Klage des Julius Lagerin gegen Großh. Kreisamt Gießen wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1915. 2. Klage des Ortsarmenverbands Dortelweil gegen den Ortsarmenverband Büdesheim wegen Unterstützung der Karl Steitz Eheleute in Dortelweil. 3. Antrag auf Ent- dencge des Patents als Großh. Geometer 2. Klasse gegen

en Geometer Julius Sauer aus Butzbach. 4. Festsetzung des Rechnergehalts der Gemeinde Ober-Eschbach.

Postscheckverkehr. Im Reichspostgebiet ist die Zahl der Kontoinhaber im Postscheckverkehr Ende April 1915 auf 106101 gestiegen.(Zugang im Monat April 628.) Auf diesen Post⸗ scheckkonten wurden im April gebucht 1993,8 Millionen Mark Gut- schriften und 2033,38 Millionen Mart Lastschristen. Bargeldlos wurden 2199,9 Millionen Mark des Umsatzes beglichen. Das Ge samtguthaben der Kontoinhaber betrug im Avril durchschnittlich 273,3 Millionen Mark. Im internationalen Postüberweisungsverkehr wurden 5,7 Millionen Mark umgesetzt.

Berichtigung. Der Versasser der unter der Spitzmarke: Eine abenteuerliche Heimreise deutscher Militärpflichtiger in der Sonnabend-Nummer erschienenen Notiz heißt nicht Karl Haupt, sondern Karl Hengst. a

Landkreis Gießen.

Daubringen, 9. Mai. Gestern abend hielt hier in bis zum letzten Stehplatze ausgenutztem Saale Redakteur Kuhl⸗ mann ⸗Darmstadt einen sehr interessanten Lichtbilder vor- trag über das ThemaDeutschland im Weltkriege. Eröffnet wurde der Abend durch das gemeinsame LiedO Deutschland hoch in Ehren, das Lehrer Seipp auf dem Piston begleitete. Dieser hielt dann eine kurze Ansprache, in der er die tieferen Ursachen des Krieges darlegte. Herr Kuhlmann führte uns dann an der Hand schöner Lichtbilder durch Belgien, die Schützengräben, Ostpreußen und die von den Deutschen besetzten russischen Gebiete. Er machte mit den Formen und Waffen des modernen Krieges bekannt. Tas Schlußwort des Lehrers Seipp klang aus in ein Hoch auf das Vaterland. Das LiedDeutschland über alles folgte. Die Veranstaltung wurde schön umrahmt durch zahlreiche mehr⸗ stimmig vorgetragene Schülergesänge. Das Ganze nahm einen würdigen, der Zeit entsprechenden Verlauf. Der Reinertrag wird verwandt zur Beschaffung von Heften und Büchern für bedürftige Schüler, deren Väter im Felde stehen.

Kreis Büdingen.

Nidda, 9. Mai. Briefträger Schmidt von hier starb den Heldentod fürs Vaterland. Er stand als Reservist beim Feld⸗Artillerie-Regiment Nr. 61, 1. Batterie.

O Kohden, 9. Mai. Vahnarbeiter Richard Franz von hier, der im zweiten Jahre im Infanterie-Regiment Nr. 168, 2. Kompagnie, dient, hat das Eiserne Kreuz erhalten und ist zum Gefsreiten befördert worden.

Kreis Schotten.

Aus dem Kreise Schotten, 10. Mai. Angeregt durch das Großh. Kreisamt Schotten, fanden an fast allen Orten des Kreises Gemeinderatssitzungen statt, in denen über Anschaffung und Anlage des elektrischen Lichtes, also Anschluß an die elektrische Ueberlandzentrale Wölfers⸗ heim eifrig gesprochen worden. Das Ergebnis war natürlich, daß sich fast alle Gemeindevertretungen bereit erklärten, sobald als möglich diese Neuerung einzuführen, da ja ohnehin die meisten Bewohner des Vogelsberges in langen Wintertagen bei dem düster⸗ brennenden und rußenden Oellichte arbeiten und ihre Abende zu- bringen mußten. Petroleum gab es allmonatlich einmal und jeder erhält dann nur 1 Liter für diese Zeit. Leider kann aber wäh⸗ rend des Krieges an die Ausffthrung der Ueberlandanlage nicht gedacht werden, da es an Arbeitern fehlt.

Kreis Friedberg. h Obermörlen, 9. Mai. Im Verlaufe eines Streites zwischen mehreren Burschen wurde ein junger Mann von seinem

Gegner mit einem schweren Holzknüppel totgeschlagen.

Hessen⸗Nassau.

h Marburg, 9. Mai. In Aue zerstörte ein Groß seuer die Anwesen der Landwirte Rauschenberg und Schuchardt. Sämtliche Vorräte, alle Maschinen und ein Teil des Viehbestandes wurden ein Raub der Flammen. ring versichert.

h Merzhausen, 9. Mai. Bei der Beschau eines votz⸗ kranken Pferdes zog sich der Fleischbeschauer Schwalm eine Vergiitung zu, der er unter gräßlichen Schmerzen erlag.

fe. Aus Oberhessen, 9. Mai. In Neustadt hat man in der dortigen Gemarkung bedeutende Quarzitlager entdeckt, die eine Schamottefabrik in Bonn ausbeuten läßt.

dᷓjf Vermischtes. Ein Eisenbahnunfall.

Liegnitz, 8. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird gemeldet: Heute früh 6 Uhr 58 Min. entgleiste im Einschnitt kurz vor dem Bahnhof Spittelndorf der D-Zug 110, der fahrplanmäßig um 7 Uhr 8 Min. in Liegnitz eintreffen sollte. Der Lokomotivführer und der Heizer sind verletzt worden, fonst niemand. Die Ursache der Entgleifung ist auf eine fahrlässige Handlung des Rottenführers, der mit Gleisarbeiten beschäftigt war, zurückzuführen. Der Verkehr auf der Strecke zwischen Spittelndorf und Maltsch wird eingleisig aufrechterhalten.

Die Höfe waren nur recht ge⸗

Die Madonna von Juldo Reni in der Droschke. Der Ruhm des kühnen Diebes derGioconda hat seinerzeit auf manch romantisch veranlagtes Gemüt anspornend gewirkt. Vor einem Jahr kam man einem groß angelegten Dieb stahl im Landhause des Cav. Tito Serventu in Fimone auf die Spur, dem neben einigen kostbaren Altertümern auch ein wert volles Madonnenbild von Guido Reni zum Opfer gefallen war. Die Untersuchung führte zur Verhaftung von zwei verdächtigen jungen Leuten, die auf Grund einiger bei ihnen vorgefundenen Gegenstände zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt wurden. Das Bild aber von Guido Reni war und blieb verschwunden. Durch weitere Nachforschungen wurde die römische Polizei auf die Persön⸗ lichkeit eines gewissen Angelo Chinfanti aufmerksam, der sich aus dem Ankauf und Verkauf von Automobilen einen Beruf machte. Es gelang den Geheimwolizisten nun, ihn bei einer Wagensahrt zu verfolgen und, während der nichts Gutes ahnende Chinfanti den Kutscher zur Eile antrieb und schleunigst in seinem Hause ver- schwand, wurde bei der Untersuchung des Wagens auf dem Ver- deck die zusammengerollte Leinwand des Guido Reni entdeckt, die eine schmerzhaste Muttergottes darstellt. Augenscheinlich war Chinfanti bisher erfolglos von einem Antiquar zum andern geeilt, um das Bild los zu werden. Die Haussuchung ergab noch einer reichen Schatz an wertvollen alten Spitzen und altertümlichen Gegenständen und führte natürlich zur Verhaftung des kühnen Bilderdiebes.

Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Das Hochdruckgebiet hat sich weiter ostwärts verlagert. Kern liegt heute über Südskandinavien. unter Hochdruckeinfluß bleiben. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 11. Mai 1915: Heiter, trocken, mild, südöstliche Winde.

Letzte Nachrichten.

Italien.

Lugano, 10. Mai. Der Bukarester Korrespondent des Corriere della Sera interviewte den neuen russischen Botschafter für Rom, Giers. Dieser habe darauf hin⸗ gewiesen, daß seit Racconigi die Freundschaft zwischen Ita⸗ lien und Rußland immer enger wurde. Die Interessen beider Mächte liefen fast überall parallel. Es sei Wahnsinn, von serbischem Imperialismus zu sprechen. Giers war gestern vom König von Rumänien zu Tisch geladen und hatte eine Unterredung mit dem Minister des Aeußern.

Bern, 10. Mai. Mit großer Besorgnis sieht man beson⸗ ders in der deutschen Schweiz der Gestaltung der Dinge in Italien entgegen. Sollte Italien seine Neutralität aufgeben, so ist die Schweiz nicht nur genötigt, seine Grenzen gegen Italien

1 Sein Wir werden morgen noch

und Oesterreich zu schützen, sondern müßte auch neue Erschwe⸗

rungen seiner Wareneinfuhr mit in den Kauf nehmen. Die Gazette de Lausanne schreibt: Oesterreich mit Deutschland an der Seite wäre für Italien ein fürchterlicher Gegner. Die Adiahäfen seien gut geschützt und das Trentin leicht zu verteidigen. Dort habe 1866 General Kühn mit 15000 Oesterreichern 38 000 Gari⸗ baldianern sich gewachsen gezeigt. Das sozialistischeZüricher Volksrecht bemerkt, es wäre einer der verhängnisvollsten Schritte in der Geschichte Italiens, wenn Italien gegen Oesterreich⸗Ungarn Krieg führen werde. Von den Folgen würde sich Italien in Jahrzehnten nicht erholen können. Die italienischen Machthaber wären verblendet, wenn sie durch das Eintreten Italiens in den Krieg zur Stärkung Rußlands beitrügen.

Chiasso, 10. Mai. Ungeheuer ist der diplomatische Druck der Entente⸗Mächte auf Italien. England droht damit, Italien durch die Schließung der Meerengen von Gibraltar und Suez auszuhungern. Namentlich hat England auch seine Geldunterstützung zugesagt. Alle diesem gegenüber herrscht jedoch in Kreisen, die es wissen müßten, die Meinung vor, daß es nicht zum Kriege kommen werde und daß die deutschen Erfolge in Galizien und Flandern noch im letzten Augenblick von entscheidendem Einfluß auf die Haltung Italiens sein würden.

Machenschaften der Entente.

Konstantinopel, 10. Mai Wie derTanin mitteilt,

hat die Polizei Beweise einer umfangreichen Verschmö⸗ rung in Händen, deren Drahtzieher in den Kreisen der höchsten

englischen, französischen und griechischen Beamten und Diplo⸗ maten zu finden sind, die sich in contumaciam verurteilter tür⸗

kischer Verschwörer bedienten. Zu den letzteren zählt der Prinz Sabah Eddin, Scherif Pascha, ehemaliger türkischer Gesandter in

Stockholm und Madrid, Führer der ehemaligen revolutionären Offi⸗

ziersliga, sowie eine Anzahl revolutionärer osmanischer Griechen und Mitglieder des armenischen Revolutionskomitees Minschak. Ort der ee war Athen. Die dortigen Leiter sind der englische Gesandte Elliot, der bisherige Ministerpräsident Veni⸗ zelos und der vor kurzem aus seinem Amte geschiedene Gesandte in Konstantinopel, Panas. Mitglieder in Athen sind der Attache

der griechischen Gesandtschaft Lukas, der Archivar dieser Gesandt⸗

schaft Nicolaidis und eine Menge mit englischem und französischem Gelde bezahlter Persönlichkeiten. Zweck der Verschwörung war der Sturz der türkischen Regierung, Zerstörung der Forts, Ermordung der deutschen Offiziere und der mühelose Einzug in Konstantinopel. In den Händen der Polizei befindet sich die bereits aufgestellte Liste des neuen Kabi⸗ netts unter Scherif Pascha, der angeblich schon Großwesiruniform für sich bestellt hatte, neben einem Verzeichnis der neu zu ernen⸗ nenden Beamten. Vielleicht wäre der Plan geglückt, wenn nicht ein Mißgriff hinsichtlich des in Aussicht genommenen Polizei⸗ direktors erfolgt wäre. Gerade dieser hat den Plan mit den Be⸗ weisen nunmehr der Polizei übergeben. Daraus ist auch erklärlich, daß der englische Kriegsminister Lord Kitchener auf den Kopf eines bestimmten türkischen Ministers 20000 Pfund ausgesetzt und dem Offizier, der das Zeichen zum Aufruhr in Stambul geben sollte, 20 000 Pfund versprochen hatte. 1

Dieunbewaffnete Lusitania.

Berlin, 10. Mai. Trotz der Behauptung der britischen Admiralität, daß dieLusitania unbewaffnet gewesen sei, schreibt der Marinemitarbeiter derMorning Post, wie das Berliner Tageblatt aus Rotterdam berichtet, daß der Dampfer mit einer recht gefährlichen Geschützstärke ausgerüstet gewesen sei.

Genf, 10. Mai. Beamte des Cunard⸗Bureaus versicherten vor der Abreise derLusitania, daß an Bord sich gut maskiert 2 kleine Geschütze befänden. Es wird auch mitgeteilt, daß die Besatzung und der Kapitän des Schiffes den Passagieren, die Be⸗ sorgnisse äußerten, gesagt hätten:Wir sind sehr, sehr stark! Das, die drüben und werden unsereLusitania nicht berühren.

Erschöpfungszustände, wie sie als Folge längerer Krankheit, nach größeren Blutverlusten oder schweren Verwun⸗ dungen auftreten, pflegen das Nervensystem stark in Mitleiden⸗ schaft zu ziehen. Bei der Pflege von Kranken und Verwundeten ist deshalb der coffeinfreie Kaffee Hag, der die Nerven nicht an⸗ greift und den Schlaf nicht stört, ein unentbehrliches Labsal. Der coffeinfreie Kaffee Hag ist in allen Lazaretten bekannt, und man⸗ cher, der bisher der Meinung war, es handele sich um einen Kaffee, dem die wertvollen Bestandteile genommen seien, ist wäh⸗ rend seines Aufenthalts im Lazarett eines besseren belehrt worden.

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Damen-, Herren- und Kinder-Kleider che- misch reinigen oder umfärben. Ebenfalls Vorhänge, Decken, Handschuhe, Federn eto.