5 Italien.
7 teten. Nach der römischen Tribuna überreichte Fürst Bülow am
9 Lugano über die Stimmung in Italien berichtet: Fast die gesamte Großstadtpresse stimmt wieder in den Het korus ein. Die„Ideg Nazionale“ bezeichnet die neutralen
und rüdhaltlos den Wunsch offenbaren, daß an der Neutralität
*
Hauptquartier zu begeben. Bisher hatte Italien als Drei⸗
1 *
5
weer opfern
Zeitung“ meldet aus Berlin vom 9. Mai unter der lieber⸗ schrift„Englische Drohung an Italien!“:„Zu welchen Mit- teln England greift, um Italien in den Krieg zu treiben,
zeigt folgendes krasse Beispiel: Das„Giornale d'Italia“ ließ, wie aus Rom I wird, unter seinen allabend⸗ 1 lichen Lichtbildern(über dem Redaktionsgebäude) einen Satz
1
KNeonstantinepel, 9. Mal(20 T. Nichtamtlich) Turan“ erfährt, daß das griechische Kabinett Gunaris in Er⸗
2
1 eitung der Veniselospartei übernehmen. Die unab⸗
*
8
1
.
Wir haben die Gewißheit, daß der Feind Dum ⸗-Dum⸗
titalienische Botschafter hatte heute Unterredungen
dem Fürsten Bülow bezahlt seien. Dagegen findet der„Avanti“
5 1 zer Landesdienst zufolge ist der italienische Militär⸗ Attaché Major Repele nach Petersburg abgereist,
12
Zum Kriege durch die Vorenthaltung der Kohlen,
5 gen verfangen sollte. Denn es ist den italienischen Inter⸗
n, ihre llaassenen Liegenschaften nachzuweisen haben. 7
tente Griechen
* Konstantinopel, 9. Mai.(WTB. Nichtamtlich.)
amtlichen Berichten melden zu lönnen, daß er erfolgreich
R
8 Berlin, 10. Mai. Die Ungewißheit über die Entscheidung Italiens dauert nach einem Telegramm der„Kölnischen Zeitung“ noch an. Es sei keine Verschlimmerung' der Lage einge⸗
Samstag dem König ein Telegramm des Kaisers, das in freundschaftlichen Worten die Bitte an den König enthielt, ihn in seinen Bemühungen zur Verständigung zwischen Oesterreich⸗ Ungarn und Italien zu unterstützen.
Rom, 9. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der „Agenzia Stefani“: Der Ministerpräsident und Minister des Innern Salandra hat an alle Präfekten folgendes Tele⸗ gramm gerichtet: Da von Kundgebungen gegen fremde Staatsangehörige, die sich in Italien aufhalten, und Ver⸗ suchen zur Beschädigung ihrer Wohnungen oder Geschäfts⸗ schilder gesprochen worden ist, fordere ich die Präfekten und die ihnen unterstellten Behörden der öffentlichen Sicherheit auf, strengste Ueberwachung auszuüben und jede Beschädigung von Personen und Eigentum zu verhindern. Die erste Pflicht eines zivilisierten Volkes muß es sein, sich unter allen Umständen von Akten von Gewalttätigkeit oder auch Mißachtung gegen irgend jemand fernzuhalten. Wollen Sie bitte diese Instruktionen allgemein veröffentlichen und über eine strenge Durchführung wachen. 0 Konstantinopel, 9. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der
5
mit dem Großwesir und dem Minister des Aeußern. DValaat Bei.
Berlin, 10. Mai. Dem„Berliner Tageblatt“ wird aus
Parlamentarier sogar als Hochverräter und Rebellen, die
von .
den richtigen Ton. Er erklärt, die große Mehrheit der Kammer und des Senats solle endlich ihre irredentistische Maske abwerfen
festgehalten werde. Die Mehrheit des Landes sei gegen den Krieg. Giolitti sei vor seiner Abfahrt nach Rom in Turin von Stu⸗ denten und Kriegsschreiern ausgepfiffen und insultiert worden.
Bastel, 8. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Dem Schwei⸗
um sich als offizieller Vertreter Italiens ins russische Große
bundmacht keinen Offizier zur russischen Feldarmee entsandt. Petersburg, 9. Mai.(WTB. Nichtamtlich) Serbische Diplomaten beklagen sich in Tönen von höchster Erregung, daß Italien weitgehende Konzessionen in Dalmatien ge⸗ macht würden. Diese Gebiete und außerdem Bosnien und die Herzegowina betrachte Serbien als ureigene Interessengebiete. Die Lebens interessen Serbiens verlangten einen weit⸗ gebenden ang zum Adriatischen Meer und die Einverleibung . Bevölkerung in Groß⸗Serbien. Die Italien gemachten Zu⸗ . verringerten die serbischen Chancen ungemein.— „Rjietsch“ erklärt demgegenüber, daß, wenn durch die italienische 0 Intervention die Dauer des serbische um einige Mongte abgekürzt würde, dadurch allein das serbische Lebensinteresse so sehr ge— .— werden würde, daß man übermäßigen Forderungen ent⸗ müsse. Serbien müsse eine im Verhältnis zu seinen Kriegs⸗ stehende Entschädigung erhalten.
Der Druck Englands auf Italien. Köln, 9. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Kölnische
4
erscheinen, in dem gesagt wird, England zwinge Italien die es nur noch an Englands Verbündete liefere. Aus Koh⸗ lenmangel würden in sechs Tagen alle Industrien, Eisen⸗ bahnen usw. in Italien still stehen. Die Ankündigung des „Giornale d'Italia“ wurde alsbald von dem england⸗freund⸗ lichen„Messaggero“ in einer angeblich amtlichen Londoner Meldung bestätigt. Dieser Einschüchterungsversuch ist so plump und dumm, daß es unbegreiflich wäre, wenn er in
essentenkreisen bekannt genug, daß Italien Kohlen aus Deutschland erhält 1 weiter erhalten kann.“ 0 Aus Griechenland.
füllung seines Versprechens die Frist um sechs Monate verlängert hat, während der die Muselmanen, die Neugriechenland verlassen ihre Eigentumsansprüche auf die von ihnen im Stich ge⸗
then, 8. Mai.
TB. Nichtamtlich.) Der Sonder⸗ berichterstatter der
Hang„Hestia“ erfährt, daß die En⸗ ands Vorschläge angenom- men habe. Die Nachricht erscheint nicht glaubwürdig. Salonik, 8. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der frühere istizminister Raktivan, der hier erwartet wird, soll die
hängige Partei wählte Johannes Dragumis zum Leiter. . 1
Die Dardanellenkämpfe.
Das Große Hauptquartier gab gestern belannt: An der
Dardanellenfront versuchte der Feind, um in seinen
vorgeht, Angriffe bei Ari Burun und Sedd ul Bahr unter dem Schutz seiner Schiffe. Er wurde aber jedesmal unter schweren Verlusten für ihn bis an seine Stellungen am Ufer zurückgeworfen. Vorgestern nacht drang ein Teil der Truppen unseres linten Flügels bei Ari Burun in die feindlichen Verschanzungen ein und erbeutete eine Menge Schanzmaterial. Sie nahmen die Lebensmitteldepots und Ausschiffungsstaffeln des Feindes dabei unter Feuer.
Geschosse verwendet und absichtlich das Feuer seiner Ge⸗ schütze auf unsere Verwundeten-Sammelulätze richtet. 0 An der kaukasischen Front ist die allgemeine Lage unverändert. Feindliche Angriffe in der Gegend von Olty wurden unter schweren Verlusten für den Feind abge⸗ wiesen. Die Lage entwickelt sich günstig für uns. In der Provinz Aserbeidschan machten unsere Truppen in der Gegend von Dilman am 29. April und
griffen die Russen überraschend an und brachten ihnen bedeu⸗
tende Verluste bei. Unsere Truppenabteilungen operieren wei⸗ ter erfolgreich. An den übrigen Teilen der Front hat sich nichts Wichtiges ereignet.
Das Große Hauptquartier teilt mit: Die feind⸗ liche Flotte macht augenblicklich keinen Ver such ge⸗ gen die Meerenge. Der Feind, welcher sich in der Um⸗ gegend von Seddul Bahr befindet, versuchte auch gestern mit großen Verstärlungen seine Angriffe zu wieder⸗ holen, welche bis jetzt erfolglos geblieben waren. Die Schlacht dauerte bis Mitternacht. Der Feindwurde von neuem in die Landungszone zurückgeworfen, nachdem er schwere Verluste erlitten hatte.— Auf den anderen Kriegsschauplätzen hat sich nichts von Bedeutung ereignet.
Konstantinopel, 8. Mai.(WTB Nichtamtlich.) Von unserem besonderen Berichterstatter wird gemeldet: Am Don⸗ nerstag mittag unternahmen die Verbündeten eine Vorwärtsbewe⸗ gung der Fronten beider Landungspunkte. Obwohl der Angriff durch anhaltendes starkes Feuer der schweren Schiffsgeschütze wohl vorbereitet war, mußte der Feind nach dem völligen Zu⸗ sammenbruch der Operation unter dem Feuer der tür⸗ kischen Infanterie fluchtartig nach Sedd⸗ül⸗Bahr zu⸗ rückgehen, bei welcher Gelegenheit die Türken bis zum Wasser vordrangen und mit gefälltem Bajonett gegen die Barken losgingen. Auch bei Ari⸗Bur nu waren die türkischen Waffen durchaus erfolgreich. Am Freitag früh beschoß der Feind Maidos völlig wirkungslos.
London, 8. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Reutermel⸗ dung. An den Dardanellen wurde der Sohn des Mi⸗ nisterpräsidenten Asquith schwer verwundet.
Die Kämpfe im Kaukasus.
Petersburg, 9. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der Be⸗ richt der Kaukasusarmee vom 6. Mai besagt: In der Rich⸗ tung auf Olty fuhren unsere Truppen fort, die Türken in der Gegend des Flusses Scoritschai und des Sees Tor⸗ tumghel zu bedrängen, wo wir acht Offiziere und eine Kom- pagnie gefangen nahmen. Im Tale von Alasch Kent, südöstlich Karakilisse, fand ein kleiner Zusammenstoß statt; in Aserbeidschan in der Gegend von Dilman Zusammenstöße von Vorhuten und Reiterei.“
* 8*
Der Seekrieg. Die Verluste der Feinde zur See.
8 Berlin, 9. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Aus zuver⸗ lässiger Quelle wird bekannt, daß außer den bisher als verloren gemeldeten englischen Unterseebooten auch die Boote„E 11“ und„E 2“ im Verlaufe des Krieges untergegangen sind. Die Zahl der englischen Unter⸗ seeboote, deren Verlust nunmehr einwandfrei feststeht, er⸗ höht sich dadurch auf 10. Außerdem hören wir von unterrichteter Seite, daß Ende des vorigen Jahres der französische Panzerkreuzer„Montcalm“, an⸗ scheinend infolge Strandung, verloren gegangen ist
Der Untergang der Lusitania.
London, 8. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Wie gemeldet wird, waren außer den 20 Booten der„Lusitania“ noch in kürzester Zeit 16 andere an Ort und Stelle. Unter den Passagieren befand sich außer Vanderbilt auch der Theater⸗ direktor Charles Frohmann.
London, 8. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet: Dex Journalist Cowper aus Toronto, ein Ueberlebender der„Lusitania“, der in Queenstown befragt wurde, erklärte folgendes; Als sich der Dampfer„Irland“ näherte,
wurde scharfer Auslug gehalten. sprach gerade mit einem Freunde, als ungefähr um 2 Uhr in einer Entfernung von 1000 Yards die Kommandobrücke eines
Unterseebootes sichtbar wurde. Gleich darauf konnte man die weiße Schaumlinie des Torpedos sehen. Die„Lusitania“ wurde am Vorderschiff getroffen und es erfolgte eine laute Explosion. Teile des aufgerissenen Schiffskörpers flogen in die Luft. Bald dar⸗ auf traf ein zweiter Torpedo das Schiff, das sich nach Steuerbord zu neigen begann. Diie Besatzung ging sofort daran, die Passa⸗ giere in die Boote zu bringen. Alles spielte sich in Ordnung ab. Ein sechsjähriges Mädchen bat mich, es zu retten. Ich brachte es in ein Boot, befürchtete aber, daß seine Eltern umgekommen sind. Ich selbst bestieg das letzte Boot. Einige Boote konnten in⸗ folge Ueberneigens des Schiffes nicht niedergelassen werden und mußten, als das Schiff sank, abgeschnitten werden. In der zweiten Klasse befanden sich viele Frauen und ferner ungefähr 40 Kinder unter 1 Jahr an Bord. Obwohl die genauen Zahlen nicht fest⸗ zustellen sind, ist es bereits sicher, daß weniger als 600 Personen gerettet wurden. Wie verlautet, ist auch der amerikanische Millio- när Vanderbilt ertrunken. Die Ueberlebenden erklären, daß viele Passagiere durch die Torpedos getötet und verwundet wor⸗ den seien. Auf dem Schiffe befanden sich 188 Amerikaner, 956 britische Untertanen und 109 Personen anderer Nationalität.
London, 8. Mai. WTB. Nichtamtlich.) Reutermeldung. Bisher sind nur wenig Einzelheiten über den Untergang der „Lusitania“ bekannt geworden. Das ist dem Umstande zuzu⸗ schreiben, daß die drahtlose Station auf einem einsamen Kap fern von der Umwelt steht und nur über mangelhafte telegraphische Verbindung berfügt. Unter den Passagieren befanden sich viele her⸗ vorragende Amerikaner. Auf der Höhe Künsale war in den letzten paar Tagen ein deutsches Unterseeboot tätig. Nach einer Meldung der Admiralität sind nur elf Ueberlebende der„Lusia tania“ in Kinsale gelandet worden. In London machte die Torpedierung der„Lusitania“ tiefen Eindruck. Auch an der New Morker Börse herrschte große Aufregung; alle Kurse sind gefallen. Die Nachricht schlug in Washington wie eine Bombe ein. In amtlichen Kreisen ist man eifrig bestrebt zu er⸗ fahren, ob auch Leben von Amerikanern verloren gingen.
London, 9. Mai.(WTB.) Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Nach Mitteilungen der Geretteten von der„Lusitania“ war es ein heiterer, ruhiger und son⸗ niger Nachmittag, als das Schiff torpediert wurde. Die meisten Passagiere hatten eben gefrühstückt und standen oben auf Deck, um nach der Irischen Küste auszusehen, als plötzlich ein weißer Streifen gesehen wurde, der sich durchs blaue Wasser dem Schiffe näherte. Ein schrecklicher Krach folgte; das ganze Schiff bebte und begann zu wenden, in der Hoffnunn, die Küste zu erreichen. Dann wurde es von einem zweiten Torpedo 558 Es neigte sich schnell auf die Seite und sank in 20 bis 25 Minuten nach der ersten Explosion. Die Boote an Backbordseite konnten nicht nieder⸗ gelassen werden, weil der Dampfer schief lag. Einige Seeleute sahen einen Augenblick das Unterseeboot. Dieses tauchte jedoch rasch unter und erschien nicht wieder. Alle Gexetteten be⸗ zeugen. daß Passagiere und sich bei der Ausbootung außergewö 5 ruhig verhielten. en und Kinder wurden zuerst in die Boote gelassen. Als der Dampfer sank, zog er fünf Boote in den Strudel mit hinab. Vor dem Untergehen sprangen viele Insassen ins Wasser und wurden mit in den Strudel hinabgezogen, mit Ausnahme derjenigen, die sich an Wrackstücke geklammert hatten. In Queenstown spielten sich herzzerreißende Szenen ab. Frauen suchten ihre Männer und Mütter ihre Kinder. Der Eindruck wurde verstärkt durch die Landung von 126 Leichen von Frauen, Män⸗ nern und Kindern. Nach der Erzählung eines Stewards sind eine Anzahl r durch die Explosion beim Frühstück überrascht worden. Ein Torpedo ging in den Heizraum. Der Kapitän
1. Mai, sowie an den folgenden Tagen kurze Angriffe. Sie
Turner und die Offiziere waren bemüht, die erschreckten Pa giere zu beruhigen. Ihre Bemühungen waren aber 1 5
9
* n S
9
Konstantinopel, 9. Mai.(WTB. Nichtamtlich.)] dem
Personen hatten Rettungsgürtel angelegt und wurden 75 Wasser aufgefischt. Zehn Boote der att 5 retteten 4 Schleppdampfer„Stormcock' von diesen Personen auf, die Boote herumgetrieben hatten. Die„Lusitania“ hat im
letzten Gefahr drahtlose Notsignale abgelassen. den Kriegsrisiken war die lang mit 800 000 ling versichert. 5 4 1
Die Passagierliste ist nicht erhältlich, da die Schiffe auf der Heimreise die Liste mitbringen. Nach einem Telegra der„Daily Mail“ aus New Pork bespricht man in den Vereinigten Staaten abfällig die Sorglosigkeit der englischen Admiralität, weil sie die„Lusitania“ nicht durch Torpedozerstörer begleiten ließ⸗ Es wird darauf hingewiesen, daß ein deutsches Unterseebobt am Tage vorher an der gleichen Stelle sich, wo die„Lusitania“ tor pediert wurde, gezeigt habe. a
London, 9. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die wegen des Unterganges der„Lusi⸗ tania“ erregte Menge hat in Liverpool eine Reihe deutscher Läden geplündert. Die Polizei hat 20 Verhaftungen vorgenommen. Die Menge versuchte die Ge⸗ fangenen zu befreien und die Polizei war gezwungen, von ihren Knütteln Gebrauch zu machen.
Berlin, 9. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Wie wir von zuständiger Seite erfahren, besanden sich an Bord der „Lusitania“ 5400 Kisten Munition. Bei weitem der größte Teil der Ladung bestand aus Kriegskonterbande.
London, 9. Mai(WTB. Nichtamtlich) Die Admiralität
teilt mit: Der Bericht, daß die„Lusitania“ bewaffnet war, ist un wahr. 1 5 5
London, 9. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Admiralität meldet: Deut sche Unterseeboote versenkten in der Woche, die am 5. Mai endigte, fünf britische Handelsdampfer von zu⸗ sammen 11000 Tonnen und sechzehn Fischerfahrzeuge von 3000 Tonnen. Die Ankünfte und Abfahrten aus den briti⸗ schen Häfen während der Woche beliefen sich auf 1604.
Hull, 9. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der Dampfer „Truro“ ist heute mittag durch ein deutsches Unter⸗ seeboot an der Küste Schottlands torpediert worden. Die ganze elan ist in Rosyth gelandet worden.
erlin, 9. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Nach Mittei⸗ lungen aus zuverlässiger Quelle ist einwandfrei festgestellt worden, daß der englische Truppentransport⸗ dampfer„Norrian“ auf der Fahrt von Liverpool nach St. Nazaire vom 3. bis 15. Februar unter dänischer Flagge gefahren ist. Erst beim Einlaufen in St. Nazaire hat das Schiff die englische Flagge gesetzt.
London, 8. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Ein deutsches Unterseeboot hat an der Küste von Northumberland den britischen Damp⸗ fer„Don“ torpediert. Die Besatzung wurde gerettet.
Rotterdam, 9. Mai. 8 Nichtamtlich.) Der „Rotterdamsche Courant“ meldet: Der Fischdampfer„St. Louis“ aus Northshields ist durch ein deutsches Untersee⸗ boot torpediert worden.. a
180 5 500 Menschen. Der 16
China und Japau. 5 London, 8. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reu⸗ tersche Bureau meldet aus Tokio: Der „Ikoma“ ist unter dem Kommando des Admivals Ko mahag von Kure abgefahren. Der r„Kurana“, Kreuzer„Chikuma“ und 14 Zerstörer haben ebenfalls Be⸗ fehl erhalten, nach verschiedenen unbekannten Bestimmun orten abzugehen. Die meisten Schiffe des zweiten ders haben um 10 Uhr morgens Saseho verlassen. London, 9. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die japanische Botschaft hat ein amt⸗ liches Telegramm aus Tokio erhalten, nach welchem China Japans letzte Forderungen angenommen hat.
Die Mannschaft der„Emden“ N
Konstantinopel, 8. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Kapitän⸗ leutnant Mücke ist heute nach fünftägigem Marsch von El Wedsch am Roten Meer mit seinen Offiziaren und Mannschaften, i w ganzen 49 Mann, in El Nala angekommen. Alle sind gesund. Das Konsulat in Damaskus hat ihnen Propiant dort⸗ hin entgegengeschickt. Konsul Padel, begleitet von Meißer Pascha und Bahndirektor Dieckmann, reist ihnen heute nach
assen i Taue, andere brachen. Ein Boot fiel in das Wasser.——— 28
ae en benen e, Maan. In Damaskus treffen sie voraussichtlich am Montag ein.
Die Eisenbahn stellt ihnen Extrazüge. Die Hauptstadt Damaskus' ist in freudiger Erwartung. Große Vorbereitungen zum Empfang werden von der deutschen Kolonie und den türkischen Militär und Zivilbehörden getroffen. a
**
*
Die Kämpfe bei Ypern. London, 9. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des
Reuter Bureaus. Freu ch meldet: Die Kämpfe südöstlich Mpern 8 ohne wesentliche Veränderung an. Wir eroberten einen Schützengraben, der tags vorher verloren wurde. Der Feind machte einen wütenden Angriff auf unsere Laufgräben zwischen Ypern und Poelchapelle. In der Gegend pern—Menin gehen die Kämpfe fort. Gegenanariffe sind im Gange.
————.
Aus Stadt und Cand. 5 Gießen, 10. Mai 1915. Blütensonntag.
Die Frühjahrsherrlichkeit und die mannigfache Pracht den Maien haben ihren Gipfel erklommen. Alüberall trifft das Auge auf ein solch verschwenderisches Wachsen und Blühen, daß man sich kaum eines ähnlich quellenden Segens von Grün un! Blüten zu erinnern vermag. Es ist, als ob die Natur selber über das Land, dem des Feindes drosselnde Faust die Wege des Lebens sperren will, das Füllhorn ihrer Gaben in nie dagewesenem Reichtum ausschütten wolle. Die Obstbäume übertreffen sich selbst und riner wieder den andern an Fülle weißen Blütenschmuucks. Nicht einzeln stehn die Blüten, sondern der ganze Baum bildet einen einzigen Strauß, den die liebende Natur dem in die Hand geben möchte, der den Kopf grübelnd zu Boden senkt ob der Gedanken,
die die Zeit auf ihn einstürmen läßt. Die Maienschönheit draußen vor den Toren hat die Mittel tausendfach, solche Gedanken wergessen und die Falten der Sorge von den Gesichtern schwinden zu
machen. Im Bergwald lockt unermüdlich der Kuckuck, in den Saaten beginnt schon das wogende Spiel des Windes, in flammen⸗ dem Gold glühen die Rapsfelder in Ebene und Hang, mit weißem
Duftschleier überwebt das Wiesenschaumkraut die safstrotenber 80
Wiesen. Dabei war an dem auserwählten Tage, den gestern die Jahreszeit bereitete, die Luft von einer Milde, die eben nur 00 Mai zustande kommen kann, voll von Bienengesumm, Vogelg, und Süßigkeit. Der Wald leuchtete förmlich, von durchtränkt, die auf allen Wegen rohe Mensch Was die Natur von Reizen zu vergeben
1


