Ausgabe 
(5.5.1915) 105. Erstes Blatt
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DasNeue Wiener Tagblatt sagt: Der gewaltige 8 ist vielleicht der wichtigste Ersulg des bisherigen Feldzuges in 3 Uien. Die stärkeren Nerven und die stählerne Ausdauer ent⸗ schieden das Schicksal von Westgalizien. Die amtliche Mitteilung vom Durchbrechen der russischen Front läßt die feindliche Nieder⸗ lage als eine Katastrophe erkennen. Das Blatt weist auf die erfolg⸗ reiche Offensive der deutschen Truppen in Nordwestrußland bin, die die überwältigende Tatsache verzeichnet, daß die nördlichste Armee von Berlin weiter entfernt steht als von Petersburg. Das ist der Beginn der Frühjahrsoffensive der beiden kriegsgewaltigen KAaiserstaaten. 92 DasFremdenblatt betont, daß die Kunde vom Durch⸗ bruch und Eindrücken der russischen Front in Paris und London die ohnehin schon stark geminderten Erwartungen auf den großen Bruder Rußland in bedeutenden Maße herabmindern wird. Das Blatt hebt sodann hervor, daß die deutschen Truppen in über⸗ frlaschender Art, die von der genialen Führung zeugt, in Kurland und im Gouvernement Wilna eingefallen sind. Mit überwältigen⸗ dem strategischen Elan, der in der kraftvollen und entschlossenen daltischen Durchführung zur erfolgreichen Tat wurde, rissen die Verbündeten die Initiative an sich und schlugen den Gegnern auf dem östlichen sowie westlichen Kriegsschauplatze die schwersten Wunden. a 3 DieNeue Freie Presse schreibt: Es handelt sich zweifellos um eine großartige Aktion, deren ganze, Größe erst die Zukunft erkennen lassen wird denn einer der schönsten und in seiner serneren Rückwirkung auf die Gesamtlage vielleicht be⸗ deutungsvollsten Siege des Feldzuges wurde erkämpft. g DieReichs post schreibt: In einer herrlichen Gemein samteit war jetzt der Sieg erfochten, der mit einem gewaltigen Schlage die Lage in Westgalizien umformt. Der Sieg im Raume on Gorlice ist die militärische Ergänzung der siegreichen Kar⸗ krathenschlacht. Die großzügige Ofsensive, die aus Westgalizien her⸗ 5 vorbricht und zugleich in Ostgalizien Höhe auf Höhe nimmt, trifft mit dem blitzschnellen Vordringen der deutschen Nordarmee 5 durch Samland nach Kurland zusammen, das große neue russische Gebietsteile dem deutschen Schwerte unterwirft. Amsterdam, 4. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die hol⸗ ländische Presse widmet den deutschen und österreichisch-un⸗ garischen Kriegsberichten, die eine Ueberraschung brachten, lange esprechungen.. 8 DerHaager Nieuwe Courant fragt, wie es mög⸗ lich fei, daß so schnell Fortschritte gemacht wurden und sagt, das macht die unglaubliche Energie der Menschen und der Industrie Linerseits und die kolossale technische Vollendung der Kriegsmit⸗ tel andererseits. Beide ergänzen sich. So erreicht man in diesem 5 Kriege Erfolge, die ans Wunderbare grenzen. Wer das zuerst zu tun vermöge, sei der anderen Meister. 5 8Handelsblad schreibt: Wie groß die Veränderung der Lage an der galizischen Front ist, läßt sich noch nicht ab l sehen, aber man lann aus den deutschen und österreichisch-un⸗ aaarischen Berichten entnehmen, daß den Russen ein tüchtiger Stoß versetzt wurde.. 5 2Tyd erklärt: Wer jetzt noch über die Operationen der ger⸗ manischen Bundesgenossen etwas zu vernehmen wünscht, kann sich die Mühe sparen, die armseligen Berichte des russischen Sta⸗ bes zu Rate zu ziehen, die an Unbedeutendheit nicht viel den 1 1 und englischen über die Kämpfe in Frankreich nach⸗ geben. J DerNieuwe Rotter damsche Courant meint, die rüftige Offensive über den Dunajec, gepaart mit startem Druck u den Karpathen, müsse, wenn sie gelingt, die Russen zwischen dem Uzsoker Paß und an der Stelle, wo die Front nach Norden 95 3 ie due heikle Lage bringen und sie zum Rückzuge nö⸗ tigen.

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Der russische Bericht. Petersburg, 4. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der Westlich des Njiemen wurde

* Generalstab teilt mit: an 2. Mai der Kampf am Oberlauf des Tschaschma⸗Flusses

sortgesetzt. um J. Mai abends griff der Feind das Dorf Sosnia bei Ossowiee an, wurde aber durch das Feuer der Festung zerstreut. An der Bzura fanden umfang⸗ reichere Gefechte bei dem Dorfe Mistrowite statt. Seit dem Abend des 1. Mai entwickelt sich ander Front von der unteren Nida bis zu den Larvathe n in der Gegend Gladytschoff eine sehrhart⸗ näckige Tätigkeit. Am linken Weichselufer unternahm der Feind in der Nacht vom 2. Mai sechs Angriffe, welche von uns abgeschlagen wurden. In der Ge⸗ gend von Tarnow und weiter südlich erreichte das Ar⸗ illeriefeuer eine große Heftigkeit. Es fanden vereinzelte erbitterte Kämpfe statt. In der Richtung auf Stryj, weiter füdöstlich bei Golvoetzko, bemächtigten wir uns des Berges Makowta, nahmen 300 Mann und 10 Offiziere gefangen. Am Dnjester unternahm der Feind am 1. Mai bei Zalesziki zwei vergebliche Angriffe.

Der Generalstab der Nau kasusarmee teilt mit: Am I. Mai schlugen wir in der Gegend von Artwin türkische Versuche, die Offensive zu ergreifen, ab. In der Gegend von Choiy⸗Dilman ist ein Kampf zwischen den Türken und un⸗ seren Truppen im Gange. Auf den übrigen Kriegsschau⸗ plätzen hat sich niihts verändert. . Berlin, 5. Mai. Während der russische Generalstabsbericht die Niederlage in den Ostseeprovinzen ver⸗ * schweigt, wird derTimes aus Petersburg gemeldet, daß man in russischen Militärkreisen dem Vormarsch der deutschen Truppen in den Ostseeprovinzen doch einige Bedeutung beimesse.

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* Der Seekrieg. * Ein deutsches Marineluftschiff versenkte ein englisches Unterseeboot. Vier Berlin, 4. Mal(Amtlich) Am 3. Mai hat ein deufsches Marineluftschiff in der Nord see ein Gefecht mit mehreren englischen Untersee⸗ booten gehabt. Es bewarf die Boote mit Bomben und Prachte eines von ihnen zum Sinken. Die Unter⸗ seebonte beschossen das Luftschifl mit Geschützen, ohne es zu treten. Das Luftschiff ist wohlbehalten zurückgekehrt.

Der stellvertretende Chef des Admiralstabes.

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Ein euglisches Linienschiff beschädigt. Berlin, 4. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Unsere Flug⸗ zeuge in Flandern haben in letzter Zeit eine rege Tätig⸗ keit entfaltet. Sie haben zahlreiche Angriffe auf See⸗ streitkräfte und Handelsschisse des Feindes ausge- führt und dabei wiederholt Erfolge erzielt. Unter anderem wurde am 26. April im Westdiep ein britisches Linien schiff der Formidable⸗Klasse mit Bomben beworfen und durch Treffer beschädigt. Am gleichen Tage wurden einige eng⸗ lische Vorpostenfahrzeuge erfolgreich angegriffen. Die Zeppeline.

Rotterdam, 4. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der DampferVlietstroom hatte gestern vormittag un⸗ gefähr 10 Meilen von Dmuiden einen Zeppelin über sich. Nachdem das Luftschiff eine halbe Stunde das Schiff umflogen hatte, verschwand es in westlicher Rich Auf den Waddeninseln wurde gestern ein in westlicher Rich⸗ tung fahrendes Luftschiff gesehen. Später flog eines nach Osten vorüber.

Das Seegefecht in der Nordsee.

London, 4. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die Admi⸗ ralität berichtet: Nach dem Seegefecht am vergangenen Samstag sind energische Anstrengungen gemacht worden, die deutschen Seeleute zu retten. Leutnant Hartol sprang selbst ins Wasser. Es wurden zwei Offiziere und 24

Mann gerettet. Die deutschen Kriegsgefangenen teilten mit, daß sie einen englischen Fischdampfer in den Grund gebohrt hätten; ehe sie von demLafarey gesichtet wurden. hätten sie einen Leutnant und zwei Mann von dem Fischdampfer gerettet. Als die Deutschen gefragt wurden, was aus den Geretteten geworden wäre, antworteten sie, die Gefangenen befänden sich unter Deck und hätten vermutlich das Leben verloren.

Eine deutsche Flottenattion bei den Aalandsinseln? Gefle, 4. Mai. WTB. Nichtamtlich.) Ein, hier angekom⸗ menes Segelschiff hat bemerkt, daß der Langskaer Leucht⸗ turm füdlich Mariaham auf Aaland gestern morgen n ieder⸗ gebrannt ist. Da kurz vorher zwei Explosionen gehört wurden, wird angenommen, daß der Leuchtturm von feindlichen Kriegsschiffen in Brand geschossen worden ist. London, 4. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der DampferMinterne wurde gestern früh in der Nähe der Scilly-Inseln ohne vorherige Warnung torpediert. Die Besatzung wurde, nachdem sie den ganzen Tag in einem kleinen Boot in schwerem Sturm getrieben war, geborgen.

Haag, 4. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) DerNieuwe Cou rant meldet: Die TrawlerMartaban undMercury aus Hull sind durch ein Unterseeboot zum Sinken ge⸗ bracht worden. Die Besatzungen wurden gerettet. Drei andere Trawler, die durch dasselbe Untersceboot verfolgt wurden, sind ent⸗

kommen.. g. l London, 4. Mai.(WTB. Nichtamtlich. DieDaily Mail meldet: Die Mannschaften des DampfersMobile sind am

Samstag abend heimgekehrt. Es heißt jetzt, daß, das Schiff nicht torpediert, sondern von einem deutschen Unterseeboot durch Bom⸗ ben und Geschützseuer versenkt worden sei.

Wie derDaily Telegraph zum Untergang desEdale meldet, wurde das Schiff Samstag früh um 6 Uhr torpe⸗ diert. Die aus 24 Personen bestehende Mannschaft ist auf den Scilly⸗Inseln gelandet. Das Unterseeboot habe nach dem Torve⸗ dieren für 15 Minuten getaucht und darauf neun Weschosse ab⸗ gefeuert. DerEdale hatte Getreide vom La Plata nach Man⸗ chester geladen 8 2 2 4 Der FischdampferMercic, der am 20. März von Grimsby abgefahren war, wird jetzt amtlich verloren gegeben. Rotterdam, 1. Mai(WTB. Nichtamtlich.) DerNieuwe Rotterdamsche Courant meldet aus London: Ter amerilanische DampferGulflight, von Port Arthur in Texas unter⸗ wegs, der 15 Meilen von den Seillyinseln von einem deutschen Unterscebboot, das gleich darauf im Nebel verschwand, tor⸗ pediert wurde, ist von zwei Patrouillenfahrzeugen gefunden worden.Gulflight, die eine Oelladung führte, sank nicht, sondern wurde nach einem guten Ankerplatz geschleppt. Der Kapi⸗ tän ist an den Folgen des erlittenen Schreckens gestorben. Zwei Mann sind über Bord gesprungen und ertrunlen. l Kristiania, 4. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kapi⸗ tän des nach London bestimmten norwegischen DampfersBald⸗ win telegraphierte: DerBaldwin wurde in der Nordsee von einem deutschen Unterseeboot torpediert, die Mann⸗ schaft wurde in Leith gelandet.

London, 4. Mai. WTB. Nichtamtlich.) Reutermeldung. Ein deutsches Unterseeboot torpedierte und versenkte den norwegischen DampferAmerica, 6400 Tonnen groß, am Samstag in der Nordsee. Der norwegische PostdampferSter⸗ fing rettete die Besatzung, die in Neweastle gelandet wurde. Am Samstag feuerte ein Uuterseeboot zwei Torpedos auf den Sterling ab und überholte den Dampfer, erlaubte ihm aber später, weiterzufahren.

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* Die Erfolge in Flandern. Berlin, 5. Mai. Ueber Haag wird aus Dünkirchen ver⸗ schiedenen Morgenblättern gemeldet, daß nach der Beschießung Dünkirchens ein heftiges Feuer auf Furneß begonnen

habe. Die letzte englische Verlustliste.

London, 4. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die letzte Verlustliste verzeichnet 200 Offiziere, die größte Zahl seit den Kämpfen bei Neuve Chapelle. 111 Offiziere ge⸗ hörten der Territorial-Armee an.

Der amtliche französische Bericht.

Paris, 4. Mai.(WT Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag. Die Deutschen versuchten zwei Angriffe mit erstickenden Gafen, einen nördlich Ypern bei St. Julien, den anderen südlich Fpern in der Nähe der Höhe 60. Sie er⸗ zielten klein Ergebnis. Auf der übrigen Front nichts zu melden. Amtlicher Bericht von gestern abend Es ist nichts zu melden außer dem Wie zweier deutschen Angriffe in der Nacht vom Sonntag zum Montag, eines gegen die englischen T nörd⸗ lich Ypern, des anderen gegen französische Kräfte im Priesterwalde. Paris, 4. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Nach⸗ mittagsbericht. Nördlich von Ypern erfolgte gestern abend an der englischen Front ein deutscher Aar Er wurde von den Verbündeten zurückgeworfen. In den Argon nen * Bagatelle unternahmen wir einen Angriff und gewannen Ge⸗ e. * 1*

Der türkische Tages bericht. Konstantinopel, 4. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Das Große Hauptquartier teilte gestern mit: Um das beschräntte Gebiet, auf dem sich der Feind bei Ariburun befindet, zu erweitern, versuchte er heute mit dem linken Flügel einen neuen Vormarsch Infolge unserer Ge⸗ genangriffe wurde er mit großen Verlusten in die sehr felsigen Täler zurückgeworfen und daun nach dem Ufer gedrängt, Unterdessen rief das Feuer unserer Artillerie auf einem feindlichen Trans portschiff einen Brand her. vor. Die anderen Transportschiffe, die sich an der Küfte be⸗

. gez. Behncke.

fanden, entfernten sich eiligst. Gestern wurde das Panzer⸗ schiffAgamemnon, das Bulair indirekt zu be⸗

ich icßen suchte, nan vier Granaten getroffe

sich zurück, da es das Feuer nicht mehr fortsetzen! 8 einem Zusammenstoß zwischen unseren Gendarmen mit sie bewaffneten Matrosen, die mit einem Offister von einen feindlichen Unterseeboot auf einer unbewohnten Insel vo Bodrut im Aegäischen Meer gelandet waren, wurden die 3 getötet. Auf den anderen Fronten nichts Bedeu⸗ endes.

Konstantinopel, 4. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter veröffentlichen ausführliche Erzählungen verwun⸗ deter Offiziere und Soldaten, aus denen hervorzuheben ist, daß die feindlichen Offiziere zum größten Teil junge Leute sind, daß die feindlichen Kriegsschiffe gegen den öst: lich Arni Burnu errichteten Verbandsplatz das Feuer 8 eröffneten, daß die türkischen Truppen die feindlichen Schützengräben auch mit Handbomben augriffen und daß die Schiffsgeschosse erstickende Gase verbreiteten. Den os⸗* mansschen Soldaten gelang es bei Kum Kaleh, den Feind aus seinen durch Drahtverhaue geschützten Verschanzungenn zu vertreiben; unsere Truppen verfolgten den Feind sogar bis ans Meer. Der Feind bedient sich eines Fesselballons, um das Feuer seiner Schiffsartillerie zu leiten, sowie Flug⸗ 4 zeugen, die Bomben werfen. 1

Der türtische Feldzug gegen Aegypten.

London, 4. Mai. WTB. Nichtamtlich.) In Kairo wurde am 1. Mai amtlich bekannt gemacht: Eine Pa⸗ trouille des Kamelreiterkorps stieß am 28. April, etwa 12 Meilen östlich vom Kanal, auf 300 Feinde, die nach kur⸗ zum Kugelwechsel sich zurückzogen. In der Nacht zum 20. April wurde eine kleine gemischte Truppe von Js mailia ausgesandt, um eine Ueberrumpelung des feindlichen Lagers zu versuchen. Der Feind war in der Nacht auf Fordan marschiert, aber da er unsere Posten wachsam fand, ist er nach Birmahadat zurückgegangen. Unsere Kavallerie be lästigte seinen Rückzug und machte einige Gefangene.

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Ein Luftkampf über Czernowitz.

Wien, 4. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) DasNeue Wie⸗ ner Tagblatt meldet aus Czexr no witz: Am Freitag abend erschien ein russischer Flieger und belegte unsere Stellungen mit Bomben. Ein deutscher Doppeldecker nahm die Verfolgung auf und zwang den russischen Flieger zur Landung auf bessarabischem Boden. Während der Rück⸗ kehr des deutschen Fliegers stieg ein weiterer feind⸗ licher Flieger auf. Der deutsche Doppeldecker nahm seine Verfolgung auf. Längere Zeit rangen beide Flieger miteinander, schließlich gelang es dem deutschen Doppel⸗ decker, den Russen zu überfliegen. Der Feind gab zehn ver⸗ gebliche Pistolenschüsse ab. Der Doppeldecker erwiderte mit 15 Karabinerschüssen und traf das feindliche Flugzeug, das jäh abstürzte. Der Apparat ist zertrümmert, die In⸗ sassen tödlich verwundet. Der in Czernowitz weilende Erz⸗ herzog, Leopold Salvator, der den Kampf beobachtete, be⸗ 75 glückmwünschte wärmstens den siegreichen Flieger mit den* Worten:Das war mein schönstes Erlebnis! Der Kampf 5 spielte sich in einer Höhe von 2080 Metern ab.

Das neue Landsturmgesetz in Oesterreich⸗Ungarn.

Wien, 3. Mai.(WI B. Nichtamtlich. Die neuen gesetzlichen Vorschriften betreffen zeitweilige Erweiterung der Land⸗ g sturmyflicht gelangen morgen in beiden Staaten der Mon⸗ f archie zur Veröffentlichung; für Oesterreich durch eine kaiserliche 5 sowie mit Rücksicht auf ein, Tirol und Vorarlberg von 1 altersher z N

. es, Privileg durch ein besonderes kaiserliches Patent für diese Kronländer. Die neuen, Bestimmungen erhalten a für die Dauer des gegenwärtigen Krieges Geltung. Die 2 5 pflicht fängt mit dem Beginn jenes Jahres, in dem die Wehr pflichtigen das achtzehnte Lebensjahr vollenden, an und währt bis zum Ende jenes Jahres, in dem sie das fünfzigste Lebensjahr vollenden, Das erste Aufgebot umfaßt die sturm⸗ pflichtigen bis zum Ende des Jahres der Vollendung des zwei⸗ undvierzigsten Lebensjahres; das zweite Aufgebot die älteren Landsturmpflichtigen. Bei dem außerordentlichen Bedarf, nament⸗ lich wenn die Reserven und Ersatzreserven unzureichend sind, kann der ganze Landsturm auf die Dauer der a Not- wendigkeit in Anspruch genommen werden. Das 2. Aufgebot kann jedoch nur ausnahmsweise herangezogen ö werden und zu Diensten in der Front exst dann verwendet werden, wenn die Angehörigen des ersten Aufgebots im all⸗ gemeinen zu solchen Diensten bereits in Anspruch genommen worden sind. Ebenso wird jedenfalls das Bestreben dahin gehen, daß die Achtzehnjährigen erst an, die Front kommen, wenn die übrigen Jahrgänge des 1. Aufgebots bereits an die Front ge⸗ 5 sandt sind. Die Musterung des jüngsten Landsturmjahrgangs er⸗ 5 folgt durch eine gemischte Kommission, wodurch. möglichste 5 für eine eingehende Prüfung der physischen Eignung gegeben ist. Eine Heranziehung der neugeschaffenen Land⸗ sturmkategorie ist angesichts der Reserven, über 9 die die Monarchie insbesondere auch durch die angeordnete neuerliche Musterung bereits landsturmpflichtiger Jahrgänge verfügt, für die nächste Zeit noch nicht ins Auge gefaßt. Im volkswirt⸗ schaftlichen Interesse wird die Militärverwaltung bemügt sein, bei der Einziehung unentbehrlicher Arbeitskräfte auf dem Gebiete von Landwirtschaft, Gewerbe, Handel, Industrie und Berabau unter sorgfältiger Rücksichtnahme auf eine ungeminderte Aufrechterhal⸗ tung dieser Betriebe vorzugehen. 9 Nußlands Finanzen. 775

Petersburg, 4. Mai.(Priv.⸗Tel. Nichtamtlich. Ein kaiserlicher Ukas ordnet die Ausgabe von 200 Millio- nen Rubeln fünfprozentiger Schatzscheine auf den Märkten des Auslandes an.

Aus Rumänien.. f Bukarest, 4. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Jon gestri⸗ en langandauernden Sitzung des Exekutivpkomitees 2 konservativen Partei wurde dem Parteiführer Marghiloman mit 32 gegen 26 Stimmen ein Vertrauens- votum ausgesprochen. 3 China und Japan. 4. Mai.(WTB. Nichtamtlich. Gestern antwortete China auf J n. Der japanische Gesa 3 berechtigt hielt, erklärte, er müsse das Anerbieten der Rückgabe Kiautschous zurückziehen. 3 London, 4. Mai.(WB Nichtamtlich)Tailh Telegrapp, meldet aus Peking vom I. Mai Die chinesische Antwort auß die japanischen Forderungen enthält fol Punkte: 1. Schau

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London, aus Peking: geänderte Forderunge Vorbehalte Chinas für un

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