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Die französischen Reserven.
Lyon, 28. April.(WTB. Nichtamtlich.)„Nouvelliste“ meldet aus Paris: Der Heeresausschuß der Kam⸗ mer hat den letzten Artikel des Gesetzantrages Dalbiez an⸗ genommen, wonach alle in der inneren Zone in Hilfsdien⸗ sten in Fabriken und Betrieben, die für die Nationalvertei⸗ digung arbeiten, beschäftigten felddiensttauglichen Mann⸗ schaften zum Frontdienst herangezogen und durch Frei⸗ willige oder durch die ältesten Jahresklassen der Territorial⸗ truppen in ihrer bisherigen Beschäftigung ersetzt werden sollen. Aus den Antillen, Guayana und Reunion sollen un⸗ verzüglich die Kreolenkontingente einberufen werden, ebenso die Söhne aller Ausländer, welche Franzosen geworden sind. Ueber die Felddiensttauglichkeit soll eine neue strenge ärzt⸗ liche Untersuchung entscheiden.
8 Eine Kritik der„Times“.
London, 28. April.(WTB. Nichtamtlich.) Der militäxische Mitarbeiter der„Times“ kritisiertscharf die Taktikder Regierung und behauptet, sie zersplittere die Kräfte und verliere den richtigen Zeitpunkt, wo alles entbehrliche Heeres⸗ material nach der Hauptfront in Flandern gesandt werden müßte und wo die englischen Operationen fortwährend durch Artillerie⸗ mangel sowie Munitionsmangel gehemmt würden. Die Zeit für einen entscheidenden Kampf auf dem wichtigsten Kriegsschauplatz ist näher gerückt. England kämpft an sechs anderen Fronten, wo überall Soldaten und Munition gebraucht werden. Es ist not⸗ wendig, daß die Operationen an einigen dieser Fronten mit ge⸗ ringerer Kraft ausgeführt werden, denn es wäre ein unersetzlicher Schaden, wenn die englischen Heere auf dem wichtigsten Kriegs⸗ — 3— außerstande wären ihre Aufgabe zu erfüllen, nachdem
e Forderungen für die Verteidigung in der Heimat erfüllt worden sind. Am Schluß des Artikels werden Zweifel geäußert, ob die Regierung wisse, wie lange Zeit es dauern werde, bis ein neues Heer ũber den Kanal gesandt werden wirrde. Redereien Kitcheners.
London, 28. April.(WTB. Nichtamtlich.) Im Ober⸗ hause erklärte Kitchener in einer Beantwortung von Fragen, die Gefangenen würden freigelassen, wenn immer es
ich erscheine. Die Auswechselung von Gefangenen sei mit ächtlichen Schwierigkeiten verbunden, die in dem Maße zu⸗ nähmen. als Deutschland von den Diensten der Gefangenen Gebrauch mache, die bisher auf Grund ihres vorgerückten Alters von der militärischen Dienstleistung befreit waren. Bezüglich der Behandlung der englischen Kriegsgefangenen in Deutschland sagte Ki„er müsse, da die Berichte aus den verschiedenen Quellen darin übereinstimmten, mit größtem Widerstreben annehmen, daß die Gefangenen hart behandelt würden. Deutschland hat den Art. 4
und 7 der Haager Konvention übertreten. Es sei nur billig, zu
sagen, daß die deutschen Spitäler nicht von diesen Anschuldigun⸗ 5 en würden. Was die deutschen Vergeltungsmaßregeln Offizieren betreffe, so sei nach der Haager Konvention eine derartige Gefangensetzung nur dann zulässig, wenn sie aus Gründen der Sicherheit unbedingt notwendig wäre.— Deutschland galt seit vielen Jahren vor der ziwilisierten Welt als eine große i Nation und bewies militärische Tüchtigkeit und Mut
reichlich. Es soll auch einen Standard der militärischen Ehre auf⸗ stellen, der ihm, wenn auch nicht die Freundschaft, so doch die
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Nationen erringen würde.
d agdeburg, 28. April.(WT. Nichtamtlich.) Der ertbnche Botschafter Gerard besichtigte gestern in
Achtung der M
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FT. 15 eng tung e B td⸗ 5 der leut. bracht sind, so⸗ —. e Die Gefangenen außerten ummwundene Zufriedenheit. England besteht auf der schlechten Behandlung
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gefangener U⸗Boot⸗Besatzungen.
Sondon, 28. April.(WTB Nichtanrtlich.) Im Unter⸗
Bause sagte ber erste Lord der Monmimlität Church iI in Be⸗
2 Anfragen:—.
mungen deutsche Gefangene en nur für Gefangene von
5 5 Tauchbooten, die auf puchlose Weise Neutrale, Nicht⸗
g und auf offener See töteten. Die Gefangenen r die vor dem 18. Februa
en, wie die a. Aber Personen, die systematisch Handelsschiffe und Fisch⸗ den Grund bohrten, vielfach ohne Warnung und ohne den Verlust an Menschenleben, der daraus entsteht, als ehrliche Soldaten chtet werden. Missetaten, „Driole“ und,“ könnten nicht voraus⸗ Das Völkerrecht enthält keine Bestimmungen augenblicklich nicht sagen, wie weit es mög⸗ die Schuld der beteiligten g Form Genugtuung vom Volke zu verlangen ist. Inzwischen müssen diese Ge⸗ von ehrenhaften Kriegsgefangenen abgesondert werden. Bedingungen, unter denen das geschehen ist, sind durchaus schenwürdig. Die Regierung hat unter der Voraussetzung der seitigkeit zugestanden, daß amcrikanische Vertreter die Ge⸗ suchen und darüber Bericht erstatten. Sie kann sich ber durch die deut schen Bergeltungsmaßregeln 111 in ihrer Handlungsweise beeinflussen assen.
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Die Lage in Aegypten. Berlin, 29. April. Zuverlässige Privatnachrichten der
7„Kölnischen Zeitung“ aus der Londoner„Times“ melden, daß dort
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vermögende Italiener aus Aegypten eingetroffen sind, welche die
dortige Lage als sehr bedrohlich für die Engländer
finden. b Neue Angrisse auf die Dardanellen abgewiesen. Konstantinopel, 28. April.(WTB. Nichtamtlich.) 5 Uhr 40 Min. nachmittags. Das Hauptquartier teilt mit: Der Feind erneuert die Versuche gegen Kaba Tepe und die Südküste der Halbinsel Gallipoli. Wir haben ihn weiter mit Erfolg
. zurückgeworfen.— Gestern versuchte der Feind mit neuen
Kräften Angriffe gegen die Küste bei Kum Kaleh, wurde aber gezwungen, sich zurückzuziehen, wobei er drei Maschinengewehre in unseren Händen ließ.
An der kaukasischen Front wurde ein nächtlicher russi⸗ scher Angriff gegen unsere Vorposten an der Grenze nördlich Milo mit Verlusten für den Feind zurückgewiesen.— Von den übrigen Kriegsschauplätzen ist nichts von Bedeutung zu melden.
Die französische Mitwirkung bei den Dardanellen. Paris, 28. April.(Ctr. Frkft.) Die„Agenze Havas“ meldet: Anläßlich der am 25. April durch die Streitkräfte der Alliierten auf beiden Seiten der Dardanellen vorgenommenen Landung waren die französischen, aus Infanterie und Artillerie be⸗ stehenden Truppen namentlich dazu bestimmt, bei Kumkale auf der asiatischen Seite vorzugehen. Diese Aufgabe wurde mit allem Erfolg durchgeführt, dank der Unterstützung durch die Geschütze der französischen Schisse und trotz dem feindlichen Feuer. Un⸗ seren Truppen gelang es, das Dorf zu besetzen und trotz sieben nächtlicher Gegenangrisse, die durch das Feuer schwerer Artillerie unterstützt waren, zu halten. Wir haben 500 Gefangene ge⸗ macht. Die feindlichen Verluste scheinen hoch zu sein. Die all⸗ . 1 Landung von Truppen schreitet unter günstigen Be⸗ ingungen vorwärts.
Siegesfreude in Konstantinopel. Konstantinopel, 29. April.(WTB. Nichtamtlich.) Der
roße Sieg in den Dardanellen, worüber die ersten eaten durch die gestrigen Abendblätter bekannt wurden, rief
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in der ganzen Stadt einen unbeschreiblichen Jubel herpor. Die Straßen, die gestern anläßlich des Jahrestages der Thronbe⸗ sleigung des Sultans ohnedies sehr belebt waren, füllten sich auf die Siegesbotschaft hin mit dichten Menschenmassen. Alle Türken beglückwünschten sich, daß der Feind so rasch verjagt wurde. Nicht minder groß ist die Freude unter den Mitgliedern der österreichisch-ungarischen und deutschen Kolonie. In den Abend⸗ stunden wurde die Stadt reich illuminiert.— Der gestrige Em p⸗ fang im Palais anläßlich des Jahrestages der Thronbe⸗ steigung des Sultans war besonders glänzend. Der Groß⸗ wesir an der Spitze der Mitglieder des Kabinetts, die Würden⸗ träger des Hofes, viele Generale, zahlreiche hohe Staatsbeamte, Mitglieder des Parlaments, Abordnungen patriotischer Vereini⸗ ngen und Vertreter der Presse fanden sich zu dem Empfange ein. Der Empfang erhielt ein besonderes Gepräge durch die Zeremonie der Annahme des Titels„Ghazi“. Der Großwesir richtete an den Sultan die Bitte, diesen Titel anzunehmen, worauf der Sultan, sichtlich gerührt, seine Zustimmung hierzu erteilte. Die Feierlich⸗ keit der Uebertragung des Titels„Ghazi“ findet am nächsten Frei⸗ tag statt. Der deutsche Botschafter Freiherr v. Wangen heim wurde am Nachmittag vom Sultan in Audienz empfangen. Er unterbreitete ihm die Glückwünsche des Taisers, der außer⸗ dem in einem au den Sultan gerichteten Telegramm den Wunsch nach dem Siege der Armeen der Verbündeten aussprach. Konstantinopel, 28. April.(WTB. Nichtamtlich.) Das Fetwa, mit dem dem Sultan der Titel Ghazi verliehen worden ist, hat folgenden Wortlaut: Bei dem Umstand, daß die muselmanischen Truppen, deren Sieg mit Hilfe Gottes, des Herrn der Welt, erstritten wurde und die, von unserem erhabenen Herr⸗ scher Kalifen Sultan Mehmed Khan V., ausgesandt und ausge⸗ rüstet in dem gegenwärtigen sieg⸗ und fr teichen, von Seiner Majestät auf Grund des Heiligen Gesetzes unternommenen Feld⸗ zuges mit Ruhm und Ehre kämpften, und den Heiligen Krieg gegen die Feinde der Religion und der Nation führten, wurde nach dem Gesetze des Scherifats festgestellt, daß, wie es in einem heiligen Ausspruche heißt, derjenige, der das Heer zun Siege auf den Wegen des Herrn entsendet, der Siegreiche ist. Entspriicht es unter diesen Umständen dem Gesetze, daß der Name Seiner Kaiserlichen Majestät in allen Erlassen, in allen Versammlungen von der Kanzel der Moscheen herab und insbesondere in den Frei⸗ tagsgebeten von dem Titel Ghazi begleitet sein soll? Antwort: Ja! Niedergeschrieben vom Diener Gottes Jairi.— Der Groß⸗ wesir richtete an alle Provinzbehörden ein Telegramm, in wel⸗ chem angezeigt wird, daß künftighin der Name des Sultans von dem Titel begleitet ist.
N* Der Seekrieg.
London, 28. April.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Ti⸗ mes“ melden aus Sydney: Der australische Kreuzer„En⸗ counter“ bra den deutschen Handelsdampfer „Elfrieda“ auf.„Elfrieda“ war, wie man glaubt, das letzte deutsche Schiff in den australischen Gewässern.
Kopenhagen, 28. April. WTB. Nichtamtlich.)„Ber⸗ lingske Tidende“ meldet aus Stockholm: Fünf schwedische Dampfer, welche von den Deutschen angehalten worden sind, sind nach einer gestrigen Meldung des Auswärtigen Amtes freigegeben worden.
Malmö, 28. April(WTB. Nichtamtlich.) Der 7 „Louise“, von Malmö mit einer Kohlenladung unter„ ist nach einem bei der Reederei eingetroffenen Telegramm von den —— angehalten und nach Swinemünde gebracht worden.
Der Untergang des„Leon Gambetta“.
Rom 28. April.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Messaggerv, schreibt: Das französische Janzerschiff„Léon Gambetta“ befand sich nach einer Patrouillenfahrt im Kanal von Otranto auf der Fahrt nach Malta, wo es sich mit anderen Kreuzern vereinigen sollte. Gegen 1 Uhr morgens begegnete es einem Segel⸗ schiff mit italienischen Signalzeichen. Der Kreuzer forderte das Schiff auf, zu halten, und durchsuchte es. Die italienischen Papiere waren vollkommen in Ordnung. Das Segelschiff hatte kaum die Fahrt wieder aufgenommen, als„Léon Gambetta“ von einem Torpedo getroffen wurde, der dem Wasser einen großen Zu⸗ laufskanal nach dem Maschinenraum und den Dynamos öffnete. Das Schiff versank. Infolge der vollkommenen Dunkelheit konnte es keine Nachrichten geben und ging in etwa zwanzig Mi⸗ nuten unter. Zwei von den ins Meer gelassenen Schaluppen mit Matrosen kenterten, eine andere mit 108 Matrosen konnte ge⸗ rettet werden. Eine italienische Barke, die um 7 Uhr morgens nach dem verlorenen Anker suchte, sah die Schaluppen und kam ihnen zu Hilfe. Ein Geschwader von italienischen Torpedobootszerstörern kam um 3 Uhr nachmittags in Leuca mit Kleidern für die Ueber⸗ Sffater an, die nachts nach Syrakus abreisten, darunter zehn fiziere.
Berlin, 28. April.(WDB. Nichtamtlich) Zur Ver⸗ senkung des„Léon Gambetta“ schreibt die„Nordd. Allgem. Ztg.“:
Die amtliche Bestätigung der Tat des ö schen Unterseebootes V wird die Freude noch
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t t die steigern, die sich der Berliner Bevölkerung bemächtigte, als in später Nach⸗ mittagsstunde die erste Nachricht weiteren Kreisen bekannt wurde. Mit besonderer Ge g wird man vernehmen, daß„Léon Gambetta“ nicht nur schwer getroffen, sondern auch versenkt wor⸗ den ist. Damit sügte die österreichisch⸗ungarische Kriegsflotte ihrer Geschichte ein neues Ruhmesblatt ein. In kühner 7 entfernte sich das Tauchboot etwa 900 Kilometer von seiner Operationsbasis und drang bis zum Ausgang des Adriatischen Meeres in das Mittelländische Meer vor. Dort stieß es auf das feindliche Kriegs⸗ schiff, das es alsbald angriff und das ihm zum Opfer fiel. Mit dem Wesen des Seekriegsschauplatzes in den österreichisch⸗ungari⸗ schen und italienischen Gewässern hängt es zusammen, daß die Flotte unserer Verbündeten zu größeren Unternehmungen weni⸗ ger Gelegenheit hat. So oft sie sich aber konnte, bewies sie einen Unternehmungsgeist und einen mit Berechnung ge⸗ paarten Wagemut, die neue Zeugnisse dafür abgelegt haben, daß die ruhmreichen Ueberlieferungen der Kriegsflotte von Oester⸗ reich⸗-Ungarn in den heutigen Nachkommen nicht mur fortleben, sondern auch ungeschwächt fortwirken. Mit freudiger Anteilnahme folgen wir Deutsche dem Eingreifen der österreichisch⸗umgarischen Seemacht in die kriegerischen Geschehnisse und wünschen ihr weiter schöne Erfolge..
Brindisi, 28. April.(WW. Nichtamtlich.) Von den das Schiff in der linken Seite von zwei Torpedos ge⸗ troffen in zehn Minuten gesunken ist. Die Zahl der Ge⸗ retteten beträgt 136. Man fischte 58 Leichname auf, die heute morgen mit militärischen Ehren auf dem Friedhof von Castrignano beigesetzt wurden.
dung der Agenzia Stefani aus Brindisi kamen beim Unter⸗ gauge des„Léon Gambetta“ Admiral Senet und sämtliche Offiziere des Panzerkreuzers um. Es war ein schauerlicher Anblick, sagt die Meldung weiter, für die italie⸗ nischen Matrosen, die zur Hilfe eilten. Die Trümmer ge⸗ kenterter Boote und die Leichen treiben im Meere umher.
Berlin, 29. April. Die Zahl der Opfer bei der Katastrophe des Panzerkreuzers„Léon Gambetta“ beträgt nach Meldungen der Morgenblätter 742 Mann.
Die Rüstungen zur See.
Haag, 28. April.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Nieuwe Courant“ meldet aus New York: Italien und Grie⸗ chenland boten sich beide an, den neuen argentinischen Ueberdreadnought„Moreno“ zu kaufen. Das Anerbieten ist abgewiesen worden.
Ueberlebenden des„Léon Gambetta“ erfährt man, daß
Rom, 28. April.(WTB. Nichtamtlich) Nach einer Mel⸗ 3
Der a aug Wien, 28. April.(WTB. Nichtan verlautbart: 27. April 1915, mittags. Lage ist unverändert.. 15
In den Karpathen sowie in Russisch⸗Polen v heftiger Geschützkampf. Unsore Artillerie brachte 125 tionsdenots der Russen durch Volltreffer zur Explosion. W derholte Nachtangriffe des Feindes im Abschnitt östlich der Höhe Ostry wurden abgewiesen. 9 In Südostgalizien und in der Bukowina kein besonderen Ereignisse. 5 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs:
v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Die Russen aus Bojan vertrieben. a Berlin, 28. April.(WTB. Nichzamtlich.) Der„Berl. Lokalanzeiger“ meldet aus Czernowitz: Nach heftigen Artilleriekämpfen räumten die Russen Bojan, den vor⸗ letzten Stützpunkt der feindlichen Stellungen. Der Angriff kam den feindlichen Kolonnen so überraschend, daß der russische Generalstab kaum Zeit zur Flucht fand.
Die Behandlung der Juden in Rußland.
Petersburg, 28. April.(WTB. Nichtamtlich.)„ ich“ wendet sich gegen einen Artikel des echtrussischen Blattes„ tschina“, in dem angeraten wird, sämtliche Juden aus der russischen Armee zu entfernen, weil sie Verräter und Feiglinge seien, und der Armee mehr Schaden als Nutzen brüchten Wenn sie schon im Lande schädlich seien, könnten sie noch weniger an der Front nützen, wo sie die russischen Truppen demoralisierten und regierungsfeindliche Propaganda trieben.„Rjetsch“ fragt, wie derartige Aeußerungen möglich seien, denn dann hätte ja Deutsch⸗ land recht mit der Erklärung, daß es die unterdrückten Nationali⸗ täten befreien wolle. Auch in Deutschland und Frankreich es antisemitische Blätter, aber solche Auslassungen seien dort undenk⸗ bar. Wo bleibe die russische Zensur, die solchen Blättern N N zu schreiben gestatte? Die wirklichen Verräter des B ö seien die echtrussischen Leute. 1
Eine Verrücktheit der„Nowoje Wremia“. Petersburg, 28. April.(WTB. Nichtamtlich.) In einem Artikel über die Kriegslage führt die Nowoje Wremjia“ aus, daß die Karpathenkämpfe zu 1 strengungen und Opfer erforderten, um nur als Flu deckung zu dienen. Es liege daher auscheinend in der Absicht der Kriegsführung, über Budapest und Wien nach Berlin
zu gelangen. Der Zar in Odessa. Odessa, 28. April.(WTB. Nichtamtlich.) Der Zar ist heute morgen hier eingetroffen.
Die zweite Kriegsanleihe in Oesterreich-Uungarn. Budapest, 28. April.(Ctr. Frkft.) Die Banken ver ⸗ senden Aufrufe zur Zeichnung auf die zweite Kriegs⸗ anleihe, die etwa Mitte Mai von der Regierung ange⸗ sprochen werden soll. Die neue Anleihe wird wieder 6pro⸗ zentig sein. Die Sperrstücke werden nach fünf Jahren zum Nennwert eingelöst werden. In Finanzkreisen erhofft man einen sehr großen Erfolg der neuen Anleihe. 3
Eine Metallsammlung in Wien.
Wien, 28. April.(WTB. Nichtamtlich.) Heute wurde in ganz Wien eine patriotische i dN hilf
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Kriegsministeriums einerseits zu Gunsten der Stärkung des schatzes, andererseits zu Gunsten des Witwen⸗ und Wai fonds durchgeführt. Die Einsammlung wurde von il der
Volks-, Bürger- und Mittelschulen, der Handelsschulen und Han⸗
delsakademien, und die Sichtung und Ordnung durch das Lehr ⸗
personal und Persönlichkeiten aller Kreise der Gesellschaft besorgt Die Beteiligung der Bepölkerung war übergus groß. das bisherige Ergebnis der Sammlungen übertrifft alle Erwartungen. Ebenso treffen qus den Provinzstädten Meldungen über ein grüß artiges Ergebnis der Sammlungen ein.„
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Ein feindlicher Flieger über Friedrichshafen. 1 Friedrichshafen, 28. April.(WTB. Nichtamtlich Heute morgen kam ein. in sehr großer Nähe 2 westlicher Richtung anf Frie„ und wurde sosort beschossen. Er warf im ganzen sechs Bomben ab von denen zwei unbedeutenden Sachschaden verursachten Ein Mann wurde an der Hand leicht verletzt. Der Flieger entkam in östlicher Richtung und schwankte beim Abflug
bedenklich Die Kämpfe in Südafrika. 5 Kapstadt, 28. April.(WTB. Nichtamtlich.) Rentermeldung Die Uniontruppen, welche die Station Trekkopjes be⸗ wachten, wiesen den Angriff einer deutschen Abteilun zurück, die 700 Mann stark war, und zwölf(2) Kanonen mit⸗ führte. Der Feind ließ 25 Tote und Verwundete zurück.(Und die englischen Berluste?)
Die Bundesratsverordnung über Reis. g Berlin, 28. April.(WTB. Nichtamtlich.) Um einer unnötigen g in den Kreisen des legitimen Rei
eschäftes entgegenzutret wird von unte
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9 1 n Zentral-Einkaufs-Gesellschaft m. b. H. mit Anträgen heranzutreten, und zwar unter Beifügm Unterlagen, die zweckmäßigerweise von der zuständigen delskammer zu begutachten sind. 9 J
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München, 28. April.(WTB. Nichtamtlich.) heutigen Si des Landeskomitees der B Kriegsinvaliden⸗Fürsorge, welche im Rittersaale denz stattfand, machte Staatsminister Freiherr v die Mitteilung, daß der König und die Köni Mark zu Zwecken der Bayerischen Krieg
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den⸗-Fürsorge gestiftet haben.


