4
II ö 11 8 1 Sießhener 1 SießenerFamilienblätter; 5 Fader ern Bent Gren
dlatt für den Rreis Gietzen
(Dienstag und Freitag):
zweimal monatl. Land⸗
wirtschaftliche en
Fernsprech ⸗ Auchlaße⸗ für die Schristleitung 112 Verlag, Geschäftsftelled1 5 für Drahtnach⸗ — von Anzeigen
für die T unmer
bis vormittags 9 Uhr.
Ein Cürkensieg über en Ein französis
Croßes Hauptquartier,
Amtlich.) 8 Westlicher Kriegsschauplatz.
In Flandern griffen die Engländer mit sehr starken Kräften die neue Linie unserer Stellungen nördlich und nurdöstlich von pern an, die drei bis vier Kilometer südlich der bisherigen von dicht nördlich der d Hondt Ferme m YJserkanal über St. Julien in Richtung auf 8 Grasenstafel— lais verläuft. Die Angriffe, die von der deutschen Artillerie östlich von Ypern teilweise im Rücken gefaßt wurden, bra⸗ unter außergewöhnlich schweren Verlusten schon im-Feuer vollständig zusammen.
ö Die durch die feindliche Artillerie gänzlich zusaumen⸗ Nich eren Hänser von Lizerne sind von uns in der letzten cht geräumt worden; der unmittelbar östlich davon auf dem inken alufer gelegene Brückenkopf wird gehalten. In den bisherigen Kämpfen bei Ypern haben unsere Truppen 50 Maschinengewehre erbeutet. Den wichtigen Eiseubahnknotenpunkt und Etappenhauptort operinghe, etwa zwölf Kilometer westlich von Ypern, en wir mit sichtlichem Erfolge zu beschießen begonnen. ö Im Argonnerwalde wurden nordöstlich von Vienne⸗ 168 ein nächtlicher französischer A ngriff abge⸗ wie sen. Auf den Maashöhen weitere Vorteile, trotzdem die Frauzosen neue Kräfte . Feindliche Angriffe gegen unsere Combresstellung cheiterten. Ein heftiger Angriff im Aillywalde wurde von us unter starken Verlusten für den Feind zurückgeschlagen. Auch weiter östlich gewann der Feind keinen Boden. Im nächtlichen Nahkampfe arbeiteten wir uns im Priester⸗ 3 walde erfolgreich vor. HSeegen unsere Stellung auf dem Hartmanusweiler⸗ kopf ging der Feind gestern abend mehrere Male zum An⸗ griff vor. Alle Angriffe mißglückten. g Oestlicher Kriegsschauplatz.
Die Ostlage ist unverändert.
Oberste Heeresleitung.
33
27. April.(WTB.
errangen wir auch gestern
*
Wahrend die deutschen Erfolge um Ppern trotz starker
gegnerischer Widerstände N 4*
5 ehnt werden, hat das
bandes auch auf anderen
erhalten. Die Vernichtung eines 9 5 durch ein österreichisches Unterseeboot ist ein e starken Eindruck macht un N
Flotte, die der 15
reichischen f macht der Verbündeten 2 im a en Zi wachaltung üben muß, das este Zeugnis ausstellt. Die Spannung des Tages aber gilt
ransportschiffe der Engländer und Franzosen sind von g Küste der Darda⸗ um die von der See her unbe⸗ e zu Lande türkischen Berichte Landun sagen, 0 Freude un Ausgang dieser Unternehmung zu hegen. daß der tütrkische Bericht ganz und gar nicht in schlichten Säßen Tat⸗ mit schweren Ver⸗ Namentlich die Lan⸗ bei Kabatepe, die auf vier Brigaden geschätzt fürchterliche Niederlage erlitten du Flucht gingen sie zurück,„diejenigen,“ „„die nicht fliehen können, ent⸗ ergeben sich in Massen.“
dun n
haben; in wilder so sagt der türkische Berich
falten weiße Fahnen und
Ueber die Anfänge und Aussichten des englischen Unter⸗ nehmens erhalten wir von einem folgenden Ueberblick:
Berliner Mitarbeiter noch
1 Bosporus zu Heeresleitung hat es bisher mit der genommen, wie der kle Uebertreibung oder hr nachgewiesen werden. Dagegen weiß!
. e Die türkische
seßen
R 3
1
9
8
1065. Jahrgang
man ja aus hundert und tausenz fahrungen, wie es ge⸗ radezu im englischen Charatter lic luüssen, und Erfolge nur mit dem Kabeldraht zu erringt chm„ imnag hier einmal der Engländer nicht gelogen har(wer ses ihm doch sofort nachgewiesen werden könnte) und die„Unstimmig⸗ keit“ in den Berichten klärt sich dahin auf, daß die Lan⸗ dungstruppen zwar über den Küstenstreifen bisher nicht
hinausgekommen find, daß sie sich aber doch unter dem Schutz der Schiffsgeschütze an der Küste fest⸗ gesetzt haben. Damit mußte die türtische Strategie
rechnen und ihre Verschanzungen beginnen wohl auch erst in einer Entfernung von der Küste, wo das Flachfeuer der Schiffsgeschütze treffunsicher wird, während das Steilfeuer der Küstenbatterien(auch der rückwärtigen Dardanellenforts) weit über Freund und Feind hinweg sein korrektes und furchtbares Feuer auf das Deck der truppenausspeienden Schiffe richten kann. Der Angriff der Truppen hat trotz verschiedener Landungspunkte nur das eine Ziel: Die schmale Stelle der Landzunge von Gallipoli. Hier muß man durch. Ueber andere Stellen der Landenge und über die Darda— nellenrinne kann man nicht durch. Eine solche Taktik wäre heller Wahnsinn. Die schmale nördliche Stelle aber ist durch die besestigten Linien von Bulair, die vom Marmara⸗ meer bis zum Golf von Saros gehen, sieben- und zehnfach gesperrt. Man erinnert sich aus dem ersten Balkankriege, wie bulgarische Divisionen von Demotika, südlich von Adria⸗ nopel und von Rodosto am Marmaramter konzentrisch auf die Dardanellen zu marschierten und vor die Befestigungs⸗ linie von Bulair rückten. Schon damals hatte Bulair drei Forts: Viktoria, Napoleon und Sultanije mit je 15 bis 20 Geschützen und mehreren Zwischenbatterien. Die Anlage war damals für eine Besatzung von 20000 Mann und insgesamt hundert Geschützen berechnet. Ebenso konnte Gallipoli, 15 Kilometer entsernt, die Verteidigungsfront derart unter⸗ stützeu, daß ein Durchbruch unmöglich wurde. Und heute? Heute sind nicht nur die einzelnen Werke ge⸗ schlossene, nach allen Seiten hin ausgebaute Festungen mo⸗ derusten Stiles, fondern das Gebiet davor ist nach den bisherigen Erfahrungen des Weltkrieges mit Drahtver⸗ hauen, Wolfsgruben, Minen und den sonstigen Mitteln des„Erdkampfes“ derart befestigt, daß sich der lang⸗ wierigste und zäheste Stellungskrieg entspinnen muß, wenn es den Engländern und Franzosen. gelingen sollte, ihre Mannschaften so weit heranzubringen. Ueber die Aussichten oder vielmehr über die Aussichtslosigteit dieses englischen Angriffsplanes ist ja schon so vieles geschrieben worden. Die türkische Heeresleitung hat wiederholt versichert, daß ihr die feindlichen Landungen im Golf von Saros hoch⸗ willkommen seien, weil sie dem Gegner dann endlich zeigen könne, wie stark der Schutz Konstantinopels schon bei Bulair und Gallipoli ist und wie versehlt die Taktik der Gegner. Von fachmännisch⸗artilleristischer Seite werden wir dazu noch auf folgendes aufmerksam gemacht: Dem Angreifer nützt seine Schiffsartillerie nur bei der eigentlichen Lan⸗ dung. Sobald die gelandeten Truppen landeinwärts drin⸗ gen, fehlt die Unterstützung. Selbst wenn man versuchen
sollte, Schiffsgeschütze mitzulanden, und vorwärts zl bringen, hat deren Feuer lange nicht die Wirkung wie eben
die Arheit von Steilfeuergeschützen. Die Türken aber sind auch hier im größten Vorteil. Zur Unterstützung ihrer Verteidigung können sämtliche Forts der ganzen Gallipoli⸗ Halbinsel ihr Steilfeuer auf den Angreifer vereinigen. Wenn diese Feuerart bisher gegenüber den feindlichen Schiffen verhältnismäßig wenig in die Erscheinung trat, so war es volle Absicht der türkischen Heeresleitung, die ihre Munition für den Hauptkampf sparte. In der Eutscheidungs⸗ ehen werden die Angreifer hier ihr blaues Wunder er- eben.
* 4*
Landungsversuche an der Küste von Gallipoli.
Lonstantinopel, 27. April.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt unterm 25. April mit: Der Feind versuchte unter dem Schutz der Kriegsschifse an vier Punkten der Westlüste von Gallipoli zu landen, nüm⸗ lich an der Mündung des Sighin dere, am Küstenstrich von Ariburun, weftlich Kabatepe, an der Küfte von Teke⸗ bu run sowie in der Umgebung Kumkalehs. Die feind, lichen Truppen, die an dem Küstenstrich bon Tekeburun lan“ deten, wurden durch einen Bajonettangriffder Tür kenans Meer zurückgedrängt; die bei Ariburun ans Lund gingen versuchten vorzudringen, wurden jedoch durch den Angriff der Türken zum Rückzug gezwungen und wie⸗ der an die Küste gedrängt. Ein Teil der feindlichen Streit krũfte dieser egend mußte gestern nacht eiligft auf einem Schiff entfliehen. Die Türken setzten heute ihrr Angriffe an allen diesen Punkten erfolgreich fort.
Zur selben Zeit näherte sich die um von aus eine Forcier mußte sich aber vor unserem Fener dem Kampf wurde ein feindliches Torpedoboot ver⸗ senkt, ein anderes üdigt. Es Tenedos geschleppt werden. Heute unternahm der Feind vom Meere aus keinen
An den anderen Kriegsschauplätzen keine Veränderung.
Nichtamtlich.) Er⸗ Die feindlichen Trup⸗
er Anz
General⸗Anzeiger für Gberhessen
Rotationsdruck und derlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruderei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druderei: Schulstr. 7.
R
.
mittwoch, 28. April 105
eiger
* 1 7
4
monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 05, ausw. 20 Pi.— Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich sür den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; sür Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.
glisch⸗franzöͤsische Landungstruppen. cher Panzerkreuzer versenkt.
pen, die bei Kumkaleh gelandet waren, wollten unter dem Schutze der Kriegsschiffe vorrücken. Aber trotz der heftigen Be⸗ schießung von allen Seiten führten unsere Truppen den Angriff mit Erfolg durch und drängten den Feind an die Küste zurück. Dery Feind hatte 400 Tote wir machten außerdem 200 Gefangene. Unsere Verluste sind unbedeutend. Eine Ab⸗ teilung muselmanischer Soldate u, die mit den Fran⸗ zosen an diesem Küstenstrich ausgeschifst wurden, gingen zu uns über. An der anderen Stelle vor Kabatepe machten wir eine Anzahl Engländer und Australier zu Ge⸗ fangenen, darunter einen Hauptmann und einen Leutnant. 3 Konstantinopel, 27. April.(WTB. Nichtamtlich.) Nachmittags 5 Uhr 25 Min. Das Hauptquartier teilt mit: Die Üfer von Sighin Dere, westlich von Sed⸗ul⸗ Bahr, sind vom Feinde gesäubert. Der Feind war in der Nähe von Kabe Tepe gelandet und bemühte sich unter dem Schutz des Feuers seiner Schiffe, sich in seinen Verteidigungs⸗ stellen zu halten. Heute früh nahmen unsere Truppen die genannten Stellungen im Sturm und zwangen den Feind. sich auf seine Front zurückzuziehen; wir fügten ihm außerordentlich schwere Verluste bei. Ein Teil des Feinges, der nach dem Meer zu flieht, flüchtet sich in seine Schäluppen und entfernt sich schleunigst. Diejenigen, die nicht fliehen können, entfalten weiße Fahnen und ergeben sich in Massen. Wir haben festgestellt, daß 1 ein feindlicher Transportdampfer, von den Ge⸗ 5 schossen unserer Artillerie getroffen, vor Ari Burnu ge⸗ sunken ist.— Eine in letzter Stunde um 4 Uhr 30 Min. eingetroffene Meldung besagt, daß die feindlichen Strei⸗ 1 kräfte, welche auf vier Brigaden geschätzt wurden, an der Küste von Kaba Teue ins Meer getrieben worden sind. Ein feindlicher Kreuzer wurde mit zerbrochenem Mast und hava⸗ riertem Hinterschiff nach Tenedos geschleypt. 0 1
Sultan Mehmed Reschad Ghazti. 1 Honstantiuopel, 27. April.(WTB. Nichtamtlich.. Der Ministerrat hat beschlossen, den Sultan zu bitten, 8 den Titel„Ghaßz i“(der Siegreiche anzunehmen. Der Be⸗. schluß des Ministerrats lautet: 1 „Da die vielen Erfolge, die mit Gottes Hilfe durch die kaiser⸗ liche Armee und Marine an den verschiedenen Stellen errungen worden sind, namentlich die großen Siege bei den Ta rdanellen als herrliche Siege sich herausstellen, die es gerechtermaßen not⸗ wendig machen, daß der ruhmreiche Titel„Ghazi“ dem allerhöchsten Namen Eurer Majestät hinzugefügt werde, und da das bezügliche Fetwa des Scheik ul Isle. ter kalifischen Mafestät schon vor⸗ gelegt worden ist, bitten a furchtsvoll um die Ermächtigung, dem Namen Eurer Majestat gleich den Ihrer Erlauchten Ahnherren den ruhmreichen Titel hinzufügen zu dürfen.“ 2
Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 27. April.(WTB. Nichtamtlich.) Autlich wird verlantbart, 27. April mittags: An der ganzen Front keine besonderen Ereignisse. In manchen Abschnitten heftige Geschützkämpfe. In den Karpathen haben die Russer ihre verlustreichen Angriffe gegen unsere Stellungen am Uzsoker Passe und in den östlich auschließenden Frontabschnitten
zunächst wieder eingestellt. 2 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant. 1
Wien, 27. April.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter kon⸗ statieren mit Genugtuung, daß nicht nur die angekündigte Offensive der Dreiverbandsmächte an dem westlichen und nordöstlichen Kriegs⸗ schauplatz gescheitert ist, sondern daß vielmehr die letzten Nach⸗ richten von diesen beiden Kriegsschauplätzen einen strategischen Phasenwechsel erkennen lassen. Die Armeen der verbündeten Zen⸗ tralmächte seien auf beiden Seiten aus einer Abwehrstellung zu kraftvollen und erfolgreichen Offensipstößen übergegangen, welche gute Aussichten für einen weiteren Verlauf der Kämpfe erwecken.
Der russische Bericht. 1 Petersburg, 27. April. WTB. Nichtamtlich) Bericht
des Großen Generalstabes— Am 25. April erschien an der Küste auf der Höhe von Polangen ein feindlicher Kreuz er, welcher ergebnislos zwei Dörfer beschoß. In den ersten Morgen⸗ stunden warf ein Zeppelin mehrere Bomben auf Bialysto ck, ohne Verluste zu verursachen. In den Karpathen auf den Höhen bei Polen schlugen wir am 24. April mit Erfolg Angriffe des Feindes zurück. In der Richtung auf Stryj wurde am 21. und 25. April vormittags ein hartnäckiger Kampf geliefert, welcher noch andauert.— Auf den übrigen Fronten fanden die üblichen Beschießungen statt. Am 25. April beschoß die Schwarz meer Flotte die Forts des Bosporus, wo man auf einem Fort große Explosionen bevbachtete. Ein türkischer Kreuzer, welcher sich in der Meerenge befand, erwiderte das Feuer ohne Erfolg.
179
***
Ein fraunzösischer Panzertreuzer torpediert!
Brindisi, 27. April(WD. Nichtamtlich.) Meldung der„Agenzia Stefani“: 20 Meilen von Kap Santa Maria di Leuca ist der französische Panzerkreuzer„Lèon Gambetta“ gestern nacht von einem österreichischen Untersecboot torpediert worden. Ein Teil der Be-
satzung wurde gerettet.


