Ausgabe 
(24.4.1915) 96. Erstes Blatt
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der Freunden in China aufrecht erhalten und begründe da⸗

4 it die Entsendung von Truppen nach China. Der französische Marineminister über die Angriffe 5 auf die Dardanellen.

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zusammengetroffen war, nach Paris zurück. Augagneur er klärte dem Havas⸗Vertreter, daß die Zusammenkunft der

beiden Minister den Zweck hatte, die Lage der verbündeten das Genaueste zu besprechen. Die Lage sei

Flotten auf pre 0 durchweg günstig und das französische Publikum habe feinen Grund, über die Dauer der Operationen in den Dar⸗ danellen beunruhigt zu sein. Die französische Marine dachte niemals, daß die Bezwingung der Meerengen ohne lange Vorbereitungen durchgefuhrt werden könne, aber man glaubte immer, und sei mehr denn je davon überzeugt, daß das Unternehmen in den Bereich der Möglichkeit ge⸗ höre; binnen kurzem werde das von der öffentlichen Mei⸗ nung erwünschte Ziel erreicht sein. Man könne ohne Indis⸗ kretion hinzufügen, daß die Mittel, welche geeignet seien, dies freudige Ereignis zu beschleunigen, den hauptsäch⸗ lichen Gegenstand der Besprechung Churchills und Augag⸗ neurs bildeten. * Englisches Barbarentum.

KNonstantinopel, 23. April. WTB Nichtamtlich.) Mel⸗ dung der Agence Milli: Schlachtschiff memnon bombardierte und zerstörte geflissentlich die in Bu⸗ Lair auf Gallipoli befindliche Grabstätte Suleiman Pa⸗ schas, 0 gaht en hat. Die Grabstätte, die ein Gegenstand nationaler Ver⸗ ehrung ist, wurde nicht zu militärischen beuuf g grenzenden Orte befanden sich keine Soldaten. Die Engl änder verletzten durch ihr Vorgehen die Haager Konvention und die von der Türkei und England unterzeichnete Konvention, wonach Tempel und andere Heiligtümer während eines Krieges geachtet werden sollen. In dieser Hinsicht erinnern wir daran, daß während des Balkankrieges die Serben das Grab des Sultans Murad schonten. Wir protestieren gegen den englischen Anschlag auf das Grab Suleiman Paschas und unterbreiten diese Handlungsweise dem Ur⸗ teil der zwilisterten Welt.

* Die Behandlung der Gefangenen.

London, 23. April.(WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Auf eine Anfrage über eine härtere Behandlung britischer Offi⸗ giere durch die Deutschen antwortete Brimrose: Die Regierung teilte der amerikanischen Botschaft mit, daß eine Untersuchung der Gefangenen von deutschen Unterseebooten angestellt werden könnte, w die Deutschen dasselbe Zugeständnis bezüglich der Behand⸗ lung der britischen Offiziere machen würden. 8 Unterschlagungen in Frankreich.

Paris, 23. April.(WTB. Nichtamtlich.) DerMatin

eldet aus Cherbourg: Wegen Unterschlagung großer, ür die Armee bestimmter Fleischlieferungen sind 15 Offi⸗ tere, Unteroffiziere und Soldaten verhaftet worden.

1 Aus Italien.

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1 Rom, 27. April.(WTB. Nichtamtlich.) Die hiesige En⸗ tentepresse hatte wiederum verschiedene Enten in die Welt

gesetzt, u. a., daß Fürst Bülow bereits für alle Falle die Villa Malta au einen Italiener abgetreten habe Diese Lüge ist gestern abend klipp und lar ron der deutschen Botschaft dementiert wor⸗ der war verbreitet worden, der Fürst habe bei einem npfang in der Villa Malta dem Herzog Carafa d' Andria gegen⸗ über geäußert, ein Abbruch der Beziehungen zwischen Italien und Desterreich⸗Ungarn sei wahrscheinlich, doch werde Deutschland Oester⸗ ich⸗Ungarn nicht int Stiche lassen. Auch diese Meldung ist in iese⸗ unwahr. Der Fürst hat nichts von einem Abbruch

ode i der Verhand gesagt, vielmehr aber immer betont, daß selbstverständlich Deutschland stets treu zu seinem Bun⸗ desgenossen werde. Derartige Hetzereien der hiesigen En⸗ tentepresse an und ftr sich keine Beachtung verdienen und sind von uns auch in i Fällen nicht einmal für der Er⸗ Bern, 2. Are. rd. Nic tantlich DerBund 7 Der Generaldirektor vier vereinigten italienischen

meldet: der chiffahrtsgesellschaften weilte gestern in Bern. Er sprach im eid⸗ gen 7 Amt vor und erklärte, der Dampfer Amerika sei tatsächlich von der italienischen Regierung zurück⸗ 9 worden, weil er eines der allerbesten Schiffe der italieni⸗ 5 Gesellschaft sei. Die 3 altung werde als Borsichts⸗ egel bezeichnet, die sich vorläufig nur auf das eine Schiff n Ueberseedampfer verkehrten. Die Möglich⸗ sei allerdings nicht ausgeschlossen, daß andere Passagier⸗ mpfer guys Vorsicht ebenfalls zurückbehalten werden.

A sonderblatt des gießener Anzeigers mit dem dTagesbcericht der obersten hecresleitung Zustellung täglich zwischen 1 und 5 Uhr, auch Sonntags · Bczugsprcis 50 fg. monat/ lich. Im Einzelverkauf 5 Pig. durch die

Austrager und in der 6eschaftsstelic des 5 Gleßener Anzeigers.

Die neue dänische Verfassung. Kopenhagen, 23. April.(WTB. Nichtamtlich.) Das

1 9 5 heute in der dritten Lesung die neue Ver⸗ faffungsvorlage an, die gestern vom Landsthing an⸗ genommen worden war. Die Vorlage enthält Bestimmungen über das Wahlrecht und die Wählbarkeit der Frauen, bebt das Recht des Königs auf, eine gewisse Anzahl von rd⸗ neten zum Landsthing zu ernennen, schafft das privilegierte Wahl⸗ recht zum Landsthing ab und setzt das Alter das zur Ausübung des Wahlrechts im Folkething befähigt, von 30 auf 2 5 Jahre herab. Diese Bestimmung soll jedoch erst nach der Abhaltung von vier ordentlichen Wahlen in Zwischenräumen von je vier Jahren Geltung erlangen. Die neue Verfasfungsvorlage soll, be⸗ vor sie in Kraft tritt, vom neuen Reichstag angenommen werden, der im Mai 1 5 König die neue Verfassung am 5. Juni, Jahrestage ersten dünischen Verfassung von 1849, unterschreiben kann.

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Aus dem Reiche.

Staatssetretär v. Tirpitz. Der Staatssekretär des Reichsmarineamts Großadmiral v. Tirpitz, der Begründer und Organisator der modernen deut⸗

läum. Tas deutsche Volk nimmt an diesem Ehrentage eines seiner * Männer herzlich Anteil, zumal in einer Zeit, in

Willen einer anderen Nation wären, wenn nicht noch rechtzeitig h Sermacht entstanden wäre, die anzugreifen selbst für

Paris, B. April.(WT. Nichtamtlich.) Der Ma- rineminister Augagneur kehrte von einer Reise durch Nordfrankreich, auf der er mit Winston Churchill

Das englische SchlachtschiffAg a⸗

des ersten türkischen Fürsten, der die Dardanellen über⸗

Zwecken benutzt, und im an⸗

schen Seemacht, feiert am 24. April sein 50 jähriges Dienstjubi⸗

atsachen uns beweisen, wie abhängig wir als Staat vom:

England mit seiner zahlenmäßigen Ueberlegenheit der Seestreit⸗ kräfte ein gefährliches Wagnis ist. Die Kämpfe aller Art, die be⸗ standen werden mußten, um die deutsche Flotte zu ihrer heutigen. Stärke und Gestalt zu bringen, waren im besten Sinne ein Lampf um unsere nationale Unabhängigkeit und unser Recht auf Selbst⸗ bestimmung über unsere Schicksale und unsere Angelegenheiten in aller Welt. Das deutsche Volk ist entschlossen, auf diesem Wege weiterzugehen, bis die Weltwillkür Groß-Britanniens gebrochen ist und unsere Schiffahrt und unser Handel wie der aller übrigen Völker auf allen Verkehrsstraßen des Weltmeeres frei ibren Auf⸗ gaben nachgehen können. Der reifen und trotz seiner Jahre un⸗

gönnt sein, noch lange Zeit am weiteren Ausbau der Seemacht als des verheißungsvollen Instrumentes zukünftiger deutscher Welt- geltung zu arbeiten. Das Vertrauen des deutschen Volkes gilt Herrn v. Tirpitz weit über sein Ressort hinaus, weil er sich als moderne Persönlichkeit gezeigt hat, die vom lebhastesten Verständnis für alle vorwärtsstrebenden Kräfte der Nation beseelt ist, und weil er ebenso durch seine nicht von Gedankenblässe angekränkelte, willensstarke und tatenfrohe Eigenart der Sehnsucht des Volkes nach wahrhaft großen Männern entspricht. Vor allem ist Herr v. Tirpitz keine Buregukratennatur. Er hat es verstanden, sich die Unbefangenheit und Freiheit der Anschauung gegenüber allen Er⸗ scheinungen zu wahren, die für eine wirklich staatsmännische Per⸗ sönlichkeit notwendig ist. Seine bedeutende staatsmännische Be⸗ fähigung ergibt sich schon aus der Art, wie er durch den Gedanken des Flottengesetzes das Wachstum unserer Seemacht trotz dem dauernden Argwohn und der Mißgunst Englands möglich gemacht hat. So steht seine große Persönlichkeit heute vor uns, nicht von der Parteien Gunst und Haß verwirrt, sondern des vollen persön⸗ lichen und politischen Vertrauens im ganzen Volke sicher, wie das selten einem hervorragenden Manne in unserem Vaterlande ver gönnt gewesen ist.

Zu dem Jubiläum des Großadmirals von Tirpitz schreibt dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung u. a.: Zu einer Zeit, wo Deutschland von allen Seiten überfallen wird und gegen eine Welt von Feinden kämpft, darf v. Tirpitz, obwohl der geplante Ausbau der Flotte noch nicht zur Vollendung gekommen ist, die Früchte rastloser und zielbewußter Arbeit ernten und mit Stolz auf seines Lebens Werk blicken, Wenn heute die Kaiserliche Marine ihrem Meister Dank und Glückwunsch darbringt, tut sie es gleichzeitig im Namen des gesamten deutschen Volkes. Möge es uns vergönnt sein, den hochverdienten Staatssekretär noch lange an der Spitze der deutschen Marincverwaltung zu sehen, zu Nutz und Frommen unserer allzeit kampfbereiten Flotte, in deren Annalen brd me Tirpitz mit unvergänglichen Lettern eingegraben sein wird.

Aus Stadt und Cand. Gießen, 24. April 1915. Geheimer Medizinalrat Dr. Haberkorn.

Wir haben bereits gestern in Kürze aus dem Leben und der Tätigkeit Dr. Haberkorns einige Daten und Züge mit⸗ geteilt. Wir freuen uns, uns nunmehr zu Mittlern eines herzlichen Nachrufs machen zu können, der wohl allen, die ihn kannten, aus dem Herzen gesprochen ist: Geheimer Medizinalrat Dr. Julius Haberkorn war der Sproß einer in Oberhessen alteingesessenen Familie. Sein Vater, der im Jahre 1884 als Forstmeister in Gießen starb, stammte aus dem Stammhaus der Familie, dem Forsthaus Windhausen im Vogelsberg; die dortige Ober- försterei war länger als 200 Jahre stets vom Vater auf den Sohn übergegangen. Seine erste Ausbildung erhielt der Verstorbene in der akten Gießenern noch dem Namen nach bekanntenSchwabe⸗Schule, der Knabenlehranstalt des späteren Professors der Philologie in Tübingen Dr Schwabe. Von dort tro er in die Quarta des 4 Gymnasiums ein, das er zu Ostern 1869 als bester unter damaligen Abiturienten mit dem Zeugnis der Reife verließ. Bis zum April 1870 diente er als Einjährig⸗Frei⸗ williger im Gießener Regiment und wurde bei Beginn der Mobilmachung im Juli 1870 als Unteroffizier der Reserve eingezogen. Er hat an allen Ehrent des i⸗ ments teilgenommen, der Schlacht bei Gravelotte, der lagerung von Metz, den Kämpfen um Orleans und dem Durchbruch bei Briare. Nach der Schlacht bei Gravelotte wurde Haberkorn zum Leutnant befördert. In für seine Gemütstiefe bezeichnender Weise schilderte er als die ein⸗ drucksvollsten Augenblicke des Feldzugs den ersten Befehl zum Laden und den Befehl beim Friedensschluß: Entladen! Nach Friedensschluß nahm er das Studtum der Medizin an der Landesuniversität auf. Nicht multa, aber multum wurde damals in Gießen gelehrt. Die Kliniken, die heute ein stattliches Viertel einnehmen, waren in dem westlichen Teil der alten Klinik untergebracht, deren östlicher Flügel die Universitätsbibliothek aufgenommen hatte; außerdem gab es von medizinischen Lehranstalten nur noch die Anatomie und die alte Ritgensche geburtshilfliche Klinik hinter der alten Kaserne. Aber an der Universität wirkten 2 nete Lehrer: als Anatom und Physiologe deralte Eck hard, als Chirurg der bedeutende Gel, Wernher, der alte Kalif, als innerer Kliniker scharffinnige Diagnostiker und erfahrene Arzt Eugen Seitz und als Geburtshelfer der damals noch jugendliche Hehrer, dessen originellste Arbeiten in seine Gießener 7 fallen. Ne dem ernsten Studium kam das fröhliche Studentenleben zu seinem Recht; Haberkorn gehörte zu den Gründern des Gießener Freien Studenten vereins, der von den alten Gießenern sogenanntenFreianer, die meist Gießener Familien angehörten und schon von der Schule her durch Freundschaft miteinander verbunden waren; sie wollten die Bestrebungen auf zeitgemäße Umgestaltung des deutschen Studententums, die sich in jenen! lingstagen des deut⸗ schen Volkes zwischen 1866 und 1870 guf den deutschen Universitäten durchzusetzen suchten, in Gießen verwirklichen. Für den Geist, der die Gründer der heuti studentischen Reformverbindung Adelphia beseelte, ist beweisend, daß sie neben ihrer Berbindungsf. grün⸗weiß⸗gold das schwarz-weiß⸗rot des jungen norddeutschen Bundes in ihr Wappen aufnahmen. Oberhessen gehörte ja zum norddeut⸗ schen Bund und in der Vereinigung Deutschlands unter Preußens Führung sahen die fürs Vaterland begeisterten Jünglinge die Volfendun des Traums, für den die Besten des Volkes seit den Seeger gekämpft und gelitten hatten. In der schönen Geselligkeit, die im Kreise der Frei⸗ aner gepflegt wurde, erblühte Haberkorn das Glück seines Lebens, er gewann die Gattin aus dem Gießener Hause Emmelius, mit der ihn eine fast 40jährige ungemein glückliche Ehe verbunden hat.. Nach beendigtem Studium ging Haberkorn zu seiner weiteren Ausbildung nach der jungen deutschen Umversität Straßburg und dann nach Wien, damals mit den ersten Pflanzstätten deutscher medizinischer Wissens. 1876 ließ er sich als Di Sarzt in Kirchhausen bei Heilbronn nieder. Die ausgedehnte ärztliche Tätigkeit, die er dort bis seiner Berufung als Kreisassistenzarzt nach Mainz im Jahre 1888 ausübte, bildete die Grundlage für sein späteres amt⸗ liches Wirken, in das er durch einen der ausgezeichnetsten hessischen Kreisärzte, den Geh. Medizinalrat Sr. Helwig in Mainz, eingeführt wurde. Schon im Mai 1890 wurde Haberkorn zum Kreisarßt in Heppenheim befördert

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gebrochenen Manneskraft des Admirals von Tirpitz möge es ver⸗

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zu früh gestorben war, war er der gegebene 15. Mai 1895)., 1

In Gießen, das Haberkorn als seine eigentliche Heimat betrachten durfte, mit dem ihn so viel freundschaftliche und Familienbeziehungen verbanden, konnten seine vielseitigen Anlagen recht zur Geltung kommen. Wie er sich stets als Arzt fühlte und gab, so sah er im Zusammenwirken mit seinen Kollegen die Grundlage seiner amtlichen Tätigkeit auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheitspflege. Wohlwollend gegen jedermann, war es ihm Bedürfnis und Freude, der Bevölkerung zu dienen; so viele Anliegen an den Kreisarzt herangebracht werden, nach Kräften half er. Zu der medizinischen Fakultät der Landesuniversität unterhielt er die besten Beziehungen; es war Gaffky, der Ehrenbürger von Gießen, der, als er 1904 als Nachfolger Robert Kochs zur Leitung des Königlichen Instituts für In⸗ fektionskrankheiten von Gießen nach Berlin berufen wurde, Kreisarzt Haberkorn als seinen Nachfolger im Stadt⸗ rat empfahl. Der gewichtigen Empfehlung hat Haberkorn voll entsprochen; sein klares und besonnenes Urteil, ft

eine Zuverlässigkeit und Wahrhaftigkeit wurden ebenso allseitig anerkannt wie sein Fleiß und seine Gewissenhaftigkeit. un allen Bestrebungen zur gesundheitlichen Förderung Gießens nahm er den regsten Anteil, er war einer der eifrigsten För⸗ derer des Planes zur Errichtung des Schwimmbades und einer der fleißigsten Besucher. Bei Behörden und der Be⸗ völkerung war er gleich beliebt. Besonders geschätzt war er als Gutachter bei Gericht, bei dem Schiedsgericht für Arbei⸗ terversicherung, und dem Oberversicherungsamt durch seine verständige und verständliche Darstellungsweise. a Wer aber das Glück hatte, näher mit ihm bekannt zu sein, der gewann ihn lieb wegen seiner sonnigen Frohnatur, seines liebenswürdigen Humors und seiner aufrechten Gesin⸗ nung. Viele Freunde hat er sich durch seine beinahe zwanzig⸗ jährige Tätigkeit in unserer Stadt zu seinen alten Jugend⸗ freunden hinzu gewonnen. Ein schöner Zug war es, daß er seinen alten Lehrer Eckhard bis in seine lezten 5 jahre auf seinen Jagden vielfach begleitete. Haberkorns Tä⸗ tigkeit fand die verdiente Anerkennung; 1898 wurde er zum Medizinalrat ernannt, 1905 erhielt ex zu seiner Kriegsdenk⸗ münze und dem Landwehr⸗Verdienstkreuz das Ritterkreuz 1. Klasse des Philippsordens, dessen Krone ihm bei dem Ju⸗ biläum unseres 116. Regiments verliehen wurde. Zu Groß⸗

herzogs Geburtstag 1912 wurde er mit dem Charakter als

Geheimer Medizinalrat ausgezeichnet. Sein Entschluß, in den Ruhestand zu treten, kam für viele unerwartet, denn bis in den Herbst vorigen Jahres schien er sich ausgezeichneter Gesundheit zu erfreuen. Bei seiner vorgesetzten Behörde be⸗ stand der lebhafte Wunsch, den verdienten Mann in so schwerer Zeit noch im Amt zu erhalten, doch mußte leider der Wunsch verstummen vor dem Hinweis Haberkorns, daß er körperlich zur Weiterführung der Geschäfte nicht mehr die Kräfte habe. Und doch hatte niemand gedacht, daß er uns so rasch entrissen werden sollte. Das Ehrenkreuz des Philippsordens bewies ihm, wie sehr seine dienstliche und außerdienstliche Tätigkeit geschätzt wurde; dem verdienten Be⸗ amten, dem goldtreuen Menschen werden alle, die ihn kann⸗ ten, ein ehrendes Audenken bewahren. *

Prof. Dr. Spengel, der Leiter des Zoologischen

ihrem auswärtigen Mitgliede ernannt, nachdem er erst kürzlich von seiten der Akademie in Upsala die gleiche Ehrung erfahren hat. e * Mehlabschlag. Nach kreisamtlicher Bekannt⸗ machung wird vom 1. Mai ab für das vom Kommunalver⸗ band an die Stadt Gießen und an die Landgemeinden 17 gebende e der Preis von 41 auf 38 Mk. pro Doppelzentner herabgesetzt werden. 5 * Militärische 1 Jugend. Am letzten Mittwoch abend fanden unter Leitung der Herren Will, Ad. Noll, K. Wenzel, Fr. Wenzel und Erb turnerische und Bajonettierübungen statt. Nach kurzen aner⸗ kennenden Ausführungen durch Herrn Ranft und den Vor⸗ sitzenden über die Besichtigung am letzten Sonntag sprach Herr Unteroffizier d. R. Engels über Erlebnisse und Er⸗ fahrungen auf dem westlichen Kriegsschauplatz. Seine inter⸗ essanten Ausführungen fanden lauten Beifall. Am Sams⸗ tag abend findet ein Geländegang statt. Die Jungmann⸗ e derten um& Mr un der Jede an. g. * Schreibmaschinen⸗ Unterricht für Ver⸗ wundete. Die Lehrgänge für die Verwundeten der Gieße⸗ ner Lazarette haben, wie hier schon mitgeteilt, außer⸗ ordentlich a Zuspruch gefunden. So be⸗ sonders auch der Unterricht im Maschinenschrei⸗

lassung von Schreibmaschinen ist bereits von zwei Seiten dankenswerter Weise entsprochen worden. Angesichts der großen Zahl der Teilnehmer ist es aber doch höchst wün⸗ schenswert, daß noch eine oder zwei weitere Maschinen, seien es auch ältere oder leicht beschädigte, den Leitern des Unter⸗ richts zur Verfügung werden. Die Besitzer würden sich damit um unsere braven Krieger in hohem Grade ver⸗ dient machen und werden gebeten, gefl. Mittei an

Kreuzes in der Alten Klinik zu 1 3 8 1 Nationalspende. Es w uns mitgeteilt, daß von den im Gießener Anzeiger vom 22. d. Mts. als eingegangen be⸗ zeichneten Gaben nicht die Gemeinde Beltershain, sondern die Ge⸗ meinde Bellers heim mit 269 Mark 70 Pfg. aufzuführen ist. e Anlagemufsik. Am Sonntag, den 25. April 1915, vor⸗ mittags 11% Uhr, findet am Landgraf-Philipps⸗Platz Anlagemusit mit solgender Spielfolge statt? Choral: Eine seste Burg ist

liche Wanderung von Moskau, Carmen Syolva-Walzer von

Ivanopiei, Seemanns-Los, Lied von Martell, Romanes ca, Jantasie don Zikoff, Steinmetz⸗Marsch von Bratfisch. Landkreis Gießen.

Allendorf a. d. Lda., 23. April.

polizeilich angehalten. Sie gaben an, sie seien aus Ost⸗ preußen, ihre Mutter liege im Krankenhause und der Vater sei in den Karpathen gefallen. Dadurch hatten sie allgemein Mitleid er⸗ regt und man hatte ihnen vielsach Tischdecken, Taschentücher und dergl. abgekauft. Durch die Gendarmerie wurde eine Untersuchung eingeleitet. g

5 Nonnenroth, 23. April. 2 I r f Vizefeldwebel wurde der Zimmermeister Karl Rinke r v hier mit der Hessischen

gezeichnet. Kreis Alsfeld. 0 A Nieder-Gemünden, 24. April. Der Jäger Augt Otter be in von der Maschinengewehr-Kompagnie des 1 Bataillons, welcher seit Beginn des Krieges im Felde am 11. 1 J. verwundet wurde, wurde mit dem Ei Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Außer Otterbein hatt drei aus unserem Orte stammende Krieger dies erhalten, und 175 Unteroffizier Jul. Stumpf u Rohn vom Reserve-Jnfanterie-Regimeut

* und als Medizinalrat Dr. Rote nin 5 in Gießen leider lossizier Karl vom aktiven

Insante

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Heute nachmittag

wurden hier zrei noch e schwarz gekleidete Mädchen . N

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apferkeitsmedaille aus⸗

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Instituts der Landesuniversität, wurde von der Königl. [Akademie der Wissenschaften in Stockholm zu

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ben. Der an dieser Stelle ausgesprochenen Bitte um Ueber⸗

das Soldatenheim oder an die Geschäftsstelle des Roten

unser Golt von Dr. M. Luther, Ouverture zur OperDie nächt⸗

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