* Der Siezener Anzeiger
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Erstes Blatt
che int täglich, außer 1 rmal wöchenllich ezener Familiendlätter; mal wöchentl. Kreis- latt fur den Kreis Siezen (Dienstag und Freitag! zweimal monatl. Land⸗ wtrtschaftliche Zeitfra en Jernsprech- Anschlüsse: für die Schristleitungl12 Verlag, Geschäftsstelled! Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gleßen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr.
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105. Jahrgang
Gießener Anzeiger
General⸗Anzeiger für Gberhessen
Rotationsdrud und Verlag der Brühl'schen Unib.⸗Buch⸗ und Steindrulerei R. Lange. Schriftleitung, Heschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7.
9 F.
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Freitag, 25. April 1015
„Bezugsoreis: monatl. 75 M., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole⸗ u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel; jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pl., ausro. 20 Pi.— Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz;
für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗
richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.
Neue russische Angriffe am Uzsoker Paß blutig abgewiesen.
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Großes Hauptquartier,
Avril. Amtlich.)
(WTB. Westlicher Kriegsschauplatz.
Südlich des La Bassée⸗Kanals und nordwestlich 2 Arrus nahmen spir erfolgreich mehrere Sprengungen
or.
In den Argannen kund im Gelände zwischen Maas und Mosel fanden heftige Artilleriekämpfe statt. Nach Feuerüberfall griffen die Franzosen heute nacht im West⸗ teile des Priesterwaldes an, wurden aber unter schweren Ver— lusten zurückgeschlagen. N Am Nordtange des Hartmannsweilerkopfes Ferstörten wir gestern einen feindlichen Stützpunkt und wie⸗ sen am Abend einen feindlichen Angriff ab.
Destlicher Kriegsschauplatz.
Die Lage im Osten ist unveründert.
Oberste Heeresleitung.
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Wie um eine Antwort zu geben auf die vorgestrige bosterreichische Feststellung, daß der Uzsofer Paß ungefährdet in österreichisch-ungarischem Besitze sei, haben die Russen meuerdings an diesem wichtigen Teile der Karpathenfront heftige Sturmangriffe unternommen. Aber auch diese über⸗ unenschlichen Anstrengungen— die Russen sollen in der getzten Zeit bei ihren Sturmangriffen das Seitengewehr auf Stöcken aufgepflanzt haben, um es lediglich auf Nah⸗ kämpfe Mann gegen Mann aukommen zu lassen— scheiter⸗ ten; der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht stellt unzwei⸗ deutig fest, daß die Angriffe teils zusammenbrachen, teils zurückgeschlagen wurden. Wiederum hatten die Russen H liche Verluste. Daß bei diesen Kämpfen auch 1200 Russen in Gefangenschaft gerieten, legt Zeugnis ab von dem Standhalten unseres Bundes⸗ genossen.
Als neuen Beweis von
unerschütterten
der unverändert zunersicht⸗
lichen Meinung unserer leitenden Kreise in Berlin sind wir
heute in der Lage, eine Aeußerung des Reichsschatzsekretärs Helfferich wiederzugeben, die er einem Berliner Vertreter der„United Preß“ gegenüber getan hat. Es heißt darin: Der Reichstag hat bisher zwanzig Milliarden Kriegs⸗ anleihe bewilligt. Ueber dreizehn Milliarden sind bereits ge⸗ Zeichnet. Ich glaube, daß die gezeichnete Kriegsanleihe bis zum
mächsten Oktober oder November ausreichen wird, sollte der Krieg
bis dahin währen. Im Falle jedoch der Krieg länger anhält, so kann ruhig eine dritte Kriegsanleihe ausgeschrieben werden. Die Kosten des Krieges werden in Deutschsand selbst bezahlt. Alles, was bas deutsche Volk, das Heer oder die Marine benötigt, wird un Lande selbst angefertigt. Das gezeichnete Geld bleibt deshalb ent Reiche Das deutsche Volf hat heute einen Sparkassenbestand von Wwansig Milliarden, obgleich viele Sparkassenzahler für die letzte Friegsanleihe gezeichnet haben. Während der Monate Januar Februar dieses Jahres haben sich die Geldanlagen er Sparkassen um mehr als 600 Millionen Mark erhöht. ergleichen Sie nun unsere Lage mit derjenigen Frankreichs, dessen einzige langfristige Kriegsanleihe die lächerliche Summe von Drei Millionen Franken erreicht hatte, ein Tropfen in ein Wasser⸗ faß. Frankreich deckt deshalb seine Kriegsanleihe mit Schatz⸗ scheinen Ueberdies borgen Trantreich, England und Rußland ge⸗ waltig in den Vereinigten Staaten. Frankreich schuldet der Bank n Frankreich fünf Milliarden Franken und außerdem mehrere illiarden für unbezahltes Kriegsmaterial. Das ist eine mehr als ungünstige Lage. Uuever die englische Blockade sagte der Reichsschatzsekre⸗ tür: Deutschlaud kann nicht ausgehungert werden. Wir verfügen über genügend Nahrungsmittel, um das ganze Volk bis September der Oktober ausreichend zu versorgen. Die Aussichten auf eine gute Ernte sind auch vorhanden. Uebrigens, wenn unsere Ernte normal oder auch etwas unter normal ausfällt, so haben wir bis August schon reichlich Getreide, um ein weiteres Jahr oder länger aushalten zut können.
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Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.
Wien, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 22. April 1915. In Russisch⸗Polen und West⸗ galizien vereinzelte Geschütztämpfe. 5 0
An der Karpathenfront wurde ein erneuter Ansturm gegen unsere Stellungen an und beiderseits des Uzsoakerpasses blutig abgewiesen. Bel den heftigen Angriffen, die teils im wirkungsvollsten Feuer unserer Ar⸗ illerie zusammenbrachen, teils durch Gegenangriffe der In⸗
uterie zurückgeschlagen wurden, erlitt der Gegner abermals schmere Verluste. Vor den Stellungen einer vom Feinde iederholt angegriffenen Kuppe liegen allein über 400 russische Leichen. l 1 . Das Infanterie⸗Regiment Nr. 12, die Brassoer und Maros⸗Vasarhelner Honved⸗Infanterie⸗-Regimenter Nr. 24
und 22 sowie die gesamte, an den Kämpfen beteiligt gewesene
Artillerie haben sich besonders ausgezeichuet. 12 0
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Rus⸗ sen wurden gefangen. f An den sonstigen Abschnitten der Karpathenfront, dann in Südostgalizien und in der Bulowina nur stellenweise Ge⸗ schüͤtzkämpfe und Geplänkel. 5 Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Wien, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.) Nach Privat⸗
telegrammen der Blätter aus Czernowitz wird seit zwei Ta⸗
en nordöstlich Czernowitz ununterbrochen ge⸗ impft. Die Russen verwendeten Friedhofssteine von
Barrikadenzwecke. Ein feindlicher Flieger,
über Czernowig abwarf, wurde von einer deut⸗
Luftkampf herunter⸗ *
geschossen. Ein russischer Offizier war tot; das Flugzeug wurde zertrümmert. Der amtliche russische Bericht. Petersburg, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.) Der Ge⸗ neralstab des Generalissimus gibt bekannt: In Ostgalizien schlugen wir in der Nacht zum 20. Ap einen Angriff der Oester⸗ reicher bei Gorlic rsick. In den Karpathen griff der Feind am
19. Ayr erfolglos unsere Stellungen in der Gegend von Ver 7„ Jablonka, Polen, und nördlich Oroszpataks
an. Die feindliche ive zeichnete sich an der Höhe bei Polen, die von uns genommen worden war, durch besondere Hartnäckigkeit aus. Die feindlichen Verluste sind sehr groß. Bis jetzt sind fünf⸗ hundert Mann an dieser Stelle gefangen genommen worden. Auf den übrigen Teilen der Gesamtfront veränderte sich nichts. Ein deutsches Flugzeug⸗Geschwader belegte am 20. April Bialystok mit ungefähr 100 Bomben. Es sind Zivilpersonen getötet und verletzt worden, sonst tein besonderer Schaden ange⸗ richtet.— In der Nacht zum 20. April wurde die Stadt Cie⸗ ctanomw von einem Zeppelin mit Bomben belegt. Sie verur⸗ sachten keinen Schaden. Unsere„Ilja Murometz“ bombardierte mit Erfolg den Bahnhof von Soldau.
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36 englische Divisionen im Felde.
London, 22. April.(WTB. Nichtamtlich. Im Un⸗ terhause sagte Lloyd George:„Während vor dem Kriege niemand erwartet hatte, daß unser Exveditionskorps größer als sechs Divisionen sein sollte, kann ich jetzt, durch Kitchener dazu ermächtigt, erklären, daß mehrals sechs⸗ malso viel Leute im Felde stehen. Sie sind vollständig ausgerüstet, gut versorgt, und alle Lücken werden ausgefüllt werden.“(Beifall.) Lloyd George sprach dann ausführlich über das Problem der Munitionsversorgung und die Maß⸗ regeln, die die Regierung ergriffen habe. Er sagte, die Erzeu⸗ gung sei jetzt neunzehnmal so groß wie im September.
Nach dieser Erklärung rde das englische Heer auf dem westlichen Kriegsscha mr etwa 650000 Mann zählen..
Berlin, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben: 22. April. In einer Veröffentlichung vom 21. April beklagte sich die englische Ferresleitung darüber, daß deutscherseits„enrgegen aller Ge⸗ setzen zivilisierter Kriegführung“ bei der Wiederemnahme der Höhe 60 südöstlich von Ypern Geschosse, die beim Platzen erstickende Gase entwickeln, verwendet wurden. Wie aus den deutschen amt⸗ lichen Bekanntmachungen hervorgeht, gebrauchen unsere Gegner seit vielen Monaten dieses Kriegsmittel. Sie sind also augenschein⸗ lich der Meinung, daß das, was ihnen erlaubt sei, uns nicht zu⸗ gestanden werden könne. Eine solche Auffassung, die in diesem Kriege ja nicht den Reiz der Neuheit hat, begreisen wir, befonders im Hinblick darauf, daß die Entwicklung der deutschen Chemie⸗ wissenschaft uns natürlich gestattet, viel wirksamere Mittel ein⸗ zusetzen, als die Feinde, können sie aber nicht teilen. Im übrigen trifft die Berufung auf die Gesetze der Kriegführung nicht zu. Die deutschen Truppen verfeuern keine„Geschosse, deren einziger Zweck ist, erstickende oder giftige Gase zu verbreiten“(Erklärung im Haag vom 29. Juli 1899), und die beim Platzen der deutschen Geschosse entwickelten Gase sind, obschon sie sehr viel unan⸗ genehmer empfunden werden, als die Gasc der gewöhnlichen fran⸗ zösischen, russischen oder englischen Artilleriegeschosse, doch nicht so gefährlich wie diese. Auch die im Nahkampf von uns verwen⸗ deten Rauchentwickler stehen in keiner Weise mit den„Gesetzen der Kriegführung“ im Widerspruch. Sie bringen nichts weiter, als eine Potenzierung der Wirkung, die man durch ein ange⸗ zündetes Stroh⸗ oder Holzbündel erzielen kann. Da der erzeugte Rauch auch in dunkler Nacht deutlich wahrnehmbar ist, bleibt es jedem überlassen, sich seiner Einwirkung rechtzeitig zu entziehen. Pont⸗ä⸗Mousson beschossen.
Paris, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des„Petit Parisien“ wurde Pont⸗ a- Mousson am Dienstag erneut von den Deutschen beschossen. Mehrere Häuser wur schwer beschädigt und eine Person tödlich
verletzt. Deutsche Flieger über Warschau.. Berlin, 23. April. Nach Meldungen der„Post“ aus Warschau sind in den letzten Tagen mehrmals deutsche Flieger über dem Weichbild der Stadt gesichtet worden.
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* Der Seekrieg.
Berlin, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.) Von zuständiger Seite erfahren wir, daß der am 2. April von einem deutschen Unterseeboot bei Kaplandsend versenkte englische Dampfer„Lockwood“ der Reederei W. France Fenwick u. Co. London beim Sichten des Unterseebootes die norwegische Flagge setzte und diese erst nach einem Torpedoschuß mit der englischen vertauschte. Trotz der durch den Mißbrauch der neu⸗ tralen Flagge versuchten Täuschung wurde der Dampfer infolge verdächtigen Verhaltens als ein feindliches Handelsschiff erkannt.
Berlin, 22. April. WTB. Nichtamtlich.) Von besonderer Seite erfährt die Korrespondenz Piper: Ein in diesen Tagen von einer Unternehmung zurückgefehrtes deutsches Untersce⸗ boot brachte den englischen Fischdampfer„Gleucarse“ an der schottischen Küste in der Nähe von Aberdeen auf und lief mit ihm in einen itschen Nordseehasen ein Es war dem Unterfeeboot also möglich, einen an entlegener Küste aufgebrachten Fischdampfer in langsamer Fahrt unbehelligt über die ganze hinweg in den deutschen Hafen einzubringen. Diese Tatsache kennzeichnet in schlagender Weise die Unhaltbarkeit der von englischer Seite ver⸗ 755 Behauptung, daß die britische Flotte die Nordsee be⸗
e. 5 Der Schiffsverkehr zwischen Holland und Englaud eingestellt.
Amsterdam, 22. April.(WI Richtamtlich.) Hier ist nachstehende amtliche britische Mitteilung veröffentlicht
N
worden: Unsere Schiffahrt zwischen Holland und dem vereinigten Königreich wird vorläufig ein⸗ gestellt. Nach Ablauf des 22. April verlassen keine Schiffe mehr das Königreich in der Richtung nach Holland. Es wird auch keinen Schiffen gestattet, Häfen des Königreiches anzulaufen. Hoffentlich kann bald wieder ein beschränkter Waren- und Passagiervertehr aufgenommen werden. Für den Posttransport werden besondere Vorkehrungen ge⸗ troffen. 5 Die Stimmung in England.
London, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.)„Evening News“ druckt an einer augenfallenden Stelle eine ab⸗ fällige Kritik der Rede Asquiths ab. In dem Edinburger Blatt„Scotchman“ und in anderen Provinzblättern wer⸗ den solgende Aeußerungen der Minister Asquith, Lloyd George und Kitchener nebeneinandergestellt. Asquith sagte: Ich begegnete unlängst der Behauptung, daß die Krieg⸗ führung der britischen Truppen und unserer Bundesgenossen durch unsere Unfähigkeit, die nötige Munition herzustellen, aufgehalten wird. An dieser Behauptung ist kein wahres Wort. Lloyd George sagte: Wir haben eine enorme Ver⸗ mehrung von Granaten, Gewehren und aller übrigen Muni⸗ tion und Ausrüstung nötig. Das unmäßige Trinken tut der Produktion ernstlichen Abbruch. Kitchener sagte: Die Produktion wird dem Bedarf an Kriegsmaterial nicht ge⸗ recht. Das beunruhigt mich sehr. Es ist nötig, daß der Rückstand aufgearbeitet wird. Der Fortschritt in der Aus⸗ rüstung wird durch unsere Ohnmacht, genug Arbeiter auf⸗ zutreiben, ernstlich behindert.„Evening News“ setzt über den Artikel in großen Lettern die Ueberschrift: Verblüffende Reden, Verwirrung im Lande, vielstimmiges Kabinett.
Erklärungen Greys im englischen Unterhause. London, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.) In der igen Sitzung des Unter hauses erwiderte Grey auf eine frage,
er habe amtliche Berichte erhalten, daß deutsche Missio⸗ nare in Südchin a Pamphlete vorurteilsvollen Inhalts gegen
England verbreiteten. Die Regierung könne aber nicht erwarten,
daß die chinesische Regierung einschreite. Auf verschiedene An⸗ fragen über die Verhandlungen zwischen China und Japan er⸗ widerte Grey, er sei nicht in der Lage, Erklärungen über die Ver⸗ handlungen zwischen den zwei anderen Mächten abzugeben. Die chinesische Politik der britischen Regierung werde fortgesetzt durch den mit Japan 1 177084 Vertrag bestimmt. Dieser bezwecke die Erhaltungder gemeinsamen Interessen aller Mächte in China durch cherung der Unabhängigkeit und Integrität der chinesischen Re⸗ publik und den Grundsatz gleicher kommerzieller und industrieller Rechte aller Nationen in Ching. Die britische Regierung stehe in beständigem Verkehr mit ihren Vertretern in Japan und China, sowie mit den kommerziellen Körperschaften daheim und im fernen Osten, die an diesen Verhandlungen interessiert seien. Das Haus möge sicher sein, daß sich die Regierung nach wie vor bemühe, die offene Tür für den britischen Handel in ganz China zu sichern. London, 22. Avril.(WTB. Nichtamtlich.) In der schrift⸗ lichen Antwort auf eine Anfrage erklärte Grey, die britische Re⸗ gierung habe in Washington gegen die Reparatur des Hilfs⸗ kreuzers„Eitel Friedrich“ in Newport⸗News auf Grund des Art. 17 der Haager Konvention protestiert. Die amerika⸗ nische Regierung habe die Begründung nicht aner⸗ lannt, da ein durch die See intd nicht durch eine Aktion des Feindes entstandener Schaden an Schiffen ausgebessert werden dürfe. Die Regierung berief sich auf die Bestimmung, daß die Lo⸗ kalbehörden der neutralen Macht über die Notwendigkeit der Reparatur entscheiden sollen.
Euglische Bemäntelungen ihrer Niederlage in Ostafrika.
London, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.)(Oberhaus.) Lord Lucas antwortete auf Anfragen nach dem mißglückten An⸗ griff auf Tanga am 3. November: Bei gleichzeitigem Vor⸗ gehen gegen den deutschen Posten in Longido im Kilimandscharo⸗ Distrikt war es notwendig, an der Nordgrenze Deutsch⸗Ostafrikas eine defensive Haltung einzunehmen. Am 17. November wurde der deutsche Vorposten in Longido von den Briten bese
Zu Anfang des Dezember mußte man gegen die deutschen Strei
kräfte vorgehen, die entlang der Seeküste nördlich von Tanga in britisches Gebiet eingedrungen waren. Mit Hilfe der Kriegsschiffe gelang es, die Deutschen aus dem britischen Gebiet zu vertreiben und den Hafen von Jassini, ungefähr 20 Meilen innerhalb der deutschen Grenze, zu besetzen. Am 12. Januar wur⸗ den heimlich(!) deutsche Truppen mit Kanonen und Maschinen⸗ gewehren gegen Jassini zusammengezogen und der Ort von den Deutschen zur Uebergabe gezwungen. Am 18. Februar wurde eine britische Expedition von Mombassa ausgesandt, die die Insel Mafia besetzte. Am 9. Januar besetzte eine kleine britische Truppe den deutschen Hafen von Schrati an der Ostküste des Vik⸗
toria⸗Sees. Im Dezember und Januar wurden britische Dampfer auf der See bewaffnet. Sie trieben den bewaffneten deutschen Dampfer„Muanza“ an die Küste und machten ihn unbrauchbar. Am 1. März wurde die Blockade der Ostafrikaküste erklärt. Am 12. März wurde eine deutsche Abteilung von 300 Mann, die in das britische Gehiet
einfiel, angegriffen und vertrieben. Später mußten infolge der Regenzeit die Kämpfe eingeschränkt werden. Im Nyassaland kam es seit September zu keinen Gefechten. Im Januar brach ein Aufstand der Eingeborenen aus, der bald unter⸗ drückt wurde. In Nordkamerun operieren britische und französische Streitkräfte aus Nordnigeria und dem Tschad⸗Bezirke gegen deutsche befestigte Plätze in den Mandara⸗ hügeln und am Benuefluß. Die Deutschen hatten starke(2) Ver⸗ luste, die Verbündeten verhältnismäßig(1) geringe. Auch über Kamerun wurde die Blockade verhängt.
(Notiz: Diese Berichterstattung ist nach den schweren Nieder⸗ lagen der Engländer bei Tanga und Jassini eine beträchtliche Leistung! 0
Die Gefechte an der afghauisch-indischen Greuze. Amsterdam, 22. April.(Ctr. Frtft.) Reuter meldet aus
London: Das Presseburcau meldet, daß die Gefechte in dem Khaibar⸗Distrikt(an der afghanisch⸗englisch⸗indischen
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