9
denen Werkstätten, bei dem die Ausschußmitglieder die ischen Hilfsmittel der Anstalten kennen lernten und eine Reihe von Kriegsbeschädigten bei der praktischen
* Verhandlungen sortgesetzt, und es schloß sich noch eine rege Auss vor allem über die Frage der Arbeits⸗ vermittelung für Kriegsbeschädigte an. Bei allen Teilneh- mern der Verhandlungen aber hinterließ das Gehörte und Gesehene einen nachhaltigen Eindruck, und man trennte sich in der Ueberzeugu daß bei weiterem planmäßigen Zu⸗ sammenfassen und Nufgnrmenarbeiten aller hierzu berufe⸗ nen Kräfte und Einrichtungen die Frage der Kriegsbeschä⸗ digtensürsorge einer befriedigenden Lösung immer näher⸗ — 8 werde.
*
Die das Eiserne Kreuz nicht haben.
Das Stellvertretende General⸗Kommando des 7. Armee⸗ korps erläßt folgende Erklärung: Eine unbewußte Taktlosigkeit begehen manche an unseren braven Feld⸗ grauen, indem sie die fehlende Dekorierung durch
s Eiserne Kreuz im stillen auf einen Mangel an Tapferkeit zurückführen und diese Ansicht sogar offen aus en, zum mindesten aber irgendwie durchschimmern lassen. Wie viele tapfere Kämpfer sind schon seit Monaten draußen und haben das Kreuz nicht erworben! Sind sie
weniger gute Soldaten? Alle können es nicht haben,
das muß sich doch jeder vernünftige Mensch selbst sagen, wenn auch jeder von dem Wunsche beseelt ist, sich das eiserne Ehrenzeichen zu erringen. Aber die Gelegenheit, eine be⸗ sondere Tat zu vollbringen— eine solche ist ja für die Ver⸗ leihung des Eisernen Kreuzes erforderlich— bietet sich eben nicht einem jeden, und kann sich auch nicht allen bieten. Schon dieser Grund ist von großer Wichtigkeit für die Be⸗ urteilung der ganzen Frage. Wenn demgegenüber ein mit dem Kreuz Geschmückter ausruft:„Ohne Kreuz wäre ich nicht wiedergekommen,“ oder ein Vater seinem Sohn beim Abschied einprägt:„Daß Du mir nicht ohne Kreuz zurück⸗ kehrst“, 1 sind das recht unbedachte Worte, die jedes tatsäch⸗ lichen entbehren. Bedauerliche Worte sogar. Und häufig gar Schlimmeres, etwas, das nach krankha Ehr⸗ geiz nach Redfeligteit, nach salschem Stolz Hat der Einzelne etwa stets Gelegenheit, sich hervorzutun? Hat der eine nicht häufig weit mehr Gelegenheit dazu wie der andere? Manchen, der tapfer dem Feinde die Stirn bietet, streckt gleich die erste Kugel nieder. Hätte er nicht sonst vielleicht auch das Kreuz verdient? Hier soll unter keinen Umständen vielleicht gar von einer ungleichartigen Ver⸗ teilung des Ehrenzeichens die Rede sein. Jeder, der das — 25 trägt, hat es redlich verdient. Würde es für treue Pflichterfüllung* 2 erteilt, so dürfte es jeder Feld⸗ soldat tragen. Dann wäre die Auszeichnung wieder verallgemeinert, und ihr Wert würde herabgesetzt sein. Aber würdigende Urteile über die, die das Kreuz nicht haben,
ind grobe Taktlosigkeiten und zeugen von einer völligen Unkenntnis in derartigen Kreisen des Publikums itber die Möglichkeiten zur Erwerbung und Bedeutung des Ehrenzeichens.— Man kann der Erklärung des General⸗ Kommandos nur zustimmen. 1
Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.)
Gesr. d. Res. Georg Leschhorn, Inf.⸗Rgt. 116, aus Rom⸗ rod.— Kriegssreiw. Hubert Scheuren, Res.⸗Ins.⸗Rgt. 200, aus Worme.— Landwehrm. Heinr. Rettig, Ins.-Rgt. 116, aus Worms-Psiffltaheim.— Gesr. den Landw.-Ers.-Bat. 41, aus Dillenburg.— Musk. Aug Göbel, Res.⸗Inf.⸗Rgt. 253, aus Niederscheld.— Landwehrm. Gust. Reeh, Landw.⸗-Ins.⸗Rgt. 116, aus Nanzenbach.— Unteroff. Georg Fischer, Inf.⸗Rgt. 168, aus Pfordt.— Musk. Konrad Borneis, Res.-Ins.-Rgt. 83, aus Ober⸗ Wegfurth.— Musk. Karl Wambach aus Biedenkopf.— Res. Konr. Haferkorn aus Ockershausen.— Dr. jur. Boxheimer und Dr. jur. Wennesheimer, Rechtsanwälte in Worms.— Musk. Ernst Heidelbach aus Lauterbach.— Landwehrm. Adam Breun, Inf⸗ gt. 118, aus Offenbach a. M.— Unteroff. Fri Schäffler, P onier⸗Bat. 21, aus Wetzlar.— Ersatzreservist Ludwig Bepler, Res.⸗Ins.-Rgt. 254, aus Kinzenbach.— Ref. Heinr. Gerheim, Refs.⸗Inf.⸗Rgt. 116, aus Wetzlar. 5 4*
* Ritter des Eisernen Kreuzes: Vizefeldwebel Paul Nies von Herborn, Inf. ⸗Regt. 116. Ersatzreservist Otto Fischer aus Friedberg-Fauerbach. Friedrich Klees aus Rendel, Wehrmann bei der Maschinen⸗Abteilung des Landw.⸗Inf.⸗Regts. 116. Uffz. Arthur Moxter aus Rendel, Inf.⸗Regt. 81. Uffz. Heinrich Hemming aus Diez, beim Stabe der 50. Res.⸗Inf.⸗Brigade. Kriegsfreiw. Jul. Klep⸗
er aus Limburg. Wachtmeister Richard Berndt aus etzlar, bei dem Generalkommando.
n Eisernes Kreuz. Herr Verlagsbuchhändler Töpel⸗ mann, der seit Oktober als Oberleutnant und Führer der 4. Komp. un Landsturm⸗Infanterie⸗Bataillons in Valenciennes steht, ist mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet worden.
* Nilitärische Auszeichnungen. Zwei Brüder, Willi und Ernst Büttner, Söhne des Reallehrers i. P.
Büttner und zugleich Söhne unserer Stadt, haben im Felde geen
militärische Auszeichnungen erhalten: der ältere ist vom Leutnant zum Oberleutnantbefördert worden, der andere hat die Hessische Tapferkeitsmedaille erhalten. Beide sind zurzeit in Russisch⸗Polen.
* Natio nalstiftung. Der Aufruf des Landes⸗ komitees für das Großherzogtum Hessen zur Sammlung von Geldspenden für die Nationalstiftung für die Hinter⸗ bliebenen der im Kriege Gefallenen ist auch im Kreise Gießen
wohlwollend aufgenommen worden. Dank des tatkräftigen Eingreifens und der regen Tätigkeit der Ortsausschüsse für das Rote Kreuz und Kriegshilfe wird die Sammlung in den einzelnen Landgemeinden eifrig betrieben und es werden schöne Ergebnisse erzielt. So gingen bis jetzt ein aus den Gemeinden Albach 80 Mk., Bettenhausen 101 Mk., Belters⸗ hain 269,70 Mk., Dorf⸗Gill 97 Mk., Göbelnrod 117 Mk., 1 100 Mk., Langsdorf 348,80 Mk., Ungenannt 20 ark, zusammen 1133 Mk. 50 Pfg. Diese Erfolge bilden einen Ansporn für die weitere Sammlung.
2 beobachten konnten. Nach diesem Rundgang wur⸗st
* Gemeindesteuerrückstände. Unter den heuti⸗ Zen amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Gießen befindet sich auch die Mahnung des sechsten Zieles Gemeinde⸗ euern und Kanalgebühren vom Rechnungsjahre 1914. Die Zahlung kann noch bis zum 8. Mai 1915 in der be⸗ reits früher bekannt gegebenen Weise erfolgen. Nach Ablauf der festgesetzten Frist erfolgt die Beitreibung, wobei die vor⸗ geschriebenen Pfändungskosten erhoben werden.
* Die Gärtenverpachtung durch die Stadt. Nach dem Beschlusse der Stadtverordnetenversammlung vom 19. Februar hatte man in der letzten Woche das städtische Gelände am Wißmarer Weg in einer Größe von etwa 4000 Quadratmeter zur Verpachtung hergerichtet. Das Grundstück war in 13 Parzellen von ungefähr je 300 Qua⸗ dratmeter aufgeteilt worden, die mit Einfassungen und Gartenhäuschen versehen, gestern nachmittag an den Meist⸗ bietenden verpachtet wurden. Die Pachtliebhaber hatten sich recht zahlreich eingefunden, so daß bei reger Beteiligung Pachtpreise von 20—22 Mark für den Kleingarten erzielt wurden.
* Einbruchsdiebstahl. In der Nacht zum 21. April wurden hier mittels Einbruchs gestohlen eine mm- Martini ⸗Scheibenbüchse mit einer Firmen⸗ bezeichnung aus Naumburg a. d. Saale auf dem Lauf, ein g⸗mm⸗Tesching, dessen Lauf schon stark ausgeschossen ist, und 22 Stallhasen im Alter von 4, 6 und 8 Wochen, von Farbe weiß mit grauen Abzeichen, schwarz, rehgrau und blaugrau.— Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Krimi- nalabteilung Großh. Polizeiamts Gießen entgegen.
Kreis Alsfeld.
Aus dem Ohmtal, 22. April. Die Frühjahrs⸗ bestellung von Garten und Feld steht in vollem Gange. Obwohl der Weltkrieg so viele Arbeitskräfte der Heimat entzogen, ist nirgends ein Stillstand oder auch nur Rück- gang der landwirtschaftlichen Arbeiten zu sehen. Gar mancher Alte, der schon auf seinem Altenteil ruhte, hat wieder frisch die Peitsche in die Hand genommen und führt den Pflug. Wo aus der Familie die Männer im Felde stehen, da helfen Verwandte und Nachbarn. Uebrigens haben die Ortsbehörden durch Gesuche an die Großh. Kreisschulkom⸗ missionen bewirkt, daß die Schulen(etwa 3.—8. Schul⸗ jahr) von jetzt an bis auf weiteres geschlossen werden dürfen. Dadurch hat man einen weiteren Ersatz für die mangelnden Arbeitskräfte.
Kreis Schotten.
— Aus dem Kreise Schotten, 21. April. In fast allen Orten unseres Kreises wurden, auf Veranlassung des Kreisrates Dr. Merck, gelegentlich einer Versammlung der Geistlichen und Lehrer des Kreises Vorträge über Volksernährung, Kleingartenbau, Frühgemüsekulturen usw. gehalten, die durchweg alle stark besucht waren. Die Ausführungen der Redner sind auf fruchtbaren Boden ge⸗ fallen. In sehr vielen Häusern erblickt man auf das sorg— fältigste zubereitete Kästen, in denen Gemüsepflanzen wie: Rotkraut, Wirsing, Salat, Weißkraut usw. schon durch die Zimmerwärme schön gewachsen sind. Vereinzelt haben auch die Leute bereits diese Jungkultur in die im Garten eigens dazu angelegten Beete verpflanzt. Auf diese Art und Weise erhalten die Leute schon in verhältnismäßig früher Zeit Ge⸗ müse und verrin somit den Verbrauch an Brot.— Vor⸗
lich geeignet sind viele Gegenden des Vogelsberges zum
au von Erbsen, Wicken und Linsen. Manche Landwirte haben aber im Herbst des vergangenen Jahres bei den außerordentlich hohen Preisen selbst in der Eile ihren Saat⸗ bedarf verkauft, so daß es ihnen jetzt an den nötigen Men⸗ gen Erbsen mangelt, um ihre Aecker zu bestellen.
Starkenburg und Rheinhessen.
r. Offenbach, 21. April. Im Beisein eines Vertreleis der Staatsanwaltschaft in Darmstadt fand eine gerichtliche Untersuchung des Brandes in der Schuhfabrik Heroux statt. Die Annahme, daß der Brand in der Entstaubungsanlage, die sich außerhalb des Jabrikgebäudes befindet, entstanden sei und eine Fahrlässigkeit vorliegt, hat sich nach der ⸗Offenb. Ztg.“ zur Gewißheit verdichtet. Jungen haben, wie jetzt einwandfrei er— mittelt ist, an jenem Orte am Sonntag nachmittag Zigaretten
eraucht und so durch vielleicht unachtsames Wegwerfen von Streichhölzern oder glimmenden Zigarettenresten den Brand ver- ursacht. Der Gesamtschaden beläust fich jetzt nach Ueber- schlag 2 annähernd 200 000 Mark, der durch Versicherung ge⸗ deckt ist.
ch. Aus Rheinhessen, 21. April. Brände von Mühlen
und Kornspeichern in letzter Zeit haben die Vermutung nahegelegt,
daß es sich um böswillige Brandstiftungen handelt. Die Mühlen des Kreises Alzey, in denen größere Korn⸗ und Mehl⸗ vorräte lagern, haben daher militärische Wachmannschaften erhalten.— Nach den amtlichen Bekanntmachungen der Bürger⸗ meistereien des Kreises Bingen werden die Winzer aufgefordert, ihren Bedarf an Kupfervitriol für die Bekämpfung der Peronospora anzugeben. Es scheint demnach Aussicht dafür vorhanden zu sein, daß die Regierung von der beschlagnahmten Menge sopiel freigibt, als nötig ist, um die Rebstöcke gesund zu . Diese Aussicht kommt den Winzern und Weinbergbesitzern sehr gelegen, denn alle Arbeit und Mühe wäre in einem Perono⸗ sporajahre vergeblich, wenn man nicht die Krankheit selbst durch geeignete gsmaßnahmen fernhalten könnte.— Die Augen der Rebstöcke rücken bereits in den günstiger gelegenen Lagen vor. Die Aussichten für einen normalen Austrieb sind zufriedenstellend. Vereinzelt ist mit der Frühjahrsbodenbearbeitung und mit dem Biegen der Reben begonnen worden.
Hessen⸗Nassau.
L. Marburg, 21. April. Im Walde in der Nähe der Jägerschießstände fanden gestern nachmittag spielende Kinder einen bewußtlosen Mann, der aus einer Handwunde heftig blu⸗ tete. Es stellte sich heraus, daß der Betreffende, ein 57 Jahre alter, auf der Reise befindlicher Steindrucker, versucht hatte, sich die Pulsader aufzuschneiden. Er wurde in die Klinik ge⸗ bracht. Wie man hört, soll er Sundhaufen heißen und aus Lauter⸗ berg stammen.
m. Kirchhain, 21. April. In der letzten Sitzung des Kreistages des Kreises Kirchhain wurde der Kreis haushaltsetat für 1915 auf eine Einnahme und Ausgabe von je 243 300 Mk. festgesetzt.
h. Frankfurt a. M., 21. April. Eine hiefige Weinhand⸗ lung, deren Inhaber einen gut deutschen Namen führt, übersandte einem französischen Kriegsgefangenen in einem deutschen Lazarett
ein Paket mit Liebesgaben und bezeichnete sich dabei stolz als „A. W. fils, Successeury de Lancienne maison“. Die Polizei, die von der Französelei der Handlung Kenntnis erhielt, forderte diese auf, sich in Zukunft hübsch deutsche Namen beizulegen. Uebrigens führt das Geschaft auch im neuesten Frankfurter Adreß⸗ buch nur die obigen französischen Bezeichnungen.— Der 50jährige
Arbeiter Franz Heinrich Heinze stürzte während der Eisenbahn⸗
fahrt nach Frankfurt auf der Haltestelle Bonames aus dem Zuge Er erlitt einen Schädelbruch und star b nach kurzer Zeit. Der Ver⸗ storbene hinterläßt eine Witwe mit acht Kindern. 1
b. Cronberg, 21. April. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen trasen heute früh im Automobil von Darmstadt, wo sie einige Tage am großherzoglichen Hose geweilt hatten, auf Schloß Friedrichshof zum Besuch des Prinzenpaars Friedrich Karl von Hessen ein. Hier weilt auch schon seit einigen Tagen die Herzogin Charlotte von Meiningen, die Schwester des Prinzen Heinrich und der Prinzessin Friedrich Karl. Die Kieler Herrschaften reisten heute abend nach Kiel zurück.
2. Weilburg, 21. April. Ueber das Vermö en der offenen Handelsgesellschast in Firma Weilburger Apfel
weinkelterei C. Kahn& Co. ist das Konkursver⸗ fahren eröffnet worden.
h. Vom Main, 21. April. An dem Ueberfallwehr bei Schweinfurt, das schon viele Opfer forderte, gerieten drei rudernde Burschen in die Strömung. Sie wurden in die Tiese gerissen. Während sich einer retten konnte, ertranken die beiden anderen Burschen.
—
Ein Straßenbahn⸗Unglück in Berlin.
Berlin, 22. April.(WTB. Nichtamtlich.) In der Nacht um 2 Uhr entgleiste am Reichstagsgebäude an der Ecke der Sommerstraße ein Straßenbahn wagen des Stadtringes Nr. 1 und sauste über das Asphaltpflaster, die Bordschwelle, sowie über den Bürgersteig nach Zertrümmerung des eisernen Gitters in die Spree. Der Führer des Straßenbahnwagens und der Schaffner, sowie zwei Soldaten, die auf der hinteren Plattsorm standen, vermochten noch rechtzeitig abzuspringen. selbst mit 14 Insassen siel ins Wasser. Die sosort herheigerusene Feuerwehr konnte drei Männer und zwei Frauen nur als Leichen bergen, während die übrigen sich teils auf das Dach des Wagens retteten, teils von Schiffern gerettet wurden. Die Namen der Verunglückten sind noch nicht ermittelt“ Nach Angabe des Straßenbahnführers habe sich der Wagen vor der Kurve in langsamer Fahrt besunden und es sei ihm un⸗ erklärlich, wie der Wagen plötzlich in rasende Fahrt übergehen konnte.
Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 23. April 1915: Heiter, trocken, östliche Winde, nachts kalt. ———————ę— àͤͥ * Letzte Nachrichten. Neue Einschrünkungen des Schiffsvertehrs mit England.
i. Köln, 22. April. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der holsändischen Grenze: Aus Vlissingen wird berichtet, daß
der gesamte Personenverkehr zwischen Pan g ic
und England neuerdings vollkommen aufgehört hat. in England befindlichen Dampfer der Gesellschaft„Zeei— land“ dürfen einstweilen nicht nach Holland zurückkehren. Eine Kritik der Berichte des Generals French.
Amsterdam, 22. April. Die englische Wochenschrift„The Nazion“ übt in ihrer neuesten Nummer schä rf ste Kritif am Bericht des Feldmarschalls French über die Kämpfe bei Neu ve Chapelle. Der Bericht enthalte alle möglichen Gründe für diese nerlustreiche Operation, außer dem einen, der allgemein genommen werde. Kampf bei Neuve Chapelle habe England 12811 Mann gekostet, das ser fast ein Zehntel aller bisherigen Verluste. Diese Opfer hätten nur gebracht werden dürfen, um die deutsche Linie in Flandern endgültig zu durchbrechen. Nichts von einem Durchbruch stehe aber in dem Bericht. Darum sei das Opfer außer allen Ver⸗ hältnissen. Ferner ergebe sich, daß die britische Artillerie mit der deutschen nicht zu vergleichen sei. Der Bericht verschweigt ferner, was jedermann weiß, daß dir britischen Geschütze ihre eigenen Leute nieden schossen. Das Ergebnis aller dieser schweren Ver nur, daß weitere Anstrengungen unterlassen werden, und die Offen⸗ sive sei nicht wieder aufgenommen worden.
Die Unzufriedenheit der„Times“.
Rotterdam, 22. Avril. Aus London wird dem„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ gemeldet: Der gestrige Leitartikel der „Times“ hat großes Aufsehen erregt. Heute kritisiert das Blatt heftig eine Rede, die der Ministerpräsident Asquith in Newcastle gehalten hat. Asquiths Berufung auf die Vaterlands⸗ liebe und die Selbstverleugnung anderer, schreiben die„Times“ hätten auf das Volk eine viel größere Wirkung, wenn er nicht immer darauf bedacht gewesen wäre, die eigenen Fehler zu ver⸗ tuschen. Seine eifrige Verteidigung der Regierungsunf!, Makeit er⸗ scheine vielmehr als Weißwaschen seiner Partei, denn als feierliche Ermahnung an das Volk in der heutigen wichtigen Zeit.
Auf dem Wege zu den Dardanellen. i. Köln, 22. April. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus
Madrid: Aus großen Bewegungen im Hafen von Gi—
braltar wird auf die Ankunft starker Truppenent⸗ sen du 1. n mit der Bestimmung nach den Dardanel⸗ len geschlossen. An der neuen Exvedition nimmt auch Prinz Alexander von Battenberg teil,
Franzoösisch⸗englischer Flaggenschwindel.
i. Köln, 22. April. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Ma⸗ drid: Der Kapitän des in Santander eingetroffenen spanischen Dampfers„Ason“ hat beim Marinekommandanten Be⸗ schwerde darüber eingereicht, daß in der Nordsce zahlreiche französische und englische Schiffe die spanische
lagge benutzen. Der Seemann gibt damit einer Entrüstung usdrud, die die vor England liebedienende Presse nicht zu äußern wagt, trotzdem die Tatsachen ihr bekannt sind.
Frankreichs Verlegenheit in Marokko.
i. Köln, 22. April. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Madrid:„Imparcial“ veröffentlicht eine Meldung aus Tanger, wonach sich in der Gegend von Tadla und Fes eine Verschlimmerung der Gärung bemerkbar macht. Diese überträgt sich langsam auf die kleinen Stämme, die bereits Versammlungen abhielten, die über die Aufstellung einer gemeinsamen Harka berieten.
1
e
Bei allen Erschöpfungszuständen
f!ffß. ² m. ̃ VMA... ¶¾ Ä AUT ̃]˙.. w%—uù
nur coffeinfreien Kaffee Hag! Langes Siechenlager, große Blutverluste, ausgestandene Strapazen greifen immer die Nerven, das Herz und oft auch andere Organe an.
In solchen Fällen wird
Der Wagen
erluste sein
erlauben, da er keinerlei schädliche Wirkung hat. Sonst ist er aber von anderem guten Kaffee in keiner Weise zu unterscheiden, wie jeder Versuch beweist. Ihr Kaufmann führt ihn.
E
4
der Arzt viele Getränke streng verbieten, dagegen den coffeinfreien Kaffee Hag unbedenklich
2


