4 Steinbach, 20. April. Von den Kämpfern unserer Gemeinde, die draußen im Felde stehen, erhielten Unter⸗ J 99 5 ü 1 1 Sas 1 Ger⸗
„Un er Heinrich Haas un eiter Ehristian Magel das Eiserne Kreuz. 20 5 Kreis Lauterbach. id. Lauterbach, 20. April. Das Großh. Kreisamt hat an die Pfarrämter des ganzen Kreises je ein Exemplar einer Brot⸗ karte geschickt, die den Pfarrarchiven einverleibt werden soll, um späteren Zeiten ein sprechendes Beispiel für die wirtschaft⸗ lichen Maßnahmen im Weltkrieg zu bieten.
id. Frischborn, 20. April. Einen sehr gut besuchten Kriegsfamilienabend veranstaltete auf Veranlassung der f hiesigen Jugendkompagnie in Himmlers Saal Hauptlehrer
Kinkel von Lauterbach. Nach einem längeren Vortrag, der mit großer Sachkenntnis die Kriegslage und die Kriegsaussichten darlegte, brachte er ernste und heitere 5 zum Vortrag. Den Schluß des Abends bildete die Vorführung präch⸗ tiger Lichtbilder aus dem gegenwärtigen Krieg.
1 1 „ Herchenhain, 20. April. Bei überaus zahlreichem Be⸗ suche fand Sonntag abend im Saale des Gastwirts Karl Adolph ein vaterländischer Vortragsabend statt. Derselbe wurde eingeleitet durch ein Streichorchester der Lehrer Mengel⸗ Herchenhain, Bernhard ⸗Sichenhausen und Süßmund⸗ Ober⸗Seemen, das lauten Beifall fand. Sodann wurden von einer Frankfurter Dame eine Anzahl vaterländischer Gedichte vorgetragen. Herr Hardt⸗ Frankfurt a. M. gedachte hierauf in eindrucksvollen Worten des hundertjährigen Geburtstages Bis⸗ marcks und sprach über den Weltkrieg. Die Schüler wußten durch den Gesang mehrerer vaterländischer Lieder ein. Teil zur Verschönerung des Abends beizutragen. Pfarrer Römer dankte im Namen aller Teilnehmer den vortragenden Personen. . i Kreis Friedberg.
h. Friedberg, 20. April. Die Mitglieder des Kxeis⸗ tages für den Kreis Friedberg hielten unter dem Vorsitz des Kreisrats Freiherrn Schenck hierselbst ihre diesjährige Frühlingsversammlung ab. Nach einigen Mittei⸗ lungen perfönlicher Art und der Bildung des Vorstandes besprach die Sitzung die Kreiskassenrechnung und den Ver⸗ waltungsbericht für 1913. Die in der Rechnung nachgewie⸗
senen Kreditüberschreitungen wurden genehmigt. Der Haus- haltungsplan für 1915 wurde in Einnahmen und Ausgaben mit 872 708,52 Mk. genehmigt. Unter den Ausgaben haben sich durch den Wegfall der Obduktions⸗ gebühren der Aerzte bei gefallenem Vieh in der Abdeckerei
die Unkosten wesentlich verringert. Ein Antrag auf Pacht⸗ erhöhung der Kreisabdeckerei wurde in Erwägung gezogen. Der vom Kreis mit der Mitteldeutschen Kredit ⸗ bank 7020 lossene Vertrag über eine Kreditgewährung bis zu 200 k. für die Mehlversorgung des Kreises fand einstimmige Annahme. Dagegen wurde der Antrag auf Er⸗ höhung der Kreisunterstützung der Kriegerfamilien um drei Mark monatlich aus Mangel an Mitteln mit allen gegen eine Stimme abgelehnt.
Bad ⸗ Nauheim, 20. April. Als Nachfolger des vor einiger Zeit gestorbenen Großh. Badedirektors Geheim⸗ rat Dr. Eser in Bad⸗Nauheim wurde nunmehr Baurat von Boehmer von der Großh. Kulturinspektion in Mainz ernannt. v. Boehmer, der als tüchtiger Fachmann gilt, war von 1898 bis 1900 und von 1902 bis 1915 in Mainz tätig, wo er sich hervorragende Verdienste erwarb, so bei dem Ausbau des Elektrizitätswerkes Rheinhessen in Osthosen, bei der Regulierung der Nahe und bei der Errichtung der Gruppenwasserwerke in Rheinhessen. Außerdem hatte er im Mainzer kunstgewerblichen Leben eine führende Stellung im
Kunstgewerbeverein und im Gewerbeverein inne. Der neue Direktor ist in Oberhessen kein Unbekannter mehr, da er vor seiner Anstellung in Mainz als Kulturinspektor in Fried⸗
berg in Obe tätig war.
ö Starkenburg und Rheinhessen.
rm. Darmstadt, 20. April. Das zum Besten der Kriegs⸗ fürsorge bestimmte„Kreuz in Eisen“ ist jetzt in einem hübschen Pavillon vor dem Ludwigs⸗Denkmal zur Auf⸗
W
meer rede
stellung gekommen, und die Nagelung soll in Anwesenheit g der eee Familie in den nächsten Tagen be⸗ ginnen. Das Kreuz ist vollständig dem„Eisernen Kreuz“ in
r Form nachgebildet, etwa 1,50 Meter breit und ebenso hoch und etwa 50 Zentimeter stark. In der Mitte ist ein großes W sowie die Jahreszahl 1914 angebracht, das ganze Kreuz ist silbergrau eingefaßt. Um dem Ganzen ein regel⸗ — 2 Aussehen zu geben, sind die Plätze, an denen die Nägel eingeschlagen werden, vorgezeichnet. Jedem der Nagel⸗ stifter wird ein entsprechendes Andenken überreicht werden. Die Nägel sind am Platze selbst, wie auch in einigen Ver⸗ kaufsstellen in der Stadt zu haben.
Kreis Wetzlar. w. Wetzlar, 20. April. Nachdem im Laufe der vorigen Woche wieder 1000 Russen eingetroffen waren, beziffert sich der Bestand des hiesigen Kriegsgefangenenlagers auf etwa 7000 Mann, wovon etwa zwei Drittel Franzosen, der Rest Russen sind. In diesen Ta geht wieder eine größere Abteilung Fran⸗ zosen nach dem Gefangenenlager Stendal(Provinz Sachsen). Weßlar, 20. April. Ein Un sa ll ereignete sich gestern abend auf der Frankfurter Straße in der Nähe des städtischen Friedhofes. Zwei Landsturmleute, die vom Gefangenenlager herunter geradelt waren, stießen laut„Wetzl. Anz.“ dort mit ihren dern zusammen, wobei beide stürzten. Während der eine gut davon kam, erlitt der zweite, der Gastwirt Bormann von hier. eine so erhebliche Schädel verletzung, daß er in die Gießener Klinik verbracht werden mußte.. 4 5— Launsbach, 20. April. Der erste Turnwart des Turnerbundes Lahn⸗Dünsberg, Wilhelm Schmidt von hier, der als Unteroffizier beim Landwehr⸗Brigade Ersatz⸗ Bataillon im Osten kämpft, wurde für hervorragende Pa⸗ trouillendienste mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. f Krofsdorf, 21. April. Heute sind es fünfundzwanzig Jabre, daß Herr Erust Bechthold aus Launsbach, wohnhaft in Krofdorf, in der Lederhandlung von Baer& Bamberger in Gießen ununterbrochen tätig ist.
Hessen⸗Nassau. 2 h. Cronberg, 20. April. Die Stadtverord⸗ netenversammlung wählte heute einstimmig unter 168 Bewerbern Assessor Müller⸗Mittler aus Saar⸗ brücken zum Dr an 8 den Helden⸗ tod erlittenen Bürgermeisters Eugen Pit sch. Biebrich a, Rh., 20. Abril Der Vrosessor Rudolph Dyckerhoff hat anlätzlich des 70. Geburtstages semer Frau der ladt aufs neue eine Schenkung von 100000 3 macht. Von den Zinsen sollen bedürstige Krieger und deren An⸗ ehörige, sowie Witwen von Gefallenen unterstützt werden. ——— K(—œÜmLw¾—t—
Candwirtschaft. — Wie viel Obstbäume gibt es in Deutschland?
Ueber den Stand des deutschen Obsibaues geben die beiden„Volts⸗ n deutscher Obstbäume Auskunst, die in den Jahren 1900 und 191
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d 1918 veranftaltet worden sind. In dem zwischen diesen beiden liegenden Zeitraume hat sich nach einem Berichte der bei Otto Spamer in Leipzig erscheinenden Wochenschrist us“ die Zahl der Obstbäume in Deutschland recht erheb⸗
ehrt. Sie betrug im Jahre 1900 168 431853 Stück und
war im Jahre 1913 auf 196 084 640 Stück gestiegen, hatte sich also um mehr als 27 Millionen Stück vermehrt. Im einzelnen wies diese Zählung von 1913 74.375 929 Aepfelbäume, 30 788 886 Birn⸗ baume, 64 547 217 Pflaumen- und Zwetschenbäume, 21 390 088 Kirsch⸗ bäume auf. Gegenüber der Zählung von 1900 war bei den Aepfel⸗ bäumen eine Zunahme von über 22 Millionen Stück und bei den Birnbäumen elne Zunahme von über 5½ Millionen Stück sest⸗ zustellen, wogegen der Anbau der Pflaumen- und Zwetschenbäume einen Rückgang von über 5 Millionen Stück aufwies und auch die Kirschbäume eine, wenn auch freilich nur kleine Abnahme zeigten. Aprilasen-, Pfirsich⸗ und Nußbäume waren bei der Zählung von 1900 überhaupt noch nicht ermittelt worden: die von 1913 ergab einen Bestand von 2021188 Pfirsichbäumen, 2191601 Walnußbäumen und 769 731 Aprikosenbäumen. Was den verhältnis mäßigen Anteil der einzelnen Obstarten betrifft, so nahmen im Jahre 1900 die Pflaumen- und Zwetschenbäume den ersten Platz ein, aber 1913 hatten ihnen die Apfelbäume den Rang abgelaufen. Unter 100 deuischen Obstbäumen sind jetzt 38 Apfelbäume, 33 Pflaumen⸗ bäume, Birnen und Kirschen 16 und 11; Aprikose, Pfirsich und Walnuß aber betragen zusammen nur etwa 2 v. H. der Gesamt⸗ zahl unserer Odstbäume. Man sieht aus diesen Zahlen, welch emen gewaltigen Wert für die Ernährung unseres Volkes der deutsche Obstbau darstellt.
Dermischtes.
»Schaumkautschuk. Eine besonders wichtige Erfindung. die gerade jetzt in der Kriegszeit einem großen Bedürfnis ab- zuhelsen geeignet ist, bildet der von Fritz Pfleumer erfundene neue Schaumkautschuk, über dessen Hersiellung Gerhard Hübener in einem Ausatz der„Umschau“ berichtet. Von früheren Ver- suchen, Schaumkautschuk herzustellen, unterscheidet sich der neue Schaumkautschuk dadurch, daß er ein wirkliches vulkantsiertes Kautschukprodukt ist. Pneumatikschläuche können anstatt mit Luit aufgepumpt mit Schaumkautschuk ausgefüllt werden, denn der Schaumkautschuk besitzt dieselben elastischen Eigenschasten wie der Luftschlauch und hat außerdem noch den großen Vorteil, daß er
——
bei Verletzungen nicht gänzlich zusammenklappt, sondern nur an
der verletzten Stelle. Dieser höchst merkwürdige Schaumkautschuk ist ein physikalisches Gemisch von vulkanisiertem Kautschuk und Stickstoff. Betrachtet man ihn unter dem Mikroskop, so erschemt er wie ein Schwamm mit unzähligen kleinen Poren, in denen sich, von ganz dünnen Kautschukwänden eingeschlossen, der Stickstoff be⸗ findet, ähnlich wie die Luft in den Blasen des Seisenschaumes. Daraus erklärt sich auch der Name Schaumkautschuk. Seine Her- stellung beruht darauf, daß Kautschuk unter hohem Druck Stickstoff löst, bei gewöhnlichem Luftdruck jedoch nicht, sondern den unter Druck gelösten Stickstoff wieder freizugeben strebt. Kautschuk wird also unter den sehr hohen Druck von 400 Atmosphäxren gebracht und löst dabei eine ganz beträchtliche Menge Stickstoff; er wird dann wieder unter gewöhnlichen Druck gesetzt, worauf der gelöste Stickstoff sich wieder vom Kautschuk trennt und in ihm in unendlich vielen kleinen Blasen auftritt. Das vulkanisierte Kautschukprodukt bläht sich dadurch um das Fünffache seines früheren Volumens auf. Der Schaumkautschut desitzt die Eigenschasten des Kautschuks und des Gases zugleich, ist also geschmeidig und elastisch und dabei kompressibel. Außerdem besitzt er eine äußerst geringe Wärmeleit⸗ sähigkeit, eignet sich daber nur für niedrige Temperaturen. Flüssig⸗ keiten hält er ebenso frisch wie die doppelwandige Flasche mit luft- leerem Raum zwischen den Wänden; er ist indifferent gegen Wasser und läßt sich deshalb vorzüglich zu Schwimmgürteln uw. ver- wenden. Sodann eignet er sich seiner Elastizität wegen gut zum Ausfüllen und Polstern von Kissen, Matratzen usw. Eine andere vorzügliche Eigenschast ist seine äußerst geringe Dichte, die nach der Menge des eingepreßten und gelösten Stickstoffes zwischen 0,01 und 9.4 schwankt.
Büchertisch.
— Bongs Kriegs⸗Kalender mit Bildern. Auch
das 9. Heft von„Bongs Kriegs-Kalender mit Bildern“ Deutf, Verlagshaus Bong& Co., Berlin W 57, Preis des
es 20 Pfg.) zeichnet sich urch eine Fülle der Berichte von den ätzen vom Westen und Osten, von den Karpathen und Ser⸗ bien, von Klein⸗Asien und Aegypten aus.
Bandel.
— Weitere Zunahme der deutschen Roheisen⸗ er zeugung. N den Ermittelungen des Vereins Deutscher Eisen⸗ und Stahl⸗Industrieller betrug die Roheisenerzeu⸗ ung im deutschen Zollgebiet während des Monats März 31 Arbeitstage) insgesamt 938 438 To. gegen 803 623 To. im ruar(28 Arbeitstage. Die tägliche Erzeugung belief sich auf 272 To. 18 925 To. im August. 19 336 To. im Sep⸗ tember, 23 To. im Oktober, 26299 To. im November, 27545 To. im Dezember, 28 198 To. im Januar und 28 701 To. im Februar). Die Erzeu verteilte sich auf die einzelnen Sor⸗ ten wie folgt(wobei in Klammern die Erzeugung für Februar an⸗ gegeben ist): Gießerei⸗Roheisen 199 330 To.(161 724 To), Besse⸗ mer⸗Roheisen 12 233 To. 7428 To.), Thomas⸗Roheisen 564 179 Tonnen(494 293 To.), Stahl⸗ und Sviegeleisen 135 761 To. (112 163 To.), Puddel⸗Roheisen 28 933 To.(28 015 To). Von den Bezirken sind im März(gegenüber Februar) beteiligt: Rhein⸗ land⸗Westsalen mit 397 148 To. 353 281 To.), Siegerland, Kre Wetzlar und Hessen⸗Nassau, mit 68 429 To.(57 616 To.), Schlesien mit 67 902 To. 59 6/ To.), Norddeutschland(Küstenwerke) mit 20008 To.(16315 To.), Mitteldeutschland mit 30 806 To. (26 287 To.), Süddeutschland und Thü mit 19 901 To. (17 665 To.), Saargebiet mit 68 432 To.(55 676 To.), Lot mit 147873 To.(116 694 To.), Luxemburg mit 117 939 N (100 412 To.).
Märkte. le. Frankfurt a. M. Schweinemarktbe rien: vom 21. April. Aufgetrieben waren 765 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 55 Lebendgewicht 00.00— 105.00 Mk., Schlachtgewicht 120.00— 125.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 95.00— 100.00 Mk., S wicht 115.00— 120.00 voll von 100—120 Lebendgen Schlachtgewicht 120.00— 125 Mk. eischige Schweine von 1 bis 150 Lebendgewicht 00.00— 00. 00 Mk., Schlachtgewicht 0000.00„ Geschäft ziemlich lebhaft. se. Fraukfurt a. M., 21. April.(Orig.⸗Telegr. des„Oleß. Anz.“) Fruchtmarkt. Am Fruchtmarkt ist die Lage unver⸗ ändert. Das Geschäst ist gleich null. Der Handel in Juttermitteln ist sehr beschränkt. Nur ausländische Ware wird noch gehandelt. Rumänischer Mais 61-64 Mk., rurmänische Gerste 55.60 Mk., ausländische Kleie 34— 36 Mk. Alles für 100 kg. le. Fraukfurt a. M., 21. April.(Orig.⸗Telegr. des Gieß. Kartosselmarkt. Kartoffeln im Großhandel Mk. 13,75 bis 15,00 Mk., im Kleinhandel Mk. 15.00— 16,00. Alles per 100 N. te. Frautsurt a. M., 20. April. Auf dem heutigen Heu⸗ und Strohmarkt war nichts angefahren.
wicht 100.00— 105.00 W.
Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise am 19. April 1915.
Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M.
Fleischpreise in Gießen
Ochsen 50 Kg. Schlachtgewicht„Kg. 104—103 PiN. 100—11b Mit. Kälber„Kg. Schlachtgiw. 85—107 U. 92—96„
e Brotpreise in Gießen:
Weißbrot 2 Kg.— Pig. Schwarzbrot 2 8g. 78 Pig.
SA Getreidepresse in Maun he im
Weizen 1 0 Kg. 28.80 Dit. Höchstpreis. Roggen 100 Kg. 24.80 Mt.
—
Amtlicher Wetterbericht. Deffentlicher Wetterdienst, Gießen. 1 Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 22. April 19152: Heiter, trocken, mild, nordwestliche Winde. 13
Letzte Nachrichten.
Das neutrale Holland.
Amsterdam, 21. April. In Vlissingen liegen seit uu⸗
fang September eine Anzahl belgischer Schlepp⸗
dampfer, die, früher nach Antwerpen gehörend, auf der Schelde fuhren. Verschiedene davon sind jetzt durch eine eng⸗ lische Gesellschaft aufgekauft worden und sollten am letzten Sonntag nach England fahren. Wegen der Unterseeboots⸗ gefahr waren Namen und Kennzeichen überstrichen oder verdeckt worden, so daß die Nationalität unkenntlich war.
Als die Dampfer den Vlissinger Hafen verlassen wollten, wurden sie von dem Kommandanten des holländischen Kriegsschiffes„Nordbrabant“ daran verhindert und gezwun⸗
gen, die Schiffspapiere in Ordnung zu bringen und die
Nationalflagge zu führen. Die Dampfer hißten infolgedessen die belgische Flagge und gingen in See.
Die„Siege“ der Engländer.
Rotterdam, 21. April. Die„Morning Post“ erhält aus Nordfrankreich die Schilderung eines angeblichen Waffenerfolges der. 1—— sei 3 wegen eines 7 igels, inzigen in Flandern. Die Eroberung des Hügels sei eine wichtige Stellung zur Umzingelung des deutschen rechten Flügels gewesen. Der Kampf war ebenso er⸗ bittert, wie bei Neuve Chapelle. Die englische Infanterie ging im Gelände ohne 3 vor. Beim Eingraben war sie einem heftigen Feuer Deutschen ausgesetzt. Die Deutschen hatten 800 Gefangene verloren und alles darauf hin, daß diese Verluste des Feindes schwerer waren, als bei Neuve Chapelle.
Hierzu schreibt der„Berl. Lokalanzeiger“: Gegenüber dem Bericht der„Morning Post“ sei auf die Mitteilung der Obersten Heeresleitung verwiesen. Am Sonntag wurde bekanntgegeben, daß die Engländer südöstlich von Ypern in unsere Höhenstellung eingedrungen waren, aber im Gegenangriff zurückgeworfen wur⸗ den; nur um drei Sprengtrichter wurde noch gekämpft. Am Montag waren die Engländer bereits ganz aus diesem Teil der deutschen Stellung vertrieben und ein von ihnen längs der Bahn Ypern—Comines angesetzter Angriff brach unter schwersten Ver⸗ lusten zusammen. Daraus geht hervor, daß ein englischer 3 blickserfolg von dem Gewährsmann der„Morning Post“ aufgebauscht worden ist. Wenn er Neuve Chapelle zum Vergleich) beranzieht, denkt er vielleicht auch an die furchtbaren Verluste, die die Engländer dort erlitten haben.. 755
Amerika, China und Japan. 13 Genf, 21. April. Nach einer Privatmeldung aus Washington räumte China seit mehreren Jahren bei ver⸗ schiedenen Anlässen der Washingtoner Regierung Vorzugsrechte bezüglich gewisser Eisenbahnbauten sowie die Option für Grubenkonzessionen und ü 5 von Finanzanstalten mit Anleiheemissionsrechten ein. Von diesen geheimgehaltenen Abmachungen erhielt Japan 5 Kunde N stellte Ansprüche an die etkinger Regierung, und nötigte dadurch die Vereinigten Staaten zu unverhohlenem Mißvergnügen. Venizelos in Kairo. Wailand, 21. April. Der frühere griechische Minister⸗ präsident Benizelos ist in Alexandrien angekommen Er be⸗ gibt sich nach Kairo, wo er vom tan und dem O 1
Macmahon empfangen werden wird.
1
1 5 N 35
—
Amtlicher Teil.
7
Betr.: Die Gewährung von Reichsunterstützungen, sowie Zw schüssen aus Kreismitteln.. An den Oberbürgermeister der Stadt Gießen und an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir sehen bis spätestens 25. ds. Mts. Ihrem Bericht entgegen, welche Beträge an Reichsunterstützung und an Kreis⸗ zuschüssen für den Monat April ds. Is. in Ihren Gemeinden aus⸗ bezahlt worden sind. a Gießen, den 19. April 1915. N Großherzogliches Kreisamt Gießen. f J. V.: Hechler. b
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