1 1 1—.— 1 See verschweigen. Einerseits wird„daß die türkischen Tor⸗ pedos ihr Ziel verfehlt hätten, dann aber wird gesagt, daß 155 Mann des britischen Transportschiffes ertrunken seien.(Frkft. Ztg.) g 8 Amsterdam, 19. April.(Ctr. Frkft.) Die„Times“ bringt aus Chios eine ausführliche Meldung über das türkische Torpedo⸗ boot, das im Aegaäischen Meer das Trans portschiff„Manitou“ angegriffen hatte und an der Insel Chios gestrandet ist. Dort wurde die Besatzung von 33 Personen interniert. Der Reuterbericht hatte gemeldet, daß die Besatzung durch die Verbündeten gefangen genommen worden sei.) Das Torpedoboot war ein kleines Fahr⸗ zeug von 97 Tonnen, hieß„Demir Kapu“ und hatte eine Besatzung von 34 Mann. Nach den Erklärungen der Offiziere, die dem Gouverneur von Chios gemacht wurden, ist es der„Demir Kapu“ gelungen, in einer dunkeln Nacht ungefähr vor einem Monat aus den Dardanellen herauszulommen. Bei Tage hatte das Boot sich in den Schluchten der asiatischen Küste aufgehalten, was ihm infolge seiner Kleinheit möglich war, und wodurch es der Wachsamteit der englischen Patrouillenschiffe entgehen konnte. So konnte es die Gelegenheit abwarten, eines der T ransport⸗ schiffe zu vernichten. Eine solche Gelegenheit schien sich vor zwei Tagen zu bieten, als ein französisches Truppentransport⸗ schiff in Sicht kam. Die Türken, die auf der Lauer lagen, näherten sich dem Trans vortschiff, das von seiner Eskorte abgekommen war, und feuerten ohne Erfolg ein Torpedo ab. Der zweite Torpedo⸗ schuß war ein Treffer und soll ernsthafte Schäden angerichtet oder sogar das Trans portschiff zum Sinken gebracht haben. Das Torpedoboot mußte hierauf schnell die Flucht ergreifen, da Hilfssignale abgegeben worden waren und zwei Kreuzer bereits die Verfolgung aufgenommen hatten. Es nahm nunmehr seinen Kurs nach dem Golf von Smyrna, seine Verfolger weit hinter sich llassend. Bei Anbruch der Nacht ging das Schiff in eine kleine Buch an der asiatischen Küste. Da jedoch der Golf von Smyrna von den verbündeten Schiffen genau abpatrouilliert wurde und deshalb nicht als ein sicherer Aufenthaltsplatz gelten konnte, versuchte „Demir„gestern früh wieder in die offene See zu tommen. GCestern morgen gegen 10 Uhr entdeckten zwei unserer Kreuzer das Torpedoboot in der Gegend des Kap Kara Burnn. Sofort gingen sie auf das Torpedoboot los. Das Torpedoboot versuchte wieder den Golf zu erreichen; aber ein dritter Kreuzer, der aus dem Golf diam, schnitt ihm den Weg ab. Das Torpedoboot mußte von neuem wenden. Es entstand nun eine scharfe Verfolgung nach der Richtung von Chios. In der Straße zwischen der Insel und dem Festlande holten die Kreuzer daz Torpedoboot ein. Sie schossen 90 Granaten ab, die jedoch alle ihr Ziel verfehlten und in die See fielen. Als man auf dem Torpedoboot endlich sah, daß eine längere Flucht zwecklos sei, beschloß man, das Boot auf Strand zu setzen. Das geschah gesteru nachmittag 2 Uhr am Strande bei Komi in der Bucht von Kalamuti an der süt westlichen Küste von Chios. Die Besatzung ging an Bord und an Land. Die Kreuzer schossen inzwischen auf sie, so wird es we⸗ nigstens von den Kreuzern behauptet Aber das steht im Gegensatz zu den Aussagen der griechischen Küstenwache. Diese traf die Leute am Strande, und sie ergaben sich der griechischen Küstenwache. Bevor die Mannschaft landete, hatte sie Zeit genug, die Torpedos und die Munition ins Meer zu werfen. Der Gouverneur von Chios erhielt sofort Bericht und sandte einen Offizier ab, um die unerwarteten Gäste nach der Hauptstadt Kastro zu bringen, wo sie interniert worden sind.
England beschlagnahmt griechische Schiffe. i Nonstantinopel, 19. April.(Ctr. Frkft.) Nach amtlichen Meldungen aus Athen legte die Londoner Regie⸗ zung ihre Hand auf zwei für Rechnung Griechenlands in
4 15 im Bau begriffene Kreuzer von je 5000 Tonnen d vier Torpedoboote.
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* Bulgarien und die Türkei.
Döln, 19. April.(WTB. Nichtamtlich. Die„Köln. „ meldet aus Sofia vom 18. April: Nach einer bulga⸗ zischen Erklärung ist die Verminderung oder drohende Ein⸗ stel e ss nach und von der Türkei auf die jetzige Verteilung der bulgarischen und der türkischen Eisen⸗ bahnwagen zurückzuführen. Unfreundliche Absichten der bul⸗ 5 garischen Regierung sind nicht vorhanden. Der Eisenbahn⸗ direktor Mersow ift nach Konstantinopel entsandt worden, um auch dieses zu ordnen. Der Erklärung kann geglaubt werden. In der Tür kei sind in letzter Zeit Anzeichen bereitung im Gebiete von Man darf darin weniger ein 5 Na Bulgarien als eine Maßregel weiser Vor- sicht gegenüber russischen Unternehmungen erblicken. Es ist Tatsache, daß in Bulgarien sichere Anzeichen für die Ab⸗ sicht eines solchen Unternehmens vorhanden sind, wobei es wweifelhaft sein mag, wann, und sogar ob es ausgeführt wird. Das Auftreten der Mächte des Dreiverbandes war in den letzten Wochen bestimmter und daher eindrucksvoller. 17* 2 N Japan und Mexito. Berlin, 20. April. Im Hafen von Veracruz sollen lach einer Meldung der Londoner„Morning Post“, die die„Voss. Zeitung“ wiedergibt, der japanische Panzerkreuzer wate“ und der japanische Kreuzer„Kasagi“ mit 3 wei Kanonenbooten eingelaufen sein.
Spauiens Bedürfnis deutscher Waren.
Lyon, 19. April.(WTB Nichtamtlich.„Nouvelliste“ meldet Madrid: Der Aus schuß von Tuch⸗ und Lein wand⸗ Ministerpräsidenten Dato, zu unternehmen, damit folgende 1 t werden können: 1. Aus Deutsch⸗ in Genua zurüggehaltene Waren, welche französischen Dekret eingetroffen waren, 2. im 0 be Waren derselben Herkunft, welche somit als spa⸗ nisches A be. betrachtet werden müssen, 3. ausschließlich in Dieutschland hergestellte Farbstoffe, welche für die spanische In⸗ dustrie unumgänglich nötig sind. f 5.*
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* f Die Kriegslage in Deutsch⸗Ostafrika.
Berlin, 19 April.(WTB. Nichtamtlich. in Deutsch⸗Ostafrika wird weiter amtlich Geburtstage des Kaisers, wenige Tage nach dem deutschen Sie ge bei Jassini, hielt Gouverneur Schnee im Anschluß an das bekannte Glückwunschtelegramm, das S. M. der Kaiser anläßlich dez früheren Sieges bei Tanga an den Staatssekretär des Reichs⸗ lolonialamtes Dr. Solf gerichtet hatte, in Tanga eine Ausprache an die Schutztrupven. Der Gouverneur wies auf die glänzen deu Erfolge der Schutztruppe hin, die der ausgezeich⸗ neten Führung ihres Kommandeurs und der Unterführer, wie der Mannschaften zu ver⸗
danken seien, und beglückwünschte die Truppen zu der Ehrun durch das kaiserliche Telegramm. Er drückte seinen Dank, 1— den Geburtstagswunsch der Truppen und der Bevölkerung sowie die Versicherung aus, daß in dem Schutzgebiete der aller festeste! Wille vorhanden sei, Deulsch⸗Ostafrika bis aufs Auhberste zu verteidigen. Die günstige Kriegslage in Eu⸗ ropa berechtige zu der Zuversicht, daß Deutschland als Sieger aus diesem Kriege hervorgehe. Der Gouverneur schloß mit einem be⸗ geistert aufgenommenen Kaiserhoch.
An einzelnen Kriegsereignissen sind noch hervor⸗ zuheben: Bei Wanga fand ein Patrouillengefecht statt, bei dem der Schütze Bossart schwer perwundet wurde. Eine Abteilung das Forts Schirati war am 17. Januar erfolgreich. Die feindlichen Verluste betrugen: 4 Engländer, 2 Askaris tot; 9 Europäer sowie eine unbekannte Anzahl Askaris verwundet. Erbeutet wurden 8 Maultiere, viele Patronen und Lasten. Am 22. Januar beschoß
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einer gewissen Vor
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Adrianopel bemerkbar. Mißtrauen
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Tabriben ganz Spaniens ersuchte den Schritte bei den Kriegführenden
Gegenstände in ien eingeführ land kommende und dort vor dem voraus bezahl
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Zur Kriegslage gemeldet: Zum
heldenmütigen Hingabe aller Offiziere und
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englischer Kreuzer Kisiwani. Der seinerzeit von den Englän⸗ dern gekaperte Dampfer„Adjutant“ wurde am 6. Fe⸗ bruar früh bei einer Erkundungsfahrt an der Mündung des Rufidji nach heftigem Gefecht ne e und strandete. Die Besatzung, ein Offizier, 21 Mann und 2 Farbige, wurden gefangen genommen. Auf dem„Adfutant“ war ein Mann tot, einer wurde schwer verwundet. Auf deutscher Seite waren keine Verluste, trotz des schweren Bombardements durch„Hyacinth“. Nach Privatnachrichten fielen vier 10,2 Ztm.⸗ und zwei 4,7 Ztm.⸗Geschütze nebst Munition in unsere Hände. Der 3Orgeinth“ wurde auch getroffen und fuhr mit Volldampf davon. Nördlich Kifumbiro wurde eine 40 Mann starke englische Ab⸗ teilung durch die Abteilung Boch(v. Bock) überfallen. Der Gegner floh nach kurzem Widerstand und verlor 17 Tote, darunter 5 Inder. Deutscherseits waren keine Verluste. Die Engländer räumten nach der Vernichtung der Gebäude Schiratis das von ihnen stark befestigte Boma und Schirati und fuhren am 3. Fe⸗ bruar nach Maringu. Schirati wurde durch unsere Truppen wieder besetzt.
Aus Hessen.
Graf Erbach⸗Erbach 7. l h. Darmstadt, 19. April. In Erbach im Oden⸗ wald ist der daselbst residierende Graf Georg Albrecht zu Erbach⸗Er bach heute früh auf der Jagd an den Folgen eines plötzlichen Schlaganfalls gestorben. Der Verewigte stand im 71. Lebensjahre und gehörte seit langer Zeit der Ersten hessischen Stände kammer und dem Reichs⸗ rat der bayerischen Krone an.
Aus dem Resche.
Eine Konferenz der Sozialdemokratie.. Berlin, 20. April. Der sozialdemokratische Parteivorstand teilt dem„Vorwärts“ als Ergebnis einer Konferenz, die in Wien stattgefunden hat, mit, daß die Vertreter der Sozialdemokratie Deutschlands, Oester⸗ reichs und Ungarns am 12. und 13. April eine Aussprache gehabt haben, bei der sich eine völlige Uebereinstim⸗ mung in ihrer Auffassung ergeben habe. Trotz der langen Dauer des Krieges seien die Völker in allen Ländern ent⸗ schlossen, mit aller Kraft ihre Selbständigkeit und Unabhän⸗ gigkeit zu verteidigen. Aber nicht nur in den kriegführenden, sondern auch in den neutralen Ländern müsse die Sehnsucht nach Beendigung des Krieges und nach Frieden anwachsen. Diese Friedenssehnsucht entspringe dem Willen und der Kraft der Selbstbehauptung, nicht etwa dem Gefühl der Schwäche Daraus aber folge mit Notwendigkeit, daß nur ein Friede möglich sei, der kein Volk demütige, da nur ein solcher Friede das dauernde Zusammenarbeiten aller Kulturvölker gewährleisten werde. Die bei der Zusammenkunft vertretenen Parteien ständen auf dem Boden der Beschlüsse der inter⸗ nationalen Kongresse und hielten bei Friedensschluß Siche⸗ rungen für notwendig, wie den Ausbau der internationalen Schiedsgerichte zu obligatorischen Einrichtungen usw.
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Berlin, 19. April.(WTB. Nichtamtlich.) Im Zusani⸗ menhang mit der bevorstehenden Herabsetzung der Mehl⸗ preise hat heute eine Konferenz des Oderbürgermeisters von Berlin mit den Vertretern aller der Groß⸗Berliner Brotkarten⸗ gemeinschaft angehörigen Vororte beschlossen, Höchstoreise für Brot einzuführen, und zwar für 4 Pfund Roggenbrot 85 Pfennig, für 3 Pfund 63 Pfennig, für 2 Pfund 43 Pfennig, ür Semmeln von 75 Gramm Gewicht 5 Pfennig. Andere Brote und Semmeln dürfen nicht hergestellt werden.
Aus Stadt umd Cand. Gießen, 20. April 1915. Kriegergräber. Draußen auf dem Rodberg hat man schon heute über einem vollen Hundert Tapferer die letzte Ruhestatt bereiten müssen, die ihres Lebens Ziel im Völkerkrieg fanden. Weit⸗ aus die Mehrzahl kam aus dem Kampf mit schweren Wun⸗ den in die Gießener Lazarette. Die Kunst des Arztes hat sie nicht erhalten können, und so ruhen draußen im Frieden dem letzten Erwachen entgegen, die sich auf dem Schlachtfeld auf Tod oder Leben gegenüberstanden. In langen Reihen, auf der einen Seite die Deutschen, auf der anderen Seite die toten Feinde aus vier Nationen, dehnen sich die Gräber. Fast allen der gefallenen Volksgenossen hat die Hand der Kameraden und der Angehörigen Blumen, Kranz und Schleife auf den Hügel gebracht; auf manchem wölben sich hoch die Zeichen des Gedenkens. Und den Feinden, die fern ihrem Vaterlande das Leben lassen mußten, hat man grünes Tannenreisig auf die Grabstätten gebreitet. Die unfertige, werdende Stimmung der Zeit liegt über dem Platz Am Ende der Grabreihen klirrt die Schaufel des Totengräbers; noch zeugt kein Stein, keine Anpflanzung und keine Inschrift von der Art des Ortes. Aber für den, der weiß, was dort die Erde deckt, redet er dennoch mit ernster und er eifender Stimme. Die da schlafen, weil sie in des Lebens Lenz oder Sommer ihr Alles an die Idee des Vaterlandes verschenk⸗ ten, ahnen nichts mehr von der köstlichen Lenzeswonne, die um ihre Gräber kost. Im Donner der Kanonen und beim Knattern der Gewehre überfiel sie die Todeswunde; und nun singen süß und voll Heimatfrieden über ihnen allen ohne Unterschied Amsel und Lerche. Was sich draußen vor⸗ einauder mit Pulver und Blei gegeneinander wehren und mit Drahtverhau und Wolfsgruben voreinander verbergen mußte, liegt auch hier, tief eingegraben in die braune Scholle, gegenüber. Aber keine Trompete und kein Kom⸗ mando treibt sie mehr aus ihrer Ruhe. Jenseits der Mauer klingt von der Landstraße von fernher das Marschlied der lebenden zu den toten Soldaten herüber, und aus dem Wald dringt verschwommen der Hall von Schüssen und die Weise eines Signals. Die stummen Schläfer kann es nicht er⸗ wecken Vor einigen Tagen konnte man an der Gartenstraße, auf dem Grundstück des Stadthauses, ein kleines, schlichtes Holzkreuz sehen, das in seiner Form an das eiserne Vorbild, den ersehnten Schmuck des deutschen Kriegers, mahnte. Damit wollte man die Wirkung einer Zierde erproben, die man für die einheitliche Gestaltung des inn ikum
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hofs in Aussicht genommen hat. Als ein Interimi freilich, bis die Verhältnisse den endgültigen dauernden Ausbau der Stätte erlauben. Es ist freudig zu begrüßen, wenn damit die Kriegergräber auf unserm Gottesacker eine Weihe erfahren, die ihnen— äußerlich— einstweilen noch abgeht. Eine verdienstvolle und schöne Aufgabe wird daun später in der Anlage der endgültigen Form erwachsen. Abgesehen davon, daß die schönste und charaktervollste Heldenehrung einstweilen in der Schaffung von Instituten besteht, die in irgend einer Form der erusten und liebevollen Hilfe für die lebenden Opfer des Weltkrieges dienen, ist es dennoch gestattet, schon jetzt daran zu denken, wie sich künftig der Gießener Ehrenfriedhof gestalten wird. Es ist früher mancherorts vieles bei der Schaffung der äußeren
der englische Kreuzer„Asträa“ das Zoll de Insel Kwale mit 21 Schuß und am 1. ehe: e 0 Küvindje
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Zeichen der Gefallenenehrung versäumt und 1 worden:; deshalb sei kurz an ein paar Regeln von allgemeiner Gel-
mit 27 Schuß, ohne elwas zu tressen. Am 6. Februar beschoß ein, tung
Bronze und poliertem grün, um zu zeigen, einfassung oder die Höhe
i felhaften dä einer saufung von Kriegsemblemen erreicht. Unsere Gartenkunst greift in der letzten Zeit— und sie kommt damit auf alte i zurück— wieder zu ruhigen, regelmäßigen Formanle Raumabgrenzende Hecken und regelmäßige Flächen, wie sie auf alten Friedhöfen so erhaben und weihevoll wirken, bieten hier viel von dem, was wir brauchen, vor allem die bestimmte, räumlich empfindbare Einheit der Gesamtanlage. Ihr Schluß⸗ und Höhepunkt, etwa am Ende eines weges, mag dann von einem Monument betont werden, wo, unter Beibehaltung des soldatischen Geistes, Offiziersgräber liegen können, wie um anzudeuten, daß die Kämpfer unter der Hut ihrer Führer schlasen. Für die einzelnen Gräber wird dann die einfachste, auf einen künstlerischen gebrachte Form genügen, ja sich als selbstverständlich er⸗ geben. Treten Wünsche nach reicherer Gestaltung einzelner Grabstätten hervor, dann mögen hier die rechten Abstufun⸗
en, die keine allzu großen Unterschiede merklich werden assen, gefunden werden. Umfassen wir die Volks⸗ genossen, die draußen stritten und sich den holten, alle mit dem gleichen Ehrfurchtsgefühl, das nicht dem Range, sondern ihren Taten gilt. Aus der erwähnten großzügigen Flächenaufteilung folgt die Unterscheidung von Freund und Jeind logisch und befriedigend. Die Schönheit eines Denk⸗ mals beruht schließlich— auch das ist noch erwähnens⸗ wert— letzten Endes nicht nur in sich selbst allein, sondern muß auch aus seiner landschaftlichen oder stä i Umgebung hergeleitet, empfunden werden; und um ein Denkmal in weitem Sinne handelt es sich hier. 5 Dem ästhetischen Gesamtbilde unserer Stadt, die an öffentlichen Kunstformen irgendwelcher Art von 27 Wert nicht allzu reich ist, kann eine solche 1 ung des —— nur förderlich wise 4 n ee zugegebenermaßen ein wenig egoistischen Gesichtspun gelten lassen: den Toten, um die 3 sich hier handelt, sind wir's schuldig, daß in den Dienst ihres Nachruhms auch die beredte Sprache der Kunst trete.
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L. U. Ein Studentengarten. Zwischen dem Se⸗ kretarigt und der Aula der Universität ist auf Veranlassung des Rektors der Universität ein vorher brach liegendes Ge- lände als Studentengar ten hergerichtet worden. Die Mittel dazu werden vom Großh. Ministerium zum Teil auf bauliche Unterhaltung, zum Teil aus dem Fonds für öffent⸗ liche und gemeinnützige Zwecke bewilligt, dazu kamen private Stiftungen und ein Beitrag der Studentenschaft. Die An⸗ lage soll zur körperlichen Bewegung und Ruhe der Studen⸗ ten in der Nähe der Unterrichtseinrichtungen dienen. Ent⸗ sprechend den auf das Interesse der Volksernährung gerich⸗ teten Bestrebungen der Großh. Regierung und der Univer⸗ sität wird während des Krieges ein beträchtlicher Teil des im übrigen gärtnerisch angelegten Geländes zum Gem üse⸗ bau verwendet, und zwar ist einerseits ein Stück in dieser Weise für die Studentenschaft im allgemeinen angebaut wor⸗ den, andererseits sind eine Reihe von kleineren Anbauflächen gewonnen worden, die für einen billigen Preis an ein⸗ zelne Studenten abgegeben werden, was zum Teil schon geschehen ist. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich diese Art der Verwendung auch nach dem Krieg bei der Studenten⸗ schaft einbürgert. Gießen ist unseres Wissen die erste Univer⸗
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tät, die eine solche Einrichtung getroffen hat, durch die rr 5
Gartenbau zu einer studentischen Be
8 Betätigung wird.— Auch die wesentlich im Interesse d e
schaft geplante neue Anlage vor der Aula an der Ludwig⸗ straße wird bald fertiggestellt sein.. n
* Vom Roten Kreuz. In den letzten Monaten wandten sich häufig in Kriegsgefangenschaft gera⸗ tene deutsche Soldaten, die aus Oberhessen stammen, an das hiesige Rote Kreuz mit der Bitte um Zusendung von Liebesgaben. Diesen Bitten ist ausnahmslos entsprochen worden, und die eingegangenen Dankesbriese zeigen. welche Wohltat damit unseren Landsleuten in der Gefangen⸗ schaft erwiesen wurde. Es sind bereits über 100 kriegsge⸗ sangene Deutsche mit Liebesgaben bedacht worden. Da auch die im Felde stehenden Truppen und die Lazarette im Etappengebiet sortgesetzt mit Liebesgaben versorgt werden, sind die Materialbestände und die Geldmittel recht knapp geworden, so daß ihre Auffüllung durch freiwillige Spenden sehr erwünscht ist.— Im Monat März wurden von der Bahnhofswache vom Roten Kreuz 271 Verwun⸗ detentransporte vom Bahnhof nach den Lazaretten bezw. von einem Fuß zum anderen ausgeführt, und in 94 Erkrankungs⸗ fällen Hilfe geleistet. ö 1
* Maßnahmen zur Verhütung des Wild⸗ schadens. Die besondere Wichtigkeit, die in diesem Jahre einem möglichst vollkommenen Durchbringen der Saaten bis zur Ernte mit Recht beigemessen wird, hat auch in Hessen zu Schutzmaßnahmen Anlaß gegeben. Nachdem wäh⸗ rend der Wintermonate die gesetzliche Hegezeit für einige Wildarten(weibliches Rot⸗ und Damwild, Fasanenhennen) im ganzen Lande vorübergehend aufgehoben wurde, ist an die Großh. Kreisämter neuerdings Anweisung erga 2 hinsichtlich jeder Wildart, von der nach der Häufigkeit des Vorkommens und den örtlichen Verhältnissen die Verur⸗ sachung ernsten Wildschadens zu befürchten steht, die vor⸗ übergehende Aufhebung der Hegezeit zu er⸗ wirken. Auch der Kaninchenplage ist besondere Aufmerksam⸗ leit zu widmen. Die Stellvertretung der im Felde stehenden Jäger ist bereits im August v. Is. im Interesse der Ver⸗ hütung übermäßigen Wildschadens geregelt und soll soviel wie möglich erleichtert und gesördert werden. Alle diese Maßnahmen werden den gewünschten Erfolg haben, wenn die Jäger im Interesse des Vaterlandes zu ihrer Durch⸗ führung tatkräftig mitwirken. Daß diese Erwartung keine eitele ist und daß daher von weiterem behördlichen Vorgehen einstweilen abgesehen werden kann, zeigen in erfreulicher Weise die bei der Regierung einlaufenden Anträge a Jäger selbst auf Aufhebung von Schonzeiten, denen stets entsprochen werden konnte. 3
* Imker⸗Versammlung. Die am Sonntag „Zum Tannhäuser“ abgehaltene Frühiahrsversammlung des Gießener Bienenzüchtervereins erfreute sich eines zahlreichen Besuches. Vorsitzender Buß erstgttete vor⸗ erst ausführlichen Bericht über die am 3. Osterfeiertage im Oberhessischen Bienenzuchtverein abgehaltene Ausschu Danach werden in diesem Kriegsjahr weder Imkerkursus noch Wanderversammlung mit Ausstellung abgehalten. Leider haben auch die meisten Imkerbedarfsartikel, wie Kunstwaben,
Honiggläser uff. eine bedeutende Preissteigerung erfahren. Im Mittelpunkt der Tagesordnung stand ein Vortrag über
„Frühjahrsarbeiten auf dem Bienenstande“, der lebhaft be⸗ sprochen wurde. Es wurde lobend anerkannt, daß die Stadt⸗ verwaltung für eine bessere Bienenweide das erforderliche Gelände bereit gestellt hat. Zum Schlusse gedachte die Ver⸗
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