Ausgabe 
(17.4.1915) 90. Zweites Blatt
Seite
90
 
Einzelbild herunterladen

weites Blatt Erscheint faglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieStetyener Famillen blätter/ werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Sießen zweimal wöchentlich. DieCandwirtschaftlichen zeit fragen erscheinen monatlich zweimal.

R

Jahrgang

e

Gießener Anzeiger

ff.... ff

Samstag, 17. April 1015

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckeres. R. Lange, Gießen.

Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗

straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: S951, Schrist⸗

leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen.

Konstantinopeler Brief. Aus der deutschen Kolonie. Stimmung in der Stadt. Von unserm ständigen Berichterstatter. 0 Konstantinopel, Ostern 1915.

Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen!

Da warnen uns unsere guten Freunde nun schon seit Weih⸗ nachten und prophezeien uns immer aufs Neue:In drei Tagen sind die Engländer hier! Aber diese verstockten Deutschen hier lassen sich nichts sagen. Diese Beharrlichkeit, mit der sie in Konstantinopel aushalten, grenzt eigentlich schon an Bosheit, denn immer wieder strafen sie die Zeitungsmeldungen in denbefreun⸗ deten Staaten der Umgegend Lügen, wenn diese melden, daß die Deutschen Konstantinopels schon auf der wilden Flucht seien.

l 1 5 eine Verstocktheit zeigt sich unter uns Deutschen hier: Selbst heute, am Vorabend des großen, schrecklichen Er⸗ eignisses bereiten unsere Hausfrauen ihr Heim österlich, anstatt die Koffer zu packen und mit dem Konventlonszuge, der ja noch täglich nach Europa fährt, mit dem Unterschiede nur, daß er jetzt über Rumänien anstatt über Serbien geht, eiligst davonzudampfen. Am Osterfest, das diesmal für uns westeuro⸗ päische Christen und die Orthodoxen zusammenfällt, wenn sich die Menschen mit dem Ruf:Christ ist erstanden! begrüßen, dann wollten doch die Russen ihrem Väterchen Konstantinopel als seine Stadt zu Füßen legen! Und die Griechen hatten doch auch so einen leisen schönen Traum: Sie wollten ihre Ostereier dieses Jahr in der Agia Sofia essen. Eigentlich hatten sie ja schon ihre Weih⸗ nachtsmesse dort feiern wollen, aber sie verschoben die Sache noch. Die Verständigen unter ihnen hegen natürlich nicht solche Ge⸗ danken, aber die große Masse wird ja von ihrer Presse zu einer blöden politischen ützerei erzogen, die nicht leicht ihresgleichen hat auf der Welt. Durch die ewigen Meldungen und Gerüchte von Schiffsuntergängen und dergleichen kommt es doch so weit, daß die Menschen ihren Augen nicht mehr glauben wollen, wenn die

verwirrt.

AJgn einer Millionenstadt, in der das bunteste Völkergewimmel sich mischt, kann es gewiß nicht ausbleiben, daß auch Furchtsame vorhunden sind, die nach dem Rezept: Besser ist besser! verfahren

und die Stadt verlassen, aber ich denke mir, daß es solche Leute

auch wohl in den Grenzstädten anderer im Kriege befindlicher

Staaten gegeben hat und noch gibt. Doch darum von einer Flucht

zu sprechen, ist unsinnig. Und ganz besonders die Deutschen fliehen

nicht; im Gegenteil: Wir haben in dieser Zeit eine Regsamkeit in der deutschen Kolonie erlebt, wie wir sie lange gewünscht hatten. Gleich den ernsten Vorträgen in ernster Zeit, wie sie im Vater⸗ land in vielen Städten zur Vertiefung des Erlebens veranstaltet worden sind, haben wirDeut sche Kriegsabende wöchent⸗ lich, von der deutschen Botschafterin veranstaltet und von der deut⸗ schen Kolonie stark besucht. U. a. sprach an einem dieser Abende der Generalfeldmarschall von der Goltz Pa sch über seine persönlichen Erlebnisse im großen Kriege und über seine

Gouverneurzeit in Belgien. Er sprach dabei auch von den Darda⸗

nellen, an denen unsere tapferen Verteidiger gerade Taten voll⸗

b 1 tige Einschätzung erst der späteren Ge⸗

rich

e e aMel aus glaubwürdiger Quelle sogar unsere N 1855 2 ge⸗ 9(9. sich die Kolonie im Hofe der Deut⸗ 0h Da 2 8 Botschafterpaar umd e iche. ren vom

den hohen Offizieren der Militär⸗ und Marinemission bis zu den Knaben und Mädchen, denen vor allem das Gedächtnis Bismarcks sollte ins Herz ges werden. Und am Donnerstag wanderte unsere ganze deutsche Jugend durch die Täler und über die Höhen auf der asiatischen Seite des Bosporus, um sich am Nachmittage auf einem Berge zu sammeln, von wo der entzückende Blick die ganze Schönheit dieses Landes in weiter freier Runde überschaut. Und als Hunderte von allen Seiten herbeigeströmt waren, da schollen deutsche Lieder von der Höhe, und Worte Bismarcks

wurden der Jugend eingeprägt, stolze Worte: Wir Deutschen

85

pflanzte eine Bis marck⸗e

dabei war, daß bei diesem markigen Wort wohl überhaupt niemand an irgendwelche Gefahr dachte, die hier in der Nähe lauern könnte, sondern daß die Gedanken nach Deutschland gingen. Hätten nicht militärische Gründe dagegen gesprochen, so hätte jeder Bub und jedes Mädel ein Scheit Holz mit hinaufgetragen auf den Berg, und ein loderndes Bismarckfeuer hätte es weithin verkündet, daß hier Freude, aber nicht Furcht in den Seelen wohnte.

So leben und taten die Deutschen hier. Sieht das aus wie Furcht und Flucht? Woher die unsinnigen Gerüchte kommen, ist nicht schwer zu verstehen. Man ist hier so wenig den vorsorgenden Arm der Regierung gewöhnt, daß jede Vorsichtsmaßregel, die uns als ganz selbstverständlich vorkommt, bei der einheimischen Be⸗ völkerung das Gefühl weckt: nun müsse der Feind wohl schon nahe vor der Tür stehen. Denn wenn keine Gefahr bestünde, brauchte man doch nichts vorzubereiten!

Ich habe von den Deutschen Konstantinopels erzählt, weil man in den Balkanstaaten, ob in andern Ländern auch, weiß ich nicht, meldet, wir seien schon auf der Flucht. Aber nicht nur wir, sondern die ganze Stadt ist ruhig und ihr Leben normal.

Allerdings der Hafen bietet ja nicht das lebhafte Bild fried⸗ licher Zeiten, da es eine Lust war, auf der großen Brücke des Goldenen Horns zu stehen und auf das regellose Gewirr großer und kleiner Fahrzeuge hinunterzuschauen, das da mit orientalischer Unordnung und viel Geschrei sich zu entwirren suchte. Da die Dardanellen und der Bosporus geschlossen sind, so ist es vorbei mit den großen Waren- und Menschentransporten. Nur die Verkehrs⸗ dampfer auf dem Goldenen Horn und dem Bosporus und die Dampfer des Marmarameeres eilen hin und her, dazu die vielen Barken, die immer ein wesentliches Merkmal des Hafens ausmach⸗ ten. Eine große Zahl von Levantedampfern liegt hier; zum Teil sind sie ins Goldene Horn hineingegangen und setzen im Laufe

der Monate wohl ganze Wiesen und Muschelbänke an. Im Hafen

liegt auch derGeneral von der Ostafrikalinie, der seinerzeit den kühnen Durchbruch von Messina aus mit derGoeben und der Breslau mitmachte. Ein paar neutrale Dampfer halten eben⸗ falls hier unfreiwillige Ferien. Mitten auf dem Strom liegt ein Däne, der hat an seine Bordwand in riesigen Maßen seine rote Flagge mit dem weißen Kreuz angemalt und trägt in gigantischen Lettern die AufschriftDänemark..

Durch die Stillegung des Dampferverkehrs sind natürlich die Kaufleute in Schwierigkeiten geraten. Mittlerweile haben aber auch sie schon einen Ausweg gefunden. Abgesehen von den Dingen, die aus Europa kommen, und vom Petroleum, das auch noch immer aus fremden Ländern bezogen wird, bringt das Land ja selbst alles hervor, was zum Leben notwendig ist. Und wie unabhängig könnte die Türkei überhaupt vom Ausland sein, wenn alle Schätze, die Kleinasien birgt, erst planmäßig gehoben würden Dieser Krieg wird nun auch wohl zur Folge haben, daß man an die Erschließung der reichen Mittel des Landes mit Ernst herantritt. Da wird fich die große Frage erheben, wir weit die heimische, wie weit die fremde

Bevölkerung an dieser gewaltigen Arbeit beteiligt sein soll, und

hoffentlich wird man sie recht verständig lösen und sich nicht von nationalistischen Ideen blenden lassen.

Gewiß ist alles teuerer geworden Preissteigerung immer gerechtfertigt war Gewinnfucht hervorgerufen wurde, läßt sich

i leicht ent⸗ scheiden. Immerhin darf daf

man nicht denken, daß das Fehlen ir⸗

end eines Artikels nun schon zu irgendwelchen ichen Zu⸗ .

t ee edie im Leben des Orien⸗ talen eine weit größere Bedeutung haben als in unserm, lagen

den Krieg; ob die! aller unerlaubte

Straße tritt. Still ist's gerade zu Ostern um uns herum geworden. Sonst trappten durch alle Straßen die festen Tritte des Militärs, das hier ausgebildet wurde. Die Kasernen vermochten natürlich nicht die Menge zu fassen, und man hatte darum einfach alle leerstehenden Gebäude für die Soldaten mit Beschlag belegt. Das gab zuerst manche unangenehme Ueberraschung. Ich sehe noch das verdutzte Gesicht einer alten Hanum, die mit einer jungen Tochter und einem Besen friedlich in die Gasse einbog, wo sie eine Wohnung gemietet hatte, die sie nun herrichten wollte. Plötzlich schauen ihr aus allen Fenstern bärtige Soldatengesichter entgegen. Höchst erschrocken macht sie kehrt und eilt, so schnell ihre alten Beine mitwollen, dapon. Sie war zu spät gekommen. Nun sind die Eingezogenen gründlich aus⸗ gebildet worden und mit Sang und Klang davongezogen. Mit und Klang! das ist auch etwas Neues.Ich hatt! einen Kameraden von türkischen Soldaten als Marsch⸗ gesang zu hören, das ist früher noch nicht dagewesen. Es marschiert sich doch halt besser danach, als wenn sie ihre eigenen Lieder singen, deren Rhythmus darauf hinweist, daß man sie eigentlich singen oll, während man auf dem Diwan hockt, die Füße untergeschlagen.

So sind sie davongezogen, Teile der neuen Armee, die unter Liman Paschas Führung die Dardanellen und die Schwarze⸗Meer⸗ Küste schützen soll. Und schon sahen wir drüben in Haidar Pascha endlose Reihen neuer Rekruten heranziehen, die jetzt e schieren und schießen lernen sollen. Das Land hat ja noch ungezähl Scharen brauchbarer Männer. An Menschenmaterial unerschöpflich wie das große Rußland.

So kommt der Ostersonntag heran, und wir werden unsern Frühlingsausflug machen trotz aller Prophezeiungen, und die Er⸗ oberung Konstantinopels schieben wir vorläufig noch auf, bist Ostern und Pfingsten auf einen Tag fallen!

T Ein Engländer, der mit dem deutschen Erfolg rechnet. N

In der amerikanischen ZeitungSt. Louis Post⸗Dis⸗ patch liest man Ansichten über den Krieg, die von Frank Harris, dem Herausgeber der in London erscheine Vanity Fair und derSaturday Review herrühren, di in der vornehmen Gesellschaft Englands in hohem 0 sehen stehen. Frank Harris hat sich bei einem Besuche in den Vereinigten Staaten wie folgt geäußert:

Ich bu überzeugt davon, daß die Deutschen in dem Kriege gut abschnetden werden, wenn sie nicht sogar ganz und gar ge⸗ .... Diese Vorqussagung, so sagt das amerikanische

Aveite Tatfache ist das, was er,

sagt, ihm gestanden, daß seine Kumyfes ertrugen.

können, und es wird zugegeben, daß es bis sen können, wenn es feinem Volke den genũgenden Geldköder ge⸗

der] boten hätte! 5

Eine Forschungsreise in das Innere Neu⸗Guineas.

. N 1 der jetzt nach London zurückgekehrt ist, um in Heeresdienste zu

treteu. Sehr wenige Weiße sind bisher zu dem Oberlauf dieses Flusses vorgedrungen. Im Jahre 1890 erreichte der damalige Gouverneur von Britisch⸗Neu⸗Guinea Sir William Macgregor einen Punkt, 950 Kilometer aufwärts von der Mündung des Fly⸗River, und fertigte eine genaue Karte des Laufes bis dahin an. Clarke drang über die Stelle, wo sich der Fly⸗River mit dem Strickland⸗River vereinigt, hinaus und kam gegen 35 Kilometer über die äußerste Grenze der von Macgregor erforschten Gebiete hinaus. Er war auch ber erste Cirropäer, der den Mount Donaldson dicht an der Grenze des deutschen Kaiser⸗Wilhelm⸗Landes bestieg. Von 4 Weißen und 30 Eingeborenen begleitet, führte Clarke den größten Teil seiner Reise in einer Dampfbarkasse aus; er hatte auch ein kleineres Motorboot mit, um mit ihm den Fluß weiter hinauf zu kommen. Am 10. Mai 1914 verließ die Expedition Port Mvisbey, kam am 16. in den Fly⸗River und fuhr mum fast 3800 Kilometer den Strom entlang, worauf die Reisenden aus⸗ stiegen und sich näher mit den Eingeborenen bekannt machten, die vorher noch niemals Weiße gesehen hatten. Die Eingeborenen begegneten den fremden Männern zunächst feindlich; es waren schön aussehende Gestalten, durrchschmittlich über 6 Fuß hoch und gut ernährt. Als sie sahen, daß die Weißen nichts Böses beabsichtigten. benahmen sie sich freundlich. Die Sitten dieser Wilden von Neu-Guinea sind höchst bemerkenswert. Die Stämme zerfallen in einzelne Gemeinden, die gans verschieden groß sind und von 5 oder 10 Familien bis zu 1000 Personen umfassen. Die Leute in den' unteren Gebieten des Flusses und in der Nach⸗ barschaft von Strickland sind sehr wild und kriegerisch, und sie beherrschen augenscheinlich den ganzen Fluß. Die andern Ein⸗ geborenen sind ihnen tributpflichtig.

Zauberei, die sie Kuri⸗Kuri nennen, spielt bei ihnen eine große Rolle, und ihre Zauberer töten durch Suggestion. Von keinem Mann glaubt man, daß er eines natürlichen Todes sterbe, erzählte Clarke.Der Zauberer verkündet ihm, daß er sterben muß, und er stirbt dann sofort. Es mag dabei nicht immer Hypnotismus im Spiel sein. Wenn z. B. einem Manne vorher⸗ gesagt wird, daß er am Biß einer Schlange sterben wird, so ist es nicht schrwierig, num auch diese Todesart herbeizuführen. Wenn ein Krieger gestorben ist, so 9 Verwandten einen Schädel en, damit sein Geist in in Frieden ruhen kann. Sie ziehen also zu diesem Mordgeschäft aus und holen sich den Kopf von dem Stamme, den sie überfallen können. Es ist gleichgültig, ob es der Kopf eines Mannes, einer Frau oder eines Kindes ist. Diese Wilden treiben keine Vielweiberei und schützen ihre eigenen Frauen, aber die Frau eines andern Stammes

töten, gilt ihnen nichts. Wenn der Kopf erobert ist, wird die

t abgezogen, das Fleisch abgeschabt und der Schädel mit Lehm ausgefüllt. In die Augenhöhlen werden Muscheln getan und der Schädel über einem Feuer geräuchert, um ihn zu konservieren. Die Mädchen heiraten keinen Mann, der nicht eine bestimmte Anzahl solcher Schädel sein eigen nennt und wenigstens einen

hinter die Flügel vertrieben worden. Die beständige Furcht plötzlichen Angriffen hat auf die Form des Häuserbaues in bezeichmender Weise eingewirkt. Diese Wilden sind Baum- bewohner; sie legen ihre Wohnungen in den Bäumen an, und

zwar werden die Häuser auf 5060 Fuß hohen Gerüsten und

dichtes Laub hineingebaut und geschickt versteckt Es sind stattliche Hütten, deren Dächer aus Palmenblättern mit den Baumkronen in Eins verschmelzen. In den Wänden sind Löcher gelassen, da⸗ mit durch sie mit Pfeilen auf den Feind geschossen werden kann, und ebenso sind im Fußboden Löcher angebracht, durch die Steine auf die Köpfe der Feinde geworsen werden. Die Krieger tragen eine Art von Bambus panzer, den kein Pfeil hindurch⸗ dringt und der nwohl auch eine Kugel abhalten könnte. Die Pfeile. die sie verwenden, sind 5 Fuß lang und werden von mächtigen Bogen geschyssen, die Weiße kaum spannen könnten. Ich sah einen Mann mit einem solchen Bogen auf eine Entfernung von 200 m

einen Pfeil in ein Ziel bohren. Die Flußleute haben sehr gute

Kanoes von 2060 Fuß Länge, mit denen sie mühelos mit un⸗ serer 10 Kilometer in der Stunde zurücklegenden Barkasse mit- kommen konnten. Sie bemalen sich mit Lehm, Farbstoffen und Holzkohle. Wir sahen häufig in einem Boot einen Mann gelb an⸗ gestrichen, einen andern rot, einen dritten blau und einen vier⸗ ten weiß. Diese Farben sind alles, was sie an sich haben: irgend⸗ welche Kleidung tragen sie nicht. An der Einmündung des Tullp⸗River in den Fly⸗River schlug Clarke sein Hauptlager auf und bestieg von hier aus den Moutt Donaldfon, dessen Höhe er mit 2200 Fuß feststellte. Als er dann den Fluß weiter hinauffahr, konnte er mit dem Dampfboot nicht weiter, suchte mit einem

e e ent 2 U U om bon der Mündung entfernt bie Weibersahrt dsgeben mußte. Die

Ufer waren große Sümpfe, in denen man ebenfalls nicht vorwärts kam. So kehrte die Expedition denn um und erreichte auf der Rückreise am 4. Juli Daru.

* Deutsch österreichische Dichtergriißze.

EinDeutscher Feldpostgruß des bekannten Dichters Ru⸗ dolf Alexander Schröder der in der deutschen Marine stebt, undDie österreichische Wutwort daruf von Ou g o von Hofmannsthal werden im neuesten Heft der bei Eugen Diederichs in Jena erscheinenden Kriegslieder, in denen nun be⸗ reits 250 moderne Gedichte oder Volkslieder in neuen Kompo⸗ sitionen vorliegen, in ansprechender Vertonung veröffentlicht. Diese Gedichte zweier Meister deutscher Sprache, die als bedeutende künst⸗ lerische Vertreter der beiden verbündeten Nationen gelten können, geben schön der innigen Gemeinschaft Ausdruck, die Deutschland

und Oesterreich miteinander verbindet. Schröders Feldpostgruß

lautet: Oesterreich. Oesterreich, hab' nur Geduld!

Eh soll die Somn' erblassen, Eh wir einander lassen; E soll der Mond verbleichen, Oh deine Treuen Weichen. Oesterreich, Oesterreich, hab' nur Geduld! Oesterreich. Oesterreich, empor den Mut! Uns ist es schon gelungen. Wir sie gen, Kos⸗ und Tataren, Wir trieben sie zu Paaren. Oesterreich, Oesterreich, empor den Mut! Oesterreich, Oesterreich, hab nur Geduld! Und wären's Mordgesellen, So viel wie Meereswellen, Wie Sand auf dürrer Heiden, Gott wird's hernach bescheiden! Oesterreich, Oesterreich, hab nur Geduld! Hofmannskhal antwortet nrit folgenden Verfen:

Antwort gibt im Felde dork. Faust, die festgeballte, 5 Antwort dir gibt nur ein Wort!: Jenes Gott erhalte!

Unsern Kindern eint uns dies Wie's uns eint den Bätern, Einet heut die Kämpfserschar, Hier mit uns, den Betern.

Berge sind ein se Wall, Haben ft und Spalte: Brust an Brust und Volk bei Volk Schallt es: Gott erhalte! Kinder werden Helden, f Worte nicht und kein Gedicht Können's je vermelden.

Ungeheueres umfaßt

Ui de Peet 8 gun Semmel ur. Unser Gott te!

10 läßt Ri d S tal dd .

Ausgegossen ist der neue

Heilige Geist der deutschen Sache.

Sang

Million nach Frankreich. oder besser noch nach Ostende bätte were

9

1

JC.

5

4 5 5

2

1

8 a

1

1