Ausgabe 
(16.4.1915) 89. Erstes Blatt
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5 1 Kreuzes: Feldwebel ee aus Alsfeld. Vizefeldw. Decher aus Bernsburg. Kulturtechniker bei der Großh. Kultur⸗ inspektion Friedrich Treiber aus Friedberg, Uffz. im 8 116. Feldpostsekretär Wilhelm Glenz aus Darmstadt, Vizefeldwebel beim Landw.⸗Inf.⸗Regt. 118. Forstwart Eckert aus Wolf bei Büdingen, Gefr. im Inf. 58 88. Off.⸗Stellv. Friedrich Krämer aus Darmstadt. J. Obenauer, Gärtner und Verwalter des israel. Fried⸗

s in Worms⸗Hochheim, 22. Fußart.⸗Re Kriegsfreiw. Joh. Oswald aus Gimbsheim, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221. Garde⸗ dragoner Alfred Geis aus Stammheim. Assessor Hermann Jüngst aus Herborn, N

* Die hessische Tapferkeitsmedaille. Von der 4. Kompagnie Landw.⸗Brig.⸗Ersatz⸗Batail⸗ lons 42, die fast ausschließlich aus Hessen bestand, er⸗ hielten kürzlich die hessische Tapferkeits⸗Medaille: der Kompagnieführer, Oberleutnant Damm(Gießen), die Feldwebelleutnants Theis(Weitershain) und Lat⸗ tauer s(Ober⸗Flörsheim), der Feldwebel Dillenbur⸗

er(Södel), die Unteroffiziere Sambak(Mainz), Arras Ober⸗Krainzbach), Fritz ef(Holzhausen v. d. H.), Schul⸗ theiß(Geilshausen), der Vizeseldwebel Röhmig(Ober⸗ Roßbach), der Hornist⸗Gefreite Werner(Wieseck), der Ge⸗ sreite Schultheiß(Mainz), der Wehrmann Henrich (Großen⸗Linden]. Außerdem erhielten der Bataillonskom⸗ mandeur, Major v. Pape, J.-L. R. 117 und der Adjutant, Leutnant d. Res. Wagner, L.⸗G.R. 115, die gleiche Aus⸗ zeichnung.

LU. Anmeldung zum Besuch der Universi⸗ tät Gießen im Sommersemester 1915. Studie⸗ rende, die bereits hier immatrikuliert sind und ihre Studien hier fortsetzen wollen, haben sich auf dem Universitäts⸗Sekre⸗ tariat, Bismarckstraße 22, anzumelden, um die Ausweis- karte umzutauschen und ihre Wohnung 1 Dies hat in der Zeit vom 19. April bis zum 15. Mai 1915 vormittags von 912½ Uhr zu geschehen. Anmeldun⸗ n zur Immatrikulation werden in der gleichen

1 1 Ritter des Gisernen

. N Fritz

eit ebendaselbst angenommen. Nach dem 15. Mai werden

nmel nur dann angenommen, wenn die Verspä⸗ tung in genügender Weise entschuldigt wird. Bei der At 1 0 zur Immatrikulation sind die um Abschluß des gewählten Studiums gemäß reichs rechtlichen oder hessi⸗ schen Prüfungsvorschriften erforderlichen Zeugnisse über die Vorbildung einzureichen. Nach dem Ermessen des Rektors können auch Bewerber zugelassen werden, die sich durch andere Zeugnisse über Unbescholtenheit und wissenschaftliche Vorbildung ausweisen. Für Frauen gilt diese Bestimmung nicht. In jedem Fall bleiben für die Zulassung zu einer Prüfung oder zur Promotion die Bestimmungen der be treffenden Prüfungs- oder Promotionsordnung allein maß gebend. Wer schon eine Hochschule besucht hat, ist verpflichtet, deren e einzureichen. Ist seit Ausstellung

dieser Zeugnisse eine längere Zeit abgelaufen, so ist für die Zwischenzeit ein Leumundzeugnis beizubringen. Minder⸗ jährige n eine beglaubigte Bescheinigung ihrer gesetz⸗

lichen Vertreter darüber beizubringen, daß sie mit deren

Einwilligung die Universität Gießen besuchen.

8580 n Musikaufführung ist für Freitag, den 30. April, abends 8 Uhr, in der Stadtkirche in Aussicht genommen. Die Chöre des Akademischen Gesangvereins und des Evangelischen Hirchen⸗ esang vereins, sech e Mitglieder des Kronbauer⸗

amm

* Eine Ehrung Geh. Rats D. Schlosser. Der

Evang. Arbeiterverein hat Herrn Geh. Kirchenrat D. Schlosser als Gründer des Vereins zum Ehren- mitglied ernannt.

Amtliche Personalnotiz. Der Großherzog hat am 14. April d. Js. den Buchhalter bei der Hauptstaatskasse, Rechnungs rat Karl Steinbrecher auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, vom 1. Mai d.

an in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das itterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß⸗ mütigen verliehen.

* Kupfer⸗Bergbau in Hessen. In der heutigen Kriegszeit, wo das Hereinbringen von Kupfer nach Deutsch⸗ land unmöglich ist, dürfte es interessant sein, darauf hinzu⸗ weisen, daß im Großherzogtum Hessen Kupfer bergmännisch

sewonnen worden ist. In einem Buche vom Großh. Salinen⸗ Jae Hans Tasché(Junghanssche Hofbuchhandlung, rmstadt 1858) über das Berg-, Hütten- und Salinenwesen

im Großherzogtum Hessen ist eine Aufstellung der kupfer⸗ haltigen Gruben unseres Landes enthalten und wird über eine Grube, vereinigte Gottessegen bei Roth, die als Kupfer⸗ fahl e bezeichnet ist, folgendes berichtet:Bei Roth durchsetzt ein2 mächtiger Quarzgang das Uebergangs⸗ gebirge, welches glimmerreichen blauen Tonschieser zum Hangenden und Sandstein zum Liegenden hat. Er enthält derbes silberhaltiges Fahlerz und zum Teil etwas Kupferkies eingesprengt. Die Erzdeckung des Rother Bergwerks fällt in das Jahr 1095, und es wurden schon 1696 Taler aus seinem Silber geprägt mit der AufschriftGott baue das Haus, Darmstadt! uwe. Das Fahlerz soll im Mittel 1216 Lot Silber enthalten. Die Grube, welche bis zum Jahre 1767 verschiedentlich ihre Besitzer gewechselt hatte, ist seit 2 Jah⸗ ren durch den Grafen von Reichenbach in Angriff genommen. Die alte Zeche soll nur bis zu einem vorhandenen Mittel stollen abgebaut sein, gegenwärtig aber ist man mit der Faortsetzung des tiefen Stollens beschäftigt. Es wurden bis⸗ her auf den alten Strossen zusammen an ca. 1000 Zentner gewonnen und die Grube ist einschließlich des alten Stollens mit 18 20 Mann belegt. Der Wert der geförderten Erze läßt sich auf 10 500 fl. veranschlagen. Die! erhüttung der Erze ergab 1520 Proz. Kupfer, 1625 Proz. Antimon und 0, Proz. Silber Die Grube bei Roth ist bereits in alten Akten der Universität Marburg erwähnt und es befindet sich dabei ein genauer Situationsplan, Abbildung der Poch⸗ hämmer, Aufbereitung der Schmelzhütte usw. Nach diesen Akten soll die Grube bereits 1547 fündig gewesen sein.

* Verteilung von Futtermitteln. Die Ver⸗ teilungsstelle für Futtermittel in Darmstadt teilt mit; Die Verteilung der im Inland vorhandenen Kleiebestände ist so⸗ weit vorbereitet, daß den örtlichen Ausführungsstellen(Bür⸗ germeistereiien oder Genossenschaften) in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden kann, welche Menge auf jede Ge⸗

inde fberhaupt entfällt und wieviel davon vorläufig ver⸗ sandt werden kann. Die weitere Ablieferung ist von dem

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fortschreitenden Aus mahlen des Brotgetreides abhängig. Außerdem wird sofortbegonnen, die verfügbaren Men⸗ gen zuckerhaltiger Futtermittel abzuliefern. 8 Vom Roten Kreuz. Der Etappendelegierte hat mit⸗ 35 daß in Liebesgaben für die Lazarette im tappengebiet folgende Gegenstände derzeit dringend er⸗ wünscht seien: Mineralwasser, Margarine, Zigarren, Zigaretten, üse⸗ů, Obst⸗ und Fischkonserven, Dauerwurst, Schokolade, Streichhölzer, Wasch⸗ und Toiletteseife, Bouillonwürfel und Klo⸗ settvanier(Wolle und Rauchtaba ist nicht erforderlich. Rum, Kognak, Rotwein, Bier, Tee, Kakao, Zucker, Kerzen, leichte Hem⸗ den, leichte Unterhosen, Strümpfe, Hosenträger, Taschentücher. Beisteuern hierzu nimmt die Liebesgabensammelstelle des Roten Kreuzes, Alte Klinik, Liebigstraße, entgegen. N

Die vereinigten Posaunenchöre von Gießen und Umgegend werden am Sonntag die in der alten Klinik und dem Katholischen Vereinshaus untergebrachten Verwundeten mit einem Ständchen erfreuen. Die Kavelle spielt von 34 Uhr im Garten des Kathol. Vereinshauses und von 45 Uhr in der alten Klinik in dem von der Gewerbeausstellung vorhandenen Musilpavillon.

Verkauf eingeführter belgischer Pferde. Montag, den 19. d. Mts., vormittags 10 Uhr, findet im Hose des Jagdschlosses Kranichstein eine Versteigerung von 75 aus Belgien eingeführten8jährigen Pferden statt. An dieser Versteigerung können nur bessische Landwirte teilnehmen, welche eine Bescheinigung ihrer Bürgermeisterei beibringen, daß ihnen bei der Mobilmachung Pferde genommen worden sind. Die Ver- steigerung ersolgt gegen Barzahlung ohne jede Rückvergütung.

Landkreis Gießen.

FC. Lich, 15. April. Erbprinz Philipp zu Solms⸗ Hohensolms⸗Lich, ein Neffe der Großherzogin von Hessen, Ordonnanzoffizier bei dem Generalkommando des 38. Reserve⸗Korps, wurde mit dem Eisernen Kreuz dekoriert.

Holzheim, 15. April. Von den hiesigen Schülern wurden auf Anregung der Lehrer über 90 M ark für die 1 der deutschen Schuljugend an den Kaiser ge⸗ tiftet. 5 Bellersheim, 14. April. Nun bat das Vaterland auch hier sein erstes Opfer gesordert. Nachdem man seit Monaten ver geblich auf eine Nachricht über den am 31. Oktober bei Le Quesnoy verwundeten und in französische Gefangenschast geratenen Tele- graphenassistenten Bopp gewartet hatte, traf nun durch Vermitt- lung des Roten Kreuzes die Trauerkunde ein, daß der Verwundete bereits am 16. November in Villers Bretonneux gestorben sei. Aus unserer Gemeinde stehen nun 80 Männer unter den Fahnen.

a. Obbornhosen, 14. April. Dem Richtkanonier Hugo Brettschneider von hier, im Feld- Art.-Rgt. 61, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. a

* Lindenstruth, 13. April. Ein Leichenzug, wie ihn unser Dorf kaum je gesehen, bewegte sich heute zum hiesigen Friedhofe. Galt es doch, unserem langjährigen Bürgermeister Herrn Johannes Scheld die letzte Ehre zu erweisen. 22 Jahre hat er an der Spitze unserer Gemeinde gestanden und es sich immer angelegen sein lassen, das Interesse der Gemeinde zu eu fördern, soviel immer die Mittel der Gemeinde es erlaubten. Dazu war er als Mitkämpfer von 1870/1 im Jahre 1875 der Gründer des hiesigen Kriegervereins geworden und hat seitdem ununterbrochen als 1. Vorsitzender an dessen Spitze ge⸗ standen. Der Kriegerverein erachtete es darum auch für seine Pflicht, seinem verdienstvollen langjährigen Vorsitzenden ein echt militärisches Begräbnis zu bereiten. Dem Leichenzug voran marschierte die Kapelle des Landsturm⸗Ersatzbataillons Gießen und eine Gewehrsektion des Vereins gab die üblichen drei Ehrensalven über dem Grabe ab. Vertreter des Kreisamts, der Kriegerkameradschaft Hassia, der Gemeinde und der Krieger⸗ vereine Lindenstruth und Hattenrod, sowie des Bürgermeistervereins des Kreises Gießen legten Kränze an dem Grabe nieder.

R. Odenhausen, 15. April. Unteroffizier der Reserve Konrad, der den Krieg von Anfang an mitgemacht hat, erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. Da er verwundet in emem Lazarett liegt, so kam die Auszeichnung vom Bataillon hierher an seine Eltern.

Kreis Büdingen.

h. Büdingen, 15. April. Vom Kreisamt wurde die Ausfuhr von Kartoffeln aus dem Kreise durch Pri⸗ vatpersonen verboten.

FC. Büdingen, 15. April. Der Kreis ausschuß beabsichtigt, Kindern unter einem Jahr keine und von ein bis vier Jahren nur halbe Brotkarten zuweisen zu

lassen.

. Kreis Alsfeld.

OStorndorf, 14. April. Reservist Karl Walter von hier ist nach Mitteilungen eines seiner Kameraden verwundet in russische Gefangenschaft geraten.

Kreis Friedberg. Kriegsnöte vor 100 Jahren in der Wetterau und am Main.

Nach der Schlacht bei Leipzig im Oktober 1813 wurde die Wetterau und das untere Maingebiet von Kriegsnöten aller Art in außerordentlich schwerer Weise heimgesucht. Die geschlagene französische Armee durchzog in wilder Flucht das Heimatgebiet; ihr folgten auf dem Fuße die Verbündeten. Vom Oktober bis Ende Dezember waren infolgedessen alle Städte und Dörfer von Soldaten aller Völker und Waffengattungen überfüllt. Welche riesigen Opfer den Gemeinden dadurch aufgebürdet wurden, davon zeugen zahlreiche zeitgenössische amtliche Berichte. Im Amt Niederwöllstadt betrugen die Lasten für gelieferte Pferde, Ochsen, Gespanne, Kleider, Verpfl und Futterartikel 71907 fl.; hiervon entfielen auf die Ortschaf⸗ ten Niederwöllstadt 40 452 fl., Fauerbach 8920 fl., Ossenheim 9784 fl., Bauernheim 9966 fl. und Einartshausen 2272 fl. Das Dorf Assenheim machte während dieser Monate mehr Schulden als im ganzen Kriege zusammen.

Noch schlimmer sah es in der unteren Maingegend aus. Der Amtmann Lex aus Wallau berichtet, daß in Weilbach die Einwohner verhungern müßten, da die Kosaken alles geraubt hätten. In Wicker erlitten die Einwohner, als sie nichts mehr liefern konnten, schwere Mißhandlungen. Dazu wütete in den Dörfern Zeilsheim, Kriftel, Oberliederbach, Hattersheim und Schwanheim das Faulfieber(Flecktyphus) in fürchterlicher Weise und forderte ungezählte Opfer. Die Orte Nied und Griesheim waren von den Einwohnern ver⸗ lassen und existierten nur noch dem Namen nach. Schreck⸗ liche Not herrschte ferner in Münster, Marxheim, Höchst, Hattersheim, Zeilsheim und Medenbach; hier wogte es Tag und Nacht von durchziehenden Völkern, kein Haus blieb un⸗ versehrt, kein Bewohner unberaubt. Die Lasten und das Elend mitten im Winter wuchsen ins Ungemessene. Erst als am 1. Januar die Verbündeten den Rhein überschritten, traten friedlichere Verhältnisse in der Heimat ein. Lange aber noch, bis in unsere Tage, trugen die Gemeinden an den Lasten, die ihnen jene furchtbaren Tage aufgebürdet

hatten. l Starkenburg und Rhrinhessen.

Darmstadt, 15. April. In der igen Stadt⸗ den 5 Henrich der Abschluß der Stadtkasse egt. Es geht daraus her⸗ vor, daß für die Verwaltung ein. Rest von 118 561 Mk. ee ntna von au 8 er⸗ forderlich ist. verzinslich angelegte Ausgleichssonds hat nach

Für das

dieser 2 einen Bespeud won 2 120 466 Mk. Vermögen st ich die auf 9 415 157 Mark, die Ausgabe auf 4 816 000 Mr. so daß ein Kassen vorrat von ungefähr 4600 000 Mr. verbleibt. Erhöhte Ueberschüsse brachten die Gas⸗ werks⸗ und die Wasserwerkskasse, vermehrte Ausgaben die Polizei⸗ kasse, die Krankenhauskasse, die Armenkasse, die Leihamtskasse, besonders große Unterbilanz erzielte die Schlachthofkasse mit etwa 1 77 000 Mk. s Hallenschwimmbad verlangt einen Zuschuß von etwa 68 000 Mr. Für die Beschaffung einer Gedenktafel zu Ehren Bismarcks, am Hause Kasinostraße 2, wo Bismarck in den Jahren 1853 bis 1858, als er Bundestagsgesandter in Frankfurt war, öfter wohnte, werden 300 Mk. bewilligt. Nach lebhafter Aussprache wurde dem Gesuch von Interessenten ent⸗ sprochen, nach welchem während der Dauer des Krieges bei Ueber⸗ nahme städtischer Arbeiten und Lieferungen, soweit nicht städtische Interessen gefährdet erscheinen, von einer Sicherheitslei⸗ stung abzusehen ist und die vor dem Krieg hinterlegten Kau- tionen frei ben werden sollen. In der Aussprache wurde festgestellt, daß durch die Erhöhung der Gehälter der Staats⸗ beamten sich die Gemeindeumlagen im Jahre 1913 um etwa 280 000 Mk. erhöhten. Auf eine Anfrage, betreffend die Herab⸗ setzung der Preise für Mehl, Brot usw., da die neugegründetg Kriegsgetreide⸗Gesellschaft die Herabsetzung der Preise bekannt⸗ gegeben habe, erwidert der Oberbürgermeister, daß sich vor⸗ erst, wegen der hohen Zuschüsse durch die Stadt, eine solche Ermäßigung nicht ermöglichen lasse. Der vorgelegte neue Fahrplan der Dampfstraßenbahn wurde nicht beanstandet. m. Offenbach a. M., 15. April. Die heutige Stadt⸗ verordnetensitzung bewilligte 120000 Mk. für die Erweiterung der Ofenanlagen des Gaswerks, vor allem weil trotz Krieges eine starke Steigerung des Gas- konsums, insbesondere der Automatenbezieher, eingetreten ist. 7 wurde beschlossen, den städtischen Arbeitern für die Dauer des Krieges den Mindestwochenlohn auf 26 Mk. für Verheiratete und 24 Mk. für Ledige zu er⸗ höhen. Im Anschluß an die Wahl der Rechnungsprüfer für die städtische Rechnung pro 1913 teilte der Oberbürger⸗ meister mit, daß auch diese wieder mit einem erfreulichen Ueberschuß abschließt, so daß es auch diesmal nicht nötig 5 sein werde, den Ausgleichsfonds in Anspruch zu nehmen. Das erste Offenbacher Soldatenheim, eine Kriegs⸗ 5 schöpfung, ist gestern eröffnet und seiner Bestimmung a Erholungsaufenthalt für dienende, beurlaubte und ins besondere für genesende Soldaten übergeben worden. 9 h. Vom Main, 15. April. Auf der linken Mainseite bei Klein⸗Ostheim wird ein größeres Gefangenenlager errichtet, das vorerst 2000 Russen Unterkunft gewähren soll. Die Gefangenen werden bei der bevorstehenden Main⸗ kanalisation Beschäftigung finden. 1 ch. Rüdesheim, 15. April. Sein 101. Lebens⸗ jahr konnte der älteste Bürger von Rüdesheim und wohl auch vom ganzen Rheingau, Johann Schrauter voll! enden. Für einen Patrouillenritt mit Bahnsprengung in Feindes! wurde der höchste sächsische Kriegs⸗ orden, das Ritterkreuz des Militär⸗St. Heinrich ordens dem Leutnant der Reserve Fritz Joachim aus Rüdesheim verliehen. Das Eiserne Kreuz wurde ihm schn vor einigen Monaten verliehen. 5

Hessen⸗Nassau. f 177

? Weildurg, 15. April. Im hiesigen Rathaus ist ein

Soldatenheim eingerichtet worden. Dank der freundlichen

Zuwendungen hiesiger Bürger konnte der Raum sehr schön aus⸗ gestattet werden. Er erfreut sich eines zahlreichen Zuspruches.

Amtlicher Wetterbericht. 0 Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 17. April Znnehmende Bewölkung, doch trocken, mild, westliche Winde.

Letzte Nachrichten. 1 Die, deutsche Militärmaschine. 3 Amsterdam, 16. April. DieDaily News schreibt: Die deutsche Militärmaschine hat zwar für einen erfolgreichen Angriff auf der ganzen Front nicht ausgereicht, aber was sie erreicht hat, war genügend, um die Welt von ihrer enormen Macht zu überzeugen, und wenn diese enorme Kraft nur auf die Verteidigung konzentriert wird, steht sie ohne Zweifel einer ihr viel besser entsprechenden Aufgabe gegenüber. Der auf seine Vert

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baren Tatsachen ins Auge zu fassen: das größte Militärwesen der Welt, die höchstorganisierte Volksgemeinschaft und einen so hohen Grad von Kriegsvorbereitung, wie es nur der Kriegsgedanke ge⸗ lernt hat. DieDaily News schließt diese Betrachtung mit der Versicherung, sie betone das nicht, well sie eine düstere Auffassung der Lage habe, im Gegenteil, sie sei überzeugt von dem Enderfolg, 85 3* 14 erkennen, N28 es 9 aller iegenden Kräfte bedürfe, um diesen gewaltigen Fei nicht nur zu überwinden, sondern auch schnell zu besiegen.

Zur Karpathenschlacht.

Kriegspresseguartier, 16. April. Die vierwöchige Schlacht in den Karpathen war, das läßt sich jetzt schon feststellen, das größte und folgenschwerste Ereignis der bisherigen Kämpfe. Es sich in diesen Kämpfen 2 Millionen Streiter gegenübergestanden haben, eine Zahl, die alle bisherigen Streiter⸗ aufgebote der Weltgeschichte weit übertrifft. Bis zu 600 Zügen mit Verwundeten sollen an manchen Tagen in das Innere Ruß⸗ lands abgeschoben worden sein. Aus der Front kommende Offi⸗ ziere von uns schildern die an Begeisterung grenzende Hoch⸗ achtung, welche die russischen Offiziere vor unseren Leistun⸗ gen in den Karpathen haben. Immer wieder werde darauf hingewiesen, daß die harte Friedensschule in Tirol und in Bosnien aus unserer Armee ein Werkzeug geschaffen habe, das trotz der zahlenmäßigen Uebexlegenheit und ungeachtet aller Tapferkeit und Sicken der russischen Truppenmucht nicht zu erreichen sei. Wiederholt stellten die russischen Offtziere die Frage, ob der hoch⸗

4. Tiroler Landsturm in der Front sei, und als man ihnen ba

der sei da schüttelten sie den Kopf und wollten es 8 glanben. uz und gar ging es ihnen nicht ein, wie die 8 n Truppen hier so 1 vorzügliche Leistungen zu vollbringen vermöchten. Sie konnten eben nicht fassen, daß 85 Fleiß seit Monaten in den Karpathen 1 eine Unmenge von rungen gesammelt und verwertet hatte. 8 Englands Werben um Bulgarien. ö 1 f

i. Köln, 16. il. DieKöln. 31g. meldet aus Sofia: Wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahre, ist in der vorigen Woche ier der frühere erste Dragoman bei der englischen Botschaft in onstantinopel, Fitzgmaurice, mit dem Auftrage eingetroffen, u sondieren, ob Bulgarien geneigt ist, bei der Eroberung Kon⸗ antinopels mitzuwirken oder wenigstens einer russischen etzungsarmee zu gestatten, über Bulgarien vorzurücken. Es wird versichert, daß diese neueren Bestrebungen Englands eine über⸗

3 kühle Aufnahme sinden und daß Bulgarien fest ent⸗ f sctossen it, bei seiner Neutralität zu verharren. 5