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für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr.
General⸗Anzeiger für Oberhessen
Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Heschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7.
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Bezugssrets: monatl. 75 Bf., viertel jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel; jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 6. ausw. 20 Pf.— Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun: für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.
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Ein Seppelinangriff auf Englands Nordoftfüfte
n Hauptquartier, 15. April.(WTB.
ö 1 Kriegsschauplatz.
Zwischen Maas und Mo sel kam es gestern nur zu vereinzelten Kämpfen. Bei Marchöville erlitten die Fran⸗ zosen indreimaligemerfolglosen Angriff schwere Verluste. Westlich der Straße Espey⸗Flirey dauerte der Kampf um ein kleines Grabenstück bis in die Nacht hinein 5 1 5 und im Priesterwalde scheiterten französische Angriffe.
Feindliche Abteilungen, die gegen unsere Stellungen nordöstlich von Manonviller rorgingen, wurden von un⸗ seren Sicherungstruppen mit schweren Verlusten zurückge⸗
n.
Südlich des Hartmannsweilerkopfes versuch⸗ ten die Franzosen fünfmal vergeblich, unsere Front zu durchbrechen. Im übrigen fanden in den Vogesen nur Artilleriekämpfe statt.
Oiestlicher Kriegsschauplaß.
Die Lage blieb unverändert, b
Oberste Heeresleitung.
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Wir haben wieder einmal eine kleine Sensation in dem Gleichmaß der letzten Kriegstage zu verzeichnen: ein Zeppe⸗ lin-Luftschiff ist über der englischen Tynemündung in der. Grafschaft Northumberland erschienen und hat einige Städte und Flecken dieses Küstenstriches mit Bomben belegt. Nach den vorausgegangenen Angriffen auf die englische Küste wird jetzt allmählich jeder Bewohner des östlichen Teiles der britischen Insel wissen, daß seine Sicherheit nicht so ganz ungetrübt ist. Es heißt, der Schaden, den das Luftschiff an⸗ gerichtet habe, sei nur gering, und wir dürfen dies glauben. Aber darin liegt der Erfolg dieses letzten Fluges nicht; wir erblicken in ihm nur den neuen Beweis der Fähigkeit unserer Luftflotte, mit den Engländern gelegentlich ein bißchen auf deren ei Boden abzurechnen. Vorläufig werden die deutschen Kräfte für diesen Zweck noch gespart. Der Zeppelin hatte diesmal selbstverständlich in erster Linie eine Erkun⸗
5 U d och in von ihre 9„Siege“ bei Neuve Chapelle, über die jetzt ein län⸗ gerer Bericht des Generals French veröffentlicht wird. Wir finden darin nur bemerkenswert, daß die Engländer an Toten 190 Offiziere und 2337 Mann zählten, an Verwundeten 359 Offiziere und 8174 Mann, an Vermißten 23 Offiziere und 1728 Mann. Die deutschen Verluste sollen in„mehreren tausend feindlicher Leichen“ festgestellt worden sein.„Mehrere Tausend,“ das kli so, als ob der Wunsch der Vater des Gedankens sei. Man lispelt wieder einmal englisch und schwelgt in Ziffern, ähnlich wie Kitchener mit seinem Drei— millionenheer. Im Osten stehen die Ereignisse für Deutschland und seinen Verbündeten günstig. Es ist jetzt Zeit und Stimmung vorhanden, freundschaftlich zu würdigen, was Oesterreich⸗ Ungarn an unserer Seite geleistet hat. Darum liest man einen Aufsatz Karl Leuthners über„Die Kriegsleistung Oesterreich⸗-Ungarns“, der heute im„März“ erschienen ist,
mit angenehmem Interesse. Der Verfasser gibt zu, daß einer solchen fachlichen Würdigung, so lange die Ereignisse noch nicht abgeschlossen sind, enge
Schranken gezogen sind. Uneingeschränkt, so meint er, hat die Kritif e Fachmänner als das Verdienst der österreichisch-ungarischen Armee ausgesprochen, daß sie den ersten furchtbaren Stoß der russischen Angriffsmassen ausgehalten habe Ohne das Wunder des Tannenbergschen Sieges hätte trotzdem die Woge des Verderbens hinüber⸗ gebrandet, aber Tannenberg war nicht möglich, würde nicht die Mehrzahl der russischen Streitkräfte durch die öster⸗ reichisch-ungarischen gebunden worden sein.
Leuthner hebt eine Erscheinung in diesem Weltkriege hervor, auf die in der Tat einmal hingewiesen werden darf:
Es ist nie genug hervorgehoben worden, daß schon mit der Einleitung des Krieges, mit der Mobilmachung, die Kriegsverwal⸗ tungen vollständig über die bisher ausnahmslos herrschendem Wertungen, namentlich über die allgemein gang und gebe Ge⸗ ringschätzung der Neuformationen aus den älteren Jahrgängen achtlos hinwegschritten. Das Volksheer, das wahrhaftige Volk in Waffen stand da, in einer den phantastischsten Voraus⸗ setzungen überbietenden Tatsächlichkeit. Und wie die Auf⸗ bietung, so die erwendung der Kräfte. Landwehr bil⸗ dete die festhaltende Gruppe, die den Vernichtungssieg von
Tannenberg vorbereitete, schlesische Landwehr trug in der Nähe von Lublin über die russische Garde einen Erfolg
davon; Reserve, Ersatzreserve, Landsturm bildeten neue Zehntel des r Heeres, das die Aufmarschschlachten in Südpolen und Galizien gegen die russischen Korps schlug. Bei diesen machte indes im Anfung der Friedensstand weit mehr als die Hälfte oft über zwei Drittel des gesamten Standes aus. Kuro⸗ patkin hat bekanntlich in seiner Rechtfertigungsschrift, unter den Hauptursache der Niederlage die Entsendung von Neuformationen aus Urlaubern aller Art auf den mandschurischen Kriegsschauplatz besonders hervorgehoben. Seine Nachfolger mußten erleben, daß sie ihre schönsten Niederlagen von Tannenberg und Lublin bis zu Nadworna und zur masurischen Winterschlacht, der umfassenden
Mitwirkung solcher Neuformationen im deutschen und österreichisch⸗ ungarischen Heere zu verdanken hatten.
Wenn Leuthner auch als Sozialist seine eigenen Ideale in—— auf das Voltsheer haben mag, so enthält der vor stehende Hinweis doch eine unbestreitbare Tatsache. Er führt
weiter aus, auch Oesterreich-Ungarn habe alle politischen Bedenklichkeiten und kleinlichen Rücksichten beiseite gesetzt, als es um des gemeinsamen Planes len Westgalizien isgab. Leuthner deult dabei an die Verschiebung größerer ile der österreichisch-ungarischen Armee nach dem Norden
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ständig überwunden.
zur Deckung gegen de Anmarsch der Russe schen später wacker mitgewirkt.
Was die heutige deten anlangt, so i merkenswert:
Jedenfalls hat ma erst die Unterschätzung
fPosen und Schlesien gerichteten un, dafür haben ja auch die Deut⸗ ausschlaggebend in den Karpathen
immung im Heere unserer Verbün⸗ Agende Feststellung Leuthners be—
m österreichisch⸗ungarischen Heere wie zu⸗ et die Ueberschätzung der Russen voll- sicheres Anzeichen dessen ist, daß die cht von allen Berichterstattern im öster⸗ ssequartier anerkannte Ueberlegen⸗ tillerie heute ebenso allgemein be⸗ unde des Umschwungs der Meinungen lege ussische Geschützrohr soll sich stärker ver⸗
eichisch⸗ungarische, die Ausstattung der Geschützen soll weit weniger reichlich, ja
nach der Lemberger S reichisch-ungarischen heit der russischen stritten wird. Auf die ich weniger Wert. D braucht haben als das neuen Formationen vielfach dürftig sein. Als vorsichtige Urteile Sachverstän späteren Kriegszeit
geurteiler gibt Leuthner zu, daß die ger in solchen Dingen oft noch in u schwanken und auseinandergehen. „Weniger das,“ so schließt er,„von uns nicht festzustellende Sachverhältnis, als die darüber in dem Heere selbst herr⸗ schende Vorstellung ist entscheidend. Genug, daß wir wieder auch an unsere artilleristische Ueberlegenheit glauben, man muß von seinen seren Erfolgsaussichten durchdrungen sein, wenn es im Angriff vorwärts gehen soll.“
***
griff gegen die Tyne⸗Mündung.
il.(WTB. Amtlich.) Am 14. April abends einen Angriff gegen die Tyne-Mün⸗ Hierbei wurde eine Anzahl Bomben ab⸗ ist unversehrt zurückgekehrt.
ellvertretende Chef des Admiralstabes: (gez.) Behncke.
Berlin, 15 hat ein Marinelufts dung unternommen geworfen. Das Luft
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London, 12 Bureau meldet au schiffes noch folg 8 Uh ichte!
der See wieder um.
Berlin, 16. April. Zu dem Angriff eines deutschen Marine⸗ luftschifsfes gegen die Tyne⸗-Mündung sagt der Berliner „Lokalanzeiger“: Die Reise, die der Zeppelin über eng⸗ lisches Gebiet zurücklegte, war nicht von großer Länge, sie bedrohte aber im äußersten Norden Englands und unfern Schottland in der Grafschaft Northumberland ein durch Kohlenbergbau, Eisen⸗ hämmer, Glashütten usw. reiches Gebiet und machte vor allen Dingen auch darauf aufmerksam, daß der für den englischen Handel so außerordentlich wichtige Tyne-Fluß mit Southshields und New⸗ castle mit seinen Eisenwerken, Fabriken und Schiffswerften, dessen Hafen einer der bedeutendsten Englands ist, vor deutschen Bomben. nicht sicher ist. Dieser Zeppelinflug hat bewiesen, daß die großen Schiffsbauwerkstätten am Tyne jederzeit von unseren Luftschiffen bedroht werden können. Für die englische Flotte dürfte dies eine höchst unangenehme Entdeckung sein.
Die drei Millionen Kitcheners.
Berlin, 16. April. Nach der„Deutschen Tageszeitung“ bringt die„Guerre Mondiale“ Betrachtungen eines Fach- mannes über das Dreimillionenheer Kitche⸗ ners, die darauf hinauslaufen, England werde die ge— wünschten drei Millionen lediglich mit der allgemeinen Wehrpflicht erreichen, sonst nicht.
London, 15. April.(WTB. Nichtamtlich.)„Times“ melden: Wie verlautet werden demnächst alle waffen— fähigen Staatsbeamten aufgefordert werden, in die Armee einzutreten.
Die Verluste der englischen Armee. London, 15. April.(WTB. Nichtamtlich.) Im Un⸗ terhause erklärte Unterstaatssekretärxr Tennant, die Gesamtverluste der Armee bis zum 11. April be⸗ trügen 139347 Mann.
Der amtliche französische Bericht.
Paris, 15. April. Amtlicher Kriegsbericht von heute nachmittag: Bei La Boiselles zerstörte unsere schwere Artillerie vollkommen die Schützengräben und Unterstände des Feindes In Ovillers in den Argonnen bei Fontaines-aux⸗Char⸗ mes spielte sich eine rein örtliche Aktion von Schützengraben zu Schützengraben zu unserem Vorteil ab. Unser Uebergewicht über den Feind bestätigt sich immer mehr in diesem Abschnitt. In Epar⸗ ges beschoß der Feind unsere Stellung, griff aber nicht an. Im Walde von Ailly brachten uns unsere letzten Fortschritte in den Besitz eines Teiles des deutschen Hauptschützengrabens und nörd lich dieses Grabens eines Geländestreifens von 100 Meter Länge und 100 Meter Tiefe. Bei der Straße Essey-Flirey(im Walde von Mont⸗Mare) ist der von uns eroberte neue Schützengraben immer noch in unserem Besitz. Bei Fey-en⸗Haye Beschießung ohne Gegenangriff. Im Priesterwalde behaupteten wir gestern, nachdem wir am 13. April einen Teil der feindlichen Linie erobert hatten, unseren Gewinn und brachten einen Gegenangriff zum Stehen. Im Elsaß nördlich von Lauch rückten wir um 1 Meter in der Rich— tung des Schnepfenriethkopfes südwestlich Metzerol vor.
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 15. April.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 15. April 1915. In Westgalizien schei⸗ terte bei Ciezkowice an der Bialla in den Morggenftunden des 14. April ein Vorstoß der Russen. 5
Auf den Höhen beiderseits Wysockows am Stryjgrif⸗ fen stürkere russische Kräfte die Stellungen unserer Truppen an. Nach heftigem Kampfe wurde der Gegner geworfen, im Gegenangriff eine wichtigge Höhe gewonnen und be⸗ setzt; drei Offiziere und 661 Mann gefangen.
Im übrigen an der Karpathenfront nur Geschützkampf. In vielen Abschnitten Ruhe.
In Südostgalizien und in der Bukowina keine Ereignisse. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs. v. Höfer, Feldmarschalleutnant. l
Ein Stimmungsbild aus den Karpathen.
Berlin, 16. April. Daß in England auf Grund der im Karpathenraume zurückgedrängten russischen Angriffsbewegung sich eine flaue Stimmung bemerkbar macht, hebt Major Moraht im „Berl. Tabl.“ hervor.— Der nach dem Kriegsschauplatz in den Karpathen entsandte Spezialberichterstatter schreibt: In den östlichen Karpathen erschien ein russischer Parla⸗ mentär vor den österreichisch-ungarischen Stellungen und ver⸗ langte, zum Erzherzog Joseph geführt zu werden. Man geleitete ihn mit verbundenen Augen durch die Linien. Er überbrachte dem Erzherzog als Ostergeschenk des russischen Kommandanten Eier und Hasen. In dem Begleitschreiben drückte der Komman⸗ dant dem Erzherzog mit schmeichelhaften Worten die Anerkennung des Heldenmutes und der Standhaftigkeit seiner Truppen aus und schlug ihm einen dreitägigen Waffenstillstand vor, damit das Osterfest auf beiden Seiten ungestört begungen werden könne. Die Antwort des österreichisch⸗ungarischen 1— war in gleich höflichem und ritterlichem Tone gehalten, der Erz⸗ herzog lehnte aber einen Waffenstillstand ab. Darauf setzte am nächsten Tage der Generalsturm der Russen ein. Seine Furchtbar⸗ keit bedeutet den Höhepunkt der bisherigen Kämpfe in diesem Abschnitt.— Derselbe Berichterstatter schreibt: Ein ungarischer Augenzeuge erzählte mir, daß die Russen haufenweise mit dem Schreckensruf„Germani! Germani!“ davonliefen, als sie un⸗ vermutet die ersten Pickelhauben erblickten. Als dieser Augenzeuge nach dem Grunde des Schreckens fragte, antworteten die Ge⸗ fangenen:„Die Deutschen loshauen so grob auf uns!“ Die Kämpfe im Kaukasus.
Petersburg, 15. April.(WTB. Nichtamtlich.) Der Generalstab der Kaukasus armee meldet: In der Rich⸗ tung auf Tschorok und die Küste dauern die Kämpfe an. Auf den übrigen Kampfplätzen keine Veränderung.
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*** Der Seekrieg. ö
London, 15. April.(WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter mele den, daß der englische Dampfer„Armigan“ bei dem Leuchtschift Noord Hinder torpediert worden ist. Elf Mann von der 22 Mann starken Besatzung sind gerettet worden.
Lon do n, 15. April.(WTB. Nichtamtlich.) Acht Fischdampfer aus Grimsbh mit je zehn bis zwölf Mann Besatzung sind stark überfällig. Sie wurden aber noch nicht amtlich für verloren erklärt.
Berlin, 15. April.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Voss. Ztg.“ meldet aus Hamburg: Einer Meldung des„Hamburger Fremden⸗ blattes“ zufolge ist der 4835 Tonnen große 5 Dampfer „Clan Murray“ von der Clanlinie seit dem 11. April über⸗ fällig. Man fürchtet, daß er an der französischen Küste tor⸗ pediert worden ist, doch liegt eine Bestätigung dieses Gerüchtes noch nicht vor.
„Kronprinz Wilhelm“.
London, 15. April.(WTB Nichtamtlich.) Der Marine⸗ mitarbeiter der„Times“ schreibt: Es steht außer Frage, daß der „Kronprinz Wilhelm“ interniert wird, da ein Teil der Beschädigungen des Schiffes von kriegerischen Unternehmungen her⸗ rührt, die nicht ausgebessert werden dürfen. Die britischen Ses⸗ leute, die auf dem„Kronprinz Wilhelm“ gefangen gehalten worden waren, erklärten, daß sie nach ihrer Freilassung heimkehren wür⸗ den, um gegen die Deutschen zu kämpfen, trotzdem sie das schrift⸗ liche Versprechen abgegeben hätten, am Kriege nicht teilzunehmen. Sie sagten, das Versprechen sei unter einem Zwang gegeben wor⸗ den und hätte deshalb keine Gültigkeit.
Warum die deutschen Kriegsschiffe britische Seeleute nicht retten konnten.
Berlin, 15. April.(WTB. Nichtamtlich.) In dem ver⸗ öfsentlichten Notenwechsel über die Behandlung unserer in Ge⸗ fangenschaft geratenen U-Boots⸗-Besatzungen weist die britische Re⸗ gierung darauf hin, daß während des gegenwärtigen Krieges über 1000 Offiziere und Mannschaften der deutschen Marine von bri⸗ tischen Kriegsschiffen auf See gerettet worden seien, während in keinem Falle nur ein Offizieroder Mann der bri⸗ tischen Kriegsmarine von den Deutschen geret⸗ tet worden sei. Demgegenüber wird von zuständiger Stelle fol⸗ gendes festgestellt: In den Fällen, in welchen britische Kriegs schiffse von deutschen U-Booten versenkt wurden, stand die Ret⸗ tung der englischen Besatzung naturgemäß außer Frage, da die Unterseebvote hierzu außerstande waren. Im Gefecht bei Helgo⸗ land am 28. August und bei den Vorstößen gegen die englische Küste am 2. November und 16. Dezember wurden Torpedoboote vernichtet, aber die britische Regierung kann diese Fälle nicht wohl im Auge haben, da sie den Verlust von Fahrzeugen bestreitet. Im Gefecht bei der Doggerbank am 24. Januar gingen zwar der englische Schlachtkreuzer„Tiger“ und einige englische Tor⸗ vedoboote unter, aber auch diese kann die britische Regierung nicht meinen, da sie amtlich erklärte, alle Schiffe, die an der Schlacht beteiligt waren, seien zurückgekehrt. Am 20. September wurde der englische Kreuzer„Pegasus“ in dem englischen Hafen San⸗ sibar durch den kleinen Kreuzer„Königsberg“ vernichtet. Die„Kö⸗ nigsberg befand sich hierbei außerhalb des Hafens und konnte selbst⸗
verständlich nicht zur Rettung der Besatzung in den feindlichen Hafen 153
Sreitag, 16. April 05
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