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Rosa Luxemb: umfasse. uns glauben, so hieß es in dem Manisest, daß das Proletariat durchaus nicht einverstanden ist mit den klärungen eines idemann und eines Heine. Das Mani⸗ berief sich auf die unabhängige Arbeiterpartei in England und die russische Sozialdemokratie und sagt, von der Hal⸗ tung der sozialistischen. in Frankreich, England und Belgien hängt für uns die Möglichkeit einer Aktion gegen den Krieg ab. 55 5 5 Der„Vorwärts“ äußert sich heute zu der Mittei⸗ lung: Er sagt, der Aufruf findet sich in deutscher Sprache bereits in dem Berner Parteiorgan. Er trägt dort keinerlei AUnterschriften. Auch die„Humanité“ bezeichnet die Genossen Liebknecht, Ledebour usw. nicht als Verfasser, sondern die Humanits“ nimmt nur an, daß der Aufruf aus den Krei⸗ sen der Minderheit stammt. Die„Berner Tagwacht“ stellt übrigens ausdrücklich fest, daß die genannten Genossen nicht an dem Aufruf beteiligt sind, lehnt es aber ab, die Ur⸗ heberschaft des Aufrufs näher mitzuteilen.
Für den Mittelstand. Um die wiederholt beklagte Schwierigkeit, für den Mittelstand während der Kriegs- zeit ausreichenden Kredit zu beschasfen, zu beheben, hat der Reichskanzler eine Besprechung im engeren Kreise für wünschenswert erachtet und demgemäß eine Reihe von Reichstagsabgeordneten zu einer Beratung einge⸗ laden, die Mitte Mai stattsinden soll. Die betreffenden Par⸗ lamentarier sind: Dr. Arendt, Bartschat, Becker(Arnsberg), Behrens, Dr. Böttger, Giesberts, Irl, Malkewitz, von Richt- hofen, Weinhausen, Dr. Werner⸗ Gießen.
Berlin, 12. April. Im Auftrage des preußischen Kul⸗ tusministeriums ist durch den Ausschuß für das Kaiserliche Voltsliederbuch ein Kriegslieder buch für das deutsche 5 1914/15 zusammengestellt worden, von dem durch das Kriegsministerium bereits 500 000 Exemplare an die Trup⸗ pen in Ost und West versandt worden sind.
Berlin, 12. April.(WTB. Amtlich.) Der„Reichs⸗ anzeiger“ meldet: Der bisherige Gesandte in Mexiko, Kontreadmiral von Hintze, ist zum außerordentlichen Ge⸗ sandten und bevollmächtigten Minister bei der chinesischen Republik ernannt worden.
Schönhausen, 12. April.(WTB. Nichtamtlich) Zu der
estrigen Gedächtnisfeier im Geburtsorte Bismarcks fanden sich
5 die preußischen Staatsminister Dr. Beseler, Dr. Sydow, Dr. Lentze, Dr. Frhr. v Schorlemer und Staatssekretäx Lisco, sowie der Prä⸗ sident des Evangelischen Oberkirchenrats D. Dryander ein. Die Feier fand in der alten, schlichten Dorfkirche statt. Nach gemein⸗ samem Gesang und der Liturgie hielt Generalsuperintendent Stolte die dem Gedächtnis Bismarcks gewidmete? edigt.
m Saale waren Bilder von dem zu errichtenden Schönhauser ismarckturm ausgestellt.
Aus Stadt und Cand. Gießen, 13. April 1915.
Kriegsbeschädigten⸗Fürsorge in Hessen, Hessen⸗Nassau und Waldeck. N In Frankfurt a. M. hat sich im Anschluß an den Mittel⸗ deutschen Arbeitsnachweisverband ein Hauptausschuß für die Kriegsbeschädigten⸗Fürsorge gebildet, der wäh⸗ rend und nach der Heilbehandlung durch die Militärverwaltung die soziale Fürsorge für Kriegsbeschädigte und Kriegs⸗ invalide über will. Die Tätigkeit des Ausschusses ist in erster Linie auf Erhaltung des Kriegsbeschädigten in seinem Be⸗ rufe und in seiner Heimat gerichtet und umfaßt die Berufs⸗ beratung, Stellen vermittlung und erforderlichenfalls Berufsum⸗ bildung aller Kriegsteilnehmer, die infolge Verwundung oder Verletzung voraussichtlich als dienstuntauglich aus den Lazaretten entlassen werden oder bereits entlassen sind, und zwar aller Dienst⸗ grade und aller Berufe.. l Diese Ziele sucht der Ausschuß zu erreichen: durch Einrich⸗ tung einer hauptamtlich geleiteten Geschäftsstelle, durch Förde⸗ rung der Bildung von örtlichen Ausschüssen für Kriegs⸗ beschädigte, soweit solche noch nicht bestehen, im Anschluß an die gecigneten Arbeitsämter und Bereitstellung von Mitteln für diese, durch planmäßige Förderung aller Einrichtungen, die die allge⸗ meine und fachliche Weiterbildung sowie Umbi Kriegsbeschä⸗ digter im Auge haben, durch eine im weitesten Maße einsetzeude Aufklärung der Beschädigten selbst, der Arbeitgeber und der esamten Bevölkerung über Wesen und Bedeutung der Kriegs⸗ keschädi 2 mit dem Ziel, die Kriegsbeschädigten in der Gesamtheit des Volkes und des Wirtschaftslebens als gleichberech⸗ 5 Glieder aufgehen und nicht als Gegenstand des Mitleids cheinen zu lassen, durch Einwirkung auf örden und Private, bestimmte, besonders für Krie⸗ sbeschädigte geeignete Stellen offen zu halten und endlich durch usgabe eines besonderen Stel⸗ lenanzeigers für Kriegsbeschädigte als Beiblatt des weimal wöchentlich erscheinenden Vakanzenblattes des Mittel- eut 5 1 7 1 8 e zur Durchführung diefer Aufgaben gebildeten noch zu bildenden örtlichen Ausschüsse behandeln alle in Be⸗ tracht kommenden Fälle in Verbindung mit den Lazaretten, den Bezirkskommandos, erfahrenen Aerzten, den Spezialanstalten für die Heilbehandlung und Fachleuten der verschiedenen Berufe rein iwiduell und suchen die vorhandenen Arbeitsmöglichkeiten durch engste Fühlungnahme mit der Geschäftsstelle des Hauptausschus⸗
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ses, mit Arbeitgebern und den Organisationen der Arbeits- und] k
Stellenpermittlungen auszuschöpfen. Der Hauptausschuß wird im Falle der Uebernahme der Kriegsbeschädigten⸗Fürsorge durch das Reich, die Bundesstaaten oder die 1 die für die Ueberleitung in die neue Organisation notwendigen Schritte in die leiten. g
Der Ausschuß, der sich, wie wir damals bereits mitteilten, am 17. März 1915 konstituiert hat, setzt sich zusammen aus den Lan⸗ desdirettionen und Provinzialdirektionen zu Kassel, Wiesbaden, Darmstadt. Gießen und Arolsen, den Landes rungsanstalten für das Großherzogtum Hessen und für die Provinz Hessen⸗Nassau, den Organtsationen des Roten Kreuzes, der Orts⸗ krankenkasse Frankfurt a. N., Vertretern der Landwirtschaft, des Handwerks, des Handels, der Arbeitgeber, der Arbeiterschaft, der 3 e und des Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverban⸗ des. Der Ausschuß erstreckt seine Tätigkeit auf alle im Großherzog⸗ tum Hessen, in der Provinz Hessen Nassan und im Fürstentum Waldeck befindlichen Lazarettinsassen sowie auch auf diejenigen, die aus anderen Gegenden in den genannten Bezirk entlassen wer⸗ den. Nach Möglichkeit wird versucht, soweit Organisationen in Bundesstaaten oder Landesteilen bestehen, engste Fühlungnahme mit ihnen herzustellen.
N 2 und— Mit⸗ wirkung eines 8, der zunächst wöchentli imal Sprech⸗ stunden abhält. Die vorbereitenden Schritte zur Bildung von be⸗ sonderen Ausbildungskursen in Verbindung mit der Gewerbeschurle in Frankfurt a M., sowie der Einrichtung einer Einarmigen⸗ schule nach Heidelberger Vorbild sind unternommen. Die Inan⸗ spruchnahme ist für alle Interessenten vollständig kostenlos. *
f Ehre
0 5(Aus Hessen und den Nachbargebieten. Grenadier Herm. Erbe, 3. 2— aus Hirsch⸗ — Vizeseldw. der Res. Diplom-Ing. Franz K ayser aus 5 ischoĩs heim. Res. Karl Obhlen macher, Rambach bei Wiesbaden.— Res. Oeinr. Wagner, Res.⸗Jns⸗Nigt. 88, aus
gen für die Zeit vom 16. bis En
versiche⸗/ daß
Kreuz 2. Klasse stud. med. Curt Hramer, II. Schneeschuhbat. 2. Komp., aus Gießen ver⸗
liehen. * Für unsere Flieger und U-Boots⸗ besatzungen hat sich in Berlin eine Kriegshilfs⸗
kasse gebildet, in deren Ehrenausschuß u. a. Staats⸗
minister v. Ewald und Wirkl. Geh. Rat Römheld⸗Darm⸗ stadt vertreten sind. Das unter dem Protektorat des Prin⸗ zen Heinrich von Preußen stehende Unternehmen sagt in seinem Aufruf:„Es gibt Truppenteile, die ganz be⸗ sondere Gefahren umlauern. Das sind unsere Flie⸗ . und Luftschiffer, das sind die Besatzungen unserer
nterseeboote. Auf neuen, vorher noch nie erprobt 1 Kriegsschauplätzen zeigt sich die wunderbare
eberlegenheit deutschen Geistes und deutschen Willens. Nicht auch des deutschen Mutes. Denn in der Betätigung ihres Mutes bleiben sich freilich unsere Heldentruppen alle gleich! Jenen jedoch, denen lorbeerumkränzter Tod bei Tag Gefährte und bei Nacht Schlafgenosse ist, den Fliegern, Luftschiffern und Besatzungen der Unterseeboote, jenen, die nach bereits geleisteten Ruhmestaten ohne Beispiel nun vor Aufgaben von nie erhörter Tragweite stehen: jenen sei durch ganz besondere Fürsorge ganz besonders gedankt, daß ihrer Hinterbliebenen und ihrer im Dienste verwun⸗ deten oder verunglückten Kameraden die Liebestätig⸗ keit privater, Für sor ge sich in so reichlicher Weise annimmt, daß wenigstens materielle Zutkunftssorge fern bleibt den tapferen Herzen.“— Der Aufruf wendet sich dann an die erprobte Opferwilligkeit des deutschen Volkes und erbittet Spenden an die Darmstädter Bank in Berlin und Darmstadt und deren sämtliche Zweigstellen abführen zu wollen.
Gärtenverpachtung durch die Stadt. Am Mittwoch, den 22. April, läßt die Stadt am Wißmarer Weg eingefriedigte und mit Gartenhäuschen versehene Gärten in der Größe von etwa 300 Quadratmetern auf die Dauer von sechs Jahren meistbietend verpachten. Die Verpachtung fin- det, wie aus einer Bekanntmachung in vorliegender Nummer hervorgeht, an Ort und Stelle statt.
* Städtischer Schlachthof. Die Schlachtungen im 1. Vierteljahr d. J. stellen sich wie folgt: Ochsen 286(im gleichen Zeitraum des Vorjahres 271) Bullen 60(58), Kühe 341(177, Rinder 490(290), Kälber 1638(1441), Schafe 491(244), Schweine 3863(2952), Ziegen und Lämmer 13(9), Pferde 26(34). Die starke Zunahme ist in der Hauptsache auf den Mehrbedarf in Fleischnahrung für die gegenüber der Friedenszeit weit stärkere Garnison und auf den für das Gefangenenlager zurück⸗ zuführen. Ferner ist bei der Zeit der Schlachtungen zu berück⸗ sichtigen, daß das Durchschnittsgewicht der geschlachteten Tiere im abgelaufenen Vierteljahr von Monat zu Monat stark zurückgegangen ist. Bei Großvieh beträgt dieser Rückgang
dem Ergebnis des Schlachtgewichts 10—15 Prozent, bei Schweinen sogar bis 20 Prozent.
* Die Auszahlung der R
5 April findet am 16., 17.,
19. und 20. April, vormittags 8—1 Uhr, im Stadthaus, Zimmer
Nr. 16, statt.(Siehe Bekanntmachung in vorliegender Nummer.) Landkreis Gießen.
Wieseck, 12. April. Dem Landwehrmann Landwirt Hein⸗ rich Werner von hier wurde vom Großherzog die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.
Rodheim bei Hungen, 10. April. Tot aufgefun⸗ den wurde heute morgen mitten auf der Straße Steinheim⸗ Unterwiddersheim der in den dreißiger Jahren stehende Grubenarbeiter Diehlmann von hier. Nachts um 1 Uhr war er ausgefahren, um sich nach der Heimat zu begeben. An der Rodheimer Straße fand man Stock und Laterne. Am selbigen Tage wurde eines seiner 4 Kinder konfirmiert.
18 Kreis Büdingen.
Berstadt, 11. April. Lehrer Jäger wurde zum Leutnant der Landwehr im Landw.-Inf.⸗Regt. 87 befördert. Starkenburg und Rheinhessen.
m. Offenbach a. M., 12. April. An einer wegen der Kanalisationsneubauten eingerichteten Notweiche auf der Bieberer Straße in Offenbach gab es am Sonntag nachmittag einen Stra- ßenbahnunfall, der leicht hätte verhängnisvoll werden kön⸗ nen. Ein Straßenbahnzug der Fr ubacher Linie 16 sprang an der Weiche aus den Gleisen über die Bordstelle auf den Bürgersteig, zog in diesen eine breite Trümmerfurche, riß ein großes Stück der Sandstei i eines Hauses ab, fuhr in die herabgelassenen eisernen Rolläden eines großen Spezerei⸗ warengeschäfts, zertrümmerte die Schaufenster und blieb dann erst . Die Stirnwand des Motorwagens wurde ebenfalls be⸗
ädigt.
Langen, 13. April. Die feierliche Beisetzung des nach kurzem Krankenlager im besten Mannesalter allzufrüh verschiedenen Bürger meisters Metzger von hier fand gestern unter überaus großer Beteiligung von aus allen Gegenden herbeigeeilten Leidtragenden statt. Außer den staatlichen Behörden war besonders die Bürgermeister⸗ vereinigung von Hessen, deren verdienter Vorsitzen⸗ der er war, stark vertreten. Auch die Kirchen- und landwirt⸗ schaftlichen Behörden, insbesondere auch die Landwirtschafts⸗ ammer, sowie industrielle Kreise hatten ihre Vertreter ge⸗ sandt, die teils durch prachtvolle Kranzspenden, teils durch marm empfundene Ansprachen der Verehrung Ausdruck gaben, deren sich der Verblichene erfreute. Er hatte es ver⸗ standen, mit großer Menschen- und Sachkenntnis und weit⸗ schauendem Blick, vorzüglichem Organisationstalent und un⸗ ermüdlicher Arbeitskraft in die schwierigen Verhältnisse Langens in unparteiischstex Weise Ordnung zu bringen, so es heute zu einer der besten Landgemeinden Hessens zählen darf.
d. Flörsheim, 13. April. An der Fähre zwischen Flörs⸗ heim und Raunheim wurde am Montag vormittag eine weibliche Leiche aus dem Wasser gezogen, der beide Beine ab⸗ geschnitten waren. Es handelt sich um einen Lustmord. Die(Er- mittlungen haben bis jetzt zu keinem Ergebnis geführt.
ch. Bingen, 12. April. Der Rhein ist abermals sehr stark gestiegen. In den letzten 24 Stunden betrug die Zu⸗ nahme des Wasserstandes rund 0,40 Meter. Im Rheingau und auf der linken Rheinseite hat sich das Wasser schon über weite Strecken tiefer gelegenen Landes ergossen. Da am Oberrhein das Wasser noch in die Höhe geht, ist auch für den Mittelrhein noch weiteres Steigen des Wasserstandes zu erwarten. Der Schiffs⸗ verkehr wird die sehr starfe Strömung behindert.
0 4 Hessen⸗Nassau.
h. Frankfurt a. M., 13. April. Der bekannte Neuro⸗ loge Professor Dr. Ludwig Edinger feiert heute seinen 60. Geburtstag. Edinger, ein geborner Wormser, stu⸗ dierte in Heidelberg, Straßburg und Gießen und war später als Assistent in Straßburg und dann als Privatdozent in Gießen tätig Seit 1883 wirkt er in Frankfurt, zuerst als praktischer Arzt, dann— 1904— als Direktor des Neuro- logischen Instituts der Senckenbergischen Gesellschaft. Bei der Eröffnung der Universität übernahm Edinger den Lehr⸗ stuhl für Neurologie, 1 5 das erste derartige Ordina⸗ riat auf deutschen Universitäten. Als Forscher und Arzt auf neurologischem Gebiet gilt Edinger als hervorragende Auto— rität.
h. Niederselters, 12. April. Auf freier Strecke ent⸗
Hermannstein.— Landw.-Unteross. Viktor Stütze l, Inf.⸗Agt. 1310, aus Dill— Kriegsfreiw. stud. jur. 58 5 bring aus
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leiste heute vormittag in der Nähe der hiesigen Station die Waschtee eines Güterzuges, wodurch das Hauptgleis der Strecke
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Fraufsurt Linrburg mehrere Stunbengesperrt wurde. Außer dem Materialschaden an etlichen Wagen hatte die Ent⸗ gleisung leine Folgen.
Provinzial⸗Ausschuß der Provinz Oberhessen.
Kz. Gießen, 10. April 1915. Ansinnen des Großherzoglichen Kreis⸗ rats des Kreises Friedberg vom 30. April 1914 an die bürgerliche Gemeinde Kaichen, auf Einstellung der auf den Pfarrbesoldungs⸗ grun dstücken der evangelischen Pfarrei Kai⸗ chen ruhenden, von der evangelischen Kirche Kaichen zu tragenden, Gemeindeumlagen in den Gemeindevoranschlag—
Zum Zwecke der grundsätzlichen Durchführung eines für die kirchliche Vermögensverwaltung äußerst wichtigen Ver⸗ waltungsstreitverfahrens wurde von dem Großh. Kreisrat des Kreises Friedberg das Ansinnen gestellt, das vom Pro- vinzialausschuß heute verhandelt wurde. Nach eingehender mündlicher Aussprache seitens der Parteien in der rechtlich interessanten Verwaltungsstreitsache kam der Provinzial⸗ ausschuß schließlich zu folgender Entscheidung: Die Be— rufung des evangelischen Kirchenvorstandes zu Kaichen gegen die Entscheidung des Kreisausschusses des Kreises Friedberg vom 12. Oktober 1914 wird für begründet erklärt. Das angefochtene Erkenntnis wird aufgehoben und die Ge⸗ meinde Kaichen verurteilt, dem Ansinnen des Großh. Kreis- rats des Kreises Friedberg vom 30. April 1914 entsprechend, in den Gemeindevoranschlag für das Rechnungsjahr 1918 noch 153 Mk. und in denjenigen für 1914 noch 145 Mk. nach⸗ träglich einzustellen. Die Kosten des Verfahrens werden der Gemeinde Kaichen zur Last gesetzt. Den Wert des Streit⸗ gegenstands setzt der Provinzialausschuß auf 2908 Mit. fest. g
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Gerichtssaal.
Deutschfeindliches Treiben in Elsaß⸗Lothringen.
Straßburg(Els.), 12. April.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die„Straßburger Post“ meldet: In Colmar wurde wegen deutschseindlichen Verhaltens der Notar Gambs von Gebweiler, der Unteroffizier der Reserve war, vom Kriegsgericht zu zwei Monaten Gefängnis und Degradation verurteilt. a
Straßburg(El.), 12. April.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die„Straßb. Post“ meldet aus Mülhausen: Wegen ver⸗ 25 suchten Kriegsverrats verurteilte das Kommandantur⸗ gericht Mülhausen den Amtsrichter Acker aus Sennheim zu drei Jahren Zuchthaus. Acker, der während der An- wesenheit der Franzosen in Sennheim eine anscheinend noch nicht ganz aufgeklärte, nach seiner Angabe unfreiwillige Automobilfahrt 5 in Begleitung französischer Offiziere nach Belfort unternommen 1 hatte, hatte sich schon vor dem 2 durch deutschseindliches Be⸗ nehmen bemerkbar gemacht. Auffallend war auch, daß eine von den Franzosen mitgebrachte„schwarze Liste“ am Tage nach der
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erwähnten Fahrt nach Belsort in bereinigter Form zur Wirkung kam. In der Verhandlung, in der diese Tatsachen zur Sprache kamen, wurde dem Angeklagten vornehmlich nachgewiesen, daß er kurz nach dem Abzug der Franzosen und vor dem Einzug der Deutschen eine Familie, die in Sennheim als deutschfreundlich galt, und der man— mit Unrecht— die Aufstellung einer Liste der 1 2 Unzuverlässigen“ nachsagte, vor seinen Richterstuhl zitierte und sie 5 dort durch die Drohung, er werde sie durch eine französische Patrouille verhaften lassen, von ihrem angeblichen Vorhaben ab⸗ zubringen versuchte. Das Gericht erblickte in diesem Verhalten eine versuchte Vorschubleistung im Interesse der seindlichen Macht, die wegen der Anstellung des Angeklagten als deutscher Richter streng zu besltraien sei.
BVriefkasten der Redaktion.
C. 6. Ohne Abänderung der geltenden Bestimmungen, die 1 aber laum erfolgen dürste, nicht. 1
Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 14. April 1915 Wolkig, teilweise geringe Niederschläge, nordöstliche Winde. 5
Letzte Nachrichten. 5
Zum Untergang des„u 29“. 5 Berlin, 13. April. Der„Berliner Morgenpost“ wird aus Wil shaven berichtet: Ueber den Untergang des zu 29“ sind bisher Einzelheiten hier noch nicht bekannt geworden. 5 Wenn auch die Meldung der Basler Nachrichten, wonach„U 29“ in der Irischen See einen feindlichen Kreuzer zum Sin⸗ ken gebracht haben soll und dann von mehreren englischen 1 Kriegsschiffen vernichtet worden sei, bisher keine amtliche Be⸗ stätigung erfahren hat, so gilt diese Meldung doch für glaub⸗ würdig. Dann wäre auch das rätselhafte Schweigen der eng⸗ 1 lischen Admiralität zu erklären. Sollte sich die Meldung bewahr⸗ beiten, dann wäre die Zahl der von Kapitänleutnant Weddigen vernichteten englischen Kriegsschiffe auf 5 angewachsen. 8
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Ein parlamentarischer Abend in Straßburg. 5 Straßburg, 13. April.(WTB. Nichtamltich. Der Kar⸗ 3 serliche Statthalter und die Gräfin v. Roedern ver⸗ anstalteten gestern einen parlamentarischen Abend zu Ehren der Ersten Kammer des Landtages, zu dem wiederum die Mitglieder 45 der Regierung erschienen waren. In seiner Begrüßungsansprache betonte der Kaiserliche Statthalter, daß für uns jetzt nicht von Frieden, sondern nur von Kampf und Sieg die Rede sein könne. Der Statthalter sprach sodann von dem englischerseits von langer Hand vorbereiteten Ueberfall auf 5 das gewerbefleißige deutsche Volk und wies darauf hin, daß an dem technischen wie sittlichen Hochstand unseres Heeres ein über⸗ ragender Anteil unserem Kaiser gebühre. Der Redner schloß mit einem Hoch auf Seine Majestät.— Der Präsident der Ersten Kammer, Geh. Medizinalrat Dr. Hocffel, dankte für die in⸗ ladung und sagte u. a.: Daß auch unser engeres Vaterland das Seinige getan hat und tut, werde wohl das unparteitsche Urteil nicht bestreiten können. Wohl ist uns von schweren Ver⸗ gehen an der deutschen Sache Kunde geworden. Da und dort haben einzelne versagt, da und dort hat es Unwürdige gegeben, aber ich glaube mich nicht zu optimistisch auszusprechen, wenn ich sage, daß diese dem Kern des Landes der Seele des Volkes nicht angehören. Die überwältigende Mehrheit unseres Volkes ist heute erfüllt von dem Gedanlen der Pflicht, die ihr erwachsen ist, für das Vaterland zu lernen, für das deutsche Vater⸗ land zu arbeiten. Der Redner schloß mit einem Hoch auf die liebenswüdigen Gastgeber. Venizelos geht nach Amerika. Kopenhagen, 13. April. Der„Daily Telegraph“ melden aus Athen: Venizelos äußerte in einer Unterredung die Ab⸗ sicht, Griechenland bestimmt zu verlassen und sich wahrscheinlich nach Amerika zu begeben. Er würde weiter für seine Politik eingetreten sein und die jetzige Regierung und den König bekämpft haben, wenn er nicht Grund hätte, für sein Leben zu fürchten.(1)
Für Rheumatiker und Neuralgieleidende. Kann seit langen Jahren zum ersten Male 0 8 wieder gehen. 3 Herr Heinrich, München, schreibt:„Da ich schon seit mehreren 5 7 fürchterliche Schmerzen in meinem Knie hatte und alle ürztliche g Bil die ich bis jetzt gebrauchte, vergebens war, wandte ich mich noch
in meiner Verzweiflung an Togal⸗ Tabletten. Nach dem Gebrauch 1 non ca. 3 Tagen waren die Schmerzen vollständig weg und seit 4 Wochen 5
empfinde ich nicht den geringsten Schmerz und kann jetzt wieder lausen, während ich früher nicht mehr wußte, wie ich vom Platze kommen sollte.“ Aehnliche Erfahrungen und noch überxaschendere i andere, welche Togal nicht nur bei heumatis⸗ mus, sondern auch bei Kopsschmerzen, Hexenschuß. Ischias, Schmerzen 1 in den Gelenten, sowie bei Influenza gebrauchten. Togal löst die Harnsüure, das verheerende Selbstgift. wodurch ebenso rasche wie 4
anbaltende Erfolge erzielt werden. Alle Avotheten führen Togal. Tabletten. Beß.: Aeid. acet. salie. Chinin Me. LI. 18756 * 3
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