6 assen, sondern war, 0 ti igen Betrachtungen über den Gang der Dinge a gemeinen und den seines Sprößlings im besonderen stellte, eben damit beschäftigt, mit großem Gebrumm und — Armeschlenkern für die nächste Schlacht„Flieger“ en. Beim Mittagessen hatte sich dann der Vater wieder soweit von 5 3 erholt, daß er dem Männe den Ernst der Situation klar machen konnte.„Männe,“ hat er begonnen und mit mehr Eifer als Erfolg hochdeutsch ge⸗ sprochen,„nu baß emal uff, was ich zu sage hab! Von morge ab biste kaa Kind mehr, dann sage mer net mehr Männe, dann sage mer Karl.— Halt de Gawwel net so schepp, nachher stichste eim e Aag as!— De Schul is davor da, um was ze lerne, damit mer später was kann. Jetz heert das Spiele aach uff, jetz wird fleißig gewese!— Frau, geww mer noch emal de Gellerive!— Un ich hoff“, daß ich immer e schee Zeugnis ze seh bekomm. Dann gibts aach ebbes in die Sparbüchs!“ Am Abend 11 i510 5 2 Karl einer Reini⸗ gung unterzogen, die in ihrer Art viel Symbolisches hatte, und heute morgen ist Karl, früher Männe, zum ersten Male zur Schule gegangen. Ohne Zwischenfälle gings dabei nicht ab. Es erwies sich, daß an der neuen Trikothose die Ku zu lose saßen, der verschwundene, zu politischen Zwecken mißbrauchte Griffelkasten mußte gesucht werden, wobei Männe den Harmlosen spielte, und was dergleichen FJwischenfälle mehr waren. Kurz vor acht erreichte die 5 Mutter aber mit dem neuen Bildungsbeflissenen noch zeitig die Stätte seiner künftigen Wirksamkeit, eine Schar von Schicksalsgenossen trennte ihn vom mütterlichen Rockzipfel, der Lehrer machte die Türe zu— und die Schule hatte ihn. So und ähnlich ist's. 5 wieder einmal mit gar vielen gegangen; noch mehrere aber wird der Vater nicht ben ermahnen können, weil er der Heimat fern ist. lopfenden Herzens sind auch die neuen Schüler der höheren Lehranstalten zum erstenmal durch die Schulpforten ge⸗ treten, um zu beweisen, daß sie schon etwas gelernt haben und für die Sexta genügend Rüstzeug mitbringen. So hat denn überall ein neues Kriegsschuljahr begonnen, und die Wü sche der Jugend nach Siegesnachrichten, die einen schul— reien Tag verlohnen, steigen wieder erheblich im Kurse. *
n Amtliche Personal nachrichten. Der Groß⸗ herzog am 10. April die Lehramtsassessoren Heinrich Fal⸗ ler aus Mühlheim a. M. und Hans Herrberg aus Mainz zu 4 berlehrern, den Lehramtsassessor Dr. Wilhelm Riedel aus 2 1 zum Oberlehrer an der Schillerschule zu Friedberg— fläͤmtlich mit Wirkung vom 16. April 1915 ernannt.— Entlassen wurden am 7. April der Kreisamtsgehilfe Wilhelm Bechtold 1— Gießen mit Wirkung vom 1. April d. J. an auf sein Nach⸗ suchen aus dem Staatsdienst; am 10. April der Kreisamtsgehilfe Ludwig Müllmerstadt zu Offenbach auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienst.— Der Großherzog hat ferner am 10. April den Kreisamtsgehilfen Heinrich Decher zu Alzey auf sein Nach⸗ suchen unter Anerkennung seiner treuen Dienste in den Ruhestand versetzt, und den Bureauassistenten bei dem Oberversicherungsamt Ludwig Kraus und die Bureaugehilfen Otto Reichwein aus Alsfeld und Georg Ewald aus Weckesheim zu Kreisamtsgehilfen ernannt.— Ernannt wurde am 6. März d. J. die Gefangen⸗ würterin am Propinzialarresthaus in Mainz Margarete May zur Gefangenaufseherin an dieser Anstalt.
* Brotersatz für Personen, die angestrengt arbeiten müssen und mit ihrer Ration nicht voll auskommen, emp⸗ fiehlt ein Leser in folgender Zuschrift:„Ueber die Unzu⸗ U ihrer Brotration haben sich wiederholt Arbeiter beklagt, die in industriellen Betrieben angestrengt arbeiten, müssen, Es sei daher auf folgende Ersaßzmahlzeiten, die billig und rasch herzustellen sind und sich dazu als recht nahrhaft erwiesen haben, hingewiesen. In einem Pflasterer⸗ g Talat bringen sich die Arbeiter morgens eine Portion kalten, am Abend vorher angerichteten Kartoffel- salat mit, den sie gewärmt als Frühstück verzehren. In * Steinbruch, wo den Arbeitern ein Herd zur Verfügung „braten sich diese zum Frühstück in einem Pfännchen oder gequellte in Stücke geschnittene Kartoffeln in peck und Zwiebeln und schlagen ein Ei dazu. Dieses Essen, in einer Viertelstunde gar, ist auf der Rabenau unter dem Namen„Fettgerafftes“ von jeher im Gebrauch ge⸗ wesen, hält wider und bildet einen guten Ersatz für Brot.“
* Ein„Karpathengedicht“, Aus Rocanka⸗ Wieczna(Kaxpathen), den 27. März 1915, erhalten wir fol⸗ gende Zuschrift aus der Mitte unserer braven„Bischweiler“: In einer der letzten Nummern des Gießener Sonntagsblatts, ich auch hier bei uns in den Karpathen— wo es leider keine eihbibliotheken gibt— großer Beliebtheit erfreut, befand sich auf der 4. Seite eine hübsche Erinnerung an das alte, allerdings jetzt ur noch wenig gesungene Lied, dessen Kehrreim lautet:„Und in Karpathen sind die Wege verschneit.“ Dies regte uns, die eit Monatsfrist als eine Art Höhlenbewohner hier in den
enbergen ein ödes, nur durch öftere Russenangriffe unter⸗
s Jammexr⸗Dasein führen, an, gemeinschaftlich— unter rung von viel Gehirnschmalz und unter Hingabe unserer gan⸗ „uns zur Verfügung stehenden Dichteritis— das nachfolgende n in die Welt zu setzen. Vielleicht haben Sie die Liebens⸗ igkeit, dieses Karpathenerzeugnis in Ihrem geschätzten Blatte b. cken, gleichzeitig bemerkend, daß auch die 4. Kompagnie seres Regiments ttotz vieler Strapazen gesonnen ist, durchzu⸗ ten„bis aufs Messer!“! Das hübsche Schneegedicht selbst lautet:
Und in den Karpathen sind die Wege verschneit!“
Man sagt allerdings:„Nur der, Winterszeit“.
Im Sommer soll's etwas anders sein,
Behauptet der hiesige Verkehrsverein.
„Und in den Karparthen sind die Wege verschneit!“ Und die Wege sind scheußlich und gar so weit; Und die Russen— dieses freche Geschmeiß,
Macht einem dabei noch die Hölle heiß.
„Und in den Karvpathen sind die Wege verschneit!“ * glaube sast nicht mehr an Sommerszeit,
enn während in Deutschland man ackert und pflanzt Wird hier metertief im Schnee geschanzt.
„Und in den Karpathen sind die Wege verschneit“! Vielleicht— daß im Schnee auch Frucht gedeiht, Gedüngt mit deutschem Blute, so rot. Das walte Gott. Dies eine ist not! .* im Soldaten⸗ . April wieder einsal im 5 für 5 Ku m⸗
t. Tief
7
echen⸗ Leiche wurde hierher
ö die ur⸗ wüchsige Versöhnungsgeschichte Karl Ettlingers. Einen großen Genuß bot schließlich—5 die nde e Franciscus auf den Wogen schreitend, von Liszt, die Herrn Kummer noch⸗ mals Gelegenheit bot, seine brillante Technik zu zeigen. Prof Haupt richtete in einer herzlichen und dankbar aufgenommenen Ansprache an die Feldgrauen die Bitte, in Zukunft dem Soldaten heim noch mehr Freundschaft und An⸗ bänglichkeit entgegen zu bringen. Den Abschluß bil⸗ deten z Lieder, die Frau Lerch sang. Leider gestattete die Zeit die stürmisch verlangte Zugabe nicht. Alles in allem war der Mittag ein voller Erfolg, mit dem die Leitung des Heims und die Mitwirkenden zufrieden sein können.
Eine Unglücks tat ereignete sich gestern morgen gegen 8 Uhr auf der Liebigshöhe vor dem Gefangenenlager. Der 23 jährige Ersatzreservist Julius Klip 1 21. aus Hungen, ein beschränkter und dazu reizbarer Mensch, der als garnisondienstfähig dem hiesigen Landsturm⸗Ersatzbataillon zugeteilt worden war, lebte mit seinen Kameraden nicht auf dem besten Fuße, weil er sich von ihnen zurückgesetzt glaubte. Gestern morgen kam es auf einem Dienstgange zwischen ihm und dem Landsturmmann Sauerwein aus Zeithardt, Kreis Darmstadt, durch Klippsteins Schuld zu einer Aus⸗ einandersetzung. Klippstein, der schon durch mehrere vorher- gehende Reibereien mit anderen Leuten erregt war, riß das Bajonett vom Gewehr und stach im Zorn Sauerwein in die Brust. Der Getroffene war fast augenblicklich eine Leiche. Der Tote war verheiratet und Vater zweier Kinder. Das Unglück stellt sich als eine traurige Augenblickstat dar. Andere Auffassungen, die man gestern in der Stadt hören konnte, entbehren jeder Grundlage.— Das Konzert der Landsturmkapelle auf dem Landgraf-Philipp⸗Platz wurde wegen des bedauerlichen Vorfalles abgesagt.
* Kindestötung. Gestern wurde in den Kläran⸗ lagen die Leiche eines neugeborenen Kindes weib⸗ lichen Geschlechts aufgefunden. Mitteilungen, die zur Ermitt⸗ lung der Schuldigen dienen können, nimmt die Kriminal- abteilung des Großh. Polizeiamtes entgegen.
** Auskunft über Gefangene. Die„Nordd. Allg. Zeitung“ schreibt: In der letzten Zeit sind von seiten der Ange⸗ hörigen von als gefangen oder vermißt gemeldeten deutschen Kriegern vielfach Anfragen an„Services de l' Assistance publique“ (Zentral verwaltung der Armenpflege) des französischen Departe⸗ ments Creuse dahingehend gerichtet worden, ob sich ihre Söhne usw. unter den im Lager von Ajain untergebrachten deutschen Kriegsgefangenen befinden. Durch eine neutrale Macht ist jetzt darauf hingewiesen worden, daß im 3 Lager keine deutschen Militärgefangenen, sondern ausschließlich Zivilgefangene interniert worden sind. Bei dieser Gelegenheit sei exneut darauf aufmerksam gemacht, daß alle Anfragen wegen gefangen oder ver⸗ mißt gemeldeter deutscher Krieger an das Zentralnachweis⸗ bureau des Kriegsministeriums oder an das Rote Kreuz zu richten sind. N
Französisches„Staatseigentum“ im
Westerwald. Die Beschlagnahme deutschen Eigentums in Frankreich während des Krieges lenkt die Blicke auf einen Fleck im hohen Westerwald, an den sich historische Exinne— rungen knüpfen. Bei Höchstenbach im Oberwesterwaldkreise erlag am 19. September 1790 der französische General Marceau der Kugel eines Tiroler Scharfschützen. Napo⸗ leon III. ließ dem General hier ein Denkmal errichten und die Stätte quadratförmig n Das Denkmal trägt die Inschrift:„Hier wurde am 19. September 1790 der französische Feldherr Marceau verwundet. Er starb, be⸗ weint von Soldaten, geachtet von Freund und Feind. Deut⸗ sches Volk! Dieses einem edlen Toten gesetzte Denkmal wird deinem Schutze empfohlen; schätze es, wie es deine Väter geschätzt haben.“ n Auf zum Turnen. Uns wird geschrieben: Mit dem Schlusse des Schuljahres ist für manchen Knaben die schöne Zeit vorbei, in der er mit gleichalterigen Schulkameraden die freie Zeit beim Spiel verbringen konnte. Jetzt kommen die Lehrjahre, in denen der weitaus größte Teil des Tages in der Werkstatt, der Fabrik, der Schreibstube oder im Laden zugebracht werden muß. In dieser Zeit, die mit der Entwicklung des menschlichen Körpers so eng verbunden ist, ist es doppelt wichtig, daß die jungen Leute nach der meist einseitigen Berufstätigkeit die Feierabendstunden ihrer Gesundheit dienlich ausnützen. Es ist deshalb eine Pflicht der Eltern und Lehrherrn, dahin zu wirken, daß ihre Pflege⸗ befohlenen durch körperliche Uebung ihre Kräfte und Gesundheit sich erhalten und stählen. Mögen alle den Satz beherzigen, dessen Richtigkeit schon im Altertum anerkannt worden ist:„Nur in einem gesunden Körper kann ein gesunder Geist wohnen“. Die Gelegenheit, Körper und Geist zu stählen, bietet sich heute in allen der Deutschen Turnerschaft angehörenden Turn vereinen, die es übernommen haben, junge Leute im Alter von 14 bis 18 Jahren als Zöglinge auszubilden und sie so einmal an Zucht und Ordnung zu gewöhnen, zum andern aber auch den gefähr⸗ lichen Lockungen schlechter Gesellschaft zu entziehen. Wir empfehlen daher den jungen Leuten sehr den Eintritt in die Deutschen Turn⸗ vereine.(Siehe Anzeige des Männer⸗ Turnvereins im Anzeigenteil.)
* Zur Hebung der Fischzucht mahnt in vater⸗ ländischem Interesse der Deutsche Fischereiverein. Er schreibt der Presse: 1
„Wie alles freiliegende Land im Kriegsjahre zur Nah⸗ rungsmittelerzeugung ausgenutzt ist, so müssen auch alle Gewässer, die irgend einen Ertrag an Fischfleisch ab⸗ werfen können, in diesem Frühjahre besetzt werden. Dop⸗ pelter Nutzen wird damit gestiftet: Einerseits werden Nah⸗ rungsmittel erzeugt, andererseits wird das sonst sehr ge⸗ fährdete Fortbestehen vieler Fischzuchtanstalten und Teich⸗ wirtschaften gesichert. Die Fischzüchter haben in früheren Jahren beliebige Mengen Fischfutter zur Verfügung gehabt und durften daher mehr Fische in ihre Teiche einsetzen, als diese natürlich, d. i. durch die kleinen Wassertiere, ernähren können. In diesem Jahre werden jedoch aus Mangel an E viele Teichwirte nur diejenigen Fische selbst
ehalten können, die in ihren Teichen genug natürliche Nah⸗ rung finden, alle übrigen müssen sie verkaufen. Es ist daher ein starkes Angebot in Jungfischen vorhanden. Hiervon muß im vaterländischen Interesse unbedingt Gebrauch ge⸗ macht werden von jedem, der über ein irgendwie nutzbares Gewässer verfügt, insbesondere sollten es sich alle Gemeinden ausnahmslos angelegen sein lassen, Ortsteiche mit Karpfen und Schleien oder den sonst geeigneten Fischen zu besetzen. Damit dies sachgemäß geschieht, wende man sich an die Be⸗ zirks⸗ und Provinzial oder Landesfischereivereine um Be⸗ ratung. Falls die Adresse der nächsten Beratungsstelle un⸗ bekannt ist, erteilt der Deutsche Fischerei⸗Verein, Berlin W. 10, Königin⸗Augusta-Straße 21, Auskunft. Landkreis Gießen. ee ee
B. Großen- Buseck, 11. April. Wieder hat der Krieg ein Opier aus unserer Gemeinde gefordert. Der Landwehrmann Wilh. Bellof, der seit Ansang des Krieges in Frankreich stand, wurde am zweiten Osterseiertage so schwer verletzt, daß ihm im geld lazarett ein Bein amputiert werden mußte. Er wurde ins Lazarett nach Bruchsal gebracht, wo er seinen Wunden erlegen ist. Die
überführt und unter großer Betelligung heute zu Grabe getragen. Bell of hinterläßt eine Witwe mit vier un mündigen Kindern. 0
m. Hungen, 11. April. Am heutigen Konfirmations- sest waren 15 fnaben und 16 Mädchen betetligt. Zur Erinnerung an ihren Ehrentag erhielten die Konfirmanden von der Prinzessin
8 F e 5* N. e„. 5
Solns-Braumels ein schönes, Aber 400 Seilen slarte s n dach 18 bu h„„Pilgerbrot“, mit eigenhändiger Widmung. 1 2 Kreis Lauterbach. 8 f a r. Lauterbach, 9. April. Gestern nachmittag geriet
[der Arbeiter Steuernagel von hier in der Lauterbacher
Blechwarenfabrik in eine Transmission. Infolge der er—
haltenen Verletzungen ist er bald darauf gestorben.
= Lauterbach, 11. April. Das Eiserne Kreuz e rster Klasse wurde dem Rittmeister Lutz Riedesel, Freiherrn zr Eisenbach, verliehen. Er ist der zweite Sohn des Oberstallmeisters Exzellenz Moritz Riedesel und gehört dem hessischen Dragoner Regiment Nr. 24 an, ist aber seit Beginn des Krieges als Adjutaut der 25. Reserve-Insanterie⸗Division beigegeben.
3 Starkenburg und Rheinhessen. 5
A Darmstadt, 12. April. Im Hostheater sand gestern abend eine stark besuchte Bis marckfeier statt, bei der Geh. Kirchenrat Prof. D. Eck-Gießen die Festrede hielt.— Gegen das Kuchenbacken ist auch unsere Polizei in entsprechender Weise vorgegangen. So wurde in einer Anzahl Familien in der 1 Altstadt, dem Martinsviertel ꝛc. nach Kuchen geforscht und ver- anlaßt, daß eine Anzahl der Kuchen beschlagnahmt wurde.
Kreis Wetzlar.
w Wetzlar, 11. April. Das in der Nähe gelegene Berg⸗ werk„Falkenstein“ soll Donnerstag, den 27. Mat, am hie⸗ sigen Amtsgericht zwangsweise versteigert werden. Das Bergwerkseigentum ist auf Eisen⸗Manganerze verliehen worden.
Aus dem Kreise Wetzlar, 11. April. In den höher gelegenen Gemarkungen ist die Frühjahrs- Aussaat vollauf im Gange. Wenn es auch an Arbeitskrästen 8 sind nicht weniger Feldbestellungen als sonst vorgesehen. Die Nachfrage nach Saatqut ist groß. Der Zentner Saathafer kostet 17—18 Mark, Saatgerste sogar 25—27 Mark. Die Winterselder stehen aus⸗ gezeichnet, ebenfalls die Obstbäume, so daß Aussichten anf eine gute Ernte vorhanden sind.
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l Hebssen⸗Nassan. 5 3 m. Kirchhain, 11 April. Leutnant Fritz Leonhän⸗ ser von hier hat das Eiserne Kr 1 5 erhalten. Hiermit haben die sämtlichen im Felde stehenden drei Söhne des hiesigen Leh⸗ rers Leonhäuser diese hohe Auszeichnung erworben.— Durch 8 die Regenfälle dieser Woche sind Klein, Wohra und Ohm über die Üfer getreten und haben große Wiesenflächen über⸗ schwemmt. 1 XGelnhausen, 10. April. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten versammlung ein Be⸗ trag von 6000 Mk. bewilligt für die Vornahme weiterer Boh⸗ rungen nach heilkräftigen Quellen in der Gemar⸗ kung Gelnhausen auf dem Eigentum der Badegesellschaft. 155 X Schlüchtern, 10. April. Der Kreistag des Kreises Schlüchtern hat den Kreishaushaltsetat für 1715/16 ge⸗ nehmigt und auf den Betrag von 219 500 Mk. in Einnahme und Ausgabe festgestellt, ferner der Aufnahme einer weiteren Anleige
zur Deckung der Kriegs-Familienunterstützungen im Betrage bis zu 200 000 Mk. zugestinzmt.
Amtlicher Wetterbericht. 12 Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 13. April 1915: Wolkig, etwas wärmer, meist trocken, wechselnde Winde. 0
Letzte Nachrichten. 0
Das Friedensübereinkommen des Dreiverbandes..
Genf, 12 April. Im französischen Parla- mentsausschuß für auswärtige Angelegenheiten wurde die Frage aufgeworfen, ob das einen gemeinsamen Friedensschluß voraussehende Uebereinkommen des 1—— 5—— 1 i u der Be war die Mitteilung iger 14 12550 daß jede 5 berechtigt sein soll, für eigene Rechnung Friedensverhandlungen anzubahnen, mit der Verpflichtung, vor deren Abschluß die Zustimmung der beiden anderen Mächte einzuholen. Delcasse wird zum ge- eigneten Zeitpunkt antworten.*
Erfolglosigkeit der russischen Offensive. 9 Wien, 12. April. Dem„Neuen Wiener Journal“ wird aus Rotterdam gemeldet: Russische amtliche Berichte und nicht minder Petersburger Meldungen Londoner Blätter scheinen die öffentliche Meinung darauf vorzubereiten, daß die große russische Offensive gänzlich erfolglos bleiben wird. Darauf läßt schließen, daß in den letzten Nachrichten mit Nachdruck betont wird, daß die deutschen und österreichischen Truppen unerwartet große Verstärkungen erhalten hätten und die russischen Kräfte aus diesem Grunde, abgesehen von den durch die Witterungsverhältnisse geschaffenen Hindernisse mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Der gestrige Petersburger Be⸗ richt der„Times“ sagt, daß Hindenburg seine ostpreußischen Ope⸗ rationen infolge des anhaltenden Tauwetters nicht fortsetze und deshalb einen großen Teil seiner Truppen nach den Karpathen warf, während die österreichisch⸗ungarischen Armeen vorzüglich vor⸗ bereitete und ausgebildete Landsturmtruppen herangezogen hätten, um dem Vordringen der russischen Massen Halt zu gebieten. Der „Matin“ bringt einen ähnlichen Bericht und bemerkt zum Schluß. daß die Russen doch wohl gezwungen sein werden, ihren Vormarsch endgültig aufzugeben. ö g Scheitern neuer Landungsversuche an den Dardanellen. 5 Genf, 12. April. Nach einer Privatmeldung schei⸗ terten auch die neuesten Versuche der Verbündeten, vor den Dardanellen eine überraschende Landung ihrer Marineinfanterie vorzunehmen, an der Wachsamkeit der ottomanischen Truppen, die ein starkes feindliches Detache-⸗ ment schleunigst zum Rückzug zwangen. 8 Die englisch⸗französischen Truppen auf Lemnos. 0 Rom, 12. April. Nach einer Athener Depesche des„Mat- tino“ befinden sich die auf Lemnos zurückgebliebenen eng⸗ lisch⸗französischen Truppen in einer traurigen Verfassung. Sie seien nicht nur ganz schlecht ausgerüstet, son⸗ dern auch völlig entmutigt. Die Bewaffnung des aus allen mög⸗ lichen Rassen und Völkern zusammengesetzten Korps bestehe zum Teil aus Gewehren ältester Modelle. Die Zahl der bei dem Darda ⸗ nellenangriff beschädigten Schiffe betrage, wie dasselbe Blatt meldet, 12, von denen 8 für jede weitere Aktion unbrauchbar seien. Drei Panzerschiffe sowie mehrere Torpedoschiffe wurden zur Reparatur nach Malta grschickt.
Roosevelt reist nach China.
Stockholm, 12. April. Laut einer Meldung des „RNietsch“ wird der frühere amerikanische Präsident Roose⸗ velt in China erwartet, wo man in seinem Besuch eine Bekräftigung der amerikanisch-chinesischen Freundschaft er⸗
blickt. Heuschreckenplage in Aegunten.
London, 11. April.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Morning Post“ meldet aus Kairo: In 3 herrscht eine Heu⸗ schreckenplage, die trotz aller Vorkehrungen zunimmt. Die Baumwollernte ist in Gefahr, vernichtet zu werden. Aus Syrien kommt die Nachricht, daß die Heuschrecken die Felder
ischen Jerusalem und El Arisch zerstörten und daß die Nomaden 2 albinsel Sinai nach Aegypten flüchten.
Was Ihr am Brote spart, gebt Ihr dem Vaterland.
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