Ausgabe 
(8.4.1915) 82. Erstes Blatt
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u nennen, und zum Lolnle für Tapferkeit im Felde Artilleriekorps erneut i gen. 0 Ernst Ludwig.

Laut Mitteilung der Großh. General-Adjutantur folgen die Ausführungs⸗Bestimmungen erst nach beendetem Feldzug. Justizpersonalien. Der Großherzog hat am 31. März ds. Is. den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Beerfelden Ludwig Stenz auf Nachsuchen in den Ruhestand versetzt, dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lauterbach Hermann Deibel. dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Butzbach Richard Plirt, dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Plichelstadt Heinrich Reitz, dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Offenbach Josef Schül und dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Herbstein Gustav Wahl den Charalter als Amtsgerichtsrat und dem Landgerichtssekretär am Landgericht der Provinz Oberhessen Philipp Weidemann den Charakter als Justizrat erteilt. 5 Vom Lazarettzug0 3, Großherzogin von Hessen,, Nach beendigter Desinfektion und Ausbesserung in der Eifenbahnwerkstätte zu Frankfurt a. M. wurde der Vereins! arettzug 0 3Großherzogin von Hessen im Güterbahnhof Frankfurt⸗Süd eingestellt. Er nahm die inzwischen gereinigte Wäsche auf, ergänzte seine Vorräte und durfte wiederum Liebesgaben empfangen. Auf den in der Nacht vom 22. auf 23. März ergangenen Befehl zur zweiten Ausreise nach dem Westen wurde die Abfahrt von der Linienkommandantur für Dienstag, den 23. März, nach⸗ mittags 1,16 Uhr, angeordnet. In flotter Fahrt über Gießen, Köln, Herbesthal erreichte der Zug schon am 24. März, vormittags ge 11 Uhr, die französisch-bel⸗ gische Grenze, wurde indessen nach der Abstellstation zurück⸗ geleitet, dann am 26. nach dem Etappenort vorgezogen. Kurz nach der Ankunft wurde der Zug vom Großherzog besichtigt. Während des Aufenthalts im Etappengebiet konn⸗ ten die mitgeführten Liebesgaben besonders in den dortigen Krankensammelstellen und Lazaretten verteilt wer⸗ den. Aus den Kriegslazaretten des Etappenortes wurden am Nachmittag des 29. März 80, zum Teil Schwerver⸗ wundete, und 177 Kranke unter Einschluß von 16 Offizieren und Offizierstellvertretern, insgesamt 257 Mann, in den ug aufgenommen, davon 142 gehfähig, 115 bettlägerig. m 6 Uhr abends wurde die Heimfahrt nach dem Bezirk der Linienkommandantur Mainz angetreten, nach 24stün⸗ diger Fahrt Oestrich⸗Winkel, der erste Ausladeort, erreicht. Hier wurden 25, an demselben Abend im benachbarten Eltville 44, in Biebrich 80 und am Vormittag des 31. März in Wiesbaden, wo der Zug übernachtet hatte, 108 Mann aus⸗ geladen. Dann erfolgte die Ueberleitung des 03 nach armstadt, wo er gegen 12 Uhr mittags un Hauptbahnhof

einfuhr und zur Reinigung, Ausbesserung und Vorbereitung für die nächste Fahrt in der Hauptwerkstätte abgestellt

»Sanitätshunde. Es besteht, wie man uns mit⸗ teilt, die Absicht, die Sammlung für die Beschaffung von Sanitätshunden in der Kürze zu schließen. Wer dieser Sammlung etwa noch eine Gabe zugedacht hat, möge seine Spende vor dem 15. d. Mis. einer der bekannten Sammel- stellen zuführen.

* Paketeinsammlung durch die Post. Es ist noch nicht genügend bekannt, daß die Post abzusen⸗ dende Pakete auf Bestellung aus den Wohnungen ab⸗ holen läßt. Man nur ein offenes Schreiben, eine Karte oder einen mit den Worten:Paket abzu⸗ holen bei(Name und Wohnung unfrankiert in den n en Briefkasten zu werfen oder einem Briefträger mit⸗

Auch kann die Bestellung auf Abholung von

dem Postamt durch Fernsprecher mitgeteilt wer⸗ den. Hierauf wird die bei der nächsten Paket⸗ bestellfahrt gegen eine Gebühr von 10 Pfg. vom Hause des Absenders abgeholt. Das Verfahren 1 einfach und bequem und besonders solchen Personen zu empfehlen, denen ein Dienstbote nicht zur ng t.

H. B.Balsers Ernst ist gefallen. Unter diesem Titel hat der zum Pfarrer der Matthäus gemeinde in Gießen ernannte Pfarrer Gustav Mahr, jetzt noch zuim Verlage derDeutschen Landbuchhand⸗ lung zu Berlin eine kleine Schrift erscheinen lassen, die man allen denen in die Hand geben möchte, die um einen auf dem Feld der Ehre Gefallenen trauern. Das Schriftchen unterscheidet sich vorteilhaft von so vielen erbaulichen Schrif⸗ ten, die der Krieg veranlaßt Bi 8e den großen Wirk⸗ lichkeitssinn, der es erfüllt. ahr bietet uns seine Aus⸗ einandersetzungen in Form eines Gespräches zwischen einem oberhessischen Landmann und dessen Seelsorger. Wie unser Landvolk denkt über Gottes Gerechtigkeit, über Gottes Fü⸗ gungen, namentlich über die Frage, über die die Scharf⸗ fanigsten aller Zeiten gegrübelt haben, über die Frage, warum müssen wir so viel leiden?, das ist hier meister⸗

ft wiedergegeben. Aber meisterhaft ist auch dargestellt, wie der christliche Glaube in alle diese Fragen hinein⸗ leuchtet und dem verwundeten Herzen Trost und Aufrich⸗

tung bringt. Es fehlt dem gedankenvollen Schriftchen ganz und gar der pathetische Ton, es fehlt ihm auch die soge⸗ nannteSprache Kanaans, die so viele abstößt, die sonst

im Herzen religiös empfinden; alles ist in die

Form gekleidet. Aber wie der gebeugte Vater, der, als

sein Sohn im Kampfe für das Heimatland gefallen ist,

sich mit schweren Gedanken martert, wieder langsam zum

Frieden kommt, das zu lesen, wird jedem eine Aufrichtung

sein, dem die Menschenschicksale dieser großen aber 55

harten Zeit das Herz bewegen.

Landkreis Gießen. 8. April. Dem Landwehrmann Maurermeister 116 wurde die hessische

. Wieseck, 9 Heinrich Oswald vom Inf.⸗Regt. Tapferkeitsmedaille verliehen.

85.. Kreis Schotten.

h. Schotten, 7. April. Zur Verforgung der minderbemit⸗ telten Bevölkerung mit Kartoffeln hat das Kreisamt die Landwirte und sonstigen Besitzer von Kartoffelvorräten angewiesen, die überschüssigen Kartoffeln vom 20. April zur sofortigen Lieferung bereit zu halten. Die Verkäufer erhalten die für den Ort geltenden Höchstpreise und je nach dem Tage der Ab⸗ lieferung eine besondere Aufbewahrungsgebühr, die zwischen einer und vier Mark für den Zentner sich bewegt. Falls die Besitzer sich dem freiwilligen Verkauf entziehen, soll die Enteignung der Vor⸗ räte vorgenommen werden. 3 8 Laubach 7. April. Eine schöne Ostersendung ging

von hier an das Dialonissenhaus in Königsberg ab. Auf Anregung der Handarbeitslehrerin Scriba und unter ihrer Leituig haben die Schülerinnen der hiesigen Mädchen und Hand⸗ arbeitsschule vollständige Einkleidung für 3040 Kinder ost⸗ preußischer Flüchtlinge Mädchen und Knaben vom 1. bis 8. Lebensjahr angefertigt. Die Kosten des dazu nötigen Materials

wurden durch freiwillige Geldspenden gedeckt. Gegen kleines Ent⸗ gelt konnten die mit großem Fleiß gearbeiteten Ausstattungsst ücke

besichtigt werden; dabei gingen 26 Mk. für das Rote Kreuz ein. 3 Aus dem Vogelsberg, 7. Avril. Eine so späte

Obstbaumblüte, sie dieser Frühling bringt, gehört zu

den Ausnahmen. Dadurch wird aber für unsere Gegenden die Be⸗ einer guten Obsternte gegeben. Je später bei uns die Blüte,

1 die Aussichten auf ein reiches Obstjahr. Im vorigen

el die 88. 2 Opfer. i Blütenzeiten brachen um diese Zeit die Kirsch⸗

auf. Gegenwärtig stecken alle Blütenknospen noch in den

schlichteste] der

en. Dazu ist der Ansatz der Tragknospen sehr reich. Wird

die Blütezeit schön und einmal muß ja doch das R

egenwetter aufhõ

ren, dann steht eine reiche Obsternte zu erwarten. Starkenburg und Rheinhessen.

ch. Bingen, 7. April. Der Verkehr im Hafen von Bingen stellte sich im Laufe des Monats Februar 1915 auf 326 Fahrzeuge mit 13 493 Tonnen Gütern, gegen 354 Fahrzeuge mit 9787 Tonnen Gütern im Vormonat. Während also gegen den Monat Januar eine erhebliche Zunahme des Güterverkehrs zu verzeichnen war, mußte infolge des Krieges gegen das Vorjahr eine Abnahme festgestellt werden und zwar um 222 Fahrzeuge und 1110 Tonnen Güter.

Kreis Wetzlar.

) Aus dem Kreise Wetzlar, 7. April. Der Schaf⸗ zucht scheint man im hiesigen Kreise erhöhtes Interesse zuzu⸗ wenden. Die Wolle ist im Preise gewaltig gestiegen und auch das Fleisch ist eine begehrte Ware. Der milde Winter ist für die Jung- tiere recht günstig gewesen, so daß diese rasch und gesund auf- gewachsen find. Trotzdem stehen sie recht hoch im Preise. Ein Schaf mit Lamm kostet immerhin 5060 Mk. und ein Jungschaf je nach Alter und Größe 10 20 Mt. 5

Hessen⸗Nassau.

n. Allendorf auf der Ulm, 7. April. Dienstag nachmittag wurde der 71jährige Schuhmacher Troß, Veteran von 1866, 1870 und 71 unter großer Beteiligung beerdigt. Landsturm⸗ leute aus Wetzlar waren zur letzten Ehrenbezeugung am Grabe erschienen.

h. Bad Homburg v. d. H., 7. April. 18 hiesige Kauf⸗ leute und Händler und 10 hiesige Bäckermeister standen heute wegen nicht rechtzeitiger Anmeldung ihrer Mehlvor⸗ räte vor dem Schöffengericht als Angeklagte. Alle machten gel⸗ tend, daß die betreffenden Bekanntmachungen in Homburg zuspät bekannt gemacht seien. Das Gericht erkannte zwar die späte Veröffentlichung an, verurteilte die 28 Personen trotzdem zu Geldstrafen von 210 Mark.

h. Unterliederbach, 7. April. Einen reichen Erfolg hatte die Polizei, als sie am Samstag vor Ostern eine eingehende Haussuchung auf Osterkuchen unternahm. Alle Haus⸗ frauen, die dem polizeilichen Verbot zuwider Kuchen gebacken hatten, erhalten nunmehr als bitteren Nachgeschmack der Backfreude einen recht gesalzenen Strafzettel. Und das mit Recht. f

Hersfeld a. d. Fulda, 7. April. In dem Dorfe Keh⸗ renbach erschoß gestern nachmittag beim Spielen mit einem Revolver der 16jährige Landwirtssohn Otto Horn sein jähriges Schwester chen. 5

Ein D⸗Zug entgleist.

Schwerin, 3. April.(WTB. Amtlich.) Gestern nach- mittag ist der D-Zug Stettin Hamburg bei der Durchfahrt durch die Station Teterow am Einfahrtssignal entgleist. Dadurch ist der durchgehende Zugverkehr vor- aussichtlich 24 Stunden gesperrt. Der Personenverkehr muß durch Umsteigen aufrecht erhalten werden. Aus unbekannter Ur- sache ist der im Zuge laufende Wagen erster und zweiter Klasse aus den Schienen gesprungen und brachte die nachfolgenden Wagen ebenfalls zur Entgieisung. Der Wagen erster und zweiter Klasse ist die Böschung hinuntergestürzt, die nachfolgenden Wagen liegen zum Teil auf der anderen Seite. Der Tender der Maschine und der vorn laufende Packwagen sind ebenfalls entgleist. Das Gleis ist auf 250 Meter zerstörk. Einige Personen wurden leicht verletzt..

Kirchliche Nachrichten. TJraefic Hengtef: ee Galt

Sabbatseier am 10. April 1915: itag abend 6.45 Uhr. vormittag 8.00 Uhr. Samstag 42 Uhr. usg g Wochengatlrablenst: Morgens 6.30, abends 8.00 Uhr. Wietteraussichten in Hessen am Freitag, den 9. April 1915 Meist bedeckt, zeitweise Niederschläge, mild, füdwestliche Winde.

2... Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

8, f 2 23 April S 38 S 2 2 25 2 5 8 2 8 SS SS SSS Wetter 1215[8 82 8 25 3 3 6482 8 e S 7 20 256 27 7, 88 8 2 10 Bed. Himmel 2.5% 175 90 e e e ew. 8.% 737,44 5,3 6,2 93 SW 2 6 Sonnenschein 15 0

7. April 1915. 10.9 · C.

Höchste Temperatur am 6. bis e 1915. 29

Niedrigste 5

Niederschlag: 8,6 mm.

Letzte Nachrichten. Der Dank des Kaisers.

Tilsit, 8. April. Aus Memel wird derTilsiter Allge⸗ meinen Zeitung berichtet: Durch Plakate wurde heute der Bürger⸗ schaft folgendes bekanntgegeben: Wie S. K. H. Prinz Joachim heute durch Fernsprecher mitteilte, lassen S. M. der aiser und König Stadt Memel allerhöchst seinen herzlichsten Gruß anläßlich dessen, was sie durchgehalten, entbieten. Ich bringe dieses zur Kenntnis der Bevölkerung der Stadt mit dem ehrfurchtvollsten und freundschaftlichsten Dank der Stadt für die kaiserliche Kund⸗ achung. Memel, den 4. April 1915. Der Oberbürgermeister Altenberg.

1 Generalleutnant v. Pappritz gibt unter dem 4. April an seine Truppen bekannt: Seine Königliche Hoheit Prinz Joachim

von Preußen hat mich beauftragt, nachstehende an ihn gerichtete

allerhöchste Grüße S. M. des Kaisers den mir unterstellten

Truppen bekannt zu geben: Grüße mir die tapferen, Un⸗

recht und Mord vergeltenden Landstürmer und

Landwehrmänner, die meinen ganz besonderen Dank ver⸗

dienen für ihre Bravour bei der Befreiung unserer Ostmark. Feld marschall v. d. Goltz über die Lage.

i Köln, 8. April. Nach einem Telegramm derKöln. Ztg. hat Feldmarschall v. d. Goltz gestern Bukarest ver⸗ lassen. Er erklärte den Journalisten, daß die deutsche Front im Westen von Franzosen und Engländern un⸗ möglich zu durchbrechen sei. Die Operationen in Rußland würden wegen der eingetretenen Ueber- schwemmungen voraussichtlich einen Monat stagnie⸗ ren. Eine Landung der verbündeten Truppen an den Dardanellen würde eine Katastrophe für sie bedeuten.

Die Schlacht in den Karpathen.

Bu dapest, 8. April.Az Est meldet vom nördlichen Kriegsschauplatz: Der große Kampf, der vor etwa 12 Tagen bald nach dem Fall von Przemys! einsetzte und nun in sein Hauptstadium getreten ist, wird westlich und östlich des Dukla⸗Passes und im Andowa-Tale sowie beiderseits des Laborczaflusses und auf den umliegenden Höhen voller Erbitterung geführt. Es hat den Anschein, als ob die Russen nach den schlechten Erfahrungen an allen anderen Punkten sich nun mit aller Macht auf unseren linken Flügel werfen wollen. Westlich der Duklasenke überschritten sie vorgestern

Bei] die ungarische Grenze und besetzten einige kleine Ortschaften,

die wir ihnen überließen. Unsere Truppen zogen sich auf die dahinter liegenden Berghöhen zurück, die eine günstige Ver⸗

teidigung ermöglichen. Unsere Angriffe die befestigten russischen Skellungen bei Zaleszezyki nehmen ihren Fort⸗ gang. Aus Czernowitz wird gemeldet: Die russischen Befesti⸗ gungen südlich des Dnujestr wuxden durch unsere Artillerie zusammengeschossen. Unsere Truppen vertrieben den Feind und besetzten wichtige Positionen.

K. K. Kriegspressequartier, 8. April. Auf dem in der Bukowina operierenden Ostflügel der Kar⸗ pathenfront halten sich die österreichisch-ungarische Offen⸗ sive und die russische Gegenoffensive die Wage dergestalt, daß unsere Verbündeten alle dort errungenen Vorteile behaupten, die Russen aber jeden Versuch zur Wiedergewin⸗ nung des südlichen Dnjestrufers mit Tausenden von Verlusten vornehmlich an Gefangenen, bezahlen. Nach der Hügelterrasse des rechten Pruthufers haben die österreichisch⸗ungarischen Truppen hier auch die zweite zwischen Pruth und Dnjestr vorgelagerte Terrasse, dem Vaterlande zurückgegeben. Sie haben bei Nowosielica, wo sich ähnlich wie bei der be⸗ kannten schlesischen Dreitaiserecke drei Reichsgrenzen tref⸗ fen, Bessarabien erreicht, die Gegner im Zentrum über

e

Sastawno zurückgedrängt und unter linker Flügeldeckung

durch die sumpfigen Teiche bei Stawezan den Brückenkopf von Zaleszezyki angegriffen. Die dortige Brücke bildet bis Nozniow den einzigen festen Uebergang über den Dnjestr. Die Russen versuchten an zwei Stellen weiter unterhalb über den Fluß wieder vorzudringen, alle Verfuche wurden aber von unseren Truppen abgeft

Halil Bei über den Erfolg feiner Mission. i Berlin, 7. April. Der türkische Kammer präfident Halil Bei weilte, wie bekannt, jüngst im deutschen Großen Hauptauar⸗ tier. Er hat, wie er heute in einer Unterredung mitteilte, seinen Aufenthalt in Deutschland benützt, um sich einer persönlichen Mis⸗ sion des Sultans an den Deutschen Kaiser zu entledigen. Er it vom Kaiser, den er frisch und bei vollster Gesundheit traf. außerordentlich liebenswürdig aufgenommen worden. Der Kaiser beauftragte ihn, dem Sultan und auch Enver Pascha seine herz⸗ lichsten Grüße zu überbringen. Den Eindruck, den Halil Bei bei seinem Besuche gefunden hat, faßte er in dem Satz zusammen, daß die Türkei stolz sei, Waffenbrüderschaft mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn betätigen zu können. Ueber die Lage in der Tür⸗ kei sagt Halil Bei, daß die Nachrichten, die er von dort erhalten hat, außerordentlich gut seien, sowohl in innerpolitischer als in strategischer Hinsicht. Er habe die gegenwärtige Zeitlage benutzt, um als Vertreter des türkischen Parlaments die Beziehungen mit den hiesigen leitenden Kreisen noch inniger zu gestalten, eine Mis⸗ sion, von deren Erfolg er vollkommen befriedigt ist, denn er wird anfangs der nächsten Woche gemeinsam mit Dschavid Bei und dem finanziellen Berater der türkischen Regierung, Herrn v. Wasser⸗ mann, die Heimreise nach Konstantinopel antreten. Auch Dschavid Bei hat seine Aufgabe erledigt. Beide Herren sprachen über die Dardanellenaktion und wiederholten, daß sie die Aktion für die Entente-Mächte aussichtslos halten.

Neue Nachrichten über die, indischen Meutereien. i. Köln, 8. April. Ueber die Meutereien in Singa⸗ pore erhält dieKöln. Ztg. eine aus Weltevreden da⸗

tierte Korrefpondenz, wonach am 16. Februar, als der Befehl zur Gewißhestt

Abreise des 5. Indise Regiments nach Europa zur wurde, die indischen Truppen sofort zu meutern begannen. Sie drangen in den Offiziersklub ein und erschossen 27 O zie re. Andere Abteilungen durchzogen die Stadt und erschossen jeden Europäer, der ihnen entgegen kam. Im deutschen Internie⸗ rungslager erschienen nachmittags, als die deutschen Insassen rade auf einer Wiese Fußball spielten, eine Anzahl indischer. daten. Die 2 schaften warfen die Gewehre weg ergriffen die Flucht. Alsdann begannen die mörderisches Feuer auf die Engländer, die in wenigen Augenblicken nieder gemacht wurden. Alle Schichten der Bevölkerung be. zeigten den Aufständischen ihre Sympathie. Englische Verstär sowie japanische und französische Soldaten konnten gegen Meuterer nichts ausrichten. Dem Gewährsmann derKöln. Ztg. erzählten indische Soldaten schon früher, daß sie keinen Aufstand gegen England anzetteln wollten, aber sofort zu den Waffen grei⸗ fen würden, wenn man ihnen zumuten sollte, an die Fronk zw gehen. Als Muhammedaner würden sie unter keinen Um⸗ ständen gegen die Bundesgenossen desGroßen Herrn in Konstantinopel kämpfen. Auch in Rangun und Kalkutta entstanden aus dem gleichen Anlaß Meutereien. Alle gläubigen Inder teil⸗ ten die Gefühle der Meuterer. f Zur Schaffung einer deutschen Mode. Berlin, 7. April. Zur Erörterung der S deutschen Mode hat der Reichs verband deuts derinnen eine außerordentliche Tagung einberufen, die begonnen hat. Die erste Vorsitzende, Frau Klara Vogt, begrüßte insbesondere die Vertreter der Handwerkskammern von Berlin, Breslau, Regensburg und erklärte, daß die Tagung eine und Stärkung der Ideen zur Schaffung einer deutschen Mode eine weitere Zusammenfassung aller Kräfte bezwecke. Sie betonte fernerhin, daß die deutsche Mode unbedingt auch eine Weltmode

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