Der belgische Thronsolger.* Lyon, 7. April. WTB. Nichtamtlich.)„Nouvelliste“ meldet aus Dünkirchen: Der belgische Thronfolger ist als Soldat im 12. belgischen Linienregiment eingereiht worden. Die Lebensmittel in Belgien.
Berlin, 8. April. Das amerikanische Hilfskomitee für Belgien hat laut„Tägl. Rundschau im März 90000 Ton⸗ nen Lebensmittel für die belgischen Provi eingeführt. Es sei dirs die größte Menge seit inn der Hilfeleistung. Aus Holland, so heißt es dann weiter, seien im letzten Monat 16 000 Flüchtlinge in ihre Heimat zurückgekehrt.
Die Rekrutierung in England.
London, 7. April. WTB. Nichtamtlich. Zwischen dem 11. und dem 25. April sollen in London 2000 Versamm⸗ Jungen abgehalten werden, um für den Eintritt in die Armee Propaganda zu machen.
Die Vertuste der Russen bei Memel.
Berlin, 7. April.(WTB. Amtlich.) Die Russen geben in ihrem Generalstabsbericht vom 4. Avril an, daß fie bei dem Plünderungszug nach Memel nur 149 Tote, Verwundete und Vermißte verloren hätten. Es wird hiergegen solgendes fest⸗ gestellt: Bei Memel wurden 300 Russen begraben, bei Memel und Polangen 505 Russen gefangen. Hiervon wurden drei Offi⸗ ziere und 430 Mann über Tilsit abbefördert, der Rest ist noch in Memel, wird zum Teil im Arbeitsdienst verwendet, liegt zum Teil verwundet im Lazarett.
Kampfbilder aus dem priesterwalde.
Bilder von den heftigen Kämpfen im Priesterwalde, der in den letzten Berichten unserer obersten Heeresleitung eine so große Rolle spielte, entwirft Joseph Galtier im„Temps“ und bietet damit eine sehr anschauliche Schilderung vom mo⸗ dernen Wald⸗ und Sappenkrieg. Der Berichterstatter wurde von dem französischen General R., der im Priesterwalde kommandiert, selbst zu den Stellungen und den Schauplätzen des erbitterten Ringens geleitet.„Die Gegend, die sich vor unseren Augen öffnete, trägt ganz den Charakter eines Wald⸗ und Gebirgslandes. Kahle Täler wechseln mit bewaldeten Höhen: mit hellen Erdflächen kontrastieren dunkle Massen von Fichten. Zu unserer Linken bemerkte man viereckige Oeff⸗ nungen in gleichmäßigen Abständen; es sind die Eingänge nach einer Schützengrabenlinie; vor uns versperrt ein mäch⸗ tiger Hochwald die Aussicht, und auf unserer Rechten steigt der Wald zu einem Bergrücken empor, der von einem mit Bäumen bedeckten runden Gipfel abgeschlossen wird. Der Himmel war bedeckt; der Wind heulte schauerlich in den Wipfeln; große schwarze Wolken jagten über die Hügel, schienen durch die Täler zu kriechen und an den Spitzen der Fichten zu zerreißen. Ein eisiger Regen peitschte uns ins Gesicht, als wir einen breiten Fußpfad auf das die Gegend beherrschende Platean emporstiegen. Ununterbrochen dröhnte dumpf der Kanonendonner, verstärkt durch das widerhallende Echo. Es waren scharfe schwere Schläge, kein ununterbroche⸗ nes Rollen, ein Krachen, das, wiedertönend aus dem Wald und Nebel, dieser schweigenden, einsamen Landschaft eine Stimmung des Tragischen verlieh. Die uns begleitenden Offiziere erklärten uns die Geräusche:„Das ist ein schweres deutsches Geschütz, das ist eine deutsche Granate. Da antwortet unsere schwere Artillerie usw.“ Von dem Plateau aus über⸗ sah man die ganze Weite des Priesterwaldes, in dem die deutschen und die französischen Gräben sich ganz nahe gegen⸗ über liegen und jeder der beiden Gegner durch ein Netz von Sappen norwärts zu kommen sucht.„Man sah nicht die ein⸗ zelnen Taler und Waldabhänge, sondern aus den Baum- massen stiegen wie aus einer unterirdischen Welt Menschen auf schmalen Pfaden empor, und all die Wege kreuz und quer —+ 1. 11 oder
inzogen. an seits sah man wieder von den bewaldeten Höhen Menschlein hinabsteigen tiefer und tiefer hinunter an den dunkelnden Abhängen. Dies Bild er⸗ innerte durchaus an einen Ameifenhaufen, in dem die Tier⸗ chen durcheinander kriechen, alle ausgehend oder zurücklehrend u dem Mittelpunkt ihrer Arbeit. Die einen bezogen ihre Stellungen, die anderen kehrten von der Feuerlünie heim. Manche trugen Eimer mit Trinkwasser, manche seltsame Ge⸗ räte, wie sie der Sappenkrieg erfordert! Durch ihre Kleidung schienen sie fast eins geworden mit dem Wald und der Erde, wie Heinzelmännchen oder Zwerge, die der Wanderer wohl im Nebel für einen Baumstumpf hält oder für einen Haufen Blätter. Diese Bewohner des Priesterwaldes hatten durch eine merkwürdige Erscheinung der Schutzfärbung die braunen und grünen Farben angenommen, die rings in der Natur
sind, und durch die großen Umhänge, in die sie gehüllt waren
und aus denen nur die Arme herauskamen, erhielten sie einen noch phantastischeren, märchenhaften Eindruck. Wir drangen ein in den Wald. Ein schwerer Geruch von ver⸗ saulten Champignons und nassem Moos schlägt uns ent⸗ gegen. Wir folgen einer breiten Allee von großen Bäumen, deren hellere ipfel sich wie ein grauer Streif von der Masse des dunklen Hochwaldes abheben. Immer tieser geraten wir in Schmutz und Feuchtigkeit hinein. Von rechts und links tauchen Bretterwände auf, mit blitzendem Laub bedeckt. Dahinter müssen die ersten Schützengräben der Deutschen sein. Hier haben vor kurzem furchtbare Kämpfe sta gefunden. Das dumpf um uns hallende Artil⸗ leriekonzert ginnt sich in seine einzelnen Töne zu zer⸗ — 4 Schlag folgt auf Schlag, Explosion auf Explosion. ne neue Note mischt sich in diesen Lärm; das trockene Knattern des Gewehrfeuers klopft mit seinem Echo durch den Wald. Wir kommen an das Haus des Pater Hilarion, wo der heftigste Kampf getobt. Es ist ein altes ver⸗ fallenes Bauernhaus, ein Ausflugsort für die Bewohner der Umgegend an schönen Tagen in friedlichen Zeiten. Es gibt hier eine Quelle mit frischem reinem Wasser; um sie ist mit so viel Erbitterung gekämpft worden. Eine Zuschrift auf einem Holzbrett teilt mit, daß es verboten ist, an dieser Quelle Wäsche zu waschen. Links von diesem Hause schneidet eine andere Allee die erste, die wir durch⸗ schritten haben, und im klaren Licht sehen wir nun ganz deutlich die deutschen Linien, die 400 bis 500 Meter ent⸗ sernt sind. Zwei Kugeln pfeisen durch die Bäume. Sonst ist alles still und ruhig. Obgleich wir in der vor Front sind, sehen wir keinen Soldaten. Alle Arbeit voll⸗ daß sich unter der Erde; nur die Kanonen verkünden, 5 die feindlichen Stellungen beschossen werden. Und obgleich alles so still scheint, herrscht doch unablässige Arbeit und Gefahr In diesem Minenkriege gibt es keine Pause, . und* gehen die Kämpfe weiter, a entum und lauert de i U Gewirr des Priesterwaldes.“ N
Aus dem Reiche. Familienglück des Kronprinzenpaares. Berlin, 7. April.(WTB. Amtlich. Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Frau Kronprinzessin ist heute
reicher Flüsse durchzogen, an denen sich schon im frühen Mittel⸗
bunden worden. Ihre Kaiserliche Hoheit und die Prinzessin be⸗ finden sich wohl. ö 5 g
Berlin, 7. April.(WTB. Nichtamtlich) Seine Kaiser⸗ liche Hoheit der Kronprinz lassen wegen der überaus großen Belastung der Feldpost und des Feldtelegraphen bitten, etwa be⸗ absichtigte Glückwünsche an höchstseine Person unterlassen zu wollen. Graf v. Bismarck⸗ Bohlen, Hofmarschall.
Berlin, 8. April. Dem freudigen Ereignis in der kron⸗ prinzlichen Familie widmen die Blätter kurze, aber herzliche Betrachtungen. Die„Vossische Zeitung“ und die„Berliner Morgenpost“ überschreiben ihre Artikel! Die„erste Enkeltochter des Kaisers!“— In der„Deutschen Tageszeitung“ liest man: Die junge Prinzessin, die gestern in Potsdam geboren wurde, ruht mitten in dem furchtbaren Weltkampfe der gewaktigsten Heere, die unfere Erde jemals ringen und sicgen sah. Wir wünschen dem jungen Fürstenkinde foviel Sonne auf seinem Lebenswege, wie Wind und Wetter um seine Wiege steht. Wir bitten den Herrn der Heerscharen, daß er seine Hand auch weiter walten lassen möge über dem tapferen Vater, der als deutscher Kronprinz und Offizier auch in diefen Tagen feine schwere Pflicht vor dem Feinde erfüllt. — In der„Germania“ wird gesagt: Mit aufrichtiger Freude nimmt das deutsche Volk den aufrichtigsten Anteil an dem freu⸗ digen Ereignis. Der jetzige große Krieg hat die Bande, die Fürst und Volk miteinander verbinden, noch enger geknüpft und iuns⸗ besondere die Liebe des Voltes zum Kronprinzen, dem siegreichen Heerführer, und zu seiner Gemahlin, als der opferwilligen Diene⸗ rin der christlichen Barmherzigkeit an den Schmerzenslagern der Verwundeten tiefer und fester gegründet.
Aus Stadt und cand. Gießen, 8. April 1915.
Apriltag.
Mit verdrießlichem Gesichte ist der Tag aufgestanden. Wie ein Langschläfer, den die Arbeit nicht zu locken ver⸗ mag, die Hände bis an die Ellenbogen in den Taschen ver⸗ graben, ist er in den Morgen hineingebummelt, ohne daß die Sonne, die ab und zu einen grämlichen Blick durch die Wolken tat, einen sonderlichen Eindruck auf ihn machen konnte. Dafür ist's eben ein Apriltag, der meistens gerade das tut, was man am wenigsten von ihm erwartet. Mürrisch, g 4 Straßen geschlendert, und seine Laune wurde nicht besser durch das Regen- und Schneegeriesel, das ihm eintönig und verdrossen um die nasse Jacke tropfte. Dann blieb er plötzlich stehen. Von einem Vorgartenbeet war ihm etwas entgegengeflogen, das seiner Laune eine andere Richtung ten konnte. Nachdenklich faßt sich der April an der Nase. Lohnt es sich, wegen einer Handvoll Veilchen und ihres Duftes— süß, und lustig ist er ja— ein ander Gesicht aufzusetzen?
Wahrhaftig! Die Laune schlägt um. Freut euch des Lebens! Hui, saust der April um die Ecke, rennt mit seinem Ungestüm fast ein paar nachdenkliche Fußgänger um, rast durch die Straßen r. Tor hinaus, den Berg hinan und greift mit langen Armen über den Kopf in das Wolken⸗ treiben. Quirlt und wirbelt die grauen Massen wie einen Teig durcheinander, dreht sie zusammen, streicht sie mit angestrengtestem Eifer hinter den Horizont— und dann lacht er aus vollem Herzen die Sonne an, die verwundert mit weitaufgerissenen Augen das veränderte Bild unter sich beschaut. Auf die Wiese, wo die silbergrauen Buchen⸗ stämme ihre Schattennetze aus dem Walde herauswerfen, läßt sich der April nieder, stützt den Kopf mit der Hand und freut sich im Grunde seines ob seiner eigenen Gutherzigkeit. Es ist aber auch zu was er da mit seiner Frohlaune angerichtet hat. Aus dem braunen vorjährigen Fallaub dringt funger Blütenschein: Anemonen haben die weißen Blüten erschlossen und wiegen sich beim leisesten Windhauch, immer drä jau der Amselsang, es hüpft und schlüpft und singt und im Gebüsch und am Rain; Meise, Fink und Rotkehlchen jubeln, und alle überstimmt der Knirps von Zaunkönig mit seinem keck
über, aus der Höhe herab schreit ein Bussard, heimlich schlüpft die Krähe von Ast zu Ast und bricht Nestreiser. g Wunderbar, der junge Frühling, denkt sich der April, Wunderbar! Viel zu schön eigentlich! Ob ich ihm nicht mal eins mit der Haselgerte überziehe? Muß gar zu drollig sein, wie er dann laufen wird! Und der übermütige Gesell schleicht sich hinter den Weißdornbusch auf dem Hügel, pfeift und winkt und führt auf Umwegen eine große schwarze Wolke am Himmel hoch. Schwapp— stülpt er sie der behaglich lächelnden Sonne über den Kopf, zerrt sie hin und her, schüttelt sie und biegt sich vor Lachen, als die Wolke platzt und ihren ganzen Inhalt von Hagel⸗ klörnern über die arglose Frühlingswelt da unten aus⸗ schüttet. Ratlos schließen die Windröschen die Blüten⸗ köpfchen, und was eben noch sang und tanzte, sucht ein Winkelchen, wohin die Späße des April nicht reichen. Die Verwirrung gefällt dem Lausbuben. Das muß er noch einmal probieren. Und richtig, als die Sonne wieder lacht und warme Strahlen verschwendet, tauchen all die Flüch⸗ tigen wieder auf und beginnen ihr Spiel und ihr Treiben von neuem. Und wieder schreckt sie der Spaßverderber mit Regengüssen und bläst sie mit vollen Backen an, daß sie nicht wissen, wo aus und ein. a Dann verlegt der April zur Abwechselung seine Tätig⸗ keit in die Stadt. Mit unschuldsvoller Heiterkeit steht er vor dem Fenster und lädt so treuherzig zum Spaziergang ein, daß man ihm anstands halber nicht widerstehen will.„Wie, Sie wollen einen Schirm mitnehmen? Ich bitte Sie, bei dem blauen Himmel? Und einen Wintermantel bei der Temperatur?“ Man geniert sich und läßt beides zu Hause. Als man aber ein paar Straßen weiter ein Gespräch mit dem freundlichen Begleiter beginnen will, ist er verschwun⸗ den, und man hört nur mehr sein schadenfrohes Kichern, mit dem er von gottweißwoher ein paar Gießkannen voll Wasser über den Gefoppten ausgießt. Man hat sich doch so fest vorgenommen, sich nicht nasführen zu lassen, und nun hat er einen doch wieder— in den April geschickt.
Gegen all das ist nichts zu machen. Junger Wein und junge Jahreszeit wollen austoben und ihre Launen be— friedigen. Daß es bei beiden spritzig zugeht, wissen wir ja; aber aus dem Most wird ein ehrwürdiger„guter Tropfen“ und aufs Aprilwetter folgt das Mailüfterl, dem man dem⸗ nächst bessere Dinge nachsagen können wird.
Das kaiserliche Wassergericht in der Wetterau.
Das kaiserliche Wassergericht in der Wetterau gehört zu den eigenartigsten Erscheinungen des mittelalterlichen Justiz⸗ wesens. Die Wetterau wird von einer Reihe fisch⸗ wasser⸗ alter zahlreiche Mühlen ansiedelten. Diese brauchten zu ihrem Betriebe regelmäßig Wasser, besonders in dürren Zeiten und legten deshalb Mühlenwehre an, Dadurch wurde aber natur⸗ gemäß den talwärts liegenden Mühlen mehr oder minder viel zasser entzogen; noch mehr aber hatten die Besitzer der an den
nach mittag 4 Uhr von einer gefunden Prinzefsin glücklich ent⸗
mit hochgeklapptem Kragen, ist er durch die 0
herausgeschmetterten Liedchen. Ein Pfauenauge schwebt vor⸗ K
bewässert werden konnten und deshalb an ihrer
erhebliche Einbuße erlitten. Um diesen Mißstanden zu steuern, hiel es die Landesobrigkeit geboten, Gerichte einzusetzen. die fir alle hier in Frage kommenden Gebiete mit 1 Auto- rität Merkmale sichtbarer und unverletzlicher Art aufrichten sollten. Als ein solches Merkmal kam der Aichpfahl in Anwendung. Man legte neben einem Wehr eine Grube in Kubus formt an, baute in diese zwei Schwellen in Kreuzform ein und richtete ut der Mitte dieses lkenlagers einen Pfahl auf, der durch vier von den liegenden Balken nden Latten gehalten wurde. Die Spitze des Pfahls gab die Höhe des Wehres an. Um noch sicherer zu gehen, schlug man in den Kopf des Pfahls einen 12 Zoll
Nagel ein, den sogenannten Justiznagel. Grube und Wehr n „ de dete affen git fene sich us er
Das serliche Wassergericht e sich aus
(dem ersten Wasserrichter), einem Wasserhauptmann, fünf richtern und einem Gerichtsboten zusammen. Ueber die Zu fam mensetzung des Wetterauer Wassergerichts heißt betreffenden Weistume also:„Der Hauptmann
5
scha bei derselben Familie, folange sich tüchtige Subjekte darin finden.
Die Wasserrichter sollen fünf fromme, ehrbare verf und
Wasserrichter prangte der schwarze Reichsadler
den Aichplatz, voran die singende Schulfugend, dann folgte eini Militär, der Hauptmann, die Wasserrichter, der Beasbärgerneiser und schließlich in bunter Folge die Mitglieder der Gemeinde. Der reich mit Bändern gezierte Justiznagel wurde von einem blumengeschmückten Knaben dem Hauptmann vorangetragen. Am Orte selost wurde der Aichpfahl eingefetzt, das Wasser abge⸗ wogen, der Nagel eingeschlagen. Dann tat jeder Richter drei Schläge auf den Nagel, und die üblichen Reden und 5 reden wurden gewechselt. Schließlich spendete man den wesenden roten und weißen Wein, verteilte auch Obst, Gebäck und Geld unter die Kinder und ließ den Kaiser und die Reichs⸗ stände unzählige Male hochleben. l 8 In den Wassergerichtsakten ist über die Höhe des Justiz⸗ nagels folgendes bestimmt worden:„Nämlich, daß das Wasser also gericht- und rechtmäßig gericht, und der Müller seine Wehr nicht höher erheben, erhöhen darf, auf daß eine Biene auf des Nagels Kppf so mitten im Pfahl steckt, und sich darauf erhalte, des Wassers ohngenetzt und unverletzt seiner Füße und Flügel trinken und genießen soll.“ Wer eine Gerichtsperson durch Werke und Worte beleidigte, war dem Kaifer mit Leib und Gut verfallen. Für Freveltaten an den Aichpfählen und Nichtbefolgung der gerichtlichen Anordnungen waren hohe Stra⸗ au 5
fen Im Jahre 1380 wurde Ludwig Weis von Fauer bach — sich und feine Nachkommen mit dem Rittergute Dorheim und mit der Wetterauer Wafsfergerichts barkeit belehnt. Schon 1382 kam das Lehen an Jost Rauen von Holzhausen. Als der hessische Zweig dieser Familie erloschen war, erhielten die Strahlendorfs die ü des 1619
und Darm stadt
wurden ihre Rechte von worauf von dieser Familie
Darauf 12
letzten Wasserhauptleute ihre Aemter freiwillig nieder, schon zwölf Jahre zuvor 1785 das letzte Gericht gehegt hatte. verwickelt die landesherrlichen Rechte an der Nidda und der Nidden waren, möge nachstehende Ueberficht dartun: Darmstädtisch waren die Orte Höchst, Heldenbergen, Büdesheim, Rendel, Kleinkarben, Vilbel, Rödelheim; kurhessisch waren: Eichen, Windecken, Kilian⸗ städten, Ober- und Niederdorfelden, Gronau, Berkersheim, Eschers⸗
1 Bonames und sen; 2 m, 5 N Durch das Aufhören der 2 der Wetterau hatten sich aber im Laufe der Jahre derartige M 1 eingeschlichen und Unzuträglichkeiten herausgebildet, daß die Beschwerden 5 1 5 haft bei den Regierungen. setzten 1835 die kurhessische und großherzogl tischen Regierungen eine Kommission zur Unterfuchung der Beschwerden ein. e ent⸗ deckte besonders in den Gemarkungen von Höchst, und Eichen weite Versumpfungen, stellte aber dabei fest, daß alle Mühlenwerke dieses Gebietes Aichpfähle hatten, über welche hin⸗ aus aber die Wehre von Windecken und Vilbel erhöht worden 4
un Hessische Militärjubelfeiern. Der Groß⸗ herzog hat zum 125jährigen Jubiläum des Garde⸗Dra⸗ goner⸗ Regiments und des Großh. Artillerie⸗ korps folgende Tages befehle erlassen: An Mein Garde ⸗-Dragoner⸗ Regiment Tagesbefehl des Regiments ein Merkstein, errichtet in gewalti des größten Völkerringens, welches die Erde sah
Eingedenk der leberlieferun,. Tage hat Mein
a.—+ Marte— 5— 2 neue
Aufgaben bevor, noch fend die Genter
Zum sichtbaren Zeichen Meiner g ihe ich Meinem Regiment als Helmzier einen Sies hui dert Burn f. IF if ee den
für tapfere
Meinen treuesten
Krieger. Ernst Ludwig. An Mein Artilleriekorps Tagesbefehl Hart am bewährt in vielen und Gefechten, gestählt mein ps heute
Mögen einst die Enkel in ferner Zukunft dieses Apriltages ge⸗ denken und stolzerfüllt die Namen derer preisen, die eingedenk der Ueberlieferung 8 Geschlechter ihre Hessentreue mit dem Blute besiegelten. Mein Artilleriekorps soll einen Stern mit
Datum des Ehrentages 6. 4. 1915 durch Schwerter geziert am
Flußläufen belegenen Wiesen unter der Wasserentzie durch 8 Wassermühlen zu leiden, so daß die Wiesen recht* nicht
me tragen. N Der 1. Batterie verleihe
3
ich die Berechtigung, sich Meine J
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