0 U ch f Kreis Büdingen. 2 8= Wallernbausen, 28. März Lehrer Rich. Schäfer von hier erhielt das Eiserne Kreuz und wurde zum Leut nant d. L. befördert. Kreis Alsfeld. A Homberg 27. März. Dem Vizeseldwebel Sohn des verstorbenen Bäckermeisters und Landwirts Ludwig Vorn VI., wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille
verliehen.
5 Kreis Schotten. Laubach, 26. März. Dem soeben erschienenen Jahres- bericht des Gymnasiums ist folgendes zu entnehmen: Die Zahl itler betrug am 15. Mai 1914 100, die Gesamtzahl war 108 und am Schlusse hatte die Anstalt noch 75 Schüler. Aus Lau⸗ bach besuchten das Gymngstum 33, aus anderen hessischen Orten 49 und aus nicht hessischen Orten 19 Schüler. Zu Kriegsbeginn unter⸗ zogen sich der Not⸗Reifeprüfung vom 5.—8. August 15 ber prima⸗ ner und 2 Unterprimaner, ebenso traten 6 Unterprimaner und 5 Obersekundaner in den Heeresdienst ein. Von diesen ist Ludwig Chelius aus Marburg den Heldentod fürs Vaterland gestorben. Das Eiserne Kreuz erhielt Werner Lucius aus Üsenborn. Von dem Lehrerkollegium wurden fünf Mitglieder zum Heeresdienst einberufen. Ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz ist Lehramts⸗ assessor Roßler am 2. November schweren Verletzungen erlegen. In französische Kriegsgefangenschaft geriet Lehramtsassessor Rudolf Graf.— Direktor Hugo Müller wurde mit Wirkung vom il zum Direktor des Großh. Gymnasiums zu Offenbach ernannt, an seine Stelle wurde Professor Friedrich Henk, bis⸗ her Oberlehrer an dem Realgymnastum zu Darmstadt, die Leitung der Anstalt übertragen. Das Schuljahr 1915/16 beginnt Montag,
Louis Born,
den 12. April, die Aufnahmeprüfung der neuangemeldeten Schüler findet vormittags 8 Uhr statt. 2 Kreis Friedberg.
Die Getreuen von Butzbach. Aus der Flut der Erinnerungen an den Al treichskanz⸗ ler, dessen hundertsten Geburtstag das deutsche Volk in diesen Tagen feiert, taucht auch das Gedenken an die„Getreuen von Butzbach“ wieder auf. Als man vor 20 Jahren allenthalben sich zum 80. Geburtstag Bismarcks festlich rüstete, bildete sich in dem Restaurant Kalbfleisch zu Butzbach unter der Leitung von Direktor Jager etzt Schulrat in Offenbach, Medizinalrat Vogt, Hauptlehrer Storch und Professor Wamser eine Gesellschaft Butzbacher Bürger, die beschloß, dem großen Staats⸗ manne alljährlich zum Geburtstage eine besondere Gabe als An⸗ gebinde zu überreichen. Das Geschenk mußte in Butzbach her⸗ gestellt sein, wenn möglich von den„Getreuen“ selbst und aus — 9 der berühmten Butzbacher Lederindustrie. Im Jahre 1 0 17 3 1 Kanzler— Paar 2 5 8 wo 0 als ein eter, gearbeitet aus lstem Bu naturfarbenen Leder. Professor Wamser malte an die Schale in. vollendeter Brandmalerei den Kyffhäuser mit der Inschrift: f
* aus* 172* 1 fen wird es wied flommen.
. ser einst mit s nabgenommen?“ und das Niederwalddenkmal mit dem Reim: 8 te preist ein stolzes Werk des weisen Meisters Hand,
Der kunstvoll aufgebaut ein starkes Vaterland!“
Auf dem blinkenden Sporenriemen liest man den Spruch: „Germania hat der Schuh gedrückt, 1 bis dir das rechte Maß geglückt.“
Als Dank für die hochoriginelle Gabe sandte Bismarck den Getreuen sein Bild mit eigenhändiger Widmung. Die Stiefel wurden 1896 auf der Kölner stellung ausgestellt und er⸗ regten dort ein solches Aufsehen, daß die Kölner Schuhmacher⸗
innung die Butzbacher Getreuen zu Ehrenmitgliedern ernannte.
„Das Jahr 1896 brachte die zweite Gabe, einen Rauchtisch mit Wappenturm, Bismarckstiefel und Wichsschale mit Bärste. Der Fuß des Tisches wird aus sieben verschiedenartigen Stämmchen gebildet, die ein Stahlring festhält.
5 Die ee bestand. ledernen apierkorb, der alle jene Schriftstücke verschlucken sollte, die undeutsches, kleinliches, neidisches Wesen und Undankbarkeit er⸗ sonnen hatten; ja: 5 5 Laß schreiben nur den gift'gen Neid,
jucken f es wird der Lederbauch gar bald
is in
des Kanzlers reichbewegtem Leben ieht.— Alle Sprü i
e eee ee 15 5 e marck seine r Getreuen i AUuebersendung einer Sachsenwaldeiche. Der 2 2
r Jäger ge⸗
stifteten und dann der Stadt geschenkten Bismarcks a pflanzt.— Alle ges⸗ Bismarckerinnerungen—— 75 einem eren Zimmer des Restaurants Kalbfleisch Aufnahme
und graphien und Nachbildu Geschenke— Bismarck von den Getreuen als 2 Vernigtes
ein und brachte alle in Butzbach vorhandenen Erinnerungen an den 6 8 F unerung an ihn dadurch weiter, Geschichts⸗ und
Starkenburg und Rheinhessen.
r. Mainz, 27. März. In der beutigen Sitzung der Stadtverordneten wurden in Anbetracht der Teuerungs⸗ verhältnisse die Armen⸗ und Kriegsteslnehmer⸗Unterstützungen um 20 Prozent erhöbt. Die Bewilligungen sind nur als außerordent⸗ liche Teuerungszulagen anzusehen und gelten nur für die Monate Abrit und Mal.— Laut Beschluß der Stadtverordneten soll mit dem 1. April 1915 das Oktroi auf Brenn materialien
ausgeboben werden. Bisher gingen 133 000 Mk. Oktroi auf Brenn materialien ein. Dem Beschluß aus dem Jahre 1910 wurde beigetreten und fällt mit dem 1. April das Oktroi auf Brenn- materialien. Ein Stadtverordneter war der Meinung, daß mit dem Wegfall des Oktroi die Preise für die Konsumenten auch nicht um einen Pfennig billiger würden und die Bürgermeisterei dann Höchstpreise für Kohlen und Holz sestsetzen müsse. 5 5 r. . Wetzlar, 28. März. ie Jabresrechnung der Stadt kasse für 1913 mit 3806 Velegen(gegenüber 3840 im 45 i 4K—— 8 905 147,50 Mk.(Reste 17 942,11 ., in Ausgaben m ö 7 Mk., mi i 285 10844 1. 1 Mk., 3 mit einem Bestand d Weglar, 28. März. Trotz dem Kriege schloß die Kreis- svparkasse mit einem Reingewinn von 153 998 Mark für das Jahr 1214 ab. Die Zahl der Sparer erhöhte sich von 13 366 mit 13 861 726 Mark Cinlagen im Jahre 1913 auf 13 739 mit 14377 732 Mart im letzten Jahre. Also trotz dem Kriege rund eine halbe Million Mark an Einlagen mehr.
b. Schlüchtern, sen drassan Kreises Schlüchtern wurde vom Lan
alten kurbessischen Jagdgesetze jedes 1 b 0 Wild verboten. Die 12 sollen 1
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X Danau, 26. März. Die Stadtverordneten haben beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, Kartoffeln in größerer Menge zu beschaffen und diese an die Bürgerschast in Mengen, wie sie für die einzelnen Familien als Selbstverbraucher in Betracht kommen, so lange zu 10 Pit. für den Doppelzentner abzugeben, bis der Höchstpreis für den Doppelzentner weniger als 10 Mk. beträgt.
h Dillenburg, 28. März. Beim leichtsinnigen Umgehen mit einem Gewehr schoß ein siebzehnjähriger Arbeiter seinem gleichalterigen Freunde eine Kugel in den Kops. Der junge Mann liegt hoffnungslos darnieder.
Candwirtschaft. Günstiger Saatenstand in Oesterreich-Ungarn.
Wien, 28. März.(WTB. Nichtamtlich.) Aus beiden Staaten des Reiches liegen sehr günstige Nachrichten über den Saatenstand vor. Die Ueberwinterung der Saaten dürste kei⸗ nen irgendwie nennenswerten Schaden gebracht haben. Die Ent⸗ wicklung der Saaten ist der Jahreszeit vollkommen entsprechend. Der Frühjahrsanbau ist überall im vollen Zuge. Witterung und Bodenbeschaffenheit sind überall günstig. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß große Flächen, besonders in Böhmen und Mähren, infolge der Einschränkung des Rübenbaues über⸗ wiegend mit Brotgetreide und Gerste bestellt werden. Auch Ar⸗ beitskräfte sind überall genügend vorhanden. Nach menschlicher Voraussicht sind sichere Grundlagen für eine gute neue Ernte in den wichtigsten Getreidegattungen vorhanden.
Gießener Strafkammer. th. Gießen, 26. März.
Nötigung einer Behörde durch Drohung.
Der Kaufmann Ferd. K., Teilhaber einer Firma in Friedberg, . sich bei Vergebung der Ofenlieferung für die Friedberger aserne benachteiligt; aber auch die anderen Eisenhändler in Fried⸗ berg fühlten fich mit der Vergebung der Lieferung, die durch einen Wettbewerb ausgeschrieben, an eine Gießener Firma vergeben worden war, in ihrem Recht auf Lieferung gekränkt. Man war in den betreffenden Lieferantenkreisen in F. der Ansicht, daß es bei dieser Ofenvergebung nach Gießen nicht mit rechten Dingen zu⸗ gegangen war, und hatte auch scheinbar einen gewissen Anhalt für diesen Glauben. Der Friedberger Kaufmann K. wandte sich an die Intendantur des 18. Armeekorps, welche in Friedenszeiten bei Submissionen auf Lieferungen und Arbeiten den Zuschlag erteilt, als er erfuhr, daß die Oefen von Gießen aus geliefert werden sollten. Als ihm von dieser Behörde bedeutet wurde, daß während des Krieges das Militär⸗Bauamt Gießen mit Zustimmung der Intendantur in zweifelsfreien Fällen bei Submissionen die Lie⸗ ferung vergeben dürfte, erhob K. Beschwerde an die Inten⸗ dantur, die er eingehend begründete, weil der Zuschlag zur Liefe⸗ rung der Oefen nach Friedberg an die Gießener Firma erteilt war und ersuchte um Wiederaufhebung des Zuschlags eventuell um die usicherung, daß man ihn bei der nächsten Arbeitsvergebung in ießen schadlos halten solle, da er sonst den Fall der Presse und einem Reichstagsabgeordneten unterbreiten werde. Der Angeklagte hat sich nach Ansicht der Militär⸗Baube⸗ hörde der Nötigung nach 8114 des StGB. schuldig gemacht, und es wurde deshalb Anklage vor dem 1 Friedberg erhoben, welches auf Freisprechung erkannt hatte. Ter Fall, welcher für die gesamten Unternehmerkreise großes Interesse hatte, wurde in die Berufungs⸗Instanz vor die Strafkammer Gießen ge⸗ bracht Durch die Beweisaufnahme wurde dargetan, daß das Militär⸗Bauamt bei Vergebung der Lieferung der Oefen vollkom⸗ men korrekt verfahren sei, wenn auch das Ausschreiben zu der Sub⸗ mission nicht genau erkennen ließ, welche Art von Oefen verlangt wurde. Man hatte einfach Germania⸗Oefen ausgeschrieben, von denen es 30 Sorten gibt, und es war, wie der Vertreter des An⸗ — 4 richtig hervorhob, das reine Lotteriespiel, wer gerade iejenige Sorte(Rippen⸗Oesen) anbot, welche die Militär⸗Bau⸗ behörde haben wollte. Dabei wurde festgestellt, daß im Militär⸗ Baubureau in Friedberg man auf Anfrage, welche Sorte Germania⸗ Oefen verlangt werden, keinen rechten Bescheid erhalten konnte. Die Strafkammer wax der Ansicht, daß die Freisprechung des An⸗ geklagten von den Schöffen zu unrecht erfolgt sei, dieser habe durch Drohung eine Behörde zur Vornahme einer Amtshandlung nötigen wollen, damit sei der 8 114 des StchB. erfüllt. Dem An⸗ geklagten müsse sein guter Glaube und die Erregung, in der er sich befunden, welche durch die anderen Friedberger Konkurrenten noch gesteigert wurde, zugute gehalten werden. Es wurden ihm weit⸗ ildernde Umstände zugestanden, so daß auf eine Geld⸗ straße von 50 Mark, im Unvermögensfalle 5 Tage Gefängnis erkannt werden konnte.
Konkurs vergehen.
Der Schneidermeister Georg H., früher in Gießen, betrieb unter der Firma Schw. Söhne Nachfolger am Platze ein Manufaktur⸗, Schneider⸗ und Restegeschäft. Er gab seiner Schneidereikundschaft Kredite, obschon er selber nur kapitalschwach war. Als der Krieg ausbrach, bezahlte die Kundschaft des H., die zum großen Teil zur Fahne eingezogen wurde, nicht mehr und die Firma brach zusam⸗ men. Es war im Geschäft weder ordnungsmäßige Buchführung vor⸗ handen, noch waren Bilanzen gezogen. Der Angeklagte entschuldigte sich damit, daß er als gelernter Schneider von der Buchführung keine Ahnung hat, auch der Vorgänger, der allerdings ein kapital⸗ kräftiger Mann war, hätte das Geschäft ohne Bücher geführt. Die Strafkammer faßte den Fall sehr milde auf, erkannte an, daß der Angell mit seiner Familie sehr sparsam gelebt hat und daß er ein Opfer des Krieges geworden sei. H. wurde zu einer Geld⸗ strafe von 20 Mark eventuell 4 Tage Gefängnis verurteilt.
2 Sünder gegen die Höchstpreise.
Der Landwirt Herm. U. von Wölfersheim hatte Mitte No⸗ vomber v. J. 20 Zentner Kartoffeln à 6,80 Mark frei Bahn⸗ hof an einen Handelsmann verkauft, obgleich der Höchstpreis damals im Kreise Friedberg 6,50 Mark der Zentner war. Der Angeklagte erklärte, der Handelsmann habe erklärt, er wolle 30 Pfg. mehr geben, wenn er nur Kartoffeln bekomme. Daraufhin habe er die Ware sehr sorgsältig verlesen und das Geschäft gemacht. Die Strafkammer erkannte auf eine Geldstrafe von 25 Mark eventuell 5 Tage Gefängnis. Der Vertreter der Staatsbehörde hatte 100 Mark 1 beantragt.— Der 80 Jahre alte Landwirt Andr. w. H. von Oppershofen hat für seine Kar⸗ toffeln pro Zentner 7,50 Mark geboten bekommen und den Preis auch genommen. Er erklärte, er habe überhaupt Kartoffeln nicht verkaufen wollen, da sei ein Händler zu ihm gekommen und habe gesagt, die Kartoffeln könnten kosten, was sie wollen, er sei in Verlegenheit und zahle den Preis. Der Angeklagte erklärte weiter, er sei in Ehren alt geworden und habe von den Höchstpreisbe⸗ stimmun nichts gewußt. Der Staatsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 50 Mark und bemerkte dazu, daß die wirtschaftlichen Kriegsgesetze nur durchgesetzt werden können, wenn man eine Ueber⸗ tretung diefer Gesetze und Verordnungen gehörig bestraft. Die Strafkammer hielt aber auch in diesem Fall eine Geldstrafe von 25 Mark für ausreichend.
ückfällige Diebe.
Der 42jährige Arbeiter K. Ed. K. aus Schwanheim, der wieder⸗ holt wegen Diebstahls vorbestraft ist, hat sich wieder eines Rück salles schuldig gemacht. Er hat am Abend in einer Wirtschaft an einen Schreiner seinen Koffer mit Garderobe für 8 Mark ver⸗ kauft, am anderen Tag aber hat er den Koffer aus dem Gewahrsam des Wirtes genommen und hat das Althändler noch einmal zu Geld gemacht.
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An en zu naten Gefängnis.— Elisabeth H. von Wetter ist,—.— sie erst 19 Jahre zählt, schon wiederholt wegen Dieb⸗ stahls vorbestraft. Sie hat gelegentlich eines Besuchs im Gießener Säuglingsheim eine Handtasche mit Portemonnaie und 7 Mark
u 9 Die Straf⸗ Zubilligung mildernder Umstände den
nhalt usw. mitgehen heißen. Die kl. will wegen des e ie Ee e Denen ee 6 d e
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fremde Eigentum bei einem sch
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Not gewesen und habe den Geldbetrag zn Ankauf von ein Paar
Schuhen nötig gehabt. Das Gericht bewilligte der jugendlichen Angeklagten 2 Umstände und erkannte auf 3 Monate Gefängnis.
Ein Tierfreund.
Der in Grünberg geborene 22jährige Elektrotechniker Aug. Gr war zuletzt bei der Installation in Stangenrod tätig und wird be⸗ schuldigt, im Dezember v. J. nachts in zwei Fällen Stallhasen entwendet zu haben. Aus den Akten wird festgestellt, daß der Angeklagte zuerst einen Bienenstock entwendet, später aber einen Hasendiebstahl begangen und dafür bestraft wurde, also diese Tier⸗ freundlichkeit als Spezialist betreibt. Der Angeklagte ist ge⸗ ständig, in Stangenrod einmal einen Hasen mitgenommen zu haben, den zweiten Hasendiebstahl bestreitet er. Der Angeklagte ist als rückfälliger Dieb zu bestrafen. Die Strafkammer billigte— 2 G. f mildernde Umstände zu und erkannte auf eine Gefängnisstrase von 3 Monaten unter Anrechnung von 25 Tagen Untersuchungshaft auf 1 die Strafe. N
Die Strafkammer zog dann durch Urteil ein falsches 1ʒ⸗Mark⸗ stück ein und verurteilte die Militärpflichtigen Wilh. Friedrich, unbekannten Aufenthalts, Reinhold Gerhard, zuletzt in Edin⸗ burg, England, und den Studiosus Urbansky, in Warschau
wohnhaft, Nichtstellung zur Militärpflicht, zu je einer Geld⸗ 2 strafe von 300 Mark eventuell 30 Tage Gefängnis. 1 ————
1
Dermischtes. 7
“ Deutsche Modeschau. Aus Berlin wird vom*
27. März berichtet: In der Wandelhalle des Abgeordneten⸗ hauses fand eine vom deutschen Werkbund veranstaltete, unter 15 dem Protektorat der Kronprinzessin stehende Vorführung von Früh⸗ 4 jahrs- und Sommerkleidern statt, welche die Probe darauf bedeuten 90
sollte, ob die deutsche Modeindustrie in der Lage ist, sich von der Pariser Vorherrschaft sreizumachen. Damen und Herren der ersten Gesellschast Berlins folgten überaus zahlreich der Einladung des Werkbundes. Geh. Kommerzienrat Bruckmann-Heilbronn begrüßte 1 die Erschienenen und legte in packenden Worten die überaus erust⸗ haften Ziele der Veranstaltung dar. Der Ausbruch des Weltkrieges bedeutete für diese schon lange vorbereiteten Bestrebungen ein„Jetzt oder Nie“. Die nun beginnenden Vorführungen waren die Schöpf- ungen von acht großen Berliner Modehäusern und erweckten bei allen Teilnehmern die Ueberzeugung, daß es lediglich eine Frage des Selbstvertrauens und des Willens ist, ob die Formgebung der deutschen Frauenmode sich sortan ganz auf eigene Füße stellt. Die sachlichen Vorausetzungen sind sicherlich alle gegeben. Bismarckseier in Wien. Der deut chnationale Verein für Oesterreich begeht die 100jährige Geburtstagsseier des ersten Reichskanzlers im großen Konzerthaussaale in Wien unter Mit⸗ wirkung des Schubertbundes. Die Gedenkrede hat Reichstags⸗ abgeordneter Dr. Werner-Gießen übernommen.
Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge(Süd⸗Anlage). Dienstag, den 30. und Mitt woch, den 31. März 1915: Passahfest. 5 1. Tag: Vorabend: 6.45 Uhr. Morgens: 8.30 Uhr. Nachmittags: 4 Uhr. 2. Tag: Vorabend: 7.45 Uhr.. Morgens: 8.30 uhr. Nachmittags: 4 Uhr.
Abends: 7.45 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. 9 Dienstag, den 30. und Mittwoch, den 31. März 1915: 0 Passahfest. 1 1. Tag: Vorabend 6.40. Vormittag 8.00. Predigt. Nachmittag 4.00. 2. Tag: Vorabend 7.40. Vormittag 8.00. Nachmittag 4.00. Festesausgang 7.40. Wochengottesdieust morgens 6.30, abends 7.45. —— r 2 o ů⁵Ä—ñů—— 53 Amtlicher Wetterbericht. 2 Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. 9 Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 30. März 1915 Wolkig, meist trocken, wechselnde Winde. 17
Letzte Nachrichten.
* Ein Transport von tausend russischen Gefangenen kam heute morgen hier an und wurde im 1 Gefangenenlager untergebracht. 1
1*
Predigt.
—
Neue Truppenverschiebungen in Rußland.
Wien, 29. März. Die„Wiener Allgemeine Zeitung“ meldet aus Bukarest: In Süd⸗ und Mittelrußland ist der Bahnverkehr vollständig in den Dienst der Militärverwaltung gestellt. Wie ver⸗ lautet, findet eine Umgruppierung der russischen Streitkräfte statt. —Bukarester Blättern zufolge seien die Verluste der Russen in den Karpathen derart schwer, daß mehrere Regimenter gänzlich ver⸗
schwunden sind. f Die Haltung Griechenlands.
Konstantinopel, 29. März. Ein Teil der englisch⸗ran⸗ zösischen Flotte, die am 18. März schwerbeschädigt die Dardanellen verlassen mußte, war, wie Deveschen aus Saloniki melden, nach Saloniki geschleppt worden, um dort, wie seit Wochen Verwundete aus zuschiffen und Proviant einzunehmen. Jetzt hat die griechische Regierung entgegen ihrer bisherigen Haltung die Wieder⸗ abfahrt binnen 24 Stunden gefordert, um ihre strenge Auffassung der Neutralität seit dem Sturze Venizelos noch zu bekunden. Da somit auch die kleinsten Reparaturen wegfallen mußten, wurden die Schiffe sofort nach Malta geschleppt. Der bekannte Brief des Vizeadmirals Pears, der sortgesetzt das größte Aufsehen erregt, wird heute hier im Original in englischer Handschrift veröffentlicht. 1 Der griechische Marineminister über die Lage an den Dardanellen.
Kopenhagen 29. März. Der Athener Korrespondent des„Corriere della Sera“ hatte eine Unterredung mit dem 2 9 1775 Marineminister Stratos, der das Dardanellen⸗ unternehmen sehr skeptisch beurteilte. Mit der Flotte allein würden die Verbündeten nicht zum Ziele gelangen. Schwierig sei es ferner, eine etwaige Besetzung Konstanti⸗ nopels aufrecht zu erhalten, falls man nicht das türkische Heer in Thrazien vernichte. Der Korrespondent fügt hinzu, die englische Diplomatie arbeitet auf Leben und Tod, um Griechenland schließlich doch noch für die Sache der Dar- danellenforcierung zu gewinnen.
Eine neue deutsche Zeitschrift in Spanien. Amsterdam, 29. März.„Daily Telegraph“ berichtet, daß in wen Tagen eine Feng ausgestattete und interessante Zeitschrift unter dem Titel Germania“ in Barcelona er⸗ einen werde. Ihr Zweck sei, die bisherigen guten Beziehungen zwischen Spanien und Deutschland zu fördern. Ihr Herausgeber ist der bekannte Journalist Louis Almerich.
Denkt daran, daß auch das Brot zn unseren Waßen ge⸗
bit. Enrrsauftit nit den Bret it dricgöpfigt..
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