Nr. 69
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General-Anzeiger für Gberhessen
Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch- und steindruderei n. Lange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7. Beck, sämtlich in Gießen
Dienstag, 23. März 1915
Bezugso re monatl. 75 Pf., viertel-
Verantwortlich für den politischen Teil und das Zeuille ton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H.
przemysl gefallen. Deutsche Erfolge im Often.
TB.) Großes Hauptquartier, 22. März. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz.
Ein nächtlicher Versuch der Franzosen, sich in den Be⸗ sitz unserer Stellung am Südhang der Loretto⸗Höhe zu setzen schlug fehl. 2 g
Auch in der Champagne, nördlich von Le Mesnil, scheiterte ein französischer Nachtangriff.
Alle Bemühungen der Franzosen, die Stellung am Reichsackerkopf wiederzugewinnen, waren erfolglos.
Oestlicher Kriegsschauplatz. Aus Memel sind die Russen gestern nach kurzem Gefecht füdlich der Stadt und hartnäckigem Straßenkampf wieder vertrieben worden. Unter dem Schutz der russi⸗ schen Truppen hat hier russischer Pöbel sich an Hab und Gut unserer Einwohner vergriffen. Privateigentum auf Wagen geladen und es über die Grenze geschafft. Ein Bericht über diese Vorgänge wird noch veröffentlicht werden. 1
Nördlich von Mariam pol erlitten die Russen bei abgewiesenen Angriffen schwere Verluste.
Westlich des Or zue, bei Jednorozek und nordöstlich von Prasznisz, sowie nordwestlich von Ciechanow brachen rus⸗ sische Tag⸗ und Nachtangriffe unter unserem Feuer zusam⸗ men, 420 Gefangene blieben bei diesen Kämpfen in un⸗
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serer Hand. Oberste Heeresleitung. N 1— 1 0 Der neueste Erfolg der Russen, die Einnahme der
Festung Przemysl, bedeutet kein besonderes Ruhmesblatt für sie. Seit 4½¼ Monaten waren alle ihre Angriffe auf die von ihnen belagerte Festung gescheitert. Wenn man die schnellen Siege der deutschen Waffen über belgische und französische Festungen zum Vergleich heranzieht, erscheint die russische
Tapferkeit in keinem glanzvollen Lichte. Przemysl lag wie] Kraft.
eine Insel in einem brandenden Meere von Feinden; dennoch mützte den Russen ihre große Ueberzahl nichts, und die tapfere Besatzung hielt bis zuletzt wacker stand; nur durch Hunger und Propiantmangel getrieben, öffnete sie dem Feinde die Pforten der Stadt. Die Russen werden einige Tausend Ge⸗ fangene machen, aber auf die Besitznahme von brauchbarem
material verzichten müssen, denn die österreichisch⸗ e Verteidiger haben die Befestigungen, alle Forts,
Munition, vor der Uebergabe zerstört.
Przemysl war bekanntlich im vorigen Herbst schon ein⸗ mal von den Russen belagert, nachher aber glücklich entsetzt worden. Diese erste Belagerung hatte 23 Tage gedauert; am 11. Oktober wurden die Russen zurückgetrieben, wobei sie etwa 15 000 Mann in den Händen der Oesterreicher lassen mußten. Vorher schon hatten sie schwere Verluste erlitten; 5— Russen waren bei den Anstürmen auf die Festung 5 en.
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Ueber den letzten Ausfall der Besatzung am 19. März waren in Wien rühmliche Angaben gemacht worden; durch die Uebermacht wurden die österreichisch-ungarischen Truppen zwar gezwungen, sich wieder hinter die Wälle zurückzuziehen, allein sie haben sich tapfer geschlagen und sind nicht besiegt worden. Längerer Widerstand wäre aussichtslos gewesen, denn auf den Höhen der Karpathen sind unsere Bundesgenos— sen zwar in langsamem Vorrücken begriffen, allein an die Entsetzung der Festung konnte noch nicht gedacht werden. Nach den letzten Wiener Meldungen tobt in den Karpathen eine neue Riesenschlacht, deren Entscheidung mit großer Spannung erwartet wird. Der Mittelpunkt dieser neuen Kämpfe liegt im Westen und Südosten von Przemysl, bei Dukla, Uzsok und Lupkow, wo die Russen, die in ungeheurer Zahl angestürmt sein sollen, fürchterliche Verluste erlitten haben sollen. Wir wollen hoffen, daß dort die russische Macht gebrochen werden kann. Die deutschen Waffen sind den Russen gegenüber nach wie vor glücklich. Aus Memel sind die russischen Horden hinausgeworfen worden, und an anderen Stellen des nordöstlichen Kriegsschauplatzes, in Feindesland, sind Angriffe der Russen erfolgreich zurückgeschlagen wor— den. Mariam pol, das in der neuesten amtlichen Meldung genannt wird, liegt etwa 40 Kilometer östlich von der Grenz— stadt Eydtkuhnen; die Russen erlitten dort bei abgewiesenen Angriffen schwere Verluste. Die andern von der obersten Heeresleitung genannten Gefechte spielten sich in Polen, nördlich der Weichsel ab. Der Orzyc uist ein Nebenflüßchen des Narew; sein mittlerer Lauf liegt etwa 15 Kilometer von Prasznisz entfernt.
Der Fall von Przemyfl.
Wien, 22. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird berlautbart: 22. Mürz 1915. Nach 4½ monatiger Einschlie⸗ zung am Ende ihrer Kräfte angelangt, ist die e stung Przemysl am 22. März in Ehren gefallen.
Als die Verpflegungsvorräte Mitte dieses Monats knapp zu werden begannen, entschloß sich General der In⸗ lerie v. Kusmanek zum letzten Angriff. Die Ausfalls⸗ Kuppen brachen am 19. ds. Mts, zeitig morgens über die Gürtellinie vor und hielten in siebenstündigem Gefecht gegen starke russische Kräfte bis zum Aeußersten stand. Schließ- lich zwang die Ueberlegenheit der Zahl zum Zurückgehen hinter die Gürtellinie. In den folgenden Nächten gingen die Russen gegen mehrere Fronten von Przemysl vor. Diese Kämpfe brachen gleich allen früheren in dem Feuer der tapfer verteidigten Besestigungen zusammen.
1 Da nach dem Ausfalle am 19. dieses Monats auch die dußerste Beschränkung in der Verpflegration nunmehr
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einen dreitägigen Widerstand gestattete, hatte der Festungskommandant mittlerweile den Befehl erhalten, nach Ablauf dieser Frist und nach Vernichtungdes Kriegs⸗ materials den Platz dem Feinde zu überlassen. Wie ein . der Festung meldete, gelang es tatsächlich, die orts samt Geschüten Munition und Befesti⸗ gungsanlagen zu zerstören. Dem opfermütigen Ausharren und dem letzten Kampfe der Besatzung gebührt nicht minderes Lob als ihrer Tapferkeit in den früheren Stürmen und Gefechten Diese Anerkennung wird auch der Feind den Helden von Przemysl nicht versagen. a ö Der Fall der Festung, mit dem die Heeresleitung seit längerer Zeit rechnen mußte hat keinen Einfluß auf die Lage im Großen, Bei der Feldarmee dauern die Kämpfe im Karpathenabschnitt vom ÜUzsoker Paß bis zum Sattel von Konieczna an.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Wien, 22. März.(WTB Nichtamtlich.) Feldmarschall Erzherzog Friebrich hat nachstehenden Armee befehl erlassen:
Nach viereinhalbmonatigen, heldenmütigen Kämpfen, in denen der rücksichtslos und zähe, aber stets vergeblich anstürmende Feind ungeheure Verluste erlitt, und nach blutiger Abwehr seiner noch in der letzten Zeit, insbesondere am 20. und 21. März, Tag und Nacht untornommenen Versuche, die Festung Przemysl in die Hand zu be⸗ kommen, hat die heldenmütige Besatzung der Festung, die noch am 19. Marz mit letzter Kraft versuchte, den übermächtigen Ring der Einschließung zu sprengen, durch Hunger gezwungen, auf Befehl und nach Zerstörung aller Werke, Brücken, Waffen, Munition und Kriegsmaterial aller Art die Trümmer von Przemysl dem Feinde überlassen. Den unbesiegten Helden von Przemysl unseren kame⸗ radschaftlichen Gruß und Dank. Sie wurden durch Naturgewalten, nicht durch den Feind bezwungen, sie bleiben uns ein hehres Vor⸗ bild treuer Pflichterfüllung bis an die äußerste Grenze menschlicher Verteidigung von Przemysl bleibt für alle Zeiten ein leuchtendes Ruhmesblatt unserer Armee.
Feldmarschall Erzherzog Friedrich.
Berlin, 23. März. Den Helden der gefallenen Frstung Przempsl widmen die Morgenblätter warme Worte. Die„Vos. eitung“ sagt: 20 Wochen hat die Festung in heldenmütigem se allen üffsversuchen der Russen Widerstand geleistet. Durch zahlreiche Ausfälle wurde die Verteidigung in offensivem modernem Sinne geführt. Die Ausfälle fesselten starke anderen Stellen fern. Damtt hat die Festung eine der wichtigsten russische Kräfte und hielten sie von ihrer Verwendung an Aufgaben erfüllt und sehr wesentlich zu dem bisherigen glücklichen 1 der Operationen beigetragen. Es ist ein trauriges Schick⸗ sal, daß die Besatzung trotz ihres heldenmütigen Widerstandes und trotz aller erfolgreichen Ausfälle sich schließlich doch hat ergeben müssen. Es liegt ein gewisser Trost darin, daß es nicht die feind⸗ liche Wafsenwirkung gewefen ist, die diesen unglücklichen Ausgang herbeigeführt hat, sondern daß es äußere Einflüsse waren, gegen die jede menschliche Macht wir kungslos bleibt.
Im„Berl. Lokalanzeiger“ heißt es: Es liegt uns fern, den Verlust, den unser tapferer Bundesgenosse erlitten hat, verkleinern zu wollen. Wir sind aber auch überzeugt davon, daß unser Bundesgenosse nach kurzem traurigen Gedenken ebenso stolz und entschlossen sein Haupt erheben wird, um der durch den Fall der Festung geschaffenen Lage mit altbewährter Tapferkeit gerecht zu werden.
Das„Berliner Tageblatt“ führt aus: Es unterliegt keinem Zweifel und muß auch von dem Feinde anerkannt werden, daß der Verteidiger General von Kusmanek und seine Truppen in höchstem Maße ihre Pflicht getan, den äußersten Mut und die zäheste Ausdauer bewiesen und bis zum letzten Augenblick die ihnen anvertraute Festung gehalten haben. Die Russen hätten dieser Verteidigung gegenüber wahrscheinlich nie einen entschwiden⸗ den Erfolg erzielt, wären nie in den Besitz der Festung gelangt, wenn nicht der Proviantmangel und der Hunger die Besatzung zur Uebergabe gezwungen hätten.
Die„Deutsche Tageszeitung“ sagt: Die Festung ist nicht durch die russischen Waffen, sondern durch Hunger bezwungen worden, so daß nicht den Russen, sondern wur der Besatzung Ehre darüber erwächst, die 4½ Monate hindurch alle Angriffe des Feindes erfolgreich Stand gehalten hat.
Die Voltsernährung in desterreich.
Wien, 22. März.(WTB. Nichtamtlich.) Den Blättern zufolge ergab die Aufnahme der Getreide- und Mehl vorräte in ganz Oesterreich ein sehr befriedigendes Ergeb nis. Mehrere Provinzen verfügen über ansehnliche Ueber schüsse über den Bedarf bis zur Einbringung der neuen Ernte. Immerhin ist Oesterreich— namentlich für die Ver sorgung mit Mais auf die Mithilfe Ungarns an⸗ gewiesen. Es sind Verhandlungen darüber im Zuge. Auch die Frage der Einführung der Brot- und Mehlkarten bildet den Gegenstand eingehendster Beratungen und Ermitt lungen. Die in der letzten Woche in Wien vorhandenen Schwierigkeiten bezgl. der Brotvpersorgung sind bereits be hoben. Die Broterzeugung ist bereits vollständig normal,
Rußlands finanzielle Klemme.
Petersburg, 22. März.(WTB. Nichtamtlich.) Ruß land plant Monopole auf Tee, Zündhölzer, Petroleum einzuführen und die Elektrizität zu besteuern mit Ausnahme der für den Fabrikbetrieb benötigten.
Der Rubelturs in London.
Kristiania, 22. März(WTB Nichtamtlich.)„Norges Handelstidende“ berichtet über den Rubelkurs in Lon don: Für 10 Pfund Sterling müssen jetzt 115,5 Rubel bezahlt werden. Der zubel steht also rund 20 Prozent unter normal, da normalerweise dafür etwa 95 Rubel genügten.
Unsere Zeppeline über Paris.
Paris, 22. März.(WT Nichtamtlich) Meldung der „Agence Havas“. Zwischen ½%2 Uhr und 3 Uhr morgens flogen vier Zeppeline aus der Richtung Compie g ne gegen Paris, dem Oise⸗Tal folgend. Zwei wurden zur Umkehr gezwungen, bevor sie Paris erreichten. Die anderen wurden von der Abwehr⸗ artillerie angegriffen; sie überflogen nur ein Viertel der nord⸗ westlichen Parifer Peripherie und die benachbarten Gebiete. Nach⸗ dem sie 12 Bomben geworfen hatten, von denen einige platzten, zogen sie sich zurück. Der Sachschaden ist unbedeutend. Sieben oder acht Personen wurden getroffen, eine davon schwer. Verschiedene Luftschiffabwehrposten eröffneten das Feuer auf die Zeppeline. welche ständig von Scheinwerfern beleuchtet waren. Ein Zeppelin wurde anscheinend getroffen. An der Aktion nahmen auch Flu g⸗ zeuggeschwader teil, aber Dunst behinderte die Verfolgung. Zusammengefaßt kann man sagen, daß der Zeppelinüberfall auf Paris völlig mißlangen ist. Er gestattete, das gute Arbeiten der Verteidigungsmaßregeln festzustellen. Die Parifer Bevölkerung war ausnehmend ruhig. Auf der Rückfahrt warfen die Zeppeline zwölf Brandbomben auf Compiègne, welche unbedeutenden Sachschaden verursachten. Drei andere Bomben trafen ohne Erfolg Ribe au⸗ court und Dillincourt nördlich Compiegne. 5
Paris, 22. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Matin“ meldet: Bei Pont⸗ a Mousson flog ein Zeppelin in der Richtung auf Nancy zu, mußte aber infolge des Feuers der fran⸗ zösischen Artillerie umkehren.
Berlin, 23. März. Wie der„Tägl. Runschau“ aus dem Haag gemeldet wird, wurde die Zahl der über Paris abgeworfenen Bomben nunmehr auf über 45 fest⸗
gestellt. Neun Häuser sollen vernichtet sein.
Der amtliche französische Bericht.
Paris, 22. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 21. März abends: Der Feind hat erneut mit 27 Granaten die Kathedrale von Soissons beschossen, welche stark gelitten hat, und auf der entgegen den deutschen Angaben niemals ein Posten oder ein Observatorium errichtet, oder die Rote⸗Kreuz⸗ Flagge gehißt war. In der Champagne rückten wir am 20. März leicht östlich der Höhe 196 nordöstlich Le Mesnil vor. Am 21. März fand nur ein einfaches Bombardement statt. In den Argonnen den ganzen Tag ziemlich heftiges Gewehrfeuer ohne Infanterieangriff. In Eparges behaupteten wir die gestri⸗ gen Gewinne, trotz zweier heftiger Gegenangriffe, welche mit schwe⸗ ren Verlusten für den Feind zurückgeworfen wurden. In den Vo⸗ gesen gewannen wir den Kleinen Reichsackerkopf wieder, nachdem wir gestern den Großen und den Kleinen Reichsackerkopf verloren hatten. Unser Gegenangriff, um den Großen Reichsackerkopf wieder zu nehmen, dauert fort.
Die Verluste der Engländer bei Neuve Chapelle.
Manchester, 22. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der Londoner Korrespondent des„Manchester Guardian“ erfährt von einer Seite, die die vorliegenden Berichte einsehen konnte, daß die gesamten Verluste der Engländer bei Nieuve Chapelle 8000 bis 9000 Mann betragen haben. Ueber 1000 verwundete Inder sind bereits in England ange⸗ kommen.
London, 22. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die neuen Ver⸗ lustlisten geben die Verluste an britischen Offizieren in den Ge⸗ fechten bei Neuve Chapelle und St. Eloi auf 724 Mann an.
Kitcheners Bitte an die Arbeiter.
London, 22. März.(WTB Nichtamtlich) Lord Kit⸗ chener hat einen Brief an den Sekretär der Gewerkschaft der Hafenarbeiter in Liverpool gerichtet, um die Arbeiter zu bewegen, auch am Samstag zu arbeiten. Die Sitte, Samstag zu feiern, war kürzlich eingerissen wodurch die bereits bestehende Stockung in den Häfen noch größer wurde. Die Verhältnisse in Liverpool sind schon seit Beginn des Krieges unbefriedigend. Im Londoner Hafen ist der Streik der Hafenarbeiter beigelegt.
Ein feindlicher Flieger über Müllheim i. B.
Müllheim Baden), 22. März. feindlicher Flieger drei Bomben über der Stadt und der Artilleriekaserne ab. Ein Mann wurde schwer, zwei leicht ver⸗ letzt.
Erfolgreich unterdrückte Ausschreitungen in einer belgischen Kreisstadt.
Brüssel, 22. März.(WTB. Nichtamtlich.) In der Kreisstadt Ternath machte eine Anzahl Belgier bei Ge⸗ legenheit der von den deutschen Behörden ausgeübten An⸗ wesenheitskontrolle einen Versuch, Ausschreitungen gegen die mit der Aufsicht betrauten Landsturmleute zu begehen. Bei dem pflichtmäßigen Gebrauch der Waffen gegen die Rädelsführer wurden fünf von diesen verletzt, zwei davon sind ihren Wunden erlegen. Nur dem ebenso tatkräftigen wie maßvollen Eingreifen der deutschen Soldaten ist es zu danken, daß es gar nicht erst zu bedenklicheren Auftritten und nachteiligen Folgen für die Stadt und die Bevölkerung gekommen ist.
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Der Seekrieg.
Berlin, 22. März.(WTB. Nichtamtlich.) Wozu England neutrale Dampfer ausnutzen möchte, und was deutsche U-Boote von
Schiffen unter neutraler Flagge unter Umständen zu erwarten haben, zeigt folgende Aussage neutraler Schiffsoffiziere: Der Kapitän John Hanßen und der erste Offizier Janßen, beide ame
rikanische Bürger von dem amerikanischen Dampfer „Oliver J. Olson“, haben übereinstimmend folgendes aus- gesagt? Wir fuhren von Savannah um Schottland nach Bre⸗ men. Ber der Insel Foula im Westen Schottlands kamen von dem englischen Hilfskreuzer„Gelhti ein Leutnant, ein Kadett und sechs Seeleute an Bord, die uns nacht Kirkwalk brachten. Während diefer Fahrt erklärte der Leutnant, der die
Führung des Schiffes übernommen hatte, er würde, wenn ein deutsches U. Boot erschiene, solches mit dem„Oliver J. Ol⸗ son“ in Grund zu bobren ver suchen. Weun der uwert⸗
Abends 7 Uhr warf ein
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